Nr. 254 «rfftetttt täglich außer Sonntags. Dein Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt bte Gießener Familien» blätter viermal in der Woche beigelegt. RoiattonSdruck n. Verlag bei Brü h l'scheu llnivers^-Hnch- n.Stein- brucker« (Pretsch Erden) Redaktion. Expedition and Druckerei! Gchulstraße 7. Adresse für Depeschen! Anzeiger Gießen. Krrnsprrchanschlutz Nr. 6L Zweites Blatt« ISS. Jahrgang Donnerstag 2S. Oktober LN03 __ _ _ Ä _ BezngSpretSi UI monatl»ch75Pl^viertel- GietzenerAnzelgerW w General-Anzeiger v den yolb. and allgrm, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen WWZ 9r zeigenteil: Hans Beck. Die Heutige Wummer umsaßt 8 Seite« / ■_■■■■ ■! — ■■■'■!«■■■■■------- . Deutsches Keich. Berlin, 28. Okt. Zur letzten Abendgesellschaft b e i nr R e i ch s k an z l e r, zu der, wie wir meldeten, ein kleiner erlesener Kreis, Männer wie Adolf Harnack, Rein- hold Begas, Slaby u. a., geladen war, hatte der Kaiser eine noch nicht erschienene, ihm vorher überreichte kunst- kritische Schrift mitgebracht. Sie hat zum Verfasser den 71jährigen Kunsthistoriker und Aesthetiker Geh. Re- gierungsrat Prof. Dr. Karl Justi, Ordinarius in Bonn, bei dem der Monarch auch tvährend seiner Studienzeit in der rheinischen Musenfladt kunstgeschichtliche Vorlesungen gehört hat. Der Kaiser hatte die Schrift bereits gelesen; davon zeugten blaue Anstriche hier und dort am Rande. Rach dem Abendessen bat er den Direktor des Neuen Schauspielhauses in Hamburg, Prof. Dr. Freiherrn Alfred von Berger, die Arbeit dem Kreise der Gäste vorzulesen. Die Schrift Justis beleuchtet die m o d e r n e Kunstrichtung in scharfer, k r i t i s ch e r W e i s e, ausgehend auch von historischen und ästhetischen Gesichtspunkten. Die Vorlesung dauerte etwa eine Stunde. Unter den Zuhörern befanden sich auch Drau Gräfin Bülow und ihre Mutter Donna ^aura Minghetti. c, — Der Kaiser vollzog heute die Ernennung des Regierungspräsidenten in Potsdam, v. Moltke, zum Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen. __ Der Kaiser verlieh dem Admiral ä la mite des Seeoffizierkorps, Freiherrn v. d. Goltz, durch allerhöchste Kcrbinettsordre vom 28. Oktober die Brillanten zum Großkreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub. — Der Zusammenkunft des Li' a i s e r s mit dem Z a r e n inWies baden wird, wie aus Petersburg gemeldet wird, der dortige deutsche Botschafter Graf Alvensleben beiwohnen. Die Zuziehung des Reichskanzlers Grafen Bülow zu der Kaiserbegegnung erfolgt auf Einladung des Zaren. ,, . , . — Das Kaiserpaar machte heute einen Spaziergang im Park von Sanssouei. Von 10i/2 Uhr ab hörte der Kaiser die Vorträge des Ministers des Königl. Hauses v. Wedel, des Ministers des Innern Frhrn. v. Hamnierstein und des Chefs des Zivilkabinetts v. Luchnus. Mittags empfing der Kaiser den neu ernannten Präsidenten des Reichsgerichts Dr. Gutbrod und den Chef des Marine- kabinetts Frhrn. Senden-Bibran. — Die „Nordd. Allg. Ztg." berichtet über eine im Reichsamt des Innern zusammengetretene Kom mi ssio n, sie bezwecke den Austausch der Erfahrungen auf dem Gebiete der Schlachtviehversicherung. Den Vorsitz führt der vortragende Rat im Reichsamt des Innern Eucken-Addenhausen; außerdem nehmen aus dem Reichsamt des Innern teil die Regierungsräte Beckmann und Dänisch Von den 40 Vertretern der verbündeten Regierungen seien genannt die Geheimräte Förster, Pistor, von Knebel-Döberitz, Freusberg und Schrötter aus Berlin, Präsident v .Haag aus München, Geheimrat Kunze-Dresden, Regierungsrat Sting-Stuttgart, Geheimrat Krems-Karls- ruhe^_ ber heMgen Sitzung der fünften ordentlichen Aus Spanien. Aus Berlin, 28. Oktober, wird uns geschrieben: Die politischen Nöte, in denen bas spanische Ministerium Villa Verde sich befindet und die bereits das Gerücht vom Rücktritt des Kabinetts auftauchen ließen, scheint König Alfons für vorübergehend zu halten. Sie hindern chn jedenfalls nicot, mit der Frage seines Besuches an fremdländischen Höfen sich lebhaft zu beschäftigen. Es ist ja auch zweifellos, daß diese Visiten dein Ansehen der Monarchie und der Regierung bei dem für festliche Vorgänge nun einmal empfänglichen spanischen Volk nur förderlich sein können. So wird in der spanischen Presse angelegentlich erörtert die Audienz, die König Alfons dieser Tage dem deutschen Botschafter in Madrid, v. Radowitz, gewährte. Man sieht in ihr den Vorboten einer Reise des Zungen Königs an den Berliner Hof und des Gegenbesuchs KaiserWilhelmsin M a d r i d. Nach unseren an unterrichteter Stelle eingezogenen Erkundigungen dürste diese wechselseitige Visite nicht vor dem nächsten Jahre zu erwarten sein. In diesem Jahre ist somit nur mit einem Auslandsbesuch des Königs von Spanien zu rechnen, dem am Hofe zu Lissabon. Auch! diese Visite wird sich glanzvoll gestalten und ist politisch insofern bemerkenswert, als die Beziehungen zwischen den beiden Pyrenäenstaaten bisher recht kühler Natur waren. Dip Anregung zu diesem Besuch soll von Don Carlos, dem Regenten Portugals, ausgegangen sein. 9Lach Portugal wird der andere Nachbarstaat Spaniens, Frankreich, an die Reche kommen. Der Besuch Königs Alfons in Paris ist für den Mai in Aussicht genommen. Er wird wohl die einzige polirische Aktion sein, von der Minister Delcasse, sofern er dann noch im Amt ist, sagen kann: „Hierbei habe ich Vorhaltungen und Bemängelungen seitens Liußlands nicht zu befürchten." England ist für Spanien anscheinend „neutrales" Land, auch in finanzieller Hinsicht. Damit soll aber keineswegs gesagt sein, daß den Auslandsreisen des Königs von Spanien ein ,,m e t a l l i s ch e r B e i g e s ch m a ck" anhaftet. Portugal steckt selbst tief in Schulden, Frankreich ist von jeher Spaniens finanzielle Stüne gewesen, und in Deutschland finden spanische Titres äußerst schwer Eingang, wie die Madrider Regierung sehr wohl wissen wird. Nolitische Tagesschau. Tie Vorschläge der Berliner Miuisterkouferenz. Man schreibt uns aus Berlin, 28. Oktober: Von einem Hin- und Her-Orakeln über die Berliner Finanzministerkonferenz wird mit Recht gesprochen. Die „Nordd. Allgem. Ztg.", die „Nationallib. Korr.", die „Berl. Pol. Nachr." haben der Reihe nach allerlei Mitteilungen über den Zweck der Veranstaltung gebracht, die „Südb. Reichskorr." steuert einen Beitrag aus Berlin bei, aber nachdem mau das alles in sich ausgenommen hat, ist man nicht viel klüger als zuvor. Von größtem Wert war allerdings die von mehreren Seiten gegebene Versicherung, daß eine Mehrbelastung von Tabak oder Bier zurzeit nicht in Aussicht genommen ist. Worin bestehen aber die „Vorschläge", die von den Vertretern der Bundesregierungen einmütig gut geheißen morden sind? Wir wollen versuchen, diese Frage aus Grund verläßlicher Information zu beantworten. Projektiert sind eine „kleine" und eine „große" Reichsfinanzreform. Nur die erstere kommt zunächst in Betracht, da die F-inanzresorm großen Stiles wesentlich von den Einnahmen abhängig ist, die sich aus dem neue n Zolltarif ergeben. Die „kleine" Finanz- reform, die dem Reichstag unterbreitet werden soll, und zwar, wie wir hören, mit öiner Denkschrift über den Einfluß der Reichsfinanzen auf die Bundesstaatsfinanzen, setzt grundsätzlich fest, daß die Einzielstaaten an sogen. Matrikul ar bei trägen, an Beitragen für das Reich, nicht mehr uufMbriirgen haben, als d en Ern. zel- staaten das Reich aus den Zöllen und Verbrauchs a b g ab en überweist. Es soll durch diese Maßregel die Störung der einzelstaatl ichen Fi- nanzverhältnisse durch Mehranfpruche des Reiches verhindert werden. Andererseits aber soll das Reich - und das ist die Kehrseite ter Medaille für dm geschützten Einzelstaaten — nicht die U eb er s chuss e an diese letzteren zu vert eilen gehalten sein, dm sich in guten Jahren über den erforderlichen Betrug an Mutritularbeitrugen hinaus ergeben. Diese Ueberschusfe sollen nach Miquelschem Plan gewiftermaßen zu einem Reservefonds des Reiches gesammelt werden, aus den das Reich in ungünstigen Finanzjahren zurück greisen kann. Es käme also das Rezept Josefs m Aegypten, in den fetten Juhren für die mageren zu sammeln, auch rn diesem Falle zu Ehren. Der so geschaffene Ausgleich ist an sich nicht übel; er hat jedenfalls den Vorteil, daß er eine stetige und gegen unliebsame Ueberraschungen gesicherte Finanzpolitik der Bundesstaaten ermöglicht, und daß er das Reich aus selbständigere tfiipe stellt. Die „kleine" Finanzresorm hat den Charakter emeS Provisoriums. Nach Abschluß der Handelsverträge ,vürde dann die „große" Finanzreform an die Stelle treten, nämlich eine völlige Reuordnung der dem Reich vorbehaltenen Einnahmen, auf Grund der zu erwartenden namhaften Steigerung der Z o ll e in t un s t e. Aber die Regierung wünscht schon jetzt die Grundzuge auch oieser Finanzresorm mit dem Reichstag zu vereinbaren, um reinen Tisch zu machen, die Frage der Beziehungen Zwischen den Finanzen des Reiches und der Einzelstaaten einer endailtiaen und einheitlichen Lösung entgegenzufuhren. Dom Kanal Kompromiß. Ein Berliner Mitarbeiter schreibt uns unterm 28. Oktober: Das preußische Staatsministerium ist heute zu einer Sitzung zusammengetreten. Die Vorberellung der dem neuen preußischen Landtag zunächst zugehenden Gesetzentwürfe dürfte größtenteils soweit vorgeschritten ein, daß eine Beschlußfassung erforderlich wird. Als den Tatsachen entsprechend wird auch uns die Meldung der „Boss. Ztg." von einem Kanal-Kompromiß bezeichnet, abgeschlossen zwischen der Regierung und hervorragenden Führern der Konservativen, des Zentrums und der Nationalliberalen, derart, daß zunächst der Dortmund-Rhein-Kanal aufs Tapet gebracht, und das Projekt des Rh ein-Elb e-Kan als „einstweilen" all enge lass en wird. Das Interessante ist, daß die erste Anregung zu diesem von den entschiedenen Agrariern heftig bekämpften Kompromiß von einem Voll- und Ganz- Agrarier ausgegangen ist, der seinerzeit, als die Kanal- chlacht tobte, Miquel den guten Rat erteilte, „stückweise )ie Sache zu machen". Dr. Böckel und Zimmermann. Aus die kürzlich mitgeteilte Erllürung des früheren Mg. Dr. Böckel in Sachen des Marburger Reichstagswahl- kreifes veröffentlicht der sächsische Landtagsabg. Z i m m e r- mann folgende Erwiderung: „Die Erklärung des Herrn Dr. Böckel nötigt mich zu der nochmaligen Feststellung, daß das, was ich auf dem Parteitag der Resormpartei in Berlin wegen der Wahl in Marburg vorbrachte, durch Briefe und Zeugnisse erhärtet ist. Wenn ich in einer Zuschrift, nach Dr. Böckels Behauptung, „ihm Geld an bot", so geschah es doch ausschließlich, wie der Wortlaut des Brieses ergibt, zur selbstverstäudlicheii Deckung seiner Unkosten, falls er im Kreise agitatorisch eingreisen wollte. Daß ich in der Vergangenheit Freund und Allt- kärnpser Dr. Böckels gewesen bin, ist im Parteileben zur Genüge bekannt. Noa) während des Wahltarnpjes 1U03 hätte ich Herrn Dr. Bocket nimmer zugetraut, was während des letzten Parteitages ein Freund von ihm schrist- lich bestätigre: daß nämtich Herr Dr. Böckel aus Anfrage eines Vertrauensmannes, wer im Marburger Kreise gewählt werden sollte, ihm in feiner Anwort den konservativen Kandidaten, Herrn v. Pappen heim, nicht den antisemitischen Bewerber empfohlen h a t." Generalsynode wurde mit großer Majorität dem Anträge Glasewald-Magdeburg zugestimmt, dahingehend, die Generalsynode wolle beschließen: In Erwägung, daß das Wort „Taufe", angewendet auf die Einweihung von Schiffen, Festungswerken und anderen leblosen Gegenständen, ein Mißverständnis über die Bedeutung einer solchen Handlung zu veranlassen geeignet sein mag, daß aber ein Aergernis über die> Anwendung in größeren Kreisen bisher nicht bemerkt ist, auch ein ausschließlich kirchlicher Gebrauch des Wortes „taufen" nicht sestgestellt werden kann, über die diesbezüglichen Petitionen zur Tagesordnung übe.rzugehem — Die zweite deutsche Nationalkonferen^ zur Bekämpfung des Mädchenhandels tagte: heute hier. Prof. v. Ullmann-München sprach über straf-^ rechtliche Bekämpfung des dNädchenhandels und beantragte,, dem Reichsjustizamt bei der bevorstehenden Reform des deutschen Strafgesetzbuches auch die Ausdehnung ter Strafbarkeit der Kuppelei aus versuchte Kuppelei zu empfehlen.. Privatdozeiit Burchord besprach die Beschränkung der Freizügigkeit der Prostituierten. Hierauf redet Dr. Naumann- München über Mädchenhandel und Kunst und legt dar, wie ost die Kunst zum Vorwande genommen werde, um Mädchen für Varietes und Vergnügungsetablissements, die nichts anderes als Bordelle seien, ins Ausland zu verschleppen. Er schlägt eine schärfere Kontrolle dieser Unternehmungen, Gründung einer artistischen Genossenschaft und Vorgehen der Presse gegen die Uebelstände vor. Schlimmer noch stehe es um den indirekten Mädchenhandel bei den Theatern. ReichsLagsabg. Henning-Berlin referiert sodann über Herbergerecht und Vermietungsbureaus. Als Ort für die nächstjährige Nationalkonferenz wird München vorgeschlagen. Die Entscheidung darüber bleibt dem Vorstand überlassen. Der Nationalkonserenz ging auf das an den Kaiser gerichtete Telegramm folgende Antwort aus Potsdam ein: Der Kaiser und König lassen allen Mitgliedern der Nationalkonserenz für den fteundlichen Gruß bestens danken und den Beratungen der Konferenz, deren bedeutungsvolle Arbeit der Kaiser mit besonderem Interesse und lebhajter Besriedigung begleiten wird, segensreichen Erfolg wünschen. Auf Allerhöchsten Befehl: Geh. Kabinettsrat v. Lucanus. — Da mit dem 31. März 1904 das sogenannte Quin- quenat abläust, wurde bisher allgemein angenommen, daß dem Reichstage in dieser Session eine neue Militär vor läge zugehen werde, bei welcher es sich in erster Linie um eine Vermehrung der Kavallerie und um die Komplettierung der Infanterie-Regimenter zu zwei Bataillonen aus die normale Zahl von drei Bataillonen handeln werde. Nach den „Berl. N. N." verlautet mit Sicherheit, daß in dieser Session eine derartige Vorlage dem Reichstage nicht zugehen, vielmehr erst im nächsten Jahre eingebracht werden wird. Dagegen sollen vom 1. April 1904 ab neben dem neuen Pensionsgesetz, die fehlenden Oberstleutnants bei den Stäben der Infanterie-Regimenter zu zwei Bataillonen eingestellt und außerdem „kleinen Forderungen" erhoben werden. Kolonialpost. Von den schwarzen Älitg liedern der deutschen Schutz truppe in Kamerun hat Oberleutnant Leßner auf Grund )einer in Kamerun gesammelten Erfahrungen als Schutztruppenofsizier in einem Vortrag in der Deutschen Kolonialgesellschasr in Berlin folgende Schllder- ung entworfen: Von Treue, Anhänglichkeit und anderen soldatischen Tugenden ist vorläufig bei dem schwarzen Soldaten noch wenig zu merken. Im Gefecht ist der alte Soldat ruhig und überlegt, der Vorgesetzte tarnt sich unbedingt aus ihn verlassen; der junge Soldat ist sehr aufgeregt, mißachtet die Feuerdisziplin und gefährdet vielfach dadurch die Mannschaften der eigenen Truppe. Beim Verfolgen des fliehenden Feindes i|t der eingeborene Soldtzt blindwütig. Den Gefallenen schneidet er häufig nach Landessitte die Köpfe ab und'bringt sie als Liegeslrophäe ins Lager. Der Europäer sucht dieser barbarischen Sitte zwar nach Möglichkeii zu steuern, aber nicht immer mit Erfolg. Das Geschrei vom grünen Tisch über solche barbarischen Sitten sei lächerlich, dem Soldaten, der in die Hände der Feinde fallt, werde von diesen noch viel grausamer mitgespielt, sodaß begreiflich fei, wenn der eingeborene Soldat gleiches mit gleichem zu vergelten suche. Die Strafen für die farbigen Chargierten bestehen in Lohnabzügen, für dieGemeinen zumeist in Prügelstrafe, die im ganzen Schutz- gebietüblich i|t. Die Prügelstrafe sei die einzige Strafe, die Eindruck aus den Neger macht. Setzt man ihn ins Gefängnis, wo er nichts tut und obendrein gefüttert wird, so glaube er sich ins Paradies versetzt. Eine wichtige Rolle im Leben des Negers spiele das Weib. Alte Soldaten verfügen oft über einen ganzen Harem, mit dessen Insassinnen sie einen schwunghaften Handel treiben. Ein ausgewachsenes Weib kostet an der Küste 200 bis 300 Mk. Man müsse vorläufig mit dieser Unsitte der Vielweiberei wohl oder Übel rechnen. Eine plötzliche Ausrottung sei unmöglich. Der monatliche Lohn des schwarzen Soldaten beträgt 30 Mk. Ausland. London, 28. Okt. Der „Standard" meldet ans Ottawa: Im Ministerrat vom 28.^ Oktober wurde beschlossen, den s ü d a s r i k a n i s ch e n Kolonien im Ans- taujaj! gegen von ihnen zu gewährende Tarifkonzessionen einen Vorzugstarif von 33V3 Prozent anzubieten, wie er jetzt Großbritannien zugestaiiden ist. bach 63 (10). Frankfurt, 28. Okt. Graf Lambsdorff, der russische Minister der auswärtigen Angelegenheiten, traf mit Sekretären und zwei Dienern gestern nachmittag hier ein, besah die Stadt, arbeitete alsdann mit einem Sekretär im Gefolgezimmer des Hauptbahnhofes und reiste 7 Uhr 17 Min. im Schlafwagen nach Paris ab, wo er heute früh 8 Uhr 45 Min. eingetroffen ist. Am 31 Oktober wird der Graf wieder m Wolssgarten sein, an der Begegnung der zwei Kaiser in Wiesbaden teilnehmen und vor dem Zaren nach St. Petersburg zurückkehren. Graf Lambsdorff ist em kleiner untersetzter, sehr energischer Herr, der für alles Interesse zeigt. Frankfurt hat ihm sehr gefallen; er bewunderte die schönen Läden auf der Kaiser- re. Straße, sowie die Sauberkeit der Hauptstraßen. (Frkf. Gen.-Anz.) Hanau, 28. Okt. Der Handelskammerpräsident Can- thal, der kürzlich in Gemeinschaft mit dem hiesigen Oberbürgermeister in Berlin in den verschiedenen zuständigen Ministerien wegen der Fortsetzung der Mainkanalisie- r u n g von Offenbach ab aufwärts vorstellig geworden ist, teilte nach der „Franks. Ztg." in der heutigen Plenarsitzung in der Handelskammer mit, daß er bei der Unterredung in den Ministerien den Eindruck gewonnen habe, daß die Fortführung der Kanalisierung bis Aschaffenburg bereits beschlossene Sache sei. Dem Abschluß des Staatsvertrages ständen nur noch geringe Schwierigkeiten entgegen, so daß der Staatsvertrag schon Anfang nächsten Jahres perfekt werden dürfte. Den Landtagen würde dann die Vorlage ev. bis zum Herbst zu- gestellt werden, so daß mit der Durchführung der Kanalisierung bereits in etwa einem Jahr begonnen werden könnte. landen wird. •* Aus dem Bureau des Stadttheaters. In dem liebenswürdigen Schönthan-Kadelburg'schen Lust- piel „Die berühmte Frau", das seit einer Reihe von Jahren hier nicht aufgeführt wurde, sind in erster Reihe be- chästigt die Herren: Direktor Hermann Steingoetter (Palmay), Conradi (Römer - Saarstem), Sandorfs (Traunstein), sowie die Damen: Hohl (Ottilie), Hell berg (Paula), Kellermann (Agnes), Großmüller (Wally). Die Vorstellung ist sorgsältig vorbereitet und ist die 5. im Freitags-Abonnement. k. Daß die Marktstraße dringend einer Um Pflasterung bedarf, dürfte hinreichend bekannt sein. Namentlich muß Radfahrern Vorsicht empfohlen sein. Gestern abend stürzte em Radler, ohne sich glücklicherweise erheblich zu verletzen. — Die Generalversammlung des Turnvereins, welche gestern abend im Cafe Ebel stattfand, war besonders von aktiven Turnern sehr gut besucht. Der 1. Sprecher Pirr berichtete über das abgelausene Vereinsjahr wie folgt: Am 1. Oktober 1003 gehörten dem Verein an 607 ordentliche Mitglieder, 77 Zöglinge, 26 Damen und 3 Akademiker (31 mehr als im Vorjahre). Die Gießener Turnerschaft hat u. a. beschlossen, daß Gießen sich für 1905 um das Gaufest bewirbt. Auch im verflossenen Jahre hat der Vorstand überaus sparsam gewirtschaftet. Die Unterhaltung des Turnhallengebäudes erfordert fortgesetzt Kosten. Es sei erfreulich,, sagte Herr Pirr, berichten zu können, daß ein alter Freund des Turnvereins ihm für die Halle eine Anzahl Bänke geschenkt habe, sodaß eine schon längst nötig gewesene Inventar-Vermehrung eingetreten ist. Hierauf berichtet der 1. Turnwart Wigandt über den Turnbetrieb 1902/03. Es wurde geturnt an 142 Turnabenden mit einem Gesamtbesuch von 7673 Turnern. Auf Riegen ab ende entfallen 90 Abende mit 5593 Teilnehmern, aus Kürturnen 52 Abende mit 2030 Teilnehmern. Die stärkste Frequenz beim Turnen war in den Mvnaten Mai, Juni, Juli und August. Während dieser Zeit turnten an jedem Turnabend' durchf- schnittlich 68 bis 75 Turner. Am schlechtesten besucht waren dagegen die Turnübungen im Januar, Februar, März und April. Der Turnbetrieb ist gegen das Vorjahr nicht zurück- gegangen, sondern etwa der gleiche geblieben, trotz des neu entstandenen Turnvereins. Der Bericht des Herrn Wigaudt verweist darauf, daß in der kommenden Woche eine akademische uno eine Mänuer-Riege zusammentreten wird und erwaynt ei..gehend die Veranstaltungen, bei denen Turner des Vereins rurueriscy vorzügliches geleistet haben. Ter Kassenbericht des 2. Sprechers Allhoff schließt mit einer Einnahme und Ausgabe von 6342 M. ab. Betreffend die Neues aus dem Orient. Wegen eines neuerdings auf der nach Salonik führenden Eisenbahnlinie zwischen den Stationen Gievgheli und .Mirovka verübten Dynamitanschlag es, der nur geringen , Schaden verursachte, erhob die Direktion der Orientbahnen /Vorstellungen beim Bautenministerium, dahingehend, die s Bewachung der Bahnlinien zu verstärken, well sonst der - Nachtverkehr eingestellt werden müßte. Der Münster versprach eine Verstärkung der Bewachung. Zwei große Beduinenstämme haben den dortigen Truppen Zeinen Verlust von 900 Mann beigebracht. Die Bevölkerung Demens widersetzt sich, ebenso wie die albanesische der f Einführung der neuen Viehsteuer. Die Häste der bei !Newrokop belegenen, von Muselmanen bewohnten Ortschaft 'Turbe wurde dieser Tage bei einem Ueberfall durch bulgarische Insurgenten niedergemetzelt. Nachdem die Erhebung derAlbanesen infolge der neuesten Reform-Aktion wieder einen bedrohlichen Charakter - annimmt, wurde auf Befehl der Pforte die begonnene Abrüstung wieder sistiert. Behufs Inspektion der Befestigzungen an der bulgarischen Grenze sind mehrere militärische ^Kommissionen dorthin abgegangen. In Wiener diplomatischen Kreisen ruft die Haltung des Sultans, welcher darauf besteht, )daß mehrere wichtige Punkte des Reform-Projektes in seinem vSirme abgeändert werden sollen, ernste Beunruhigung hervor. ^Die Antwort auf die Forderungen der Ententemächte betreffs Mazedoniens dlüffte längere Zeit auf sich warten lassen. Der -Sultan hat drahtlich den Rat u. A. auch Huffein Hilmi Maschas eingeholt, der sich in seiner Antwort für die Ablehnung der Forderungen Oesterreichs-Ungarns und Rußlands ausgesprochen hat. Aus Adena sind acht und aus Smyrna sechs Bataillone, welche zur Ergänzung der Truppen in Mazedonien bestimmt waren, nach Demen eingeschifft worden. Der „Stamba" zufolge besindet sich der serbische ^Oberstleutnant Michaile» Jankowitsch in der Garnison ^Knjazewatz wegen disziplinarwidrigen Verhaltens in Untersuchung. Er soll Offizieren gegenüber den Plan geäußert chaben, man solle sich durch einen H a n d st r e i ch der Festung des Wintersemesters zum erstenmale Volksschullehrer zum Studium eingetreten, welche von der kürzlich erlassenen Verfügung des Ministeriums Gebrauch machen, wonach es den Lehrern, die mit den besten Noten die Abgangsprüfung vom Seminar und die Staatsprüfung bestanden haben, gestattet ist, eine dreijährige Studienzeit zu absolvieren, um alsdann in höheren Lehranstalten, Lehrerbildungs- Aus Stadt und Aand. Gießen, 29. Oktober 1903. " Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben dem Hauptmann Frhrn. v. Hügel, Lehrer an der Kriegsschule in Metz, seither Kompagniechef im 1. Großh. .Jnsanterie-(Leibgarde-Megiment Nr. 115, das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen ver- liehen. — Der Amtsrichter bei dem Amtsgericht Herbstein Friedrich Weifsenbach wurde zum Amtsrichter oet dem Amtsgericht Darmstadt I, der Gerichtsassessor Ernst Fricker aus Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Seligen- Vernrietung der Halle wurde mitgeteilt, daß der Vorstand daran festhalte, btc Turnhalle für Festlichkeiten tc. nur dann zu vermieten, wenn ein anderer Saal nicht frei ist. Es wurde ausdrücklich betont, daß durch derartige Vermietungen der Turnbetrieb nicht leiden dürfe. Im abgelausenen Jahre wurden 1403 Mk. eingenommen für Saalmiete inkl. Beizung, Beleuchtung und Bedienung. In den Vorstand wurden gewählt: L. Pirr 1. Sprecher, L. Althofs 2. Sprecher, Rich Buchacker, Louis Noll und Weidmann jr., Schriftführer, Franz Wigandt 1. Turnwart, Karl Müller 2. Turnwart, Weidmann fern Zeugwart, H Marx Gegenschreiber, Adam, Weeg uni) Schuhbecker Turnälteste, Bellos, Friedrich und Erle Beisitzer. ** An der Landes-Universität sind mll Beginn anstalten und im Schulverwaltungsdienst verwendet zu werden. ** I n dem Artikel „Das p r a k t i s ch e I a h r" in unserer Nr. 252 waren mehrere Druckfehler enthalten: Seite 1, Zeile 34, statt Behauptungen „Bemerkungen", Seite 2, Zeile 18, statt vernehmen „vermehren", Seite 2, Zelle 29, statt gutachtlich „g u t a ch t e n d", Seite 2, Zeile 19 von unten, statt mancher „Ai a n ch e s", Seite 2, Zeile 28 von unten, statt wichtiger „richtige r". fc. Darmstadt, 28. Okt. Kaiser Wilhelm erwidert den Besuch, den ihm Zar Nllolaus am 4. November in Wiesbaden macht, am 5. November im hiesigen Großh. Residenzschloffe. sd. Darmstadt, 29. Okt. (Eigener Draht- bericht.) Das Zarenpaar, Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen sind heute vormittag in zwei Automobilen von Wolfsgarten über Groß-Gerau nach Worms gefahren, dem Vernehmen nach zum Besuche des Freiherrn Heyl zu Herrnsheim. Sie werden von dort um 3 Uhr nachmittags mit Sonderzug nach Wolfsgarten zurückkehren. Bingen, 28. Okt. Der 19 03er. Die Mostgewichte hier und in der Umgegend sind recht schöne, doch wurden auch ganz erhebliche Säuregehalte festgestellt. Immerhin dürste der 1903er besser als sein Ruf werden. Es wurden festgestellt: Bingen 65 bis 96 Grad nach Oechsle (7,6 bis. 15,6 pro Mille Säure); Büdesheim 53,7 bis 80,6 (10,9 bis 12,8); Kempten 53 bis 70,2 (11,1 bis 13,2); Gau-Algesheim 55 bis 64 (7,9 bis 11,3). Ueber der Nahe wurden festgestellt: Bingerbrück 69 bis 76,6 (11,6 bis 12,9); Heddesheim 64 (10,0); Münster b. B. 58,6 bis 97 (9,9 bis 12,7); Weiler 58 bis 62 (11,2 bis 13,5); Nieder-Heim- stadt, der Gericktsaffeffor Friedrich Conradi aus Mainz I zum Amtsrichter' bei dem Amtsgericht Offenbach, der Ge-1 richtsassessor Ernst Cramer aus Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Herbstein ernannt. — Der Forstassistent Georg Kammer zu Beerfelden wurde zum Oberförster der Oberförsterei Beerfelden, der Jorstaffessor Heinrich Weber zu Schlitz zum Oberförster der Oberförsterei Münster, der Forstassistent Wilhelm Sch aas zum Oberförster der Ober- örsterel Lampertheim ernannt. — Der Kanzleiinspektor bei der Großh. Hauptstaatskasse, Kanzleirat Ludwig Jak. Meyer zu Darmstadt wurde auf sein Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit, unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste, in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Allgemeine hessische Beamten-Sterbe- kasse. Die 2. Delegiertenversammlung zur Gründung der allgemeinen hessischen Beamren-Sterbetasse fand Sonntag den 25. d. Mts. unter Vorsitz des O'ber-Rechnungsrevisors Erb, im Saalbau zu Darmstadt statt. Herr Erb berichrete, was in der Sterbekafse-Angelegenheit seit der 1. Dele- gierten-Verjammlung geschehen und wie der jetzige Stand der Sache sei. Am 27. Seprenrber wurde die Satzung der Kasse durch die gewählte Kommission beraten^und fest- geneckt. Hierbei wurde angeorduet, daß die Satzung in Druck gegeben und bei der hessischen Beamtenschaft angeregt werde, die Beitrittserklärungen möglichst vor der konstituierenden Versammlung abzugeben, um bei der Gründung schon einigermaßen ein Bild von der Größe der geplanten Kasse zu haben. Bis zum 20. Oktober d. I. waren bereits nahezu 700 bindende Beitrittserklärungen ans acken Beamten kreisen mit einem Versicherungskapttäl von rund i/2 Million Mark eingelaufen. Gerade der Umstand, daß bei der Berechnung der Beiträge nicht Konkurrenzrücksichten, sondern nur die weitgehendste Vorsicht beobachtet wurden, gewährt die zuversichtlichste Hoffnung, daß die Kasse Geschäftsüberschüsse mit wahrscheinlicher Sicherheit erwarten läßt, die den Mitgliedern als Dividende zugute kommen und so die Prämien vermindern werden. Ferner ist die monatliche Beitragszahlung, die es jedem Beancken ermöglicht, sich ohne eine Last zu verspüren, angemessen zu versichern, sehr zu beachten., Erne allgemeine vorgeschriebene, strenge ärztliche Untersuchung sichert gesündere Mitglieder und vermindert das Risiko einer Kasse, was sich naturgemäß in den Prämien wieder- jpiegeln muß. — 9Lach Beendigung des Referats ist ein- irimmig die Errichtung der Kasse beschlossen und die Grün- dungsurkunde von allen anwesenden Delegierten unter- zeick)net worden. Hierauf wurde in Anteilscheinen zu 500 Mark ein Betriebs- und Garantiefonds von mehr als 10 000 Mark bereitwilligst gezeichnet. Nun schritt die Versammlung zur Wahl des Sekretärs, Rechners und Vorstandes. Als Sekretär und Rechner wurden gewählt Ober-Nechnungsrevisor Erb-Darmstadt und q)aupt- staatskassebuchhalter Burk-Darmstadt. Der Vorstand wurde wie folgt gebckdet: 1. Vorsitzender Regierungsrat Wick-Darmstadt; 2. Vorsitzender Geh. Oberbaurat Im- rot h-Darmstadt; Beisitzer: Revisionsgeomerer Berg- a u e r - Darmstadt, Oberbuchhalter Vogel- Rlainz, Gerichtsschreiber Göbel-Fürth, Kreiskasserechner Stauf- Darmstadt, Kreisstraßeumeister Braun-Alsfeld, Forst- wart K l i p p st e i n - Böllensalltor. Als Revisor der nächsten Rechnung wurde Ober-Reckmungsrevisor P e p p l e r - Darmstadt, bestellt. 9kachdem noch verschiedene Satzmigsänder- nngen durch die Delegierten vorgenommen worden^waren, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit dem Wunsche, daß das, was die Hess. Beanuenschajt in der gegründeteir Kasse erhoffe, sich verwirklichen möge, zu Ehren der Gründer sowie zum Segen der Mitglieder. Anschließend an diesen Berichr machen wir noch darauf aufmerksam, daß mit dem 26. Oktober d. I. die dreimonarliche Frist beginnt, während welcher es auch Personen über 45 Jahre bis zu 60 Jahren gestattet ist, der Kasse beizutreten und wahrend welcher allen eintretenden Mitgliedern eine Ermäßigung des Eintrittsgeldes um 40 Prozent zuge- Parks, 28. Okt. Wie die hiesigen Blätter melden, j wird der hier eingetroffene Graf Lamsdorsf am Sams- i tag direkt nach Peter sburg zurückkehren, ohne an , der Zusammenkunft des Zaren mit Kaiser Wilhelm ui , Wiesb aden teilzunehmen. (Das ift wohl bösartiges ( 'trarHösisches Geschwätz!) — „Figaro" teilt mit, daß die Begegnung des Grafen Lamsdorfs mit Deleass 6 ursprünglich au der ftanzo- ; fischen Grenze geplant war und a^ch> der Ort für die Zusammenkunft bereits bestimmt gewesen sei, daß aber Graf ^Lamsdorff den Wunsch ausgedrückt habe, nach Paris zu ! kommen, damit der f r e n n d s ch a s t l i ch e Charakter feiner j Meise d eutlichin die Erscheinung trete. (Auch mit solchen , unerweislichen Behauptungen streut man der Welt keinen Sand in die Augen. (D. Red. d. Gieß. Anz.) , — Der Besuch Londoner Kaufleute, welche in der Zahl von 205 heute nachmittag hier eingetroffen süid, -hat zu keinerlei öffenllicher Kundgebung gefül)rt Am ^Bankett des Abends nahmen mit Combes sämtliche Minister teil. HandelZnrinister Trouillot toastete auf die eng- rlifchen Kaufleute. Der Minister wies auf das Wachsen ^des Handelsverkehrs zwischen Frankreich und England hin. Wenn beide Länder sich in freundschaftlicher Sympathie nahegetteten seien, so entspreche das ihren Natürlichen Interessen. Der Attnister verspricht seinerseits, diese Ann-ähe,rung zu unterstützen durch Herab- ffetzung der Post- und Telegr aphentarire. Trouillot schließt mit dem Ausdruck des Dankes, daß die «englische Handelswelt durch ihre Steife nach Frankreich die Idee der Versöhnung popularisiere, welche, wie ber Präsident Loubet bei der Londoner Reise sich ausdrückte, Li einer Wohltat für die Menschh eit werden müsse. — Der Marineminister hat die gerichtliche Ver- ffolgung des „Sahara-Kaisers" Jaques Lebaudy Migeordnet Es soll von demselben Ersatz der durch die Entsendung des Kreuzers „Galllee" entstandenen Kosten von 40 000 Francs gefordert werden. Rom, 28. Ort. Schatzminister Brogllo gab heute das "Resullat des laufenden Budgets 1902/03 bekannt. Unter ^Einrechnung aller außerordentlichen Ausgaben, einschließlich der Ausgaben für Eisenbahnbauten und Kosten der '^China-Expedition zeigt das Budget einen effektiven lleber- schuß von 69500000 Lires. Wien, 28. Okt. Der mährische Landtag verhandelte 'in seiner heutigen Sitzung über den Anttag der Tschechen, ' die Regierung aufzusordern, in M ä h r e n eine Universität mit der tschechischen Sprache als Unterrichts- /sprache einzurichten, sowie über den Antrag der Deutschen bett. Errichtung einer deutschen Universität in Mähren. Beide Anträge wurden einem AussckMsse überwiesen. — In der Sitzung des niederösterreichischen Landtages m>ies das Landesausschußmitglied Steiner in Beantwortung verschiedener Jnterpellattonen die Verleumdungen .eines Teils der Presse zurück und er Körte, der niederöstex- -reichische Landesausschuß sei kein Feind der medizinischen Wissenschaft, er nehme nur gegen die einer unerlaubten Reklamesucht dieneiiden Vivisektionen Stellung. Redner giebt eine Darstellung dersanitärenUebelstände in der Klinik für Gebsurtshilfe, die durch d-ie Unterbringuiig von Versuchstieren hervorgerufen seien. Washington, 28. Ott. Dem Staatsdepartement ist von dem amerikanischen Botschafter in Mexiko die Nachricht ^gegangen, daß die Meldung-von einem Mordversuch Qrf den Präsidenten Diaz unbegründet fei. (Dchabatz oder Nisch bemächtigen, um eine neue Aktion gegen die alten Verschwörer zu inseenieren. 'In offiziellen Kreisen wird die Sache nicht ernst genommen und Jankowitsch als überspannt hingestellt. Vermischtes. * Oggersheim b. Ludwigshafen, 28. Okt. Der Makler Hofmann erschoß im Wortwechsel seinen 17jährigen 'L>ohn und erhängte sich nach seiner Verhaftung. * Würzburg, 28. Okt. Die Staatsanwaltschaft am hiesigen Landgericht hat gegen den Vorstand des Amtsgerichts Ochsenfurt, Oberamtsrichter Dr. Leopold Hal le in, ein Verfahren wegen Unterschlag u n g von Mündelgeldern eingeleitet. Der bis jetzt festgestellte Fehlbetrag beträgt 20 000 Mark. Dr. Hallern hat sich als „nervös überreizt" in die Kreisirrenanstalt Werneck begeben, doch dürste die Erlassung eines Haftbefehls gegen ihn bevorstehen. * Nürnberg, 28. Okt. Der 13 Jahre alte Gym - nasiast Paul Müller, Sohn des Besitzers der hiesigen Löwenbrauerei, hat sich in der elterlichen Wohnung erschossen, weil er sich durch eine in der Schule erhaltene Rüge gekränkt fühlte. * Bamberg, 28. Okt. Das Gerücht, der ehemalige Hauslehrer Dippold habe im Zuchthaus Ebrach einen Selbstmordversuch verübt, bewahrheitet sich nicht. Dippold soll sich vielmehr mit seiner Lage abgesunden haben; er ist z. Zt. in seiner Zelle mit Strumpswirkerei be- scbäftigt. _______—— Bom Heidelberger Mustkfeft. Aus Heidelberg wird geschrieben: Universitäts. Musikdirektor Ph. Wolfrum hat, wie bereits kurz erwähnt, in seinen Anordrrungen für den Orchesterraum den mannigfach gerügten Uebeljtänden des offenen, grell be- leuchteien Orchesters und der wohl gelegentlich die Aufmerksamkeit der Zuhörer ablenkenden 5^elligkeit des Saales ab- helferc wollen und das Podium daher so eingerichtet, daß es bis unter das Saalniveau herapgelasfen und durch einq Märkte. . 26.90 4% Oesterr. Goldrente scheinlich. Ausländer erreicht werden. Seltersweg 21. | Telephon 265. 8121 Die beste Würze des Frühstücks ist ein guter Kaffee, — und die beste Würze des Kaffee's ist Lindens Kaffee-Essenz. 8000 aelrnacherei 'de hier auf der . 103.7b . 62.75 . 31.85 . 37.50 . 142 00 37a% 3% 37,°/° 3% 37«°/a 4% Ungar. Goldrente 40/0 Italien. Rente . 47,-6 Portugiesen . 3°/u Portugiesen. . . 1-6 6. Türken . . Türkenlose .... Reiohsanleihe do. Konsole . do. , . Hessen Oberhessenj in seinen Aufnuhmebedingungen eine ganz neue B e st 1m m u n g I von tieseinschueidender Bedeutung. Dre Ausländer । und solche deutsche Studierende, die das Reifezeugnis eines deutschen Gymnasrums, Realgymnasiums odereiner Oberrealschule nicht be^ sitzen, werden zwar, wie bisher, nach Erfüllung besonderer Vorbedingungen auch ferner immatrikuliert und zur Ablegung der Diplomprüfungen zunächst noch zugelassen, müssen jedoch dre Hauptprüfung spätestens am 31. Juli 1908 beendet haben. Das hecht, nach der »Frkf. Ztg." mit anderen Worten, daß diesen b eiben Kategorien der studierenden nach dem 31. Juli 1908 keine Ge- leaenhett mehr geboten ist, ihr Studium mit dem Diplomexamen abzuschließen. Für sie ist es also fast zwecklos gewordtti, die Technische Hochschule aufzusuchen, wenn sie srch nicht mit sogenannten „Fachprüfungen", die vom L Oktober 1906 an für diese Studierenden eingerichtet werden, begnügen wollen. Mit dieser neuen Verfügung Pird sicherlich eine wesentliche Einschränkung der Zahl studierender Berlin, 29. Okt. Der Kaiser ordnete unter dem 27. Oktober, dem Tage der Kapitulation von Metz, an, daß der Ersenbahnminister Budde, der bisher Generalmajor a. D. war, zu den zur D i s p 0 s i t i 0 n stehenden Offizieren übergeführt werde. Dies ist mit dem Buch Buddes über die französischen Eisenbahnen im Kriege 1870/71 -in Verbindung zu bringen. Hamburg, 29. Okt. Die wegen Enc verfolgte Frau Schröder aus Harburg tour Straße verhaftet. Kirchliche Nachrichten. Hstterdienst drr israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbathfeier am 31. Oktober 1903. Freitagabend 4.35 Uhr. Samstag Vormittag 8L0 Uhr. Nachmittag 3.30 Uhr. Sabbathausgang 5.50 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 7.00 Uhr, abends 4.30 Uhr. 4°/o G riech. Monopol.-Änl. 43.90 47,% äussere Argentiner 41.35 . 101.90 . 90.75 . 101.80 . 90.65 . 100.20 . 99.50 . 102.10 3% Mexikaner . . . 4V2°/o Chinesen . . . Electric, ßohuekort . . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . . Lombarden . . . . Gotthardbahn .... Laurahütte ..... Bochum ..... Harpener Tendenz: fest. . 91.75 . 113.00 . 104.75 . 210.50 . 195.90 . 145.50 . 153.90 . 163.10 . 142.80 . 16.60 . 190.00 . 238.50 . 189.70 . 200.10 Gerichtssaal. Essen (Ruhr), 28. Ott. Nach hiesigen Informationen wird purch das heutige UrteU des Reichsgerichts in Sachen Krupp gegen die Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik das Urteil des Reichspatentamtes, betreffend das E h r h a r d t s ch e deutsche Reichspatent Nr. 95 336 (R0 h rrü ck l a uf g e s ch ütz) insoweit tellweise vernichtet, als es in Uebereinstimmung mit dem Antrag der Klägerin den Gegenstand des Anspruchs 1 für nicht neu erklärt mrd nur in Verbindung mit dem Anspruch 2 unter । Patentschutz gestellt hat. Die Kosten werden gegen einander auf-1 genUnter! chlagung amtlicher Geld e r wurden tn Altenburg der städtische Kassenrendant Meutschke tn Ateusel- witz zu 18 Monaten und Rechtsanwalt Wiegand aus Ronneburg zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. r Störche in einem Madch enpens r 0 n ate. Em Studentenulk, der den betreffenden Musensöhneu jedoch sehr teuer zu stehen kommt, beschäftigte den Strafsenat des Oberlandesgerichts zu Dresden. Ztoer junge Forstakademiker hatten am 18. Januar d. I. in Tharandt eine flotte Nacht verlebt und waren, da sie dem Gambrmus tapfer gehuldigt hatten, zu allen möglichen Scherzen und Schiffsnachrichtrn. Norddeutsch er Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 28. Okt. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Doppelschrauben-Schnellpostdampfer ^Kronprinz Wilhelm , Kapitän A. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 11 Uhr abends wohlbehalten in New-Pork angekommen. Bremen, 23. Oktober. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Doppelschrauben-Poftdampfer „Köln", Kapitän H. Langreuter, voni Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heiite 9 Uhr niorgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. . Frisch eingetroffen: Krammetsvögel und Geflügel Cari Schwaab, Hoflieferant. UniversUAs-Uachrtchtr». ____________ Darmstadt, 26. Okt. Das Programm der Technischen! Wetterbericht vom 28. Oktober. Hochschule zu Darmstadt für das Studienjahr 1903/04 enthält »Verlauf der Witterung von D i e n stag br s M i t t w 0 ch. ■ - - ' ' ' - - - - ------ 1 Das westliche Tief dringt ganz langsam ostwärts vor, wahrend das Hoch im Osten etwas zurückweicht. Heute, früh lagert das Tief mit seinem Kern über England, auf seiner Sud- und Ostsette sind Teiltiefs entwickell, welche, nordsüdwärts fortschreüend, zeitweise dünne Bewölkung Hervorrufen. Das Wetter ist bei meist südöstlichem Winde trocken und untertags sehr mild. Mr Donnerstag und Freitag ist Fortdauer, jedoch bei kälteren Nachten, wahr- Limburg a. d. L., 28. Oktober. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pr. Maller. Roter Weizen 13.50 Mk., alles Korn 00.00 Mk., neues Korn 10.00 Mk., Gerste 0.00 Mk., Haier 7.20 Mk., neuer Hafer 6.20 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. München, 29. Okt. Felix Mottl's EngagemeM für bas Hoftheater ist vorbehaltlich der Gwehmtgung[ den Pmnzregenten perfekt. Mottl durfte die nächsten Wagnrrfestspiele im Prinzregenlen-Theater dtrtgierem L. Birmingham, 29. ^kt. Kaiser Wilhelm ch der „Birmingham Post" zufolge durch den brrtifchen Botschafter in Berlin ein Handschreiben K0nig Edu ar ds überreicht worden, das sich auf erneu bevorstehenden Besuch des Kaisers in England bezog. Der Besuch soll der Besprechung gewisser wichtiger Fragen dienen, an denen beide Staaten interessiert sind. Wien, 29. Okt. Sämtliche medrzinch chen und ärztlichen Korporationen und Vereine beschlossen- Resolutionen, worin nicht nur gegen die Angriffe der Ehriftlichsozialen auf die medizinische Wissenschaft und aen ärztlichen Stand Einspruch erhoben, sondern auch das- Bedauern ausgesprochen wird, daß der Statthalter es unterließ für die Spitäler und medizinischen Institute etn- zutreten. Die Auftegung in ärztlichen und medizinischen Greifen ist sehr groß. Aton verlangt Genugtuung. Budapest, 29. Okt. Das in der Konferenz der lrbe- ralen 'Partei vorgelegte Programm brachte eine große Ueberraschung besonders hinsichtlich des viel umstrittenen Punktes von dem Hoheitsrecht. Dieser Passus erttärt, daß der Monarch die deutsche Kommando- spräche nur aus Grund seiner verfassungsmäßigen Rechte und der Verantwortlichkeit des Ministeriums und nut Zustimmung des Reichstags auftecht erhalte und daß dre Legislative dieses Recht abändern darf. Dies be- derttet einen vollständigen Widerruf des bekannten Armeebefehls. Die Konferenz führte zu einem Zerwürfnis Tiszas mit der Apponyr- GruPPe. r ,. Budapest, 29. Okt. In Bares wurden neuerdings, zwei heftige Erdstöße unter donnerähnlichem Getöse verspürt. Unter der Bevölkerung herrscht große Auftegung. Odessa, 29. Okt. Der Beamte der hiesigen Geheim- Polizei Janko, wurde aus offener Straße von einem aus Sibirien entflohenen Verbrecher durch Messerstiche getötet, weil dieser seinerzeit infolge der Aussagen Jankos verurteilt worden war. Telephonischer Kursbericht* If'ranktnrt m. 11., 29. Oktober 1903. Eingesandt. ( Für Form und Inhalt alter unter Vieser Rubrik stehenden 1 Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber AIUtliflvElDEßUng» keinerlei Verantwortung.) - Hamburg, 28. Okt. Ju sämtlichen Konditoreien Das ganze Frühjahr und vorigen Winteiwodurch legtM die Gehiljen wegen verweigerter Lohnerhöhung die Arbeit dt« Kana/»^S,Lungen still,chwekgend. Jetzt mede^ ß. ßoo eura e bilfen hielten! bekommen wir eine neue Auflagem der Form, daß uns -chwe-veretzt wurden « Ä gemacht, durch derart.ge e u h Ede "eine s'r au 6 = t öte t'und^L P°r,onen 'verletzt, | Störungen ihre Auslagen -c. zur Geltung zu brmgen. B. darunter 6 schwer. Etwa 300 Schüße wurden abgegeben. — Bud a p est, 28. Ott. Infolge des allgemetnerr Setzer- ftreiks in Großwardein haben die dortigen Blätter i^t sch einen auf unbestimmte Zeit eingestellt. Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben nnberückjichtiat.) F. Z. Der Großvater des neu ernannten Präsidenten des Reichsgerichts, Dr. Gutbrod, rvar Obermeiüer der Metzgerzunft in Stuttgart. Neueste Melduugeii. Originaldraytmelduitge» des Gießener Anzeigers. stoffdeklerdete Schallwand von anderchälb Manneshühe, so--IStreichen anfgeleA. In Stllnrmmg b^chiofftn wie stufenfvrrniq nach hinten abfallende Bodenfläche den den gugendlrchen tztovizen ernes Tl^arandter MadchenHenfro- Blicken des Prchlchums vollständig entzogen werden, an- nats, firr die sie: im ftiUen: eu«: Hefe derersetts aber audi ans die gewöhnliche Höhe ernporge- eine besondere „Freude und lleberrchchnng' zn herellsr. S S Äch siir^ren Chor von eto w« Sie wußten, daß tm Garten ber toafin EchvÄr rn^ hundert Dtann ist ein du^ Schallportieren abschlleßbarer randt als Rajenschimnrk zwer blecherne S^che chr^^t R«uu unter der die obere Rückwand des Orchesterraumes Tre llebernrutrgen drangm nun « das ^iLngrrEstnck einnebmenden Orael veschiassen, sodaß Werke für Soli, Chor ein, beseitigten bte Sträucher und hoben ,,Gevutter Stor^ und -Orchester fa?ls es chrem musikalischen Charakter ent- aus dem Boden. Mit dieser ^ast begabmi fw ftchi spricht von aunzlich unsichtbar bleibenden MitwirkendenInach dem Mädcherft>euftonat unb pflanzten dort MMführt wöden tonnen. Diese Einrichtung sowohl, wie wieder auf. Als am anderen Morgen ine jungen Dtodchen die wohltuende Verdunkelung des Saales hat allgemeinen aus süßem Traum erwacht^, bllcllen sie dem „Bruder Ank^a aeftntoen und sich auch akustisch vortrefflich be- Ad^ in dessen schelmisches, Gesrchb Sie eMen nun mit wahrt. 3 Überhaupt verlief das Musikfest sehr ansprechend geröteten Gesichtern zur Peufrmrsmutter wrb tolltm d^- bis auf den letzten Tag, wo die von PH. Wolftum tom- selben das große Erergnrs, daß über Nacht z!E horche vonierte Festmusik zur Zentenarfeier der llni- eiugekehrt seien, mit. Mese war ob des tofen Studmten- v^r iität Heidelberg infolge ihres anthologischen Charak- streiches sehr empört und brachte dre Sache zur und ihrer gefuckften äußeren Effekte leider den aus- Die übermütigen Forstleute hatten sich atototo t^gen Hau^- asLeickmeten Eindruck verwischte, den man von dem Manne ftiedensbrucl)!es vor dem SchpffOtgericht zu Frerberg zu ttmst erhalten. Großes Interesse erweckte 3t Strauß' verantworten, das sie zu ie dr er Wochen Gefananrs Dail leset"; leider aber befriedigte er wenig, da die verurteille. Auf die beim ^a7rdgerto^.^r erber g emgelegte Cborbehandlung ziemlich unglücklich und die Tonmalerei, Berufung wurde diese strafe btstcckrgt Auch' das Oberto der das 5-auptgewicht auf die kriegerischen Vorgänge landes-gerrcht sah srch> nrcht veranlaßt, t^r ^^sivn^statt- aeleat ist, übertrieben realistisch sind. Das Heldenleben zugeben. Den Studenten blerbt somit urchts anderes übrig, ^^eii ^Des Helden Widersacher" ist eto Kinderspiel gegen | als ihren „Spaß" hrnter „fchwedrjchen Gardrnew zu bereuen. dieses Sausen von Pfellen, Klirren von Schwertern usw. "" Daß der Chorballade and), wunderbare Schönheiten eigen GutNvÜM'ZtllMg. sllw, ist bei Strauß selbstverständlich nur treten sie hier Berlin 28. Okt. Der elektrische Schnellbahngewissermaßen als Entschädigung für das wilde Tougewühl! bec ^gemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft erreichte heute der musikalischen Schlacht mll be)anders volkstümlicher Me- Hber Versuchsstrecke Berlin—Zossen eine Geschwmdlgkert von lodrenfulle und hinreißender Eindr in glich,kell auf. Hervor- 210 Kilometern pro Stunde, die höchste bisher erreichte, gerufen wurde Strauß als jüngster Ech^ndoktor von Heidel- —. -------------—------”“ berg natürlich mll stürmischer Begeisterung, wäl)rend sonst' eto wirklich großer Enthusiasmus nicht aufkam. 47k % Oesterr. äilberrente 100.90 " ~ . 99.90 Sekiöereitung. Wenngleich man sich kein richtiges Fest, sei es welcher Art es wolle, ohne Sekt denken kann, und wenn es demnach nur noch wenig Personen giebt, welche die belebende Wirkung des Sektes auf den Gaumen und den Geist noch nicht kennen gelernt haben, so wissen doch die wenigsten von ihnen, wie die Herstellung des Sektes eigentlich vor sich geht. Einige Angaben darüber werden daher vielleicht willkommen sein. Um einen feinen Stillwein zu erzielen, läßt man die Trauben bis spät in den Herbst hinein an den Reben hängen, damit sie überreif oder „edelfaul« werden und habet möglichst eintrocknen. Man erlangt durch diese Spätlese jene konzentrierten Moste, welche in guten Jahrgängen die hochfarbigen, schweren und aromatischen Flaschenweine liefern. Wertvolle Eigenschaften des Produktes sind dabei gewonnen, aber es ist auf Kosten der herrlichen Jugendfrische des Weines geschehen. Von solcher Weinbereitung will die Sektindustrie nichts wissen. Was der Weinproduzent preisgiebt, die Lieblichkeit des Traubcnsaftes, um andere Werte dafür einzutauschen, das will die Sektindustrie gerade unversehrt erhalten. Die Sonne soll ihn gereist haben, nicht der Herbsl- ÄT;’ man begehrt die Anmut des Jünglings, nicht die Würde des Mannes. So klar und gesund die edclreise, nicht cdelfaulc, Traube mit ihren schwellenden Beeren aus dem frischen Grün der Reben hervorleuchict, wenn die wohl- thätiae Sonne ihre Schuldigkeit gethan hat, so rein und frisch soll der Beere der köstliche Saft entströmen, welcher bestimmt ist, als Sekt die Jugend zu begeistern und das Alter zu l verjüngen. Naht alljährlich die Zeit des Herbstens, so findet die Sektindustrie selbst im Weinlande sich ein, um das Lesen und Keltern zu überwachen, da der Winzer m der Regel wenig Verlangen trägt, diese Arbeiten mit solcher Sorgfalt auszusühren, wie es die Sektindustrie für notwendig hält. Es darf keine vorzeitig faul gewordene Beere an der Traube verbleiben, und etwa vorhandener, nicht recht zur Reife gelangter Nachwuchs muß ferngehalten werden. Eingemaischt, zerstoßen oder mit der Traubenmühle gemahlen werden die Trauben nicht. Man will so wenig wie möglich vom Safte der Stengel der Trauben in den Aiost gelangen lassen, was beim Einmaischen nicht zu vermeiden wäre. Unverletzt wandern die Trauben auf rasch arbeitende Keltern, um so schnell wie möglich abgepreßt zu werden. Man gewinnt nicht mehr als ungefähr 60 Prozent vom Gesamtgeivicht des Saftes, denn der Rest, der schon Geichmack und Geruch von den Trestern annimmt, genügt den Anforderungen nicht. So erzeugt man Moste, aus denen jene flüchtigen, frischen Weine entstehen, die allein zur Herstellung eines leichten, eleganten Sektes tauglich sind. Der Kelterungsprozeß geht so schnell von statten^ daß man auch blaue Trauben verwenden kann, denn der Farbstoff für den Rotwein rst nicht im Safte, sondern in den Beerenhülsen enthalten, worin er bei raschem Abpressen verbleibt. Man nimmt sogar farbige Sorten mit Vorliebe, besonders solche, welche in die edle Burgunderfamilie gehören, weil diese dem Werne die Grazie der Jugend in besonders hohem Grade verleihen In der jüngsten Zeit ist es der Firma Chr. Adt. Kupferberg & Co., Mainz, gelungen, eine zum Patent angemeldete Mechode auszuftnden, die es möglich macht, die Trauben noch schneller zu entsaften, als dies mit Hilfe der besten Presse geschehen kann, und zugleich die verunreinigenden Säfte der Stengel, sowie die schädlichen Fasern zerrissener Hülsen von dem Moste fernzuhalten. Dieses Verfahren besteht in der Absonderung des Saftes von den Hülsen, Kernen und Stengeln durch Absaugen der eben nur geborstenen, nicht aber gepreßten Trariben mit Hilfe der Luftpumpe. Das Ergebnis ist ein Wein, der reiner im Geschmack, haltbarer, und der Gesundheit zuträglicher sich erweist, als das Beste, das man bis jetzt zu erlangen imstande gewesen. So entsteht das für die Herstellung des Sektes notwendige Rohprodukt. Da es noch in warmer Jahreszeit gewonnen wird, so hat es dre Neigung, schnell in Gärung überzugehen, und deshalb muß es bald auf kühles Kellerlager gebracht werden, wo unter Brodeln und Brausen die Um- rvandlung sich beendet. Bei dieser ersten stürmischen Gärung entsteht Kohlensäure in großer Menge, aber das ist nicht die Kohlensäure, deren aufsteigende Perlen im funkelnden Sektkelche geschäftig sprudeln. Sie geht vollständig verloren. Hat der „Neue" ausgetobt, so muß er noch mehrere Monate einer sehr sorgfältigen Kellerbehandlung unterworfen werden, um im Frühjahre nach vollendeter Klärflng zur Zusanfmen- stellung des Verschnitts (Cuvoe), d. 1. die zur Sektfabrikation dienende Weinmischung, bereit zu sein. 7987 (Fortsetzung folgt in nächster Soiintag-Nummer.) Möbl. Zimmer zu vermieten. 04883 Selterswcg 12. gütet. 8122 PaWcil 5U Schulstratze ik* mieten. 9teustadt 30. arbeit gebucht. 8107 Hessische Steiubrüche, Londorf. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unseren, schweren Verluste, besonders für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir auf diesen, Wege unseren innigsten Dank. 8120 Kttliiiliiil TchriiScl iiiiö Frilii. Gießen (Neuer Saalbau), den 29. Oktober 1908. Zu kaufen gesucht: hdegimiiiptoll Meyer’» KoroaL-tiim J. Kicker’sche Universitäts-Buchhandlung Südanlage 6. 7951 O esucht von einer hiesigen, ersten Firnm für den Verkauf ihres eingeführten, mertvvlleren Bedarfsartikels ein intelligenter, gut empfohlener Siadtreisento bei Fixum und hoher Provision. Kl. Kaution erwünscht. Off. erb. unter 8070 an die Exped. d.^Bl. Weicht AiWbtil hat ein Koisiiw-Urrci«? Er soll seinen Mitgliedern ante und vottgcwichtigc Ware liefern zu Tagespreisen. Erfüllt der „Konsum-Verein (Sieben und Nmgcgcud" diese Aufgabe? Ja! — Beweis: Die stets zu- nehmende Mitgliederzahl und der stetig sich vergrößernde Umsatz. Wie wird man Mitglied? Alan geht zum Vorstände, unterschreibt eine Beitrittserklärung und zahlt 50 Pfg. Einschreiogeld; ein Geschäftsanteil von 30 Mk. ist in kleine», Raten innerhalb dreier Jahre zu entrichten. Bleibt dieser Betrag von 30 Mk. Eigentum des Mitgliedes und wird er bei Austritt wieder zurückgezahlj? Selbstverständlich. Das Statut bestinunt hierüber, daß ei», Austritt zum Schlüsse eines Geschäftsjahres erfolgen kann, und daß nach Ablauf einer 6monatlichen Frist die Rückzahlung erfolgen Muß. Was geschieht mit dem erzielten GeschüftSgcwtun? Er wird nach Abzug der gehabten Unkosten unverkürzt an die Mitglieder zurückver- Aus vorstehenden Fragen und Antworten ersehen die Leser, daß der Beitritt zum „Konsum-Verein Vietze« und Umaegcud" große Vorteile bietet. Der Vorstand ist stels bestrebt, das Geschäft ertragfähiger zu gestalten und berechtigten Wünschen der Mitglieder Rechnung zu tragen. Wer Näheres zu erfahren wünscht, wende sich an Herrn Chr. Petersen in unserer Verkaufsstelle Bahnhofstratze 31. 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