Nr. 304 . A 153. Jahrgang Dienstag ?S9. Drzemder 1903 Grfdjein- täglich mit Ausnahme des Sonntags. Dt^ „Gletzener FamlUenblätter- werden dem Anzeiger viermal wöchemlich beigelegt Der »Hrsstkche Laudwirt" erjdjemt monatlich einmal. Gießener Anzeiger verantwortlich tflt den aCgertftiKP P. Willko. tüt den Anzeigenteil: Rotationsdruck unb Vertag 6« Brühllche» Universilälsdruckerei (P irisch Ecdenj» Vietzen, General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Die heutige Fiummer umfaßt 8 Seiten. Mas man vom Kinder-Schutzgcfetz wissen muß. (Originalartikel deö „Gieß. Anz.") Nachdruck verboten. L Das Kinder-Schutzgesetz, das am 1. Januar 1904 in Ätaft tritt, greift tief Hinern in mancherlei Verhältnisse, die sich mit der Entwickelung des gewerblichen Lebens in den letzten Dezennien herausgebildet haben. Es beseitigt zum großen Teile Mißstände auf dem Gebiete der Kinderarbeit, uni), indem es die törperliche und geistige Wohlfahrt der Kinder fördert und ihnen die Arbeitsfähigkeit für ihr ferneres Leben sichert, wirkt es zum Segen für tausende Kinder nicht nur, sondern auch znm Beßren der Nation, der es für die Zürnst ein gesundes, nicht vor der Zeit durch Ueberanstrengungen erschöpftes Geschlecht überliefern will. Das Gesetz gibt den Kindern das Recht aus Jugend zurück, es schützt sie vor der mißbräuchtichxn Ausnutzung ihrer Arbeitskraft. Das ist das Eharalterftiische des Gesetzes und ein ganz neues Moment in unserer sozialpolitischen Gesetzgebung, daß es nicht Halt macht an der Schwelle des Haus.s. sondern es wagt, in die Rechte der Eltern über ihre Kinder einzugreifen. Ein freundlicher Zug des Gesetzes ist es jedoch^ daß es sich bestrebt, bei den Kindern nicht den Eindruck auflommen zu lassen, als ob sie vor der Ausbeutung durch ihre Eltern geschützt werden müßten; es hat deshalb für die Beschäftigung der eigenen Kinder einen größeren Spielraum gelassen und durfte das auch wohl tun, da in der Regel doch den Eltern zugetraut werden darf, daß sie auch ohne Zwang auf das Wohl ihrer Kinder- bedacht sind. Bereits durch die Gewerbeordnung war die Kinderarbeit in Fabriken verboten, das neue Gesetz regelt die Kinderarbeit außerhalb der Fabriken, es umfaßt jegliche Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben im Sinne der Gewerbeordnung, insbesondere die Hausindustrie. Lediglich die Beschäftigung der Kinder in der Land- und Forstwirtschaft und im Gesindedienst ist von der Regelung ausgeschlossen. Bei der Ernte also, beim Vieh hüten, können Kinder auch in Zukunft unbeschränkt beschäftigt werden, ebenso, wenn sie Stellungen als Knecht oder Dienstmädchen angenommen haben. Auch könnte ein Knabe als Schreiber bei einem Anwalt oder Notar beschäftigt werden, denn auf diese Betriebe findet die Gewerbeordnung keine Anwendung. Aus demselben Grunde unterliegt auch die Beschäftigung von Kindern in der Fischerei, in der Landschaftsgärtnerei (wohl aber in der Handelsgärtuerei), und beim Betriebe öffentlicher Fähren nicht den Bestimmungen des Gesetzes. Gesetzlich wird auch nichts dagegen einzuwenden sein, wenn eine Jagdgesellschaft Kinder in Dienst nimmt, wenn ein Gelehrter durch einen Schüler ein Manuskript abschreiben läßt, wenn ein Landschaftsmaler seine Staffelei, ein L e h r e r die S ch ü l e r h e s t e durch einen Jungen forttragen läßt, denn in solchen Fällen liegt kein gewerblicher Betrieb vor. Im übrigen aber ist es gleichgiltig, ob die Kinder auf Grund eines Arbeitsvertrages oder aus Grund eines FamUienverhältuijses arbeiten, ob sie Lohn bekommen oder nicht, ob sie nur gelegentlich aushelfen oder dauernd beschäftigt werden. Es tut auch nichts zur Sache, ob die Arbeit in einer eigentlichen Werkstätte stattfindet oder in Räumen, die sonst zu anderen Zwecken, zum schlafen, wohnen, kochen dienen, oder auch im Freien. Sobald es sich nicht um eigentlich häusliche Verrichtungen, sondern ulm gewerbliche Arbeit handelt, sind die Be- sliuunungen des Gesetzes maßgebend. Als Kinder im Sinne dieses Gesetzt gelten Knaben und Mädchen unter 13 Jahren, sowie die Knaben und Mädchen über 13 Jahre, die noch zum Besuche der Volksschule verpflichtet sind. Es unterstehen also sämtliche Kinder, die noch volksschulpflichtig sind, dem In einer ganzen Reihe von Betrieben ist die Kinderarbeit überhaupt verboten. Daß das Verbot der Beschäftigung von schulpflichtigen Kindern in Fabriken bereits durch die Gewerbeordnung ausgesprochen ist, wurde schon erwähnte Äuch alle sonstigen bis heute erlassenen Borscipnften, durch die die Beschäftigung von Kindern geregelt ist, bleiben neben den Bestimmungen des Kinderschuhgesetzes in Krast und werden durch sie er- aünzt. Demnach ist die Beschäftigung von schulpflichtigen Kindern verboten bei der Zündholzfabrikatron, in Wälzend Hammerwerken, in Hechxlräumen, int Betriebe der An- laaen in denen Thomasschlacke gemahlen oder gelagert wird ' in Glashütten u. dgl., bei der Herstellung elektrischer Äkkumulatoreu und Alkalichromaten, bet der Verarbeitung Bon Cichorien, in Zuckerraffinerien, Melasseentzuckerungsanstalten, in Werkstätten der Kleider- und Wäsche- konfektion, die nicht „haustndustrtell" sind und tm Hausierhandel (soweit nicht die Ortsbehorde für be- ffimmte Zeitabschnitte Ausnahmen gestaltet hat). ' Durch die kaiserliche Verordnung vom 9. Juli 1900 die Arbeit von schulpflichtigen i fremden) Kindern^ in werfllätten mit Motorbetrieb verboten worden, aras Kinderschutzgesetz dehnt dieses Verbot auf alle Kinder aus Zukunft dürfen also in Werkstätten, in denen nicht nur vorüb -gehend Motoren lausen, mögen sie nun durch Tamvf Gas, Benzin, Elektrizität oder wuper gecrteben werden Kinder nicht mehr beschäftigt werden. (Aus die vom Bundesrat zugelassener^Ausnahmen wer en wir noch 211 ftrrecüen kommen.) Sodann rst ote niuoeraroeit oer boten bei Bauten aller Art, in Z i e g e l e l e n, B r u ch e n beuu Per]onenftryrw- 5 Kellereien (b. i. Lager-, &»)»& «roßen Anzahl von Be- trieben, wo schädliche Einwirkungen auf den jugendlichen Organismus zu befürchten sind. Das Gesetz führt folgende auf: Werkstätten zur Anfertigung von Schieferwaren, Schiefertafeln unb Griffeln, mit Ausnahme von Werkstätten, in denen lediglich das Färben, Bemalen und Bekleben sowie die Verpackung von Griffeln und das Färben, Liniieren und Einrahmen von Schiefertafeln erfolgt. — Werkstätten der Steinmetzen, Steirihauer. — Werkstätten der Steinbohrer, -schleifer und -Polierer. — Kalkbrennereien, Gipsbrennereien. — Werkstätten der Töpfer. — Werkstätten der Glasbläser, -ätzer, -feyleifer oder -mattierer, mit Ausnahme der Werkstätten der Glasbläser, in denen ausschließlich vor der Lampe geblasen wird. — lLpiegelbelege- reien. — Werkstätten, in denen Gegenstände auf galvaui- schem Wege durch Vergolden, Versilbern, Vernickeln u. dgl. mit Metallüberzügen versehen werden oder in denen Gegenstände auf galoanoplastisa-em Wege hergestellt werden. — Werkstätten, in denen Blei- und Zinnspiclwaren bemalt werden. — Blei-, Zink-, Rot- und G-elkgnßurLien unb sonstige Metallgießereien. — Werkstätten der Lautier und Bronzeure. — Werkstätten, in denen Blei, Kupfer, pint oderLegierungen oreier Metalle bearbeitet ooer verarbeitet werden, mit Ausnahme von Werkstätten, in denen ausschließlich eigene Kinder und diese lediglich mit Sortieren ober Zusammensetzen von Uhrenbestauoteiven beschäftigt werden. — Metall- schleifereien und -polirereien. — Feilenhauereien. Harnischmalereien, Bleianknüpsereien. — Werkstätten, in denen Quecksilber verwandt wird. — Werkstätten zur Herstellung von Explosivstoffen, Feuerwerks körpern, Zündhölzern uno sonstigen Zündwaren. — Abdeckereien. — Werkstätten, in denen Gespinnste, Gewebe und dergleichen mittelst chemischer Agenrien gebleicht werden. — Färbereien. — Lumpen- sortierereien. — Felleinsalzereien, Gerbereien. — Werkstätten zur Verfertigung von Gummi-, Guttapercha- und Kant- schukwaren. — Werkstätten zur Verfertigung von Polsterwaren. — Roßhaarspinnereien. — Werkstätten der Perlmutterbearbeitung. — Haar- und Borstenzurichlereiem — Bürsten- und Pinselmachereien, sofern mit ausländischem tierischem Material gearbeitet wird. — BLttsederr.ünignngs- anstalten. — Chemische Waschanstalten. Werkstätten der Maler und A n st r e t ch e r. Untersagt ist auch jede Beschäftigung von Kindern bei öffentlichen t h e a t r a l i s ch e n V o r st c l l u n g e n und anderen öffentlichen Schaustellungen. Nur bei solchen Vorstellungen, bei denen ein höheresJnter- esse Ker Kunst oder Wissenschaft obwaltet, kann die untere Verwaltungsbehöroe Ausnahmen gestatten, sie muß aber vorher die SaMlaussichtsbehörde (Kreisschiul- inspektor) um ihre Meinung hören. Tiefe Ausnahmen fino an keine Bestimmung des Gesetzes über Sonntagsruhe, Schutzalter, Tauer der Beschäftigung usw. gebunden. Wohl aber ist vor Erteilung der Genehmigung zu prüfen, ob der Beschäftigung von Kindern überhaupt und in der in Aussicht genommenen Zahl sowie von Kindern der betr. Altersstufe und zin der angegebenen Tageszeit Bedenken entgegen stehen, und ob die Person des Leiters des Unternehmens genügende Sicherheit dafür bietet, daß die Kinder vor sittlichen Gefahren behütet bleiben. Ferner ist zur Vermeidung von Gesundheitsschädigungen der Kinder dafür Sorge zu tragen, daß das Auftreten in angemessenen Zwischenräumen erfolgt. Bei Zirkus aufführungen, Ar tistenVorstellungen auf Variete bühnen usw. werden Kinder keine Verwendung mehr finden dürfen. Da der Kinderschutz sich auf alle innerhalb Deutschlands beschäftigten Kinder erstreckt, werden auch ausländische Artisten ohne Kinder auftreten müssen. Das Gesetz spricht nur von öffentlichen Vorstellungen. Handelt es sich also um Aufführungen im geschlossenen Kreise, dann steht dem Auftreten von Kindern nichts im Wege. Dasselbe ist bei Vorstellungen der Fall, die nicht des Erwerbs wegen veranstaltet werben, also bei Wohltätigkeits- Vorstellungen. Heber die Mitwiriung von Kindern in Musikaufführungen enthält das Gesetz keine Bestimmung. VoMisM Tagesschau. Die Hessen in Sens. Gin Mitkämpfer aus jenen Tagen, Herr E. Sinnig- sohn, aus Michelstadt stammend und früher in Darmstadt wohnhaft, jetzt Schweizer, der „aber Hessen und seine Krieger nicht verleumden lassen toilV', schreibt dem „Darmst. D. A." aus seiner jetzigen Heimat, Zürich, über Selbsterlebtes in Sens im wesentlichen folgendes: Vorerst möchte ich Nachweisen, daß das schöne Städtchen Sens an der Yonne am 28. und 29. November zum zweitenmale von Hessen besetzt war, und zwar von einem Ersatz, der am 11. November Tarmstadt derlieh. Wie erwähnt, verließen _toir am 11. November Darmstadt unter Führung von Oberleutnant Strauß (vom 1. Siegt.). Per Bahn erreichten wir am 14. November Vitris le franyais. Unterwegs wurden wir in Les monts von einem Ende Oktober abgegangenen hessischen Ersatztrupp, der hier Etappendienste harte, begrüßt. ^n Troyes war ein hessisches Pferdedepot (lt. Generalstabswert 3. Band). Auf Befehl des Generals Tiedemann rückte das Landwehr-Bataillon 55 (Lippe-Tetmvld), jOtoic 316 Mann Hessen-Darmstädter Infanterie aas 4 Regimentern und Jägern) und 103 Chevauxlegers (aus beiden Regimentern), mit guten Pferden, unter Oberleutnant Zimmermann, von Troyes ab nach Richtung ^ens. Nach sechs inÄhevollen Tagesmärschen, auf Umwegen durch Gc- oirgsland, wo überall das Franktireurwesen wühle, tarnen wir endlich in Sens an. Wir waren beauftragt, diese Banden zu züchtigen, denn diestloen hatten einige Tage vorher in Auxonne eine Abtei.lu.riH Reronvaleszenten der 18. Division überfallen unb mehrere Mann um gebracht. Am 26. November kamen wir in d^e Nähe dieses ^-rr.es; unsere braven Reiter voraus, wir, d^e A^-chi.^arde, sa)warm- reu reccho ab, und in kurzer Zeit war Au rönne ^umrmgjt; lvir fanoen lei.de. eLue Ung.aas,.äüe vor. f.^ge,.eurer Tatsache er^iur^e der ivatoige Ma^or der 3^er lu^pe^wel- hwiber als äUester Ojftzier: „Lcv Ort wird in ovummen ausgeyen." Eine Abteilung 55er blieb dort zur Besatzung, wir Hessen mit dem Rest Lippe-Landwehr rückten mittags ab. Mas aus Auxonne geworden, wir können keine Auskunft geben, es brannte bei unserem Abmarsch, und die Flammen Löteten in Villnenve unser Quartier, den Nachthilnmel zur Feldwache. In solchen Tagen bei Unmenschen zu verkehren, wer kann da Saliftmut behalten? Auch hat man ims kerne Pjauensedern zur Verteidigung nutgegeben. In Sens teilte ich mit einem Kameraden das Quartier bei einem Geschäjts- toll egen, einem Ebensten. Turch mein Realschul-svattzösisch waren wir bald gute Jreunde geworden. Mit Stolz antwortete ich auf die Frage: de quelle pays? Tu granb due de Hesse. Ich haft „meinem Patron" in der leeren Werrstätte arbeiten. In unserem Verkehr merkte man n i ch t s v o nS ch a n d t a t e n d e u t s ch - h e s s i s ch e r S o l- baten. Zu einer Ladentochter, geb. Rheinpreußin, in der Nachbarschaft geführt, hat diese ebenfalls nichts von Plünderung sagen können. (Damen hätten nicht geschwiegen.) — Wie kommt nun v. Kretschman dazu, unseren Löwen zu besudeln? Sollte ihm vom 26. Ncovember von Auxonne irrtümlich berichtet worden sein? Es wäre wiederum ein Unrecht gegen uns. Wir Hessen hatten vor 33 Jahren so viel Disziplin, als andere Truppenkörper, und taten unsere Schuldigkeit voll und ganz. Deshalb weisen wir ungerechte Verleumdungen mit Entr üstung von u n s. Kecr und Klotle. — Heeresergänzungsge schäft und Schultz i l d u n g der Rekruten 19 0 2. Tas Kaiserliche Statistische Amt veröffentlicht eine Nachweftung utzer die Er- gebnis.e des Heercsvrgäuzmigsgeschästs, ans welcher ersichtlich ist, daß im Jahre 1902 ansgehoben sind für das Heer 213 614, für die Marine 6944 Rekruten. Tie Zahl der für das Heer Ausgehobenen hat sich seit 1893 stetig vermindert, iie betrug, in diesem Jahre 230584, im Jahre 1900 227 275 und 1901 220180. Dagegen haben sich Die für die Marine ausgehobeneli Mannschairen bis 1901 stetig vermehrt. Tie Ziffer derselben stieg von 4101 für 1893 auf 8226 für 1901. Das Jahr 1902 Weist hiergegen einen Rückgang um 1282 Aus gehobene auch jur die Marine aus. Tie Zahl der tauglich Befundenen war 1902 mit 55,3 v. H. um 0,1 v. H. höher wie im Vorjahr. Tie ft eiwillig Gingetretenen haben stetig zugenommen, sie bezifferten sich 1902 auf 31693 Militärpflichtige und 25 297 noch nicht im militärpftichtigen Alter Stehende. Lieber die Schulbildung der im Etatsjahr 1902 in das Heer und die Marine eingestellten Rekruten ergibt die Statistik, daß 104 Analphabeten — 0,04 v. H. aller Eingestellten vorhanden waren. Die Zahl der Analphabeten ist ganz bedeutend heruntergegangen; sie belief ftch 1892 noch auf 0,39 und 1882 sogar auf 1,33 v. H. der Eingestellten. Von den Analphabeten entfallen 77 auf Preußen — Höchstzahlen: 19 auf Ostpreußen, je 18 auf rwejipreußen und '^ozen und 11 auf Schlesien —, ferner 2 auf Bayern, 1 auf Sachsen, 4 auf Württemberg- je 2 auf Baden und Hessen, 1 auf Reust ä. L., 10 auf Elsaß- LoIhringen und 5 auf das Ausland. Eingestellt wurden im Berichtsjahr überhaupt 259 2u9 Mannschaften (123 Ausländer) gegen 184 804 in 1892 und 149 524 in 1882. Aus Stüöt und Lauü. Gießen, den 28. Dezember 1903. ** Auszeichnung. S. K. H. der Großherzog habeti Allergnädigst geruht, am 16. Dezember dem Vorsitzenden der Grosth. Handelskammer Osfenbachl, Geheimen Kommerzienrat Frattz Weintraud, das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großinütigen z.im 22. Dezember zu verleihen. (Weintraud beging am 22. d. M. das Jubiläum als Handelskammerpräsident.) ** Zu der Bluttat in Alten-Buseck wird uns noch nruaeteUt, daß der Attentäter Wilhelm Be ck e r IX. den Karl Alban ohne jeglichen vorhergegangenen Streit unb ohne Wortwechsel überfallen und in der grausamsten Weise hingeschlachtet hat. Er brachte ihm 8—9 tödliche Stiche bei, worauf er sofort zusammenbrach, ohne einen Laut von sich zu geben. ** Tie Weihnachtsfeier des Evangel. Arbeitervereins am Sonntag abend in der Ltrnhalla verlief wieder in schönster Weise. Den Gesängen des Gemischten Chors, dessen Tarbietungen diesmal ganz besoitders Anerkennung verdienen, reihten sich Tekiamarionen an, von Frl. Lenz und Lehrer Z i e p r e ch t ausgezeichnetge- jprock-en. Ter Nnderchor erfreute wieder die Herzen Aller. Nicht zu vergessen i)t das Jugend-Orchester, das sehr umfangreich tätig war (Festemirsch am Eingang, Kinder-Shm- phonie am Schluß des Programms, Liedbegleitung u>w.). Tie Präzision und Ausführungen machten den jugendlichen Künstlern alle Ehre. In einer schönen Ansprache behandelte Tr. Heuser die Weihnachts-Sitten und -Gebrauche ver- ;ajiebener Zeiten. Seine Schilderungen ernteten reichen Beifall. Außerordentlich gefiel auch das von Herrn Ritsert geschickt gestellte lebende Bild zu „Geoanken und Erinnerungen unterm EhcistoaumBesonders gedacht sei noch der großen, aber erfolgreichen Mühewaltung des tüchtigen Vereinsdirigenten Gernhardt, welcher als Arrangeur wie als Tirigent tätig war. Erne Verlobung zum Besten der Sterbekasje beschloß die schöne Feier. ** Förderung der beruflichen Äusbildun g der Handwerker. Tie Anmeldungen au den im Januar 1904 im Tienshgebäude Großh. Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt in AuS.iciyt genommenen Meist er kur se für Schuhmacher und Schneider sind so zahlreich emgelaujen, daß die 3xrtmGeltung dieser Kurse bereits (i^erge[teilt ist; wehere Arzm^tjiunzcn kbnnen noch berück- ftchtiA werden. Nicht recht versvLrtdlich ist es, wie es iommt, oaß die Anmetdun.gen zu dem Meisterlurs ist Schriften- m a l e n bis jetzt nur spärlich eiugexaujen sind, oöwohd doch einerseits eine Gelegenheit, das Entwerfen geschm«.avoller Schriften gründlich zu erlernen, nicht all^u hiiufig gegeben ist und andererseits die Lujfchriften an Käufern, Soliden usw., was Eharauer der Sexist, Geft-mact und Farben- gebung anbelangt, insbesondere auf dem Lande noch recht zu wünschen übrig lassen. Die durch einen solchen, 12 Lage Berlin ließen sich nur zwei Drittel (1902 66,9 1901 66,8 v. H.) aller rein evangelischer Paare kirchlich trauen. * Einem schweren Verbrechen ist man in Elt» mannshausen (Reg.-Bez. Kassel) auf die Spur gekommen. Vor einigen Tagen ist dort in einer Stube, in der sich zwei Kinder befanden, ein Brand ausgebrochen; das eine Kind wurde als Leiche aus dem brennenden Raum herausgeholt, das andere wurde gerettet, hatte aber schwere Brandwunden erlitten und mußte nach Eschwege ins Krankenhaus gebracht D. Rockefeller sen., der Großvater des neugeborenen Kindes, hat erklärt, daß er den grüßten Teil seines unermeßlichen Vermögens seiner Enkelin vermachen werde. Während der letzten zehn Jahre hat das Vermögen der Rockefeller sich beträchtlich vermehrt; wie behauptet wird, ist es von 600 000 000 Mark auf 4000 000 000 Mark gestiegen. Wenn dieses Vermögen fortsahren sollte, sich im selben Verhältnis M vernnehren, könnte die kleine Abby im Alter von 60 Jahren über die Kleinigkeit von 349 424 000 000 000 Mark verfügen. Vermischtes. • Paris, 28. Dez. In Qessure, Departement Aveyron, explodierte vor dem dortigen Pfarrhaus eine Dyna- mitpatrone, wodurch das Gebäude zum Teil zerstört wurde. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. * Wien, 28. Dez. Wegen Fallit-Erklärung beging heute der Inhaber der Seidenfirma Moritz Lunger einen Sel bstm ordversuch, der mißglückte. Wie die ,F. P." meldet, belaufen sich die Passiven auf 7 50 000 Kronen. Beteiligt sind Wien, Berlin, Crefeld, London, Paris, Lyon und Zürich. • Zeitungs-Jubiläum. Die illustrierte Damen- und Modezeitung „Der Bazar" beginnt am 1. Januar ihren 50. Jahrgang. Die Jubilarin hat den Ruhm, seit 50 Jahren als Herold der Mode die beliebteste Damenzeitung Deutschlands zu sein. Die treue Gunst des Publikums in dieser langen Zeit verdankt sie ihrem steten Bestreben, den Abonnen- tinnen nützlich zu sein: durch frühzeitige Darbietung der i allerneuesten Moden in zahlreichen Toiletten von einfacher Eleganz mit Naturgrößen Schnittmustern unb durch eine Fülle stilvoler Handarbeiten mit leicht faßlichen Anleitungen zum Nacharbeiten. Die feinsinnig redigierten Unterhaltungs- Nununern enthalten fesselnden und belehrenden Lesestoff. Der „Bazar" gewährt den Abonnentinnen aus Anlaß des Jubiläums eine außergewöhnliche Vergünstigung dadurch, daß er ihnen fortan seine rühmlichst bekannten ausgeschnittenen und gebrauchsfertigen Schnitte zum Preise oon nur 10 Psg. franko liefert, die den Nichtabonnenten mit 75 Psg. pro Stück berechnet werden. Abonnentinnen, welche diese Vergünstigung benutzen, erzielen damit eine Ersparnis, die der Ausgabe für das Abonnement gleichkommt.j • Die Zahl der evangelischen Taufen und Trauungen zeigt, wie die „Statist. Korresp." auf Grund der von den preuß. Konsistorien ausgenommenen Listen mitteilt, auch im Jahre 1902 im Vergleich zu der Anzahl der Lebendgeburten und bürgerlichen Eheschließungen eine erfreuliche Höhe. Auf 100 Lebendgeborene aus rein evangelischen Ehen kommen 96,55 (1901 96,18), auf 100 Lebendgeburten aus evangelischen Mischehen 95,02 (94,96) und aus 100 uneheliche Lebendgeburten evangelischer Mütter 85,07 (84,89) evangelische Taufen. Auf 100 bürgerliche Eheschließungen rein evangelischer Paare wurden 93,60 (1901 93,52) aus 100 bürgerliche Eheschließungen evangelischer Mischpaare wurden 91,69 (91,94) evangelische Trauungen gezählt. In befand sich kürzlich am ‘^ibcnb auf dem Heimwege. Tu fiel plötzlich ein Schuß. Da er das Geschoß vorbeisausen horte, mußte er wohl annehmen, daß es ihm gegolten habe. Die Untersuchung wird wohl Licht in die my^riose Angelegenheit bringen. ß Aus demOhmtale,28. Dez. Eine eigenartige Christ gäbe wurde gestern den Bewohnern verschiedener Ortschaften unseres Tales beschert. Drei junge Bur-chen a. s Wieseck gaben in jedem yaiije einen Kalender in rotem Umschläge ab. Das Kalendarium i,: Nebensache und Maske, Hauptsache die Propaganda, die namentlich in tun Artikeln /Xie Religion ist Privatsache uno die Sozialdemokratie eine Religion" und „Was die Sozialdemokraten wolle n" zur Geltung kommt- Die anderen Parteien könnten sich fürwahr an oieser Art der Agitation ein Muster abgucken. Hier geschieht aber meist nur dann etwas, wenn eine Wahl vor oer Tür steht, in anderen Zeiten kümmert füg niemand um Parteicmgettgen- hetten. -t. Ulrichstein, 28. Dez. Heute früh nach 4 Uhr wurde unser Bergstädtchen, durch Feuerallarm erschreckt; es brannte in der Hosraite des Landwir.s :Pilyelrn Schmitt, gerade über dem Fuhrwerk an der Straße nach Bobenhausen zu gelegen, fast genau lstnttr der etile, wo es vor ungefähr 3Va Jahren hier auty g. bräunt haue. Duuy Mit Beginn lies neuen Jahres 1904 wird die parlamentarische Tätigkeit in Berlin und Darmstadt aufs neue einsetzen und außerordentlich interessante Verhandlungen im Reichs- und im Landtage stehen bevor. Der Gießener Anzeiger steht unter den Blättern Hessens mit an erster Stelle in Bezug auf Reichhaltigkeit, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit gerade der parlamentarischen Berichterstattung. Ec gewährt ein erschöpfendes, gut orientierendes Spiegelbild des politischen und wirtschaftlichen Lebens. Wir bitten, bei unseren Bezugsstellen oder bei der Post sofort zu abonnieren, um Verzögerungen in der Zustellung zu vermeiden. usw. wieder verkauft wurden. Es liegt im Interesse jeder Gemeinde, möglichst viel Gelände zu besitzen. -c- Aus der Wetterau, 28. Dez. In Frred- berg tft der Bau eines Steuerkommissariatsgebäudes geplant, welches 1904 begonnen werocn soll, nachdem das seitherige Rentamtsgebäude für 70 000 Mk. in den Besitz des Kaufmanns Fertsch übergegangen ist, Zurzett hat das Steuerkormnijsariat gemietete Geschäftsräume in der Bismarckstraße. — In Staden hat der Gemeinderat den Plan aufgegeben, das alte Schloß zu Schulzwecken einzurichten. Die Gemeinde hat das schloß nebst Gut zu rund 50 000 Mk. erworben. — In Ostheim ist der Schulhausneubau im Rohbau vollendet. Das Gebäude steht in der Nähe der Haltestelle und enthält 2 Schulsäle und zwei Wohnungen. Mit seiner Vollendung im Herbst 1904 wird die jetzt noch eüiklassige Schute in eine zweitlassige verwandelt. )( Grünberg, 27. Dez. Tas vom hiesigen Gesangverein gestern abend in der Turnhalle veranstaltete Konzert erfreute sich eines sehr zahlreichen Besuches; sowohl die Einzel- wie Chorvorträge sanden eine dankbare Zuhörerschaft, und ein nachfolgendes Tänzchen hielt die Teilnehmer in hetterster Stimmung beisammen. -t. Schotten, 28. Dez. Die verschwunden gewesene Frau I. aus Kauistos hat sich w i e d e r e i n g e - stellt. Ueber die Wiederkunft meldet der frohe Ehemann im hiesigen Blatte folgendes: „Ter redliche Finder meines Weibes hat trotz meines Gesuches im Blatte sie mir doch wiedergeschickt. Sie wird ihm hoffentlich für die Kost zu teuer geioejcn sein, was bei mir der Fall schon 32 Jahre war. 8Breungeshain,28. Tez. Der in Tcuristenkreisen bekannte Gastwirt Johannes Appel ist vorige Woche gestorben. Er Hatto sich zur Heilung eures Hal-geschwu.s in die Gießener Klinik begeben und dieselbe, wie verlautet, zu früh verlass en. )( Höckersd orf, 28. Tez. Einen Schurkenstreich beabsichtigte apn ersten Weihnachtsfeiertage ein noch bis jetzt nicht ermittelter Mensch an einem hiesigen Einwohner auszuftchren. Dieser hat im Lause des Jat-rus (ein Haus und feine kleine Scheuer neu aufbauen laufen. Während die Weihnachtsglocken die Gemeinde zur Christmette riefen, ging ein Schurke hin, begoß den Giebel der Scheune mit Pe.troleum und zündete ihn an. Seine Absicht sollte indessen nicht zur Ausführung kommen, das angelegte Feuer ging von selbst aus, und das Anwesen blieb vom Abbrennen verschont. Hoffentlich gelingt es, den Täter festzustellen und ihm den gebührenden Denkzettel an- zuhängen. (-) Merlau, 28. Dez. Eine dunkle Geschichte bewegt die Gemüter unserer Einwohner. Unser Bürgermeister daß er den nächtlichen Uebersall auf den 'Wier Steinbach verübt hat. Es fanden sich bet ihm alterlei toaten, Einbrecherwerkzeuge, falsche Papiere usw. Er trug währenden Kurs gebotene Möglichkeit zur weiteren Ausbildung sollte desh-alb von denjenigen Malern, Lackierern usw., bie sich im Schriftenzeichnen noch nicht ganz sicher fühlen, nicht versäumt werden. Weiterhin fei nochmals auf die im Januar vorgesehenen Kurse für Sattler im An- jertiqen von Kummeten, für Maler, Lackierer und Weißbinder, sowie für Schreiner und Glaser im Holz- färben und Leizen, für erstere auch im Holz- und Marmor- rnalen aufmerksam gemacht. Erstmals veranstaltet wird in der zweiten Hälfte des Monats Januar auch ein Meister- kursuä für Wagner, über welchen eine kurze Mitteilung bereits gebratfM wurde. Auf diesen Kurs sei aber nochmals besonders hingewiesen, weil bei dem Besuch desselben jedem entsprechend beruflich ausgebildeten Teilnehmer Geiegen- cheit gegeben ist, das Anfzeichnen der Wagen, sowie nach Wunsch die selbständige Anfertigung eines Last-, Gesihäfls- (ober Jagdwagens usw. zu erlernen; eine Gelegenheit, iveidje strebsamen jungen Leuten so leicht nicht wieder geboten ist. Anmeldungen zu allen diesen unter Anleitung tüchtiger Handwerksmeister veranstalteten Kursen werden von der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt ent- > gegengenommen. _ t. Großen-Buseck, 28. Tez. Tiefer Tage hielten die Mitglieder des israelitischen Kr a n k e n v e r e i n s ihre Generalversammlung ab. Nachdem der Rechner entlastet ivar, wurden die Herren G. Zvosenberg als Präsident, F. Wallenstein als Rechner wieder- und S. Meyersech als Kontrolleur neugewählt. Tas kürzlich verstorbene Mitglied Ack Wallelistein wurde gebührend geehrt. ** Klein-Linden, 28. Dez. Durch Vermittlung des Direktors Paseoe non Gießen wurde, wie im vorigen Jahre, •eine Weihnachtsgabe für unsere Kleinkinderschule und für eine arme Witwe in Höhe von 140 Mk. gespendet. k. Lützellinden, 27. Tez. Ter frühere Besitzer des Gießener Braunsteinbergwerks, Fernie, hat uns durch seinen Gerieralbevollmächtigten, Direktor Paseoe, in Gießen, auch zu dem diesjährigen Christfeste wiederum, wie seit einer Reihe von Jahren, reiche Liebesgaben zugewandt. Es erhielten zum Geschenke unsere Kleiiikinderfchule 100 Mk. zur Bestreitung der laufenden Untoften und eine bedürftige Bergmannswitwe in Hörnsheim 40 Mk. Diesen treuen, langjährigen Wohltätern ist man hier aufrichtig buntbar. Bergelt's Gott! -i- Friedberg, 27. Dez. Die Stadt hak beider Versteigerung des Salzmann'scheu Besitztums Grundstücke in der Größe von 45,550 Quadratmeter zu rund 35 000 Mark angekauft. Tie früheren Gemeindeverwaltungen hatten sehr oft von den ehemals bedeutenden Ländereien der Stadt große Grundstücke verkauft, um die städtischen Ausgaben zu decken ohne Erhöhung der Gemeindesteuer. Dabei kam es nicht selten vor, daß diese Grundstücke .nach Jahren von dem Käufer mit bedeutendem Gewinn als Baugelände Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r ft a a t e n. Beigeordneter Dr. Glas sing in Dar tust a d t beabsichtigt, seinen ^.osten in kurzem zu verlassen, oa er für eine selbständigere Stellung in der Verwaltung von Mainz vorgesehen ist. — Eiledchi. ist^ die Stelle des Pfandmeisters des BeitreibungKbezirks Friedberg. — Jii Mühlheim a. Main schog vor einem Gajlyause ein itember Arbeiter ohne jede Veranlassmtg auf einen aus oem Gastzimmer tretenden Italiener, sodaß iDiefer tödlich verletzt wurde. Er wurde in das Kreis tranken Halls zu Offenbach verbracht, iju er verstarb. Der Attentäter soll, die Schußwaffe in der Hand haltend, gerufen haben: Wer aus dem Wirtshaus komme, lveroe totge.chojsen. — In Wiesbaden ift der 19jährige Mechaniker F^itz Tilgrr, ^oh.i eines z .l.zeMmmi.jars nt Dü.feldorf, iejigenvmmen ! worden, der iui Sehtemoer schon ul Frankfurt ver- ijajtet uni) aui jeinen ^eisteszu,.and beobachtet wurde, aber vlU| der Beobachtungsjiatwn elirwichen war. Dian glaubt, Station. Rian fängt jetzt auch vielfach an, Knechte ohne Beköstigung in den Dienst zu nehmen; solche sind mit einem Icchreslohn von 800 Mark und darüber gedingt worden. Kein Wunder, daß gerade in Betreff der Dienstbotenfrage man viele wohlberechtigte Klagen hört, denn die G e finde - löhne sind in der Tat oft kaum zu erfchwingen. Marburg, 27. Tez. Tie nächstjährige Jahresversammlung des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde soll hier abgehalten werden, well es im nächsten Jahre 400 Jahre sind, daß Landgraf Philipp der Großmütige hier geboren wurde, und aus diesem Anlaß mit der Jahresversammlung eine Gedächtnisfeier dieses Geburtstages verbunden werden soll. Vom Magistrat und von den Stadtverordneten wurde eine Kommission gewählt, die in Verbindung mit dem Vorstand des Hessischen Geschichtsvereins die vorbereitenden Schritte in der Angelegenheit tun soll. st Marburg, 2,8. Tez. Die heute abgehaltene Sitzung der Stadtverordnetenversammlung trug einen in hohem Grage interessanten Charakter. Tie hiesige Stadtverwaltung beab,ick)tigt, im Nordviertel ein rund 2-illäffvgLö 1 . prinhffp ps als e§ fidb einiaermaßeu erholt EfchMn lÄ“"SÄ halte, U ein Verwandter' kurz o°r dem Ausbruch d--Fe»«- Schlutup aus Charlottenburg den 1000 Mk. betragenden m der Stube gewesen fei, und das Brüderchen, welches beim 1. Preis. Architetlen aus Marburg hallen sich nicht an dem Spielen sehr laut geworden war, derart gezüchtigt habe, Wettbewerb beteiligt. Jetzt hat nun der Magistrat einem daß der Knabe wie tot zu Boden siel. Die Staatsan- Vertrag zugestimmt, nacy welchem Schlump hier für 2500 rvattschast hatte schon infolge umlaufender Gerüchte die Aus- Mark die Anfertigung der detaillierten Pläne für das Ge- Grabung der Leiche des ersten Kindes veranlaßt, und die bäude übertragen werden soll, während das Letzterei se.-bst » ^iche Untersuchung ergab, daß der Tod nicht infolge der unter der Ober auf, rcht des jiadnschen Bauamtvgehaut wird. i8röanbrounben auch nicht infolge Erstickens im Qualm ein- In einem Rundschreiben an die Stadtverordneten bittet Täal Rundsch " eine nun der Marburger Architekt Tauber darum, bie;eni getreten ift. Es wurde nun nach ber , 9 ♦ Magisrratsbeschluß nicht zuzustimmen, da in Marburg genug Untersuchung eingeleitet, da em Verwandter der Kinder dringend Archilellen seien, welche das Schulhaus bauen könnten, verdächtig ist, den Knaben bei der Züchtigung getötet und Zudem sei der prämiierte Entwurf in den Augen das Feuer angelegt zu haben, um die Entdeckung der Tat der Fachleute eine sehr dürftige Arbeich es wären vereiteln. bedeutend bessere Entwürfe dabei gewesen. Tie sehr um- • @ine gro^c Brandkatastrophe ereignete sich un- fangreid^e Debatte endet damit, daß der Magistrats-I d^r Pere-Marquette-Bahn im amerika- antrag mit Stimmengleichheit fiel und nunmehr als Staate Michigan. 22 Menschen wurden getö tet, neuer Aiitrag in der nächsten ^adtverordnetenuer mnmlung Der Unfall ,st auf das Austüfchen des roten Mn MMuNafjuna über die Wltigk^it der Stadt- Tignallichts durch den Sturm zmückzuführen. Zwei Personen- Verordnetenwahlen in der 3. Klasse wurde ausge- züge fuhren nut gewaltiger Schnelligkeit gegeneinander. Sie sührt, daß der Spediteur Heppe Einspruch erhoben habe, wurden vollständig demoliert. Die meinen von den Toten Rach eingehelider Prüfung wurden sämtliche Wahlen, mit und Verletzten waren aus Grand Raplds. Ausnahme der des KreisjekretärS Voß, der als Polizei- »Die reichste Familie der Welt. Die amerika- beamtet nicht wählbar fei, für gültig erklärt. | S8(ättev sind gegenwärtig voll von Einzelheiten über die Familie Rockefeller, die sie für die reichste der Welk erklären; den Anlaß bietet ihnen die Mitteilung, die John D. Rockefeller junior aus New-Pork von der Geburt des ersten Kindes macht. Es ift cm Mädchen und hat den Namen Abby-Aldrich erhalten. Der Petroleumkönig, John Pfund Lebendgewicht. Darmstadt, 28. Dez. Prinz Friedrich Eugen zu Solms-Braunfels (geb. 1893), der jüngste Svhu des verstorbenen Prinzen Hermann zu Solms-Braunfels, ist gestern hier gestorben. _ I Erbach i. Odenwald, 28. Dez. Gestern abend wollte der Landwirt Hofjerberth aus Etzengesäß in Mümling Grum- bach aus dem fahrenden Zuge Frankfurt-Eberbach aus st eigen; er tarn unter die Räder, beide Beine wurden ihm abgefahren. Während des Transportes nach dem Hospttcll hierher gab der Verunglückte seinen Geist auf. , . , • Aus Rheinhessen, 28. Tez. Der bewahrte Arbeiter Schömbs in Albig stürzte beim Dreschen vom Scheunen- qerüft in die Tenne und brachdasGenick. — Elsheim verunglückte der Steinbruchbesitzer Braunbeck. ch. Aus dem Biebertal, 27. Dez. Der dritte Weihnachtstag ift für viele Herrschaften in Stadt und Land zu einem kritischen Tage geworden, indem an demselben die Dienstboten aus dem alten Dienst aus- und in den neuen Dienst eintreten. Vielfach führt der Tag auch den Namen ,Bündels Geburtstag" oder ^Wandertag", da alljährlich auf diesen Tag die Bündel geschnürt werden oder gewandert wird. Es sind in den letzten Jahren nicht allein die Dienstbotenlöhne stetig gestiegen, sondern es hält überhaupt oft schwer, in hiesiger Gegend Dienstboten zu bekommen, zumal alle freien Arbeitskräfte den Fabriken zu- cilen. Die Löhne der Dienstmädchen sind daher auf dem Lande eben so hoch wie in der Stadt. Ein erwachsenes Dienstniädchen bekommt mitunter 240—250 Mark jährlich und, wie üblich, noch einige Zugaben an Kleidungsstücken oder ein paar Schuhe. Ein Knecht erhält einen Jahreslohn von mindestens 350 Mark und noch darüber bei völlig freier den herrschenden Frvst war ein solches Glatteis auf den Straßen, daß das Fortkommen dort am Bergesabhang sehr ckjlecht und gefährlich war. Ob es unter den schwierigen obtoalteuben Verhältnissen den eifrigen Bemühungen unserer t'Wiqen Feuerwehr bei dem heftig gehenden Rordwestwiiid gelingen wird, das anarenzeiide Nachbarhaus zu rettem i't Koch fraglich. Stall mrd Sck>euer des Schmitt stnd bereits abgebrannt, das Vieh konnte gerettet werden, die Hühner verbrannten. Ueber die Erllstehungsurj achss rst | noch nichts bekannt geworden. Dieser Brand ist wieder! eine lebhafte Warnung für alle Gemeinden, die noch nicht int Besitze einer Wasserleitung sind! Wäre dte Ulrichsteiner j Wasserleitung schon im Gange gewesen^ so hätte fie jetzt die wertvollsten Dienste leisten köunen. § Vom oberen Vogelsderge, 27. Dez. Die Ar- beiten an der seit vorigem Jahre im Bau begriffenen Nebcn- bahnslrecke Gedern-Grebenhain nehmen durch die either fortgesetzt günstige Witterung ihren ungestörten Fortgang. Im gräflichen Walde, an der Staatsstrabe Gedern- Hartmannshain ist die Holzverladestelle so ziemlich vollendet, an mehreren Stellen werden gegenwärtig mächtige Basaltfelsen mit Dynamit gesprengt. Infolge der vielen Quellen und starken Abflüsse sind eine große Anzahl Durchlässe am Bahnkörper zu bauen. — Die Schweinepreise sind noch im stetem Sinken begriffen, die Metzger und Händler zahlen durchschnittlich nur noch 46 bis 48 Pfennig pro Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Köln, 28. Dez. In der heutigen außerordentlichen Hauptversammlung der „Fabrik feuerfester und säurefester Produkte Vallendar" in Konkurs wurde, wie die Kölner Abendblätter melden, mit überwiegender Mehrheit der Vergleichsvorschlag der Aussi.ch4sra.s- mitglieder Dr. Th. Tuchen-Halle und Geh. Samtätsrat Tuchen-Berlin angenommen, nach dem diese auf ihre Forderungen gegen die Gesellschaft von 350 000 Mk. verzichten und 400 000 M. bar unter der Voraussetzung zahlen, oaß die Konkursmasse der Gesetlschast auf alle weitergehenden Ansprüche verzichtet. Ebenso wurde der Bergleicysvor- schlag des früheren Aufsichtsra.smitgliedes Baron d'Aü- laing v. Gießenberg angenommen, der ebenfalls 250 000 Mk. anbot, lvogegen eine Forderung an die Gesell- fchast mit 05 000 Mk. ausgerechnet wird. Die Versammlung ermächtigte schließlich den Konkursverwalter mit dem früheren Vorsiheirden des AufsichtsralA, Geh. Justizrat Tr. Ne atz in Gießen, auf der Grundlage zu verhandeln, daß er aus feine Forderung gegen die Gesellschaft verzichte und 12000 Alk. bar zahle. Deutsche Reichsbank. In der gestrigen Sitzung des Zentralausschusses führte Präsident Dr. Koch aus, für die Anlagen sei noch zum Jahresschluß weitere Steigerung zu erwarten; die Bank dürfte daher beträchtlich in die Notensteuer kommen, iedoch eine Diskonterhöhung nicht zu erwarten sein, daß der Januar große Rückflüsse bringe. Tie Wechselkurse seien für Deutschland günstig, der Goldbestand verhältnismäßig gut und weitere Zunahme in Aussicht zu nehmen. Kommerz- und Diskontobank Hamburg. Wie wir bereits mitteilten, hebt die Bank ihre Frankfurter Filiale, mit der sie nur wenig Glück gehabt hat, auf. An ihre Stelle tritt eine Kommanditgesellschaft unter der Firma I. Dreyfus L Co., an der die Kommerzbank sich mit einer Kommanditeinlage von 3 Mill. Mark beteiligt. Universitäts-Nachrichten. Königsberg, 28. Dez. Der kommandierende G en e r a l München, N ö l d e k e-Straßburg, Ahbö- Jena und N e u m a n n-Lerpzig- — Sophus Rüge, als Geograph, Ethnograph und Hoch' schullehrer gleich geschätzt, ist, 72jährig, in Klotzsche bei Dresden g e sl o r b e n. Der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit Ruge's liegt in feilten Forschungen zur Geschichte der Erdkunde. Oncken übertrug ihm die Abfassung des Bandes „Geschichte des Zeitalters der Entdeckungen" für das von ihm herausgegebene Sammelwerk „Weltgeschichte in Einzeldarstellungen." Von umfassenden Veröffentlichungen Ruge's sind weiter die Studien: „Die erste Vermessung des Kurstaates Sachsen von Mathias Oncken", „Tie Elttdeckung des Seeweges nach Indien durch Vasco de Gama", „Die Entwickelung der Kartographie von Amerika bis 1570" zu nennen. Für wettere Kreise schrieb Rüge ein Leberrsbüd des Columbus. Auszug uus btn Ltuulksumlsregiflkri btr Slibl Citßrn. Aufgebote. Am 19. Dez. Karl Meifel, Taglöhner dahier, mit Emilie Blieder hierfelbft. — 22. Ludwig Henkel, Schutzmann in Worms, mit Alarm Hahn dahier. — Henry Maria Joseph Honeix de la Brousse, Sprachlehrer dahier, mit Margarete Brüder in Gambach. Eheschließungen. Am 19. Dez. Heinrich Karl Johannes Schweitzer, Taglöhner dahier, mit Elisabethe Auguste Wuhelmiue Gehrke Hierselbst. — Ferdinand Franz Karl Anton Heßler, Rangierer in Bad-Nauheim, mit Maria Holschuh dahier. — 22. Philipp Stocker, Heizer dahier, mit Katharine Schäfer in Annerod. — 23. Peter August Wagner, Eisendreher dahier, mit Anna Katharine Wagner Hierselbst. — Heinrich Johann Genus, Kutscher dahier, mit Elisabethe Zirkel Hierselbst. — Karl Peppel, Dieiislknecht dahier, mit Anna Elisabethe Bornemann Hierselbst. — Philipp Luh HL, Erdarbeiter dahier, mit Anna Schmalz in Hungen.— Karl Ernst Born, Kaufmann dahier, mit Charlotte Lina Johannelte Christiane Konraduie Faß dahier. — 24. Heinrich Borig, Bahnarbeiter in Garbenteich, mit Maria Janz dahier. Geborene. Am 12. Dez. Dem Uhrmacher August Schwab ein Sohn. — 14. Dem Schneider Wilhelm Hofsuiann eine Tochter. — 15. Dem Handschuhmacher Heinrich Heun ein Sohn Hans Wilhelm. — 18. Dem Landbriefträger Heinrich Arend ein Cohn Karl. — Dem Lokomotivheizer i. P. Friedrich Peil eine Tochter Marie. — Dem Schlosser Hugo Nitzsche ein Sohn Friedlich Ludwig Karl. — 19. Dem Kesselheizer Heinrich Rispel ein Sohn. — Dem Färbereibesitzer Neinhold Thomas eine Tochter Lilly Erna. — 20. Dem Tienstknecht Heinrich Becker em Sohn. Gestorbene. Am 19. Dez. Wilhelm Bender, 6 Tage alt, Sohn des Hists- waqennieisters Wilhelm Bender dahier. — 20. Charlotte Brühl, geb. Friedel, 59 Jahre alt, Ehefrau des Sattlermeisters August Brühl dahier. — 22. Emil Sauer, 61 Jahre alt, Privatmann dahier. — 24. Katharine Mootz, geb. Oßwald, 49 Jahre alt, Witwe des Bahnwerkstättearbeiters Wilhelm Mootz dahier. — Karl Voll- brecht Friedrich Wenzel, 10 Monate alt, Sohn des Taglöhners Johann Friedrich Wenzel dahier. Auszug aus de» Kirchrubülhern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getaufte. Lukasgemeinde. Den 13. Dezember. Dem Aufseher Johannes Pfeil eine Tochter Luisa Paula, geb. den 2. Rov. — 19. Dem Hilfswagenmeister Wilhelm Bender ein Sohn Wilhelm, geb. den 13. Dez. — Johannesgemeinde. Dem Dienstmann Eduard Lind eine Tochter Johanna, geb. den 9. November. Getraute. Johannesgemeinde. Den 19. Dezember. Heinrich Karl Johann Schweitzer, Taglöhner zu Gießen, und Elisabethe Auguste Wilhelmine Gehrke, Tochter des Eisenbahnarbeiters Wilhelm Gehrke zu Herborn. Famiticn-Uachrichten. Verlobte: Cecile Assenheim mit Simon May, Offenbach und Darmstadt. — Lore Weiß mit Ludwig Kappus, Offenbach. Geburten: Dem Herrn C. Sauerwein in Butzbach eine Tochter. Gestorben: Phil. Kraus, Frau Marie Selzer Witwe, Frau Louise Werner, geb. Parcus, Frl. Anna Becker, Frari Elisabethe Korb, geb. Mutz'; sämtttch m Darmstadt. Kpielplau btr vereinigten Frankfurter Stabttheater. Opernhaus. . Mittwoch den 30. Dezember, nachmittags, halb 4 Uhr: zessm Goldhaar. Abends halb 8 Uhr: „ ± re ReMmentstochter. Donnerstag den 31. Dezember, nachmittags 3 Uhr. ^PnnMn Goldhaar" Abends halb 7 Uhr: Zum ersten fio e- „ILpa urte, der Wassermann." Freitag den 1. Januar, nachmilst 6 'halb 4 uyr. „Prinzessin Goldhaar". Abends 7 Uhr: „Rlenzl. ^^/og den 2. Januar, nachmittags halb 4 Uhr: „Prinzeßm ^oldhaa . Abends 7 Uhr: „Apajune." Sonntag den 3. Januar, nachmittags halb 4 Uhr: „Prinzessin Goldhaar." , Abends 7 Uhr. .Mar. garethe." Alontag den 4. Januar: „Mignon. Schauspielhaus. Mittwoch den 30. Dezember, nachmittags 2 Uhr: „Die Jungfrau von Orleans." Abends 7 Uhr: „Ter Strom." Donnerstag den 31. Dezember"): „Alt-Frankfurt." Freitag den 1. Januar nachmittags halb 4 Uhr: „Zapfenstreich." Abends 7 Uhr: „aas Frau vom Meer." Samstag den 2. Januar: Strom. Soiiiitag den 3. Jaiiuar, liachmittags halb 4 Uhr: „Japien- streich." Abends 7 Uhr: „Tic Frau vom Meer." wrontag den 4. Januar: „Wilhelm Teil." Tienstag den o. Januar: „JJtmna vori Barnhelnr." •) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Todcs-Anzcigc empfiehlt billigst 9493 65 'S y 5 öS -dl Diverse Sorten Christian Wallenfels 11 W Telephon 262. Gegründet 1826. n M; 5^ahuhofßr. 35. Ende gegen 11 Uhr. Anfang 8 Uhr. Alkoholfreie I zu billigen Preisen. 9463 H06hfsin3t^3Ä!.1.2Qi LZÄ WM Wonnebrau ? M^rktstresse /V. 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Büchsanflsiscb im Ausschnitt und in ganzen Dosen empfiehlt 9313 Christian Wallenfels 17 Marktplatz 17 Telephon 262. Gegründet 1826. Theater-Verein. Samstag den 2. Januar 1904, 8 Uhr in der grossen Aula der Universität: Vortrag des Herrn Prof. Df. CoIIlll „lieber Ibsen und sein Schauspiel Hedda Gabler.11 Für die Abonnenten des Theatervereins, sowie für Alle, die eine Tageskarte zu der Vorstellung gelöst haben, ist der Eintritt frei. Diejenigen, welche kein Billet vorweisen können, zahlen 50 Pfg. Eintrittsgeld. Mittwoch den 6. Januar im Stadttheater V. Vorstellung. Gastspiel von Frl. Brsne Triesch als Hedda Gabler. Es wird gebeten, durchaus pünktlich zu erscheinen. „ach kurzem, aber schwerem Leiden im Alter von 22 Jahren in Nürnberg sanft verschieden ist. Um stilles Beileid bittet namens der tieftrauemdcn Hinterbliebenen: KaH MWlMGtt. Nürnberg, Stuttgart, Gießen (Ebelstraße 32), den 28. Dezember 1903. 9577 Die Beerdigung findet Mittwoch den 30. Dezember in Nürnberg statt. 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