Samstag 30. Mait »03 Nr. 125 153. Jahrgang Erstes Blatt. 1803-1903 Var hundertjährige Zubeifest der 2. Bataillon; der Wer er den ein prächtiger Anblick, wie Se. Königl. Hobt «oß, begleitet von seinem Gefolge und bi n Sie hielten auf der Ta tonnten, in der Hessen Ubrefle tüt Tepe’eben: Anzeiger Sieben. Fern>vrechonick»I«bAr 61. Brigade Landgraf ward e< zugeteill Und bald nach Darmstadt hm versetzt, So daß es damals schon vereint geweilt, Sowie das Regiment zusammen jetzt. Tie Herrn Franzosen ruhig weuer laufen. So ging es westwärts, stets umschwärmt Von den stosatenhorden. Raum Feuer, das die Glieder wärmt. Wenn nachts sie steif geworden. Cb auch die Kälte grimmig beißt Und bitterer Hunger quälte, Untadlig bleibt der Truppen Geist Und eins nur füllt die Seele: „Wenn der Russen Sturm uns wild umbraust, Stets finde er aufs neue Tie wuchtig schwere Hessenfaust Und echte pessentreue.* Und heimwärts tarnen unversehrt Bon allen nur die Hessen. Wohl nie hat io der Truppe Wert Im R liege sich ermessen. TaS Land, was m Rußland in Halte und Kampf Tie Bataillone umschlungen. Tie nächsten Jahre sollten zeigen schon Ten jungen Truppenteil un Krieg, Bet Jena tapier focht daS öatailloi Die Geschichte des 2. Bataillons der 116er in Versen. Gedichtet zum 100jährigen Jubiläum deS Bataillon» von Hauptmann ftü11jchan. Jn'S vorige Jahrhundert führt uns heut der Blick, Tas kürzlich erst dahin entschwand, ' Und 100 Jahre deuten wir zurück, Wie's damals stand um's liebe Hessenland. 9U>ch zitterte die Welt von jenem milden Sturm In unferm Nachbarlande Frankreichs fort, Wo in des Volles Seele naß der Wurm Und zeugte grausen ftömgsmord. Schon hallte dumpf die Erde von dem Schritt Tes Rorfen, der ans Wirren auferstand Und als Europas Geißel weiter schrut Bis niederschmetterte ihn Gottes Hand. Ter 10. Landgraf Ludwig verlor manch Stück An Frankreich links des Roemes, manchen Crt, Erhielt jedoch dafür an deutschem Land zurück Fast mehr noch als er geben mußte 'ort. Aus aufgelösten Stämmen er da schuf Am L Juni unser 2. Bataillon Füsilier zunächst war fern Beruf Und Alsfeld war die erste ©armion. Klängen bet Militärmusik unserer Truppen auf bcm Platze ein. ES war ein prächtiger Anblick, wie Se. Königl. Hoheit der Großherzog, begleitet von seinem Gefolge und ben Herren, die ihn am Bahnhöfe empfangen hatten, vor un* bk Studentenschaft ausgestellt, um dem LandeSsürste« eine Huldigung zu bereiten. Sämtliche Korporationen waren vertreten: in längerem Zuge erstreckten sich die einzelnen ~ hnen vom Portale be- Schlosses Da hast du, vom Feindessturm umbrauft Ihm immer gezeiget auf» Reu Tie wuchtig schwere Hessenfrucht Und echte pesjemreul Bei Graoelotte und St. Privat Hast du wacker geftanöen den Mann Und bei Brtare — du zeigtest da, Was em Hesse leisten kann. So mögest du denn auch fürder fein Geschnitzt aus echtem Holz Und der Ahnen ivert l oh Töchterlein, Tes Vaterherzens Stolz. Was heute ich von drr gesehn — Uiid wie ich hier alles sand — Beruhigt kann ich wieder gehn Es fleht in guter Hand. So lebet wohl Ihr werten Herrn, Zu lange schon weilte ich hier! lieb wohl o Tochter! — ich scheide gern Tenn Bessere folgen mir. Doch eine Gnade noch sei mir zu Teil Weil ich doch den Weg zu Euch fanb 1 „Euer königlichen Hoheit Segen und Hell Und es blühe das Heffenland l* Und wahrlich deckten sie den Rückzug gut, Russen starke Hausen. Hessen treuer Hut, außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Ktssstthen tondwlrl die siebener Kamillen« blätter viermal in bet Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag bet Brühl 'leben Umverl.-Vuch-u-Stein- bruderti (theiid) Ifr tben) Redaktion. ErvedtNo« und Truaerei: zahl 1803—1903 trägt. Oberst v. Graevenid richtete mit markiger Stimme an Se. Königl. Hoheit folgende Warte: .Ew. K. H. danke ich allerunteriänigft für diesen erneuten GnadenbeiveiS und die hochehrenden Worte an das Regiment. Möge das Bataillon seine mit dem schönen Band geschmückte Fahne auch in Zukunst nur zur Ehre des Regiments und zum Heile des Vaterlandes führen. Wir alle geloben auch fernerhin in ernster Friedensarbeit dre Glieder zu stählen, damit w»r jederzeit kriegsbereit dastehen, wenn der Ruf S. ft. H. an bad Regiment ergehen sollte, um mit GotteS Hilfe an die glorreiche 100jährige Vergangenheit eme ruhmreiche Zukunft anzuknüpsen. Präsentieren 1 Unserem alleruntertänigflen Tank geben wir Ausdruck in dem Rufe: S. H. H. der Großherzog von Hessen, uiUer SlÜergnäbigfier Landesherr Hurrah! Hurrah 1 Hurrah 1 Die Parade janb zu Kuß statt in Zügen zu 16 Rotten. Die Mannschaften trugen weißleinene Ho,en und Helm mit Haarbusch. Ausgezeichnet schien der Parademarsch des ganzen Regiments, der sich an Se. König!. Hoheit vorbei bewegte, wonach der Großherzog mit seinem Adjutanten und Oberst von Graevenitz die Front des Regiments ab- schritten. Bei der darauf folgenden Begrüßung zeichnete Se. Kgl. Hoheit viele der erschienenen Gäste, darunter auch einen der Veteranen, durch huldvolle Ansprachen aus. Zum Absperren von Oswalds Garten waren von jedem Bataillon ein Vizeseidwebel, drei Unteroffiziere, ein Gefreiter und 12 Mann gestellt, außerdem die am 1. April b. I. ein getretenen Einjährig-Freiwilligen. Führer bes Absperr- ungskommanbos war Leutnant Wehr heim. Die Auf,leib ung auf Oswalds Garten hatte Major heuer geleitet. Zum Betreten des Paradeplatzes waren für die Damen von den Bataillonen EintrtttStarien ausgegeben. Unmittelbar nach der Parade war eine Anzahl von Beförderungen bekannt gegeben worden. Nach dem Parademarsch blieb das Offizierkorps auf Oswalds Garten zurück. Die Kompagnien, außer der Fahnen-, 3. und 4. Kompagnie, unter Führung der Feldwebel marschierten durch die Wetzsteinstraße, Schloß- gaffe, Senckenbergstraße n^cy der -euen Kaserne. Die 3. und 4. Kompagnie begab sich durch die Wetzsteingasse über ben Lindenplatz nach ihrer Zeughaus la ferne. Hier begab sich alles auf die Stuben, die Höfe blieben leer. Jede Korn- pagnie hatte zwei Unteroffiziere unb zwei gewandte Leute bestimmt, bie sich der ehemaligen LataiUonsangehörigen annahmen. Bei der Fahrt durch die Stadt und zum alten Schloß wurde der Großherzog stürmisch begrüßt. Die Besichtigung des allen SchloffeS. Nach Beendigung der parade fuhren maligen Unteroffiziere unb Mannschaften bes Regiments beim 2. Batalllon. Tas Essen war so arrangiert, daß bie Unteroffiziere unb ihre ehemaligen Kameraden im Speisesaal aßen, bie ehemaligen Mannschaften unb, soweit der Platz reichte, bie Kompagnie im Exerzierhause. Freibier wurde vorn Bataillon gegeben. Tie alten Unteroffiziere begrüßte ber älteste Feldwebel nicht nur des 2. Bataillons, sondern des ganzen Regiments, Junker, bie ehemaligen Mannschaften Feldwebel Ritter mit einigen guten Worten im Namen bes Majors v. Schlemmer. Zur Be- bienung hatte jebe Kompagnie 12 Mann gestellt, unb für bas Exerzierhaus zur Aufsicht jebe Kompagnie zwei Unteroffiziere. Tie Rückfahrt des Großherzog- erfolgte durch den fahnengeschmückten SelterSweg, zu besten beiden Seiten sich noch einmal viele Menschen angcfammeU hatten, um dem Landesfürsten zu seinem Abschied von der Das ihnen bei Feuer und Pulverdampf In Fleisch und Blut schon gedrungen, Das wurde im Juni, im nächsten Jahr, Bei Lüben in Schlesiens Landen Geknüpft und geweiht für immerdar — Das Regiment war erstanden. — Zwei Monde darauf schon stand es den Mann Im Freiheltskampfe von Lützen. „Tie Gardefüsiliere heran T Auch das konnte nichts mehr nützen. Zum letzten male auf fränkischer Seif Bei Leipzig in alter Treue. Dem Untergang war der Korse geweiht! All Deutschland kam jetzt an bie Reihe. Und an dem langen Besreiungskrieg, Den spät're Geschichte geheiligt, An erbittertem Kamp! und Ruhm und Sieg Hat auch's iiRegiment sich beteiligt. Vernichtet war jetzt Napoleons Macht Zerrissen der fränkische Schleier, Vorbei des Bruderkampss traurige Nacht Und Deuischland atmete freier. AlS siebzig ein dritter Napoleon rief Den preußischen Staat in die Schranken, Da weckte er, was bis dahin schließ Den Nationalgedanken. Und überrascht sah Frankreich dann, WaS e5 sich zum Schaden geschafien, Die Deutschen alle — Alaun für Mann — Das ganze Volk in Waffen. Von Metz au5 wollte Bazaine'S Armee Hin auf Paris entweichen Un deS Kaisers Hauptheer in der Näh' Ter Festung Ehalons erreichen. Da legten sich den Franzosen vor Bei Vionville aus den Höhen Tas 111. und dann daS X. KorpS Und brachten dieselben zum stehen. Am Nachmittag nach heißem Streit Sie waren fast am Verbluten; Wenn nach der deutschen Tapserkell Bazatne nicht mehr mußt vermuten. Da warfen am Abend zu ihrem Glück Tie hetzen sich noch in die Flanke DeS Feindes. — Ermüdet wich er zurück Und uns war der Sieg zu verdanken. Doch fetzte bei Gravelotte sich der Feind Zu erbittertem Widerstande. Bazame's Armee stand dort vereint, Front nach dem eigenen Lande. Da gab’ö fein Weichen — Blut um Blut! So hieß die Lofung bei beiden. Wo großer die Kraft — wo höher der Akut! — Ter achtzehnte sollt' es entscheiden. Bei Graoelott und St. Privat Da hatte der Feind sich verschanzet. Viel Gräben gezogen fern und nah Und Batterien gepstanzct. Manch deutscher Sturm zerschellte dort An zah gehaltnen Mauern. Doch -SBoricärtö* hieß es fort und fort, Mag Tod und Teufel lauern. Im Bois de la Cuffe da mußte schon Seit Stunden beständig warten Bei großen Verlusten das Bataillon, Bis heran die preußischen Garden. Da hieß es nachmittags „Zum Angriff txor*, Ihr Hessen ihr sollt jetzt zeigen, Ob fest in ber Hand euch das Feuerrohr, Ob ber alte Mut Euch noch eigen. Mit schlagendem Tambour ging es bergan Bei sinkender Tagessonne, 6, 7 in Schützenlinie voran, 5, 8 in dichter Kolonne. Bald war ber Feind vor diesem Stoß Auf Amanweiler gewichen Doch bie Verluste waren zu groß, Durch nichts mehr ausgeglichen. Gar mancher hatte vom Bataillon Sich Todeslorbeern erworben. »Grüß mir die Mutter und sag, ihr Sohn Sei als braver Soldat gestorben. Und als die Nacht sank auf bie Well Mll zitterndem Sternenscheine, Ta deckten 216 das Feld Vom Bataillon alleine. Doch nicht umsonst floß dahin üjr Blut, Laut tont es in lauten Akkorden: „Ten deutschen Waffen und deutschem Mut Ist herrlichster Sieg hem geworben*. Umschlossen ward später das fränkische Heer Bei Sedan geschlagen — gefangen. Nun gab es kein Kaiserreich Frankreich mehr, Doch ließ man die Kopfe nicht hängen. Paris erklärte die Republik Und überall hört man es schallen: .Noch emmal versuchen des Krieges Glück, Wenn schlecht auch die Würfel gefallen*. Ta hieß es: ,Vorwärts nun bis zum Meer! Entgegen den neuen Herren, Ter Mobilegarde und dem Franctireur, Tie überall täglich sich mehren. Zu decken die Flanke ber Loire-Armee Ward das Regiment dann verwendet, füllt Kavallerie und Geschützen verjeh'n Nach Briare an der Loire entsendet. Briare auch ist ein Ruhmesblatt In des Bataillons Geschichte. Was da die Truppe gelitten hat, — Manch einer hier kanns noch berichten. Drei Wochen stets alarmbereit, Fast jede Nacht auf Wache, Drei Tagemärsche die Hilfe weit, Zerfetzt fast alle Sachen. Ter Bürger, ein Feilid im eignen Cuarticr, Und rings von Feinden umgeben, Tie schärfsten Formen halfen nur hier Zu schützen das eigene Leben. Bei Franctireurs war kurzer Hand Tas Todesurteil beschlossen. Erbarmungslos würben niebergebtannt Tie Häuser, aus denen geschossen. So stand allein dos Detachement, Stets überfallsgcivärtig. Drei falte Winterwochen lang, Zum Fechten alle fertig. Es erstarrte der Kanal im Eis, Er schuf dem Feind eine Brücke Und füllte so in ber Feinde Kreis Die letzte offene Lücke. Da hieß es doppelt wachsam sein Für Wachen unb für die Posten, — Schläft einer übermüdet ein, 6 kann aller Leben kosten. Und die Hessen sie hielten treulich Wacht, Trotz Hunger unb bitterer Kälte. — Drum töne lam mit aller Macht Ihr Ruhm in alle Welten. Am 18. Januar klangen fern und nah Die Glocken auf allen Türmen. »Ein deutscher Kaiser ist wieder da, Das deutsche Reich zu beschirmen*. Und alle, bie da geseuszet leis, Ob bem, was Frankreich verschuldet. Und die gelitten — um diesen Preis, Sie hätten mehr noch erduldet. Und heimwärts trugen auch sie als Lohn. Daß ftolj sie konnten sagen: Tie Kämpfer vom zweiten Bataillon, Sie hatten auch beigetragen. Durch 20 Jahre bie Zeit entflog, Der Sprößling er wuchs zur Äche, Da knüpfte der hochselige Großherzog Noch fester uns Hetzen zum Reiche. Laut tönte bie Begeisterung In mächtigen Akkorden — Ter deutsch Kaiser stark und jung War unser Chef geworden. Und der junge Kaiser er setzte fort Ter hohen Wärter Erbe. AIS Kriegsherr des Friedens starker Hort Ein Schützer aller Gewerbe. Er hält die deutsche Kolonie, Ob auch bie Parteien hadern; Es blühen Handel und Industrie Beschützt von deutschen Geschwadern. 2aß Londheer ist in seiner Hand Der Grenzen starke Wehre. Sein Mahnruf tönt .Deutsches Land* „Denn Zukunft liegt auf dem Meere.* Wenn fremde Bosheit die Völker hetzt Und Aengstliche fürchten, was werde? Nur Ruhe! — Ter Kaiser spricht sicher jetzt Das gewichtigste Wort auf der Erde. Mit Volldampf. Voraus! Sein oberster Satz, Sein Streben ist doch nur .Frieden". „Tem Deutschen sei aber auch cm Platz An Gottes Sonne beschieden." Doch sollte dereinst em Napoleon Uns wieder Wirren bereiten; Oder sollte vom Osten der Steppe Sohn Die Grenzen überschreiten. Tann werden getreu, in des Reiches Not, Zum Kaiser stehn jeme Hesseii, Und der freche Femd — das walte ®ott< Ter fall unsre Faust nie vergessen. G. Kehr IV. 4360 Villa Fünke - Lollar für die 12 zu teil. Die Kompagnien hatten ihren Leuten, btt ohne seiten- gewehr erschienen waren, je 1 Mk. von dem ihnen überwiesenen Geld gegeben. Wiederum war zur Vermeidung deS Eintrittes Unbeteiligter von der 5. und 6. Kompagnie am Tor an der Bergstraße je ein Unteroffizier als Posten auf- gestellt worden. AlS am späten Abend endlich im Garten ein wunder- volle- Feuerwerk abgebrannt wurde, als die Raketen und FeuerwerkSkörper zum Nachthimmel emporstiegen, hatte das schöne Gartenfest seinen Höhepunkt erreicht. Beim Erstrahlen deS Namenszeichens unseres Kaisers spielte die Mustk dte Nationalhymne. v , r Später veranstaltete unsere Militärkapelle noch eine sehr packende Schlachtenmusik. Dabei donnerten die Gewehre der im Dunkel deS Gartens unsichtbar aufgestellten Schützen, so daß man sich mitten in das Schlachtfeld versetzt glaubte. Hierzu hatte die 5. Kompagnie 8 gewandte Leute mit Ge- wehren und je einem Rahmen Platzpatronen kommandiert. Die Kapelle hat übrigens gestern abend ihre vollste Schuldig- keit getan; biö spät in die Nacht hinein spielte sie noch zum Tanz auf, an zwei Stellen, int Saale und in einer lauschigen Ecke des Gartens. Endlich vollzog sich noch im Garten deS SaalbaueS etn Zapfenstreich durch die RegimentSmusik und sämtliche Spielleute deS Regiments. , . t _ Lange noch tummelten sich Festesfrohe ui der kunst- lange verweilte und dem Unteroffizier Günther in der 5, Komp. deS 1L Bataillons daS ihm verliehene DienstauS- zeichnungSkreuz für 16 Jahren überreichte. Draußen im Gatten hörte man der Musik unserer wackeren, unermüdlichen Regimentskapelle unter Musikdirektor Krauße zu, oder man ah die turnerischen Spiele, die Leutnant Tamm vorbereitet hatte, oder ergötzte sich an den geistreichen pantomimischen Spielen auS dem Schildwachenleben. Etliche andere, darunter der MuSketter Schmidt, schauten gefühlvoll hmauS in den chönen Maienabend und sehnten sich nach etwa« . . . Dicht gedrängt saßen die Zuschauer im Saale, als ein Feldwebel auf der Bühne erschien und die Verse verlas, die Hauptmann Köttschau versaßt hat und in denen ein packen- der Ueberblick über die Geschichte deS Regimentes geboten war. (Wir geben in der heuttgen Nummer tm Feuilleton dieses Gedicht im Wottlaut wieder.) Die lebenden Bilder, die von Oberleutnant Schröder sehr exakt vorbereitet waren und durch die die Verse illustnett wurden, wurden überaus geschickt in Szene gesetzt. Reicher Beifall wurde den Darstellern Stadt ihre Huldigungen darzubitten. Unter lebhaften Rufen der Menge fuhr dieser mit seiner Begleitung nach dem Bahnhofe. Um 6 Uhr 63 Min. sollte die Abfahtt erfolgen, doch hatte der Zug von Bettm einige Minuten Verspätung. Se. Kgl. Hohen verabschiedeten sich auf dem mit Teppichen belegten und mit Pflanzenschmuck versehenen Perron vor dem Fürstenzimmer von den Herren, die den Landesfürsten um Mittag empfangen hatten und ihm zur Abfahtt daS Ge- leite gaben: Oberst v. Graevenitz und Major Zahn, der Rektor der Universität Prof. Dr. Krüger, Provinzial- direktor Dr. Breidert und Oberbürgermeister Mecum. Vom Fenster deS HofwagenS auS unterhielt sich der Groß- Herzog noch einige Minuten mit den Zurückbleibenden. Dann wurde der Hofwagen ins zweite Geleise überfühtt und unter den Hochrufen der aiich innerhalb deS Bahnhofes sehr zahlreich erschienenen Gießener erfolgte die Abfahrt. 3m Neven Saalbaa. Die übrigen Gäste von auSwättS sind zum großen Teile noch etwas langer in unserer Stadt geblieben. Waren doch nach 6 Uhr abends gerade die Stunden gekommen, die die Gäste und Mannschaften des Regiments in fröhlichem Feste vereinigen sollten. Um 6 Uhr abends fand die Feier deS 2. Bataillons and seiner ehemaligen Angehöttgen int Neuen Saalbau statt. DaS 2. Bataillon hatte Eintrittskarten hierzu auSgegeben. ES war eine außerordenttich schöne Veranstaltung, die hier in den Kreisen deS 2. Bataillons sich abspielte. Em un- gezwungenes Treiben und eine prächtige Munterkeit ohnegleichen herrschte da im Saale und Gatten. Im vollbesetzten Saale wechselten fröhliche, spaßhafte Theateraufführungen auS dem Soldatenleben immerfort ab. Der gestrenge Herr Haupt- mann z. D. dttllt, deS unversieglichen Diensteifers voll, in Ermangelung der so sehr von ihm vermißten Rekruten daS weibliche "Personal seine« HauseS, das mit Besen anstelle deS Gewehres die militärischen Uebungen mit ganz un- militärnchen Angewohnheiten und Redensarten absolvierte. Die Dialoge waren kostbar und man mußte ab und zu den Saal verlaßen, um draußen im Freien, wo die Kapelle unsere« hiesigen Regiments spielte, sich erst die richtige Stimmung zu holen. ES war aber ein Soldatenfest voll Laune und zur vollsten Befriedigung aller Anwesenden. Mit Genugtuung beobachte man, rote auch daS Offizierkorps mit seinen Damen sehr zahlreich und freudig sich beteiligte und unter den gleichen Umständen wie die Mannschaft sich unter- hielt und vergnügte. DaS gab dem Fest erst daS sinnreiche Gepräge. U. a. war auch der Herr Oberst erschienen, der Bei der am 28. Mai oorgenommenen ErgänzungSwahl ür die Gemeindevertretung der Matthäusgemeinde sind nachbenannte Herren als Gemeindevertreter gewählt worden: 1) auf 10 Jahre: 1. MagnuS Becker, Vorarbeiter. 2. Friedrich Decker, Agent. 3. I. Peter Egly, KreiSamtsdiener i. P. 4. Wilhelm Ferber, Rentner. 6. Heinrich Gebhardt, Oberamtsrichter. 6. Heinrich Pfaff, Lehrer i. P. 7. Lorenz Spitz, Lehrer. 8. Wilhelm Spörhase, Mechaniker. 9. Wilhelm Spruck, Kaufmann. 2) auf 5 Jahre: 10. Heinrich Knauß, Hauptlehrer. Es wird dies mit dem Bewerten bekannt gemacht, daß die Wahlurkunden — jedoch ohne Stimmzettel — an drei Tagen, nämlich am 2., 3. und 4. Juni, von vormittags 9 Uhr bis nachmittags 4 Uhr, im Pfarrhause, Kirchstraße 1, zur Einsichtnahme offen liegen. Beanstandungen des Wahl» verfahrens oder der gesetzlichen Befähigung eme6 Gewählten können nur binnen acht Tagen, vom 6. Juni an gerechnet, bei dem Dekanats-Ausschuß geltend gemacht werden. Gießen, am 30. Mai 1903. Der Kirchenvorstand der Matthäusgemeinde. Schlosser.4382 Lukasgemeinde zu (Ziehen. Bei der am 28. Mai 1903 stattgehabten Neuwahl für Gemeindevertretung der Lnkasgcmeinde sind folgende Bekanntmachung. In unser Genoffenschastsregister wurde heule eingetragen: AuS dem Vorstand der Spar- und Tarlehnskasie e. G. m. u, H. in Birklar ist ausgeschicden Ferdinand Schmidt, Landwirt in Birklar. Neugewählt wurde Johannes Engel, Gastwirt in Birklar. Lich, den 25. Mai 1903. Großherzogliches Amtsgericht. Bei der am 28. Mai d. I. vorgenommenen Ergänzungswahl für die Gemeindevertretung der Marknsgcmcinde sind folgende Herren als Gemeindevertreter gewählt bezw. wiedergewählt worden: , 1. Schwan, Georg, Messerschmied. 2. Peter, Wilhelm, Stationsafsistent i.P. 3. Erle, Peter, Gärtner. 4. Kummich, Ludwig, Postsekretär i. P. 5. Schlenke, Karl, Oekonomierat. 6. Döllmar, Philipp, Schuhmachermeifter. 7. Schneider, G. W., Kaufmann. 8. Horst, Emil, Bauartiktt-Fabrikant. 9. Kauß, Adam, Kreiskaffenrechner. Es wird dies mit dem Bemerken bekannt gemacht, daß die Wahlurkunden — jedoch ohne Stimmzettel — an drei Tagen, nämlich am 2., 3. und 4. Juni, von vormittags 9 Uhr bis nachmittags 4 Uhr, in der Wohnung des Herrn Pfarrer Euler, Alicesttaße 13, II, zur EmsichtSnahme offen liegen. Beanstandungen des Wahlverfahrens oder der gesetzlichen Befähigung eines Gewählten können nur binnen acht Tagen, vom 5. Juni an gerechnet, bei dem Dekanats- Ausschuß geltend gemacht werden. Gießen, den 30. Mai 1903. Ter Kirchenvorstand der MarkuSgemeiude. Scheu n cmann.438 Zpar- und LorjchuMein Treis a. All. E. G. m. unbeschr. Haftpflicht. Nächsten Sonntag, den 7. Juni d. F., findet die erste ordentliche Heneral-Versammlung deS Spar- und Vorschußvereins zu Treis a. Lda., «ach mittags 3 Uhr, auf dem Gemcinvehause statt, wozu alle Mitglieder freundlichst eingeladen werden. TageS-Ordnung. 1 Abhör der Rechnung pro 1902. 2. Beschlußfassung übet Dioidendenoetteilung. 3. Verschiedenes. Die Rechnung liegt acht Tage lang, vom 1.—6. Juni, auf dem Bureau des Rechners offen. Ter AnssichtSratS-Vorfitzende: früher BuveruS'sche Besitzung. Vornehmer Ausflugsort Vereine, Gesellschaften und Familie« a« Fnbe veS LtaufeubergS gelegen. Vorzügliche Weine. — Haschen-Bier. beglänzten Zaubermaiennacht, rote ent Romantiker tm tungsjahre des 2. Bataillons vielleicht gesagt haben »ilrbe. Doch der Schlummer kommt auch nach vaterlanbisck)crt otter- Dir verließen das § Uhr, werden in dem Schmidt'schen Hause an der Londorserstraße zu Grünberg folgende zu KonkurSmafle Dönsel gehörigen Gegenstände gegen Barzahlung versteigert: 16 div. Oefen, eine größere Partie Ketten, 1 Häcksel- maschme, 1 Schrotmühle, 1 Keffelgestell, 1 emaillierter Kessel, div. Stall- und Dachfenster, 1 Rolle Zink, ca. 150 Liter Salatöl unb eine Partie Pumpenschwengel. Montag den 8. und Dienstag den 9. 9uni l. F. werden in dem Schmidt'schen Hause an der Londorserstraße zu Grünberg die zur KonkurSmaffe Bönsel gehörigen Waren, als: Kolonial- und Spezereiwaren, Eisenkurzwaren, als: Schlösser, Beschlage, Schrauben, Nägel rc., ca. 60 Etr. Stabcisen, eine größere Partie Ketten, Schippen, Gabeln, Ofenrohr, Hämmer und sonstiges Werkzeug, ferner eine Ladeneinrichtung, bestehend aus Theke und Realen, 1 Schreibpult rc. rc. Die Kolonial- und Spezereiwaren kommen zuerst zum AuSgebot. Auf Wunsch werden die Steigprttse durch Herrn Maffeverwalter Julius Karl dahier gegen Stellung eines zahlungsfähigen Bürgen kreditiert. Grünberg, den 27. Mai 1903. 4353 Hanbnrger, Großh. Gerichtsvollzieher. niwerpen 13-Jti zu vermieten. nach unter 9tr. 3978 die Exped. d. Bl. und ROLANPaiAMBURG ? ROLANDv-HAMBURG ? i ♦ Haid der Holzmühle. 02612 2bU2 zu vermieten. iuli eo. früher zu verm. rc. per ein trocknend, 2088 -u Ätllt'Mrluchk' peifdjiehcncr» (Offene Stellen 11 auf-05 c In dje ussboden- Bu uevnüeten Bn verkaufen 02628] Frbl. S-Zimmerw. per L Iuli -. v. Näh. Hammskr. 11. 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