nwnatlii Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen 38 sa Mr. Ä2S erföeiitt tSgttch außer Sonntags. Denr Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt bte Gießener Familien« blätter viermal In der Woche beigelegt. sährl. auöschl. Bestellg. Amiahme von Anzeigen für Die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. Zettenpre«: lokal 12B^ auswärts 20 Plg. verantwortlich M den poltt and augrm, Teil: D. tolttto: für .Stadt und Land* unb .GerichtSsual": Auou st Götz; fßt den Anzeigenteil: Hans Beck. lag der Brüh lachen Llntvers.-Buch- «.Stein- dr«ckerri(Piettch Erben» Redaktion. Spedition unb DrvckereK Gchnlstratze 7. Adresse für Depeschenr «nzeiger Gießen. Fernsprech anschlutz Nr. 51. Erstes Matt. 153. Jahrgang Mittwoch 3V.SWtember 1NV3 m ” BezugspretSr * fly monatlich75Äl^viertel* Gießener Anzeiger ° General-Aiyeiger v Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Ps.; durch diePost Mk. 2.—viertel- Gieß em, den 28. September 1903. B etr.: Die Errichtung unb Einrichtung der Fortbildungsschule. Die Grotzh. Kreisschnlkmumission Gießen mr die Schulvorstände des Kreises. Indem wir die baldige Erledigung unseres Ausschreibens vom 22. August l. Js^ KreisblaLt Nr. 98, in Erinnerung bringen, machen wir darauf aufmerksam, daß die Fortbildungsschule in Gießen nicht am 16., sondern am 5. Oktober ihren Anfang nimmt und empfehle Ihnen, die dorthin überwiesenen Schüler hiervon in Kenntnis zu setzen. Tr. Brsidert. IorLschritte und Mängel in «njerm ZLauerustaude. Die Zuschrift vom Lande, die wir unter diesem Titel in unserer Nr. 228 veröffentlichten, hat viel Zustimmung in unserm Leserkreise, aber auch Widerspruch gefunden. Au§ einem Nachbardorfe liegt uns heute ein langes Schreiben vor, das sich kurioserweise auf § 11 des Preßgesetzes bezieht. Der Herr Einsender hätte mit dem gleichen Rechte euren Paragraphen aus einer Hottentottengrammatik zitieren können. Doch da seine Ausführungen nicht uninteressant sind und wohl in mehreren Punkten die erste Zuschrift tatsächlich treffend zu widerlegen scheinen, so sei auch chnen hier in wesentlichem Raum gewährt. Der Herr schreibt: »Der Herr Verfasser stellt zunächst die Behauptung auf, „daff sich zuviel Arbeit der Bauer selbst mache dadurch, daß es auf dem Lande zum guten Ton gehöre, bei jeder Güterversteigerung neue Grundstücke zu erwerben." Wir möchten dagegen die Behauptung aufstellen, daß der Gütererwerb in fast allen Fällen einem berechtigten Bedürfnisse, das der Landwirt dank seines gesunden Menschenverstandes richtig empfindet, entspricht. Man denke doch nur an einen Erbfall, wo vier oder fünf Abkömmlinge den elterlichen Nachlaß teilen und wo natürlich jeder einzelne infolge des zu kleinen Anteils genötigt ist, sein Besitztum zu vergrößern, um für seine Arbeitskraft ein entsprechendes Gebiet zu haben, wenn er nicht, was ja schon allmählich üblich zu werden beginnt, der Landwirtschaft entsagen unb unter der Masse der Industriearbeiter verschwinden will. Als ein anderes Beispiel sei nur noch die Einheirat in eine andere Gemeinde erwähnt. Dies dürsten wohl meistens die Gründe für die Gütervergrößerungen sein. Daß dagegen der Ehrgeiz der allein ausschlaggebende Grund sein soll, ist jedenfalls eine ziemlich bedenkliche Behauptung. Der Vorschlag, den umgäehrten Weg einzuschlagen, nämlich ^anstatt neue Grundstücke zu erwerben, eigene zu verpachten oder zu verkaufen und zwar soviel, daß der betreffende Landwirt fremde Arbeitskräfte entbehren kann", scheint theoretisch annehmbar und wücksam zu sein. Aber man vergegenwärtige sich, welche Folgen dies, in die Praxis übertragen, zeitigen würde! Allerdings würde hierdurch ein Güterausgleich herbeigeführt, zugleich aber entstände doch ein Ueberangebot von Grundstücken und damit ein kolossales Sinken der Preise derselben, sodaß die neue Wirtschaft noch weniger rentabel wäre, als die stühere mit fremden Arbeitskräften. Die zweite Klage der Landwirte bezieht sich auf den häufigen Dienstbotenwechsel. Die Ursache hierftir findet der Herr Verfasser einmal in der schlechten Behandlung und dann in der der Arbeit nicht entsprechenden Beköstigung. Von einer Behandlung »als Menschen zweiter Klasse" kann unseres Erachtens aber gar keine Rede sein, wo doch der Landwirt sich alle erdenkliche Mühe geben muß, für hohen Lohn überhaupt noch Dienstboten zu bekommen. Denn läßt er sich zuweilen zu einem an und für sich vielleicht ganz gerechtfertigten Tadel hinreißen, so muß er gewärtig sein, daß sie ihn mitten in der Arbeit im Stiche lassen und ihm Schimpf und Schande nachsagen, um ihm soviel wie möglich den Erwerb einer neuen Arbeitskraft zu Hintertreiben. Ein zweiter Grund soll die schlechte Beköstigung sein. Nun, in nicht allzuserner Zeit beginnen wieder die großen Schlachtfeste der Bauern. Man sehe sich diese einmal an, welche Menge von Fleisch hier für den Haushalt konserviert wird. So könnten wir eine Menge Landwirte mit ein und zwei Pferden anführen, die alljährlich nicht nur drei Schweine — und diese welchen Gewichtes! —, sorrdern auch noch ein Rind von 800—1000 Pfund schlachten. Dazu wird außerdem noch bei den Metzgern des Dorfes namentlich im Sommer und 'Herbste gekauft. Was in aller Welt mag der Landwirt mit diesen Fleijchporräten cmfangen? Kann man wohl annehmen, daß die Familie, aus 4—ö Köpfen bestehend, dies alles allein vertilgt und ihren Dienstboten nur die Ueberreste gönnt? Reichlich dürfte also das Essen wohl notwendigerweise sein! Was die Zubereitung anlangt, so darf man nicht den Maßstab eines.Städters anlegen, der meistens auf die geschmackvolle Zurichtung von Gemüsen, Kompot re. Gewicht legt, während ber unseren Landwirten das Fleisch als der Harten Llrbeit entsprechend den Kernpunkt ausmacht. Mag auch sein, daß der Herr Verfasser einnral in einem gottverlassenen Gebirgsdorfe eine schlechte Erfahrung darin gemacht hat, daß die Zubereitung seinem vielleicht städtischen Wirtshausgeschmack nicht entsprochen. hat. Aber dieser Maßstab kann doch nicht für das Gesinde, das meist aus ärmeren Verhältnissen flammt, maßgebend sein. Vielmehr ist im Gegenteil die ^einfachere kräftige und reichliche Kost noch der einzige Grund, weshalb der Dienstbote es vorzieht, statt in die Fabrik zu gehen — wo doch der Lohn, absolut betrachtet, höher ist — bei dem Bauer zu bleiben. Jedoch ist" es zu beklagen, daß gewisse Leute, denen es offenbar eine Leichtigkeit ist, die wirtschaftlichen Uebel- stände auf dem Lande in ihren tieferen Gründen zu entdecken, und die toäijnen, in geeigneter Weise Abhilfe schassen zu können, sich nicht schon lange öffentlich hervorgetan und „gewissenlosen Agitatoren", die sich des Verbrechens schuldig machen, als Demagogen die Bauern gegen den Staat aufzuwiegeln, das Handwerk zum Heil und Segen des gesamten deutschen Bauernstandes gefegt haben. Parlamentarisches aus Hessen. Eine Vorstellung von pensionierten Be* amten an die zweite Kammer betrifft die Aufbesserung ihrer Pensionsbezüge. Sie ist auch deins Großh. Staatsministerium zugestellt worden. Es wird darin ausgeführt, daß nach Aufhebung des Gesetzes, welches die hessischen Staatsbeamten in zwei Klassen schied, auch der Unterschied, der in der Gewährung der Pensions- bezüge lag, für die vom qu. Tage ab zur Pensionierung kommenden seither widerruflich Angestellten in Wegfall gekommen ist, sodaß dieselben jetzt den gleichen Prozentsatz von ihrem Gehalte beziehen wie die definitiv Angestellten, ein Mehr von 10 Prozent bis zu 30 Dienstjahren hin. Es wird gebeten, diese Vergünstigung auch auf die Pensionäre auszudehnen, die vor dem 9. August 1899 in den Ruhestand treten mußten. Der Stadtvorstand zu Offenbach wünscht die Beseitigung des Hochwasserschlauches bei Bürgel. Ter Schulvorstand zu Leihgestern hat mit Mehrheit beschlossen, im Sommer die Gesamtunterrichtszeit auf die Vormittagszeit zu verlegen; dieses Recht dürfte dem Schulvorstand nach Art. 14 des Gesetzes vom 16. Juni 1874 unzweifelhaft zustehen. Nichtsdestoweniger hat die oberste' Schulbehörde den Schulvorstandsbeschluß nicht zur Ausführung gebracht. Ich frage ergeb en ft an, welche Gründe hierbei Großherzogliche Regierung geleitet haben. Ter L and esr echner-Berband im Großherzog- tum bittet um gesetzliche Regelung der Pension^-, Witwen- und Waisenversorgung der Gemeinde-Einnehmer rc. Politische Tagesschau. Verfrühte Meldungen. Man schreibt uns aus Berlin, 29. September: lieber die neue Militärvorlage und den Zeitpunkt der Einberufung des Reichstages sind soeben Mitteilungen in der Berliner Presse veröffentlicht worden. Daß das Geheimnis der Militarvorlage auf das sorgfältigste gehütet wird, versteht sich von selbst. Es kann sich also nur um Vermutungen handeln, die gleichwohl in Einzelheiten zutreffen 5>ie ßröffuurrg des THeaterjayres 1903/04. Gießen, 30. September. Gestern abend wurde in dem alten Gießener Stadttheater - saale unter der neuen Direktion Steingoetter und mit einer neuen Theatergesellschast das neue Theaterjahr glücklich eröffnet. Alles neu — bis auf den Theatersaal! Hoffen und vertrauen wir, daß das Neue sich auch als gut bewähren werde, als ein triebkrästiges Saatkorn für die Ankunft unserer heimischen Kunst — und daß wir in absehbarer Zeit auch ein Theaterhaus erhalten, das den Anforderungen an Sicherheit, Bequemlichkeit und würdige Ausstattung reichlich entspricht. Am Abend wird man klug Für den vergangnen Tag, ' Doch niemals klug genug Für den, der kommen mag, sagt Rückert. Dieser erste Abend aber war recht verheißungsvoll. Die ersten Weihetöne, die durch das Haus brausten, entstammten dem Genius C. M. v. Weber's, des originalen Schöpfers der deutschen volkstümlichen und doch stets klassisch vollendeten Musik, die im Verein mit Kl ei st's Dichtungen der deutschen Kunst das Element herziger Anmut und holder Naivität gab. An Webers Jubel-Ouverture schloß sich ein Prolog, der, voll feinen Geistes und von großem formellen Geschick, die Hoffnungen und Wünsche beider Parteien im Hause, der Spendenden und der Empfangenden, sinnig mit den drei dramatischen Gaben des Abends und ihren Titeln verknüpft, wackeres Streben ausspricht und als Lohn dafür sich ein neues Haus ersehnt. Die Sprecherin, Frl. Hohl (früher am herzogl. Hoftheater in-Altenburg ?), eine schlanke schöne Erscheinung, die sich von dem für die engen Verhältnisse des Bühnenbildes wohl mit zu viel Pomp beladenen Rahmen vortrefflich abhob, verdiente den Dank des uns unbekannten Autors und erntete für ihren Vortrag lebhaften Beifall von Seiten des das ganze Haus besetzt haltenden Publikums, da§ nckch Mozart's'Ouvertüre zu „FigaroS Hochzeit", mit der diese kurze und schöne Eröffnungsfeier schloß, der folgenden Ausführung der drei berühmtesten Einakter unserer National- litteratur mit Spannung entgegensah. Ein neu zusammentretenbes Ensemble, das „aus Süden and aus Norden zusammengeschneit und -geblasen worden" 'und als erste Probe seiner Leistungsfähigkeit eine erfolgreiche Darstellung drei der edelsten, aber auch schwierigsten Dichtungen unserer Klassiker zu bieten vermag, muß in seinem Kern gut sein. Ist als eine erste Hauptbedingung für jede M—WBMPBWHilf WlIHBMMWBBtiWSaBeaKSBMWHrtilfflilMIMIHWi’MyntmilHIBCB—IWil—lffiWI ersprießliche und gennßbringende schauspielerische Betätigung die Wahl eines erfahrenen, tatkräftigen und künstlerisch tüchtigen Oberleckers anzusehen, so hat schon der erste Abend bewiesen, daß man in Herrn Direktor Steingoetter alles Vertrauen setzen darf. Kleists „Zerbrochener Krug", dessen drei erste Szenen der Dichter anno 1803, also just genau vor einem Jahrhundert, einem Freunde diktierte, hat uns erst im März vor. Js. Jürgensen auS Kassel im Theaterverein geboten. Die Dichtung gehört nach Hebbel*) zu „denjenigen Werken, denen gegenüber nur das Publikum durch fallen kann". ES stellt sich als der Schluß von Ereignissen dar, die vor dem Beginn des Stückes sich abgespielt haben. Aber was vor dem Stücke geschehen ist, steckt uns kein neues Licht über die Personen auf. Wie sie, namentlich aber der Schlingel von Dorfrichter, sich benehmen, genügt uns vollkommen, um sie bis auf den Grund kennen zu lernen; jede ergänzende Erzählung, nachträgliche Erklärung ist als überflüssig durchaus vermieden. Die Charaktere entwickeln sich, sie werden nicht beschrieben und ausgedeutet, wie das leider die meisten unserer jüngeren Dramatiker tun, die wahrlich im Komischen keine Figur geschaffen haben, die dem Dorfrichter Adam auch nur die Schuhriemen auflösen dürfte. Herr Conradi gab mit diesem Schurken und Werbernarrn eine Art von niederländischem Fallstaff, über dessen Schlauheit rrnd unerschöpfliche Erfindungsgabe, mit der er sich aus der Klemme zu helfen sucht, wir herzlich lachten. Er zeigte, daß er ein guter Komiker ist, der auch eine Persönlichkeit herzugeben vermag. Von innen heraus schien dessen eminente Verlmnptheit zu kommen, der seine köstlichen Lügen ganz harmlos ohne die geringsten Skrupeln wie etwas ganz Selbstverständliches, ihm nun einmal persönlich Eigentümliches herplaudert, der selber seine Freude an dem eigenen Witz hat und darüber fast seine verzweifelte Lage vergißt, ja sich sogar kalt lächelnd, wenn auch unbesonnen, an die offene Kopfwunde faßt, als von dem verhängnisvollen Schlage auf den Schädel des Topf- zertrümmerers die Rede ist. Das war vielleicht ein nicht ganz unaufdringliches Zugeständnis an das lachlustige Publi- kmn, läßt sich aber auch aus dem Geiste der dichterischen Figur allenfalls erklären. Die ganz wunderbare Spielart der eigenen Schadenfreude, die ihre tollsten Sprünge macht, wenn die Schlinge ihr schon nah am Halse sitzt, ließe sich vielleicht noch schnurriger hervorkehren. Unzweifelhaft aber war *) Vergl. Ld. XI der unlängst erschienenen großen historisch- kritischen Ausgabe von Friedr. Hebbels sämtl. Werken, besorqt von Rich. Dtaria Werner (Berlin, B. Behrs Verlag). IHerr C. eine recht ergötzliche Figur. Frl. Hagen war ein Mädel von warmem Herzen und tiefem Empfinden, das ihr Bestes im Zorne gab. Die junge Dame scheint einen schönen Ernst zu besitzen. Das sah man am deutlichsten in der kurzen Szene, da sie mit lockender Liebe den Glauben des Mannes fordert, wie Nora, nur mit mehr Glück wie diese. Die geschwätzige und kluge Mutter Marthe gab Frau Fischer mit derber Naivetät, und als Muhme Brigitte ward Frau Jenny als gute alte Bekannte mit lebhaftem Beifall empfangen. Diese tüchtige Dame aus dem niederländischen Volke bringt mit dem Teufelsglauben ein neues Motiv in das Lustspiel, ihr Auftreten ändert die ganze Situation. Während der Dorfrichter und der Schreiber im letzten Kampfe mit einander ringen, hat der Gerichtsrat die Selbstbeherrschung zu verlieren. Herr Teleky aber kam leider auch hier nicht aus seiner steifen Ruhe. Recht gut war Herr Achterberg als der urwüchsige Bauernbursche, dern die freie Rede schwer fällt, in dem es brodelt :md schällmt. Das war ganz lebensvoll, ungegohrener Most, ungebändigte Frische und Kernhaftigkeit. Herr Tamke bewies für den Schreiber Licht Verständnis, nur hätte er nicht gar so viel „Himmeln", nicht gar so viel Unterwürfigkeit schon in den allerersten Szenen zeigen sollen. — Das ganze Stücklein ist gedacht als ein Bild aus dem Leben mit vollen satten Farben und scherzhaft lachendem Humor, als sei ein alter Niederländer, ein Jean Steen, aus dem Nahmen herabgestiegen. Es hatte sich vielleicht verlohnt, bie, tolle Junggesellenwirtschaft des Dorfrichters, der seine Würste in seine Llkten verpackt und seine Perrücke im Bücherschrank suchen läßt, durch einen Wirrwarr der gewöhnlichsten und poesielosesten Hausgeräte anzudeuten. Im ganzen aber hatte doch die ganze Inszenierung eine frische, gesunde Farbe, und man hatte seine Freude an derK, stimmungsvollen, charakteristischen Leben. Nach Kleist erhielt der Titane Beethoven das Work, der mit Recht der Fortsetzer und Vollender des Schaffens eines Klopstock, Lessing und Goethe genannt worden ist, dec alle dichterischen Motive der gewaltigen Blütezeit der deutschen Poesie in seine Musik ausgenommen und sie bis zur äußersten Freiheit und Entfesselung vorgeführt hat. Erst seine Mu>ik loste die dichterische Sprache, die in den Dramen Goethes und Kleists bereits zur herrlichsten Entfaltung gekommen war, der aber immer noch ein gedankenhaftes, noch nicht vollständig zpr Sinnlichkeit des Ausdruckes erreichtes Element anhaftete, zu voller Freiheit und brachte gewissermaßen die in dec Poesie dieser Dramen schlummernde Nllliit zunr Ertönen. Das Orchester spielte das „Prometheus"-finale. können, weil die in BctrMt kommenden Verhältnisse bekannt sind. Ein Beschluß Wr den Termin der NeichstagS- einberrifung liegt überhaupt noch nicht vor. Oberbürgermeister als „kommende Männer". Die Rede, mit welcher der Reichskanzler in Dresden eine Ansprache des Oberbürgermeisters Beutler beantwortet hat, klingt sehr stark an die Ideen an, die bis kurz vor dem letzter: tfrimrat und dem damals eingetretenen Witterungswechsel in maßgebenden Berliner .streifen, als das Programm der Zukunft kolportiert wurden. Es kann, wie man der „Murgdeb. Ztg." berichtet, kein Zufall sein, daß Graf Bülow jetzt in der von ihm'gewählten Form auf die damals zurückgestellten Gedanken zurücktommt und so ist es kein Wunder, daß auch von dem großen neuen Revirement in der Verwaltung, das vor dem Kronrat als in sicherer Aussicht stehend angesehen wurde, wieder viel die Rede ist. „Oberbürgermeister als Minister und Oberpräsidenten": Schon vor der Rückkehr des Kaisers von der Nordlandreife wurde erzählt, daß die Tage des Oberbürgermeistertums der Herren Adickes und Becke r gezählt seien, daß der eine Frankfurt, der andere Köln zum Uebertritt in den Staatsdienst verlassen würde, sobald die für sic geeignete Verwendung gesunden sei. Daß diese Verwendung, auch bei reichlicher Bemessung der bekannten Zulagen, nicht von einem Tuge zum andern möglich ist, liegt bei Berücksichtigung der gegenwärtigen Einkünfte beider Herren aus der Hand. 9coti) einen dritten Oberbürgermeister gibt cs, der als Anwärter auf staatliche Würden Aussicht haben soll: Dr. Giese aus Altona. Graf Waldersee hat wiederholt und schon seit Jahren aus die seiner Ueberzeugung nach besonders geeignete Persönlichkeit des Altonaer Stadtoberhauptes in Berlin nachdrücklich hingewiesen, und auch Gras Bülow, den «sein Sonnner- aufenthalt ja regelmäßig in die Nähe von Hamburg führt, hch für Dr. Giese viel übrig. Schwurgericht. P. Gießen, 30. September. Verhandelt wurde gestern gegen den 21 Jahre alten Streckenarbeiter Heinrich Mandler von Mendorf a. Labn wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit tödlichem Erfolg. Der Gerichtshof war zusammengesetzt aus Landgerichtsrat Schmeckenbecher als Vorsitzenden imd den Landgerichtsräten Wehner und Koch als Beisitzenden. Die Staatsbehörde war vertreten durch den Staatsanwalt Reuß. Die Verteidigung führte Rechtsanwalt Grünewald. Medizinalrat Dr. Habcrkorn wohnte als Sachverständiger der Verhandlung bei. Der Angeklagte erklärt, er sei nicht schuldig und habe in Notwehr gehandelt. Er schildert den die Anklage bildenden Vorfall folgendermaßen: Als er am 8. August d. I. abends kurz nach 9 Uhr in Allendorf in der Luhschen Wirtschaft gewesen und Johannes Ulm ebenfalls in diese dingetreten sei, habe ihm dieser vorgeworsen, er sei Ihm einige Zeit vorher in der Dunkelheit nachgegangen und habe ihn geschlagen. Der Angeklagte will dies, weil es tatsächlich nicht der Fäll war, in Abrede gestellt haben und bemerkte dabei, daß er den Ulm anzeigen wolle, worauf jener ihn mit Schimpsworten beleidigt habe. Die Wirtin, Frau Luh ,welche vom Hofe aus die zur Wirtschastsstube führende niedere Treppe betreten hatte, verwies dem Ulm das Schimpfen, worauf jener ihr entgegnete, sie solle sich nicht einmischen. Der Streit der beiden Männer begann darauf aufs neue, und wieder stieß Ulm die vorher schon geäußerten Beleidigungen aus, woraus die Wirtin sich wieder begütigend sich einmischte. Ulm sprang auf, versetzte der Wirtin einen Shlag mit der Hand ins Gesicht und stieg das Treppchen hinunter, ihm nach der Angeklagte, der chn von hinten packte und zur Tür hinaus beförderte, sodaß der Hinausgeworfene nach vorn aus die Hände fiel und von seinem Gegner noch rechts und links ein paar Ohrfeigen bekam. Der Angeklagte schildert tuiti den unter Anklage stehenden Schluß des Vorfalles in der Weise, daß Ulm sich wieder erhoben und sich angeschickt habe, das Haus wieder zu betreten: dabei halbe er zu ihm gesagt: „Ich steche Dich tot." Er will daun mit der Hand aus gefahren haben und dem Ulm in ab wehrender Weise einen Stoß vor die Must gegeben haben; dieser sei daun rücklings aus das Pflaster umgefallen und sei nicht wieder aufge- stcrnden. Er habe den Ziegungslosen, der ckber nicht tot gewesen sei, ins Haus zurückgetragen und sei nach Hause gegangen. Wenige Stunden später ist der Mann dann in seiner Wohnung, wohin man ihn getragen hatte, gestorben, ohne noch recht zur Besinnung gekommen zu sein. Die einzige Zeugin des Vorfalles, die Wirtin Luh, schildert den Vorfall in U eb er einstimmun g mit dem Angeklagten. Der Schlag, den sic von Mm erhalten habe, so erklärt sie, sei nicht so schlimm gewesen. Daß Ulm den Angeklagten mit Totstechen bedroht habe, hat die Zeugin nicht gehört, wohl aber hat der letztere, als er zum Stoß ausholte, gerufen: „Was willst Du, Mißgeburt, Du willst mich hier zusammenstechen?" — Die Zeugen bekunden übereinstimmend, daß- der verstorbene Ulm ein Schnapstrinker gewesen fei, der öfter schon, wenn er betrunken gewesen sei, mit Messerstechen gedroht habe. Wie der Bürgermeister angibt, hat er seine Frau öfter geprügelt. Wie der Vorsitzende aus Den Men feststellt, ist Ulm wegen Meineids mit Zuchthaus bestraft gewesen, wegen Gewalttätigkeit aber nicht vorbestraft. Dem Angeklagten Aiandler wird das Zeugnis eines fleißigen und ruhigen dReuschen von seinen Arbeitgebern ausgestellt. Außer der Schuldsrage wird vom Gerichtshof den Geschworenen die Frage vorgelegt, ob mildernde Umstände vorlägen. Staatsanwalt Reuß begründet die Anklage. Er will zugeben, daß der Tote ein Trinker und streitsüchtig gewesen fei, auch den Streit in der Luhschen Wirtschaft veranlaßt hat. Aber es handele sich um ein Menschenleben, um das eines Familienvaters, der7—8 Kinder hat, rind der, wenn er auch mit Zuchthaus bestraft war, doch in den 50 Jahren seines Lebens nie wegen einer Gewalttätigkeit bestraft worden fei. Staatsanwalt Reuß warnt die Geschworenen davor, etwa die Strafbarkeit des Angeklagten danach abzuwägeu, daß es ein Trunkenbold gewesen ist, der sein Leben eingebüßt habe. Ganz und gar ohne Grund sei der zweite Angriff des Angeklagten gewesen, der dem Gegner den Tod gab. Es sei ganz unwahrscheinlich, daß Ulm gedroht habe, also könne von einer Notwehr gar nicht die Rede jein, deshalb bitte er die Geschworenen, hier ein Schuldig zu sprechen. Rechtsanwalt Grünewald erklärt, daß es den Geschworenen leicht sein werde, hier ein Nttchtschuldig zu sprechen. Sein Klient habe gar nicht die Absicht gehabt, seinem Gegner eine Körperverletzung beizubringen, er habe dessen Angriff nur abwehren wollen; aber wenn der Angeklagte mir glaubte, einen bevorstehenden Angriff zurückweisen zu müssen, so sei auf Freisprechung zu erkennen. Wenn irgendwo, dann sei im vorliegenden Falle die Tat als Notwehr anzusehen. Sollte der Angeklagte etwa mit der Abwehr so lange warten, bis der zum Streit und zu Gewalttätigkeiten hinneigende ^Nensch seine Drohung zur Tat werden ließ? Rechtsanwalt Grünewald weist darauf hin, daß alle Tage händelsüchtige Menschen in ähnlicher Meise aus dem Wirtshause befördert würden; ein unglücklicher Zufall habe nun dabei mitgefpielt, daß Ulm fein Leben verloren hat. Nach ganz krrrzer Beratung fällten die Geschworenen den Wahrsprrich, der auf Nichtschuldig lautete, worauf der Gerichtshof den Angeklagten fr ei sprach. Aus Slttöl und KunS. Gießen, den 30. September 1903. ** Tages ordrru ngfürdicSitzungderSta db- veror dn eten-Vers ammlung am Freitag, den 2. Oktober 1903, nachmittags 3 Uhr: Tie Eröffnung des Friedhofes am Rodtberg. * * Silberne Hochzeit. Schneidermeister Jost Schneider feiert Mit seiner Gattin am nächsten Freitag silberne Hochzeit. * * Tic Ueb erreichmng der Meisterbriefe findet am Sonntag, den 4. Oktober, vormittags %11 Uhr, im großen Saale des Cafs Leib in feierlicher Weise statt. * * Ter Verein der Gastwirte für Gießen und Umgegend wird am Freitag eine Generalversamnrlung abhalten, um Stellung zu nehmen gegen die der Reichsverwaltung von der preuß. Regierung vorgelegte Novelle Sirr Gewerbeordnung. In hiesigen Gastwirtekreisen erklärt man sich gegen die vorgeschlagene Bestimmung, die den Borg eins chränk en will, welche besonders für unsere Verhältnisse tief einschneidend sein wird-, wenn sie Gesetzeskraft erlangen sollte. Dahingegen wünscht man, daß bei dieser Gelegenheit für den Flaschenbierhandel ebenfalls die Konzessionierung durch Gesetz zur Einführung kommt und will einen dahin zielenden Verbesserungsantrag stellen für den Fall, daß an der Gewerbeordnung re. etwas 'geändert würde. "* Das Abturnen des Turnvereins Gießen fand am vergangenen Sonntag in den Räumen der Turnhalle statt. Schon früh 8 Uhr waren die Turner und ganz besonders zahlreich die Zöglinge angetreten, um im feierlichen Streite ihre Kräfte zu messen. Das Preisturnen, dessen Resultat endstehend bekannt gegeben wird, wurde nachmittags fortgesetzt und nach dessen Beendigung ein Schauturnen an den verschiedenen Geräten vorgesührt, bei welchem 'unsere Turner oft schwierige, aber immer elegant und exakt aus- gefühtte Hebungen zeigten. Abends wurde neben dem üblichen Theaterstück u. a. von der Damenriege ein Fahnenreigen getanzt, der nur dem Leiter, der Riege nicht besonders gefallen zu haben schien, denn er ließ ihn zweimal hintereinander ausführen, was auf das zahlreiche Publikum und namentlich auf die Turnerinnen selbst ermüdend wirkte. Das unvermeidliche Tänzchen schloß die Veranstallung und hielt All und Jung noch lange zusammen. Das Resultat des Prcisturnens war: Aktive Turner (Fünfkampf): Ehrenpreis: Ludwig Adam mit 41% Punkten, 1. Preis: H. Schüttler 39% P., 2. H. Hüttenberger 38 P., 3. L. Schmalz 36% P., 4. R. Schubecker 32% P., 5. E. Krüger SO1/* P., 6. L. Dechett 27% P. — Zöglinge (Oberstufe): Ehrenpreis: Ludwig Bepler mit 72% P., 1. Preis H. Hamel 66% P., 2. H. Baumann 58 P., 3. K. Richter 55 P., 4. F. Weller 52% P., 5. A. Rau 51 P., 6. G. Heilmann 48% P., 7. R. Sparr 45 P. — Zöglinge (Unterstufe): 1. Preis: Aug. Loos 71% P., 2. K. Kühl 70% P., 3. A. Klenk 68% P., 4. W. Heck und Th. Wagner 66 P., 5. W. Scheidt 63% P., 6. W. Rau 61 P., 7. W. Bender 59% P., 8. Th. Müssing 59 P., 9. H. Weiß 58% P., 10. K. Kumpf 58 P., 11. W. Rupp und K. Schneider 57 P., 12. G. Arnold 56 P., 13. G. Horeyseck 52 P., 14. F. Arndt 50% P., 15. F. Meister 50% P., 16. A. König 48% P. w. Bersrod, 28. Sept. Ein äußerst seltenes Jubiläum wurde am vorigen Sonntag in der Kirchengemeinde Winnerod-Bersrod gefeiert. Der Kirchendiener Heinrich Schmitt I. von Winnerod stand am Freitag 50 Jahre im Dienste der Kirche, und es wurde ihm an diesem Tage das silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen durch Provinzialdirektor Dr. Breidert überreicht. Am Sonntag nach Schjüß des Gottesdienstes hielt Dekan Wagner von Grünberg eine herzliche Ansprache an den 72 Jahre alten Greis, welche diesen tief ergriff und auch' auf die Gemeinde ihren Eindruck nicht verfehlte. Auch verlas der Dekan ein vom Grohh. Oberkonsiftorium an den Jubilar gerichtetes Schreiben, worin diesem Worte der Anerkennung und des Dankes, für seine Treue und Gewissenhaftigkeit gewidmet worden sind. Nach Uebcrreichung einer Uhr als Geschenk sang die Gemeinde: „Lobe den Herren", worauf mit Prometheus, nach Aischylos der unsterbliche Gott und Freund der Menschen, der sie mit dem Feuer und den Künsten beschenkte! Wahrlich, die Wahl dieses herttichen Beethovenschen Satzes war klug und sinnig. Und dann kam Goethe! Die Riesenkraft Goetheschen Geistes hat uns neben den gewaltigen Felskolossen „Götz" und „Faust", neben „Tasso" und „Iphigenie", neben „Eg- mont" und „Clavigo" auch das in 3 Tagen geschriebene innig liebliche Schauspiel „DieGeschwrster" geschenkt. Hier blüht eine gar holde Mädchenblume, in deren unschuldigem Herzen unbewußt die Liebe keimt. Die Marianne ist zur Talentprobe gewiß geeignet wie wenig andere Rollen, dennoch wird sie für Eröffnungsvorstellungen wohl zumeist vermieden. Die völlige Gemütsunbefangenheit, die sie erfordert, Pflegt durch das Bewußtsein, daß es gilt, alles Können zu entfalten, daß es eine Entscheidung gilt, leicht beeinträchtigt zu werden. Frl. Hellberg dagegen litt augenscheinlich nicht im mindesten unter diesem Geftchl, das oft mehr zu tun heißt, ols nötig ist. Ihr Spiel war gänz?- lich frei von allem Absichtlichen, Angelegentlichen, Ueber- eifrigen. Dagegen spürte man, namentlich in der Szene mit Fabrice, eigenes Naturell, Herz und Seele. Ja sie ergriff durch all die Einfachheit ihrer echten Kunst, die nichts von Künstelei weiß. Zart die Erscheinung, ängstlich und verschüchtert der Blick, da Fabrice ihr das Jawort abtrotzt, ein Zug von Verttanerthell in der Miene, dabei so einfach der Ton, und kindlich. Man sollte meinen, die so völlig untheatralische, oder sagen wir: nicht theater- hafte Dichtung böte zu lebhaften Beifallskundgebungen feinen Anlaß. Unser Publikum aber empfand, daß uns hier eine feine und eigenartige Begabung entgegengetreten ist, und brach zum Schluß in tosenden Beifall aus, sodaß sich der Vorhang mehrmals erheben mußte. Wir glauben in Frl. Hellberg eine junge Künstlerin von Seele zu besitzen, von zarten Nerven, eine Jinfühlige und empfindsame Natur, von der wir noch gar vieles Schöne erwarten. Herr Acht erber g faßte den schwärmerischen Wilhelm doch wohl allzu sentimental auf, und vor allem zu jünglinghaft. Wenn man seine Beziehungen zu Charlotte erwägt, so muß er ein angehender Vierziger sein! Herr Sandor ff aber fand für Fabrice durchaus den rechten Ton der Ruhe und Be- dachtsamkeit. Nach Kleist und Goethe Schiller! Um das vornehmste deutsche Tichtertriumvirat voll zu machen. Schillers gewaltiges Werk, mit dem sich sein dichterischer Genius auf die lichteste .Höhe erhob durch die Schilderung einer der wichtigsten, wenn auch dunkelsten Epochen der deutschen Geschichic, mit dem er zum Nationaldichter unseres deutschen Vaterlandes ward, klingt an mit einem Gedichte von unvergleichlichem Realismus. Wallensteins Lager ist, um abermals mit Hebbel zu reden, „unstteitig SchUlers glänzendste Dichterfchöpfimg, wie schon der Umstand beweist, oaß Ls Goethe zugeschriebeu werden korntte". In der Tat erllärten die Gegner Schlllers vor hundert Jahren das „Lager" für eine mühselige dtachahmung der Goetheschen Dichtweise. Butthaupt gibt im ersten Bande seiner vor- ttefflichen „Dramaturgie des.Schauspiels" *) leider nur ein paar der zahmsten Pröbchen davon zum besten.^ Ein dänischer Krittler aber meinte ernsthaft, wie ich einst irgendwo las, ein preußischer Feldwebel hätte nach 25 StoÄjieben im Laufe eines Stubenarresttages sich den ganzen Wallenstein aus dem Aermel schüttem können! Unser Publittim ließ sich von Schillers os magna sonaturum packen und zünden und labte sich^ an dem kecken Humor und dem genialen Schwünge, der wett über eüi Genrebild, das es doch eigentlich nur ist, humusreicht. Tic Reden des ersten Kürassiers, die Herr Sandor ff imposant mit schöner Kraft, Männlichkett und Wärme, mit vollem, kräftigem, seltsam dunkeln Organ vortrug, sind gedankenvolle Ergüsse, und echtes Kriegsfeuer lodert in den Reden der beiden Höllischen Jäger, die von den Herren Achterberg und Pichler, trefflich als lebensftohc Glücksjäger aufgefaßt, mtt flammender Frische gesprochen wurden. Der Wachtmeister des Herrn Linz en indessen war eine wahre Prachtleistung. Seine politische Weisheit trug er so selbstgefällig-bärbeißig mit dem köstlichsten Brustton innerster Ueberzeugung vor, mtt so marttattsch gravttättscher Würde, mit so abgrundtief herzhaftem Lagerbierbaß, daß man immer aufs neue über diese Verständnisimrigkett der Charaktergestaltung von Herzen in sich hineinlächeln mußte. Tic Abstimmung dieser ^führenden Mllen verdient besondere Anerkennung, Hier war eine wirksame Steigerung erreich^, wodurch^ die für die ganze Dichtung wachsende Bedeutung der einzelnen (^pofittonstette mtt künstlerischem Tatt betont war. Herr Conradi hiett sich mit der Wiedergabe des Kapuziners an die jetzt fast allgenrein übliche Auffassmrg, die in dem Mönch keinen askettschcn FanattLr sieht, sondern einen lustigen Bruder, der die Menge und sich selber durch» derbe Späße und Wortspiele amüsiert und sich^ weidlich^ über seine Gemeinde lustig macht. In chrer Art gelungene Typen waren noch der Kroat des Herrn Tamke, uud> Herrn Haags Arkebusier, ein Kerl, von dem es wirklich heißen durfte: „Das denkt wie ein sSeifensieder". Was im Rahmen unserer alten Bühne geboten werden kann an Nttlsjenwirk- ung, das war geboten. Es machte den Eindruck ungezwungenen Lebens, in dem jeder einzelnr seinen Weg geht und doch zum Ganzen gehört. Man verspürte etwas von der Wahrheit der Worte: „Und der Geist, der im ganzen Korps tut leben, Reißet gewaltig wie Windesweben Auch den kleinsten Reiter mit." *) 6. Ausl. 189.7, Oldenburg, Schützesche Hofbuchhdlg. Zuwetten griff während der Aufführung die Regie auf- munternd und ordnenp ein, was sie möglichst unbemerkt und immer mit Erfolg tat. Die Gruppen im Vordergründe, um den Tisch oder um das Faß, auf dem der Kapuziner stand, und dann auch beim Schluß waren bei jeder neuen Episode immer neu belebt und malerisch bewegt — noch mehr z. B als bei der Aufführung des Lagers in Frankfurt bei Gelegenheit der Eröffnung des neuen Schauspielhauses. Und wie Frl. Hellberg eine weit bessere Marianne ist als Frl. Jrmen in Frankfurt, so überragte der Wachtmeister des Herrn Linzen den des Herrn Szika. Ein Winterlager bot man ja hier ebensowenig wie in Frankfurt (ebensowenig auch Winter ko stüme im „Zerbrochenen Krug", dessen Handlung sich am 1. Februar abspiett; vgl. Marthe Rulls Bemerkung von chrcm Geburtstag!) Aber weit besser verteilt waren hier die Massen. Zu Wallensteins seligen Zeiten brauchte man viele Soldaten — heute auch, und nimmer scheint man genug zu bekommen! Eine Darstellung des SckMerschien Gedichts kann ebenso mehr Personen vertragen, als hier aufgeboten wurden — nicht aber, soll's nicht gedrängt und gedrückt erscheinen, unsere Bühne! Und so war denn mit den vorhandenen Kräften das reisige Kriegsheer des Friedländers ganz genügend markiert. Es mag für Herrn Direktor Steingoetter, der an diesem ersten Abend seiner hiesigen Wirksamkeit eine eminent schwierige Aufgabe zu lösen hatte, eine rechte Freude gewesen sein wahrzunehmen, welcher begeisterte Beifall nach« jedem der drei Akte gespendet worden ist. Er entsprach dem echten künstlerischen Genuß, dessen wir teilhaftig geworden sind. Und> so betrachten wir denn die gestrige Vorstellung als eine reichliche Wschlagszahlung, als eine wertvolle Anweisung auf dcls Kommende. P. Witt ko. — Heute, am 30. September wird Rudolfv. Gottschall, einer der Veteranen der deutschen Schriftstellerwelt, 80 Jahre alt. Der einst gefeierte Dramatiker, revo- luttonäre Lyriker und Freiheitskämpfer, der als Student und junger Dr. jur. zu Anfang der 40 er Jahre des vorigen Jahrhunderts mit dem um 4V2 Jahre älteren Dr. Phil. Wilhelm Jordan von Königsberg aus seine Sturmlieder in die Welt sandte, hat von feinem einstigen Feuer noch manchen Funken bewahrt; rüsttg schafft er trotz seines Greisentums immer frisch und munter weiter und steht ungebrochen im aufreibenden Dienste der Leipziger Tages- journalisttk. Von seinen zahlreichen Theaterstücken hat sich das Lustspiel „Pitt und Fox" am besten auf dem Repertoire der d eutschen Bühnen gehalten. Von seinen vielen sonstigen Schriften sind seine elegant geschriebenen, aber uufei'm modernen Geschmack nicht mehr recht zusagenden dramaturgischen und ltteraturhlstorisch>en Werke am meisten gelesen- Erteilung des Segens die Feier ihren offizLelLn Wfchttrß fand. § Hattenrod, 28. Sept. Sein fünfzigjähriges Jubiläum als Gemeitldeeinnehmer und zugleich sein vierzigjähriges als Kirchen Lassenrechner feiert im November unser RÄ)ner Schäfer, aus welchem Anlaß eine größere Ferer unter allgemeiner Beteiligung der Gemeinde geplant ist. Schäfer, der bereits die Mitte der 80er überschritten hat, erfreut sich bester Rüstigkeit. § Butzbach, 29. Sept. Oberposttnspekbor Naumann von Darmstadt weilt seit mehreren Tagen hier zur Information über die durch den Neubahnbau erforderlicher! Aender- ungen der Telegraphen- und Fernsprechleitungen, sowie über zweckmäßigere Zuteilung von Orten bezw. Hilfsstellen an Hauptpostämter 2C. — Gegenwärtig finden in unserer Gegend die Obstversteigerungen durch die Gemeinden statt, wobei recht gute Preise erzielt werden; so kostete z. B. der Doppelzentner Aepfel 12 bis 16 Mark. l. Fr iedb er g, 28. Sept. Heute nachmittag war die städtische Seewiese hier der Schauplatz einer sehr interessanter! Brand-Dernonsttation. Eine große Menge hatte srch versammelt und auch die Vertteter des Stadtvorftan- des, der Militär- und Postbehörde, sowie des Feuerwehr- Kormnandos waren erschienen, um einer Feuerlösch- probe mit dem Hand lös chappavate ,Minimax" bei- zuwohneu. Zuerst wurde eine ca. 12 Quadratmeter große Teerfläche in, Brand gesetzt. In ein paar Sekunden entwickelte sich ein gewÄtiges Feuernteer mit undurchsichtig gen mächtigen Rauchmassen; die Hitze war dabei so groß, daß die Zuschauer bis auf ungefähr 20 Meter von dem Brandobiekte zurückweichen mußten. Der Handlöschappw- rat wurde in Tättgkeit gesetzt und verblüffend war das Resultat. In 8 Sekunden war der gewaltige Brand vollständig gelöscht, der Rauch und Qualm spurlos verschwun- den. Darauf tour de dann eine mit Holzlatten angefüllte, mit Teer bestrichene und mit Pettoleum getränkte 4^2 Meter große, 3 Meter hohe Bretterbude angesteckt. Nachdem auch bei diesem Brandobjekt gewaltige Feuermassen gen Himmel schlugen, trat der Hand lös chapparat „Minimax" abermals in Tätigkeit. In 14 Sekunden war dieser so- geuanute Raumbrand ebenfalls gelöscht. Der , Apparast glmcht einem kleinen Zuckerhut. Au der Seite befindet sich ein Handgriff, au der Spitze ein kleines Loch aus welchem sich das Wasser ergießt. An der oberen breiten Flächje ist ein Druckttwpf angebracht. Durch einen Schlag auf diesen Knops wird eine in dem Apparat befindliche Glaskugel, in welcher sich eine Säure befindet, eingeschlagen. Diese Säure ergießt sich in das mit Wasser und Salzen gefüllte Innere. Sofort entwickelt sich im Apparate eine Vdenge Kohlensäure, die bewirtt, daß das Wasser in einem 10 bis 14 Meter langen, unausgesetzt wirkenden Strahl dem Behälter entströmt. Bei Ausbruch eines Feuers ist dieser Handlöschapparat wegen seiner großen Leichtigkeit selbst von einem Kinde in Tättgkeit zu setzen. Die ausströmende Salzlösung ist vollkommen unschädlich für jedes Mäterial, auch für die Haut der ALenschen, und die mitgesührite Kohlensäure verursacht stets erstaunliche Wirkungen ohne Wasserschaden. Brennende Oel-, Zelluloid-, Petroleum-, Teer-Massen uHv. sind in einigen Sekunden gelöscht durch diesen Apparat. — Auch in Gießen wird voraussichtlich am 12. Oktober eine Löschprooe mit dem Apparate ^Mi- nimax" stattftuden. k. Nidda, 29. Sept. Heute fand in dem Gasthaus „Gambrinus" hier die Kreis lehr er konferen z des Kreises Büdin gen unter dem Vorsitze des Kreisrats Bock- manu und im Beisein des Krelsschulinspektors Buß, des Landtaasabgeordneten Erk und des Pfarrers Hildebrandt- Echzell statt. Dem von Herrn Kreisschulinspektor Buß erstatteten Bericht ist zu entnehmen, daß zurzeit im Kreise 71 Schulen mit 110 Schulklassen und ebenfalls HO Lehrer vorhanden sind. Tie Anzahl der Schulkinder bettägt 6630. 182 mehr als im Vorjahre. Davon 3306 Knaben, 3324 Mädchen. Auf eine Klasse kommen durchschnittlich 60,3 Schüler. Eine neue Schulstelle wird in Kürze in Oberwioders- heim errichtet. Nachdem der geschäftliche Abschnitt erschöpft war, referierte Lehrer Frank- Langenbergheim über: „Der Lehrplan in der Fortbildungsschule." R. B. Darmstadt, 29. Sept. Die Abreise des Zaren nach Wien zum Besuch des Kaisers von Oesterreich und zur Teilnahme an der Jagd bei Schönbrunn ist heute nachmittag 5 Uhr programmgemäß erfolgt. Die Zarin und der Groß- Herzog geleiteten den Zaren in einem offenen Zweispänner zum Bahnhof, wo sich auch Prinz Ludwig von Battenberg und mehrere der ersten Hofbeamten eingefunden hatten. Der russische Minister des Aeußern, Graf Lamsdorfs, und die Herren des Gefolges, Generaladjutant, Generalleutnant Free- dericksz, Generaladjutant, Generalleutnant Hesse, Leibarzt Geh. Rat Dr. v. Hirsch, Generalmajor Mossolosf und Kapitänleutnant Graf Heyden waren bereits am Bahnhof versammelt. Der kaiserliche Sonderzug trifft Mittwoch vormittag 10 Uhr in Wien ein. Am Sonntag vormittag 10 Uhr gedenken der Zar, Graf Lamsdorff und Gefolge wieder in Darmstadt zurück zu fein. Im Laufe des gestrigen Tages hatte das Zarenpaar u. a. noch den preußischen Gesandten Fürst Hohenlohe -Oehringen, den englischen Gesandten Mr. Herbert und den russischen Gesandten Fürst Koudaschesf empfangen. Eb. Darmstadt, 30. Sept. Zn der im Sommer n. I. auf der Mathildenhöhe zu Darmstadt nach Entwürfen der Darmstädter Künstlerkolonie stattfindenden Ausstellung dreier mit Jnnen-Ansstattung versehener Wohnhäuser sind bereits zahlreiche Beteiligungsgesuche von Geschäften aller Art eingelausen. Bei der beschränkten Zahl der für die Ausstellung auszustattenden Räume dürfte es sich für diejenigen Firmen, welche noch an der Ausstellung teilnehmen möchten, empfehlen, baldigst ihrle diesbezüglichen Wünsche zur Kenntnis der Großh. Kabinettsdirektton zu bringen. Gettchlssaal. Berlin, 29. Sept. In dem Prozeß gegen den Staatsanwaltschaftssekretär Baganz und Genossen wegen Amtsverbrechens wurde Baganz zu vier Jahren Zuchthaus, Frau Baganz zu sechs Monaten Gefängnis, Aufrecht zu 600 Mk. Geld» strafe event. 60 Tagen Gefängnis, Bruckmüller zu drei Monaten Gefängnis, Eduard Sand zu eurem Monat Gefängnis zusätzlich, Hoermann zu vier Monaten Gefängnis, Polzin zu 300 All. Geldstrafe event. 30 Tagen Gefängnis verurteilt. Justtzrat Raetzell wurde freigesprochen. Kiel, 29. Sept. Der GerlchtSyerr z. Instanz, Prinz Heinrich, hat das U r t e i l g e g e n H ü f s e n e r b e st ä t ig t, womit dasselbe Rechtskraft erlangt chat. Leipzig, 29. Sept. DaS Lberlandesgerrcht Dresden lehnte die Haftbeschwerde der sozialdemokratischen Redakteure Lüttich und Hellmann und des Metteurs Schmidt ab. Das Verfahren wegen Majestätsbeleidrgung ist eröffnet, mich gegen den freigelassenen Schöpflin. Arbeiterbewegung. Berlin, 29. Sept Anläßlich des Streikes der Omni b u s - A n ge ste l l t e n kam es gestern, abend zu mehreren Zwischenfällen. Auf einzelnen Linien wurden die im Verkehr befindlichen Wagen mit Johlen und Schreien empfangen, worauf sich Tausende von Menschen ansammelten und die Schutz- Mannschaft Mühe hatte, bie Ordnung aufrecht zu erhalten. Als einige der ärgsten Schreier von Polizeibeamlen zur Wache gebracht wurden, nahm der Lärm noch zu. TieFenster mehrerer Wagen wurden ei «geschlagen und die Fahrgäste belästigt. Auf einigen Linien mußte abends der Betrieb eingestellt werden. Die Direktion hat heute früh dem Einigungsamte des Gewerbegerichtes mitgeteilt, daß sie Verhandlungen in Sachen des Streiks adle h n e. Eine Abordnung der Ausständigen ist vom Oberbürgermeister Kirschner empfangen worden, der ihnen zusagte, sich ihrer Sache anzunehmen. Familien Nachrichten. Gestorben: Herr Ludwig Kaufmann, Bingen. Wer dauernd frei bteiöen will von Nervosität, Herzklopfen und Verdauungsstörungen, der gewöhne sich den regelmäßigen Genuß von starkem Bohnenkaffee, ab und mache den gänzlich unschädlichen, leichten und milden, dabei voll- und wohlschmeckenden Kathreiners Malzkaffee zu seinem täglichen Frühstücks- und Vesper - Gettänk. Wer flickt gern W äsche ? Niemand! Jede Hausfrau oder Mädchen wünscht sie möglichst lange zu erhalten, und trotzdem achten die Meisten nicht darauf, welche Waschmittel sie zum Waschen und Kochen ihrer Kleidungsstücke und Geräte verwenden, sondern lasten sich irgend ein Waschpulver ii. s. w., welches vielleicht stark schädliche Stoffe enthält, blos, weil es einen Pfennig billiger ist, als die bewährte Gioth's gemahlene Kernseife mit Salmiak und Serpentin, aufdrängen. Gioth's gemahlene Kernseife, für bereit Unschädlichkeit der Fabrikant garantiert und welche hohe Waschkraft besitzt, kostet per Packet 15 Pfg. Fabrikant: I. Gioth, Hanau a. M. 3735 Iie Luft ist kühl und es dunkelt ®und mit der schönen Jahreszeit ist's vorbei. Da heißt's denn, auf der Hut ein und Erkältungserscheinungen gleich von An- U fang an bekämpfen, damit nicht ernste Erkrankungen daraus • entstehen. Fay's ächte Sodener Mineralpastillen leisten dabei erfahrungsgemäß ausgezeichnete Dienste, sie sind dabei W billig, in der Anwendung angenehm und sie üben neben der • wohltätigen Wirttmg auf die Rachenschleimhäute und die Lungen auch den günstigsten Einfluß auf den Magen aus. Preis 85 Pfg. per Schachtel, überall erhältlich. 6911 Derdiugung von Drainagearöeiten. Für die Feld Vereinigung Gießen, rechts der Lahn, sollen die zur alsbaldigen Ausführung vorgesehenen Drainagearbeiten — cq. 32 500 Meter — und das Anfahren der Röhren — ca. 4180 Zentner — im Wege schttftlichen Angebots vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen bei der unterzeichneten Behörde zur Einsicht auf. Angebote haben in Prozenten des Voranschlags zu erfolgen. Die Offerten sind verschlossen und portofrei, mtt entsprechender Aufschrift versehen, bis Montag, de« 5. Oktober d. Fs., vormittags 11 % Uhr, bei der unterzeichneten Behörde einzureichen, woselbst auch deren Eröffnung um ine angegebene Zett in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter stattfindet. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, am 24. September 1903. 7238 Großh. Knlturiuspektiou Gießen. W i ß m a n n._______________________ Derdmgung von Drainagearöerten. Die für dieses Jahr zur Ausführung vorgesehenen Drainage- arbeiten in der Gemarkung Langsdorf — ca. 37 000 Meter — sollen Montag, den 5. Oktober d. Js., nachmittags 3 Uhr, auf dem Rathause zu Langsdorf durch öffentliches Ausgebot vergeben werdeu. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Langsdorf zur Einsicht offen. Gießen, den 24. September 1903. 7W9 Großh. Kulturiuspektiou Gießen. 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Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des alten Friedhofes aus statt. Die Parterre-Wohnung meines Hauses, Gutenberg, strastc 30, ist zum L April 1004 evtl. 1. März zu ver- mieten. [7343] Mylius. Äu 3-ZiNllMWhNW zu verm. [6948] SeUcrsrveg 2. 04727] Eine kleine Wohnung zu verm. Näheres Seltersweg 56. 04733] Kleines Logis zu ver> >mieten____________Neustadt 27. Wut MlWöeumijMg KU verm. [04735] Schützenstr. 7. Logis, 3, 4 u. 5 Zimmer mit Zubehör zu vermieten. 142 L. Huhu, Bleichsrraße 16. 160] Zu vermieten fremidliche 5-Zimmerrvohnung mit Zubehör. Klein & Doemling, Hofmannftr. 6. 2873] Erne 4-Zunmerrvohnung nebst Zubehör tm 2. Stock per sofort zu verm. Steinstr. 67, II. ^ÄöWkg zu veMicte«. Durch die Versetzung des Herrn Oberstabsarztes Dr. Schrade ist dessen seitherige, im dritten Stock gelegene Wohnung (Neuenweg 39 gegenüber dem Schüler'schen Garten), bestehend aus 7 Zimmern und sämtlichem Zubehör, sowie Badeemrichtung, per sofort oder später zu vermieten. 3520]_______Ehr. 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