Dienstag AN. September 1903 GietzenerAnzeiger Seueral-Anzeiger ^-«tG^chErderO Np. LL8 LLKtt-ch außvc Ssmttr^S» Dem Gießener Anzetgee werden tm Wechsel mit dem HMschea Lmrdwirt die Gietzeurr Lamitteu« dWttvr viermal irr der D'^che Se^el-Ht. KotattonSdrmck *. Berr Ve-ngsprei-r monatuch75P^ otertti* iäkrllch Mk. 2.20; durch Avhole' u. Zweigstellen monatltd) 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel» lährl. ausschl. Bestellg. 2ltmahme von Anzeigen für die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr, ZeUenpreiSr lokal 1L Pf» MSmSrt» LV Pfg. Werantmextlid» *ftt den pottt «r* augem, Tetlr P. WlNko: für .Stadt and Sand* und .WertchtSfaal*: Anaust DStz; für den An» -etgentetl: Han« Beck. MM Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Ter Kaiser hat mut, wie uns heute aus Berlin gemeldet wird, versüßt, daß vorn nächsten Jahre ab den Leiden Berliner Nernrgesellschasten wieder eine Ar^ahl Sonntage freigegeben werden. Es heißt, daß der Hvppe- aarten, der mit größeren Soruen als Carlshocst zu kämpfen hat, acht Sonntage erhalten soll. Stcurtsgewall. Und dasselbe gilt ja auch von Lei chs- tags-, Landtags- und Stadtverordneten, die, mögen sie abstirmnen wie sie wollen, einen Teil der Le- gierungsgewalt anSnracheir. Ebenso gehören Mitglieder der Gewerbegerichte dazu. Man si^t, die ganze Bebelsche Nosolution war eut Produkt seines Eigensinns und Än Widersinn. In England haben die Sozialisten langst er- karull, in welch krassem Widerspruch sich die dentst^n Genossen befinden, wenn sie sich rrrr Zündt-age Wrd beim Bürgereid eidlich aus die Berfäffung verpfliHeu urrd doch als Parteiverrat bezeichnen, wen» ein Genösse irgend einen staatlichen Posten anrrünnct. Man darf gespannt sein, ob Sc^mdt verzichtet oder etwa die Streitfrage sich dadurch Keer rmd Motte. Die für das hessische Leibregiment Nr. 117 in Mainz errichtete K aserne, die bisher den Namen Barba- rosia-Kaserne führte, ist auf den Wunsch deS Großherzogs nach seiner Mutter Alice benannt worden. Der Kaiser hat hierzu die Genehmigung erteilt. Die Einweihung findet am 15. Oktober statt. In einzelnen Blättern wird der Besorgnis Ausdruck gegeben, eö könnte die nächste Tagung des Reichstages vorübergehen, ohne daß eine Novelle zum Gesetz, bete, den Servistarif und die Klasseneinteilung der Orte vorgelegt würde. Bekanntlich ist durch das Gesetz vom 7. Juli 1902 vorgesehen, daß die nächste Revision, der Klasseneinteilung der Orte spätestens mit Wirkung vom 1. April 1904 ab erfolgen solle. Offiziöser Verlautbarung' zufolge ist es selbstverständlich, daß an ben zuständigen behördlichen Stellen die Vorarbeiten für die in Aussicht zu nehmende. Novelle zu dem frühest möglicher! Termin in Angriff genommen und inzwischen gefördert wurden. Ebenso sicher sei es, daß dem Reichstage die Novelle sobald wie irgend möglich zur Beratung und Beschlußfassung zugestellt werden wird. Etzr ssztsHrMskratLscher BLrgerrsrister. In Dresden ist verkündet worden, daß es den revo- lrrtlonLren Grundsätzen der sozialdemokratischen Partei widerspreche, wenn ein „Genosse" irgend einen „Anteil an der Legierungsgewalt innerhcub der bürgerlichen Gesellschaft erstrebe. Jetzt registriert der vorwärts" mit Vergnügen, daß irr BietigchLim, einem 2500 Einwohner zahlenden Städtchen Badens, ein Sozialist zum Bürger- meister gewählt worden ist. Wenn das wahr ist und Schmidt nicht mu der Parteidisziplin willen auf den Losten verzichtet, so muß schleunigst der unbotmäßige Äenosse aus rede, grause Rache schwor und die Macht hatte, jeden Widerspruch niederheülen und mit der ^kommunikatvon strafen zu lassen-" Der „Sotto." dWHt augesichM dieser GErung Harden, ,cha er wirklich schlimme, vielleicht auch ungerechte Worte hat über sich ergehen lassen müssen", mildernde Umstärrde zu; zugleich bringt er Gegenerklärungen von Bebel und Bernhardt, die den zwecklosen persönlichen Streit fort- setzerr. Bebel antwortet, er halte es ,,selbstverständlich sirr unter seiner Würde, auf den Versuch Hcrrdens, ihm . einen Kübel voll der -übelriechendsteu JugrediLnzien über den Kopf zu schüttel, auch nur eine Zeile zu antworten. Allem Arrschein nach leide Harden an komplettem Größenwahn. Georg Bernhardt bezeichnet die Behauptungen Hardens über ihn einfach alÄ unwahr. UoMische Tagesschau. Harde« eontrs Beöcl und Genoffen. ZÄ der nenesterr Rümmer der „Zukunft quittiert, wir wir bereits kurz meldeten, Maximilian Harden über die Beschimpfungen, die ihn: von feiten Bebels zugeschleudert toorben sind, und über die Verleugnung, die ihm'feine bisherigen Mitarbeiter, die Bernhardt, Brann, Göhre haben Ärtell werden lassen. Er tut dar, wie sich diese Herren um oie Mitarbeiterschaft an seinem Blatte bemüht und wie sie — speziell Bernhardt — sogleich nach Schluß des Parteitages wieder mit ihm anzukuüpfe'n versucht hoben. Am Schlüsse seiner Ausführungen sagt Harden: „Die Bernhardt, Göhrll Brann, Heine haben auf dem Parteitage über mich nicht die winzigste erweisliche Tatsache erfahren, die sie vorher nicht konnten und die geeignet wäre, ihre hundertmal beteuerte Hochachtung vor meiner Person und Arbeit auch- nur um ein'Quentchen zu mindern. Sie denken auch über Person und Arbeit heute genau wie vor dem Parteitage. Die Genossen Bernhardt und Heine haben's mir in Briefen aus Dresden bestätigt; die Genossen Braun und G-öhre werden nicht wagen, mich unsittlichen Handelns zu zeihen. Und loarum haben die vier durch Reden und Schweigen den Meuchelmordversuch unterstüüt, warum zu Unwahrhaftigkeit und feigem Verrat fuh erniedrigt? Well sie vor der Wut der ausgrstachellen Masse zitterten. Weil der alte Meisternicht bestätigt wird. _ Niedergang der deutsche« Voklblrtt'Pfer^zrtchll Die deutsche Vollblutpferdezucht ist nach Ansicht des Oberlcmdstallmeisiers v. Fehndorfs in einem Rückgänge begriffen, der eine gründliche Reform nötig mache. Sicher ist, daß sich gegenwärtig 'auch militärische Kreise für die Frage des Niedergangs der deutschen Vollblutzucht ürter^ ef fieren. Der Kriegsminister v. Einem bereist gegenwärtig die Provinz Ostpreußen zur Anspizierung der Köntgüchen Revcontedepots. Anscheinend wlll er dieseDen Berhältnrffe einer Prüfung unterziehen, über die kürzlich der Vorsitzende aller preußischen Gestüte, der Oberlandstsllweister Graf Fehndorfs, bent L^ais er einen Vortrag hielt. Leber diesen Borrrag erführt der „^okalmrz.", daß er folgende Themen betroffen habe: Graf Ehndorfs behandelte allgenreine Fragen des Renrr- und Zrochtbetriebes, sowie den Niedergang der deutschen Vollblutzucht und die zu tiper Hebung, notwendigen Reformen. Der Oberlandstallmeister führte u. a. aus, daß selbst durch einrnalige Einführung hervorrag end er englischer und ftanzösischer Deckhengste sich eine völlige Regeneration der deuLschen Volldlüter nicht er- nwglichen lasse. Der Grund dafür sei anscheinend m unseren klimatischen und FuLterverhältrnsisen zu suchen, die der Vollblutzucht durchaus ungünstig juib. Um mit dem Auslande erfolgreich konkurrieren -zu können, müßte eine fortwährende Ergänzung unseres Zuchtmaterials durch Ankäufe fremder erstklassiger Pferde erfolgen, für die die zur Verfügung stehenden Mittel bei weitem nicht ausreichen. Deshalb sei, wenn überhaupt Desserurlg geschaffen werden soll, eine durchgreifende Aenderung des Rennbetriebes eine unumgängliche ^iotweirdigkeit. Der Rennbetrreb muß lükra-»- tiver gestaltet werden, und um dieses zu ermöglichen, müsse man in leirfto Linie ew^r Resormatron des Totalisators näher treten. Areiitzts«h«r KeLegUrjerrtsg -er «atioUlUktöeraürr Partei. n. Hannover, 28. Sept. Tie tzestriaen Derhandllurgen des Delegiertentages der naLllmaüwercllen Partei in Preußen führten zu einstimmiger Annahme des vom ZenüraIausschng vorbereiteten Wahlaufrufs. An den Kaiser wurde ein Huldigungstelegrarmn gesandt. Zum Wahlaufruf sprach Tr. Scrt t l e r über die Kolitischen Mfiga ben d»er jeitzigen LaAe. Mit der Sozialpolitik des richtigen Maßes, des besonnenen und zugleich kräftigen Fortfchxelleus habe die natioualliberale Jartet siegreich bei den Wahlen bestanden. Dieses ,Ber- illen zeichne zugleich die Richtungslinie für die Front- telluug zur Sozialdemokratie. Auch! naiven Gencütern habe wohl der Dresdener Partellag die Llugen geöffnet. Jetzt wisse man, wie die Äwäger der neuen Kultur aussehem Alle solche radikalen Klassenbelvegungen führten immer zur Diktatur des Einzelnen; die brutale Verkündigung des ^anz einseitigen Klassenstandpunktes habe den. fteiheits- ellldlichen Charakter der Sozialdemokratie offenbart. Der Redner bewertet die Stellmcg des Zentrums im neuen Reichstag nud nannte die Konservativen Schlcppeuträger des Zentrmus. Die höchste Gefahr drohe von einer ton* Friedberg i H., im September 1903. Mein lieber junger Herr Lmllsbruder! Wie Sie wohl wissen, ist sell etwa Jahresfrist meine hiesige homiletische LehrtatigLell nicht mir, sondern auch meine Personlichkell zum Gegenstände heftigster sachlicher und per sdu* kicher anonymer und öffentlicher Angriffe gemacht worden, die mir mehrfach die Grenzen der Wahrheit'zu überschreiten scheinen. Die jüngste Generation der Mllglleder des Predigerseminars glaubt behaupten zu dürfen, „man lerne nichts" oder „doch lange nicht genug", ich „demoralisiere die Kandidaten schaff, „könne meine Autorität nicht aufrecht erhalten^ und „meine Persönlich feit wirke sittlich-religiös erschlaffen d". Ich würde diese ungerechten Vortvürfe mit gutem Gewissen ruhig ertragen, wem: sie nicht zu vergifteten Waffen Hegen meine berufliche Existenz in Hessen geschmiedet und namenllich als Urteil 5er gesamten früheren Kaudidatenschaft Jett 1896, das heißt seit meinem, von mir nicht begehrten, Eintritt in mein hiesiges Doppel- amt als Professor am Predigerseminar und als Pfarrer der hiesigen Gerneinde, gegen mich in die Wagschale des öffentlichen und behördlichen Urteils geworfen wurden. Es ist geradezu behauptet worden, die jetzige Generation hätte mit ihrem Urteil gegen mch- fast sämtliche Kandidaten der letzten sechs Jahre zu Hintermännern! Elliem so zugespitzten Angriff gegenüber bleibt mir nur übrig, mich an die früheren Jahrgänge und fomit persönlich auch an Sie, geehrter Herr AMtSdrnder, als meinen Mhereu Zuhörer mit der Frage zu. wenden, ob Sie auf Grund Ihrer Semtnar-Er- sahrung hier obiges Urteil und Vorgehen gegen mich bllügen und mich ermaüstigerr, von Ihrem Urteil Gebrauch zu M machen? Da ich demnäM bar wichtige Entscheidungen gestellt bin, darf ich Sie wohl erftrche«, mir' möglÄP umgehend meine Bitte durch ein offenes und, wie ich Mfen darf, wohlwollendes Urteil zu erfüllen. Mein Gewissen gibt mir das Zeugnis, wenn auch in menschlicher Fehlbar- leit, doch mit meinem besten Wissen und Wollen, wie in meinem Pfarramt, so auch in meinem theologischen Ähr- aint den mir anvertrauten Seelen in persönlicher Treue gebient zu haben! Gott befohlen! Mit amtsbruderllchem Gruß tu treuem Gedenken ergebenst Kirche «Ad Schule. Die Mißstände im Friedberger Prediger- f em in ar. K)lgender Brief des angegriffenen Pvosesfors Schöler an seine früheren Schüler ist von öffentlichem Jnetresse, den wir in M. 38 des „Protestantenblattes" lesen: servativ-llerikalen Mehrhell im Landtag der Volksschule, und die Zweifel an dem nötigen Rückgrat der Regierung spornten die letzte Kraft an, eine starke nationale und liberale Partei zu erringen. Der Abg. Wall brecht sprach über die preußische Wirtscha ftsp olitik und erwies an treffenden Beispielen, daß eine gute Verkehrspolitik auch eine gute Sozialpolitik ist. Der letzte der drei großen Bortrage, die Rede deS Abg. Tr. Hackende rg über Kirche und Schule war eine Auftechnung und Abrechnung mit dem Zentrum und seinen Nachtretern, ein Aufruf mid Alarmruf zur Wahrung der geistigen Güter. Er steckte die Grenzen ab mit sicherer Hand, zeigte die Aufgaben ' der liberalen Wachtposten und belebte den Glauben an einen die Kräfte nach wie vor belebenden Idealismus. Eine nicht endenwollenLe Kundgebung feierte den Redner. Erst nach einer Pause konnte in eine Erörterung ein getreten werden, die keinen großen Umfang annahm. Einen Antrag Berlin betreffend alljährliche öffentliche Parteitage überwies man dem Zentralvorstand; der anbere Berliner Antrag über das etwaige Zusammen gehen mit Sozialdemokraten zu Wahlzwecken fand so gut wie kein Echo. Ter Kölner Delegierte Bau erklärte, daß der Verband der nationalliberalen Jugendvereine damit nichts zu tun habe. Siebert-Hagen und Dr. Lohmann-Kreuznach triefen jede Möglichkeit des Eintretens für einen Sozialdemokraten gegen eine andere Partei, auch gegen das Zentrum, ab. Mll einer Schlußansprache des Abg. v. Eynem waren nach vierstündiger Dauer die Verhandlungen beendigt. 23. Kosgreß des Aeulsche» Aereius für Armenpflege und WoylläligKeit. (Eigener Bericht des.Gieß. Anz.) IV. Der Korreferent Dr. Eschle, Direktor! der Kreispflege- anstalt zu Sinsheim in Baden, erklärt sich gegen jede Verallgemeinerung der aus den besonderen ErfaHmiigen einer Anstalt erwachsenen Grundsätze, auch gegen allzuweitgehende Spezialisierung der Anstallen, da größere Anstalten leistungsfähiger seien. Dagegen ball er eine mannigfaltige Gestaltung der Arbeih ganz den individuellen Bedürprissen entsprechend, für erziehlich unentbehrlich und auch für möglich. Das setze freilich einen Anstaltsleiter voraus, der ganz in seinem. Berufe auf geht, und der durch seine Ausbildung geistig und moralisch b-a^i befähigt sei. Er hält in erster Linie einen Arzt dafür geeignet, besonders um deswillen, weil er geneigt ist, die moralischen Defekte, die sich bei den Anstallsinsassen insofern gellend machen, auf physische Defekte zurückzufuhren. In der Diskussion tritt Landgerichtsdirektor Dr. Aschrott-Elberfeld auf Grund seiner in England gemachten Erfahrungen für die Vorzüge der geschlossenen Armenpflege ein und hält sie nicht nur in den in den Leitsätzen angeführten Fällen, sondern in viel weitgehenderem Maße für anwendbar. Er wünscht darum eine Fassung der Thesen, die das nicht cmsschjlietze. Lar^eÄ:at Gerhardt-Bermr hall Anwendung von Zwang für ganz unentbehrlich. Geh. Oberregierungsrat v. Massow beleuchtet die Schwierigkellen, die der Errichtung leistungsfähiger Anstalten und der Bildung größerer Verbäiche entgegen stehen. Es fehll vielfach am Geld und an den Menschen. Es sei aber ein dringendes Bedürfnis, daß toll durch nufere Verhandlungen auf diesem Wege wellerkommen. Kllchenrat Höchstät ter-Lörrach wendet sich gegen die von Dr. Aschrott erftrebte 'Ausdehnung geschlossener Armenpflege, die nur in ebensolcher engen Begrenzung in Anwendung zu kommen habe, wie die Anstaltserziehung für Kinder, da die Anstall in die Freiheit des Menschen und in die Familienrechte allzu tief eingreise, währet Senator Hildebrand-Bremen aus seinen Bremer Erfahrungen bestätigt, daß die Unterordnung unter eine verständige humane Hausordnung für die Pfleglinge des ArmeTchauses den Verlust an Freiheit aufwiege, und daß darum gegen Erweiterung im Sinne der Ausführungen von Dr. Aschroll nichts einzuwenden sei. Auch Referent Dr. Bühl erklärt sich grundsätzlich dafür. Im Gegensatz zu dem, Storreferenten hält er für die Leitung einer solchen Anstalt einen Praktiker für geeigneter, als einen Arzt. Auch legt er unter dem Beifall der Ber- sammlung dagegen Verwahrung ein, daß durch die Auffassungen des Korreferenten jede moralische Verantwortlich keit beseitigt werde. Zum Schluß werden die von beiden Referenten in der folgenden Form vorgelegten Lellsätze cmgenonynen: 1. Me geschlossene Armenpflege ist im allgemeinen nur da anzuwenden, wo Arbeitszwang unter Aufsicht sich als notwendig erweist, und da, wo der körperliche oder geistige Zustand des Armen eine Beaufsichtigung oder Pflege erfordert, wie sie nur in einer Anstalt geboten werden kann. 2. Da die hierfür erforderlichen Anstalten nur von finanziell leistungsfähigen Körperschaften errichtet und unterhalten werden können, so ist, soweit nicht berells entsprechende Maßnahmen getroffen sind, die Bildung von Gesamtarmenverbänden oder von Zweck- verbäuden nach sächsischem Muster anzustreben. 3. Auch im Rahmen der geschlossenen Armenpflege ist nach Dtöglichkeit zu individualisieren. Von einer Trennung der Geschlechter ist bei würdigen alten Ehe', a ar en Abstand zu nehmen. 4. Eine angenehme Beschäftigung aller arbeitssähigen Insassen erscheint aus individuellen, armenpflegerischen und finanziellen Gründen geboten; für die rüstigeren ist in erster Linie larrdwirtschaftliche und Gartenarbeit zu empfehlen. Wohnung, Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Zu Ehren bcS Direktors Rehorn von der Elisabcthenschule in Frankfurt, der mit Schluß des Sommcrsemestcrs in den Ruhestand tritt, fanden am Freitag und Samstag feierliche Veranstaltungen in der Aula statt Die erste war lediglich eine Schulfeier, an der zweiten nahmen Vertreter dec Schulbehörden, Freunde und frühere Schülerinnen der Anstalt teil. Das Lehrerkollegium überreichte eine Adresse. Am Samstag abend war Festessen im Zoologischen Garten. — In Kassel wurde der Soldat Stambecger von der 2. Kompagnie des 11. Trainbataillons mit Drillichanzug und Schürze bekleidet als Leiche auf den Schienen der Eisenbahn gefunden. Eine Maschine hatte ihm den Kopf abgefahren. Es liegt offenbar Selbstmord vor. /’ heilig, städtischer Verwaltungsrat des Münchener Vieh- und --^aubacb Schluchthofs, konstatiert, daß Heuer bis 25. September 5071 ' - 'Ochsen und 25 261 Kälber weniger als im Vorjahr zu Markt gekommen seien, dagegen 30 000 Schweine mehr, davon 26 000 aus Norddeutschland. Vom Münchener Markt weg sind bis 25. September 37 975 Stück Großvieh für Norddeutschland ausgckauft worden. Im ganzen Vorjahr waren '.es 46 941; es werden also wahr sch errrlich Heuer noch, mehr als "im vorigen Jahr werden. Die bayerische Landwirtschaft könne den Bedarf in Bayern decken, wenn nicht exportiert würde. Letzteres bestätigt auch Metzgermeister Würz, der Vorsitzende der Metzgerinnnng. Die Exporteure kaufen alles rasch und bunt durcheinander, die berschie- walter Sandig; da seine Bergung den Rettungsmannschaften Gefahr brachte, mußte die Grube eingedämmt werden. Es wäre ein erneuter Gasdurchbruch zu erwarten gewesen. Die Isolierung des Brandherdes erfolgte am Samstag spät. Zcntralversammlung des landwirtschaftlichen Mereiris in Kayern. recht unbestimmt, es kommt starke Irradiation in Betracht, dazu tritt die Plötzlichkeit der Erscheinung und die rasche Bewegung. Es wird daher auch, ein Astronom, der da rveiß, daß Mond und Sterne die scheinoare Größe von einem halben Grad haben, eine glanzende Feuerkugel für zu groß schätzen, ihr z. B. die scheinbare Mondgröße geben, wenn auch der scheinbare Meteorit, die leuch,tenoe Atmo-I sphäre mitgerechnet, nur einen Zehutelarad gemessen hat. Nun aber der Laie, den das herrliche Schauspiel blendet! Er sieht oder glaubt zu sehen, daß das 'Meteor im Abstande von wenigen Metern rried er fällt; er hat einen ungeheueren Lichteindruck, schätzt ab, wie groß bekannte Gegenstände in jener Entfernung aussehen würden, und ~ Den Ehrenpreis errang Ludw. Werner mit 17 Kegeln, zurück, wo ers seyr gut touri)e, und aus den Ruck- Das^PreÄegAn wa^gut^beucht. ^acht vom Sams- »°y^0^Lgäh'°verso^t ^werden^Ame nnd^mM Mä ng?br ?che^m ^fSierf£?Uben «3=^ £^"$43» WeTsung’’ und Gang- ßWh Snleti ftatiete eretnm Besuch bei es tun, wenn dort etwas zu haben Ware. Die Magervreh- äLrteu^ ab « sich I einsichr aus Oesterreich Hache die Seuchengefahr in den L>nn soaar den ©onntaaS ÄrenKezirken nicht vermehrt. Wir müssen das Magervceh Ö hort nehmen, wvivir es haben können. Magistratsrat Vieren Grünb e^^ IeZ Die tu 1 ^n^rnt des Münchener Vieb. uni Weihung der Verbindungsbahn Mücke- findet morgen Mittwoch mittag statt unb zwar wird ein von der Eisenöahudirektion gestellter Zug die Festteilnehmer in Mücke aufnehmen. — Die für den 1. November in Aussicht genommene Linie Lich—Butzbach ist noch schr verfrüht, da die Arbeiten noch sehr im Rückstand sind. Von Lich aus sind die Schienen erst auf eine kleine Strecke weit gelegt, und gegen Butzbach zu ist der Unterbau noch nicht vollendet. Auw die Hochbauten sind durchweg erst im Entstehen begriffen OJ*1VnSUJT™ KXehHürS suchen muß, komme dabei nicht an. Erste Qualität word^.^as von m heil fch Nei-füauna ae^ fehle unter dem bayerischen Vieh, die anderen Qualitäten ^teb^e&tofle afaüaial ro^aatuteu Bwlpkänen^ustv. würden am Britimmungsort nach<;emästet. Das bayerische gErt fpeltorS geführt mab nemrifc bem Wvbrruna^ zuftchr verboten fet Die Kälberpreise seien seit dem Winter “ hcer iu Münchs so hoch wie nienml's vorher, ebenso die Ztalwe in allen aderen Biehgattungen aller Qualitäten. -Äct^elle der kleinen Leute'tälla sein Münchener Schlachthausdirektor Maggm führt aus, daß wcryMer Werfe un Interesse der ttonen wüte taug lntT nur ^Z>er° und vberbaherisches und etwas ^er ^ßever Geschäfte ^Aen mehre«» d^° MA hohe7^7sp7eN'nAn^Zo SSftSW ^ykrftch7Weh mch7auft°enc Ä ©tnSinW IS W Verkaufsvmmitllungsstelle^ nach, München gebracht werde. 11L O- mit ihren Damen teilnahmen. Heute nachmittag unternahmen das Kaiserpaar mit dem Großherzog und den übrigen fürstlichen Herrschaften euren Ausflug zu Wagen nach, dem ehemaligen Jagdhaus Dianaburg, wo der I Tee eingenommen wurde. Am Wend verweilten der Großherzog und seine Gäste wieder im Hostheater, wo Philihpis „Dornenweg" zur Ausführung gelangte. — Der Rergen der Vermählungsfestlichkeiten wird, wie wir zuverlässig' I vernehmen, schon am 5. Oktober mit einer Festvorstellung im Hoftheater seinen Anfang nehmen. . Darmstadt, 27. Sept. Die hiesige griechrfche Kapelle ist durch die Muniftzenz Sr. Majestät des Kaisers von "Rußland um einen herrlichen Schmuck, ein Bild der Jungfrau Maria mit dem Christns- kinde im Arm, bereichert worden. Dieses Bild rst entworfen und ausgeführt in dem Atelier des Herrn v. Froloff tn St. Petersburg. Der Künstler, der das Atelier schon von fernem Abg. Beckh spricht gegen die östreichische Einfuhr^ und für die Herbeiführung stabiler Preise. Er verlangt Schutz für die Züchter und gegen die Seuchen DaS^östreichische Vieh werde aus Ungarn verseucht, wo keine Seuchenpolizei bestehe; so komme die Seuche nach Bayern. Die Grenze müsse geschlossen bleiben. Staatsminister v. Feilitzsey bestreitet den Mangel an Seuchenpolizei in Ungarn. Bald würden in Ungarn dieses, bald jenes Komitat, auch kleinere Bezirke, abgesperrt, was die Tätigkeit der Seuchenpolizei bekundet. Es sei ftag- lich, ob in einzelnen Orten (München) die Fleischpreije im Einklang mit den Viehpreisen seien. Er beabsichtige demnächst die im vorigen Jahre gebildete Kommission von Interessenten zur Beurteilung der Fleisch v erseuch- ungsfrage wieder einzuberufen. Der Minister wünscht möglichste Jnlandsaufzncht, damit man die Einsuhr von ft««“ S- - «*- "»■ kleinen Stückchen gefärbteu Glases. Die einzelnen gesa^c. Steine sind' vermittelst Cement zusammen gefugt | -------------------- und der in den Fugen zutage tretende Cement öirmirulttS* ist zur Erhöhung der Wirkung und um die zarten r J Uoberaänge zu ermöglichen, in Farben abgetönt. Die Mrk- * Berlin, 28. Sept Gegen den wegen Mordes una ist eine wunderbare. Vor allem ergreifend sind das seiner Ehefrau verdachtrgcn Schlächter Gra- Gesicht und die Augen des Christuskindes, an dem ein bowski liegen nach Anftcht der Mimrnalpolizei so Mel j Mann allein lange Zeit gearbeitet hat. Ebenso wirkungsvoll Verdachtsgründc vor, daß er heute der Staatsanwaltschaft ist der sich> über dem Ganzen wölbende gestirnte blaue Him- üb er geb en wird. mel, und rührend die Gestalt der Maria. Herr v. Froloff * Magdeburg, 28. Sept. Die von Zigeunern hat das Gemälde in 16 einzelnen Stücken von Petersburg entführte Else Kassel aus Hannover wurde in einem hierher gebracht, um es an Ort und Stelle zu vollenden. Zigeunerwagen bei Bahrendorf gefunden. Da das Gemälde die ganze gewöMe Decke des Altar- * Breslau, 28. Sept. Die Bergverwaltung der raumes einnimmt, war seine Herstellung besonders schwierig. Laur ah ü tte teilt utit, daß bis heute nachmittag 2i/2 Bor ^vei Jahren bereits hat der Künsfter an der vorderen Uhr drei Personen als tot, vier als schwer, zehn als Außenseite der Kapelle das größere und an der Rückseite leicht und eine Anzahl als ganz leicht verletzt festgestellt mehrere kleinere Mofaikbilder gefertigt. N H. Vol. | sind. Eine Person wird jt-oü). vermißt^ Es ist der Bergver- Frankfurt, 28. Sept. Die Königin-Witwe " " c ‘f ar* Margherita von Italien traf gestern abend im strengsten Inkognito hier ein und nahm im Fürstenhos Dri.eb, die im Frühjahr unterbrochen wurden, werden jetzt wieder anf^nommen, und es sind umfangreiche Hügel-! aräber auSersehen, die eine große Erdbewegung erfordern. Möge das Ergebnis ebercko günstig wie das der beiden letzten SMrfungen sein, das berechtigtes Angehen erregt hat Der offenen Hand des Herrn Wilhelm Gail in Baltimore ist es zu danken, daß der Verein eine solche bedeutende, mit großen Kosten verbundene Arbeit unternehmen kann. Die Leitung der Aufdeckung liegt wieder I Major v. Schlemmer und dem Konservator des Museums, Hauptmann cu D. Kramer, ob. Wir können dem Verein nur ein „Glück auf" wünschen. *♦ Universitätsbibliothek. Der Volontär an der Universitätsbibliothek Dr. jur. Mül Haupt ist als Hilfsarbeiter an die Kaiser Wilhelm-Mbliothek in Posen übergefiedelt. An seine Stelle tritt Dr. phil. H. G. L e h n e r t aus Freiberg i. S., geprüfter Kandidat des höheren Lehramtes. ** Meteormeldunge n. Im Schiffenberger Walde ist, wie wir in unserer Nr. 221 meldeten, am 20. d. M. I um 7.19 Uhr abends eine Helle Feuerkugel beobachtet worden. Nun ersehen wir aus der „Köln. Volksztg,", daß fast genau zur selben Zeit, nämlich am 20. irnti 7 Uhr 18 Min. abends in der Honuefer Gemarkung ein Helles Meteor beobachtet worden ist. Drei Augenzeugen berichten übereinstimmend, daß ,£er glühende Meteorersenstein" auf dem beschriebenen GÄiet vor den Bergen in den Feldern niederschlug und daß ein genaues Absuchen der Flur voraussichtlich von Erfolg sein werde. Aus Königswinter wird berichtet, daß das Meteor „anscheinerrd" zwischen Hirschberg und Wolkenburg senkrecht abwärts gefallen sei. In der Tat sind solche Angaben recht unsicher, wie man hieraus ersieht, denn die im Schiffenbergch: Walde bei Gießen bemerkte Feuerkugel ist zweifellos genau dieselbe wie die im Siebengebirge bei Köln beobachtete. Einer glänzenden Feuerkugel gegenüber! befinden sich die meisten unbefangenenn Beobachter in der Lage des Kindes, das nach dem Däonde greift: sie unterschätzen den Ab stand. Es fleht für ihr Urtell von vornherein fest, daß ein Objekt, welches Bäume und Hauser erleuchtet hat — diese mehrfach verkommende Angabe kann sehr wohl richtig sein — in nächster Nähe niedergegangen ist. Indem oer Beobachter sich sofort eine Ansicht über den A b st a n d des Phänomens bildet, kommt er auch sosortt zu einem Urteil über dessen Größe. Die scheinbare Größe, oder der Lichteindruck auf der Netzhaut, ist hier schon rra Referat Über ,BolkS- und Kran ken-I kommt etwa zu der Angabe: so groß wie nn Kegelball ! Dr Blum-M.-Gladbach. Er ein Vergleich, dem ruan sehr häufig begegnet und der nichts nße Ätuna der Volks ernähr^ hin well mehr Sinn hat als die BehanMmg. faxe ©onne fei; in^Tuichnfbcr'^e^fe die ftwecke und Gnrtcht- so groß wie ein Strantzener. Daß nun das Meteor vom wller denen nicht bloße Notstands- Sonntag vor acht Tagen nicht tn der Honnefer und auch u^trfteben feien obwohl sie vielfach aus diesen nicht in der Gießener Gegend uiedergegangen ich ist daraus &nbwtfl itnb Erhaltung solcher zu schließen, daß eine Erhellung des ganzen Gebietes hier «Shu™ io leichter da eine aut geleitete Anstall ebensowenig wie dort stattgefunden Mhabvt scheint, nament. llL^wlbst eäalte Zu Fabrllstädten habe es sich als be- lich aber aus dem günzürt)en Fehlen der Detonation, dte sonst suh sell^st myal • A7-beitcraussLüsse rur Mit- den Herabsturz eines Meteoriten immer begleitet, wenn Sri? ^LiZ^^ Merdi^ s^ N lächt, dÄ auch wegm der Schalwerzogeruug erst nach erhebMen M SÄSpalten' Inders an leitender Stellej Bruchteilen der Mllmte, da das 3°^-^ « der Hohe ©toi chworenen konnten sich jedoch nicht von der Schuld Angeklagten, der 34 Jahre alt, verheiratet und mehrfach vorbestraft ist, überzeugen itnb ernannten daher auf Mchtschuldig. Kunst und Wissenschaft. Köln, 28. Sept. Die 22. Generalversammlung des Allgemeinen DeutschenFrauenvereins wurde heute vormittag durch Fräulein Helene Lange-Berlin eröffnet. Fräulein Lange erstattete Bericht über die zweijährige Wirksamkeit des Vereins. Fräulein D r. W i n d s ch e i d-Leipzig sprach über die vom allgemeinen Frauenverein gegründeten und geleiteten Gymnasialkurse für Mädchen. Nach dem Bericht der Stipendienkommrsswn sind heute an Fonds 607 000 Mk. vorhanden, bisher wurden 75 000 Mk. für 65 Studentimren verteilt. Die Anstalt in Leipzig erhielt feit 1894 etwas über 67 000 Mk., die Realkurse tn Berlm und Zurich erhielten ebenfalls Zuschüße. Im ganzen wurden für Studienzwecke 152 000 Mk. verausgabt. Die Generalversammlung nahm den Antrag des F r ä u l e i n B ä u m e r an, eine Kommission von 4 Damen zu ernennen, welche unter Hinzuziehung geeigneter Kräfte die Frage prüfen soll, wie man die Schuljugendam besteri ,über die Gefahren des AlkoholiSmus belehren soll. ^3 wird angenommen, daß das Feirer durch fahrlässige Brand st iftuugan dem mit Schmiere getränkten Brems- 1 haspel «entstand. * Köln, 28. Sept. In Rodenkirchen sind gestern zwei Personen, die sich in einer Schaukell vergnügten, in- folge Lockerung einer Schraube herabgestürzt, wobei Dte eine Person sofort getötet, die andere lebensgefährlich verletzt wurde. Auch einige umstehende PLsoueu trugen Verletzungen davon. ♦ Saarbrücken, 28. Sept- Heute vormittag hat tn dem Vorort St. Arnuald ein Bäckergeselle die Tochter des Bäckermeisters Stiegel erschossen. Der Tater richtete darauf die Waffe gegen sich und tötete sich durch einen Schuß in den Kopß * A achen, 28. Sept. Im Gesau gnrs entstand heute durch eine undichte Gasleitung Feuer. Bei der Lösch- tättgleit der Feuerwehr explodierte de r Gasmesser wodurch fünf Personen schwer verletzt wurden. Unter Den Verletzten besinden sich drei Feuerwehrleute. — Direktor Mühl vom Eschweiler Wasserwerk hat, wie bis jetzt festgestellt wurde, in den Jahren 1900 bis 1902 23 000 Mark städtische Gelder unterschlagen. Er ist fett Freitag flüchtig. * Hamburg, 28. Sept. Der Hamburger Dampfer Emma", der Reederei Daniel Mikberg gehörend, ist gestern an der norwegischen Küste in der Nähe von Drontheim leck geworden und gesunken; die Mannschaft bis auf den Schiffsjungen Pfeiffer wurde gerettet * Brunsbüttel, 28. Sept Gestern wurden hier Mei Männer verhaftet, die eine Anzahl falscher Hundert-Mar ks chein e mit sich führten und auch verausgabt hatten. * Braunschweig, 28. Sept In der vergangenen Woche ist in der Stadt Braunschweig keine neue Typhus- erkrankung zur Meldung gekommen. In zwei als verdächtig angesehenen Fällen hat sich hevausgestellt, daß es sich nicht nm Typhus handelte. Es kann somtt von einer Epidemie nicht mehr gesprochen werden. * Lengerich, 28. Sech- Zwischen hier und Jbben- bueren entgleiste heute morgen ein Zug der Teuto- burgerwald-Bahn. Personen wurden nicht ernstlich verletzt, der Materialschaden ist nicht unerheblich ♦ Heiligenstadt, 28. Sept In dem Dorse Gunte- rode sind 20 große Gehöfte und Gebäude samt den Ernte- Vorräten abgebrannt. * Paris, 28. Sept In Annecy wurden gestern zwei Männer und eine Frau verhaftet Man glaubt, daß sie die Mörder der Madame Fougöre sind. * Lissabon, 28. Sept Infolge Sturms au der Nordküste Portugals erlitten bei Lavos, in der Nahe von Figuetta, mehrere Fischerboote mit 32 Mann Besatzung Schiffbruch, wobei fünf Mann umkamen. Bei Torrerra, in der Nähe von Aveiro, fttrd von 40 Schiffbrnchi- * Lemb erg, 29. Sept Der Chef des größten Stanrs- lauer Bankhauses, Ephraim Kamer ist seit acht Tagen ab- : gängig. Er hat 250 000 Kronen Depotgelder betäub ter t und an der Börse und im Kartenspiel ver- chelt. Die Berliner Bank erscheint mit 100 000 Kronen ge- chäbiqt. Kamer soll nach Amerika geflüchtet sein. * Syrakus, 28. Sept Der deutsche Dampfer „Germania" ist an der sizilicurischen Südküste bei Mazarelli gestrandet Admiral Frigerio sandte ihm den Kreuzer „Agordat" zur Hilfe. * Hüssener. Nach einer Meldung aus Kiel erttarte der Vertreter der Anklage im Prozeß Hüssener, Kriegsgerichtsrat Rosenberger, auf eine Auflage, daß er gegen das Urteil des Oberkriegsgerrchts keine Revision einlegen werde. * Die seltsame Kunde von einem zwischen zwei Italienern nach neapolitanischer Art ausgefochtenen Duell kommt aus Fontaine St Andrs (Kant Neuen- bura). Die beiden Männer, von denen der eine in Neuenburg, der andere in St. Gallen wohnt, sind seit langem verfeindet und sie beschlossen mtteinander zu kämpfen, bis ein Gegner gefallen wäre. In einer abgeschlossenen Lichtung traten sie, mit langen Messern bewaffnet und bls auf die Taille entlleidet, sich einander gegenüber. Beide waren stark und sehnig und bearbeiteten einander so lang, bis sie Sette an Sette im Grase zusammenstürzten. Man glaubt, daß nur der eine Kämpfer wieder genesen wtrd. * Von Sechslingen berichtet Dr. Vorttch Arzt der Basler Mission, in der „Münch, Med. Wochenschx." aus Alburi (Goldküste), ttrdem er zugleich eine Abbildung der schlummernden sechs Kinder nach der Ausnahme etnes schwarzen Photographen gibt Die Mutter ist eui Negerweib, geboren in EhristianSborg. Die Lehmhütte des sechsfachen „Glückes" war von einer großen Menschenmenge umlagert, die gratulieren oder das Wunder begucken oder Geschenke bringen wollte; der Auflaus und das Gedränge waren so arg, daß sich die Regierung genöttgt sah, sechs Wächter, für jedes Baby einen, im Hause zu postieren. Fünf Neugeborene, kräftige Kinder, strampelten auf ihrem primitiven Lager, das sechste war schon gestorben. Äluch die anderen endeten mangels Pflege eines nach dem anderen in der nächsten Zeit W waren fün f Bub en und ein Mädchen gewesen. Tie Mutter sagte, daß es chre fünfte Geburt sei. Bei der zwetten hatte sie Zwillinge, bei der dritten Vierlinge, bei der vierten Drillinge gehabt Säe hat also bei fünf Geburten 16 Kinder z ur Welt gebracht Das ist wohl der höchste bisher : bekannte ,Mekord". gen elf in den Wellen um gekommen. Wien, 28. Sept. Heute morgen 4 Uhr ist der von Innsbruck kommende Schnellzug in Woergl auf drei im Einfahrtsgeleise stehende Güterwagen gestoßen. Hierbei wurden drei Reisende verletzt Dieselben konnten jedoch ihre Reise sortsetzeu. ♦ Bozen, 28. Sept In einem Hotelzttnrner $u Bllunau wurde heute eine Wiener Dame, Gisela Lep- pich, erschossen aufgefunden. Oberleutnant Fritz Krozio, der mit ihr hier zusammen eingettosfen war, er- llärte, es handle sich um Selbstmord. Eine Gerichtskom- mission hat sich an Ort rmd Stelle begeben. Man rühmt dem Kaffee allgemein nach, daß er die Verdauung fördere. Wohl beschleunigt der Kaffee den Verdauungs- Prozeß, aber in einer unnatürlichen, dem Organismus nachteiligen Weise. Durch den Kafsee-Genuß wird nach Prof. Schulz-Schulzenstein ein Stadium der Verdauung förmlich übersprungen, indem der Kaffeereiz einen Teil der Speisen unverdaut, also vorzeitig, dem Körper entführt. Dadurch entziehen wir unserem Körper das, was wir ihm an Nährstoff zusühren wollten, und lassen ihm zur Verarbeitung und Nutznießung der Nahrung nicht Zeit und Ruhe. Deshalb sollten vor allem Magenleidende den Bohnen- kaffe meiden und sich dafür ein wirklich gutes und ge- sundes Ersatzmittel suchen. Ein solches bietet sich ihnen in dem rühmlichst bekannten Kathreiners Malzkaffee. Dieses ausgezeichnete Produkt besitzt in hohem Grade das köstliche Aroma und den eigenartigen Wohlgeschmack des Bohnenkaffees, während es von dessen Nachteilen -..... - ' 7083 Erfurt, 28. Sept. Heute vormittag wurde die Generalversammlung des deutschen G e s ch i ch t s - u n d Altertumsvereins, zu dem etwa 200 Mttalleder der Ge- chichts- und Altertumsvereme geschickt waren, eröffntt. Archwrat Bailleu hielt die Begrüßungsansprache. Namens des Verwaltungs- ausschuffes sprach Regierungspräsident v. Dewitz. Paris, 28. September. Der 87jährige Senator Theophlle Roussel, Mitglied der Akademie der Medizin und der Akademie der moralischen und politischen Wiffenschaften, ist gestern mMende im Departement Lozerne gestorben. , 66 © © a c e e « p vö- *• 5 d <3 s e L a 8 p s - 00 5 ® «es §8 a c RI« A «ML t> e >-) a 3 -£ PA 'S“ - O Ä 'S. CO CM o *2 o o r ö «A r-r rs a o c CD CD tot D-> CD CD D O § « "5 2 >5 s p >2 ±5 § §N--L CO — o 2 -*-* L' N—* 0* O £ CD- s" c CD c ■ CD X 5 VD :5 p 2 p C N c § G 'S O C P CD C § «A \\ -t- P c O "r; -p a o CD1*" u « -5- c 1 § P C JQ 2-^" ^50 P *5 Cl, o o Ä- C 4D 75 t£) CO**" ° p 1 § er e & ® CD «A Q c© XI cn X VD e P 2 ^*5 Oft u -’s eS 8« § 8 S . , . Q P- rO C “— jO ®cd o -r- S P P ,P , P Z:c «A — o s»’? _ o ff Z e _ » S £: P jX w CD e, vO Cu c 2 "2 .c a jo e p tt7 ~ 2 «-* ^2 22. rg C H CS< D-# >r\ »-> „ >£7-(2/ E CJ r-> C D VD <5 QA ==? P p _ c0|| CÖ £ 'S SO c 3 w “ 3 «A L }_> w "h D W W .s <~) •— Ä X) P P V W ; Billigste Preise. Der Konkursverwalter. 7060 7809 Gießen, den 28. September 1903. Des hohen Feiertags wegen bleiben meine 7322 I Geschäftsräume 7322 $ Donnerstag den 1. Aktoöer । »two^n. Aron Heichelheim. | M ui Msmmerke, Lmchitzeln 7304 1903. Z [1000] 712 [400] 652 9375 408 63 8 7126 Dr. von Peter. WMttgn AemMhei-Vmii 8ießk« be- 5 L iQ, Mittwoch und 9 Uhr ab. (5889 7233 [4001 30 [400] 49 [2000] 62 72 809 76 912 67000 [2000] 125 M3 peawsc O HQFFlSKaTSSKA [3000] 81 [400] 92031 183 | £60] 954 7131 Bei mir kann gekeltert werden. 140 Ludwig Kohlermann, BLeichstratze 12. > Nächste Ziehung Donnerstag den 1. Oktober 1903. W leo' lWHWKW CO 'co CO W ö LZ jeden Mouta Freitag von ' £ >b 526 711 SS 849 16086 45 106 86163 [3000] 84 । [ 400] 96 609 11 ! 89163 250 446 reme als durchaus vollwertiger Ersatz der doppelt t>o teueren Kochbutter in Hunderttausenden von Hauah<ungen, Pensionen, Anstalten, Konditoreien jahrelang erprobt und bewährt. DREKGEKßE WARKUNGi Man fordere in allen Kolonialwaren- und Butterhandlungen ausdrücklich PALMIN. : Nachahmungen sind meist schlecht und ranzig. - - I] 686 695 [1000) 923 J 625 38 782 [400] 818 75 21100 [400! 85 228 61 [400] *" ---------- -"-38 257 Frieds*. Noli Hofbacker. 54130 288 386 448 546 802 65055 60 149 52 287 865 518 [1000] 65 95 [1000] 644 715 851 927 - 56235 55 377 89 572 685 [1090] 713 54 [400] 214 [400] 411 84 51 691 [40G] [400] 13 32 [400] 681 720 38 43 926 Klatt öcssNderer Anzeige. Die Geburt einer Tochter beehren sich cmzuzeigen Provmjial-Rnbbwer Dr. Sander und Frau, Johanna, geb. Jochsberger. krAMan-md lrM.M»terMe Ariedöerg. Bekanntmachung. DaS Wintersemester der landwirtschaftl. Abteilung beginnt Dienstag den 3, November. Anmeldungen sind schriftlich oder mündlich an unter* fertigte Direktion zu richten, von welcher auch Statuten, sowie WohnuugSauSweise und Schülerfahrschcine zu erhalten sind. Schulgeld Mk. 25.—. Schüler mit Einjährigberechtigung können die obere Klasse besuchen. Großh. Direktion der Obstbau» und landw. Winterschule. Heute Aberrd 6 Uhr ab geWene Fischt. j. L Schulhof Marttstr. 4. [400] 227 [400] 503 747 896 97113 19 [1000] 521 723 840 08024 400] 38 172 95 381 432 723 35 [400] 860 99027 140 268 387 434 43 1000] 573 647 61 [400] 932 89 nsb Lmki-Wijlhki. Die «ufLugerkurse in der Babelsberger Stenographie Bekanntmachung. Getr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen, recyls der Lahn; hier: Anordnungen bezüglich der Feldbestellung. Die nachstehende Bekanntmachung des Gr. Feldbereinignngs- kommissärs zu Friedberg wird hiermit zur Kenntnis der beteiligten 'Grundbesitzer gebracht. Gießen, 26. September 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. 10003 169 70 308 73 89 480 90 [1000] 509 84 750 [1000] 11015 108 205 [1000] 22 853 71 98 572 686 90 732 74 872 89 906 12177 221 83 87 341 401 595 648 723 850 13000 4 9 125 [400] 82 [iOOO] 86 [400] 547 [400] 672 96 766 814 59 14279 327 37 446 [40000] 54 540 53 646 84 [400] 717 27 85 903 21 22 48 [2000] 920 [3000] 90 58094 235 42 406 59193 344 63 703 58 60047 175 342 84 [400] 636 803 [2000] 93 928 61009 [1000] 339 422 [400] 69 531 77 89 667 723 [iOOO] 85 816 19 27 87 984 >400] 62059 132 268 80 348 [1000] 92 506 63 640 53 63 [400] 789 853 86 [IOGO| 944 63150 [400] 82 287 417 552 [400] 660 [400] 772 73 954 75 [400] 04-053 [400] 485 695 852 981 96 63065 195 [400] 557 [1000] 753 98 999 66022 56 105 257 99 301 86 511 604 12000] 786 [10001 824 [1000] 67 6 7013 62 81 289 327 400 [400] 6 508 |400] 613 76 772 90 954 68059 118 37 218 50 69 80 607 976 60018 [400] 24 181 254 436 75 [2000] 93 511 41 91 [400] 644 [3000] 788 857 951 70043 187 [1000] 381 411 35 632 [400] 86 7 1090 318 [4001 443 93 771 842 7 2226 447 750 68 879 [400] 947 52 55 62 90 [400] 73075 [1000] 94 346 555 781 74052 [400] 226 [400] 33 309 454 528 [400] 843 910 48 49 75012 14 142 214 [400] 35 379 505 [400] 44 45 645 818 [400] 79 953 85 [1000] 76086 616 96 881 77105 392 513 41 [400] 710 800 4 69 982 57 [IOOO] 98 7 8018 224 65 833 95 415 45 667 777 70043 [430] 282 344 [400] 69 98 552 [30001 805 25 58 977 80210 344 434 705 931 63 [2000] 81066 96 337 580 80 [400] 8^ 86 704 80 92 [1000] 95 863 [400] 77 [400] 987 [1000] 82185 237 ol 78 328 619 706 73 823 83039 145 78 357 407 14 51 77 541 52 683 865 83 Zur Anfertigung von T ■ in Holz- und Mrikonstrnktion empfiehlt sich 5584 Carl Germer in Henchelhem Garantie Uir guten Gang und höchste Leistung. 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