9?i% 280 Viertes Blatt. 163. Jahrgang Samstag 28. November 1903 Srlchetn« ESgltch «gr* ® monalUch7bPl., viertel' auver SonnlagS. d V fährüch Ml. 2L0. durch Dem (Lietzener Anzeiger JTJ& - A y*\ K A y^. AA pH A A ySk A yts. yA A Abhole. a. ZweigsleÜep werden im Wechsel mit M «IA jCk 43L«|^ jA AA VB jw H A \ monatlich 65 Bl., durch dem hessischen Landwirt lM| MM l>|T HV d.eBouMl bie Gießener Kamillen. M M Ml W SF MIF W W üjF W H gjj || yC MyF W M W |äbrl auLlchl Besiellg. TSÄÄrtrIlr lilcIIlLl ZJL 111 IC 111 IC 1 »ä RvialtonSdruck u. Ver> W K*j g?8 Egfcf 1b3^ El ->tS vormUiagS 10 Uhr. lag de, B r ü h l'schen te- W ^F *M V ” V M V W i etlenprrts. total 12 W äää kf General-Ameiaer v Redaktion. LxpedMoa X/VltV* w* den polü. ont. aÜgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW ärnnpr.LwufiWr 51________ « '________________________ ** ^qentett- t,an,*ect Aerztliche Aerträgsverhältniffe. In dem „Korrefpondenzblatt für die ärztlichen Vereine des Gro ßher zogtums Hessen" lesen wir: In dem Aufruf des ärztlichen Landesvereins an die hessischen Aerzte, zur Gründung eines Schutz.- und Trutzbündnisses, ist zunächst nur von den Krankenkassen die Rede; wir wollen im nachfolgenden zeigen, wie notwendig es ist, auch noch aus andere Vertrags- Verhältnisse zu achten und diese gleichzeitig der so sehr bedürftigen Revifion zu unterziehen. Im Jahre 1897 wurde folgender Vertrag zwischen dem Ortsvorstand der Gemeinde Lampertheim, namens der letzten einerseits und den Aerzten A und B. und C. an- bererjeits geschlossen: § 1. Herrn Dr. L., der seinen Wohnsitz in Lampertheim fjat, übernimmt die unentgeltliche Behandlung aller Ortsarmen und Dienst boten, soweit solche sich der Wohltat einer Krankenkasse nicht zu erfreuen haben, resp. leine Mitgliedschaft irgend einer Kran kenver sich er un gs kasse besitzen. 8 2. Dem Ortsvorstand bleibt es in Streitfällen überlassen zu bestimmen, ob die behandelte Person arm und folglich unentgeltlich zu behandeln oder ob dieselbe zu ben Zahlungsfähigen zu rechnen ist. § 3. Herr Dr. L. übernimmt die Verpflichtung, seiner LUswärtigenärztlichenPraxisvollständigzu entsagen und nur den gemeindeangehörigen Personen; einerlei an welchem Platze dieselben innerhalb der Ge- Lmrtung *’) wohnen oder sich aushalten, sofort aus verlangen zu jeder Zeit jede erwün.chl werdende ärztliche Hilfe nach bestem Wissen und Wellen angedeihen zu lassen. § 4. Im Falle seiner Verhinderung, sei es durch Krank- heitheit oder daß sich derselbe nach auswärtigen, nicht zur Gemarkung gehörigen Plätzen begibt oder in sonstiger Weise den hiesigen Wohnplatz verlädt, hat derselbe der Grogh. Bürgermeisterei dahier sowohl als auch seinen .Kollegen, den beiden andern Gemeindeär^ten, hiervon Kenntnis zu geben und dafür zu sorgen, daß alle Zeit mindestens ein Arzt in der Gemeinde anwesend ist, über» Haupt seine ärztliche Praxis so einzurichten, daß Klagen und Besä, werd en seitens der Ortsange- borigen vermieden werden. tz 5. Wird die Hilfe, das Gutachten oder die Assistenz )>es Herrn Dr. X. von der Großh. Bürgermeisterei L. als Ortspolizeibehörde oder sonst infolge Verfügung emer Behörde requiriert, so hat er solcher R e q u i s r t i o n s ch l e u- Migst und ohne Rücksicht aus sonstige Geschäfte zu entsprechen; hiersür erwächst ihm aber lemesjalls ein besonderer Anspruch an die Gemeinde L., da seine dessalljigen Bemühungen durch das unter § 8 suipulierte Honorar gegenüber der Gemeinde L. als salariert z,u betrachten sind. Tie gesetzlichen Ansprüche des Herrn Dr. X. an irgend *) zur Gemarkung L. gehören Neuschloß und Hüt- ienseld mit etwa 300 Einwohnern und einer En t s e r n un g dis zu 9 Kilometer. jemand sonst aus derartigen Geschäften sollen natürlich durchaus nicht derogiert werden. § 6. Für verlangte und ausgeführte ärztliche Besuche hat Herr Dr. X. pro Besuch inkl. Ordination*) nicht mehr als 1 Mark (eine M ark) zu beanspruchen, gleichviel ob solche bei Tage oder bei Nacht erfolgen. Operationen unterliegen der gesetzlichen Taxe. § 7. Herr Dr. X. hat am 1. April und 1. Oktober jeden Jahres ein Verzeichnis der von ihm im abgelaufenen Halbjahr behandelten Personen, welche als ortsarm zu betrachten sind oder von denen er eine Bezahlung nicht erlangen konnte, an die Großh. Bürgermeisterei einzureichen. § 8. Die Gemeinde L. bezahlt an Herrn Dr. X. für Ausübung der ärztlichen Armen-Praxis, gegen Erfüllung der übrigen im gegenwärtigen Vertrag niedergelegten Bedingungen, ein jährliches Honorar (?) von 500 Mark, schreibe fünfhundert Mark, aus der Ge- meindekasje, welche auf Verlangen in vierteljährlichen oder monatlichen Raten gezahlt werden. * 9. Dieser in Tuplo ausgeferägle Vertrag, wovon für jeden kontrahierten Teil ein Exemplar ausgeferligt ist, beginnt mit dem 1. 7. 97 und kann von beiden Teilen zu jederZeit ohnevorherigeKundigungauj- gelöst werden. Zur weiteren Pathogenese ist zu bemerken: Im Jahr 1900 schied ein Arzt durch Wegzug aus. Tie für diesen Arzt ausgeworfenen 500 Marr strich seitdem Oie Gemeindeverwaltung ein. Warum? Die Arbeit war doch für 2 Aerzte noch die gleiche, die Einwohnerzahl nimmt stetig zu! Es scheint wohl das Honorar (?) zu hoch bemessen gewesen! Motiviert wurde es nicht! Im September d. I. schied der 2. Arzt wegen Kranrheit aus uno ein anderer übernahm dessen Praxis. Im Oktober stellte dieser an den Gemeinderat das nur zu berechtigte Verlangen auch ihm die 500 Mark seines Vorgängers zu bewilligen. Gleichzeitig forderten beide jetzigen Aerzre zu- jamnien die dritreu, seit 1900 sequestierren, 500 Mark zu gleichen Teilen für sich. Für jeben mit nur wenig Gerechtigkeitsjinn ausgeieatteteu, em selbsiver,ländliches Recht. Daraushin beschließt der Gemeinderat, den jüngst zugezogenen überhaupt nicht anzustellen, auch dem andern Arzt die ihm noch zusieyende Hülste der dritten 500 Mk. zu verjagen und eine neue Gemeindearztstelle auszu- j dir eiben. , r , . Jedenfalls ist es Pflicht der geeinten Aerztchchaft, j eg- lichen Zuzug nach L. zu verhindern. Wir möchten auch den — Arzt wollen wir nicht sagen — sehen, der aus diesen Vertrag riugeht. Ein Vertrag, oer nur möglich war im Hinblick au, die bisherige Zersplitterung der Aerzte und oen dadurch hervorgerufenen Machtoünkel aller moglid)en berufenen und unberufenen Organe! In der ganzen iaj,en- arztlich-en Kampsiiteratur ist Ulis ein zlveirer, uhniicher Vertrag nicht bekaiiiit geworden, wenig.reiis nad) Tenor und So tiurien Aerzte nicht mehr weiter durd) Vertrüge *) d. h. für alle Bürger der Gemeinde, die nicht in Kassen sind, ohne Rücksicht auf das Einkommen und die Entjernung der Wohnuiig bis zu 9 Kilometer. gebunden und geknebelt werden! So hat man vielleicht nach den friedericianischen Kriegen alte Korporäle als Jugenderzieher vertraglich angestellt, aber doch nidjit ohne ihnen die zuständigen „Praerogatifs" zu fidjern. War- haben geglaubt, diesen Vertrag mit seiner ihm anhaftenden schier unglaublichen Auslegung veröffentlichen zu müssen, gerade im jetzigen Moment, als ein Dokument ärztlicher Langmut auf der einen und machthaberischer Ausnutzung auf der anderen Seite. Jetzt ist es P, licht der Gesamtheit, den Bedrängten bei. zuspringen und der Gemeindeverwaltung von L. dus nötige Verständnis beizubringen versuchen, soweit es geht, für den schönen Vers aus dem Bud>e Jesus Sirach, Kap. 38: „Ehre den Arzt mit gebührender Achtung, daß Du ihn habest zur Not!" Aus Stadl und Land. Gießen, den 28. 9!ovember 1903. **Sch. Zum Advent. Wenn das Jahr sich zu Ende neigt, wenn die von all dem Blühen und Reifen müde Natur sick) zum Wiiiterschlaf anschickt, setzt mit dem 1. Adventssonntag das neue Kirck-enjahr ein und weckt mit seinen jestlichen Liedern vom Reiche Gottes und seinem König Jesus, dem Präludium, das dem Festesjubel der Weihnack)! vorangeht, ein tief innerliches und froh gesck)äftiges^ganz eigenartiges Leben bei jung und alt. So trat einst, das Ehristentum in eine müde, an dem Glanz ihrer Kultur über- sätligie, an ihren Göllern irre gewordene, an ihrer Weisheit verzweifelnde, nad) Wahrheit und Gewißheit, nach starken Lebenszielen und Frieden dürstende Welt, und erschloß ihr neue Quellen des Lebens, der Hoffnung,und der Freude. Wie ein befruastenüer Strom zieht es sick) seitdem durch die Menschheitsgeschichte Hindura); an seinen Ufern sprießen Gesittung und Bildung, Gerechtigkeit und Vtenschlichkeit. Manchmal stürzt er sich in wilden Sturzwellen drohend über Felsen dahin, wiederum scheint er zu Zeiten zu stagnieren oder zu versanden. Aber immer wieder gewann er aus seinen tiefen Quellen die alte unverfigbare Lebenskraft. Lv schlingt sich durch das bürgertia)e Jahr hindurch das Kirchenjahr mll seiner ftohen Botschaft von Jesu, dem ewigen Lebensquell, und von dem tiefen, liebevollen Er- ziehungsgedankell unseres himnikifd)en Vaters. Es deutet uns bannt den Sinn des Lebens, es tuöstet uns im Leid, es weist aus dem unruhigen Vielerlei des Erdenlebens auf das Eine, was Not ifv, bamit wir Menschen werden nach Gottes Bilde, es mahnt zur Pflege des inneren Lebens, und richtet in der Welt des Eigeiinutzes das Panier der Liebe auf. Möchte doch seine gute Botschaft unter uns gehört werden. Mit seinen überlieferten Sitten und Bräuchen mutet es vielleiast manchen etwas fremdartig an. Aber auch von ihm gilt: ^Verdirb es nickch es ist ein Segen darin." ** Es geht aus Weihnachten! Nun ist's nicht mehr allzuferu von dem großen d)ristlichen Liebesfeste; immer ra.cher vergehen die Tage und Wock)en, und ehe man sich's versieht, wird Wechnc.chten da [ein. Es ist jetzt die Zeit jener freundlichen und so gern ganz heimlich wirkenden Gesck)ästigkeit, die einem lieben Menschen eine sreudiae Weihnacytsuberraschung bereiten will. Das Selbst- Feuilleton. „Ultimo". Novelle von Friedrich Spielhagen. Illustriert von C. H. Knechler. (Verlag von Carl Krabbe, Stuttgart.) Elegant und anspreck)eud sind alle Gaben, welche Carl Krabbe's Verlag uns bietet, davon gibt auch diese Novelle Friedrick) Spielhagen's wieder überaus an- aeuehme Kunde. Die Novelle ist in all ihrem Spannungs- reü in der Kraft und Feinheit der Charakteristik eine der vortrefflichsten Erzählungen des beliebten Autors. Die feinen Illustrationen C. h. Knechlers geben den wichtigsten Hauptmomenten der durchweg sesselriden Handlung noch das künstlerisch Plastische Relief. Ein Tagebuch Kais er Wilhelms II. 1888—1902 nach Hof- und anderen Berichten von E. Schroder. 4o2 Seiten g,r. Oktav. Eleg. geh. 4 Mk. (Schle,ische Buch'- druckerei, Kunst- und Verlagsaustalt in Breslau.) Kaiser Wilhelm II. erscheint hier in diesem Tagebuch — Das er in seinen Ansprachen, Erlassen, Telegrammen, Briefen und mündlichen Aussprüchen als einen Teil seiner Lebens- und Regieruugsgesdiichte gleichsam sich selber ge- iidirieben hat, mit ehernem Griffel als der Herrscher, der die Krone als ein ihm von Gottes Gnaden überkommenes Kleinod und, ein echter Hoheuzoller der die Er- HÜliung seiner Pflichten gegen das Vaterland als den Glänzendsten Stein in seiner Krone ansieht. Tas Staats- lteben mit seinen vielverzweigten Aesten umfaßt fein Geist, mir wissen es alle, mit Eifer und Feuer. Zu beziehen Sst dieses Tagebuch durch alle Buchhandlungen. — Von dem Leserkreise der Grabeinjchen Stu- Lenten-Romane erwartet und, nun das Ganze ab- zchlietzend, ein Festgeschenk für die kommenden Weihuachts- gaae, präsentiert sich der 3. (Schluß-) Band der Sammlung Vivat A e ad e m i a!" „I m W e ch s e l d e r Z e i t." M- mau von Paul Grabein. Berlin, Rich. Bong. Preis 2 Mk. __ Ein moderner Konflikt ist es, in den Hellmrich „Im Wechsel der Zeit" hineingestellt wird. Er, der Mann der Wissenfchast, lieht sich einem Vorgesetzten gegenüber, einer Autorität auf dem Gebiete der Medizin, der die hohe Mmmlijche Göttin zu einer melkenden Kuh herabgesunken W Ter materielle Zug bemächtigt sich dieses Gelehrten Werndt, und vo:i ihm beherrscht scheut der Profenor nicht Davor zurück, Leben und Gesundheit seiner Mitmenschen Dem eigenen Ruhm und Vorteil zu hebe auf das Spiel zu setzen. Und wie tzellmr^ch loarnend ihm vorgehalten, bricht das Verhängnis herein. Ter gewissenhafte, mit seiner eigenen Entdeckung in den Hintergrund gedrängte jugendliche Forjcher, dessen Liebesglück der einstige Freund seiner Jugend, der ihm die Braut stahl, aufs neue antast^ erlangt in selbstloser Arbeit Glück und Frieden wieo^, während das Kartenhaus des Ruhmes, das Berndt sich für wenige Wod),en errichtet, ebenso rasd) zusammenbricht, wie Simmerts glänzende Karriere, die diesem Streber die auf Sck)l eich wegen erlangte Protektion so freundschaftlich eröffnet hat. Tie große Szene der sck)ließlichen Abrechnung zwischen Hellnirich und Simmert — in der sich zwei Lebensauffassungen — ehrliches Wollen und Können — und hinterlistige Streberei — einander gegenüberstehen, ist von dramatischer Wirkung. Ein von gesunder Moral erfülltes Buck), das seinen Beruf, den Zeitgenossen den Spiegel vor die Seele zu halten, erfüllen dürste. ZweiterVortrag über Babel undBibelvm Friedrich Delitzsch. Mit 20 Abbildungen. Geheftet 2 Mk. Stuttgart, Deutjche Verlags-Anstalt. — In höherem Grade als der erste hat dieser zweite Vortrag über ben engen Zusammenhang der biblischen Ueberlieferung mit der babylonisd)en Kultur, den der berühmte Assyriologe im Beisein des Kaiserpaares vor der Deutschen Orientgesell- schajt gehalten hat, die Geister erregt. Im Gegensatz zu den zum Teil leidenschaftlichen Erörterungen seiner Gegner steht die leidensdiaftslose Ruhe, mit der Delitzsch in diesem Vortrage an der Hand der Denkmäler und der Keilschrifttexte das Material überzeugeiider Tatsachen vorführt, aus die sich seine zwingerwe Beweisführung stützt. Wenn auch durck) seine Forsck)ungen und Nachweise, die durch die Aussiudung des großen Gesetzbuches des Königs Hammurabi eine noch festere Grundlage gewonnen haben, das althebräische Schrifttum seinen Charakter als offenbarte Schriften verliert, so bleibt dadurch seine hohe Bedeutung als einzigartiges Denkmal eines großen, bis in unsere Zeit hineinrageuden relig^nsgeschichtlichen Prozesses unberührt, und es ist darum als ein großes Verdienst der assyriologischen Wissenschaft anzucrkennen, daß es ihr schon jetzt, wo die Ausgrabungeii aus den altbabylonischen Kuilurstätten bei weitem noch mdjt ab- geschlossen sind, gelungen ist, aus zahlreiche rät,elhafte Stellen des Alten Testaments ein aulllürendes Lickst zu werfen. In den Anmertungen und in dem Schlußwort setzt sich Delitzsch mit alten und neuen Gegnern, deren Stimmen bis jetzt laut geworden sind, auseinander und gibt am Ende die versöhnende Versicherung ab, daß fein dritter (Schluß-) Vortrag über „Babel und Bibel" lehren wird, daß ihm „Erhalten und Bauen weit mehr am Herzen liegt, als Erschüttern und Abtragen wankend gewordener Pfeiler." .. , Juristisches Konversationslexikon für je* dermann. Praktisches Hand- und Nachschlagebuch für alle Fragen der Rechts- und Gesetzeskunde nebst den einschlägigen Strasbestimniungeli in gemeinverständlicher Darstellung bearbeitet und herausgegeben von Dr. Wilhelm Eugen v. Ad o l fi. Zweite, vom Landrichter Bur g- meier nach dem neuen Stand der Gesetzgebung umgearbeitete, vermehrte und verbesserte Auflage. 332 Seiten Oktav. Preis geheftet 3 Mk. Schwabacher Verlag in Stuttgart. — Ter Versajser entspricht mit seinem Werte einem latsächlichen Bedürfnis. 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Dem soeben erschienenen Stutz e n t e n v er ze ichn is ist folgendes zu entnehmen: Die Gesamtzahl der Studierenden beträgt 1154 gegen 1096 im letzten Winter und 1286 im Sommer. Außerdem sind noch 92 Hörer zugelassen. Es studieren 92 Theologie, 315 Jura, 149 Medizin und 597 Philosophie. Fr a n kfur t a. Mu, 27. Nov. In der neulichen Gesamd- sitzung des Bezirks-Eis enb ah nrates Frankfurt wurde zunächst der Antrag der Magdeburger Zichorien- sabriken aus Ermäßigung der Fracht aus Zichorienfabrikate —■ um denselben den Wettbewerb gegen die süddeutschen Fabriken zu erleichtern — abgelehnt in der Erwägung, daß der Vorsprung der letzteren wesentlich auf der Güte des Fabrikates und geeigneter Reklame beruht und nicht auf der Ungunst der Tarife. Ter Antrag der Direktion Mainz aus Gleichstellung der Zriertarise im früheren Gebiete der hessischen Lutzwigsbahn mit den allgemeinen Tarifen der preußischen Staatsbahn fand vielfachen Widerspruch von hessischen Vertretern, wurde aber gegen eine kleine Minderheit angenommen. Die Vertreter badischer und hessischer Handelskammern erhoben Widerspruch wegen der zu befürchtenden Schädigung der süddeutschen Steinsalzbergwerke Keilbronn) und der Neckarschisfahrt. Nach Befürwortung durch die Staatsbahnverwaltung wird der Ausnahmetarif nach Belgien mit 26 gegen 15 und die Gleichstellung der Frachten von Volpriehausen und Freden mit denen der Stationen des Syndikates mit allen gegen 3 Stimmen angenommen. Ein Antrag des Frhrn. Waitz v. Escheu (Kassel) auf vermehrte Einstellung von 10 Tonnen-Wagen bezw. Neubestellung von solchen an Stelle der abgenutzten (gegenüber der Tendenz, immer größere Wagen von 15 und 20 Tonnen Tragkraft allmählich einzusühren), gab Anlaß zu einer lebhaften Diskussion. Der gegenwärtige Wagenbestand der Staatsbahnverwaltung besteht in: a. gedeckten Wagen 22000 zu 10, 15 600 zu 121/2 und 42 000 zu 15 Tonnen; b. offenen Wagen 47 000 zu 10, 29 000 zu 12V2 und 71000 zu 15 Tonnen. Die Verwaltung erkennt an, daß die vermehrte Beschaffung größerer Wagen hier und da Schwierigkeiten machte, beruft sich aber daraus, daß seit kurzer Zeit von vielen Seiten darauf gedrängt werde. Die Gewährung der billigen Rohstoff-, Düngemittel- usw. Tarife hänge mit der Anschaffung der größeren Wagen zusammen. Vertreter der Ton- und B-ri- kettindustrie traten für Beibehaltung der 10-To nn en-Wag e n ein, desgleichen solche der Landwirtschaft und der chemischen Industrie. Ter Antrag wurde mit Stimmengleichheit abgelehnt. gearbeitete gilt immer noch als etwas besonderes — und mit Recht. Es braucht ja gar nicht so kunstvoll und korrekt auszu fallen, wie man's für Geld gleich fertig kaufen kann; es braucht auch keineswegs ein recht kostbarer Gegenstand zu werden, — die Hauptsache ist und bleibt doch die Liebe, die den: Vater, der Mutter oder sonst einem teueren Fa- miliengliede erzeigt werden soll. Und dann die Vorfreude hei diesem Arbeiten an Weihnachtssachen! Wenn da ein kleiner Dreikäsehoch für den Papa die erste „Zeichnung," macht , oder wenn das Töchterchen seine Ausangs-Stick- verjuche mit allem Eifer neben der größeren Scchvester betreibt, und wenn dann alle die Laubsägearbeiten, Brandmalereien, Wand-, Tisch- und Sophastickereien, alle die Schlummerrollen, Briefbeschwerer, Zeitungsmappen und Pantoffeln glücklich fertig sind, — welch ein Nichterwartenkönnen des großen BescherungstageH, wo diese gewich- fligen Tinge unter Freudenblicken überreicht werden! Es geht auf Weihnachten! Leise erst und dann immer lauter erheben sich die alten beseligenden Weiynachtsstimmen; fte reden von Licht und Freude, von Frieden und Liebe. Rian stürt es wieder: die Menschen sind doch nicht bloß dazu du, um in wilder Konkurrenz einander möglichst viel abzujagen. Tas Heilairtzswort vom Geben, das seliger sei als das Nehmen, — gerade in diesen Wochen vor Weihnachten wird es von Millionen Ehristenherzen empfunben, uni) nicht nur der eigenen Familie wird dabei gedacht, sondern auch der Armen, die selbst kein Weihnachten bereiten können. Es geht aus Weihnachten! Da vnrd das Lerz auch gegen so manchen weicher, mit dem man in Verstimmung oder Feindschaft geraten war. Weihnachtsgedanken haben schon vielen Familienzwist geschttchlet, und unter dem Chrisrbaum finden sich Hände und Herzen, auch wenn schon saft niemand mehr an eine Versöhnung dachte. Möchte auch diesmal ein neuer, frischer Zug die Herzen beleben, ein Geist der Güte und des Friedens! Möchte es iin solchem Sinne wieder recht vielen zum Bewußtsein Lcmmen: Es geht auf Weihnachten! § Butzbach, 26. Nov. Nach heftigem Sturmwinde jeuie früh stellte sich gegen 9 Uhr bedeutender Schneefall hier ein, welcher mit kurzen Unterbrechungen bis gegen abend währte und meistens von Sturm begleitet war. Las Unwetter richtete wieder manch rlei Schaden an. — Die letzte der diesjährigen Kirch weihen der Umhegend wird von heute bis Samstag in dem benachbarten Fauerbach v. d. & gefeiert. Sie fallt so spät, daß int Volksmunde der dortigen Gegend das Sprichwort sagt: „Wenn's regnet und schneit, ist die Fauerbach er Kerb nicht weit." )( Bad Nauheim, 26. Nov. Ein Ausbildungs- kurstis in der Krankenpflege findet im Laufe des Winters hier im neuen Volksschulgebäude statt. Ter Kursus verdankt seine Anregung dem Alice-Frauen-Verein. g. Alzey, 25. Nov. Der hiesige Gewerbeverein hatte auf gestern abend eine Versammlung einberusen, in welcher das Wohnungsfürsorgegesetz besprochen wurde. Ten einleitenden Vortrag hatte Landeswohnungsinspektor Gretzschel aus Darmstadt übernommen. Es wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in welcher der Wunsch ausgesprochen wird, daß die Stadtverwaltung in eine eingehende Prüfung der Frage der Besserung der Wohnungsverhältnisse eintreten möge. Jul. Bach Seltersweg Ecke Plockstrasse Jul. Bach Seltersweg Ecke Plockstrasse Vermischtes. Dresden, 26. Nov. Beim Empfang der neugewählten Landtagsabgeordneten wurde dem König Georg auch der Bankdirektor Ulrich mit den Worten: Direktor Ulrich, Vertreter des 30. ländlicher! Wahlkreises, vorgestellt. Der König fragte: „Was sind Sie für ein Direktor?" Hieraus Ulrich: Ich bin einer von den wenigen, die noch nicht sitzen. Ter König drehte sich lachend um und meinte: Also einer von der besseren Sorte. * Die Reste einer mäcytigen Nömerbrücke wurden kürzlich nach dem „Fränt. Kur." bei Klein- Krotzenburg unterhalb von Aschaffenburg bei einer Strombefahrung des Mains durch IDie Flußbaubehörde unterhalb des Wasserspiegels gefunden. Manche Pseiler- fundamente erwiesen sich als noch vollkommen gut erhalten. In den letzten Tagen hat man nun auch die Reste eines Landpseilers entdeckt. Die von der Behörde veranlaßten Nachgrabungen ergaben das Vorhandensein von acht Pseilerpsahlen von genau derselben Beschaffenheit, wie sie vorher auch gesunden worden waren. Die Länge der int September aus dem Flußbette hervorgeholten eichenen Pfeilerpfähle schwankt zwischen 75 Zentimeter und 2 Meter; meistens sind sie versehen mit etwa 35 Zentimeter langen zweilappigen, seltener dreilappigen Pfeilerpfahlschuhen. Im ganzen wurden bisher 45 vortrefflich erhaltene eichene Brüüenpfeilerpfähle ans Tageslicht gefördert. Die Römerbrücke hat wahrscheinlich auf neun Pfeilern geruht. Wann unv wie soll man Sekt tnnkcn? Diese Frage erscheint für den ersten Augenblick lächer* lich. Als ob man noch keinen Sekt getrunken hätte! Oder nicht wüßte, wie er zu trinken wäre! Und doch ist die Frage berechtigt. Denn es gibt verhältnismäßig nur sehr wenig Leute, die ihn zur rechten Zeit genießen. In der Regel kommt man auf ihn erst zurück, nachdem so viele andere, leichte und schwere Weine, vorangegangen sind. Das i st grundfalsch. Abgesehen davon, daß das Durcheinander von Wemen fast immer einen trüben Kopf hinterläßt, wird man einen richtigen Genuß von Sekt in solchen Fällen n i e haben» Den hat man nur dann, wenn man direkt zum Sekte greift, solange also Zungeund Gaumen noch nicht überreizt sind. Wer sich davon nicht ohne weiteres überzeugen lassen will, der mache einen Versuch. Er verlohnt sich, weil er dem Betreffenden einen Genuß verschafft, den er vorher nicht gekannt hat. Man trinke auch nicht zu hastig und nicht zu viel auf einmal. Was für die Weine im allgemeinen gilt, gilt auch für den Sekt. Je mäßiger man im augenblicklichen Genüsse ist, um so mehr wird einem derselbe bekommen. Man wird dann nicht die üblen Nachwirkungen haben, welche sonst einzutreten pflegen. Als selbstverständlich ist, daß man nur zu solchen Marten greift, welche in Qualität und Geschmack völlig einwandfrei sind, wie „Kupferberg Gold". Für seine Güte und deliziösen Geschmack sprechen nicht nur der Umstand, daß es bei Hofe zu den immer wiederkehrenden Tafelgetränken gehört, sondern auch die vielen bisher erhaltenen Auszeichnungen. 7987 Zum Besuche meines Etablissements ohne Kaufverpflichtung M Carl Stückrath • Möbelfabrik A7 A QtapTTTnrr Z17 Geschäftsgründung 1868. 8 Ederstrasse 8. 8 Ederstrasse 8. Geschäftsgründung 1868. 47 Asterweg 47. Weihnächte-Ausstellung 4 Rauch- und dürfte in keinem Herren- oder Wohnzimmer fehlen 16 Neuenweg 16.* Optisches Spezial-Geschäft. llsterzeuge 8338 Zweiggeschäft: Gießen, Bahnhosstratze 22. 8324 Fernsprecher 356. Gießen. 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