werden hn Wechsel mit R-. 398 V-e-chrkrit te^e«ttMrPHEr-«- «drefft fite Deyescheur AAHeiK« Metzen» Ker»lpr«h«ttchürH Nr. 61. Zwettes Matt, LSS^ Jahrgmrg DieuStag «N.TePtemver 1903 GleßenerAnztiaer W «eneral-AMiger « WM Amts- md Anzeigeblatt str den Ureis Giehen MM w » »eigentetf: Han« Veck. JHe ynrtige WmmAer mvfLßt 8 Kettrv. Biairs iumprristor. Das ^Yerl. DM." ttrilt wissen, bie GrundhLge der nen-en MMSrvvrlage und des neuen MUtaretcrks seien schon be- stimmt. Eine Erhöhung der FriedeuSpräfenz- stärke sei vorgesehen, die sich ater auf die notwendigen Neuschaffungen beschränkt. Die Bernrehrimg dürfte 10000 Mann nicht übersteigen. Die Verstärkung ein-el-ner Ärenzr egimerrter in Ostpreußen und Lothringen um dritte Bataillone ist vorgesehen. Bei der Kavallerie dürfte höchstwahrscheinlich keine, bei der Artillerie nur eine uuwes rntliche Personalverwehrnng M ex* warten sein. Die Frage der Roh^rLäkTauf-GeschLtze ifi^ wie Vie „Post" gegenüber einer anderweitigen MeLdüng erklärt, noch nüfyt spruchreif. Die zur EnLscheiduna notwendigen Gutachten sind noch nicht fertig gestellt iuu) müssen auch dem Kaiser vorgelegt werden, der darauf seine Entscheidung treffen wird. Wie man uns aus Berliner par laurentari- scheu K r e i s e n mitteilt, wird diese Frage in d-er Budge b- komMission des Reichstags zum Gegenstand einer Anfrage cm die Heeresverwaltung gemacht werden. Man will namentlich um Auskunft ersuchen über die Stellungnahme der leitenden Organe nach den int Laisermanäver mit der Geschützneuemug gemachten Erfahrungen und über die ent- fpcecherrden GeÜMltnisse bei den Armeen anderer Mächte, besonders derjenigerr Frankreichs. Man beabsichtigt dies in der Annahme, daß daun ein detaillierter Bericht über die Manöver-Ersahrnngeu vorliegt. Je weniger sich die Volksvertretung der Erkenntnis verschließt,, daß die Entscheidung in einem künftigen Kriege in erster Linie durch die Artillerie herbeigeführt werden wird, desto begreiflicher erscheint das Verlangen der Vol^vertreten nach genauer, natürlich vertraulicher, Jnfornrierung über die Geschützfrage. Was den Wissensdrang besonders in Bezug auf tue Verhältnisse bei der ftcmzösrschen Armee betrifft, so leitet er sich her aus der Tatsache, daß das Rohrrücklauf- geschütz in Frankreich bereits vor einigen Jahren, gelegentlich der Parade beim testen Besuch des Zaren in Fvank- reich, in felddiLnftmsäßiger Verwendung vorgeführt wurde. Schon damals hieß eS in Pariser Blättern, auf Grund dieser Ge, chützneuern^ sei die französische Artillerie der deutschen überlege in. Wenn nun auch keineswegs rruberüctsichtigt bleibt, daß man in Militärischen Fragen jenseits der Vogesen den 3)tund etwas voll zu nehmen liebt, so besteht doch in partameutarischen Kreisen der Wünsch M erfahren, inwreroeit die deutsche Militärverwaltung über die Entwickelung der Geschützsrage in Frankreich unterrühtet ish und ob ein Gcrurd W. der BesorgnüS besteht, daß' das deuisa-e Feldgeschütz cm LeistmrgKsLhlK- leit dem französischen nachsteht. Nicht mrberührt dürste bei dieser Gelegenheit bleiberl, die dieser Tage von einem ftanzöjijchen Redakteur und ReftrvevsMer ausgestellte Be- haustturlg, daß vermöge einer verbess erteu Gewehrpa t r v n e die lleberlegenheit des ftanMischcn Jufantevie- gewehrs über das deutsche gesichert sei Schließlich, verdient noch erwähnt M werden die im parlamLnrarifcher: Kreisen aufgetanchte Vernmämrg, daß die Einsührimg des Robrrücklcmjs bei den deutscheri tzeÄNeschützcn — die ja über kurz oder lang bewirkt werden muß — nicht weniger als 1L bis 15 Millionen, wie die „Nh.-Westst Ztg." berechnet hatte, sonder« mehr Losten, also zu einer besonderen ArtiLLerie-Lorlage sich cmswachsen wird. Der preußische KriegLm.im.ster v. Einem wird also in der Budgetlvrwmtfsion einer Reihe gewichtiger Fragen sich gegenüber sehen, und in der fonrmcnden RetchMtags- l'ession wird mehr als je zuvor das von ihm seirrerzeit gebrauchte Dichiterwort Geltung gewinnen: „Marsregiert >ie Stunde." VoMsche Gügesschmr Zwei preutzische Wahlauftrrse. Die nationalliberalen Matter Preußens veröffentlichen den national Liberalen Wahlaufruf für die prenß. Landtagswahlen. In demselben heißt es, daß der Kampf gegen die SozialdemoLratie ruwd wie vor nationale und liberale Pflicht bleibe Verfehlt wäre es aber, die Abwehr der sozialdemokratischen Gewähr von einer reaktionären ^tolitil 511 erwarten. Aufgabe der rwtional- liberalen Partei sei cs, dem Rückschritt an jeder Stelle und in jeder Form entgegenzutreten. Dies müßte auch das Ziel bei ben bevorstehenden Wahlen sein. Der LLufruf verlangt die Medereinbringung der Kanalvvrlage und eine Abänderung des ^Land tagswahlrechts. Er wendet sich ferner ge gen die schu rfeind liche Politik der Ko ns er var rv en und des Zentrums. Ein Vorzug des Ausrufs ist die kurze und energische Faffung. Der Auftuf zu den Reichstagswahleu war zu lang geraten; diesmal ist der Fehler der Weitschweifigkeit vermieden worden. ES fehlt gleichwohl in der Kundgebung keine Forderung und keine Erläuterung, auf die es ankonrmt. Der preußischen Regienrrlg dürste die Verheißung, daß der Ausbau deSWasse-r str atz en eine der ersten Forder- ungeit der nativnalüb. Partei bleiben werde, nicht Egenehm klingen, deicn man ist nicht gern an etwas erinnert, das zu Inn man keine Neigung hat, sei es nun ans Gründen oer Taktik — um Mt Wetter bei den Handelsverträgen zu schaffen — oder aus Erwägung der Finanz-- Politik oder ans welchen Gründen immer. Nur e hi e An- erkerrnmlg wird der Regierung zuteil: tn der Polenpolitik. Diese wird zietbewußt und deutsch genannt. Gleich darauf aber fährt der Wahlaufruf fort: Die Re- ßEcnma müsse arrch die Gefahren der Klassen- und Inter- esseuwütschast, sowie dos immer weiter vor drin geraden MtramontLuriSrrrns mit der gleichen Festigkeit bekämpfen. Der kurze Wahlauftrrf der Freisinnigen Volks- Partei legt etenfilllS den Schwerprm.ll auf die Verhütung einer konservativen Mehrheiü „Schon tn der ablaufenden Wahlperiode sehllen den beiden konservativen Fraktionen zusanmren kaum ein Dutzend Stimmen an der absoluten Mehrheit." Die Freis. Bolkspartei rechnet ihrerseits mit den Angriffen der Sozialdemokratie, sie will daher „in Gemeinschaft mit anderen liberalen Parteien" Mandate verteidigen und neue erobern. Mfi> ein Zusammenschluß mit den Nation al über al en und der Freisinnigen $ereinignug. DaS letztere ist besonders bemerkenswert. BerMANg VI Grstzfnrftcu'Thrmrfolgers ssn Rußland? In den gut unterrichteten Petersburger HosLeisen verlautet, wie der Fr. Pr." geschrieben wird, mit Bestimmtheit, daß der Großfürst-Thronfolger von Ziußland, Michael Llexandrowitsch, sich! demnächst mit der Herzogin Eäcilie von Mecklenburg-Schwerin, der zweiten Tochter des verstorbenen Großherzogs von Mecklenburg und der verwitweten Großherzogin ^lTmstasia Michailowna, einer russischen Großfürstin, verloben werde. Herzogin Cäcllie, eine Schwester des -gegenwärtigen Großher^ogs von Meckllmburg Friedrich Franz IVv ist mütterlicherseits eine Cousine des russische« Gvoßfürsten-Thronfolgers. Die Hochzeir soll im Monat Marz 1904 in Cannes stattfinden, wo Großherzogin Mrastafla Michailowna den ganzen Winker in ihrer VMa Wenden verbringt, und wo am 26. April 1838 die Vermählung der Herzogin Alexandrine, der ällestm Tochter der Gvoßherzogin Anaitasia, mit dem Prinzen Christian von Därremark stattgefunden hat. Groß- rürst-Thronfolger Michael Alexandrowitsch steht gegenwärtig Im 25., die Herzogin Cäcilie Auguste Marie im 17. Lebensjahre. Großfürst Michael Nikolajewitsch, der Großvater der Herzogin Cäcilie von Mecklenburg-SchLverin und Großonkel des Zaren Nikolaus IL, welcher unlängst von einem Schlaganfalle betroffen wurde, wird, falls sein Gesundheitszustand süh bessern sollte, der Hochzeit seiner Enkelin mit dem Mwßfürsten-Thwnfolger beiwohnen. Großherzogin-Wtwe Anastasia Mchallowrr« von Meckierrburg-Schwerin, welche aus Arllaß der Erkrankrmg ihres Vaters, des Großfürsten Michael Nikolajewitsch, unlängst in Petersburg und auf dem Gute ihres Vaters Michailowskaja weilte, hat alles, was ans die Berlobrmg des Großstirsten-ThDonsolger mit ihrer Tochter Cäcilie Bezug hat, bereits festgesetzt. Äom Grafen Pückler-Kl.-Tschirns wird der »Ostsee-Ztg." in einer Danziger Zuschrift erzählt: Die Rachrickst, daß der bekannte Antisemit Gras Pückler-Kl.- Tschirne die Festrmg Weichselmünde, wo er zwei Monate Haft wegen Herausforderung zum Duell zu verbüßen hatte, bereits am Montag, 21. b. MtS., verlassen habe, ist falsch. Die Strafzeit des Grafen hatte erst mit bem 24. September ihr Ende erreicht. Dir Entstehung beö Irrtums entbehrt aber nicht eines pikanten Beigeschmackes. Er rührt wohl daher, baß Graf Pückler, ber in Danzig zu einer bekannten Erstheimmg geworden ist, am letzten Montag, an bem in Danzig die Enthüllung beS Kaiser Wilhelm-Denkmals stattfanb, frei wnb offen vor aller Welt im Frack und Claqur an dem offiziellen Festeffen teilnahm, an welchem sich bie Spitzen der kommunalen unb milltärischen Behörberr unb auch bie Minister v. Pob- bieLKki tmb Frhr. v. Rheinbaben beteiligten. Man sah, baß Graf Pückler, von dem man wußte, baß er, wie jeber FestungSstuden-,Gefangene", höchstens fünf Stunden ^großen" Urlaub haben konnte, am Montag nicht zur Festung zurückkehrte, sondern ganz gemütlich nach dem feudalen Mahle in Danzig übernachtete. Daher stammte wohl die Annahme, daß der gräfliche ^Festrmgsftuben-Gesangene" sich bereits auf fteiem Fuße befände; tatsachttch war er aber einfach durchgebrannt. Erst am nächsten Morgen soll er sich in aller Seelenruhe wieder in ber Festung eingesunden haben. Ob von der Danziger Kommandantur gegen den Herrn bie Maßnahmen bes .Muschließens" ergriffen worben sind, entZiehi sich unserer Kenntnis. Deutsches Mich. Berlin, 28. Sept. Der Kaiser wohnte, wie aus Rominten gemeldet wird, am Sonntag mit seinem Gefolge dem Gottesdierrst in der St. Hubertuskapelle bet Die Predigt hielt der Ortsgeistliche von Drrbeningken, Wangnick. Gegenwärtig weilt der Tiermaler Professor Friese in Ro- miuten, der den Auftrag hat, die vom Kaiser zur Strecke gebrachten Hirsche sofort zu malen. — Einer Parlamentskorresporrdenz zufolge dürfte die Eirrberufung des Reichstages erst zum 1. Dezember erfolgen. — Zum Zeu an iz,Wangs verfahr en gegen den Berichterstatter Rehbein vorn „Vorloärt^ erklärt heute die „Nordd. Allg. Ztg.", daß die Beschuldigrlngen, welche in dem der Militärbehörde em gereichten Prüfe eines Soldaten gegen den K'ompagniechef erhoben wurden, schon vorher zum Gegenstand eines Errnittetungsverfahrens gemacht uub in diesem Verfahren sämlliche Unterosfiziere und Mannschaften der Kompagnie als Zeugen vernommen worden sind. Diese umfangreiche Beweisaufnahme habe feilt Material ergeben, bas bie Erhebung einer Anklage gegen ben bezichtigten Offizier rechtfertigen könnte. Insbesondere sei keinerlei Beweis einer Mißhandlung oder vorschriftswidriger Behandlung Untergebener erbracht worden. Das Zwangsverfahren sei gegen Rehbein angeorimet worden, um bat Schreiber des Briefes zu ermitteln. Nachdem Rehbein sich' hartnäckig geweigert habe, den Schreiber des eingereichten Briefes namhaft zrr machen, sei das Urltersuchungsversayren gegen den Kompagniechef eingestellt und das Zeugnis- zwcmgsverfahren gegen Rehbein unterbrochen worden. — Wie die „Germ" von gutunterrichteter Seite hört, ist hier an maßgebender Stelle nichts davmt beformt, daß Prälat Dr. Witpert einen politischen Aust rag des Papstes an den Kaiser habe. Derselbe- sei vielmehr damit betraut, sein neues Pr achtwerk über die Katakomben dem deutschen Kaiser als Geschenkdes P a p ste s zu überbringen, und eS liege die Vermutung nahe, daß er bei dieser Gelegenheit zugleich ein Begletd- schreibeu des Papstes dem Kaiser über geben werde, das sich auf das Geschenk bezieht. Ban einer politischen Mission könne jedenfalls keine 3fcebe sein. — Der „Reichsanz." berichtet: Am 25. und 26. Sept, fanden im Reichsamte des Innern kontradiktorische Verhandlungen über den Verband deutscher Druckpapier f abriken (Zeitungsdruckpapier-Syndikat) statt. 2lußer Vertretern des Syndikats beteiligten sich an den Beratungen der Vorstand, sowie mehrere Mitglieder des Vereins deutscher Zeitungsverleger, Vertreter der Papier verarbeitenden Jtümstrien, Papiergroßhändler 2c. Den Vorsitz führte Geheimrat von ber Borght. Den Erörtere ungen zu Grunbe lag der Bericht des Referenten, Regier* ungSrats Voelker über die Entstehung, Organisation und geschäftliche Tätigkeit des Syndikats. Die geschäfllichen Maßnahmen des Syndikats führten zu lebhafter Aussprache zwischen den Vertretern des Shttdikats, den Großhändlern und Zeitungsverlegern. Hierbei wurden Wege erkennbar, die zu einem Ausgleiche der Interessengegensätze führejn können. — Für den Anfang November sind kontradiktorische Verhandllrngen über die Syndikate der Eisenindustrie in Aussicht genommen. Die Roheisensyndikate, Halbzeug- und Walzwerksverbände gelangen in unmittelbarer Aufeinanderfolge zur Erörterung. Hamburg, 28. Sept. Wie der „Hamb. Korresp." erfährt, wünscht man in Spanien anstelle des bisherigen. Meistbegünstigungsvertrages mit Deutschland den Tarifvertrag zu setzen. Magdeburg, 28. Sept. Infolge andauernder Exzesse auf der großen Herbstmesse mußte die Polizei wiederholt mit blanker Waffe etnschreiten. Die Polizei beabsichtigt infolgedessen, um Aushebung der Messe beim Ministerium vorstellig zu werden. KarlSru he, 28. Sevt. MinistLr Schenkel hiell gestern bei Eröffnung der ^LanowirtschaftS-Aussteklung i n Dur 1 a ch" eine Rede, tn welcher er sich scharf gegen die Sozialdemokratie wandte, deren Maske in Dresden gefallen sei. Er kündigte des weiteren eine Vorlage in Bezug auf die Einführung eines direkten Landtagswahlrechtes an. Mannheim, 28. Sevt. Der badische StaatsminifteL^ v. Brauer, der gestern den hiesigen Rennen beiwohnte, hat geäußert, von sachverständiger Seite werde eine all* mähttche Besserung unserer wirtschaftlichen Konjunktur konstatiert. Er fügte hinzu, um Jeteresse unseres wirtschaftlichen, wie unseres politischen Lebens sei eS zu wünschen, daß die nächsten Handelsverträge! für einen Zeitraum von etwa 20 Jahren abgeschlossen würden. Ausland. London, 28. Scpt. Ans Tientsin wird von heute gemeldet: Die gegenwärtige militärische Stärke Rußlands im fernen O sten umfaßt ca. 50 000 Mann aller Waffen, darunter 18 Batterien, in der eigentlichen Mandschurei, 110000 Mcnm in den Verbindungslinien zwischen Port Arthur und dem Amur und 90000 Mann in Port Arthur und Talienwan. In Port Arthrtt sind 30 Forts errichtet, 50 Forts sind im Bau Begriffen unb alle Gipfel des Gebietes befestigt. Ferner sind in Port Arthur ständig 40 Kriegsschiffe, 40 andere liegen beständig unter Dampf in Talienwan. Am 15. Oktober wird dile Ankunft von drei Schfochtschisfen, zwei Krerrzern und vier Torpedobootszerstörern in ben chrnesischen Gewässern erwartet. Paris, 28. Sept. In Reims wurde gestern ein Kongreß der ftanzösischen revoluLionär-sozialisti- schen Partei abgehalten. Letztere umfaßt die Gruppen der Arbeiterparteien der Bfonquisten und Kommunisten, deren Führer Jules Guesde unb Lafargue sind. Der Kongreß bezweckt, Solidarität unter den verschiedenen Parteien herbeizuführen. — Gestern kam es in Hennebont zu großen Demonstrationen gegen den Klerus, als sich dieser zur Kirche begeben wollte. Von einer tausendköpfigen Menge wurden die Geistlichen mit den Rufen: „Nieder mit den Pfaffen!" empfangen. Die Menge warf sämtliche Fenster der Kirche ein, der Bürgermeister wurde nieoergetoorfen und mißhandelt. Erst als sich die Menge zerstreut hatte, konyten die Gläubigen bie katholische Kirche verlassen. — Der Kolonialmini st er D 0 umergue leidet an einem hartnäckigen Schnupfen, und dieser soll, wie der „Gaulois" versichert, davon herrühren, daß zwei Fensterscheiben in seinem Arbeitskabinett zerbrochen sind. Sie werden nicht eingesetzt, weil ermittelt Serben muß, wer bie Kosten für die große Ausbesserung zu tragen hat, unb man sich im Kolonialministerinm vor den Einwänben. des Rechnungshofes zu fürchten scheint. (Tas Einfachste wäre vielleicht, wenn ber Minister bie neuen Scheiben selbst bezahlte.) Kunst und Wissenschaft. er- P. Gießen, 29. September. düngen). 203.00 212.75 136.12 1/8.60 183.60 bürg eingewecht. , • Nürnberg, 28. Sept. In dem Dorfe Heuntzreuth find zwei Kinder an dem Genüsse von Tollkirschen gestorben. • Haag, 28. Sept. Max Lebaudy ist immer noch hier und wird nach seiner Aussage noch mindestens zwei I Monate in Paris bleiben. Er hat die beabsichtigte Rundreise im Norden von Europa ausgegeben. Man glaubt, daß er vorläufig auf seinen Plan bezüglich der Errichtung des! ! Saharareiches verzichtet. , * Brindisi, 28. Sept. Ein Landwirt aus Ostuni hat in einem Anfall von Wahnsinn seine fünf Kinder ermordet. 'Bern, 28. Sept. Die am Freitag zur Aufsuchung des vermißten 18jährigen Stumpf, Sohn des Gymnasial-^ I Rektors Stumpf aus Ludwigshafen, von Grindetwaid zur I Fungfrau aufgebrochene Führerexpeditton ist erfolglos zurüÄ- gekehrt. Es wurde m« konstatiert, daß Stumpf ani 31. August die Bäregg passiert und sich am gleichen Tage m das Fremdenbuch der Berglihütte eingeschrieben hatte. Laut seiner Notiz im Fremdenbuch wollte er allein die Jungfrau und das Finsteraarhorn besteigen. Vergebens hatte man ihn in I Grindelwald gewarnt. * Newport, 27. Sept. Ein Schnellzug der Southern Railway stürzte beim Passieren der Brücke in Dauville, Virginia, in die Tiefe. Der Lokomotivführer, der Heizer ! und 7 Postbeamte wurden getötet, eine Anzahl Reisender ! verletzt, darunter mehrere tätlich. sich, so tauge es nur irgend angängig tfc auf der Höhe hott, o§re die Wasserscheide zu überschreien. Einige Schwrerrg- keiten wären nur im unteren Salztal zu überwinden. Gestern vormittag begann das Schwurgericht mrt der Verhandlung gegen die bisher unbestrafte, 24 Jahre alte Land- . arbeiterin Maria Hurua von Obbornhofen wegen Kindes- mordes. Der Gerichtshof wurde gebildet durch den Land-I qerichtsrat Schmeckenbecher als Vorsitzenden, den Land- qerichtsraten Dr. Schäfer und Müller als Beisitzern. Die Anklage wcrd vom Oberstaatsanwalt Theobald vertreten,! während Rechtsanwalt Engisch die Verteidigung führt. Die Angeklagte, welche arrS der Provinz Posen stammt und seit ihrem 14. Jahre als Landarbeiterin jedes Jahr ihre Heimat verlaßt, ist ihrer Tat geständig. Sie will nicht wissen, wie sie zu dem Verbrechen gekommen ist. Weinend erklärt die Polin, welche aber gut deutsch spricht, der Herrgott muffe sie, als sie ihr Kind tötete, verlaffeu und der Teufel m sie gefahren sein. Die Hurna giebt die Tat unumwunden zu und erklärt unter Tränen, man möge sie dafür nicht zu hart strafen, denn sie fei schon schwer bestraft, weil sie feit dem Vorfall keine Nacht mehr Ruhe habe. Die Beweisaufnahme ergab u. a., daß dre Angeklagte ein festes Verhältnis mit einem Grubenarbeiter hatte, der bereit war und heute noch bereit ist, sie zu heiraten. Der Arbeitgeber, Gutspachter Borne mann, gab der Angeklagten das Zeugnis einer sonst braven und fleißigen Person. — Oberstaatsanwalt Theobald plaidierte auf schuldig „ des Kindesmordes unter Versagung der mildernden Umstände, und verwies daraus, daß es sich immerhin um eine schwere Tat handele, denn eine Mutter, welche sich gegen ihr eigenes Fleisch und Blut wende, verdiene keine Milde. Rechtsanwalt Engisch bat die Geschworenen, der Angeklagten mildernde Umstande zu bewilligen. Die Strafe, welche dann der Gerichtshof' erkennen werde, sei eine hin- längÜche Sühne. Man solle bedenken, daß die Angeklagte fern von der Heimat auf sich allein angewiesen sich befand, als sie Hand an chr Kind legte. D« Geschworenen bejahten die Schuldfragen, billigten aber der Angeklagten mildernde Umstände zu, worauf der Gerichtshof aus eine Gesängnisstrase von 3 Jahren erkannte. Der Vertreter der Staatsbehörde hatte 3% Jahre Gefängnis beantragt. • Berlin, 28. Sept. Gestern abend entstand im Keller der Kaserne des 2. Garde-Ulanenregimentes Feuer, das, von Petroleum genährt, große Ausdehnung annahm. Es! gelang der Feuerwehr, den Brand aus den Keller zu beschränken. • Lauenburg t Pommern, 28. Sept. Ein Eisenbahnzug überfuhr bei Leba ein Bauerufuhrwerk. Zwei Personen wurden schiver verletzt. * Freiburg a. d. Unstrut, 27. Sept. Unter zahlreicher Beteiligung deutscher Turner wurde heute das von der ! deutschen Turnerschast gegründete Jahn-Museum in Frei- Gießen, 29. Sept. 1903. - Personalien. S. K. H. der Großherzog haben der durch die' Dekanatsspnode deS Dekanats Rodherm aus die Dauer von fünf Jahren vollzogenen Wahl deS evangelischen Pfarrers Karl Vetter zu Klein-Karben zum Stellvertreter des Dekans deS Dekanats Rodheim die Bestätigung erteilt. »• Stadttheater. Die DrrÄtiou bittet uns, nochmals darauf aufmerksam zu machen, daß die heutige Vorstellung! außer Abonnement stattfindet; ferner, daß im -Zerbrochenen Krug" Fräulein Hagen die Rolle der Eve giebt. »» Die Mitteilungen der Großh. Hessischen Zentralstelle für die Landesstatistik enthalten eine Ueberficht der Zahl der Einkommensteuerpflichtigen und den Betrag der Einkommensteuer in Hessen für das Jahr 1903/04.1 Wir entnehmen daraus, daß in Heffen im ganzen 305 307 Einkommensteuerpflichtige (277 712 von der 2, Abt., 27 595 von der 1. Abt.) sind, welche dem Staat 8573521,5 Mk. Steuer einbringeu. Von diesen Gesamtsteuerzahlen entfallen auf die einzelnen Klaffen: mit Einkommen bis 500 Mark: 144555; 600 M.: 319014; 750 Mk.: 491868; 900 Mk.: 482526; 1100 Mk.: 390499,5; 1300 Mk.: 282 587,5; 1500 Mk.: 261970; 1700 Ml.: 265 552; 2000 Mk.: 250747,5; 2300 Mk.: 283 725. — In Gießen sind 1604 Einkommensteuerpflichtige der 1. Abteilung und 11409 der 2. Abteilung, zusammen 13013. Diese 13 013 Einkommen- steuerpflichtigen zahlen im ganzen 433 998 Mark, davon 303 991 Mk. 1. Abteilung und 130007 Mk. 2. Abteilung. Gießen 1725 Steuerzahler, die bis 500 Mark Einkommen haben, 3145 die bis 600 Mk., 2020 die bis 750 Mk., 1321 die bis 900 Mk^ 984 die bis 1100 Mk., 655 die bis 1300 Mark, 454 die bis 1500 Mk., 416 die bis 1700 3JIL, 381 die bis 2000 Mk., 308 die bis 2300 Mark Einkommen haben. ** Zirkus Lorch war auch gestern abend wieder voll! besetzt. Die Darbietungen sanden wieder allgemeinen Beifall.! ** In der Ost an läge steht gegenwärtig ein Silberahornbaum in wunderbarer Farbenpracht. In flammendem Rot erhebt er sich mit seinem Laubwerk auf dem Rasen der Anlage bis zu mittlerer Höhe und bildet mit den im Hinter-! gründ ihn zum Teil überragenden höheren Bäumen einen reizenden Anblick. ** Der Stenograph en-Kongreß, den die Schule Stolze-Schrey vom 2.—6. Oktober in Frankfurt witees pi Bau dieser LogMbergbahn an-nschlreßen. Der Bahnbau würde auch Leine besonderen Schwierigkeiten darbieten. wenn die neue Linie, wie es nach dem bererW aus- Vereinigte Königs- und Lnurahütte. Bei dem Abschluß der Königs- uni) Laurahütte interessieren hauptsächlich die Ab-^ schreibungen. Sie sind mit 3«/, Mill. um 500 000 DJU. höher eingestellt, als die vorhergegangenen. Dies dürste auf die Pläne des Neubaues eines Stahlwerks zurückzuführen sein. Dasselbe soll bereits im nächsten Jahr m Angriff genommen und bte Kosten sollen aus den zu derartigen Zwecken gesammelten Jmltebi — versteckte Reserven möchten wir sie nennen — aufgebracht werden. In dem dem Abschluß beigegebenen Bericht wird dre Besserung der Walz- eisenpreise bervorgehoben. Es ist auch, wre man hört, eure weitere । Erhöhung der oberschlesischen Walzeisenprerse sür das erste Quartal in Sicht. Die amerikanische Gefahr. Wenn nran den Gerüchten und Nachrichten, die von drüben kommen, auch nur zum kleinen Teil glauben darf, so steht eine Invasion Europas mit amerikanischem Esten in allen Formen und Arten mm doch sehr bald bevor. Ter Morgansche Schiffahrtstrust rechne bereits mit einer bedeutenden Belebung des Frachtgeschäfts infolge riesiger Eisen- und Stahl- frachten, denn der Stahltrust hat beschlossen, seine europäische Invasion in einem Stile zu beginnen, der die auswärtigen Aon- kurrenten in Aufregung versetzen werde. Demnach scheint der Zeitpunkt nicht mehr fern zu sein, da amerikanische Waren zu Schleuder- preüen die europäischen Werke überschwemmen wird. Welchen Erfolg die Amerikaner davontragen werden, bleibt abzuwarten. Möge das preußische Sprichwort Geltung haben: „Bange machen gilt nicht". Ernte der Bereinigten Staaten. Nach dem Ernteberichl der Regierung sind die höchsten Erwartungen übertroffen. Der Ertrag an Mais, Weizen, Hafer und Baumwolle wird darin auf 2 477 000 000 geschätzt, ungesühr eine halbe Milliarde mehr, als im vorigen Jahr. Alan erwartet, daß in Mais die zweitgrößte, in Weizen die drittgrößte Ernte hereinkommen wird, welche die 23er- einigten Staaten jemals zu verzeichnen gehabt haben Kirche unö Schule. fflm 28. Sept. Unter dem Dorsch des Grafen I Mntzroaerode trat heute nachmittag der Zentralvvrfwnd evangelische« Bundes Kur Einlertung 8er Iß. «Keneralvers anunlung des Bundes zusammem Dre L^^Lng beschloß vor Eintritt in die Tdg^ nrhmnnx folgendes Telegramm an den Kaiser zu! kS £aec Majestät dringt die «MneralversamrÄung Ls evangelischen Bundes aus Mm ihre alleruntertänigste ÖU&iflJWfl Mit dem Kaiser missen wir uns eMiätu ^rlläe«euau«L daß die Gefahren sür de« rmreren Frieden T unseres Älles nur imrch. dm Krach des Evangelismus bezwungen werden können, wre sre Lncher durch seine Tat zu lebendiger WirUrng wieder rnrfweckte. feerne den Kars er mit der Kraft aus der Hvh^ allen ^Lichen Mächten zu beZegnen>eich.und)Volk wider seine Feinde siegreich zu schützen. Gras Wintzingerode. Oest. Kredit .... 202.75 Deutsche Bank . . . 212J.0 Darmstadter Bank . . 135.90 Bochumer Guß . . . 179.75 Harpener Bergbau . . 184.60 Schluß-Tendenz: ruhig. Madrid' 28. Sept. Gestern abend fand hier ein! anarchistisches Meetingstatt, über hunderts Anarchisten teilnahmen.. Es wurde beschlossen, den all- 0. Ml abzuhalten gedenkt, verspricht, wre man uns schlecht, eine überaus glänzende Veranstaltung ö^^^bn. Der Schlvaaer unseres Kaisers, Prinz Friedlich Karl von Hessen, bat das Protektorat über den Kongreß Wernormnen; ein , Ehren ausschuß mit dem Reicks km: zllw^afmM^wan < der Spitze, umfaßt die angesehensten rmd höchsten Vertreter. der städtischen und Staatsbehörden. ~ . h. J - Verlauf der Witterung von Samstag b s Montag. Der Einfluß des vorüberziehenden ^«ltrefS warseit her, wie angenommen, nur ein 9^'^ L^sid^ Auf d^ Vorder- s^te des Tiefs nimmt bei schwachem Südostwinde dre Bewölkung und Temperatur zu, stellenweise Mt Regen, bei jedoch w^r der i schwachen Ausbildung der TieiS, sowie wegen der Nähe deS Hoch I nur qenng ist sio w der Nacht von Freitag auf Samstag und heute nachmittag), auf der Rückseite Hartes auf bei südwestlichem! ^mbe, sodaß ein langsamer Wechsel zwischen klarem und bebe ehern L>immel stattsindet. Die Nächte sind milder als seicher, was m dem Vorhandensein einer Wolleii^cke, welche b“.* 2^^aI^t“n9qY?e^c hindert, und m dem südöstlichen Wmde begründet ist. Heute Montag, dringt das westlich Irland lagernde Haupttief ostwärts vor, während gleichzeitig daS Hoch an Stärke weiter ab zurückzieht. In diesem Süme dürfte sich auch für die nächsten Tage die Luftdruckverteilung ändern, ~ sodaß wohl bald em umschlag eintreten wird; wir hätten also kühles, zeitweise windiges Wetter mit Regens allen in Aussicht. epp l e r. K. Effolderbach, 28. Sept. In dem Eisenbcchn- I einschnitt am Beginn des Tunnels hier steht eru der Ober- hessischen Eisenbahn gehöriger Baum rn voller Blute. | Reichelsheim, 26. Sept. Heute nachwittc^ scheute beim Herannahen eines Eisenbahnzuges von tfueb* bera das Pferd des Beigeordneten Bogt von hier. Dieser stürzte vom Wagen, der ihn überfuhr. Er liegt schwer !verletzt darnieder. 1 R. B Darmstadt, 29: Sept. (Ergeuer Draht- bericht.) Das russische Kaiserpaar mad^ heute vormittag in Begleirung S. K. H. d^ Groß Herzogs Mieder «neu Spaziergang durch die Stadt und besorgte mehrere Einkäufe. Leider konnte dres wieder nur unter großem Andrang des Publiruurs gejchelM. Um 12 Uhr Ltarnahmen die beiden ältesten Kcusertochter und ssÄtn- zessin Elisabeth einen Spazierritt nach dem Palars. Heute mittag 1 Uhr fand wieder Frühshückstafel statt. Darmstadt, 29. Sept. (Eigener Drahtoerrcht.) DieAbreisedesZarenunddas Grafen Lambsdorf nach Wien erfolgt heute abend mit Sonderzug um 5.o5 Uhr. \—^ai Anwesen des Landwirts Kauß am Herdweg rst ! soeben Groß feuer ausgebrochen. Das ganzk Anwesen steht in Flammen. , I n Marburg, 28. Sept. Ganz unerwartet traf heute früh hier die Kmide ein, daß der hohe Chef des hiesigen Jaaerbataillons, die Lvnrgin-Mutter sRarghe- rita von Italien, im Laufe des Tages Marburg besuchen wolle. Mit fabelhaster Eile wurden nun schnell dre nötigen Empfangsvorbereitungen aetwsfeu. Als der 3ug um s/47 Uhr abends einlief, war die Stadt prächtig rllw miuiert und Tausende von Menschen hielten die Straßen besetzt. Die Königin wurde am Bahnhofe vom lommam dierenden General des 1L Armeekorps, Exeellenz v. Wrttrch und vom Jagerkommandeur Oberstleutnant U Bornes em* | pfcmgem Die hohe Fran besichtigte daun die Elisabethurche, । welche deshalb besonderes Interesse sw.hat, werl sre in direkter Linie von der heiligen Elisabeth abstammt. Später fand vor der Kaserne Vorstellung des Batarllons und im Kasino Festmahl statt. Um 9 Uhr reiste die Könrgm nach dem Süden weiter. . j Fnlda, 27. Sept. Mr die Hebung des Verkehrs und Förderung von Handel und Industrie im östlichen Bog els- berc würde die Herstellung einer Bahnverbindung zwischen Fulda, Freieuste inan und Salmünster, welche oan beteiligter Seite wtt Eifer erstrebt w-ird, von großer Bedeutung fein, weshalb auch die hier bestchende eraimma zur Hebung der VertehrsverhÄtnisse", welche die Berlin, 26. Sept Als Vertreter des Kaisers bei der Ent- büllung dä Wagner-Denkmals w.rd Prrnz EUel Friedrich a b t roirb der.FrA.Ztg. geschrieben: Als neues Mitglied der Darmstädter K u n st l e r k o l o n i e wurde ! f) a n ft e i n aus München berufen. Ter junge Künstler hat sich kuret) Beiträge m illustrierten Zeitschriften und durch Arbeiten auf dem ^Gebiete des Buchschmucks, der Keramik und der Gold- fchmuckkunst einen Namen gemacht. »mber- — Einer Wiener Depesche zufolge p o l e m i^s i e r t der Kmdev- mit qtrßf E i cb e r i ch im „9)t. Wien. Journ. gegen Profeffor na. s Behauptung auf dem Kasseler Naturforfcherkongreß, daß die k ü n st l i ch e Ernährung mit Kuhmilch eme un- Z_'Ä A x o (a »tfihr e i n e r n e k t i o n zur Tuberkulose zur Folge habe. Diese Behauptung entspreche nicht den klinischen ! Ersahrunaem ^Äehnliche Ansichteri vertreten nock) zwei andere 1 Gelehrte. — Am Sonntag hat eine Unterredung zwischen dem Ministerialdirektor A l t h o f f mit P r o s e s s o r n B e h r i n g in 9lordhausen stattgesmiden. Es hat sich mutmaßlich um die Fratze gehandelt, unter welchen Bedingungen das i n d e r immunisierungsverfahren gegen Tuberkulose von dem vreusiischen Staate erworben werden konnte. P umer der Redaktion des Hoikapellmeister D r. Ri ch ar d Strauß beginnt demnächst der Verlag von Julius Band m Berlin ein neues, groß angelegtes Unternehmen ,D i e Musik. Es handell sich um eine, in regelmaplger Folge erscheinende Sanunlung von musikästhetischen und mulikbiographischen Monographien. Für das Unternehmen sind u. a. solgende Alltarbeiter gewonnen: die Professoren PH. Wolstum-Heidelberg, Dr. Oskar Bie und H. ^^Septemb2-Heft der „Kunst" (München, Bruckmann, Preis vierteljährlich 6 Mibrmgt zum 100 Geburtstag des MeMers eine hübsche Ludwig Richter-Veröffentlichung, die in - ihren 31 Illustrationen interessante Einblicke in das gesamte Schaffen dieses Künstlers gewährt. Erich Haenel analysiert m einem . b^ileitenüen Aussatz fern das Wesen der Richterschen Kunst die ihm nut Recht ein Tröpslein Himmelsäther in den Z^auheiten und Härteii dieser Wett dünkt. Der sonstige Malt dieses Heikes setzt ' I sich rusammen aus einem Referat über die Ausstellung im Münchener ° Glaspalast (28 Abbildungen), einer Besprechung des der modernen -1 dekorativen Kunst gewidmeten St. Petersburger Unternchmen^ „Ssovremennme Jskusiwo" (21 Abbildungen- und abgesehen von ) bem reichhaltigen Notizentell, den nachstehenderi ckiffiatzen. Künstlerische Holzspielsachen (HAbbildungen); Die neue Kunstyalle m Dessau (13 Abbildungen-: Arbeiten von Max Benirschke (14 Abbch Gerichtssaal. Darmstadt, 29. Sept. Vor der Strafkammer stand der Lehramtsassessor Dr. Heinrich Wagner von Oppenheim, früher an der höheren Bürgerschule in Langen, wegen Amts- vergehens. Am 5. Plai hatte der Angeklagte bei den Ausgaben des 12 Jahre alten Friedrich Wilhelm- Schäfer von Langen die Ueberzeugung gewonnen, daß diese aus dem Buch abgeschrieben seien. Auf seine Frage, ob dem so sei, antwortete der ^nit ,Nein^, wobei er auch später l^harrte. D^ Lehrer gab chrn deshalb einige Ohrfeigen und üeß ihm etwas Bedttckzell. Als die Sache trotzdem nicht anders wurde, lleß Wagner den Stock holen, ! nahm den Schüler mit in ein anderes Zimmer, zog ihn über eine ! Bank und verarbeitete ihm das Gesäß. Dem Knaben gelang es, !sich nach hinten durchzuwinden und unter die Bank zu schlupfen, er wurde hervorgeholt und oon neuem zerblaut, habet Uwiinue der Lehrer seinen Kopf zwischen die Beine, jo daß an em Entrmiien m^t mehr zu denken war. Als der Schuler mittags nach Hause kam, zeigte es sich alsbald, daß derselbe^ vom Rucktreuz bis die halben Oberschenkel hinab Striemen an Striemen hatte, der Rektor Schüz, der alsbald Augenschein einnahm, mußte zu seinen Leidwesen zugest^eii, daß hier des Guten zu viel geschehen sei, diese Ansicht teilte auch der Kreisarzt, der 7 Tage spater noch Spuren der A! iß Handlung an dem Körper des blutarmenKmdeswahr- nahm. Der Verletzte hütete eine Zeit lang das Bett, nach fünf I Wochen etwa trat er in die Schule wieder ein. Seme Ottern erhoben Anklage. Wegen dieses Vergehens wurde er zu 50 Mk. Geldstrafe verurteilt. _ . n y Berlin, 28. Sept. Das Schwurgericht des Landgerichts 1 verurteilte den wegen Urkundenfälschung und Betruges angeklagten Kalkulator im Ministerium des Innern, Meder, unter Zubilligung inildernder Umstände zu vier Ja0ren Gefängnis, unter Anrechnung von 2 Jahren Unt«1uchungshast, und zu fünf Jahren Ehrverlust. Die Fälschungen bestanden darm, daß Meder Anweisungen des Ministers Frhrn. v. Rhembaben und des Geheimrats Aiarbach auf den Dispositionsfonds fälschte und die erhobenen Gelder im Betrage von 7870 Mark für sich ver- ^^Berlin, 28. Sept. Der Lokomotivführer Grothe, bei am 2. Mai im Bahnhof Friedrichstraße das schwere Eiseu- bahnungluck verschuldete, wurde von der ershea Strafkammer zu neun Monaten Gesanguis verurteilt. Beut Heu (Oberschlesieu), 28. Sept. Heute vormittag begann die Vertzmidlung gegen acht Rädelsführer des Laurahütter Wah l krawalls. Dre Anklage geht aus Aufruhr und Sachbeschädigung, 50 Zeugen sind geladen. । Zalwetund Herlichr^^olküwirlschast Berliuer SSrse vom 28. September 1903. Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Prioat-Diskont 33/< Prozent. Ansangs- u. Schlußkurse. Märkte. Gießen, 29. Sept. Marktbericht. Auf heutigem Wocbenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1,00—1,05 Mk., Hühnereier 1 St. 7—8 Vfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Ganseeier 00—00 Pfg., Enteneier 8—0 Pfg., Käse pr. Sick. 5—8^f., Kasematte 2 Stck. 5—6 Pfg^ Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linfen pr* Liter 32 Psg., Tarrben pr.Paar 0,70—09,0Mk., Hühner pr. St. 1,30—1,80 Mtt, Hahne pr. Stück 0,70—P50 Ack., Enten pr. Stück 1,80—2^40 Mk^ Gänse pr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 68—78 Pfa^ Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—66 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 66—76 Pfg^ Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg» Kalbfleisch pr. Pfd. 70—74 Psg, Hammelfleisch pr. Pfund 56—74 Pfg^ Kartoffeln pr. 100 Kar. 6,00—7,00 9)1L, Wei^rcrut per Stück 00—00 Pfg^ Zwiebeln pr. Zenttrer 4^0—5,00 DL, Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg., in Korben 00—00 Pfg. Zwetschen Mk. 5.00—pr. Ett^, Trauben 00—00 Pfg. Dauer der Marktzett von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Be- gnm o« Marktzett überhaupt nicht und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherzieheu nicht seilgeboten werden. Sport. o-Frankfurt a.M., 27.Sept. Der Laud w i rts ch a f t- LicheBerein hat heute sein großes Herbstpreisfahren und -Reiten abachalten. Saubere Arbeit, und die Namen Isenburger u. Co., Wolf u. Gabriel Strauß, Mayer u. Kaufmann, Sigmuno Schott und Gebr. Heß Söhne stehen als erste Sieger in der Liste. Es hat allerdings auch nichts gefehlt und alles war sehr schon. Darum sind wir doppelt gespannt auf das neueste im aeueu, das Droschkenpreisfahren am Dienstag. Wenn die armen Droschkengäule nur nicht zum Schluß wiehern muffen: „Noch so ein Sieg, und ich bin marode! Familien Nachrichten. Gestorben: Herr Kaufmann Wolf Strauß, Darmstadt. Herr Henry I. W. Rau, Darmstadt. Eingesandt. (Für Form rmd Inhalt aiin unter vreser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Stadt Dieburg und ihre Fri ed ho fs w e ih en. Uns in Gießen ist eben alles wichtig, was sich auf die Einweihung von Friedhöfen auch in anderen Städten bezieht, besonders in hessischen. Wie solche Weihefeiern in Darmstadt, in Kastel und besonders in Worms vor sich gegangen sind, friedlich und ohne «jegliche Störung, das haben wir erfahren. Heute wollen wir folg^des aus einer anderen hessischen Stadt mittetten: Dieburg im Odenwald, eine Stadt mtt vorwiegend katho- lifcher Bevölkerung, aber auch mit einer evangelischen Gemeinde, die chren Pfarrer und ihr Gotteshaus hat, legte vor mehreren Zähren einen nette« Gemeinde-Friedhof an. Als er fertig war, und ehe er in Gebrauch genommen wurde, zog die katholische Geisttichkett mtt der katholischen Gemeinde hinaus und weihte feierlich nach katholischen Lehren rmd Gebräuchen den ganzen Friedhof. Als einige Tage nachher ein Evangelischer gestorben war und begraben werden sollte, lud der evangelische Geistliche und Kirchenvorstand seine gar^e Gemeinde öffentlich ein zur Weihe des Friedhofes, die mtt dieser Beerdigung verbunden werden sollte. Scharen zogen die Evangelischen Humus, auch Katholiken nahmen teil, und feierlich wurde auch die evangelische Friedhöfsweihe vov- genommen. Bürgermeister und Stadträte, die sämtlich katholisch waren, hatten nicht das geringste dagegen einzuwenden; es gatt für ganz selbstverständlich, als freie gottesdienstttche Religionsaus- übung beider Konfessionen. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religiousgemeiude. Gottesdienst tu der Synagoge, Ludaulage. Donnerstag den L Oktober: BersöhnnugSsest. Vorabend: 6 Uhr. Pr^t-gt. Morgens: 7L0 Uhr. Predigt mtt Seelrufeier: 11.30 Uhr. Nachmittags: 3.15 Uhr. Thoravorlesung. Schluß-Predigt: 5JL0 Uhr. Festesausgang: 6.45 Uhr. NB, Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet. HE^dieust ter r«raelitischen Keligrousgesellschast. Mittwoch den 30. September 1903: Morgens 5.00 Uhr. Donnerstag den L Oktober 1903: Bersöhuungsfest. Vorabend 5.50 Uhr. Predigt. Morgens 6.00 Uhr. Festesausgang 6.45 Uhr. \ KriesKaflen der Redaktion. (Anonyme Anfrage« bleibe« unberücksichtigt.) H. in Frankfurt. Gewöhnen Sie sich doch endlich die unsinnige Bemerkung bei Unglückssällen ab: ^Menschenleben sind nicht zu beklage n", Sie wollcir sagen: ^D e r Verl Ujft von Menschenleben ist nicht zu beklagen." Unseres Erachtens sind allenthalben sehr viele Menschenleben zu beklagen, denen ein übles Schicksal zu tett wurde. Neueste Meldungen. Originaldrahtwelduugen des Gießener Anzeigers. Bochum, 29. Sept. Irr BergarbeiberLreisen erregt die Feststellung der Wurmkrankheit bei soeben enllassenen Reservisten großes Auffehen. Bremen, 29. Sept. Der in Hamburg verhaftete rusjischeGrafSavineist hierher ausgeliefert worden, wo er sich wegen Betruges zu verantworten hat. Breslau, 29. Sept. Die endglltige Loslösung der L» bersch lesisck/en Polen vom Zentrum ist erfolgt durch die offizielle Bereinigung der polnischen zentrumsfreundlichen Katholiken-Partei mit der radikal-polnischen Korfunty-Partei zu einem gemeinsamen Wcchlkomitee. London, 29. Sept. Die Autunfft Milners aus Karlsbad veranlaßt die Blätter zu eingehenden Besprechungen der Krise. Milner wird allenthalben als Mitglied des neuen Kabinetts betrachtet. Er lehnt es aber entschieden ab, sich interviewen zu lassen. L. London, 29. Sept. Die blutlosen Operationen des Wiener Professors Dr. L o r e n z, der von Bem' Multimillioiiär Armour zur Behandlung feines Töchterchens nach Amerika berufen worden war, haben sich einer New- Yorker Meldung des „Daily Expreß" zufolge nicht so erfolgreich bewährt, wie man anfangs angenommen hatte. Nach der Entfernung der Oipsverbände bei acht Kindern im Newyorker Hospital stellte sich in vier Fallen heraus, daß die Glieder brandig waren. In zwei Fällen mußten Amputationen vorgenommen werden Eins der Linder ist inzwischen gestorben. Dr. Gibney, der in Newyork Professor Lorenz assistierte, gesteht jetzt ein, daß die kleine Armour auch nach der Operation durch Lorenz ebenso wie früher nicht imstande ist, ohne Hllfe zu gehen. Nizza, 28. Sept. Die Unternehmer für die Straßen- reinigung billigten infolge einer Besprechung mit dem Maire und dem Präfekten eine Lohnerhöhung von 75 Cent, pro Tag zu. Man hielt den Aus stand dadurch für beend e t. Dcotzdem kam es heute abend in einer Versammlung der Aus ständigen zu Prügeleien, bei denen ein Gendarm und mehrere Personen verletzt wurden. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Wien, 29. Sept. Bei der Ankunft des Kaisers von Rußland in Wien am Mittwoch werden die Absperrungsmaßregeln besonders streng sein. Die Strecke vom Westbahnhof bis zum Schönbrunner Schloß wird durch ein dichtes Militär-Spalier abgesperrt. In der Hauptstraße des 15. Bezirks darf, das Publikum nur auf den einmündenden Seitenstraßen stehen. Auf der kurzen Strecke bis zum Schloß-Eingang sollen 27 Bataillone, 10 Wka- dronen und 14 Batterien aufgestellt werden. B u d a p e st, 29. Sept. Ein Zug der auf den Schwabenberg führenden Zentralbahn ist entgleist. Trotz der großen Panik, die in dem dicht besetzten Zug entstand'^ wurde nur eine Dame schwer verletzt. Belgrad, 29. Sept. Nach Meldungen aus Uesküb beschloß die dortige muselmanische Bevölkerung, während der Anwesenheit des Zaren in Wien ein Christen- Massa kre zu inszenieren. Telephonischer Kursbericht* Frankfurt a. JU., 27. Sedtember 1903. 3V2% Reicheanleihe . . 101.55 3% do. ... 89.09 3Vt°/o Konsole .... 10L25 3°/o do......89.09 81/2% Heesen .... 100.25 3%% Oberhessen . . . 99.02 4% Oeeterr. Goldrente . ♦ 101.55 4l/6% Oeeterr. Silberrente 100.35 4% Ungar. Goldrente . . 99.03 4% Italien. Rente . . . 102.08 4Portugiesen ... 50.04 8°/l. Portugiesen. .... 30.65 1% 0. Türken .... 36 75 Türkenlose......132.02 4% Griech. Monopol.-Anl. 43.05 4ll,% äussere Argentiner 41.07 3% Mexikaner .... 27.01 4,/8“/o Chinesen .... 91.05 Electric. Schnckert . . . 95.09 Nordd. Lloyd . . . . 102.02 Kreditaktien ..... 202.01 Diskonto-Kommandit. . . 186.04 Darmstädter Bank . . . 135.06 Dresdener Bank .... 146.00 Berliner Handelag-es. . . 15.302 Oesterr. Staatsbahn . . . 138.06 Lombarden ..... 16.05 Gotthardbahn ..... 192.00 Laurahütte...... 225.00 Bochum . ...... 178.05 Harpener......183.07 Tendenz: schwächer. 3n vci/iuiufcit 7194] Gebrauchter, gut erhall, emaillierter Danerbräudofc« zu verkaufen Marburgerstraße 11. 04569] Stalldünger zu ver- kaufen bei________J««gbl»t. 7024] Laderttheke zu vettcuffem ___________________Asterweg 57. Ein Schaufenster, Rahme«, Spiegelglas u. eiserner Rollladen ist billig abzugeben. 6986 Bahnhofstraße 61. Kür Alt-Philologeu! Verschied. Bücher äußerst preis- wert abzug.LudwigstrL2, iTrchoch In einer Garn iso usstadt Oder- heffens ist eine größere Hofseite an der Hauptstraße, bestehend aus Haus (22 Zimmers, Hinter- gebäude«, Hof, Garten, co. 1100 Qru-Mtr. haltend, zu verkaufe». Das Anwesen eignet sich zu jedem Geschäftsbetriebe. Anstageu erbittet man unter 7311 cm die Expedition d. Bl._______________ verschiedene Möbel u. 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Weber. Prolog. Ouvertüre v. Figaro's Hochzen v. Mozart. AerzerörocheneSrug Lustspiel in 1 Akt v. Kleist. Motive ans Egmont o. Beethoven. Die Geschwister. Schauspiel in 1 Akt. v. Göthe. Historische Märsche. Waüenstein's Lager. Dramatisches Gedicht v. Schiller.