ittibe, htbjg 5180 b^git Ackern, ör? MW B55 981 Lp&Tä VSRÄ 90 91 [2000] S ? 800 3t LASS 83 ® 82 83 526 119 88 67 578 149 57 68 506 32 « 71676 0> 68 79 118 } 47 76 94 95 3031 33 41 86 62 849 949 96 52 704 817 80 172 802 [4001 67 239 47 333 W 17107 33 4 34 50 69 925 4 25 40 69 78 525 94 626 54 >3 97 650 932 41 49 2211Q 55 72 80 342 53 60 408 55 726 817 22 23 351 69 86 [200] Ik 908 51 9. 132 61 315 29 » 237 86 93 99 3 [200] 628 66 1034 53 164 79 32061 101 12 9 927 31 85 86 ] 849 52 71 79 7 608 30 32 61 29 589 99 652 5 16 42 5690 87018 7<3 VL 38047 10 72 77 81 337 )0] 67 8088941 >195191 41008 3 42 641 715 21 >4 87 95 607 09 1 258 80 87 303 4 78 44016 99 J 23 419 48 569 ) 23 606 775 82 84 38 49 94 99 48079 144 55 >869988 4900C । 986 51018 ? I 804 60 94» 59 78MJ Jf- J2 62 346 ö.: 51 6691228* Tß 18 51 99 .50 000]% 71 M 73 nQO'697094 912 lo A »«Ä 65 78 83 N48124^8 8 501 89 66! <3 D S ®«»s As 910®, . 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Teil: P. «ittko: für »Stadt und Land^ und »GertchtSfaalEr A ua u st Götz; für den Anzeigenteil: Han« Beck. Aie heutige Hlmmner umfaßt 10 Seiten. KeKanntmachMg. Bctr.: Fleischbeschau; hier: UnterrichtSkurse. Wir bringen hiermit den Beteiligten zur Kenntnis, daß die Unterrichtskurse in der Fleischbeschau in dem hiesigen Schlachthause voraussichtlich nicht vor dem 1. Oktober L I. beginnen werden. Gießen, den 27. Juli 1908. Großherzogliches Kreisamt Gießen- I. V.: Dr. Heinrichs. Gießen, den 28. Juli 1903. Vetr.: Urlaub der Lehrer und Ferien. Die Großh. Kreisschulkommisfion Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Um Störungen in der Beauffichtigung der Schulen zu verhüten, beauftragen wir Sie, Beurlaubungen der Lehrer so zeitig wie nur irgend angängig bei uns anzuzeigen. In besonders eiligen Fällen genügt Anzeige durch eine seitens des Lehrers an den Großh. Kreisschulinspektor zu richtende Postkarte. Bei Berechnung d-er Ferien, deren Lage Sie bestimmen dürfen, wollen Sie festhalten, daß die in die betreffenden Ferienwochen fallenden Sonntage in die Zahl der Ferientage einzu rechn en sind. Wird also z. B. der Unterricht an einem Samstage geschlossen, so ist der darauf folgende Sonntag der erste Ferientag; beginnt der Unterricht an einem Montage wieder, so ist der vorausgehende Samstag der letzte Ferientag. In diesem Falle ist als Tag des Ferienbeginns der Sonntag als Tag des Ferienschlusses der betr. Samstag anzugeben. Die Ferien sind mindestens 3 Tage vor Beginn bei uns anzuzeigen. I. V: Dr. Wagner. Volltische Tagesschau. Konservative Annäherung an die Reichsregierung. Mau schreibt uns aus Berlin, 28. Juli: lieber die Verbreitung von grundsätzlich „gouvernemen- taler Stimmung" in der konservativen Partei führt die ^Deutsch? Agrarkorrespondenz" Klage. Die „Deutsche Tageszeitung", das Organ des Bundes der Landwirte", läßt es sich angelegen sein, den, besonders gegen die „Kreuzztg." gerichteten Angriff wiederzugeben. Vor allem hat die „reinen" Agrarier, deren Stimmung ohnehin nach den Wahlen nicht die beste istz. die Inschutznahme des Grafen Bülow durch die ,Freuzztg." verdroßen gelegentlich einer Besprechung der jüngst erschienenen „Gesammelten Reden Bülows —, die übrigens auch in der bekannten vortrefflichen, von Paul Lindau herausgegebenen Monatsschrfft „Nord und Süd" über den grünen Klee gelobt werden. Es wurde, so hatte das feudal-konservative Blatt geschrieben, nie bewiesen werden, daß Graf Bülow eine Politik der Verleugnungen treibe. Die Wirkung der unzeitigen neuesten Angriffe auf 'den ReiKkcmzler werde die Zeit der Sommerhitze nicht Überdauern. Demgegenüber wirft die Agrarkorre- spondenz die Körnige Frage auf: Wen anders als den Grafen Bülow solle man für Vorgänge verantwortlich machen^ die das Blut unzweifelhaft gut korffervativer Manner, wie z. B. des Generalsekretärs der konservativen Partei, Majors Stroßer, so in Wallung bringen konnte, daß er in einer konservativen Versammlung erklärte: Wo man hinkomme, überall ertöne der Schrei nach Bismarck; wie sei sein Geist so ganz aus unserer Politik verschwunden !— Die „Kreuzztg." hat auf diesen agrarischen Ausfall noch nicht geantwortet. Aber es ist in der Tat unverkennbar, daß die konservativen Elemente, die ein Einvernehmen mit der Regierung nach längerer Schmollzeit anbahnen möchten, rasch wachsenden Einfluß in der Partei gewinnen. Vor den Wahlen mußte man oppositioneller auftreten, sonst hätte der Bund der Landwirte seine Unterstützung versagt. Jetzt, da die Mehrzahl der gebietenden Führer des Bundes aus dem Reichstag ausgeschieden ist, brauchen solche Rücksichten nicht mehr genommen zu werden. Die „reinen" Agrarier bemerken denn auch- wie die Konservativen vergnügt darüber sind, der Kontrolle ledig zu sein, und das macht die Aufpasser doppelt mißtrauisch und gereizt. Durch Dick und Dünn werden die Konservativen zwar auch jetzt noch nicht mit der Regierung gehen — aber sie haben sich auf den'Standpunkt des Wohlwollens und der Unvoreingenommenheit zurückgesunden. Damit kann die Regierung zufrieden sein. Der MarkerrerlöS der deutschen Invaliden-Verficherung hat im zweiten Vierteljahr des laufenden Kalenderjahres 1903 eine, wenn auch nicht so erhebliche Steigerung, wie im vorhergehenden Vierteljahr erfahren. Nach der Aufstellung der „Arbeitsmarkt-Korr." betrug die Einnahme für den Markenverkauf in den Monaten April, Mai und Juni an den 31 Versicherungsanstalten des Deutschen Reiches zusammengenommen 32 750 OOQ Mk. gegen 31 842 000 Mark in den entsprechenden Monaten des Vorjahres und 30 134 000 Mark im Jahre 1901. Im Vergleich zum ersten Vierteljahr ist diesmal ein erheblicher Unterschied seftzüstellen. Während in dem ersten Vierteljahre bei allen 31 Anstalten bis auf eine einzige (Grohherzog tum Hessen) die Stet- gerung zu bemerken war, smd diesmal nur 23 Anstalten an derselben beteiligt, dagegen haben 8 eine Abnahme zu verzeichnen. Diese ist besonders ausfallend für Mecklenburg und beträgt ,12000 Mk. gegen 53 000 Mk. Zunahme im Vorjahre; demnächst kommen Schwaben und Neuburg, Ostpreußen, Pommern, Großherzogtum Hessen, Braunschweig und Oberpfalz mit einer kleinen Abnahme die Rheinprovinz. Auch im Vorjahre hatten alle Anstalten bis auf eine (Schwaben und Neuburg) eine Steigerung zu verzeichnen. Die Abnahme tritt durchweg in Bezirken mit landwirtschaftlichem Betriebe zu tage, und zwar in einer Jahreszeit, da die landwirtschaftliche Beschäftigung ihren Höhepunkt erreicht. Dagegen ist von Bezirken mit stark entwickelter Industrie nur die Rheinprovinz und diese nur ganz gering an der Abnahme beteiligt. Das Mauöveruutzlück von Biele! kam am 28. d. Ml im ungarischen Abgeordnete n* Hanse zur Sprache. tzonvedminister Koloß- vary gab aus eine oppositionelle Anfrage folgende Darstellung des Manöverunglücks bei Bielek: Die Soldaten begannen den Ausnrarsch von Trebinje nach dem 26 Kilometer entfernten Bielek zwischen 4 und 5 llhr morgens. Während der ersten Hälfte des Weges wurden dreimal Ruhepausen angeordnet und alle Erleichterungen gewährt; Wasser wurde in Fässern genügend nachgefühü. 5 Kilometer vor dem Endziel, bei Cepillca, wurden zahlreiche Marschunfähige gemeldet, deshalb wurde abermals eine Ruhepause angeordnet. Danach begann der Aufstieg aus dem gebirgigen Weg nach Bielek, wobei, sich die Temperatur Plötzlich aus 40 Grad erhob. 1 Kilometer vor Bielek wurde gerastet; da jedoch kein schattiger Platz zu finden war, wurde beschlossen, weiter zu marschieren, um in dem nur noch 300 Meter weiter gelegenen .Bielek Schutz zu suchen. Während dieses Marsches ereignete sich das beklagenswerte Unglück, daß 15 Mann vom Sonnenstich, betroffen wurden und starben. Bon den Erkrankten befinden sich 7 in Krankenhauspflege. Strengste Untersuchung ist angeordnet. Die Opposition unterbricht die Darstellung des Ministers mit den .Rufen: Unerhört; das ist Mord! Die Opposition war von der Antwort nicht befriedigt, da seither eingelangte Privatberichte erschütternde Details melden. Es soll Wasiennangel geherrscht haben, da das Wasser in Feldflaschen durch die spi^e ungenießbar geworden war. Die O ffiziere sollen die zu Boden gestürzten So ldatsen; mit dem blanken Säbel mißhandelt haben. Es sollen nach.Privatmeldungen im ganzen mehr gls 800 Mann marode geworden sein. Bixle der erkrankten Soldaten bekamen HerzLrämPfe, andere wurden wahnsinnig, sodaß sie gebunden werden mußten. In Trebinje brannte dasHauseinesOberleutnants nieder. Man vermutet, daß das Feuer ans Rache angelegt ist. Tas Begräbnis der auf dem Marsche Verstorbenen hat unter sehr großer Beteiligung stattgefunden. Ter kommandierende General schluchzte taut, auch die anderen Offiziere weinten. Deutsches Keich. Berlin, 28. Juli. Wie die „Schlef. Zttz." meldet, hat der Kaiser zu [den Sammlungen für die Uebersch wemmten in Schlesien 1OOOO Mk. gespendet. — Ter „ReichMnz." veröffentlicht die Verleihung der kgl. Krone zum Roten Adlerorden erster Klasse mit Mchen- laub an den Oberpräsidenten der Rheinprovinz, Nasse. — Tie „Nordd. Allgem. Ztg." erwidert auf den (gestern von uns erwähnten) Artikel eines sozialdemokratischen Blattes, in dem ein Postbeamter als unschuldiges Opfer seiner philosophischen Lebensauffassung und seiner lyrischen Keigungen hingestellt wird. Zuständigerseits wird mitgeteilt, es sei gegen den Beamten das Disziplinarverfahren eingeleitet, weil er sich in demonstrativer Weise öffentlich als Anhänger der sozialdemokratischen Partei bekannt und iw einem stark besuchten Gasthöfe unter abfälliger Beurteil-. Feuilleton. Die geplante elektrische Bahn auf den Morrtblauc. Der Leiter der Wetterwarte auf dem Montblanc, Dr. Vallot, hat mit dem Professor der Mineralogie von der Universität in Lyon, Teperret, den chnen aufgetragenen Bericht über den Bau einer elektrischen Bahn auf den Gipfel des Montblanc erstattet. Sie sind zu dem Schluß gekommen, daß der Plan verwirklicht werden könne. yruch sorgfältigem Studium der verschiedenen möglichen Wege halten sie für am wenigsten schwierig den Aufstieg von der savoyischen Seite, der, beginnend vom Dorfe Hvuches, eine Länge vorr 17,6 Km. haben würde. Der Plan zur Mont- blanc-Eisenbahn rührt von Saturnin Fabre her und hat die vorläufige Zustimmung des Ministers des Innern erhalten. Die Entwicklung des Planes wurde wesentlich durch den Bau der Jungfrau bahn gefördert, inti> vielleicht wird auch die Zeit nicht mehr fern fein, in der man den größten Bergriesen der Alpen von einem Ende zum andern wird durch tunneln wollen, wie es mit dem Vwnt Cenis bereits geschehen ist und mit dem Simplon gegenwärtig geschieht. Die Eisenbahn auf den Montblanc soll eine elektrische Zahnradbahn werden, wozu die Wasserkraft der Arve als Stromerzeuger zu benutzen wäre. Ein Gefälle von 45 Meter Höhe mit einer Wassermenge von 10 Kbm. in der Sekunde wird mehr als die nötige Energie hergeben. Man rechnet darauf, noch ein Viertel der Elektrizität zur Beleuchtung der Tunnel, der Bahnhöfe und der Wagen, zur Heizung der letzteren und der Stationsräume benutzen zu können. Jede Lokomotive wird zwei Motore erhalten, die den ^trom in geringer 5Me über den Schrencn aus den Leitungsdrähten ausnehmen; die Mckleitung wird von den Schienen besorgt. Die Spurweite der Bahn soll ein Meter betragen. Die Motore haben 300 400 Pferdestärken zu liefern. Tie Bahn beginnt bei Hauches rn 900 Meter .oöfje lind steigt bis 1235 Meter ganz allmählich, dann aber wird die Steigung sehr stark und muß auf lnanchen Strecken bis zu 80 v. H. betragen, jedoch will man dafür sorgen, daß die steilsten Teile der Bahn in Tunneln zu liegen tommen, um den Reisenden ein unbehagliches Gesicht. zu ersparen. Die Fahrt soll nur etwa zwei Stuiiden in Anspruch nehmen, der Preis für die ganze Strecke 100 Franks pro Person betragen. Jeder Zug ist auf 40 Fahrgäste berechnet, und man hofft für die Hauptsaison auf einen durchschnittlichen Verkehr von je zwei> vollbesetzten Zügen in eurer Stunde (!). Dank der Einteilung der Linie in acht Abschnitte wird es mögllch sein, daß fünf Züge zu gÄcher Zeit in der Fahrt begriffen sein können. Die Bergstationen würden folgende sein: die erste in Groß-B4char in 2500 Meter Höhe mit großartigem Blick über das Tal von Chanwunix und die umgebenden Bergspitzen, die zweite an der Aiguille du Goater in 3800 Meter Höhe, wo ein Belvedere einen Ueberblick über die Gletscher und Miste von Bionnassay vermitteln soll. Bis hierher wird man die Berakrant'heit nicht zu fürchten haben. Dann folgt die Hallestelle des Dome mit schönen, gefahrlosen Wegen auf dem harten Schnee der ungeheuren 5-ochfläche (4300 Meter), die nur noch von den Spitzen des Montblanc, des Mont Maudll und des Aiguille du Midi überragt wird. Die nächste Station .ist Aux Bosses in 4360 Meter Höhe, auf der sich die wissenschaftlichen Warten von Janssen und Vallot befinden, die'höchsten bewohnten Plätze Europas. Bei günstigem Wetter wird man von hier aus die Sonne hinter den Bergen der Dauphins untergehen sehen. Weiter wird es sogar eine Strecke bergab gehen, um unter dem Col du Dome hindurchzugelangen, wo die Dicke des Gletschereises auf 40—50 Meter geschätzt wird. Dieser Tunnel wird 70 Meter tief im Gestein liegen. Die Endstation ist auf den Petits Rochers Roux in Aussicht genommen. Die noch fehlenden 250 Meter bis zur Spitze können dann entweder zu Fuß oder mittels Keiner Drahtseilbahnen zurückgelegt werden. Auf dem Gipfel sollte nach Vallot kein Gebäude errichtet werden, um ihm nichts von seiner einsamen Größe zu nehmen, dagegen soll der Endbahnhof auf den Petits Rochers Roux ein Wunder an Ausstattung namentllch mit Bezug auf die Anwendung der Elektrizität werden. Die Karrikatur der europäischen Völker von Eduard Fuchs. Neue Folge. Lieferung 5—7 ä 75 Pfg. (A. Hofmann u. Co. in Berlin SW. 12.) Die Fortsetzungen (Heft 5—7) dieses amüsanten und kulturgeschichtlich interessanten Werkes bringen uns Kapitel von beson- derenl Reiz. „Die Frau in der Revolution 18 48" mit den köstlichsten Darstellungen von der Hand sranzösrscher und deutscher Künstler. Wir beobachten die emanzipierten Frauen jener Tage in den politischen Damenllubs, in ihrem häuslichen und öffentlichien Tutk und Treiben, und» gewinnen ein Bild von den Kämpfen, die für und wider diese Frauenbewegung sich abspielten. Heft 6 zeigt unsi den „Neffen des Onkels", Napoleon, als Usurpator auf dem Throne Frankreichs. Welche Fülle von Karrikaturen hat diese Epoche gezeitigt, trotz aller Unterdrückung, mit der in Frankreich gegen diese gefährliche Form der politischen Opposition vorgegangen wurde. Und welches Bild entrollt uns das Kapitel der gejellschaftlich,-sozialen Karrikatur unter dem Kaiserreich, das Regiment der „Wnigin Cocotte" mit seinem wahnsinnigen Luxus, seiner Ausartung und Korruption! „Zweideutig ist Napoleons Stellung in den Fanrilien der europäischen Dynastien", sagt Eduard Fuchs, der Verfasser des Werkes, „zweideutig seine Politik und zweideutig ist die Gesellschaft des zlveiten französischen Kaiserreicys" mrd er beweist dies an der Hand, seiner ernsten geschichtlichen Studien und unter Vorführung der charakteristischsten, den ganzen frivolen Geist der Zeit atmenden zeichnerischen Karrikaturprodukte jener Epoche. Soeben erschien die 3. Lieferung der „Illustrierten Geschichte der Deutschen Literatur" von Prof. Dr. Anselm Salzer (München, Allgemeine Verlags-Gesellschaft m. b. H), deren erste zwei Hefte bereits unserem Beifall hervorgerufen haben. Wie seine beiden Vorgänger weist auch dieses S^eft wieder prächtige künstlerische Beilagen und Texrillustrationen auf, von denen wir nur die farbige Reproduktion einer Seite aus der Wenzelbibel, sowie das Faksimile eines Briefes von Klopstock und dessen wähl gelungenes Porträt von Anton Hickel (1798) hervorheben wollen. Die Textillustrationen sind meist Nachbildungen alter Handschriften. Der Text führt uns in die für die Entwickelung unserer Literatur so hochbedeutsame Zeit der Salier und der ersten Kreuzzüge (1056—1180) und besaßt sich vorerst eingehend mit dem interessanten Kapitel der geistlichen und biblischen Dichlling jener Zeit. So vereinigt auch diese Lieferung in sich die Vorzüge der beideft ersten, die diese Literaturgeschichte zu einem nationalen Hausbuch machen: klare, bündige Sprache und lichtvolle Darstellung in Verbindung mit einer glänzenden Ausstattung, die man zu den Besten zählen darf, was die moderne Technik zu leijicii vermag. 3 in H mb lick darauf muß man den Preis von 1 Mk. pro «Lieferung, deren das Wert 20 umfassen wird, billig nennen. roitrbe der Vizefeldmebel von llmdes. Ausland (H. Landpost.) Darmstadt, 28. Juli, lieber die Disziplinar- indessen zog W. einen Revolver und gleich darauf krachte ein Schuß, glücklicherweise ohne Unheil anzurichten. Ob der Revolverheld ein Attentat ausüben oder ob er sich selbst erschießen wollte, wie er nach seiner Uaberwättigung zu verstehen ggb, mag dahingestellt bleiben, jedenfalls wird ihm für längere Zeit sein gemeingefährliches Treiben geletzt und! ihm an passendem Orte Gelegenheit zu nützlicherer Beschüs- tigung geboten werden. Dem W. war bereits vor deut Gerichtsgang durch Wachtmeister Sambach ein Revolver abgenommen worden, der andere, mit drei Patronen geladene, war leider in seinem Besitz geblieben. Hungen, 28. Juli. Dem Ortsvorstand wurde die Genehmigung erteilt, gelegentlich des am 14. September d. I. zu Hungen stattfindenden Bullen- und Zuchtviehmarktes mit Prämierung eine Verlosung von Vieh und landwirtschaftlichen Gegenständen zu veranstalten, unter der Bedingung, daß nicht mehr als 4000 Lose ä, 1 Mk. ! ausgegeben werden dürfen und daß 60 Prozent des Bruttoerlöses zum Ankäufe der Gewinne zu verwenden sind. Der Vertrieb der Lose wurde im Großherzogtum genehmigt. Konstantinopel, 28. Juli. Marschall Meissel Pascha ist verhaftet worden, weil er an seinen in Deutschland zur Ausbildung weilenden Sohn einen Bries gerichtet hat, in welchem vom Urnsturzje der etzi g en Regierung die Rede ist. fache des Geh. Oberbergrats Prof. Dr. Lepsius ist in den letzten Tagen in verschiedenen Blättern sehr viel Widersprechendes erzählt worden. Eine offizielle Richtigstellung ist bis jetzt nicht erfolgt. Es sind daher allerhand Kombina- Aus Stadl und Land. Gießen, 29. Juli 1903. *• Personalien. Ernannt wurden der Schreibgehilse Friedrich Wagner in Offenbach zum Registrator bei dem Amtsgericht Offenbach, der Schreibgehilse Michael Rettig in Lorsch zum Registrator bei dem Amtsgericht Lorsch, der Schreibgehtlfe Georg Becker in Worms zum Registrator bei dein Amtsgericht Worms. — Die Ernennung des Amtsgerichtsdieners bei dem Amtsgericht Wörrstadt, Philipp Ahr, zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Darmstadt 11 wurde zurückgenommen. — Ernannt wurde der Amtsgerichts- biener bei dem Amtsgericht Butzbach Kaspar Wilhelm Luther zuni Amtsgerichtsdiener bei dein Amtsgericht Darmstadt II nut Wirkung vom Tage seines Dienstantritts. — Ernannt mnt beS BürgcrtnnK ein hoch mtf die internationale revol lulronärc Svzialdernokrutie" ausgcbraä>t Hut. f . - Der sozialdemokratische Parteitag findet üi der Woche vom 13. September ab in esd en stutt. I Ten Gesck)üftsbericht des Vorstandes werden Pfannkuch und Getisch, den Bericht der Kontrolleure MeMr erstatten Heber die parlamentarische Tätigkeit o Stadthagen rese- rieten, über die Maifeier R. Fischer, über den internationalen Kongreß in »Amsterdam 1904 Singer. Frieörichsruh, 28. Juli. Ter (urigste Sproß der fürftltd) Bismarckschen Familie ist gestern durch Pastor Westphal and Brunstorf getauft worden. Er er- hielt den Vornamen Albrecht. Zu der Feier waren auch Graf Messen und Frhr. v. Stilmm geladen. Thorn, 28. Juli. Dem polnischen Redakteur und Reichstagsadg. Prejski wurden bei seiner Freilassung aus dem Gefängnis, in dem er eine zweimonatliche Strafe wegen Preßvergehen verbüßt hatte, von seinen polnischen Srantetini stürmische Ovationen bereitet. Breslau, 28. Zull. Ter sozialdemokratische Verein wählte ein fünfgliedriges Wahlkomitee für die bevorstehenden Landtags wählen, welches sofort alle erforderlichen Vorarbeiten in die Wege leiten soll. Das Komitee wurde beauftragt, ziinächst bei Singer, Bebel, seßunq die er mit Herrn v. Wollmar gehabt habe, feinIj,ummcnl nn Programm stehen. Die „Leipziger Neuesten 'JKanbat niederlegen. Die Vertrauensmänner entschieden Nachrichten" schrieben am 18. Mai 1902: „Wollte man jedoch, daß für Herrn v. Haller kein ausreichender Grund gerechterwcise Wagner als Prüfstein an diese Leistungen zur 'Mandatsniederlegung vorliege. Wg. Segitz verpslich- Nitegen, so müßte man zu einem hohen Grad der Aus- tete sich, die „Differenzen in der Landtagsfraktion" mit I kommen, denn gerade die Tannhausee-^uoerture aller Anstrengung auszngleichen. gelangte unter Blons Leitung zu gediegenster Wiedergabe." ------ Am 22. Mai desselben Jahres, am Geburtstage Richard Kirche und Schule. Wagners, verabschiedete sich das Orchester von Leipzig, wobei Generalversammlung des Evangel.Idre „Leipz. Bollsztg." u. a. schrieb: Daß er an sein Orchester Sundes findet zu Ulm a. D. vom 28. September bis ,die höchsten, kühnsten Ansordeimngen und^ nicht^eher 1. Oktober statt. Aus der Tagesordnung sei bemerkt: Montag, 28. September, 91/2 Uhr vormittags bis 7i/2 Uhr abends Verhandlungen. 8 Uhr abends: Begrüßungsversammlungen mit Ansprachen von'Lic. Dr. Holzinger-Ulrn a. D.; Stadtpfarrer Dr. Weikbrecht-Wimpfen rc. — Dienstag vornnttags Verhandlungen. 5^ Uhr: Festgottesdienst im Münster, Festpredigt: Prälat von Weitprecht-Stuttaart. 8 Uhr abends Oeffentliche Versammlungen. Ansprachen von Professor D. Arnold-Breslau; Superintendent D Meyer-Zwickau; Dekan Dr. Wurster-Blaübeuren rc. — Mittwoch, 8—10 Uhr vorm. Spezialkonferenzen. 10 Uhr: Oeffentliche Hauptversammlung in der Drersaltigkeitskirche: Eröffnung durch den Vorsitzenden des Evang. Bundes D. Grafen von Wintzingerode- Bodenstein. Vortrag von Professor D. Kolbe-Erlangen: „Der Staatsgedanke der Reformation und die römische Kirche." 2 Uhr: Festmahl. 51/2 Uhr: Gesangsgottesdienst im Münster. Donnerstag, vormittags: Verhandlungen des Gesamtvor- 18. Armeekorps Heinrich Franl „ w dem Amtsgericht Butzbach unter Zurücknahme seiner Ernennung zmn Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Wörr- stadt. — Ernannt wurde der Gefangenwärter am Landeszuchtshaus Marienschloß Ludwig Mayer zum Gefangen- aussehcr an dieser Anstalt. - Prüfungen für baß höhere Lehramt. Gestern wurden die Ergebnisse der Prüfungen für das höhere Lehramt in der sprachlich-historischen Abteilung bekannt gegeben. Darnach bestanden von 18 Kandidaten folgende 13 Herren '"<”<■ '' M gxtienanb f (Sieben) Dr. Friedrich, Gräf, Himmelreich, Hotz, Keller, Kleck, Kron, seine Sommerkonserenz ab, die von Herrn Wtegand (Götzen Qnfc wnnff <^r Nitrert Terner. Tertor. Zwei eröffnet wurde. Der Vorsitzende des Gauvorones jwqaj treten Die Prüfunqs-Erqcbmsse der mathematisch-natur- Aialzi (Darmstadt) wurde zum ersten und Herr Wiegand ääs ms =1.3- nsres ssäts 11 ” "'Landesuniversität. Bei der im nächsten Monat Limburg, Höchst, Mainz, Neunkirchen, Wetzlar und Gießen, stattfindenden Heidelberger Universitätsfeier wird die Hess. Nachdem die Anträge für den vom 20. bis 23. August m LandeSuniversitat amtlich durch den Rektor vertreten sein. M.-Gladbach stattfindenden Kongreß des Verbandes durch- " Tb eater- und Saalbau. Gestern abend traten beraten waren, wurde einstimmig beschlossen, den nächst- die Mitalieder der provisorischen Finanz- und Bankomitees jährigen Kongreß des Verbandes m Fulda tagen zu lassen. P^erwstein7 uh"ns"uite anderen anzusragen, ob sie usammen, um, wie in der Versammlung am 21. d. M. be- Als nächster Konferenzort des Gaues wurde Limburg eventuell geneigt wären, eine Kandidatur in Breslau ^j^n, die Komitees durch eine Reihe von Cooptatwnen bestimmt. .. , u Bei eitiauna der Unterscheidung zwischen st ädti- konstitniren und dann sogleich in die Vorarbeiten eimreten vcrcjncn Begutachtung unterbreitet. Dem Entwürfe sch en und ländlichen Wahlkreisen. können. zufolge soll eine Schlachtviehversicherungvanstalt aus Nürnberg, 28. Juli. Tiefgehende Differenzen ** qu dem Konzert des Berliner Ton- Gegenseitigkeit unter staatlicher Verwaltung errichtet wer- rn der bayrischen Sozialdemokratie werden von rünstlerorchesters, das uns am nächsten Samstag be- ^n; versicherungspslichtig sollen alle im Gebiete des Groß- der Parteileitung offen zugegeben. Schon vor einiger Zeit vorsteht, sind einige Urteile der Presse von Interesse, die sich Herzogtums zur Schlachtung kommenden Rinder und Ließ es her Landtagsabg. für Nürnberg Dr. Frhr. Haller die Wiedergabe von Wagnerschen Kompositionen aus- Schweine, welche über drei Monate alt sind, sein. Die Ent- von Öallerstein werde wegen einer heftigen Auseinander- suchen. Bekauntlich werden am Samstag vier Wagner- schädigung soll nach dem Schlachtwert bemessen werden, ' - 1 ----1 ' -------------- 1 Abzüglich des tatsächlichen Wertes der verwendbaren Teile des geschlachteten Tieres, außerdem sollen die Kosten der Schlachtvieh-Fleischbeschau, Schlachtgebühren und Schlächterlohn ersetzt werden. Voraussetzung der Eiitlchädigungs- leistung ist, daß mindestens ein Viertel des Tieres für untauglich, bedingt tauglich oder miuderwertig erklärt worden ist. Eine Entschädigung wird nicht gewährt, wenn für die Tötung des Tieres auf Grund reichs- oder landesgesetzlicher Vorschriften eine besondere Entschädigung vorgesehen ist; ferner wird .eine Entschädigung nicht gewährt für Rinder, die sich nicht während der letzten neun Monate, und für Schweine, die sich nicht während der letzten sechs Monate im Großherzogtum befunden haben. Die Mittel zur Deckung der von der Verficherungsanstalt zu leistenden Enb- schädigungsbeträge sollen hauptfächilch durch feste Beiträge der Viehbesitzer aufgebracht werden. , ... . J Rockenberg, 27. Juli. Herr Peter Landvogt ver- — Hosfen wir, daß die Gießener pachtete das ihm gehörige ,Gasthaus zur Gerste" hier das Stotterene entaeaen-l Denninghof-Brauerei in Gießen. Der jährliche Pachtpreis beträgt 1600 Mk. Die Uebergabe erfolgt ruht, bis sie ganz erfüllt sind, bewies das Abschiedskonzert, in dem acht an Schwierigkeiten überreiche Werke Wagners in glänzender Weise vorgetragen wurden." Und weiter: „Ganz besonderes Lob verdient der wohldurchdachte und partimrgerechte Vortrag des Nachgesanges aus „Tristan und Isolde" — der übrigens auch am Samstag in Gießen auf dem Programm steht — „Welch blühende.Klangschönheit des großen Tvnkörpers!" • " ‘ dem außergewöhnlichen Konzert das Interesse entgegenbringen, das es verdient. " Das Konzert zu Gunsten des .Invaliden-. - c»anuflt 1904 dank' gestern abend im Neuen Saalbau hatte, was den »Bad Nauheim, 29. Juli. (Eigener Draht. Besuch anlangt, etwas unter dem Regcnwetter zu leiden; es 9 Ul)c wurde die Leiche des wäre fonst der Saal wohl voll be)etzt gewesen. Immerhin ^ ^^mellters C ° l l sen. gelandet. Offenbar liegt Selb st- hatten sich größere Gesellschaften, befonders aus dem Offizier- ! üoc. Der Mann hatte vor kurzem seine Frau ver- korps und der Studentenschast, zahlreich eingesunden. Dw L unb in gedrückten Verhältnissen. Leistungen der Kapelle sanden mitunter überaus lebhaften (S)rün6era, 27. Juli. Der hiesige, wegen verschie- Beifall. Sie hatte sich zu diesem Extrakonzert auch außer- ^^ner Delikte mehrfach vorbestrafte Einwohner O. W., der ordentliche Bemühungen auserlegt und spielte u. a. das Vor- namentlich durch Drohungen und Schießenmitdem spiel zum ^Fliegenden Holländer" mit gutem Gelingen. Revolver hervorgetan hat, unter anderem hat er auf ** Ortsgewerbeverein. Gestern abend hielt der feine Angehörigen geschlossen, war heute morgen wieder chn- Gewerbeverein seine Jahreshauptversammlung ab, welche »mal vor Gericht geladen worden und sollte vom Amts- verhältnismäßig gut besucht war. Von dem Vorsitzenden gerichtsgebäude aus in das Hastlokal überführt werden. Kommerzienrat Heyligenstaedt wurde der Jcchresbe- Bis zur Gartentüre des letzteren ging alles programm- richt erstattet, welcher eine fortgesetzte gedeihliche Entwick- gemäß, hier aber entsprang der Häftling seinem Be- lung des Vereins bekundete. Insbesondere war demselben gleiter, Arresthausverwalter Wahl, und setzte sich, als er zu entnehmen, daß Gewerbetreibende und Handwerker den eingeholt wurde, zur Wehr, gab aber seinen Widerstand! Aufgaben des Gewerbevereins ein größeres Jnteresfe ent- auf, als der den Vorgang beobachtende Zünmermeister G. gegenbringen. Die an den Verein her an tret enden Aufgaben Haas dem Beamten zu Hilfe eilte; nach einigen Schritten wurden in drei Haupt- bezw. Mitgliederversammlungen unb1 1 drei Vorstandssitzungen erledigt. Außerdem wurden vier SitzunHen des Handwerkerausschusses und sechs Bezirkstage abgehalten. Recht erfreuliche Resultate ergab auch in diesem Jahre die Gesellenprüfung, an welcher sich 64 Teilnehmer beteiligt hatten, ebenso günstige Resultate ergab der in Idem verflossenen Winter abgehaltene ^Reisterkursus, welcher sich tigte man das Siech en haus. Die Beteiligung der Mitglieder dieser Exkursion war sehr stark und bot viel Interessantes und Lehrreiches. Mit dem Wunsche, daß der Verein auch ferner den an ihn herantretenden Aufgaben volles Interesse entgegenbringen möge, schloß der Vorsitzende seinen Jahresbericht. — Die bwcfy die Herren ytetri und Steinhäuser vorgep-rüfte Jahresrechnung sand keine . . Beanstandung und dem Rechner wurde Entlastung erteilt tionen immer noch ^ur und -tor geöffnet. So gehen der m unb der Dank der VÄffarnrnlimg gusgesprochen. Ebenso Heilbronn erscheinenden ^Neckar-Ztg." „von einem besonderen wurde der Voranschlag für 1903/04 genehmigt mit der Mitarbeiter aus Hessen" nähere Mitteilungen zu, von denen Aenderung, daß auf Antrag des Direktors Bergen ein m ebenso wenig wie von den anderen sagen läßt, inwiefern größerer Betrag für Anschaffungen für die Bibliothek ein-1 fie ben Tatsachen entsprechen. Das genannte Blatt schreibt gesetzt wurde. Von dem ©tanbe ^ ^^en Spezialfonds, @5 handelt sich um genannten Herrn in seiner Eigen- »ff '» 4* A-mW.. „i£ 3;.»« der Versammlung Kenntnis gegeben. Die Vorstandswahl hatte der Münchener Kommerzrenrat S. dem Museum z ergab in der Mehrheit die Wiederwahl der im Turnus aus- Darmstadt eine größere Anzahl Altertümer, darunter wtem- scheidenden Mitglieder, während Spenglermeister Appel beile mit Stielen, ziemlich seltene Gegen,tände, die großtcu- und Schreinermeister Emil Beil neu gewählt wurden. Im teils der Steinzeit angehören sollten, zum Geschenk genracht. bevorstehenden Winter werden wie seither gemein- S. benützte die Vermittelung heS Prof. Lepsins, der die Funde sarn mit dem Kaufmännischen Verein gemeiuver- 2000—3000 Mk. schätzte und sie der Sammlung ein- ständliche belehrende Vor träge gehalten werden, und zur y^rleibte. Einer der leiten öen Älluseumsbeamten, Festsetzung dieser Vorträge wurde eine Kommission, be- L. bamQ[§ noch interimistisch beschäftigt war, bezweifelte Traber auch Echtheit f^^rwcrteolleren Stücks waö aber kleinere Fachvorträge gehalten werden, wurde der erste Lepsius, sich auf seine geologischen ^enntnlffe ^lutzuid, e Dienstag der Wintermonate von Oktober bis März be- schieden m Abrede stellte. Gleichzeitig aber bewertete stimmt und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß diese Abendel Lepsius die Schenkung immer höher und gab den Wert der- 8er Lalbinoolidenabteilmiq be§ recht zahlreich besucht werden mögciu Nachdem noch eine t.r Q-.n.rPnnhme (einer Er- die Neuorganisation der Sterbckalse in Beratung ge. zogen worden war, schloß der Vorsitzeiide die Versammlung unter Ausdruck des Dankes für die rege Beteiligung. Wir wollen hoffen und wünschen, daß da^ rege Interesse, welches in der Versammlung den Aufgaben des Vereins entgegengebracht wurde, auch ferner fortdauern und sich immer stärker entwickeln möge. ** Der Mitteldeutsche Gauverband der katholischen kaufmännischer Vereine hielt dieser Tage hier London, 28. Juli. Der japanische Gesmidte erklärte in einem Interview die Kriegs g erüch te für unbegründet. Japan denke niiyt an einen Krieg und es lügens keine ben Frieden gefährdende Differenzen mit Rußland vor. | Lissabon, 28. Juli. Wie verluutet, ist im Palast von Azuda bei Lissabon ein anarchistisches Komplott entdeckt worden. Es wurde heftiges Gewehrfeuer, welches ,10 Minuten dauerte, aus dem Palast vernommen, worauf die Tore desselben sofort geschlossen wurden. Die Regierung ließ abends erklären, es hätte sich um einen Streit zwischen Soldaten gehandelt, in der Bevölkerung glaubt man jedoch, daß es sich um ein Anarchisteukomplott handelt. — Aus Rache wegen ungenügender Belohnung durch die Polizei veröffentlicht ein gewisser Luciano Einzelheiten über ein angebliches Dynamitkomplott anläßlich des Besuches König Eduards in der portugiesischen Hauptstadt. „ . , w , .. , . Luciano arbeitete in einer Moake unter der Praca de Eom- von 26 Meisteraspiranten besucht war. Für die außerordent- mercio, wo der Pavillon für den Empfang des Wnigs liche Tättgkett wurde dem Vorsitzenden des Gesellen- und stand. Er hörte Stimmen in der Kloake und ging den Meisterprüftrngsausschusses, Hauptlehrer Traber, der Dank Eindringlingen nach, die verschwanden. Luciano benach- kcr Versammlung ausgesprochen. Auch die Schulverhält- cichtigte die Polizei, die eine Dynamitpatrone fand. Die Ljfje haben sich sehr günstig entwickelt und besonders die betreffenden Stimmen rührten von Spaniern her. Anmeldungen zum Besuche der Sonntagsschule sind außer- St. Moritz im Engadin, 28. Julü Unser Bad ist ordentlich stark. Es ist zu bedauern, daß bei den jetzigen gegenwärtig ein Sammelplatz deutscher Für st- -beschränkten'Raumverhältnissen viele Anmeldungen nicht lichkeiten. Im Kurhaus wohnen Großherzog und Groß- berü'cksichttgt werden können und mit jedem Tage tritt das Herzogin von Baden, im neuen Stahlbad die Großherzogin Bedürfnis nach größeren ausreichenden Schulräumen leb- von Sachsen-Weimar, im Hotel Thoma Badrutt Prinz nnb bafter hervor. An größeren Vorträgen wurden sieben ab- Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, Erbprinzessin Leopold gehalten, welche in Gemeinschaft mit dem kaufmännischen von Anhalt und Prinzessin Antoinette Anna von Anhall. Verein arrangiert waren und sich außerordentlich starken Wien, 28. Juli. Ter englischen Botschaft ist keiner- Zuspruchs zu erfreuen hatten. Im Lause des Jahres be- lei Mitteilung von einer angeblichen Reise König'----- ■ ‘ ~ ~'T'!- --- Eduards nach Marienbad zugegangen. Unwahrscheinlich sei auch eine Entrevue mit dem deutschen Kaiser am 8. September in Darmstadt, da der König aus bestimmten Gründen zu diesem Termin in London sein irrven nach einigen Wochen auf 12 000 Mk. an. Die Folge war, daß der Münchener Spender der Funde einen Orden erhielt. Nun wurde aber von anderen im Museum beschäftigten Fachleuten die teilweise Unechtheit der geschenkten Gegenstände und die Rekonstruktion der Stiele der erwähnten Steinbeile zweifelsfrei festgestellt. Als darauf nach einiger Zeit der betreffende Kommerzienrat wieder eine größere Schenkung, Rekonstruktion von Pfahlbauten, in Aussicht stellte, wurde diese von einem anderen Professor mit dem Bemerken abgelehnt, wenn diese Funde ebenso „echt" wären wie die früheren, so werde dafür bestens gedankt. Der Betreffende sandte daraus ein Schreiben, in welchem er für sich jede Schuld oder Täuschung in Abrede stellte, da er ja den Professor Lepsins von dem Sachverhalt der teilweisen Unechtheit der Gegenstände verständigt habe. Infolge dieser Angelegenheit und ähnlicher Dinge kam es dann zu Konflikten mit einem Assistenten am Museum, die schließlich zu der Anzeige gegen Lepsius führten." R.B. Darmstadt, 28. Juli. Das Preisschießen des Schützenvereins in seinem neuen Heim an der Griesheimer Allee wurde heute nachmittag von S. K. H. dem Großherzog mit einem Besuch beehrt. Der Landesherr, von den Herren Oberschützenmeister Hickter, Burckardt u. A. empfangen, nahm zuerst eine eingehende Besichtigung der neuen schönen Baulichkeiten vor und zeigte ein besonderes Interesse für die neue Schießanlage, zeichnete sich auch in die Chronik des Vereins ein und ließ sich sämtliche Schützen vorstellen. Alsdann verfolgte der Großherzog trotz des Regenwetters längere Zeit mit größter Aufmerksamkeit das Tontaubenschießen. Heute Vormittag waren zur Teilnahme am Preisschießen noch viele auswärtige Schützen eingetroffen. Am Preisschießen sind bis jetzt 107 Schützen beteiligt. r. Mainz, 28. Juli. Anläßlich der gestern im Dome stattgehabten Trau er fei er für den Papst hat der Großherzog vom Jagdschloß Wolfsgarten aus folgendes Telegramm an den Bischof Dr. Brück gerichtet: „Eurer Bischöflichen Hochwürden spreche ich anläßlich der heutigen Feier meine herzliche Teilnahme an der Trauer aus, in welche die Katholiken meines Landes durch das Hinscheiden seiner Heiligkeit des Papstes versetzt sind." Von dieser Beileidskundgebung hat der Bischof der Nuntiatur Kenntnis gegeben. fc. Frankfurt a. M., 28. Juli. Die hiesige sozialdemokratische Parteileitung hat beschlossen, bei der bevorstehenden Wahl zum preußischen Abgeordnetenhaus „mit Rücksicht auf das schofle Verhalten der Freisinndemokraten bei der Reichstagswahl" selbständig vorzugehen und die Genossen Dr. Quarck und Wilhelm Schmidt als Kandidaten aufzustellen. (Das „schofle Verhalten der Frei- finndemokraten" bestand darin, daß sie den Sozialdemokraten beinahe das Reichstagsmandat entrissen hätten.) Fulda, 28. Juli. Im Laufe des Sonntags ist es zu wiederholten Ausschreitungen der beim Kanalbau beschäftigten Italiener gekommen. Sie begingen verschiedene gjrobe Gewalttätigkeiten in Wirtschaften und auf der Straße; es kam zu Steinwürfen, Schüssen und zu Schlägereien oer Italiener untereinander. Zwischen Italienern und einem Wirt entstand gestern abend ein Streit, der mit der Hinausweisung der Italiener aus der Wirtschaft endigte. Diese warfen mit großen Steinen die Tür und die Fenster ein und zertrümmerten die Gaslampen. Gegen 9 Uhr gab ein Italiener aus einem Revolver vier Schüsse auf einen streitenden Kollegen in der Friedrichstraße ab. Ein Post- hilssbote wurde dabei in den Brustranzen getroffen, aber selbst nicht verletzt. Des Weges daherkommende Artilleristen überwältigten den Täter durch mehrere Säbelhiebe über den Kopf. In der Brauhausstraße gab es gleichfalls gestern abend Streit.unter italienischen Kanalarbeitern. Militär und Schutzleute durchstreiften die Stadt. Die Italiener verursachten, noch in verschiedenen Gegenden (der Stadt Schlägereien. Eine Wirtschaft wurde durch Steinwürse arg zugerichtet. Es sollte der Belag erun gszustand üb er die Stadt verhängt werden. Durch den Einspruch des' Oberbürgermeisters Dr. Antoni ist sie indessen noch glück- vermieden worden. Der hiesige Landrat hatte die Verfügung bereits erlassen, abends sollte die offtzielle Bekanntmachung erfolgen. Oberbürgermeister Dr. Antoni wandte !sich jedoch an die Regierung nach Kassel, die sofort den Landrat anwies, die Bekanntmachung zu unterlassen. In der Stadt herrschte über das Vorgehen des Landrats große Aufregung. Marr findet die Absicht des Landrats um so unbegreiflicher, als gar keine Veranlassung dazu da war, denn die Exzesse der italienischen Arbeiter beschränkten sich aus einige Schlägereien. Von Kassel ist als Vertreter der Regierung Geheimrat Meyer nach Fulda gekommen. Wie weiter berichtet wird, war Schutzmannschaft aus Frankfurt beordert worden, die auch schon unterwegs war, aber auf Ersuchen des hiesigen Magistrats auf einer Zwischenstation angehalten wurde und nach Frankfurt zurückkehrte. Das hiesige Militär war, es liegt hier das 47. Kurt)ess. Artillerie- !Regiment, ebenfalls schon zum Eingreifen bereit gestellt worden. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Frankfurt sprang ein 68 Jahre alter Mann in den Main und ertrank. Er hatte einen Paß in der Tasche, der auf den Namen Joh. Margreiter aus Tirol lautete. Ein unbekanntes, etwa 16 Jahre altes Mädchen sprang ebenfalls in Frankfurt in den Main und ertrank. — Tie Leiche des bei der Mainzer Regatta auf so bedauerlicherweise ums Leben gekommenen Mitgliedes der „Amicitia", August Freier ist in Bingen geländet worden. — In der Nähe von Gins heim wurden zwei aneinander gebundene Leichen geländet. Es dürfte ein Liebespaar sein, das gemeinschaftlich den Tod in den Wellen des Rheins gesucht hat. Tie Leichen lagen schon längere Zeit im Wasser. — Einer, dem es pressiert, ist ein Hausbesitzer in Darmstadt in der -Erbacherstraße, der dieser Tage im „Darmst. Tagblatt" seine Beletage „per sofort, event. früher" zru Vermietung ausschrieb. Mittlerweile hat sich der Mann etwas beruhigt, denn in den späteren Nummern hat er den famosen Zusatz „eventuell früher" weggelassen. — Der Direktor der Reichsbankstelle zu Karlsruhe, Belrng, rst als Direktor der Reichsbank-^auptstelle nach Frankfurt am Main als Nachfolger des Geheimrats Forstmann versetzt worden. Gcrichtssaal. I. G i e ß e n , 24. Juli. Strafkammer. Den breitesten Raunr der gestern den ganzen Tag andauernden ^trafkammer- sitzung nahm die Verhandlung gegen den praktischen Arzt M’. med. Julius B. in H. ein, welcher unter der Anklage stand, daß er im Oktober 1902 die Ehesrau des Schleifers Enranuel Lehmann infolge Fahrlässigkeit an der Gesundheit beschädigt habe, indem er bei ihrer ärztlichen Behandlung diejenige Sorgfalt außer acht ließ, zu der er vermöge seines Berufes verpflichtet war. (§ 230 Abs. 2 Str.-G.-B.). Im Zeugenraum hatten Platz genommen 13 Zeugen und drei Sachverständige, Prof. Tr. Pfannenstiel, Direktor der hiesigen Frauenklinik, Medizinalrat Dr. Haberkorn und Universitätsprofessor Dr. Wallher. Der Angeklagte gab an, in Gießen, Marburg und Leipzig Medizin, speziell auch Geburtshilfe, studiert zu haben, seit 26 Jahren approbierter Artt zu sein und seit 16 Jahren m H. zu praktizieren. — Der Sachverhalt ist kurz folgender: Ter Angeklagte war zu einer Wöchnerin gerufen worden, da es sich um einen schwereren Fall handele. Er hat jedoch nicht intern einbegriffen, sondern Abwarten empfohlen, da man den Gang der Natur allein überlassen müsse. Dasselbe Verhallen hat er während zweier Tage bei verschiedenen Besuchen, zu denen er dringend gebeten wurde, beibehalten, indessen die Qualen der Patientin immer unerträglicher wurden. Am dritten Tage ward von der Familie ein zweiter Arzt zugezogen, welcher durch einen schnellen Eingriff unter Narkose die Frau erlöste. In der Folge mußte sie jedoch noch eine zweimonatige schwere Entzündungserkrankung durchmachen. — Die Zeugen bekunden den Vorgang übereinstimmend, insbesondere, daß der Angeklagte in diesem Falle stets Warten an- geordnet habe, und daß in einigen anderen Fällen Wöchnerinnen, welche er in ähnlicher Weise behandelt habe, gestorben seien. Er habe diesmal sogar seinem Unmut darüber Ausdruck gegeben, daß ein zweiter Arzt hinzugezogen worden sei. — Die Sachverständigen faßten ihr ausführliches Gutachten übereinstimmend dahin zusammen: Es habe sich um eine Querlage gehandelt, der zufolge eine durch ärztlichen Eingriff herbeizuführende Wendung in dem Stadium, in welchem der Angeklagte die Frau behandelte, unbedingt erforderlich geworden wäre. Außerdem habe er durch falsche Behandlung trotz Mahnung der Hebamme eine Fäulnis erregt oder beschleunigt, welche mit großer Wahrscheinlichkeit, jedoch nicht mit absoluter Bestimmtheit, die spätere Entzündungserkrankung der Frau herbeigeführt habe. Der Angeklagte, welcher ungenügende geburtshilfliche Kenntnisse besitze, habe sich eine Reihe von Kunstfehlern, welche bei einem Arzte keinesfalls hätten vorkommen dürfen, zu Schulden kommen lassen, welche, abgesehen von dem Tode des Kindes, die Patientin in Lebensgefahr gebracht und zur Duldung von erheblich größeren Schmerzen verurteilt hätten, als sie bei kunstgerechter Behandlung gewesen wären. — Das Urteil führte aus, daß der Kausalzusammenhang zwischen der späteren Krankheit der Frau mit der Behandlungsweise des Angeklagten zwar sehr wahrscheinlich, jedoch nicht erwiesen seh daß somit als dem Angeklagten zuzurechnende Gesundheitsbeschädigung der Frau nur in Frage komme das Mehr an Schmerzen und Ängst, welches sie durch die Behandlung des Arztes erlitten habe, was durch die Gutachten unzweifelhaft feststeht. Fahrlässigkeit werde darin erblickt, daß er, falls ihm bessere medizinische Kenntnisse zur Verfügung standen, diese aus Unachtsamkeit nicht angewendet habe, ober, was zu Gunsten des Angeklagten anzunehmen sei, daß er die Kenntnisse zwar nicht besessen, sie sich jedoch, wenn anders er feinen Berus habe ausüben wollen, hätte durch Studium verschaffen oder durch alsbaldige Zuziehung eines zweiten Arztes ergänzen müssen. Aus diesen Gründen komme das Gericht zu einer Verurteilung des Angeklagten zu dreihundert Mark Geldstrafe, event. 30 Tagen Gefängnis, zur Zuerkennung einer beantragten Buße als Schmerzensgeld für die Frau in Höhe von achtzig Mark und zur Belastung des Angeklagten mit sämtlichen Kosten des Verfahrens. — Den weiteren Gegenstand der Verhandlung blldeten zwei Sittlichkeitsverbrechen. Tas einemal handelt es sich um einen wegen desselben Delikts bereits zweimal erheblich vorbestraften, verheirateten Taglöhner Johannes W. von Friedberg, der Vater von sechs Kindern ist; er wurde diesmal zu zwei Jahren Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre verurteilt. Der andere Fall betrifft den 15 Jahre allen Küferlehrling Bernhard K. aus Büdmgen, welcher sich an einem zweieinhalbjährigen Mädchen vergangen hat. Der noch so jugendliche Angeklagte hat nach Angabe seines als Zeugen erschienenen Lehrers bereits eine traurige Vergangenheit hinter sich. Wegen Mangels sittlicher Reife nicht konfirmiert, kam er in Zwangserziehung in eine Familie und später in das Rauhe Haus nach Hamburg; überall brannte er durch, um feinen Leidenschaften, Trinken und Rauchen, als unreifer Knabe ungestört fröhnen zu können. Bereits wegen Diebstahls vorbestraft, erhielt er heute wieder eine Gefängnisstrafe von acht Monaten, von welchen ein Monat als durch die erlittene Untersuchungshaft verbüßt in Abzug gebracht wurde. — Dem Wilhelm A. von Eibelshausen war zur Last gelegt, daß er in einer Kantine bei Bermuts- hain in Gemeinschaft mit einem anderen Beschuldigten, der jedoch flüchtig ist, ohne jede Veranlassung in der Nacht über den zu Bett liegenden Arbeiter Schneidweiler herftel und ihn mit dem Meffer uno den Füßen bearbeitete. Der Angeklagte giebt an, nichts davon zu wissen, da er stark betrunken gewesen sei. Die Beweisaufnahme hat jedoch obigen Tatbestand ergeben. Das Urteil lautete auf neun Monate Gefängnis unter Anrechnung eines Monats erlittener Untersuchungshaft. — Den Schluß der Straskammersitzung bildete eine Privatklage in der Berufungsinstanz, welche auf Antrag vertagt wurde. Reichsgerichtsbriefe. (Nachdruck verboten.) Der Raubmörder Detrois vorm Reichsgericht. B. S. Leipzig, 28. Juli. Das Schwurgericht Mainz verurteilte bekanntlich am 18. Juni den Schreiner Magnus Anton Detrois wegen Mordes und Raubes zum Tode.' Heute hatte sich mm der Ferienstraffenat mit Revision des jugendlichen Verbrechers zu befassen, die auf drei prozessuale Beschwerden gestützt wurde. Zunächst wurde unzulässige Beschränkung der Verteidigung in einem für die Entscheidung wesentlichen Punkte durch Ablehnung von einer Anzahl Beweisanträgen gerügt, die in dem Vorverfahren bereits abgelehnt worden waren, ohne daß der Angeklagte in der Hauptverhandlung darauf zurückgekommen wäre. In zweiter Linie fühlte sich der Angeklagte dadurch beschwert, daß der Kreisarzt Dr. Scheffer, der als Sachverständiger vernommen wurde, einfach auf den generell geleisteten Sachverständigeneid hingewiesen wurde. Tarin wurde ein Fall der nicht vorschriftsmäßigen Beeidung erblickt. Ausweislich der Akten hat nun Dr. Scheffer im Jahre 1893 bereits als er noch Kreisaffistenzarzt war, den Diensteid abgelegt. Endlich aber, und das ist die dritte Rüge, habe Dr. Scheffer im Anschluß an die Abgabe seines Gutachtens auch aus dem Rahmen eines solchen heraustretende Zeugenangaben gemacht, die doch keinesfalls auch durch den Diensteid gedeckt werden könnten. So habe er z. B. außer über den Befund der Leiche auch persönliche Wahrnehmungen geschildert, wie er z. B. die Leiche im Keller gefunden, daß sich Schleifspuren vorgefunden hätten rc. Das hierfür allein maßgebende Sitzungsprotokoll läßt den Beschwerde- ührer im Stich, oa es nichts von alledem schildert. Der Reichsanwalt führte hierüber noch aus, die Ablehnung des Beweisantrages durch den Vorsitzenden vor der Hauptverhandlung könnte die Revision nicht stützen, da ja der Angeklagte ihn in der Hauptverhandlung jederzeit hätte wiederholen können, was er aber nicht getan hat. Was die anderen Beschwerden anlangt, so ist der hes- ische Kreisarzt Beamter, als solcher hat Dr. Scheffer s. Z. den Eid geleistet und damit fft es genugauch hat er seine Angaben nicht als Zeuge, sondern als Sachverständigen-Zeuge gemacht. Der Ferienstrafsenat schloß sich diesen Erwägungen an und erkannte auf kostenpflichtige Verw ersung der Revision des Ange- klagten, dessen Verutteilung zum Tode somit rechtskräftig wird. Vermischtes. • Berlin, 28. Juli. Nach Unterschlagungen in Höhe von 3000 Nck. hat sich der Kassierer des Verbandes der Tapezierer, Leo Schmidt, selbst der Polizei gestellt. * Thorn, 28. Juli. Auf der Weichsel ist eine neue Hochwasserschwelle im Anzuge. Bei Warschau ist der Strom um anderthalb f^Meter, hier von 0,90 auf 3,90 Meter gestiegen, wodurch die Holflößerei unterbrochen ist. Hamburg, 28. Juli. Drei Lumpensammler tranken eine aus einem Schuttabladeplatz gefundene Flasche, in der sie Portwein vermuteten, aus, und starben nach wenigen Stunden. Die Art des Giftes ist noch nicht festgestellt. * Wien, 28. Juli. Der Hochstapler Manolescu wurde gestern von Innsbruck dem Wiener Landesgericht ein- geliefert. * Der Bankier Sternberg hat sich nunmehr dauernd in Paris niedergelassen, und beabsichtigt, nach Berlin nicht mehr zurückzukehren. Die Verurteilung wegen der bekannten Sittenaffäre bezeichnet Sternberg als ein „Attentat gegen sein Leben"; nicht er sei der Verführer, sondern der Verführte gewesen. Zurzeit sind die Vertreter Sternbergs damit beschäftigt, den in Berlin delegenen Sternberg'schen Grundbesitz vorteilhaft zu veräußern. Dieser Besitz umfaßt insgesamt 14 Grundstücke und wird auf rund 35 Millionen Mark bewertet. Kunst und Wissenschaft. Kopenhagen, 28. Juli. Die Dänische Grönlandsexpedition hat im vorigen Monat den nördlichsten Bestimm- ungsort 16 Meilen nördlich vom Cap Pott erreicht. Der Zeichner Gras Moltke ist während der Reise bedenklich ettrankt. Die pedition beabsichtigt im Oktober zurückzukehren. Gingesandt. Gießen, 29. Juli. Das gestrige Eingesandt, betreffend das Befahren des Prome»- nadenweges mit Kinder- und Sportwagen trifft den Nagel auf den Kopf. Dieselbe Ansicht wurde auch in der letzten Generalversammlung des Verschönerungs-Vereins über den Gegenstand vom Einsender dieser Zeilen geäußert. Schon aus gesundheitlichen Rücksichten für die Kinder sollte man das Befahren dieser Art auf allen Promenadenwegen, besonders im Walde, zulassen, umsomehr als Bedenken hiergegen nicht in dem Maße vorliegen wie z. B. gegen das Radfahren. Ist doch das Befahren der Bürgersteige mit Kinderwagen in den meisten Städten gestattet. In der verkehrsreichen Millionenstadt Berlin sogar kann man hierzu seine polizeiliche Erlaubnis haben, wenn der Arzt bescheinigt, daß einem Kinde die Fahrt in freier Luft nötig ist. Dem Einsender der öffentlichen Anregung zu dieser Maßregel ist nur bestens zu empfehlen, in die Versammlungen des Verschönerungs-Vereins zu kommen, da er ja Mitglied desselben ist, und dort zum allgemeinen Besten zu wirken, indem er seine Wünsche vorbringt. P. Neue >le Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Trier, 29. Juli. Bischof Ko rum hielt auf einer Firmungsreise in Neunkirchen im katholischen Männerverein eine Ansprache, in der er im Hinblick auf den Schulftreit sagte: Ich bedauere, daß wir Bürger desselben Landes uns nicht verstehen, daß wir Katholik enderFreiheit beraubt werden, und man verlangt, daß wir die Ketten küssen. Wir sollten nicht mehr das Recht haben, unsere Kinder in voller Freiheit in unserer Religion zu erziehen. Wir sollten schweigen, wenn wir zusehen müssen, wie schon in die Seelen unserer Kinjder Gift geträufelt wird. (?) Leipzig, 29. Juli. Nach einer Mitteilung der sozialdemokratischen „Leipz. Volksztg." wird der bei der Reichstagswahl durchgefallene Professor Hasse in Dessau an Stelle Rösicke's als Kandidat aufgestellt. Lübeck, 29. Juli. Auf dem Dieksee in der Nähe von Gremsmühlen ist Frau Dr. Schwartz aus Bremen bei 'einer Ruderpartie ertrunken.' Madrid, 29. Juli. Ein außerordentlicher Kredit von 4 Millionen nnrrde für Marinezwecke eingestellt. Hiervon entfallen 2 Millionen auf den Ausbau des Geschwaders. Rom, 9. Juli. Ernste M ei nun gs-Diff er en zen sind unter den italienischen Sozialisten ausgebrochen. Sie haben sich in die Lager der Jntransigeanten und Reformierten geteilt. Tie römischen Sozialisten, die überwiegend intransigeant sind, haben den Führer der Reformisten, Turat, aus der Partei ausgeschlossen. Budapest, 27. Juli. Bei dem Manöver-Unglück bei Bilek sind, wie nachträglich bekannt wird, im Ganzen 23 Soldaten den Hitzschlägen zum Opfer gefallen. Newyork, 29. Juli. Wie aus Washington gemeldet wird, beabstchttgt Präsident Roosevelt im Falle seiner Wiederwahl eine Reise nach Europa zu unternehmen speziell zum Besuch des König Eduard und des französischen Präsidenten. Telephonischer Kursbericht* Frankfurt a. Si.e 29. Juli 1903. 372% Reiohsanleihe . . 102.40 3% do. ... 91.05 3V,% Konsole .... 102.00 3% do......91.10 372% Hessen .... 101.00 37,96 Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . . 102.80 4l/6% Oesterr. Silberrente 100.80 4% Ungar. Goldrente . . 101.70 4% Italien. Rente . . . 103.20 47,-6 Portugiesen . . . 49.10 8% Portugiesen 31.00 1% 0. Türken .... 34.50 Türkenlose 132.00 4% Orieoh. Monopol.-Anl. 44.20 47,96 äussere Argentiner 41.00 3% Mexikaner .... 27.00 4%% Chinesen .... 92.40 Electric. Schuckert . . . 90.20 Nordd. Lloyd . . . . 98.10 Kreditaktien 208.60 Diskonto-Kommandit. . . 187.30 Darmstädter Bank . . . 135.70 Dresdener Bank .... 147.15 Berliner Handelsges. . . 154.50 Oesterr. Staatsbahn . . , 143.50 Lombarden 17.40 Gotthardbahn . . . . , 191.20 Laurahütte 218.50 Bochum . ..... 180.00 Harpener 181.70 Tendenz: ruhig*. auszeichnungen, 4827 Ereilter & Co., Giessen ~ liefert schnell, sauber und billig " Kautschnkstempel mit poröser Gummischwammunterlage, Signirstempel zum Zeichnen von Kisten, Ballen etc., Metallstempel graviert in Stahl und Messing', für alle Behörden u. Private, I£ruckapparate mit Stempelfarbe „Stabil“ zu Waren- und Preis- Tür- und. Firmen-Schilder in Emaille und Metall in allen Grössen. Stempelfarben und Utensilien. Braver Bursche Vergebung. Th- mnkel- Kreuzplatz 6. 03570] 2-Zimmerw. m. Kammer neuherger. 5-Zimmerw. zu verm. 5692 re. re. werden 5369 gereinigt und repariert. Du verknusen StrUcii'-UH'ludjr linuf-03ernd)v Bu vermieten Äorschiedeues JNKA-Sei/e ist die Beste! Himbeersaft, Jngwerbier, Brause- bonbonS, 5Og|or schöne 3-Zimmer-Wohnung^ per 1. August au vermieten, 2. eiotf. 5530) Näheres Hinterhaus. zu verm. 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