Nr. 202 Erscheint tSgttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Hessischen Landwirt dre Gretzener Lamilien« oiatter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. 93er- lag d« Brühlffchen ^ntvert^Buch-«.Stein- druckerei < • MM ZeUenpretS: lokal 12M, ** General-Ameiger w .,ss,a v den poltik and allgem, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giehen MGZ ” zeigenteil: Hans Beck. Aie Anarchie im Hrient. lieber dem Goldenen Horn ziehen sich die politischen Wolken immer drohender zusammen, die 9Nöglichkell eines kriegerischen Konfliktes ift nicht von der Hand zu weisen. Tie unmittelbar interessierten Mächte rechnen auch! dem Anschein nach mit dieser Eventualität, beim anders läßt sich die Tatsache kaum erklären, daß sowohl die britische Admiralität als auch Rußland und die Türkei den Kohlengruben in Wales ütT letzter Zeit sehr bedeutende Lieferungsaufträge erteilt haben, die mit größtmöglicher Beschleunigung ausgejührt werden sollen. Die englische Marineverwaltung hat nach der „Daily Mail" das Doppelte der sonst um diese Zeit' für die Kriegsschiffe benötigten Quantität' in Auftrag gegeben, und von der russischen Regierung heißt es, sie habe eine Anzahl von Kohlendampfern gechartert, um die getauften Borräte sofort nach dem Bestimmungsort zu schassen. Die Kohlenbestellung seitens der Türkei freilich entbehrt nicht des komischen Beigeschmacks, well die türkische Kriegsflotte auch heute noch nicht für einen vollwertigen Kampsfaktor gellen kann. Daß sie, bei aller seemännischen Tüchtigkeit und persönlichen Tapferkeit der Besetzung, gegen die Flotte auch nur einer der im Orient engagierten Mächte, zu denen jetzt die Bereinigten Staaten getreten sind, etwas ausrichtet, ist höchst unwahrscheinlich. Weshalb also die elligen Kohlendestell^- ungeu der Pforte? Sollte der türkische Marineminister hinsichtlich des Zustandes der meisten ' Kriegsschiffe den Sultan wieder einmal in Illusionen gewiegt haben? Jedenfalls ift die Anarchie tm Orient zur Zell höchst bedenklich. Der amerikanische Vizekousul in Beirut, Magelsen, ein Norweger von Herkunft, ist zwar, neuesten Meldungen zufolge, nicht ermordet. In der Chiffre-Depesche über den Vorfall rn Beirut ift nach dem Rcuterffchen Bureau, eine Irrung vorgekommen; es handelt sich um einen Mordversuch, nicht um einen Mord. Ein Unbekannter schoß auf ihn, die'Kugel flog dicht vorbei. Trotzdem ist die Entsendung amerikanischer Kriegsschiffe nach Beirut, die man nun allerdings nur als Vorsichtsmaßnahme ansehen kann, zur Tatsache geworden. Bis' die näheren Umstände der Tat amtlich genau bekannt sind, werden wohl drastische Mittel nicht cmgewendet werden. Das amerikanische Geschwader, das von Nizza nach der Küste von Tünis bestimmt war, hat indes Befehl erhallen, nach, Beirut abzügehen, und so haben sich denn bereits am Freitag abend die Kriegsschiffe „Brooklyn" und „San Francisco" nach Genua begeben, wo sie sich, mit „Machias" vereinigen, um, nachdem sie Kohlen eingenommen haben, die Reise nach Beirut an^llreten. In Newyork verlautet halbamtlich, daß, sofern die Türkei nicht sofort alle amerikanischen Forderungen bewilligt, die amerikanischen Schiffe einen oder mehrere Häfen besetzen und der Gesandte abreisen wird. Inzwischen wird die Situation im Orient immer gefährlicher. Nach einer telephonischen Meldung aus LRrshington depeschiert' das amerikanische Missionsamt in Boston dem Staatsdepartement, es habe Nachricht von der versuchten Niederbrennung des amerikanischen Euphrat-Kollegs zu Charput in Kleinasien, einer Misfionsanstalt, erhallen Die Gefahr der Lage dort nehme zn Infolgedessen hat auch hier der amerikanische Gesandte in Konstantinopel, Leishmann, einschrellen müssen. Er ersuchte die türkische Regierung, sofort zum Schutze aller in Charput lebenden Amerikaner die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen Die Miffionsverwaltung zu Boston wandte sich an das amerikanische Staatsdepartement, nachdem es von dem Boffchaster aus Konstantinopel eine telegraphische Meldung erhalten hatte, daß der Fanatismus in Charput sich kaum noch eindämmeu lasse und ein längeres Zögern gefährlich sei. Währenddem wächst der Aufstand in Mace- bonien. Heber seit dem 18. August stattgehabte Kämpfe liegen folgende Nachrichten vor: Bei Tirnowo, nordwestlich von Kllkilisse, sollen zwei Bataillone drei Daae lang von Komlleebanden umzingelt gewesen sein. Im Gebiet zwischen Kirkllisse, Tirnowo, Wasstlito und Midra fanden Kämpfe mll Banden statt. In Kirkilisse sind Gerüchte über bevorstehende Dynamitanschläge gegen die öffentlichen Gebäude der Konsularagenzien verbreitet. Me Konsulate von Adrianopel suchten beim Wali um Schutz nach. Von 24 türkischen Beamten der östlichen Kteise des Wilajets Uesküb, deren Bestrafung vom östreichisch-ungarischen und russischen Konsul beantragt und neuerlich in einer Me gefordert worden war, wurden bisher neun bestraft. Der Kommandant von Kirkilisse, Vehli Pascha, ist mit brei Bataillonen zur Verfolgung der Banden abgegangen. Mo- bllisiert tyurden die fünfte itnb sechste Rediefdivifton ut Adrianopel und Penoarma und sechzehn Bataillone der Rediefs zweiter Klasse, das mit zwei Nizamdivisionen fünf Divisionen ergibt. — Bei Koile kämpften vor wer Tagen Aufständische und türkische Truppen 11 Kunden lang mll starken Verlusten an Toten uno Verwundeten. Es heißt, daß die regulären Baschibozus in Koile ernorangen, wo die Einwohner, welche geflüchtet waren, unter surckftbaren Martern unterworfen wurden. Im ganzen Msttrkt lleskub herrsche großer Schrecken. Endlich überfiel eme^^nsurgen- tenbande im Wilajet Monastir das Dorf d^eveskch das 2000 griechische und wallachische Häuser zahlt. Die Besatzung leistete Widerstand, mußte sich aber wegw der überlegenen Zahl der Aufständischen zuruckzrehen. Als Verstark- ung herankam, kehrten die Türken zuruck und umzingelten die Ausständischen. Nach mehrstündigem Kmnpfe wurden die Insurgenten teils getötet, teils z e rspr en g t und teils gefangen genommen. Die Fliehenden werden verfolgt. Die Bewohner kehrten in das Dorf zuruck, das militärisch bewacht wird. Nach einer Konstantinopler Depesche macht sich zu anebem' die Geldn ot dort'wieder sehr fühlbar, sind zur Auszahlung des Monatsgehaltes und zum Thronbesteigungsfest in der nächsten Woche nur 100000 Pfund vorrätig und selbst unter den Truppen macht sich linzufrredenhell bemerDar, da schon einige Zell oll Lieferanten wogen NichtzaMung kein Fleisch geliefert haben. Die Wassergesellschast in llettos, die Konstantinopel mll Trinkwasser versorgt, forderte von der Pforte genügenden Schutz, da sie befürchtet, daß die Insurgenten die Wasserzusühruug abschneiden wollen. Die Pforte ttaf Maßnahmen. — Me Ernennung des Marschalls Ibrahim Pascha, des Kommandeurs der 9. Division in Serres, zum Kommandochef der Truppen in Macedonien gilt als bevorstehend. Ibrahim ist ein Mann der Tat und enffchiedenen Vorgehens. Bei den orieu talisch en Bah n en wird eingehend erwogen, ob der Personenverkehr bis auf weiteres nicht ganz ein zu stellen wäre, da niemand mehr Garantie zu bieten vermag. Ein Exttablatt des macedoni- schen Komitees beschuldigt die Verwaltung »der Orientbahn, daß sie selbst das Leben der Passagiere aufs Spiel setze, da sie vom Komitee rechtzellig gewarnt worden sei, die Passagierbeförderung einzustellen. Me Aufftändischen führen einen Kampf auf Leben upd Tod und betrachten die Zerstörung der Eisenbahnen als einen Akt d ringen d st er Not- weh r. Europa müffe endlich den christlichen Gebieten der Türkei zu einer menschenwürdigen Existenz verhelfen. NoMische Tagesschau. Aufgeschoben, nicht aufgehoben. Man schreibt uns aus Berlin, 28. Aug.: Mll dem' Besuche Kaiser Franz Josefs in Rom, den die italienische Presse auf Grund des Papstwechsels als sichjer hinstellte, hat es wohl noch gute Wege. Ter „Kreuzztg", die in Angelegenheiten der Auslandspolitik vorzüglich unterrichtet rst, wird nämlich aus Wien, wahrscheinlich von diplomatischer Selle, geschrieben, es sei eine müßige Erfindung, wenn die kürzlich in der Grenzstadt Treviso erfolgte Begrüßung des italienischen Königspaares durch den östteichischen Dlvisionskommändanten Frhrn. v. Steiniger mit euui Besmpsabsicht Kaiser Franz Josefs in Verbindung gebracht werde. Es handle sich um eine höfische Gepflogen hell, die allerdings als ein Zeichen sehr freundschaftlicher Beziehungen anzusehen sei. Daß dem mit schweren mnerpolitischen Sorgen — Krise in Ungarn — beladenen Herrscher der Habsburgischen Monarchie jetzt und für die nächste Zeit die Absicht eines Auslandsbesuches fernlieA, ist. wohl begreiflich. Doch ebenso begründet" erscheint die Annahme, daß Kaiser Franz Josef zu einer Reise nach Rom grundsätzlich enffchlossen ist, und daß er durch Kaiser Wilhelm, seinen" für den 18. September erwarteten Gast, in diesem Beschluß bestärtt werden wird. Bayer« und die Reichssteuerreform. Unter der Ueberschrist „Bayerri und die Reichssteuerreform" wird der „Germ." von chrem Münchener Mll- arbeller geschrieben, es! sei nicht unbekannt, daß die bayrische Regierung eine Sanierung der Reichssinanzm vorerst durch die Tabakfabrikatsteuer möchte, weil auf das Ergebnis der Mehrellrnahrnen durch die Zölle in den neuen Handelsverträgen nicht gewartet werden könne. Daß damit noch nicht das Problem der Reichssteuerreform durch F-est- legung des Verhältnisses zwischen den Matrikularbellrägen erreicht wird, sondern, daß man damll bis M den neuen Handelsverträgen warten müsse, scheint das Kalkül der bayrischen Regierung anzunehmerl. Bayern sei der Führer der Bundesstaaten hierin, und es sei somit ein Ausdruck der Lage, daß ein Bayer jetzt Reichsschatzsekretär werde. Aus Bayern fei ,Me Auffassung entschieden zurückzuweisen, als ob bayrische Zentrumsmitglieder durch den neuen Schatzsekretär Frhrn. v. Stengel gewonnen werden könnten, die Steuerpolllik des Zentrums matt zu setzen durch Erhöhung oder Erwellerung der Verbrauchsabgaben des Reiches, um dadurch eine Erhöhung der Mattikularbeiträge hintanzu- Hallen"^ Die bayrische Zenttumspresse, die den neuen Staatssekretär warm begrüßte, hat übereinsttmmend eine Aktton in diesem Sinne in entschiedener Weise abgelehnt. „Es giebt keine Tabaksabrikatfteuer nnö giebt nichts von St euern, die den Konsum des Volks belasten." Deutsches Reich. Berlin, 28. Aug. Heute vormittag unternahmen der Kaiser und die Kaiserin, Prinz Eitel Friedrich und der Herzog von Coburg-Gotha einen Spazierritt von Wil- helmshöh e nach dem Essigberg, Der Kaiser hörte sMer die Vorttäge des Stellvertreters des Chefs des Ma- rinekabinetts, Fregattenkapitäns v. Krosigk und des Chefs des Zivllkabinetts Wirkt. Geh. Rats v. Lucanus. Zur Mittagstafel waren geladen Geheimrat Hinzpeter, Prinzessin Wilhelm von Hessen-PhlliPPstal-Barch feH> mit Sohn, dem Prinzen Christian, und Hofdame Frl. v. d. Recke. — Der Kaiser lud 'die Mitglieder des sächsischen Provinziallandtages tzur Abentafel am 3. September im Landeshause zu Merseburg ein. — Ueber Vorberei tungen für die Kaiserparade bei Erfurt wird dem „Hann. Cour." von dort berichtet: Der Militärfiskus hat das eigentliche Paradefeld, d. h. das Terrain, auf welchem die Truppen vor dem Kaiser vorbeimarschieren, sozusagen auf em Jahr gepachtet. Mit ankeren Worten: der Militärfistüs hat die Besitzer dieses zehn Acker umfassenden Terrains, sümttich Landwirte in dem weimarischeu Dorfe Azmannsdorf, verhindert, für dieses Jahr es zu bestellen, und zahlt dagegen für den Acker 105 Mk. Weiter hat der MllllärfiskuS das fragliche Terrain im Frühjahr planieren und mit Gras besäen lassen, und selldäu ist unablässig unter Aufficht eines Majors z. T. daselbst gearbeitet worden, um eine möglichst glatte und feste Rasenfläche zu schaffen. Das Gras wurde häufig gemäht und der Boden gewalzt; jede sich infolge von Witterungseinflüssen usw. wieder zeigende Unebenheit beseittgt. Hierzu kommen jetzt, wo soeben die sehr große und sehr teure Zuschauertribüne dicht bei diesem Paradeierrain errichtet wird, noch folgende Vorbereitungen: Me Truppen werden, von einer Stellung zwischen Azmannsdorf und dem nördlich davon gelegenen Torfe Kerspleben aus in südwestlicher Richtung nach,« jenem Paradeterrain und weiterhin nach dem etwa einen Kilometer davon entfernten Bahndamm der thüringischen Staatsbahn zu marschieren. Sie müssen dabei einen von Azmannsdorf nach Erfurt führenden Ko^nmunalweg überschreiten, der aus der einen Seite von Pflaumenbäumen und einem Graben flankiert ist. Ter Graben muß deswegen auf eine erhebliche Strecke zugfüllt, und die zum Teil sehr stattlichen Bäume müssen aus dieselbe Strecke beseittgt werden. Ferner wird nicht nur eine Hallestatton an der Eisenbahn für den Kaiser errichtet, sondern es wird auch von dieser aus eine Art Chaussee nach dem Paradeterrain gebaut, auf welcher sich der Kaiser mit seinem Gefolge zur Parade begiebt und diese wieder verläßt. Die Chaussee wird elf Meter breit und führt über eine Bodenerhebung, die zum Teil planiert wlld. Die betreffenden Arbeiten werden von Infanteristen und Pionieren- ausgeführt. — Ein Zeugniszwangsverfahren ist, wie wir bereits kurz mitteilten, gegen den Redakteur der i l f e", Hildeb rand, eingeleitet worden. Die ,,Hllfe" hatte Anfang d. I. einen Arttkel veröffentlicht, worin eine „Dienstanweisung für die unmittelbar den Kreisschulinspektoren unterstellterr Rekwren im Regierungsbezirk Potsdam" trittsiert wird. Zur Ermittelung des Verfassers wurde ein Ermittelungsverfahren gegen Unbekmmt eingeleitet und Hildebrand als Zeuge vernommen. Dieser lehnte jede Mitteilung über den Verfasser ab, wofür er mit 100 Mk. Geldstrafe belegt wurde. Am Dienstag ging nun Hildebrand die Aufforderung zu, sich Donnerstag zum Anttitt dec Zwaugshüst wegen Zeugnisverweigerung zu stellen. Heute hat H>ildebrand in Moabit die über ihn verhängte Haft an getreten. — Dem „Vorwärts" zufolge wurde der Anttag auf Haftentlassung Le ids unter Kautionsstellung wegen Fluchtverdachts abgelehnt. Danzig, 28. Aug. Auf dem 44. Genossenschaftstag wurde der Anttag der Genossenschaftsbank Moabit-Berlin auf Einführung gemeinsamer Maßregeln zum Schutz der Verbandsvereine gegen zahlungsunfähige uni) böswillige Schuldner sowie gegen andere Personen, denen gegenüber Vorsicht geboten erscheint, einstimmig angenommen. Kirche und Schule. Nach einer Meldung aus Trier beschäftigte sich eine außerordentliche Stadtratssitzung mit der Errichtung einer katholischen Uebungsschule am Seminar der paritätischen Töchterschule. Der von der Regierung vorliegende Gesetzentwurf wurde als unllar zurückgewiesen. Man beschloß, die von der Regierung beantragte Art des Religions-Unterrichts der Entscheidung des Bischofs anheimzuftellen. Kolonialpost. Berlin, 29. Aug. Zu Angriffen gegen den Gouverneur von Samo a, Solf, bemerkt die natto- nalliberale Korrespondenz: Was etwa an seiner Geschäftsführung zu beanstanden sei, werde ja der über die jüngsten Veröffentlichungen in der Presse zwischen ihm und der Behörde geführte Schriftwechsel ergeben. Durchaus irrig sei aber die Behauptung, der deutsche Generalkonsul in Sydney reiste nach Samoa, um der Regierung über die Lage der Tättgkeit des Gouverneurs zu berichten. Ausland. Kopenhagen, 28. Aug. Der Zar und die Zarin sowie König Eduard werden Mllte September gleich- zeittg aus Schloß Fredensborg eintreffen. Das Zarenpaar begiebt sich von dort zur Tellnohme an der Hochzeit des Prinzen Andreas von Griechenland nach Darmstadt. ' Basel,' 28. Aug. Der Zionisten-Kongreß hat folgende Anträge der Nattonalfondskommission angenommen. Zweck des Fonds soll sein: in Paläftin a und den Nachbarlanden Bau-, Acker- und Gartenland, auch Waldungen und Grundstücke jeder Art anzukaufen, das gekaufte Land zu bebauen oder bearbeiten zu lassen, oder auch an Juden mit Ausschluß der Afterpacht zu verpachten; alle möglichen oder denkbaren llnternehm- ungen, welche diesem Zwecke dienen, zu begründen oder zu fördern; zur Erhalttlng oder Erwerbung des Besitzstandes Verttäge jeder Art xu. schließen, sowie zur Entwicklung dieses Zweckes mit industriellen oder finanziellen Unternehmungen sowie mit Regierungen oder Behörden in Verbindung zu treten. Von dem Nationalfonds sollen % zmn Land an kauf dienen, 1/4 unantastbar bleiben und ftuchtbrin- gend angelegt werden. Die Feststellung des Statuts für den Nattonalsonds ist Aufgabe der nächsten Jahreskonse- renz. Die Generalversammlung der Aktionäre der Zionistischen Kolonialbant genehmigte den Bericht und die Rechnung. Diese ergiebt 2 Prozent Dividende. Die Summe ak Revol mem hervorgezogen, unter ihnen Operst Bona. Ein zweiter Hifiszug kam 2 Uhr nachts an. — Der „Messagero" veröffentlicht in einer Extraausgabe folgertbe Einzelheiten: Ter ZufammeustoP fand abends 10 Uhr zwischen den Zügen 2460 und 2468 statt. Zug 2465 kam von Udine, völlig mit Soldaten besetzt. Bei Beano sal^ der Lokomotivführer den Aus Stadt und Kund. Gießen, 29. August 1903. • * * Mlitärdienst Nachrichten. Völker, Garnison- Verwalt.-Kontrolleur in Gießen als Verwaltungs-Inspektor nach Lager Hagenau. Müller, Garnison-Verwalt.-Kon- trolleur in Lager Senne, nach Gießen versetzt. "Vom Manöver. Die Regimentsbesichtigung der 118er sand am Freitag vormittag von 7 bis 10% Uhr auf dem Uebungsplatz bei Rechtenbach und Lützellinden statt. Anwesend waren der Korpskommandeur Excellenz von L i n - dequist, der Divisionskommandeur Frhr. v. Gall und der Brigadekommandeur Frhr. v. Ledebur. Letzterer hatte bereits am Donnerstag die Scheiben- und Deckungsarbeiten inspiziert. Heute beginnt das Gefechtsschießen der 50 Brigade, es dauert bis 3. September. Das Regiment 117 traf gestern Mittag in zwei Exttazügen in Gießen ein und marschierte durch Klein-Linden nach den Orten Dutenhofen, Münchholzhausen, Rechtenbach, Lützellinden und Hörnsheim ins Quartier. Der Stab liegt in Hörnsheim. Das Brigade- Exerzieren beginnt am 3. September bei Rechtenbach. Die 25. Feldart.-Brigade ist am Donnerstag ebenfalls in ihrem Uebungsgelände bei Ehringshausen, Braunfels und Werdorf eingctroffen. Die 49. Jnfant.-Brigade ist z. Z. in Griesheim, wo ihre Schieß- und Exerzierübungen stattfinden. Sie wird um den 10. September über Friedberg ins Manövergelände rücken. * * Tas Großh. Ministerium öes Innern und der Justiz hat nach einer Notiz der „Frks. Ztg." ein Gesuch um Veröffentlichung einer Liste derjenigen Personen, welche den Manifestationseid geleistet haben, abschlägig be- schieden. * • Kanalisation. Die Arbeiten in dem inneren Teil der Stadt sind in der Schanzenstraße bis an die Westanlage, in der Marktstraße, auf dem Marktplatz, Kirchenplatz und Lindenplatz soweit sertiggestellt. Augenblicklich sind die Straßen Wolkengasie, Kaplansgasse und Nordanlage (bis Röhrle's Brauerei) im Bau begriffen. Die nunmehr für die nächsten Wochen bevorstehenden Arbeiten werden sich in der Hauptsache auf den Kreuzplatz, bie Sonnenstraße, Kanzleiberg und Brandplatz bis zur alten Kaserne erstrecken. Diese Strecke mit Kaplansgasse bildet einen Sammler für sich, während die anderen soeben im Bau begriffenen Kanäle, z. B. Wolkengasse, Schanzenstraße u. s. w., Nebenkanäle des Hauptsieles sind. Auch die Strecke Marktplatz—Kirchcnplatz— ^mdenplatz bildet einen Sammler für sich und zu weiteren großen Sammelkanälen werden die West-, Ost-, Nord- und Südanlage herangezogen. Löwengasse und Westanlage werden ebenfalls voraussichtlich m nächster Zeit m Angriff genommen. Vermischtes. * Berlin, 28. Aug. Hier bildete sich ein Verein ür gemeinnützige Abfallverwertung. Das Müll soll sortiert, Speisereste zur Schweinemast und gewerbliche Abfälle sollen verkauft, Asche und Kehricht für die Landwirtschaft verwertet werden. Der Erlös soll zu wohltätigen und gemeinnützigen Zwecken benutzt werden. * Berlin, 28. Aug. Der bei der Explosion in der Artilleriestraße schwer verwundete Heizer ist seinen Verletzungen erlegen. Görlitz, 28. Aug. In Hahr au wurde das Dienstmädchen &aufe erwürgt im Mühlgraben aufgefunden. Der Mörder ist noch unermittelt. * Hamburg, 27. August. Heute ist der Ra ub m örd er Speck, welcher in Altona die Witwe Backhaus und in Dresden den ihn verhaftenden Kriminalbeamten Marcus ötete, hingerichtet worden. * H a m b u r g, 28. Aug. Die Altonaer Polizei verhaftete zwei Falschmünzer, die in der Provinz falsche Zweimarkstücke vertrieben und fand eine große Werkstatt aus. * Lübeck, 28. August. Ein älterer Unteroffizier erschoß sich aus Furcht vor Strafe, die er wegen Urlaubsüberschreitung zu gewärtigen hatte. * Bremen, 28. August. Auf dem Lloyddampfer „Neckar" platzte unweit der holländischen Inseln Terschelling das Hauptdampfrohr. 2 Maschinisten und 5 Heizer wurden stark verbrüht, 2 andere leichter verletzt. Der Dampfer kehrte mit verminderter Geschwindigkeit nach der Weser zur Reparatur zurück. * Mailand, 28. August. Die hiesigen Alpenklubmitglieder D. Casati und der Prokurist Faciti sind seit Dienstag, wo sie den Ausstieg auf den Monte Rosa unternahmen, verschollen. * P o n t r e f i n a, 28. Aug. Am Kraft Aguezza der Berninagruppe stürzten gestern zwei Engländer mit einem Führer nach der italienischen Seite zu ab, gteich-- zeitig stürzte der zweite Führer nach der schweizer Seite ab. Er wurde schwer verletzt, konnte aber trotzdem Nachricht von dem Unglücksfalle nach Pontresina bringen. Basel, 28. Aug. Ein Hochstapler, vor dem eine Baseler Zeitung gewarnt hatte, feuerte aus den Red teur Wagner des betreffenden Mattes orei Rev verschüsje ab und verletzte ihn schwer. Der Täter wurde verhaftet. * Vorn Eisenbahnunglück bei Udine. Der erste Hilsszug traf am dec Stelle, wo sich das Eisenbahnunglück ereignete, um 11 Uhr abends ein. Die Rettungsarbeilen begannen sofort 60Verwundete wurden aus ven Trürn- Im großen Ganzen gehen die Arbeiten rüstig vorwärts; selbstverständlich bieten sich im Innern der Stadt bei den engen Straßen weit größere Schwierigkeiten, als dies bei den meisten Sttecken des Haupttanals, z. B. in der Bahnhofstraße u. s. der Fall war. In der Kaplansgasse muffen die aufgeworfenen Erdmaffen alle nach der Bahnhofstraße geschafft und dort gelagert werden, ebenso verhall es sich mit dem Mörtel und Baumaterial. Auch mußte in der Bahnhofstraße, Ecke Kaplansgaffe, abermals zur Bewältigung des Grundwassers eine Dampfmaschine aufgestellt werden. Der offene Stadtringgraben, oder Schorgraben, mündet übrigens nunmehr unterirdisch in den Hauptkanal an der Westanlage, Ecke Bahnhofstraße, und wird sein Wasser von dort mit Benutzung dieses Kanals durch die obere Bahnhofstraße bei der Wreseckmündung in die Lahn geführt. Die Strecke Westanlage—Wieseckmündung ist also gewiffermaßen auf diese Weise schon in Tätigkeit gesetzt. ** Kirchweihfeste finden morgen statt in den Nachbarorten:' Klein-Linden, Rödgen, Großen-Buseck, Staufenberg, Kesselbach und Ockstadt bei Friedberg. ** Folgenden hübschen Scherz erzählt die ,FZolkswacht" aus Rheinhessen: Der Herr Bürgermeister von „Schlauheim" feiert seinen 70. Geburtstag. Tas ganze Torf prangt im festlichen Gewände, besonders aber das Gasthaus ,^um dicken Hammel", wo abends das Festessen zu Ehren des Ortsoberhauptes stattsindet. Ter Herr Pfarrer, der Herr Lehrer, der ganze Gemeinderat und' alle hochgestellten Persönlichkeiten von Schlauheim sind anwesend. Der Herr Pfarrer hält die Festrede und schließt mit den Worten: „Unser allverehrter, hochgeehrter Bürgermeister, Herr Johannes Haberbauer, er lebe hoch, hoch, hoch!" Der aber sitzt vor seinem Glase Wein schüttebt das greise Haupt. Ter Lehrer flüsterte ihm ins Ohr: „Sie müssen jetzt einige Worte sprechen, Herr Bürgermeister!" — Lautlose Stille ringsum; — nur auf der Straße hört man den Regen herniederprasseln. Da ruft eine Stimme aus der Mitte der Versammlung: „Hannes du muscht ebbes redde!" „Steh uff, Borgermaaschter", — „naa, loßt den alle Mann sitze", — „er muß aber ebbes redde", so tönt es jetzt von allen Setten. Plötzlich wird es wieder still im Lokale. Der Herr Bürgermeister hat sich erhoben; aller Augen auf chn gerichtet. — Und er tat seinen Mund auf und sprach die bedeutungsvollen Worte: „Hütt' ich nor mei Geerscht deharn!" ** Ein heiteres Vorkommnis wird in Biugen viel belacht. In einem viel besuchten Hotel hatte dort ein Fremder übernachtet, um sich am anderen Morgen in einem anderen Gasthause mit seinen Freunden zur Rhein- ahrt zu vereinigen. Plötzlich vermißt er etwas, der Pikkolo wttd gerufen, und erhielt Sen Auftrag: „Holen Sie mir meinen Bä—de—ker, den ich im L-Hotel auf Nr. 21 liegen gelassen habe; er liegt auf dem Bett." — Der Pikkolo eilt, bleibt ziemlich lange, kommt schließlich mit einem umfangreichen Paket zurück. Darob großes Erstaunen, dann stürmische Heiterkeit. Anstatt des roten Bä—de—kers bringt er dem Fremden die glücklich ergatterte rote — Bettdecke. -i- Friedberg, 29. Aug. Das Kriegerdenkmal wird in Kürze eine künstlerische Umfassung erhalten, worüber der Erbauer des Denkmals, Architekt Hartig aus Aachen, gehört werden soll. Gegenwärtig befindet sich um das Denkmal ein Drahtgeflechte, welches auf den Eindruck des Denkmals sehr nachteilig wirkt und schon oft beanstandet wurde. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der Lu st Mörder Weygand, der kürzlich in Mainz verhastet wurde, kam zur Beobachtung eines Geisteszustandes in bie pfälzische Irrenanstalt Klingenmünster. der ausae fertigt en und voll etti bezahlten Aktien zu einem Pfund ist 241213 Pfund. In der Schlußsitzung referierte Friedernann-Wiesbaoen über die Aenderung des Organi- sationsstatuts. Es wurde beschlossen, daß künftig je Atoev- hundert statt bisher hundert zionisttsche Wähler einen Delegierten wählen. Die Nation albibliothek in Jerusalem soll 2000 Frcs. erhallen. Jeder zionistische Verein soll ihr jährlich drei Stube! zuwenden. Hierauf wurden die Kommissionen und ein großes Aktionskomitee von 50 Mitgliedern gewählt. Der Ausschuß mit dem Sitz in Wien und Herzl als Präsident wurde Bestätigt. Herzl sagt in seinem Schlußworts der 6. Kongreß habe in keiner Weise das Basler Programm verlassen, obschon man sich für Ost- afrika entschieden habe. Der Kongreß wurde darauf unter Szenen höchster Begeisterung mit Hochrufen auf Herzl und den Zionismus geschlossen. Beschäftigungsgrad in der Zigarrenindustrie. Zu den Gewerben, die sich noch immer nicht erholen wollen, gehört vor allem die Zigarrenindustrie. Der Verbrauch bleibt schwach, obwohsl die Fabrikanten chn durch billigste Pr ers g e staltung anzu- regen suchen. Die Einschränkung, die große Kreise der Bevölkerung während der letzten Jahre in ihrer Lebenshaltung vornehmen mußten, hat dazu geführt, daß man an Stelle der Zigarre wieder die Pfeife hervorholte oder zu der Zigarette griff, oder auch sich mit Kautabak begnügte. Es geht dies deutlich daraus hervor, daß das Rauchtabak-, Zigaretten- und Kautabakgeschäft ganz erträglich geht, jedenfalls viel besser schon als im Vorjahre. Dem schwachen Verbrauch steht aber noch immer ein sehr großes Angebot gegenüber. Die Fabrikanten ließen zu Anfang der Krise zuureist auf Lager arbeiten, um nicht sofort Arbeitskräfte entlassen zu müssen. Dadurch wurden Vorräte aufgestapelt, die zu einer immer heftigeren Konkurrenz führten. Die Grossisten drücken die Preise tiefer und tiefer. Die gewinnbringende Herstellung einer Fünfpfennig-Zigarre, die den größten Teil der Fabrikatton ausmacht, wurde dadurch immer schwieriger. Auch die Grossisten befinden sich aber in einer schwierigen Lage, da die Keinen Fabrikanten und die vielen Konkursausverkäufe ihren Absatz bei den Wirten stark beeinttächtigen. Zu dieser Ungunst der Marktlage kommen nun noch ganz mißliche Kreditverhältnisse. Ein sechsmonatliches Ziel ist zwar schon lange Handelsbrauch, aber gegenwärtig ist ein doppelt so langes Ziel, das ftüher als Ausnahme galt, zur Regel geworden. Unter diesen Umständen ist die Fabrikation nicht in der Lage, sich zu heben. Der Rückgang der Erzeugung, der km Jahre 1902 ca. 10—15 Prozent betragen hat, dürfte in der gleichen Höhe im allgemeinen auch an galten. Nur ganz große Betriebe, wie in Elbing und Braunsberg, sowie solche mit äußerst niedrigen Löhnen, wie sie sich namentlich in Baden finden, vermögen ihren Umsatz und demgemäß auch ihre Erzeugung zu steigern. Noch immer ist daher der Beschäftigungsgrad unbefriedigend. Manche Firmen müssen ihre Filialbetriebe auflösen oder sich aus Bezttken mit höheren Löhnen nach Gegenden mit niedrigerem Lohnniveau zurückziehen. So hat neuerdings erst eine größere Firma in Bremen Sitz und Fabrik nach Thüringen verlegt. Auf dem Arbeitsmarkt äußert sich die ungünstige Geschäftslage hauptsächlich in der ganz geringen Nachftäge nach Arbettskräften. Entlassungen selbst finden keine mehr statt, da der Arbetterstand schon genug reduziert ist Dagegen vermindert er sich noch vielfach fortwährend dadurch, daß abgehende Arbeiter nicht ersetzt werden. Die beschäftigten Arbeiter sind aber heute noch n i ch t v o l l t ä t i g; der V e r d i e n st bleibt daher hinter normalen Jahren wesentlich zurück. feine Besserung der ungünstigen Lage ist nur nach einer entschiedenen Belebung der allgemeinen wirtschaftlichen Konjunktur zu erwarten. anderen Zug mtt Volldampf entgegentommen und gab sofort Gegendampf. Der Zusammenstoß, der nicht mehr zu verhindern war, war furchtbar. Tie Wagen beider Züge stürzten übereinander und wurden zertrümmert. Tie Dunkelheit machte den Vorgang noch fürchterlicher, steigerte die Verwirrung und verzögerte dieHilfeleistung. Erst nach zehn Minuten gingen mehrere Meldungen nach Codroipo und Pasian-Schiavonesco mit der Bitte um Hilfeleistung ab. In der Erwartung des Hilfszuges versuchte man, die Verwundeten aus den Trümmern zu befreien, was schwierig war wegen der Dunkelheit. Nach Eintreffen des Hilfszuges wurden die Rettungsarbeiten erfolgreich fortgesetzt. Bisher sind 16 Tote und 60 Verwundete geborgen. Tie Letzteren, von denen 17 lebensgefährlich verletzt sind, wurden uacy Udine gebracht. Man glaubt, daß das Unglück dadurch veranlaßt ist, daß der Militärzug 2465 verspätet von Udine abging, um die Verspätung nachzuholen mit größerer Geschwindigkeit fuhr und mit dem Güterzug 2468 zusammentras, der, von der anderen Seite kommend, die Strecke für frei hielt. — Das italienische Königspaar besuchte in einem Automobil die Unglücksstätte. Sodann fuhr es nach Udine, wo die Majestäten in Begleitung des Erzbischofs, der Spitzen der Behörden, des Mitttärs und des Zivils das Hospital besuchten, wohin die Verletzten geschafft wurden. — Nach den letzten Meldungen starben von den Verwundeten weitere vier. Noch weitere Tote wurden unter den ungeheuren Massen der Wagenteile befürchtet. Verwundet sind über 100, darunter mehrere tödlich. — „Giernale Jtalie" zufolge wurden der Lokomotivführer des Militärzuges und der Stationschef von Schianevesce wegen Nachlässigkeit verhastet.' Gistilvchn-Zeitung. — Zur Jr'age der Reform der Eisenbahn- Personentarife erfährt das ,,B. T." aus Fachkreisen: Im Eisenbahnministerium wird gegenwärtig em neuer Plan einer Reform ausgearbeitet, der bereits am 1. April 1904 in Kraft treten soll. Hiernach soll nur eine Fahrkarten-Kategorie zur Ausgabe gelangen und zwar nach dem Grundsatz von resp. 6, 4, 2l/2 und IV» Pfg. pro Kilometer für die 1., 2., 3. und 4. Klasse. Für Schnellzüge wird ein Zuschlag von 1 Pfg. pro Kilometer im Zuge selbst erhoben. Militärpersonen erhalten Fahrkarten 3. Klasse zum alten Preis. Berlin, 20. Aug. Zu den jüngsten Gerüchten vor: der bevorstehenden Refornr des Eisenbahntarifs schreibt die „Nat.-Ztg.": Es sei richtig, daß t)ie Eisenbahnverwaltung einen Tarifemheitssatz unter der Abschaffur,g der Rück- und Rundreisefahrkarten anstrebe, aber dann auf Zuschläge sür Schnellzüge nicht verzichten will. Es sei aber verfrüht, bestimmte Sätze arizugeben, da bisher weder die Generalkonserenz der deutschen Eisenbahnen, noch der Finanzminister dazu Stellung genommen hätten. Gerichtssaal. ** Gießen, 29. Aug. Strafkammer. ^Verhandlung vom 28. August. Der Küfergeselle Peter Wenk von Sprendlingen, im Juli d. Js. stellen- und mittellos geworden, schlug sein Lager in dem Keller des auf der „Liebigshöhe" belegenen Hauses des Wirts Seipp auf. Ungefähr 14 Tage nächtigte er hier und verübte von hrer aus eine Reihe von Diebstählen. So stahl er dem genannten Wirt Nahrungsmittel, bestehend in Würsten, Schinken, Butter u. s. w., rm Werte von ungefähr 40 Alk. aus dessen Küche, ferner die Brödchen, die der Bäcker des Morgens in ein an der Hinteren Haustür hängendes Säckcherr legte. Dem Wirt Schultheiß entwendete er ein Fäßchen Bier und Aepfelwem aus dessen Wirtschastsgarten, dem Flaschenbierhändler Zinn 18 Flaschen Bier und ließ es^.sich gut schmecken. Bald aber ereilte ihn das Verhängnis. Seipp, ourch die sortgesetzten Diebstähle aufmerksam geworden, revidierte seinen Keller und ein herbeigeholter Schutzmann entdeckte den Angeklagten im Keller. Bei seiner Verhaftung, die dadurch bewerkstelligt wurde, daß herbeigerufene Soldaten dem Angeklagten einen Strrck um die Beine banden und ihn so aus seinem niedrigen Versteck herausholten, leistete er Widerstand und hat sich daher auch wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt zu verantworten. Das Urteil lautete gegen den im allgemeinen gesläiidigen Angeklagten auf acht Monate Gefängnis und 14 Tage Haft, welch letztere durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erklärt wurde. — Unter der Anklage der schweren Urkundenfälschung in Jdealkonkurrenz mit Betrug stand heute der Arbeiter Franz K o r e ck aus Biskujice, Galizien, vor Gericht. Gelegentlich der Arbeiten der Bahn- untersühruiig in Friedberg fand der Angeklagte Kost und Logis bei dem Wirt Schreitz in Friedberg, nachdem der Betriebsleiter Neuroth für seine Arbeiter gutgesprochen. Auf Grund einer Vereinbarung zwischen dem Angeklagten und dem Betriebsleiter war letzteret besugtz bei der wöchentlichen Lohnauszahlung den vom Koreck dem Schreitz schuldigen Betrag abzuziehen und direkt an Schreitz abzu- führen; zu diesem Zwecke hatte Koreck stets eine von Schreitz auszustellende Bescheiliigung über die Höhe seinerForderung vorziilegen. Bei feinem Dlenstaustritt legte nun der Angeklagte eine mit „Schreitz" unterschriebene Bescheinigung über 12,75 Mk. vor und erhielt deii Rest ausbezahlt. Die Bescheiliigung unb bic Unterschrift des Schreitz stellte sich aber als gefälscht heraus unb betrug das Guthaben riicht 12,75 sondern 21 Alk. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen schwerer Urkundenfälschung zu vier Monaten Gefängnis, ein Monat erlittene Untersuchungshaft wurde ausgerechnet. — Gegen ein verurteilendes Erkenntnis des Gr. Schöffengerichts Friedberg hatte der zu einer Haftstrafe verurteilte Alitangeklagte Holl Berufung eingelegt. Er soll sich gelegentlich einer in der Wirtschaft von Rupp in Friedberg entstandenen Schlägerei des groben Unfugs schiildig gemacht haben. Auf Grund der heutigeli Beweisaufnahme wurde er von Strafe und Kosten freigesprochen. — Zwei Beriifungen in Privatklagesachen fanden ihre Erledigung durch Zurücknahme, eine dritte Privatklagesache wurde zwecks Beiladung von Zeugen auf unbestimmte Zett ausgesetzt. At a i n z, 28. Aug. In der Privatbeleidigungsklage des iia- tionalliberalen Reichstagskandidaten Dr. P a g e n ft e ch e r gegen den bauernbündlerischen Gegenkandidateri Landlagsabg. Wolff erkannte das Gericht gegen den Beklagten auf eine Geldstrafe von 5 0 Alark und Tragung der entstandenen Kosten. Eines Diebstahls aus Pietät war die fast 60jähr Näherin Henriette Bugge beschuldigt, die vor der 130 Abteilung des Schöffeiigerichts zu Berlin stand. Die gebrechliche Llngeklagte lebt in den ärmlichsten Verhältnissen. An einem ^uli- Nachmittag d. I. besuchte sie das Grab ihres Bruders auf dem Kirchhof. Wie sie vor Gericht unter Tränen erzählte hätte sie so gerne einen Kranz auf das Grab ihres Bruders gelegt dessen Geburtstag an diesem Tage war, aber sie hätte die Kosten nicht erschwingen können. Als sie nun vor dem schmucklosen Grabbüael ae- standcii habe, fei ihr Blick auf beit Nachbarhügel geiallm^ der mit Kränzen beinahe überladen war. Ta habe sie der Versuchung nicht widerstehen können. Sie habe von dem reich geschmückten Grabe einen welken Kranz genommen u.id ihn auf den schmucklosen Hügel rhr'E Briiders gelegt. Ein Kirchhofsauffeher habe sie dabei ertappt. Der Staatsanwalt beantragte gegen die Angeklagte eine Gefangnisftrafe von drei Tagen, der Gerichlshos beließ cs bei dem zulässig niedrigsten Strafmaß - einem Tag Gefänanis Wegen unanständiger Redensarten die ein Arbeiter aus Goldberg m Schlesien auf einer Ei enbabnfabrt zwischen Lauban und Greiffenberg in Gegeiiwart junger Alädchen führt-, sind dem fchan vorbestraften frechen Bur ch d ; e i M o n a t e G ° f a n g n i s zuerkannt wordeiu Der Vat "r der Mädchen hatte ihil angezelgt (Recht so! Leider läßt sich die deutsche Gut- mutigkett - oder „t es Feigheit? - auf Eiseiibahnfalm n uiid üi Gasthäusern melzuviel gefallen. Jeder brave deutsche Alaiin sollte es für feine Pflicht hatten, foldxu traurigen Gesellen das Handwett ävi icQcn.) z«»l 9 6er ’?■ ft abt Wissens' eine he otvie „I js-ruU» dem s" Aerztevl -ränL Oi D< Bc Ho Se< liefe M nad)®', des W Dor, do« unb UW tziütauft ErwaM rheinisch leinen feucht h unoerär Di Löehen. Roggen. Gerste. Hafer. MaÜ. We Ro Di V Vi' kosteten 2Stä. DL Stet Linsens 1,20—1 1,80-2, 68-78 fleisch D 80 Psa» 56—74 i Stiel 00- Hiter 18 0-00 M Ar »Treibt ivelche ( vollauf. Dadurck das ftoi reif gen soweit i Hajer la ist inbeij bereits ü Tagen a welches t [ttienb, ' Ber Die j Daßerlei Wafferp !tein «Rc Deckelpla Sifaqu ien 1.6 »'/. Uhr, Sie W Betrieb fRöbgej Mütc «ich u. auch Mk. Weizen. Kilo 5 Telephonischer Kursbericht. . 27.17 3% Mexikaner SV2O/0 Hessen -Anl. 47,% äussere Argentiner Roggen. Gerste. Hafer. Mais. 372% 30/0 3V,°/o 3°/o Schlußkurse. 203.75 212.12 135.62 186.10 182.62 101.60 89.75 101.45 89.75 100.30 99.20 100.80 100.40 102.80 49.90 30.65 34 70 127.80 44.00 41.70 137—138 138—139 129—131 132—133 135-137 133—135 130—131 104-000 88-89 100—102 104—109 104-000 96—000 4% Italien. Rente 4Vz-6 Portugiesen 3°/. Portugiesen. . 1% 0. Türken . Türkenlose . . . 4% Grieoh. Monopol M. 17,00-17,25 , 14^5—14,50 _ 15,00—16,50 , 13,75—14,50 Märkte. Aug. 19,90 c. „ 10,8" C. 476% Oesterr. ßilberrente 4% Ungar. Goldrente . Weizen, Pfälzer Roggen, if Braugerste, Hafer, basischer Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Red Winter II Kansas II Ulka-Weizen 9 p. 25/w „ 10 p. Rumänischer, 80/81 Kilo „ 79/80 w , 78/79 , . 92.20 . 97.80 . 100.50 . 203.90 . 188.10 . 136.20 . 146.60 . 154.00 . 140.50 . 17.10 . 189.50 . 229.50 . 187.00 . 182.90 per 100 Kilogramm frei hier. Urneste Melomigen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Kassel, 29. Äug. Tas Kais er paar mN Gefolge hat heute vormittag Die Rückreise von Wilhelmshöhe nach Berlin angetreten. r Berlin, 29. Äug. Gegenüber den Nachrichten über die Ankunst und die bevorzugte Behandlung des Pr inz^en Prosper Arenberg in der Strafanstalt zu 2,e- gel teilt der Direktor der Anstalt mit, daß der Prrnz nicht anders behandelt werde, wie jeder andere Gefangene. Der Transport vom Dahnyofe nach Tegel erfolgte in dem zum Gefängnis gehörenden Tienstfuhrwerk. Der Prinz untersteht wie jeder andere Gefangene einem Wärter, doch ist der Direktor int Interesse einer strengeren Kontrolle persönlich haftbar gemacht worden, um Vorfälle, wie ie in .Hannover vorgerommen, zu vermeiden. —• In Egelsdorf in Schlesien ist die der Äktien-Gesellschast SMe- ische Cellulose- und Papierfabrik gehörige Papier,abrik total niedergebrannt. Berlin, 29. Äug. Eine Lohnbewegung der Angestellten der allgemeinen O m n i b u s - G e , e l l s ch a f t ist in Sicht. Tie schon längere Zeit bestehende Unzufrieden- heit mit den Arbeitsverhältnisfen ist durch neuerliche Lohnabzüge noch gestiegen. Es haben in letzter Zeit mehrere Nachtversammlungen stattgefunden, in denen die Aussichten eines Streiks besprochen wurden. Kiel, 29. Aug. Hier hat sich der als Oberleutnant der Reserve zum 1. Seebataillon eing zogene Amtsrich - t e r Tr. W. in einem Anfälle von Schwertnut e r s ch 0 s s en. Hamburg, 29. Aug. Un/er der Anschuldigung, die Hamburger Vi e h m ar t tb an k um 80000 Mk. betrogen zu haben, wurde der Vieh-Kommissar Wittenburg verhaftet. r . London, 29. Aug. Schießversuche finden gegen das alte Kriegsschiff „Belleiste" statt. _ Hierbei werden Versuche mit einem neuen C e l l u l 0 s e st 0 f f gemacht, der m einem Raume unterhalb der Kiellinie angebracht wird. Man glaubt, daß wenn ein Geschoß in den Raum eindrmgt und das Wasser mit der Cellulose in Berührung kommt, letztere sich ausdehnen und so das verursachte Leck verstopfen würde. L. Peking, 29. Aug. Tie kaiserliche Universität hat jetzt, wie man seit langem erwartet hatte, zu bestehen ausgehört-. Ihr Eingehen ist durch die Politik der Kaiserin-Witwe, die die Resormbewegung zu vernichten strebt, sicherlich beschleunigt worden. Bei der zweiten Eröffnung der Univerfität vor einer Woche erschienen nur noch 50 Studenten. Die Anstalt ist jetzt völlig geschlossen. Tie Studenten reisen ab. Vizekönig Tschangtschitung, der kürzlich mit einer Rekonstruktion der Universität beauftragt worben war, führte dies in der Weise aus, daß er an stelle der abendländischen Wissenschaften die chinesischen Klassiker zum Studium bestimmte. Rusischer 47/48 „ 50/51 mixed Laplata r. L Höchste Temperatur am 27.-28. Niedrigste , , 27.-28. Reichsanleihe do. Konsole . do. . . 37,96 Oberhessen 4% Oesterr. Goldrente . . 102.60 Warnung vor Fälschung _1 in Pillen noch Pulverform noch mit Kakao\ iW(jllvl gemischt, sondern Hill* in Flaschen mit eingeprägtem Namen ist Dr«_Hommel s Haematogen echt. 92 I Verlauf der Witterung von Donnerstag bis Freitag. Unter Einwirkung des Hoch's herrschte gestern noch heiteres Wetter, sodaß merkliche Erwärmung eintrat. (Höchste Tagestemperatur 23 Grad.) Heute, Freitag, lagert das am Mittwoch im Nordwesten erschienene Tief über der nördlichen Nordsee, ist also unter Annäherung an unser Gebiet ostwärts gezogen, sodaß bei üdwesUichen Winden wiederum Trübung eingetreten ist, Regen aber wegen der Nähe des Hoch's noch nicht fallen konnte, obwohl dasselbe an Stärke schon merklich verloren hat. Ein weites Ties ist westlich Irland erschienen. Landwirtschaft. Aus dem Vogelsberg, 28. Aug. Die Wetterregel „Treibt die Eiche vor der Esche — hält der Sommer große Wäsche", welche Erscheinung in diesem Frühlinge austrat, bewahrheitet sich vollauf. Wie der Juli verregnete, so verregnete auch der August. Dadurch ist das Erntewetter recht ungünstig. Trotzdem gelang es, das Korn ziemlich gut in die Scheune zu bringen. Da es überreif geworden, fiel es vielfach aus. Auch beim Weizen, dessen Ernte soweit vollendet, wird viel über Ausfall geklagt. Für Gerste und Hafer kann nun überall auch die Ernte beginnen. In der Wetterau ist indessen die Ernte schon vollständig beendet. Dort brummen bereits überall die Dreschmaschinen, während sie hier erst in diesen Tagen aufgestellt werden. Der erste Ausdrusch des Kornes, welches hier überall mit dem Flegel geschieht, ist recht zufriedenstellend. Gieße«, 29.Aug. Marktbericht. Auf heutigemWocbenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1,00—1,20 All., Hühnereier 1 St. 6—7 Vfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 12—13 Pfg., Enteneier8—0 Pfg., Käse pr. Stck. 5—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg., Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 0,70—0,90Mk„ Hühner pr. St. 1,20—1,70 Mk., Hähne pr. Stück 0,70—1,10 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,00 Mk., Gänse pr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 68—78 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—66 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—74 Pfg^ Hammelfleisch pr. Pfund 56—74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—7,00 Mk., Weißkraut per Stuck 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 6,50—7,00 Dck., Milch per Liter 18 Pfg. Kirschen per Pfd. 3q—40 Pfg., Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg., m Körben 00-00 Pfg. Trauben 00-00 Pfg. Familien Nachrichten. Gestorben: Frau Christine Kromm, geborene Schwa», M Schotten. Universttüts-Uachrichten. Marburg, 28. Aug. Der autzerordeMlAe Professor in der hiesigen juristischen Fakultät Dr. Wal her Schuckrng, wurde zum ordentlichen Professor in derselben Fakultät ernannt. — Professor Frhr. v. H e r t l r n g m München vollendet am 31. August sein 60. Lebensjahr. Er wurde 1843 in Darm- stad t geboren. Er ist Mitglied der Münchener Akademie der Wissenschaften und Präsident der Görres-Gesellschaft. Bekannt ist ^ne hervorragende politische Tätigkeit als Mitglied des^Zentrums, sowie sein Anteil an der Errichtung, der katholisch-theologischen Fakultät an der Straßburger Universität . München, 28. Aug. Der ärztliche Bezirksverein stellte bet dem zu Köln stattfindenden Aerztetag den Antrag, der Bund der Aerztevereine möge Schritte zur Einschränkung des ßu = dranges zum medizinischen Studium unternehmen. Auszug uos dkn StgudkssmisrkglSeiu irr Stadt Gießen. Aufgebote. Am 22. August. Heinrich Becker, Lehrer dahier und Johanna Marie Frieda Rückert zu Großen-Buseck. — Julius Wohlmann, Küfer dahier und Helma Berta Alma Krause, Köchin zu Bad-Nau- helm. Am 24. August. Friedrich Karl Heilirich Preis, Maschinist zu Wald-Michelbach und Marie Charlotte Hill, Dienstmädchen dahier. — Wilhelm August Seipp, Weißbinder dahier mid Karoline Mathilde Sack dahier. — Johann Jakob Aßmann, Gastwirt zu Weidenhausen und Hermine Gröf, Köchin dahier. Am 25. August. Wichelm Philipp Martin Todt, Ober-Telegraphenassistent zu Cöln und Minna Margarete Marie Remig dahier. — Kaspar Karl Horn, Kaufmann dahier und Julie Evertsbusch, Ladeninhaberm dahter. Eheschließungen. Am 22. August. Heinrich Drechsler, Flaschenbierhäiidler dahier mit Anna Karoline Christiane Pausch, geb. Kramer, Witwe des Lackierers Friedrich Pausch. —Dr. med. Otto August Friedrich Ulmer, prakt. Arzt zu Sachsenberg in Waldeck und Auguste Amalie Elisabeth Nordmann, Tochter des Kgl. Eisenbahnverkehrsinspektors Gottfried Konrad Nordmami dahier. — Wilhelm Glock, Tapezier und Polsterer dahier und Jakobine Marie Katharine Bickel, Tochter des Schuhmachermeisters Leonhard Bickel dahier. — Jakob Fischer, Fahrkartenausgeber dahier und Katharine Auguste Mathilde Funk, Tochter des verstorbenen Lehrers Johannes Funk dahier. Geborene. Am 16. August. Dem Fuhrmann Wilhelm Christian Schmidt einen Sohn Albert Otto Andreas. — Dem Flaschenbierhändler Wilhelm Krätzer eine Tochter Marie. Am 20. August. Dem Briefträger August Köhler einen Sohn. Am 21. August. Dein Bäcker Karl Link einen Sohn Louis August. — Dem Schreinermeister Heinrich Bollmöller eine Tochter. An; 22. Aug. Dem Taglöhner Heinrich Pfaff einen Sohn Heinrich Wilhelm Johannes. — Dem Buchdruckereibesitzer Adolf Heppeler eine Tochter Pauline Margarete. Am 23. August. Dem Fabrikarbeiter Ludwig Käs eine Tochter Minna. — Dem Spengler Otto Knaus eine Tochter Margarete. — Dem Bäckermeister Wilhelm Gengnagel einen Sohn. Am 24. Aug. Dem Bureaudiener Heinrich Wahl eine Tochter Katharine Luise Susanne Karoline. — Dem Hilssbahnwärter Reinhard Wenderoth eine Tochter Anna Martha. — Dem Schlossermeister Karl Schmidt eine Tochter. Am 26. August. Dem städt. Taglöhner Ludwig Balser eine Tochter. Gestorbene. Am 20. August. Heinrich Kiefer, 50 Jahre alt, Rentner dahier. Am 21. August. Eberhard Einhäuser, 70 Jahre alt, Lademeister i. P. dahier. — Gustav Karl Dietrich, 21 Jahre alt, Hilfshoboist-Unteroffizier der Leibkompagnie des Jns.-Regts. 116 Kaiser Wilhelm dahier. Am 22. August. Robert Haas, 50 Jahre alt, Rentner dahier. Am 23. Aug. Margarete Dietz, geb. Fauerbach, 67 Jahre alt, Rentnerin dahier. Am 24. Aug. Karoline Therese Schlitt, 2 Monate alt, Tochter des Eisenbahn-Bureaugehilfen Theodor Schlitt dahier. Am 25. Aug. Anna Hohl, 19 Jahre alt, ohne Beruf dahier. — Katharine Karoline Schmidt, 1 Monat alt, Tochter des Taglöhners Georg Schmidt dahier. Am 26. Angust. Karl Berger, 46 Jahre alt, Kunstgärtner dahier. — Margarete Glockengießer, 2 Monat alt, Tochter der Dienstmagd Katharine Glockengießer dahier. Am 27. August. Karl Justus Friedrich Kalesky, 10 Monate alt, Sohn des Wagenwärters Friedrich Kalesky dahier. Am 28. Aug. Wilhelm Amend, 69 Jabre alt, Schreiner dahier. 472% Chinesen . . . Electric. Schuckert . . Nordd. Lloyd . . • Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . . Lombarden . . . . Gotthardbahn .... Laurahütte..... Bochum ...... Harpener..... Tendenz: fest. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 28. August 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 3»/8 Prozent. Anfangs- Oest. Kredit . . . • 201.25 Deutsche Bank . ♦ • 211.90 Darmstädter Bank . • 135.50 Bochumer Guß . • ♦ 184-^ Harpener Bergbau . • 182.00 Schluß-Tendenz: fest. Getreide. Die feste Sümmuna für Weizen konnte sich diese Woche voll behaupten Das Angebot von Amerika bleibt nach wie vor schwach und die Forderungen sind über Parität des hiesigen Marktes. Von Rußland lagen etwas mehr Offerten vor, doch waren die Preise fest gehalten. Feine Sorten sind rar und teurer. Im Ganzen genommen herrscht in Rußland große Enttäuschung über den Ernteausfall, der weit hinter den früheren Erwartungen zurückbleibt. In inläudischem Weizen, namentlich in rheinischem und Wetterauer, war einiges Geschält, das jedoch keinen größeren Umfang annehmen konnte, well die Qualität meift feucht ist. Roggen sehr fest, russischer neuderdings teurer. Gerste unverändert. Hafer etwas gefragter. Mais riihiger. Die heutigen Notierungen sind: Russischer 9 p. “Ao , Ruff. Futtergerste 60/61 Kllo August 1903. Barometer auf 0° reduziert i ^.cmperaiur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 28. 226 749,8 19,6 11,5 68 W. 4 Bed. Himmel 28. 926 749,2 16,5 11,0 85 SW. 1 29. 743,4 16,5 11,2 80 s. 2 U Versteigerung. Die zur Erbauung einer Wasserleitung angeschafften drei Wafferpuwpen mll Lung- stein - Rahmen, sowie zwei Deckelplatten von den alten Wasserquellenwerden Dienstag den 1. September, vormittags 8V2 Uhr, versteigert. Die Wasserpmnpen sind im Betrieb zu sehen. 6483 Rödgen, 29. August 1903. Gr. Bürgermeisterei Rödgen. _________Stein.________ ^wiebellruchen jeden Montag, Mittwoch uni) Freitag von 9 Uhr ab. (5339 Friede*. Noll Hofbäcker. jeden Montag, Mittwoch und Freitag von 729 Uhr ab bei [5837 K. Wilh. Gengnagel, __Neustadt 45._________ Zwiefach Montag, Mittwoch u. Freitag. Bäcker Hahn, K. Haas Nächtig., Walltorstraße 31. 16355s Gießen. ZnMeilÄM, ‘“sdtoei4' Karl Link, Selkersweg 61. Institut nung, Schloßgasse 15, mit allem Zubeh. an ruh. Leute zu verm. Näheres Lindenplatz 3.6408 Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden meines innigst geliebten Mannes, die liebevolle Pflege der katholischen Schwestern und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Dr. Naumann sage herzlichen Dank. IHietiuTudje 3 Zimmer°N°u?°". 63771 W. Ferber, Kirchenplatz 11. junger ÄommiJ warenbranche findet dauernde Stellung in einer Schrauben- und Mutternfabrik. Eintritt 1. Oktober. Meldungen unter 6488 an die Exped. d. Bl. (IHöbliertes Zimmer zu verm. JJl 04075 Schottstraße 7, II. LLinfach möbl. Zimmer billig zu verm. Hofmannstr. 14, pari. üljöbL schönes Zimmer billig zu *** verm. Asterweg 19, Neubau. 2 Stübchen mit Bett zu ver- mieten. Sonnenstraße 28. Kleine Wohnung, 2 Zirn., Küche «V u. nöt. Zubeh. an ruh. Leute zu vermieten. Riegelpfad 30. 6412 04056] Zwei-Zimmerwohnung zu vermieten. 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