Nr. 150 •rfftetnt täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kekflschen Landwirt die Gießener Familien« blätter viermal in der Woche betgelegt. -totattonSdruck u. Verlag der Brüh lachen Unwer1.-Buch-u.Stem- druckerei (Pietsch Erben) Äebattton. Erpedittoa und Druaerrtr Gchnlstraße 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gieße«. Fernsprechanschluß Nr. 5L Erstes Blatt. 158. Jahrgang Dienstag 30. Juni 1903 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger v ** Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen ve-nasprei», monaluchvbPf^ viertel- jährlich Ml. 2JO; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Me.L— viertel- iährl. auSfchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Lagesnummer bis vormittag» 10 Uhr. ZeilenpretS-iokallLP^ au»wärt» 20 Pfg. Verantwortlich für den poltt und allgem. Tetlr P. ®Ut!o: für „Stadt und ticmb* und .GerichtSsaalE: August Götz; für den Anzeigenteil: Han» Beck. Krastdent unb Yapst. Der Tag des Besuches König Viktor Emanuels in Paris rückt immer näher; die Hauptstadt will ihrem Gap einen prunkvollen Empfang bereiten. Eine einschneidende politische Bedeutung scheint man gleichwohl dem Besuche nicht beizumessen. Es wird in den französischen Blättert: mehr auf den Höflich keitsakt hingewiesen, daß der Herrscher aus dem Hause Savoyen dem Präsidenten zuerst seine Aufwartung mache. Der Besuch des Königs in Paris ist denn auch, in der Tat politisch weniger bedeutsam, als der Gegen- besuch den Loubet bald darauf in Rom ab statten toirb. Nicht sowohl des Quirinals, als des Vatikans wegen. Dis Frage, ob Präsident Loubet bei seinem Aufenthalt in Rom mit dem Papst eine Begegnung haben wird, ist von entscheidender Bedeutung in doppelter Hinsicht. Einmal für die tirchenpolitischen Beziehungen des Vatikans zu Frankreich Die Kardinale haben gelegentlich des Besucbes Kaiser Wilhelms in Rom kein Hehl daraus gemacht, daß sie und mit ihnen das Oberhaupt der katho- Uschen Christenheit ernstlich bekümmert und besorgt sind wegen der kirchen feind liehen Politik der Regierung Frankreichs, jener „ältesten Tochter der Kirche". Deutschland, so hieß es, stehe int Begriff, die Republik aus der Lieblingsstellung beim Vatikan zu verdrängen. Wie peinlich müßte es nun für Loubet, einen persönlich gläubigen Katholiken sein, trenn er, was unausbleiblich wäre, mit dem Papst über die kirchenfeindliche Politik des Ministeriums Combos sich zu unterhalten hätte. Loubet würde nicht als Privatmann, sondern als Vertreter der Staatsgewalt sich im Vatikan befinden und demgemäß nicht in der Lage sein, die antiklerikale Politik des Kabinetts, dessen Rücktritt aus sich warten lassen dürfte, vor dem Papste zu mißbilligen. Er würde sie aber auch nicht gutheißen können, denn der Papst würde wohl mit Recht darauf hinweisem daß sie in Widerspruch steht mit dem Konkordat, mit der Tatsache, daß der Vatikan itt Frankreich durch einen Nuntius, Frankreich am Vatikan durch einen Botschafter vertreten ist. Bleibt nun aber Präsident Loubet dem Vatikan fern, so müßte das eine Aenderung der kirchen- politischen Beziehungen zwischen letzterem und der Republik int Gefolge haben, die nur auf eine Kündigung des Konkordats hinauslaufett könnte. Auch für den Papst schafft der Besuch Lvubets in Rom eine schwterige Lage. Der Präsident kommt als Oberhaupt eines katholischen Staates an den italienischen Kö- niashof, kann also bei dieser Sachlage vom Papst eigentlich nicht empfangen werden, da letzterer das römische Königtum als zu Recht bestehend nicht anerkennt, in dem Träger der Krone vielmehr eine Persönlichkeit sieht, die eine dem Papst zu kommende weltliche Macht sich widerrechtlich angeeignet hat Kaiser Wilhelm und König Eduard als protestantische Herrscher konnten Besuche im Quirinal uni) Vatikan ohne Weiteres verbinden. lÄnPfängt nun aber der Papst den als Gast des Hauses Savoyen in Rom weilenden Präsidenten der Republik, so muß dies am Wiener Hofe Befremden erregen, oder den Besuch auch Kaiser Franz Josephs in Rom zur Folge haben, der, wie wir bereits gestern kurz erwähnten, in Aussicht stehen solle, was indes nicht sehr glaublich ist, Volttische Tagesschau. Ein Sozialdemokrat im Reichslagspr'äfidmm. Wir meldeten bereits, daß die sozialdetnokratische Reichstagsfraktion für das Amt des ersten Vizepräst- denten des Reichstags einen Kandidaten präsentieren wird Es ist nicht glaublich, daß bereits ein Beschluß in dieser Htnsicht vorliegt, denn die Fraktion ist ja nicht versammelt Würde aber beispielsweise Abg. Singer Vizepräsident, so könnte das wohl zur Aufrechterhaltung der Ordnung tut Hause beitragen. Auch ein von der äußersten Linken gestellter Präsident hätte die Verpflichtung, mit allen verfügbaren Mitteln Tumultszenen zu verhindern, wie sie bei den Zolltarifdebatten sich ereignet haben. Singer ist auch nicht der Mann, sich irgendwelche llnbotmäßigkeit oder einen Widerspruch gefallen zu lassen; seine Energie ist, ebenso wie seine satirische Schlagfertigkeit zur Genüge bekannt Die konservative „Kreuzztg." verwahrt sich dagegen, daß ein Sozialdemokrat im Reichstagspräsidium vertreten sei. Doch scheint es^ nicht ganz ausgeschlossen, daß das Zentrum mit seiner Ltimmenzahl in Verbindung mit den freisinnigen Gruppen die Kandidatur der zweitstärksten Partei durchbringt Nur wird in diesem Falle wohl kein konservativer zweiter Vizepräsident sich ftnden lassen. Eher ein nationalliberaler. Der sozialdemokratische Wahlsieg m Sachsen ist nicht in letzter Linie darauf zrrrückzuführen, daß das 1896 eingeführte Dreiklassenwahlrecht eine Vertretung der breiten Massen im Landtage unmöglich macht und gebildete, aber nicht mit Glücksgütern gesegnete Kreise von einen: Einfluß aus die Landtagswahlen so gut wie ganz ausschlicht. Tie Mißstimmung hierüber war bis tief hinein in das Bürgertum gedrungen. Jetzt, wo man die geradezu verblüfsencwn Folgen jener Wahlrechtsänderung vor Augen sieht, scheint auch in Sachsen der Ruf: „Fort mit den: Klas s en Wahlrecht!" allgemein zu werden. Auch die konservativen „Dresd. Nachr." erheben jetzt die Forderung, das Wahlgesetz unter Garantien gegen eine Majorisierung der Landesvertretung durch die Sozialdemokratie zu reformieren. König »Georg hat am Abend des Stichwahltages gesagt, er wisse, daß nicht alle, die sozialdemokratisch gewählt hätten, Sozialdemokraten seien. Das wird sich nach einer Aenderung des Wahlrechts zeigen, nachdem dann den Mittelparteien umfassendere Möglichkeiten gegeben find, sich im Landtage zur Geltung zu bringen. Deutschland und Sanaba vor den englischen PearS. London, 29. Juut Jrn englischen 'Oberh ause fragte am Montag Portsmouth Lord Lansdowne, ob die Regierung beabsichtige, dem Parlamente Vorschläge zu unterbreiten, die Deutschland veranlassen sollen, feine Zolltarifreglements bezüglich Kanadas abzu- ändern. Ward erklärt, die Frage der Tarifarrangements zwischen Deutschland und Kanada sei dringend. In einer früheren Beratung im Oberhaus habe Camperdown durchblicken lassen, Deutschland habe in einer Weise gehandelt, bte nach jeder Hinsicht ungehörig, unnötig und feindlich gegen Kanada sei. Es würde sehr unheilvoll fein, wenn ein falscher und unbilliger Eindruck hm sichtlich des Verfahrens seitens Deutschlands in dieser Sache hervorgerufen werde. Deutschland habe Kanada als getrennte Finanzeinheit behandelt. Nach feiner Ansicht sei es im Recht gewesen, dies zu tun. Loro Aberdeen hofft, Lansdowne werde eine Erllärung abgeben, die geeignet sei, den Eindruck zu verwischen, daß das jüngste Vorgehen Deutschlands hinsichtlich Kanadas derart sei, daß es das Gefühl des Verletztseins seitens Englands rechtfertige. Lord Lansdowne hebt hervor, erhöbe bereits früher sich gegen die Annahme verwahrt, baß der deutschen Regierung in ihrem Vorgehen in dieser Sache eine Feindseligkeit beizumessen fei Auf die allgemeine Finanzlage übergehend, erklärt Lansdowne, er wünschte, daß die Frage mit offenem Sinne geprüft werde, und daß England bemüht sein sollte, fest- zustellen, ob es möglich sei oder nicht, eine engere Finanzunion mit den Kolonien herzustellen, um letztere zu schützen, falls sie über Behandlung infolge England gewährter Vorzugstarife unterworfen würden, uni) Mittel zu finden, die britische Industrie gegen jene Art unbilliger Konkurrenz, die er in einer früheren Rede erwähnt habe, zu schützew In Bezug auf den Fall mit Deutschland wünsche' er nicht der Debatte vorzugreifen, die durch Veröffentlichung des Schriftwechsels hervor gerufen werden könnte. Aber er halte an der Ansicht fest, daß das Verhältnis zwischen Deutschland und Kanada von der britische:: Regierung nicht anders als ernst betrachtet^verden könnte. Lord Ziosebery ergeht sich in Sticheleien gegen die Regierung wegen der im Kabinett herrschenden Meinungsverschiedenheiten. Er glaube, die llntersuchung der Finanz- ftagen sei jeA nötig. Rosebery bringt' darauf, daß die Untersuchung öffentlich geführt werde. Die Freundschaft mit Amerika. Man schreibt uns aus Berlin, 29. Juni: Nach Berichten aus Newyork findet m den Vereinigten Staaten die herzliche Ausnahme des amerikanischen Geschwaders in Kiel allseitige lebhafte Anerkennung. Sogar Blätter derjenigen Presse, die der „gelben" zugerechnet wird, schlagen einen feit langem nicht gewohnten fteund- schaftlichen Ton Deutschland gegenüber an. Wenn es nur |o bliebe! Man kann sich keiner großen Hoffnung hin- geben, wenn man sich in die Erinnerung zurückruft, wie hoch die Wogen der Begeisterung gingen bei dem Besuch des Prinzen Heinrich in den Vereinigten Staaten. Ein Enthusiasmus sondergleichen von Newyork bis San Francisco. Der Rückschlag — ohne jede Schuld auf deutscher Seite — war doppelt empfindlich. Eine neue Abkühlung unserer Freude ist zu befürchten, sobald Deutschland daran geht, ferne Handelspolitischen Beziehungen neu zu regeln. Berufs- und Gewerbestatistik. Zn Anfang dieses Monats tagte zu Konstanz eine Konferenz, die sich Züchter anderem auch mit der nächsten Berufs- und Gewerbestatistik beschäftigte. Für deren Mo- yaUtät macht Professor Werner Sombart in Breslau, der Verfasser des vortrefflichen Werkes „Die deutsche Volkswirtschaft im 19. Jahrhundert' (Bondi in Berlin), in der „Soz. Praxis" einige beachtenswerte Vorschläge, die auf die Vereinfachung und Verbilligung dieser Zählung ab» zielen. Professor Sombart ft eilt dabei die Frage zur Diskussion, ob sich die Berufszählung nicht besser an die Volkszählung als an die Gewerbezählung cm gliedere. Danach würde die Berufsstatistik im Winter, die Gewerbe- tatistik im Sommer vorzunehmen sein; letztere könnte aber rach seiner Ansicht sehr vereinfacht werden; eine landwirt- chaftliche Betriebsstatistik brauche erst wieder im Jahre 1910 ober 1915 ausgenommen zu werden. Durch seine Vor- chlöge glaubt Sombart die Kosten für die Berufs- und Gewerbestatistik um einige 100 000 Mark, wenn nicht Millionen, verringern zu Eönnen, wodurch das Hauptbedenken gegen die Wiederholung der Statistü. schon im Jahre 1905 entfalle. Deutsches Keich. Berlin, 29. Juni. Ter Kaiser bewilligte für den Bau einer Kaiser Friedrich-Gedächtniskirche in Liegnitz ein Gnadengeschenk von 50000 Mark. — Die kaiserlichen Kinder Prinzeß Viktoria Luise und Prinz Joachim machten in den letzten Tagen von Kabinen bei Elbing aus wiederholt Ausflüge in Begleitung der bei ihnen auf Besuch wellenden hessischen Prinzen auf der Jacht „Radaune". Sie besuchten auch das Heine Bad Kahlberg. Der kleinen Prinzessin wurden bei dieser Gelegenheit Rosen von einer Dame überreicht. Den kaiserlichen Kiirdern erteilt Oberlehrer Dr. Porger Unterricht. — Dem kaiserl. Oberhof- und Hausmarschall und Oberzeremonienmeister Grasen zu Eulenburg wurde die Erlaubnis gewährt, das ihm verliehene Großkreuz des päpstlichen Piusordens zu tragen. — Die vom preuß. Minister des Innern eingeleitete Untersuchung der Beschwerden über Wahlunregelmäßigkeiten irn zweiten Berliner Wahlkreise soll nach der „Pr. Korr." ergeben haben, daß in der Tat mehrfach für Verstorbene oder Inhaftierte, deren Namen sich in den Wählerlisten vorfanden, Stimmzettel abgegeben worden sind. Dagegen ist noch nicht aufgellärt, was es mit der Behauptung über die Beteiligung von Wählern, die von der Post als „verzogen, wohin unbekannt" bezeichnet worden, auf sich hat. Auch in dieser Richtung sind Ermittlungen im Gange. Ueber die Person der Schuldigen fehlt einstweilen jeder Anhalt; es läßt sich auch nicht behaupten, welcher Partei der Unfug zu gute gekommen ist. Es gilt nicht für ausgeschlossen, daß ähnliche Schiebungen bereits bei früheren Wahlen vorgekommen und diesmal nur zum erftenmale beobachtet worden sind. Jedenfalls wird das Erforderliche geschehen, volles Licht in diese Angelegenheit zu bringen. — Abg. Bebel hat am Vorabend der Stichwahl, am vorigen Donnerstag, in einer großen Volksversammlung in Karlsruhe eine Rede gehalten und darin nach der „Bad. Presse" wörtlich erklärt: „Die Sozialdemokratie wächst Ihnen allen schließlich über den Kopf. Der Zu tuns ts- ftaat ist viel näher, als Sie (&u den vtationallibe- ralen gewendet) denken, und Ihrer aller Untergang weit näher, als Sie selbst ahnen." In Bezug aus die Handelsverträge äußerte Bebel: „Wir wollen keine Handelsverträge, es sei denn, die Tarife werden revidiert. Wir sind stark genug, um im Reichstag die Revision zu erzwingen." — Es gilt jetzt als feftgestellt, daß der antifemi* trsche Pfarrer Krösell in Pyritz-Saatzig in der Stichwahl gewählt worden ist durch die U n t e r st ü tz u n g der Sozialdemokr atie. Dafür hat er in Stettin den Sozialdemokraten zum Siege verholfen durch Abkommandierung seiner Parteigenossen zur Stimmabgabe für den Sozialdemokraten gegen Brömell — Die „Kreuzztg." berichtet, daß für den Antisemiten Krq- sell die Stargarder Juden als das kleinere Uebel gestimmt haben. Ausland. Paris, 29. Juni. Die Kammer nahm trotz Opposition des Ministers Mougeot die Erhöhung des Einfuhrzolls für Rindvieh auf 30 und 20 Franken Maximab- und Minimalsatz an. \ * Vulpera (Schwerz), 29. Juni. Eine Anzahl Mitglieder der Bundesversammlung, welche an der Feier der Eröffnung der ALbulabahn teilnahmen, wurden hier beut preuß. Kriegsminister v. Goßler vorgestellt. Na- tronalrat Vigier (Solothrrrn" toastierte beim Bankett, dem auch Herr v. Goßler beiwohnte, auf die guten Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland. Herr v. Goßler bemerkte in seiner Erwiderung, er nehme dauernd teil an der Vergangenheit und der Zukunft her Schweiz, die er nicht nur wegen ihrer Landesschönheiten, sondern auch um ihrer Bewohner willen liebe. Konstantinopel, 29. Juni. Die Pforte teilte dem östreichisch-ungarischen und dem russischen Botschafter mit, daß eine aus Bulgarien gekommene Bande von 80 Personen den Ortsoor st eher von Leschko, im Kreise Dschn- maja, entführte und ermordete, weil er Mitglieder des Llomitees verraten hatte. — Die offiziellen Beziehungen zwischen der Türkei und Serbien sind wieder auf genommen worden und der türkische Gesandte, kehrt nach Belgrad zurück. Aus zuverlässiger serbischer Quelle verlautet, Bulgarien verhandle mit Serbien über eine Entente in der maeedonischen Frage. Die Pforte sei benachrichtigt worden, daß eine neue makedonische Bewegung bevorstehe. Aus sicherster Quelle erfährt man aus Sofia, daß Rußland und Oesterreich nach der Protestnote Bulgariens gegen die türkischen Provozierungen an der Grenze chren Vertretern strenge Ordre gegeben haben, bei der Pforte ernsthafte Schritte zu tun, um bieje zu veranlassen, ben erngeschla- genen Weg aufzugeben Aus Sluöl unö Land. Gießen, 30. Juni 1903. ** Juristische Fakultätsprüfung. Zu dem Bericht über die juristische Fakultätsprüfung an der hiesigen Umoerfität ist nachzutragen, daß Herr Johann Falk aus Mainz das Examen mit der Note 3, Herr Meier Bodenheim er aus Darmstadt dasselbe mit Note 2 bestanden hat. " Von der Jagd. Mit dem 1. Juli ist die Jagd auf Wildenten, Kibitze Trappen, Brachvögel und Schnepfenarten wieder offen. ** Das Militürkonzert des Trompeterkorps des 1. Oberels. Feldartillerie-Regiments Nr. 15, das heute abend unter Mitwirkung des Kammervirtuosen L. Kümmel vom Hostheater in Darmstadt in Steins Garten stattfinden wird, verspricht den Besuchern einen schönen Abend, da nach dem Gewitterregen, der heute früh niederging, das Wetter sich hübsch aufgeklärt hat uud wieder eine angenehme Temperatur herrscht. t. Beuern, 28. Juni. Ein hiesiger junger Tischler türzte zwischen Saasen und Winnerod mit seinem Rade so unglücklich, daß er bewußtlos liegen blieb unb von einem oorbeifahrenden Wagen nach Hanse gebracht wurde. )( Beuern, 29. Junc." Der hiesige Beter anen- Verein feierte gestern und heute sein 30. S t i f t u n g s- bis 35 Jahre alte Tote einen dünnen Strick um den Hals trug. rufen von der Volksmenge empfangen. Der Großherzog fuhr in einem Zweispänner mit seinem Gefolge nach dem 10 bis 15 Minuten entfernten Festplatz, wo der Fürst nut Hochrufen empfangen wurde und sich m die neu erbaute, schön dekorierte Fürstenhalle begab. Hier fand die Begrüßung seitens des Pfarrers Reinhard und des Bundespräsidenten Lehrer Koch- hafen-Ober-Saulheim statt, während zwei jüngere Mädchen unter entsprechenden Worten Blumenbuketts dein Fürsten 109 Stimmen gewählt. t. Burkhardsfelden, 29. Juni. Ein Arbeiter von hier stieg von einem Wagen, kam dabei zu Fall und zersplitterte sich den Knöchel des Fußes, sodaß er sich jetzt in Reqts. aus Mainz abgeholt und nach dem Festplatzc geleitet, "■ ", Herr PH. Wechsler, Präsident , „Sängerbund", hielt eine Ansprache .eitung des Festes dem Vorsitzenden des ärztlicher Behandlung befindet § Butzbach, 29. Juni. Der hiesige Vorschußverein,\\ G. m. u. H., blickt nunmehr auf sein 40jähriges Bestehen!: Zurück. : (r) Eberstad t, 28. Juni. Gestern feierte Se.Dnrchl. < -er Fürst von Solms-Lich seinen Geburtstag. Bei dieser Gelegenheit ließ er der Feuerwehr in unserm Dorfe, zum Dank für die tatkräftige Hilfe beim Brand der Fürst!. Hofscheunen, ein Geschenk von 50 Mark überweisen. Die Feuerwehr sandte Sr. Durch!, ein Glückwunsch- und Danktelegramm. I § Friedberg, 30. Juni. Die alte Garnisonstadt Friedberg rüstet sich, um mit ihren ehemaligen hessischen Garde-Jägern, welche bei Beginn des Feldzuges 1870/71 aus dieser Stadt ausmarschiert und infolge Dislokationswechsel nicht mehr hierher zurückgekehrt sind, ein Wiedersehen zu feiern. Gelegentlich des am 19. Juli er. hier zur Enthüllung kommenden Kriegerdenkmals ist auf 10 x/t Uhr ein Appell für dieselben in Steinhäußers Biergarten vorgesehen, zu welchem nach einer Bekanntmachung in dem Verbands-1 organ der Kriegerkameradschaft Hassia alle Angehörige des ehemaligen hessischen Garde-Jäger-Bataillons eingeladen sind, I um hierbei die Erinnerung an gemeinsam verlebte, ernste und I frohe Stunden wach zu rufen, und die treue Kameradschaft, welche in der Garnison oder auf den Schlachtfeldern ge-1 schlossen wurde, zu erneuern. Als Festplatz bei der Enthüllungsfeier ist der ehemalige Ererzierplatz, die Seewiese, vorgesehen. Alle ehemaligen hesiischen Garde-Jäger, welche an der Festlichkeit teilzunehmen beabsichtigen, werden gebeten, dies unter Angabe etwaiger Wünsche über Quartier usw. dem Vorstand des Veteranen- und Militär-Vereins in Friedberg bis zum 10. Juli er. mitteilcn zu wollen. (!) Friedberg, 30. Junr. Ter langjährige Diener am hiesigen evangel. Predigerseminar, Ludwig Haber, tritt vom 1. Juli ab in den wohlverdienten Ruhestand. Er hat fast 30 Jahre die Stelle versehen, sodaß ihn fast alle evang. Geistlichen Hessens kennen. (i) Okarben (bei Friedberg), 29. Juni. Ein großes Doppelfahnenweihfest, andern sich nahezu 50 auswärtige Vereine beteiligten, fand gestern und heute hier statt. Der hiesige Kriegerverein und der Gesangverein „Eintracht" feierten gemeinschaftlich ihr Fahnenweihfest, verbunden mit dem Bezirksfest des Kriegerbezirks Vilbel. Gleichzeitig wurde die zu Ehren der Kriegsteilnehmer von 1870/71 und 1866 gestiftete Gedenktafel, welche die Warnen der Veteranen und der Schlachtorte trägt, emgeweiht. Am Samstag abend war bereits Fackelzug durch das Torf und Kommers auf dein Festplatz. Sonntag i/23 Uhr fand ein Festzug statt, wie man ihn hier noch nie gesehen hat, beteiligten sich doch ca. 50 Vereine daran. Stach den Weiheatten sangen die erschienenen Gesangvereine ihre F-estlieder, woran sich Konzert und Tanz schloß. Die Festmusik stellte die Kcipetle der 24er Dragoner in Darmstadt. Set eindrecheuder Dunkelheit wurde von Kunstfeuerwerker Sturm-Steu-Yjenburg ein Feuerwerk abgebrannt. Das Fest erfreute sich dank des herrlichen Wetters eines großen Besuchs von nah und fern. -u- Vom Hohe rod stopf, 29. Juni. Eine neue Wegmarkierung (blaues Dreieck) nach Blankenau über Ilbeshausen—Schlechtenwegen ist seit voriger Woche fertig- gestellt und somit eine Verbindung zwischen Rhön und Vogelsberg geschaffen, was von den Touristen freudig be- Mainz, und Müller, Reallehrer, Mainz), de§ Bundesvorstandes und der Herren Delegierten. Um~ 8 Uhr 30 Min. Vermischtes. • Osnabrück, 29. Juni. Heute nachmittag ging ein schweres Gewitter, verbunden mit Hagelschlag nieder, welches großen Schaden annchtete. Hühnereigroße Schloßen fielen, zertrümmerten eine große Anzahl Fensterscheiben und vernichteten die Gewächse in den Gärten und Gewächshäusern. Das Getreide in der Umgebung ist niedergeschlagen und die Felder sind unkenntlich. Die Telephonverbindung ist geftört. * Hamburg, 29. Juni. Den „Neuesten Nachrichten" zufolge ist der bei Sanguin-Rioer gestrandete Dampfer „Lulu Bohlen" nebst Ladung und Post total verloren. Die Passagiere und die Mannschaft sind gerettet. Erstere wurden beim Kap Palmas, letztere bei Sinoe gelandet. Die Passagiere werden dort vom Postdampfer „Helene Woermann" abgeholt und am 30. Juni dem von hier nach Swakopmund abgehenden Dampfer „Hans Woermann" in LaS Palmas zugeführt werden. Die Mannschaft wird auf dem Dampfer i „Eduard Bohlen" nach Hamburg befördert, dessen Ankunft in Hamburg zwischen dem 15. und 20. Juli zu erwarten ist. * Nürnberg, 29. Juni. Der Hafnermeister Maurei geriet durch die Niederlage des bisherigen sozialistischen Ab g. Segitz bei der Reichstagsstichwahl in eine d erartige Aufregung, daß er zuerst seine n Schw ieger- sohn und dann seinen Stiefsohn mit einem Messer au fiel und schwer verletzte. Der Stiefsohn griff hierauf nach einem Stuhl und schlug damit auf seinen Vater los, der einen Schäd elbruch erhielt und bald verschied. • Erlangen, 20. Ium. In der vergangenen Nacht wurde gegen den hier nachts uni 12 Uhr 53 Minuten abgehenden Schnellzug München-Berlin, ab München 81/* Uhr abends, ein Anschlag versucht, indem in der Nähe des Tunnels vier Schwellen auf die Schienen gelegt wurden. Die Maschine sprang mit der Vorderachse aus dem Geleise. Verletzt wurde niemand. Von den Tätern fehlt jede Spur. ] Die Eheleiden des Gymnasialdirektors. Aus Bukarest wird geschrieben: Der Direktor des Lyceums „Lazar" in Bukarest und ehemalige Lehrer des Kronprinzen, V. Paun, gleichzeitig als Publizist, Schriftsteller und Poli- I tiker hervorragend tätig, war dieser Tage der Held eines grüßt wird. . X. Nonnenroth, 28. Juni. Heute wurde bei herr- .ichstem Wetter das Kriegerfest des Bezirks Lich, verbunden mit dem 25jährigen Stiftungsfest des hiesigen Kriegerveins, hier gefeiert. Am Nachmittag bewegte sich, mit den Schulkindern, Damen und Veteranen an der Spitze, ein Zug von zahlreichen Vereinen aus nah und fern durch das festtich geschmückte Dorf und wieder zurück zum Festplatze an der Straße nach Hungen. Hier wurden zwei Reden gehalten, von dem Bezirkspräsidenten Blei aus Nieder-Bessingen und dem Geistlichen der Gemeinde. Beide Hangen in Hochs auf unseren Landesfürsten, das deutsche Reich und den Hassia- Verband aus. Auch die Festdame erledigte sich ihres Auftrages m bester Weise. In den dichtbesetzten Festhallen fand der Durstende und Hungernde bet dem Wirte Metzger Er-> quickung. Ein Hauptgesprächsstoff der zahlreich herbeigeeilten Gäste bildete immer noch die hinter uns liegende Relchstags- wahl und deren Resultat. Man gewann hierbei den Eindruck, daß auch unsere liebe Landbevölkerung unseren neugewählten Abgeordneten, Herrn Heyligenstaedt, begrüßt und von seiner Wahl recht befriedigt ist. An tleib unt) Geist erquickt, kehrten die Vereine und Gäste gegen Abend wieder in die Heimat zurück. geweihte Panier zeigt auf der einen Seite die Germania sitzende sprach hierauf den aus^cheidenden Mitgliedern den ~ I Dank der Mw^r uns und ^mahnte die neu Ein getreten en,. von Gendarmerie-Distriktskommandeur Oberstleutnant dem Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes, den Sekretär j o. Normann-Mainz, beide in Gala, begrüßt, "nb .nnt Hurrah- En g e! b a ch erstattete, war sie eine vielseitige und ersprießliche, z. B. hinsichtlich der Einführung des Befähigungsnachweises, der Umbildung der Fachgewerbeschulen, der Lehrverträge rc. Die Meister- und Gesellenprüfungen hätten ein gutes Resultat erzielt; von den 127 Prüflingen bestanden nur 7 die Prüfung nicht. Jetzt gebe es in Hessen bereits 58 Innungen, 110 Ortsgewerbevereine und 23 andere gewerbliche Vereinigungen. Bei der nun erfolgten Neuwahl für die ausgelosten Vorstandsmitglieder wurden die Vor- schlüge des Vorstandes angenommen. Nach der erstatteten überreichten, ^er Grotzherzog bedankte sich für die Ehrung Jahresrechnung betrugen die Einnahmen für 1902/03 38 250 und sprach sich recht günstig über die Gründung des besagten Mark, die Ausgaben 37 220 Mk. Für das nächste Jahr Bundes aus. Der hiesige Verein „Sängerbund" sang den balanzieren die Einnahmen und Ausgaben mit rund 24 500 Begrüßungschor mit Musikbegleitung (Siegesgesang der Mark. Unter den ersteren sind besonders der Staatsbeitrag Deutschen nach der Hermannsschlacht), außerdem trugen noch im Bettage von 5600 Mk. und die Beiträge der Kreiskassen Chorlieder vor: „Liederkranz"-Nieder-Saulheim, „Germania"- mit über 11000 Mk. M verzeichnen. Bei der alsdann er- Nieder-Saulheini, „Einigkeit"-Partenheim, „Konkordia" folgten Beratung praktischer ^ani.attonssr^en wurde . der Gesangverein Elsheim, mährend sämtlich- alsdann Masse'nL-e (800 länger) »ertrugen, d.° Frage der Anstellung eines Jnspekttonsbeamten erörtert, selbst von dem Fürsten applaudiert wurden. Um o Uhr er- ähnlich, wie der Gewerbeinspektor verbessernd auf die Hand- folgte die Preisverteilung. Um 5 Uhr 4o Mm. verabschiedete Werksbetriebe einwirken und namentlich den Logis der Lehr- sich der Großherzog von verschiedenen EhrenauSschußmit- linge und deren LÜost und Pflege seine Aufmerksamkeit gliedern und verließ unter Hurrahrufen der Festgäfte die zuwenden soll. , . Halle, bestieg die Equipage und fuhr mit der eingangs er» R. B. Darmstadt, 29. Juni. Bei dem -Festmahl 8-ur Begleitung nach dem Bahnhofe, von wo aus Einweihung des neuen Schi eß h au s es dankte nach ^or 6 Uhr die Abreise erfolgte. Heute abend 9 Uhr einer kurzen Begrüßungsanspraa)e des Oberschutzenmeisterv » -n Festhalle statt, während morgen die Hickler, die mit einem Toast auf Kaiser und Großherzog ^^ttlE 25jährige Jubiläumsfeier des Vereins „Sängerschloß, der Provinzialdirektor Frhr. v. Gr ancy im Warnen^cingen wird. Das Fest am heutigen Tage verlief der Gäste und schloß mit einem Hoch auf den verdienten aHen ^ilen aufs schönste. Ein Publikum nach vielen Oberschützenmeister und den Vorstand. Der Stadtkomman- Tosenden zählend, hatte das herrliche Wetter heute hier- dant v. Lynker und Oberbürgermeister Mo r new eg ^rgelockt. Das Gedränge auf dem Festplatze war so groß, brachten der Schützcngesellschaft zur Fertigstellung oe£ / . verschiedene Verletzungen gab, eine Frau, die ein neuen stolzen' Heims ebenfalls ihre Glückwünsche dar. An ^Ta(h mußte vom Platze getragen werden. (Worms, den Kaiser und den Großherzog wurden Huldigungstele- Eitung.) * gramme abgefanbt — ©in tragikomisch er V or s a l l Ems, 29. Juni. Während der Regatta der Doppel- Äm WÄ U der Off°nb°ch-° und dor des Mainzer R^-°°rems Har eine Abschiedsrede gehalten, woraus sich der ans 42Ian der Bahnhofsbrucke anfuhr, entstand auf der drucke em bekränzten Wagen bestehende Umzug in Bewegung setzte.!Menschenauflauf, m den der zweispannige tragen Da plötzlich kam in fliegender Hast ein Radfahrer auf der des Schiedsrichters m rasendem Galopp Hine in fuhr. Chaussee daher, dessen Anblick die vielen Zuschauer laut Trotzdem ein beherzter Mann den Pferden in die Zügel griff aufschreien ließ, woraus er einhielt und von allen Setten ^nd dadurch mehrere Menschenleben rettete, wurde ein kleines umringt wurde. Der Aermste entdeckte nun erst zu seinem d unter die Räder geschleudert und zermalmt. I Schrecken, daß er eine beritable kleine Feuers ä u l e an I Kleine Mitteilungen aus Hessen und den seinem Rücken mit sich führte. Er hatte vermutlich eine «Nachbarstaaten. Ein Meteor ist in der Nacht vom noch brennende Zigarre rn die Were 28. auf den 29. Juni um 12 Uhr nachts in unserer Gegend worauf dann der Oberrock des schnell dahinsayrenden Rad- i lers in Brand geriet, ohne daß zunächst er selbst es merkte, gesehen worden. — Im Stadtwald m Franksurt ist eine Mit Hilfe der Umstehenden wurde die Gefahr schnell be- weibliche Leiche ausgesunden worden. Es liegt entweder seitigt der gute Rock und damit wohl auch das Sonntags-1 Mord oder Selbstmord durch Strangulation vor, da die 30 vergnügen aber war dahin! , Offenbach, 29. Juni. In Alzey wurde gestern fol. gendes „Extrablatt" verbreitet: „Wie uns von Reisenden, die mit den ersten Zügen von Offenbach über Darmstadt heute morgen hier eingetroffen sind, zu-I verlässig nutgeteilt wird, ist heute nacht der neugewählte Reichs- tagsabg. Dr. Becker in Sprendlingen bei einem Krankenbesuche I durch Dolch st icheaus der Straße ermordet worden. Also Reisende haben die Nachricht von dem bekannten Weber fall auf Dr. Becker in dieser Weise bereits auf gebauscht. — Das amtliche Wahlresultat ist heute vormittag verkündet worden. Wahlberechtigte waren in den Listen eingetragen 42 841, davon machten 37 829, also 88,2 I Prozent, von ihrem Wahlrecht Gebrauch, llngiüig wurden 149 Stimmzettel erklärt. Von den gültigen Zetteln lauteten 119 640 auf Dr. Becker, 18 044 auf Carl Ulrich, die Mehrheit des Gewählten beträgt also 1596 Stimmen. — Herr Ulrich hält in seinem Blatte folgende Ansprache an seine Wähler: „Tas amtliche Wahlergebnis stellt fest, daß am 25. Juni 18 044 Wähler mir ihre Stimme gegeben, trotz der unerhörten Heye I der vereinigten Gegner. Diesen wackeren Männern sage ich hier-I mit meinen Dank für die Aufopferung und Treue, mit der sie zur Fahne des Sozialismus gestanden, unbekümmert um das Toben der liberal-antisemitisch-nltramontanen Reaktion, der es mit Hilfe der amtlichen Apparate noch einmal gelungen ist, uns den Kreis zu entreißen. Ter diesmalige Kampf hat eine Klärung ge» bracht, mit der w i r sehr zufrieden sein können. Tas Kleinbürgertum, das in trüberen Jahren zu uns geftanben, hat sich bis auf wenig rühmliche Ausnahmen auf die Seite der Reaktionäre geschlagen und sich als Feinde der Arbeiterschaft betätigt. Dieser Tatsache gilt es fest ins Auge zu sehen und darnach zu handeln. Nur auf sich selbst angewiesen, müssen die IA r b e i t e r m a s s e n sich enger und enger zusa m m entschließen, um bis zur nächsten Wahl auch die vereinigten I Gegner und ihre brutale Macher zu schlagen. Diesem Ziel gilt | ihre fernere Arbeit". C. Ulrich. Wörrstadt, 28. Juni. Ter Rheinhessische iSangerbund, welcher am 16. November 1902 zu Alzey gegründet wurde und 32 Vereine umfaßt, hielt heute sein erstes Bundesfest, das von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog von Hessen besucht wurde, hier ab. Schon gestern erstrahlte unser Marktflecken mi schönsten Schmucke. Abends zwischen 7 und 8 Uhr erfolgte die Ankunft der Preisrichter I (Jakabi, Lehrer, Wiesbaden, Steifer, Großh. Hessischer Musik- I dlrektor, Wiesbaden, und Trautmann, akademischer Musik- il direltor, Gießen), der Musikkommission (Keil, Musikdirektor, | Alzey, Kncttel, Musikdirektor, Bingen, Materna, Kapellmeister, fest Der Kaiser hatte ans diesem Anlasse dem Verein! R. B. D arm st ad t, 29. Juni. Tie h essisch e Hand- eine Fahnenschleife verliehen, die vom Regierungsvertteter werkerkammer hrett heute E hiesigen Rctthausfaal chre überreicht wurde. Ehrenoiplome überreichte der Vertreter 7. Sitzung ab, welcher als Vertreter der ( der Kriegercameradschaft „Hassia" an den hiesigen Bete- Ministerialsekretär Mathias beiwohnte. Großh. Regierung s^nd eine Delegiettenversammlung und eine Sitzung der Preis oer ™aeCtumt:ruuiu>u|L „ojuntu v.» ----------------------- . . , ' - Den Vorsitz Achter statt. Um 9 Uhr wurden die Festjungfrauen und ranenverein und den Ehrenvorsitzenden Lepper. Viele Ver- führte Obermeister Falk-Mainz. Dieser begrutzte die Amtliche hiesige Vereine von der Kapelle des 117. Ins.» eine ans nah und fern nahmen Italien. Rente . . . 103.60 4’, j56 Portugiesen . . . 50.00 8% Portugiesen.....31.85 1-6 0. Türken .... 34 20 Türkenlose ...... 132.60 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 45.40 4V,-6 äussere Argentiner —.— 3u/0 Mexikaner ... 25,80 4,/2'Vq Chinesen .... 92.75 Electric, tiohuckert ... 93.25 Nordd. Lloyd . . . . 99 25 Kreditaktien..... 209.10 Diskonto-Kominandit. . . 186,80 Darmstädter Bank . . . 136.40 Dresdener Bank .... 147.60 Berliner Handelsges. . . 154.80 Oesterr. Staatabahn . . . 174.40 Lombarden.....18.30 Gotthardbahn . . . . , 193.00 Laurahütte...... 223.50 Bochum.......177.20 Harpener......185.10 Tendenz: fest aber still. Oöffentliche Verdingung. Die Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung eines Fabrikgebäudes sollen im Einzelnen öffentlich vergeben werden, und zwar die: Erd-, Maurer-, Steinhauer-, Zimmer-, Dachdecker-, Spengler-, Schreiner-, Schlosser-, Glaser- und Weiß- bmder-Arbeiten, die Lieferung von 166 qm Tannen- Schnittholz, 2540 cbm Tannen - Fußbodenbrettern, 150 Centner Kalk, 650 cbm Sand, 290000 Stück Russensteinen, 16 000 Stück Klinkersteinen 11. Qualität, 200 Centner Portland-Eemcnt und 150 qm Jsolier- Filzpappe. Die Zeichnungen und Bedingungen können täglich auf unserem Geschäftszimmer eingesehen werden. Die Angebote sind verschlossen unter Aufschrift „Neubau^ bis Mittwoch den 8. 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Zug durch verschiedene Straßen der Stadt nach dem Festplatz zwischen dem Zander-Institut und den Gradierwerken; daselbst: Begrüßungschor, Begrüßungsrede, Massenchöre, Uebcrreichung der Fahne, $c|'trci)e, Konzert und Ge- iangsvorträge der festteilnehmeuden Vereine, Tanz. Abends 6 Uhr: Preisverteilung. Montag den Ü. Juli, vormittags 10 Uhr: Frühschoppen bei Konzert aus dem Festplatz. Nachmittags 3 Uhr: Fest zug durch die Stadt nach dem Festplatz; daselbst: Großes Volksfest. Der Kest-Ansschuß. Gliltkilkiks schönes Material. Anfuhr prompt und billig. [2789 Cour. Rübsamen Telephon 259. Westanlage 60. Eisschränte werben in allen Größen und vorzüglicher Ausführung augesertigt. Todes-Anzeige. Heute morgen 5 Uhr entschlief nach langem, schwerem Leiden meine liebe Gattin, unsere gute Mutter, Tochter, Schwiegettochter, Schwester, Schwägerin und Tante frei Marie Ommert, * Kaiser Hebamme im Alter von 27 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Ommert und Kinder. Wieseck, den 30. Juni 1903. Die Beerdigung findet Donnerstag den 2. Juli, nachmittags 3 Uhr, m Wieseck statt. bl46 ©tto Schaaf, Gießen fabrih chemischer u. cosmctischer praeparate MM