MM— Wr. 201 Erstes Blatt. ISS. Jahrgang Freitag 28.Aagnft lSOS vrfchetut tLgltch ,....... ,,,u Ä Ä vezngSpretSr außer Sonntags. ,<<- '> monatlich7b Pi., viertel- Ml "Wechsel mtt gT^tjL jA A AA A Ak A A ▲ .Ak jA AA ^ho^- u. Zweigstellen (n I pk Pit Pr zl Tttpt ft vV ssfes E^vlvIivIlVl «UljvlUvl s druckerei(PtehchErbe») »MP m0tt01*A8 - /I tUO« MZ miSwsttt-«0 Plg. und Druckerei' ” den poltt. and allgem. ££5r Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen MW FernlprechanschtußNr.S1 “ ** ■ zetgentetl: HanS Beck. Bekanntmachung. Betr.: Gefechtsschießen 1903. In der Zeit vom 29. August bis 2. September l. Js. findet im Gelände von Groß-Rechtenbach von vormittags 6 Uhr bis nachmittags 6 Uhr gefechtsmäßiges Schießen der 49. Jnfanteriebrigade statt. Das in Betracht kommende Gelände wird von den Ortschaften Groß-Rechtenbach, Münchholzhausen, Mendorf und Lützellinden begrenzt. Vor dem Betreten desselben während der Schießübungen wird gewarnt. Gießen, den 15. August 1903. Großherzogliches Kreisanrt Gießen. Dr. Breidert. Yeue Schreckenstaten im Orient. Den Dynamitarden der m a c e d o n i s ch e n Bewegung ist es wieder einmal gelungen, Tod und Verderben über unschuldige Reisende und Bahnbeamte zu bringen. Der Schauplatz ihres neuesten Bubenstücks ist eine Bahnstation des Wilajets Adrianopel. In der Station Kuleli-Burgas, dem Abzweigungspunkt der Bahn nach Dedeagatsch wurde aus den Svsianer Postzug, in dem ein Schlafwagen und zwei Personenwagen mitliefen, ein Dynamitanschlag ausgeführt. Sechs Personen wurden getötet, 15 verwundet. Der Anschlag wurde ausgeübt von einem Individuum, das den Zug angeblich verpaßt hatte, so daß er den folgenden Zug abwarten mußte. Von den verunglückten Personen gehören drei dem Bahnpersonal an. Gs ist nicht ausgeschlossen, daß sich unter den Opfern dieses verbrecherischen Anschlages auch Europäer befinden, denn nach Wiener Meldungen handelt es sich um einen von dort ab gegangenen Zug mit Konstantinopel als Bestimmungsort. Ausdrücklich- ist zu bemerken, daß der verunglückte Zug nicht der Orientexpreß-« sondern der srPerrarurte Kon- ventionalzug ift. Der Konventionalzug ist jener Zug, den die Direktion der Orientbahnen durch chre Konzesflon ver- verpflichtet ist, unter allen Umständen unbedingt verkehren ' zu lassen, während der Orientexpreß, wie bereits gemeldet wurde, wegen geringer Zahl der Reisenden nächster Tqge eingestellt wird. Der Konventionalzug geht von Men ab, doch hatte der verunglückte Zug nur wenige Reisende aus Wien. Ein der „Agence Havas" aus Konstantinopel zuge- gangenes Telegramm besagt, daß der Anschlag von Bulgaren verübt wurde. Amy die türkische Botschaft teilt ein Telegramm aus Konstantinopel mit, nach dem das Verbrechen den bulgarischen Komitees zugeschoben wird. Tas Attentat wurde verübt, als der Zug in Kuleli-Burgas hielt. Unter den Verwundeten trugen 5 schwere Verletze ungeu davon. Es wurden drei Wagen zertrümmert. Ein Individuum ist bereits verhaftet worden. Der Eisenbahnzug bestand aus Maschine, Gepäckwagen, Postwagen, Schlafwagen, einem ZWgen erster und zweiter und einem Wagen dritter Klasse. Die Personen, welche ihren Tod sanden, waren sämtlich Passagiere dritter, Klasse. Von Reisenden wurden zwei Frauen und ein Kind, vom Bahnpersonal ein Kondukteur, ein Bahnwächter und em Küchen- kellner getötet. Die Bombe wurde von einem Unbekannten, der entkam, unter einen Wagen geworfen. Am gestrigen Donnerstag abend waren bei Ankunft des Orientexpreßzuges in Konstantinopel mit den, bei dem Anschlag auf den Konventionalzug Verwundeten, auf dem Bahnhose Sirkedschi Iskelessi viele Mohamedaner versammelt; es ereignete sich kein Zwischenfall. Ferner liegt heute noch eine zw eite Schr eckens- nachricht aus dem Orient vor. Londoner Blätter, melden aus Washington: Der amerikanische Gesandte in Konstantinopel benachrichtigte das Staatsdepartement, daß der amerikanische Vizekonsul in der syrischen 5) äsen stad t Beirutermordet worden ist. Der Gesandte teilte weiter mit, daß die Ermordung bereits am Sonntag stattgefunden habe und daß die Vereinigt en Staaten strenge Bestrafung der Schuldigen verlangen. Präsident Roosevelt hat sofort Befehl gegeben, daß sich das europäische Geschwader der Vereinigten Staaten unverzüglich nach Beirut begeben soll. (SS stehen also erhebliche Verwicklungen bevor. Politische Tagesschau. Staatssekretär v. Stengel über seine Fiuauzpläne. Der neuer ReickMchatzsekretär Freiherr v. Stengel empfing in seiner Sommerfrische int Allgäu einen Mitarbeiter der „Münch N. N." und äußerte sich ihnr gegenüber in interessanter Weise über die Aufgaben, welche ihn in seinem neuen Amte erwarten. lieber seine Zukunftsabsichten als Reichssäckelmeister befragt, sagte Freiherr v. Stertgel zunächst, er müsse sich dagegen verwahren, daß die Reden, die er als Bundesrats-Mitglied im Reichstage hielt, jetzt als sein künftiges Programm hin gestellt würden. Er habe damals als Vertreter Bayerns, nicht aber der Reichsleitung, gesprochen, betreff der Reichsfinanzreform gebe man sich anscheinend zu großenErwartungen Yin. Es sei ihm sticht erwünscht, wenn die Ansicht um si.ch greife, er sei gleichsam im Besitze einer Wünschelrute, mit der über Nacht glanzende Finanzen hervorgezaubert werden könnten. Man mutzte die Sachlage möglichst nüchtern auffassen. Er glaube, daß man sehr Lnfrieden sein könne, wenn es d^em-» nächst gelange, ein EiuverstLnduiA unter den gesetzgebenden Faktoren über die Beseitigung der schlimmsten Uebelstande herbeizufuhren, Sie im Laufe der Jahre allmählich hervorgetreten seien, insbesondere die verwickelten finanziellen Beziehungen zwischen dem Reich und den Einzelstaaten klarer zu ordnen, und im Reichshaushalt die sehr erwünschte größere Stetigkeit herbeizuführen. Es müßte auch bald der Anfang mit einer planmäßigen Schuldentilgung gemacht werden. Zunächst bedürfe es aber einer Sanierung des Reichsinvalidenfonds, der im Augenblick sehr im argen liege. Von der Eröffnung neuer dauernder Steuerquelleu im Reiche — er wisse nicht, wie der Reichskanzler darüber denke — lasse sich schwer etwas sagen, bevor nicht sicher stehe, welche Mehrerträge der neue Zo l l- tarif bringen und wie die künftigen Handelsverträge die wirtschaftlichen Verhältnisse beeinflussen werden. An der Anschauung halte er wie früher fest: das Reich sollte jederzeit für die Deckung seiner Ausgaben tunlichst aus seiner eigenen Steuerkraft a ruf - kommen, der Rückgriff au, die E i n z e l st a a t e n jederr- sells nur eine Ausnahme bilden. Die Einzelstaaten seien infolge der außerordentlichen Steigerung chrerKultur- ausgaben nicht im stand e, in dieser Richtung größere Lasten zu tragen, sie seien großenteils jetzt schon finanziell in einer ziemlich bedrückten Lage. Kein billig Denkender werde die Hergabe von direkten Steuerquelleu, die chnen noch geblleben seien, von ihnen verlangen. Befremdet habe es ihn, wenn er schon im voraus als „Minister der neuen Steuern" gleichsam diskreditiert werde. Man solle doch wenigstens mit solchen Titulaturen warten, bis er sein neues Amt angetreten habe. Er trete mit den besten Absichten und dem besten Willen an. Finde er bei allen beteiligten Faktoren die entsprechende Unterstützung, dann hoffe er, auch, über die großen Schwierigkeiten, die er nicht verkenne, hinweg- zukommen. Deutsches Reich. Berlin, 27. Aug. An der gestrigen Abendtafel auf Schloß Wilhelmshöhe bei dem Kaiserpa ar nahmen außer den Herren und Damen der Umgebung Prinz Eitel Friedrich und der Herzog von Sachsen-Koburg-Gotha teil. Heute vormittag machten beide Majestäten mit den anwesenden Prinzen mit dem Herzog- von Sachsen-Koburg einen Spazierritt. Später hörte der Kaiser den.Vortrag des Kriegsministers und des Chefs des Militärkabinetts. Der Kaiser und die Kaiserin begäben sich am Abend nach Cassel. Im Residenzschloß sand sodann ein Festmahl für das 11. Armeekorps statt. Der Kaiser hielt bei der Tafel folgenden Trinkspruch: „Mein Glas gilt dem Wohle des 11. Armeekorps, zw- sammengesetzt aus thüringischen und kurhessischen Regimentern. Es liegt mir am Herzen, dem Armeekorps meinen Glückwunsch auszusprechen, daß es seine Wurzeln wieder weit hinausge tragen hat in die Anfänge der alten Geschichte der land gräflichen und kurhessischen Regimenter. Mein Wunsch für das Armeekorps geht dahin, daß es sich stets, im Kriege wie im Frieden, der hervorragenden Ge- schich-tte dieser Regimenter erinnern möge und daß es siich auch der neuen Ehrung würdig zeigen möge, daß ich ihm gesta ttet habe, seine Traditionen zurückzuführen auf die glorreichen und tapferen Streiter der früheren kurhessischen Truppen. Mein Glas> gilt dem Wohl, dem Gedeihen uud> dem Blühen des 11. Korps. Hurra! Hurra! Hurra!" — Ter Kaiser verlieh dem Oberpräsidenteu von Schlesien, Grasen Zedlitz, das Großkreuz zum Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe. — Wegen dep Schjließung der in ^Altenburg, Neutra l- Moresnet, errichteten Spielbank sind> seitens Preußens bereits die erforderlichen Schritte getan, und es steht zu hoffen, daß dieselben trotz der eigentümlichen Rechtslage in Neutral-Moresnet bald^ den erwünschten Erfolg haben werden, zumal die belgische Regierung dasselbe Interesse an einer baldigen Beseitigung der Spielbank haben dürfte. Tie Nachricht, woua^ch- hie endgiltige Regelung der politischen Zugehörigkeit von Neutral-Moresnet auf der Grundlage erfolgen solle, daß das ganze Gebiet nebst seinen Einwohnern Belgien zufällt und Preußen für die Preisgabe seiner Ansprüche eine entsprechende Geldsumme erhält, ist nach der ministeriellen „Berl. Korr." völlig unzutreffend. — Nachrichten zufolge, die aus Peking hier eingettoffen sind, ist das Befinden des verwundeten MissionarsHo- meyer zufried en stellend. Bei dem Uebersall wurde auch ein erheblicher sachlicher Schaden angerichtet, dessen Vergütungvon den chinesischen Behörden gefordert wird. — Wild werden will nach der Fusion der zweite Vorsitzende des nationalsozialen Hauptveveins, Damaschke, der zugleich erster Vorsitzender des Bundes der Bodenreform er ist. Er wird die Fusion nicht mitmachen, sondern will neutral bleiben und sich in Zukunft ganz der Bodenreform widmen. — Ein vaterländischer Ar beiterkongreß soll Mitte Oktober in Cassel oder in Frankfurt a. M. abgehalten werden. Nicht Sozialdemokraten, sondern die vaterländische und christliche Arbeiterschaft, christliche Gewerkschaften, evangelische und katholische Arbeitervereine und deutsch-nationale Vereine werden an dieser Kundgebung teilnehmen, die einer freiheitlicheren Gestaltung des Vereins- und Versammlungsrechtes, einer Sicherstellung des Köalitionsrechites, der Rechtsfähigkeit der Berufsvereine und der Errichtung von Arbeitskammeru diente Kolouialpost. Nach einer Meldung aus Iota hat die Kommission für die Fesfietzung der deutsch-englischen Grenze im Südmi des Tsadsees die Messungen beendet und ist nach Jola zurückgekehrt längs der abgesteckten Grenzlinie. Nur ein Stamm zeigte sich^ feindlich. Im Alanticagebirge machten Eingeborene mehrmals unerhebliche Angriffe auf die deutsche Kommission. Einige Träger und mehrere Eingeborene wurden getötet. Das durchquerte Land ist wertvoll für Ackerbau und Viehzucht. Die britische Kommission wollte Mitte August nach dem Tsadsee a'ufbrechen. __ Ausland. Basel, 27. Aug. Vom 6. Zionistenkongretz. Heute referierte Sotolow-Odessa über „Zionismus und Woltätigkeitsanstalten im Osten." Auch er gelangt zu dem Schluß: Die Gesundung des jüdischen Volkes sei nur durch den Zionismus möglich Kremenetzky-Wien erstattet Bericht über den jüdischen Nationalfonds. Das Gesamtvermögen beträgt Ende Augwst 1903 18 668 Pfd. Sterl. Im „goldenen Buch^ der Spender von mehr als 10 Pfd. sind 7418 Pfd. eingetragen. Der Fonds für Landankäufe in Syrien und Palästina soll auf 200 000 Pfd. gebracht werden. Dr. Lewan-JekaterinoÄaw reicht namens der gestern unterlegenen Minderheit der 178 Delegierten' folgende Anträge ein: 1. Die Kosten der Ostaftika-Expe- oitton dürfen nicht ans Schekelgeldern besttitten werden. 2. Die Zusammensetzung, Ausrüstung und Entsendung der Kommission wird dem Aktionskomitee überlasfen. 3. Das Aktionskomitee soll einen Kongreß einberufen, der über die Besiedelung Ostafrikas definitiv zu entscheiden hat. — Zn der Nachmittagssitzung erstattete Dr. 2Ä)lffohn-Köln Bericht über die „Kolonialbank". Anfang des letzten Jahres begann die Dank ihre Tätigkeit. Als Prinzip gill, Gelder stets flüssig zu halten und nur Geschäfte zu besorgen, die rasch abgewickelt werden könnem Die Bank hat einen Gewinn von 6000 Pfund Sterling erzielt und in Palästina eine Filiale. Von der russischen Regierung wird die Bank voraussichtlich die Erlaubnis erhalten, auch in Rußland eine Filiale zu errichten. Auf Antrag der deutschen Landsmannschaft wird beschlossen, eine dreigliedrige Palästin a-Ko mmissio n zu ernennen, die jid) mit der wissenschaftlichen und praktischen Erforschung von Palästina zu befassen hat. Die Kommission führt die Aufgabe selbständig durch und hat bei Beschlußfassungen des Aktionskomitees, sowie bei der Jahreskonferenz (lleiner Kongreß) eine beratende Stimme. Sie ‘ erhält vom Aktionskomitee eine jährliche Subvention von 15 ÖOO Frs. Ebenso wurde der Anttag der Ostaftika-Minorität, daß die Organisation der Ostafrika-Expedition, sowie deren Entsendung von einem weiteren Aktionskomitee zu geso^hen habe, angenommen. Für die Ostasrika-Expedition sind 1500 Frs. gezeichnet. Wien, 28. Aug. Der Kaiser trifft hier am Samstag abend von Budapest ein, und begibt sich am 3. September, nach! der Abreise des Königs Eduard, zu den Korps- manövern in Süd-Ungarn. Am 16. September, nach^ Beendigung der Kavalleriemanöver in Galizien, wird der Kaiser nach Wien zurückkehren, um den am 18. September hier ankommenden Kaiser Wilhelm zu begrüßen. — Der „Morgenpost" wird aus Belgrad gemeldet: Dort wurde in der Nähe des Konaks ein 50 Meter langer Minengang entdeckt, der offenbar für die Aufnahme von Dynamit besttmmt ist. Die Polizei verheimlicht die Entdeckung, — Für die nächsttägige Rück- ke hr des Fürsten Ferdi n an5 nach Ä)fia wird große Besorgnis gehegt. Beide Bahnlinien werden scharf bewacht. Aus Stud! und Kund. Gießen, den 28. August 1903. — Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 19. August d. I. dem Vorstand der Badedirektion und des Tiefbauamts Bad Nauheim, Baurat Dr. Es er zu Bad Nauheim die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Fürsten zu Reuß j. L. Heinrich XIV. verliehenen Ehrenkreuzes 2 Klasse zu erteilen. ** Ein Ausbildungskursus für Fleischbe* schauer findet im Oktober im hiesigen Schlachthaus statt. ** Von der landwirtschaftlichen Ausstellung. Landrat v. Heimburg aus Biedenkopf und Kreisrat Dr. Wallau aus Lauterbach überbrachten am Mittwoch bei einer Audienz S. K. H. dem Großherzog eine Einladung zu der Landwirtschaftlichen Ausstellung in Gießen. Der Großherzog stellte sein Erscheinen zur Eröffnung der Ausstellung am 16. September in Aussicht. ** Die Parzellenvermessung und Feldbereinigung in unserer Gemarkung rechts der Lahn wird bis zum 1. Oktober vollendet. Zwischen der Stadt und der Gemeinde Heuchelheim kam es zu einem Geländeaustausch. Die Gemeinde Heuchelheim reichte nämlich mit einem Zipfel weit in die Gemarkung Gießens, während umgekehrt letztere bis an die ersten Häuser Heuchelheims ging, wodurch die Ausdehnung dieses Dorfes nach Gießen zu gehemmt war, ja der Bahnhof Heuchelheim au der Biebcrtal- bahn lag sogar in Gießener Gemarkung. Das Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, hat, wie ims aus Darmstadt drahtlich Bei l fest. zu Gießen ab- Rindvieh. Der B. Wagu dti bvtüL Anfangs- 201.60 211.60 135.40 182.75 i SMftoi ‘N-Äou verf und paß Die Stotz P Submtz geben i Bei Minislt bingun Du Aecwal Wochen 0ffe (mb dci) 3Ximtag unter Br bet neue M ßiefenui Gii licheu Geruchsuerven unmöglich machen. Gießen, 28. August 1903. gehaltenen Markte waren aufgetrieben 1374 Stück nächste Markt findet am 1. und 2. September statt; am letzteren l. ÄrK, Wen Wer be SB. Es i tm Hessif den 16. landwirti Dtevsta> Trieb, ' 16. Sepi« Gies Harpcner Bergbau . . 181.50 Schluß-Tendenz: Ziemlich Handel und Verkehr. UMswirrschasl. Berliner Börse vom 27. August 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel uiiO Industrie, Gießen.) Kunst und Wissenschaft. München, 27. Aug. In der heutigen Sitzung der Hauptversammlung des deutschen A p o t h e k e r v e r e i n S hielt Ober- Apotheker Dr. Rapp einen Vortrag über bakteriologische Arbeiten im Laboratorium der Münchener Kraukenhausapotheke. Nach Erledigung der Rcchnungssachen wurden verschiedene Anträge verhandelt. Ein Antrag, nach dein die Borslandschast des Apotheker- Vereins bei verschiedenen Brunnenvermallungen Vorstellungen erhebet^ soll, um eine Festsetzung gemeinsanier Atindestdetailpreis^ für Mineralwasjer zu erreichen, wurde der Borslandschast als Alaterial überwiesen. Bezüglich des preußischen Ministerial-Erlasses über auf l.vt uugen kal Mit der steigt' soM M > Meldung ium 20. 4 Gi u. Schlußkurse. 201.60 211.87 135.50 182.90 181.12 Gingesandt. (Für Form und Inhalt u.n. ui.«,.; oic|'er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Tie Bewohner und Passanten des zwischen Ludwigstraße und Südanlage gelegenen Teiles der Bleichstraße haben seit geraumer Zeil unter dem geradezu p e st l l en z r a l is ch en Gest a n k zu leiden, den die dort befindlichen ^-chlammfänge aus- strömen Taß hier sofortige Abhtlfe geschaffen wird, ist nicht nur cm Gebot der Gesundheitspflege, sondern es ist auch das gute Recht der Steuerzahler, zu verlangen, daß derartige Beeinträchtigungen der Anwohner und Passanten unverzüglich beseitigt und Maß- ltahmen getroffen werden, die solchen Attacken aus die mensch- Privat-Diskont 33/8 Prozent. Oe st. Kredit . . * Deutsche Bank . . Darmstädter Bank . Bochmner Guß . . 4iimilirii-ihidjrtdjt£n. Gestorben: Gastwirt Friedrich Enders, Rockenberg. Frau Marie Uinsonsl, geb. Weber, m Friedberg. - Märkte. Bei dein ctm 18. und 19. August ds. Is. ein Bittgesuch für ihren Mann zu überreichen, der gegenwärtig eine längere Freiheitsstrafe zu verbüßen habe. Kleine Mitteilungen n h *3 Hesse nund den Nachbarstaaten. In Klein-Gerau starb im 88. Lc- bensjahre der Lehrerveteran Heinrich Klein. — In B ü - dingen ist das Gasthaus „FürstenHof" für 52 500 Mk. an Herrn Heinrich Jrle aus Gladenbach verkauft worden. seu-cwk ™ AU Schu« {yrüd0c ständig h-us-s hätte f« S-u'Ej So Meltoün Jnsurgen auch Krämermarkl. Grünberg, 27. Aug. Unseren heutigen Ludwig sm arkt begünstigte wirtlich schönes Wetter, eine Seltenheit in diesem regnerischen Sommer. Ter Rindviehmurkt war recht gut befahren, insonderheit mit Jungvieh. Der Handel ging sehr flott trotz hoher Preise. Halbjährige Rinder kosteten 120-130 Mk., jährige 200 Mk. und darüber. Ter Schwemelnarkt zeigte eine auffallend starke Besetzung. Auch hier zeigte der Handel lebhaften Gang bet hohen Preisen. Jnngschweine erster Sorte kosteten per Paar 55—60 Mk., zweiter Sorte 45—50 Mk. Ter Krämermarkt hatte wegen der Ernte- arbeitcn sclnvacbon Besuch.___________________________________ di- Hausapotheken in den Stralanstalten und bezüglich der B- stimmungen der preußischen Apotheken, der Betriebsordnung Uber die Annahme von Eleven rourben einige Wunsche aus Aendcrungcn angenommen. Sodann ivurdc der gcschailliche Teil der yauptuer- lanimlung g-schlosien „ (d)rcjbt: ynläf;licl) bcl Weitaus- ft e H u ii o i n"S t Louis ist seitens des Direktoriums der Weltausstellung die Veranstaltung eines internationalen Juristen- Kongresses geplant. _________ Sport. Baden-Baden, 27. Aug. Beim heutt'gen Nennen um den Großen Preis von Baden-Baden (goldener Pokal, aeltiftet vom Großherzog von Baden, und 60 000 Mk. dem ersten Sieger 10 VOV dem zweiten, 5000 Mk. dem dritten, 3000 «Bit. dem vierten und 2000 Alk. dem Trainer des Siegers), Distanz 2400 Altr., wurde Bla0es „Biuicius" Erster, Abeilles ,.La Camargo" Zweiter und Ephri 111111-3 /Jlkmcon" Drill er. Uruestr Mrlöuiuzru. Originaldrahtmeldungc» des Gießener- Anzeigers. * Berlin, 28. Aug. In einer Zuschrift an den ,Vorwärts" verwahrt sich der Reichstagsabg. Eduard Bernstein gegen die Angriffe, die in den letzten Berliner sozialdemo- kratischen Versammlungen gegen ihn gerichtet wurden, und erklärt, sein Vorschlag, betreffend die Besetzung des Vize- präside'ntcn-Postens des Reichstages durch die sozialdemokratische Partei, hatte lediglich den Zweck gehabt, dem Verzicht auf eine Position zu widerraten, von der er überzeugt sei, daß ihre Besetzung im Interesse der Partei liege. Berlin, 28. Aug. Wie ein Berichterstatter meldet, soll Prinz Prosper A r e u b e r g bei seiner tteberführung in das Tegeler Strafgefüngnisin einer Equipage vom Bahnhofe abgeholt worden sein. Tie beste Zelle des Gefängnisses ist sür ihn in stand gesetz-k. Inzwischen habe man den Prinzen bis zu ihrer Renovierung in einem Lazarett untergebracht. Kopenhagen, 23. Aug. In aristokratischen Kreisen erregt eine Mesaltianz großes Aufsehen. Die Tochter des L e h n s g r a. f e n Rantzau hat sich mit dem Sohn ihres Waldhüters verlobt. — Der bekannte Dramatiker Holger D r achm a n n ist wegen hochgradiger Mrvo- sität genötigt, in einer I r r e n a n ft alt sich einer Nervenkur zu unterziehen. Alan hofft, daß eine halbjährige Ruhe genügen wird, den Dichter wieder herzustellen. London, 28. Aug. Nach dem hier veröffentlichten Text der Vorschläge, die das maeedonisehe Komitee dem Sultan und den europäischen Negierungen übersandte, verlangt dieses, daß Maeedouien eine europäische Verwaltung erhalte, in welcher eingeborene Vertreter Sitze haben; ferner, daß Maccdomen von einem internationalen Truppenkorps besetzt gehalten werde. L. Loudon, 28. Aug. Die angebliche Absicht des Auswärtigen Amtes, jüdische Auswanderer in Britisch -O st a s r i k a längs der Uganda-Eisenbahn zwischen Nairibo und Mau-Hügeln unter selbständiger jüdischer Verwaltung anzusiedeln, wird in der Kolonie selbst, nach einer Meldung der „Daily Mail" aus Mombassa, allgemein verurteilt. Nachdrückliche Proteste an das Auswärtige Amt sind bereits nach London unterwegs. Das erwähnte Gebiet ist das beste der ganzen Kolonie. Paris, 28. Aug. Blättermeldungen aus Ado-Abeba zufolge steht dort ein Bürgerkrieg bevor. Negus Me- nelik ist schwer erkrankt. Ras Mcmgascha sammelt Anhänger sür den Fall des Ablebens Meneliks. Udine, 28. Aug. Zwischen den Stationen Pafian, Schiovoncsco und Codroipo fteft ein Militär trans portzug mit einem Güterzng zusammen. 9 Personen wurden getötet, darunter ein Hauptmann. 45 Verwundete wurden nach Udme gebracht. 30 Personen sind schwer verwundet. St. Moritz, 28. Aug. Von dem Nortec'atsch stürzte ein Tourist mit seiner Gattin und dem Führer ab. Bis jetzt wurde nur die Leiche des Führers aufgefunden Riva (Südtirol., 28. Aug. In der Nähe von Areo st i e ß e n z w e i A u t o m o b i! e z u f a m m e n. Beide Fahrzeuge Wurden vollständig zertrümmert. Der Führer des einen, einem italienischen Grasen gehörig, wuroe schwer verletzt, während die übrigen Insassen mit leichteren Verletzungen davon kamen. Budapest, 28. August. Infolge einer um Mitternacht ausgcbrochencn Feuersbrunst auf dem Subbahnhofe brannte der Dachstuhl der Haupthalle, das Restaurations- y h tz lh v, tzr gemeldet wird, die Stadtverwalttmgen benachrichtigt, daß die Schulgeldsätze aller höheren Lehranstalten Land es einheitlich geregelt werden w"0n. »Bestätigung von Geistlichen. Wie uns auz Darmstadt drahtlich gemeldet wird, hat oe. Kgl. Hoheit der Großherzog unterm 26. ds. Mts. den von bem Fürsten Christian Ernst zu Stolberg-Wermgerode präsentierten cvang. Pfarrer Albrecht Hartmann zu Hamichen als 1. Psarrer zu Gedern, und den vom Grafen v. Oriola präsentierten Psarr. Verwalter Franz Bernbeck als Pfarrer zu Büdesheim, Der. Rodheim, bestätigt. v , . , . ~ lfo - Hirschapotheke. Die seit Jahrhunderten tm Hause Markt 11 betriebene Hirschapotheke — Dr. Julius Eafar hat sie seit 71/, Jahren inne — ist nach dessen neu erworbenen und modern hergerichteten Hause, Frankfurterstraße 4, verlegt worden. Es wird hierdurch einem längst empfundenen Bedürfnisse namentlich der Anwohner des Südwestviertels Rechnung getragen. -I. Ermenrod, 27. August. Die Wahrheit des Sprichwortes ,blinder Eifer schadet nur" erfuhr ein hiesiger Ortsbürger. Er bemerkte, daß nachts ungebetene Gäste ^reude an seinen reifen Pflaumen haben. Mit seinem Gesellen begab er sich nachts auf die Lauer. Da nahte etwas m der Dunkelheit. Wütend stürzt sich der Handwerksmann auf den Unbekannten. Er packt chn und verhaut ihn jämmerlich. Endlich merkt er, daß er seinen hilsbereiten Gesellen ergriffen und jämmerlich zerschlagen hat. Letzterer hat seinen Dienjl quittiert und Anzeige erhoben. R.B. Darmstadt, 27. Aug. Die große Auseutander- setzung wegen eines sozialdemokratischen Prze- vräsidenten im Reichstag, frie auf bem nadjlten sozialdemokratischen Parteitag den Kernpunkt der Verhandlungen bilden wird, wirst auch auf unsere he si siche ^ozial- demo kralle ihre Schotten voraus. Bei der jüngsten Reichs- tagswahl hatten die Darmstädter Sozialdemokraten bekanntlich den soz. ReichDta-gsadg. v. Bollmar zur Hilft mit herangezogen und hier hatte auch Herr v. Vottmar fernen ersten scharfen Wink gegen Bebel und ringer über die Stellung der Partei zu den Handelsverträgen losgelassen. Die damals von Cramer und Berthol d dem süd- > deutschen Parteiführer erwiesenen Sympathien sollen diesem auch in Zukunft bewahrt bleiben, denn beide Sperren haben sich, wie wir hören, in der Vizeprä^identensrage ganz auf ■ den Standpunkt des Herrn v. Vollmar gestellt, lleber Ulrichs Haltung, der in seiner Eigenschaft als Vize- . Präsident der hessischen Kammer immerhin noch seine Stimme miterhebt, herrscht angesichts seiner engeren Beziehungen zu Bebel noch Urklarheit. sd. Darmstadt, 28. Aug. (Eigener Draht- ' bericht.) Die gestrige Stadtverordneten-Versamm- 1 (ung hat den Namen ^Victoria-Melittaweg" auf der ’ Mathildenhöhe nächst der Künsllerkolonie in den Namen ^,Prinz Christianweg" umgewandelt. Darmstadt, 27. Aug. Das russische Kaiserpaar ; wird dem Vernehmen nach drei Wochen in Darmstadt bleiben. ' Es wird in der dritten Woche des September erwartet. Tie ( Trauung von Prinz Andreas mit der Prinzessin Alice soll während seiner Anwesenheit in Darmstadt statt- finden. Der Zar soll dann nach Rom reisen, und über Wien und Warschau nach Petersburg zurückkehren. In Wien wird er wahrscheinlich Ende Oktober emtreffen. Offiziell steht jedoch über die Einzelheiten der Reise noch nichts fest. Es heißt, Zar Nikolaus begebe sich am 25. Oktober von Schloß Wolssgarten aus nach Rom zum Besuche des Königs von Italien. Der Zar, den die Zarin wahrscheinlich begleitet, wird auch Papst Pius X. einen Besuch ab- statten. * Offenbach, 27. Aug. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten machte der Vorsitzende die Mitteilung, daß der neugewählte Beigeordnete Zopfs mit dem 1. Oktober seinen Dienst antreten werde. Der Gemeindevorstand von Bürgel und der hiesige Verfaffungsausschuß haben betreffs der Eingemeindung von Bürgel eine gemeinsame Sitzung gehabt, welche das Ergebnis hatte, beide Bürgermeister sollen zunächst die festzulegenden Grundlinien für den künftigen Vertrag gemeinsam ausarbeiten. — Betreffs der Erhöhung des Schulgeldes für auswärtige Schüler an den höheren Schulen in Offenbach wurde der Antrag des Ausschusses, von der Erhöhung des Schulgeldes abzusehen, angenommen. -k- Mainz, 27. Aug. Wie der „Mainz. Anz." unter Reserve -mitteilt, bestehe das Projekt, das hiesige Zeughaus in ein Schloß umzubauen, das für den Kaiser bestimmt sei. Gelegentlich der Anwesenheit des Kaisers hier sei das Projekt zwischen dem Kaiser und dem Großherzog eingehend erör tert worben und mit dem Umbau des Zeughauses soll schon in nicht allzu ferner Zeit begonnen werden. Bei der Besichtigung der Restaurationsarbeiten am kurfürstlichen Schloß am verflossenen Montag seien dem Großherzog schon Tetailpläne unterbreitet werden. Die Bestätigung dieser'Mitteilung muß abgewartet werden, zumal von einem Umbau des hiesigen Zeughauses noch niemals die Rede war. Cassel, 27. Aug. Oberpräsident Gras Zedlitz- Trützschler, der mit seiner Gemahlin der 25jährigen Jubelfeier des „Kleinkinder-Lehrerinnen-Seminars" des hessischen Diakonissenhauses beiwohnte, nahm Anlaß, auf eine Begrüßungsansprache in längerer bemerkenswerter Rede zu erwidern. Dieselbe stellt einen nochmaligen Scheidegruß an das hessische Land dar und bekundet die Freude, wie vorher in SchMen, auch hier in Hessen für die Tiakonissen- sache arbeiten zu können. Er, der Oberpräsident, sei immer ein Schulmann — nicht ein Schulmeister, das zu sagen, wäre vermessen — gewesen, und werde es auch in Schlesien wieder sein. Er habe es auch dem Kaiser selbst gesagt und darum könne er es auch hier sagen, daß es ihm bitter sauer werde, aus seinem Amte im Hessenlande und der Gemeinschaft des hessischen Volkes zu scheiden. Er gehe aber in Gehorsam und werde versuchen, seine Pflicht zu tun. Kassel, 27. Aug. Bei einer Ausfahrt der Kai- 'serin ereignete sich unweit der Wilhelmshöhe ein kleiner Zwischenfall. Als die Kaiserin von dem Besuche einiger Kasseler Wohttätigkeirsanftalten nach Schloß Wilhelmshöhe zuruckkehrte, durchbrach plötzlich unterhalb des dortigen Postamtes eine gut gekleidete, tief verschleierte Dame die Postenkette, drängte sich an den kaiserlichen Wagen heran und warf einen Brief hinein. Sofort eilten Schutzleute herbei, welche die Persönlichkeit der Dame feststellten. Bei ihrer Vernehmung gab diese an, sie sei direkt von Berlin nach Kassel gekommen, um der Kaiserin persönlich Vermischtes. * Mühlhausen, 26. Aug. In der Nacht zum Samstag ist bereits der Arzt Dr. Schloß plötzlich gestorben. Dr. Schjloß ist ein Opfer des Streites zwischen Ortskrankenkasse mrd Aerzten; er ist in einem Zweikampfe mit Dr. Schwarz, einem der neu hier zu- gezogenen Aerzte, tödlich v e r w u ti d e t worden. Dr. Schw. ist, wie mir schon gestern kurz meldeten, in Seebach verhaftet worden. Schon seit Dienstag früh wurde die Wohnung des Genantiteii von Polizisten, welche sich in Zivil befanden, umstellt und scharf beobachtet. In der Mittagsstunde begab sich der Arzt nach der Geschäftsstelle der Ortskrankenkasse I und teilte dem Beamten- personal mit, daß seine Wohnung von Polizisten umstellt sei. Er erklärte, sich per Wagen nach Secbach begeben zu wollen, um zu sehen, was die Polizei daraufhin tmter- nehmcn werde. Diesem Vorsätze gemäß hat sich Dr. Schw. auch nach Seebach begeben. Auf Dem Wege dorthin folgten ihm einige Polizeibeamte. Als der Arzt Seebach verlassen wollte, trat am Bahnhof der Polizeiinspektor auf ihn zu und erklärte ihn für verhaftet. Einen Haftbefehl zeigte er nicht vor, rechtfertigte aber die Verhaftung mit der Erklärung, daß die Beftrchtung vorliege, daß T-r. Schw. einen Fluchtversuch unternehmen werde. In Begleitung des Polizeiinspektors befanden sich zwei Polizeiunterbeamte. — Ferner wird mitgeteilt, daß die Leiche des verstorbenen Dr. Schloß vor ihrer Verbrennung in Gotha auf Anordnung der Kgl. Staatsanwaltschaft zu Erfurt lonsisziert worden ist. Tic Leiche ist noch im Lause des Vormittags am Dienstag seziert worden. Ueber das Ergebnis der Sektion ist noch nichts bekannt geworden. * Hamburg, 27. Äug. Tie Polizei hegt Zweifel, ob die gestern aus der Alster gezogene Leiche diejenige des Grafen Baudissin aus Berlin ist, wie es aus den bei dem Toten gefundenen Papieren hervorzugehen schien. * Zu dem Budapester Warenhausbrande wird noch gemeldet: Nachdem zwei verkohlte Leichen in den Trümmern des Warenhauses gefunden wurden, mußten die wetteren Nachforschungen wegen der damit verbundenen Ge- uhren eingestellt werden. Em Teil der Brandmauer stürzte ein und die Bewohner zweier Häuser, die gefährdet waren, mußten ausquartiert werden. In später Nachtstunde schlugen aus der Brandstätte wiederum hohe Flammen empor, die nur nut großer Mühe erstickt werden konnten. * Die Humber ttscheu „Ge h e i m a kt e u", von denen o viel vor und bei dem Prozeß in Paris die Rede war, und die sogar eine Interpellation bei der ftanzöfischen Kammer herbeiführen sollten — existieren gar nicht. Eine Note der offiziösen „Agenee HavaS" besagt, daß niemals ein geheimes Aktenbündel betr. die Humbertsache vorhanden gewesen ist. Alle auf die Affäre bezüglichen Schriftstücke sind ordnungsgemäß mitgeteilt worden; die Anwälte und Staatsanwälte konnten acht Vöonate hindurch davon Kenntnis nehmen. Wie die „Agenee Havas" weiter meldet, erklärte Casimir Perier, dessen Namen im Prozeß Humbert erwähnt worden war, daß er niemals mit den Humberts Beziehungen gehabt habe. Er bat nur einmal Frederic Humbert um eine Gabe für eine Wohltätigkeits- Veranstaltung. Wie aus Gerichtsrreisen mitgeteilt wird, dürfte die Berufung der Humberts vor dem Kassationshofe nicht vor Oktober zur Verhandlung gelangen. — Die lange Zeit so erfolgreicher Machinationen oer Frau Therese Humbert haben an vielen Orten 07achahmer gefunden. So wird aus Schweden ein in mancher Hinsicht ähnlicher Fall gemeldet. Zwar handelt es sich hier nicht um eine Reihe von Millionen, aber genial war der Humbug doch, den die Stockholmer Tagelöynersfrau Sofia Andersson betrieben hat. 30 000 Kronen in dem Armenquartier der schwedischen Hauptstadt geliehen zu bekommen, will immerhin etwas sagen. Die Aehnlichkeit der kleinen Sofia mit der großen Therese erstreckte sich auch dahin, daß beide über auffallend beschränkte Lebensgefährten verfügten. Als der Schwindel im Norden vor das Stockholmer Stadtgericht kam, wußte der Ehemann Andersson von der ganzen Sache absolut nichts. Seine Gattin behauptete aus reichem süd- chwedischem Bauernstand zu sein; ihre Verwandten waren ämtlich Reichstagsmitglieder oder Pröpste; ein verstorbener großbäuerlicher Abgeordneter hatte sie zum alleinigen Erben bestimmt, lediglich aus Achtung vor ihrer überlegenen Intelligenz. Damit stimmte gut überein, daß sie eine arme jüngere Schwester besaß, die in bedrängten Verhältnissen lebte, und auf sie sehr neidisch war; Frau Sofia wies Briefe voll Bitterkeit und Eifersucht vor, und man gab ihr bann Geld, um der neidischen Schwester den Mund zu stopfen. Natürlich aber hatte Sofia Andersson die Briefe selbst geschrieben, und die Schwester existierte garnicht. Mit dem wohlerworbenen Geld ging Frau Andersson sehr splendid um. Sie gab auch Gesellschaften. Einmal veranstaltete sie für sämtliche Gläubiger ein glänzendes Fest in einem vornehmen Restaurant und befestigte damit auf lange Zeit wieder ihren Kredit. Aber das Ende war prosaisch; sie entfloh, wurde in der südschwedischen Heimat aufgefunden und in Stockholm zu vierjährigem Zuchthaus verurteilt; kein Maitre Labori verteidigte sie, und weder Regnier noch Bazaine kamen in ihrem Prozeß vor. Ardriterdemegung. Mannheim, 27. Aug. Eine Versammlung der Streikenden der Lanz'schen Maschinenfabrik beschloß die Wiederaufnahme der Arbeit zu den von der Firma gestellten Bedingungen. Straßburg, 27. Aug. In Spittel in Lothringen wurden drei Italiener wegen Aufreizung zum Streik verhaftet. Ihrer Aufforderung hatten 600 Arbeiter der Bauftrma Haas u. Schott.Folge geleistet. lokal und die Wartesale erster und zweiter Klasse nieder. 3 Feuerwehrleute wurden schwer verletzt. Budapest, 28. Aug. Die Leichenfunde in dem Schutt des verbrannten Waren-MaLazin s Goldberger mehren sich von Tag zu Tag. Wenn auch eine gründliche Durchsuchung des Hauses wegen der noch immer glimmenden Trümmer und der (Ansturmgefahr bisher nicht möglich war, gewinnt die Vermutung, daß in den Flammen mehrLeute umgekommen sind, als durch die Todessprünge bei den Rettungsversuchen an Wahrscheinlichkeit. — Aus allen größeren Städten Europas sind Sachverständige hier angekommen, um die Bauverhältnisse des Hauses zu studieren. Die meisten erklären, das Unglück hätte sich nicht ereignen können, wenn bei Erteilung der Bau-Erlaubnis nicht so lei chtsin n i g verfahren und wenn die Feuerwehr nicht so kopflos gewesen wäre. Sofia, 28. August. Alle Ortschaften in der Nähe von Melkotinowo im Wilajet Adrianopcl sind in den Händen der Insurgenten. Alle Wachthäuser sind bis zur Meeresküste zerstört worden und die türkischen Wachtposten getötet oder vertrieben. Belgrad, 28. August. Die hier eingetroffenen Nachrichten aus Ipek lauten äußerst alarmierend. Die Albanesen massakrieren dieChristen aus offener Straße. Die Bazare in Ipek mußten gesperrt werden. Alle Blätter fordern die Regierung auf, etwas zum Schutze der serbischen Bevölkerung zu tun. Algier, 28. Aug. Zahlreiche Leichenschändungen sind hier auf dem Friedhose verübt worden. Viele Leichen wurden ausgegraben, ihres Schmuckes beraubt und dann wieder notdürftig begraben. Es besteht Verdacht gegen Leute, die Metall verkauft haben. Gegen das Friedhofspersonal ist eine Untersuchung eingeleitet worden. L. Washington, 28. Aug. Der amerikanische Gesandte in Konstantinopel, Leitschman, ist wegen der Ermordung des amerikanischen Vizekonsuls Magelffon in Beirut am 23. d. M. bei der Pforte vorstellig geworden. Der Mörder ist noch nicht ermittelt. Sofort nach Empiang oe§ Kabeltelegramms, das dem Staatsdepartement den Vorfall mitteilte, hatte der stellvertretende Staatssekretär Loomis eine Konferenz mit dem Unterstaatssekretär Adee. Dann wurde der Gesandte Leischman telegraphisch angewiesen, sofort energisch einzugreisen und der türkischen Regierung den Ernst der Lage klar zu-machen. Er erhielt serner Austrag, die Verhaftung und Bestrafung^ der Mörder zu verlangen und der Pforte mitzuteilen, oaß die Vereinigten Staaten nicht die geringste Verzögerung der Angelegenheit dulden würden. Im Staatsdepartement wird mitgeteilt, daß die Union dieselbe Genugtuung verlangen wiro, die Rußland wegen der Ermordung des Konsuls Rostowskis forderte. New-Port, 28. Aug. Wie verlautet, beabsichtigt die Regierung, von der Türker eme ebenso strenge Sühne zu verlangen, wie Rußland für seinen ermordeten Konsul. Unter anderem soll ein namhafter Geldbetrag für die Familie des Ermordeten gefordert werden. Bekanntmachung. Bei der hiesigen Stadtkasse ist die Stelle des zweiten Stadtkassegehrlferr auf 1. Oktober anderweit zu besetzen. Bei zufriedenstellenden Leistungen kann nach 6 monatlicher ProbedienstzeU Anstellung erfolgen. Mit der Stelle ist ein pensionsfähiger Gehalt von 1480 Mark, steigend um jährlich 40 Mark bis zum Höchstbetrag von 2200 Mark, sowie Witwen- und Waisenversorgung verbunden. Im Rechnungswesen bewanderte Bewerber wollen chre Meldung mit Lebenslauf, Zeugnissen und Gesundheitsschein bis zum 20. September hierher einreich en. Gießen, den 24. August 1903. 6429 Der Oberbürgermeister. M ecum. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der km Hessischen Landkalender für Dienstag den 15. und Mittwoch den 16. September vorgesehene Viehmarkt im Anschluß an die landwirtschaftliche Ausstellung bereits am Montag den 14. und Dienstag den 15. September, au ersterem Tag auf dem Trieb, stattsindet. Der Krämermarkt bleibt auf Mittwoch den 16. September bestehen. Gießen, den 24. August 1903. 6443 Der Oberbürgermeister: Mecum. Submission. Die Lieferung von Weißzeug, Bettwerk, Krankenkleidern, Stoff zu Stores und Bettteppichen soll auf dem öffentlichen Submissionswege für das Rechnungsjahr 1903/04 vergeben werden. Bezüglich der Lieferungsbedingungen ist der Erlaß Großh. Ministeriums des Innern vom 16. Juni 1893, das Verdingungswesen betreffend, und dessen Anlage A maßgebend. Die Lieferungsbedingungen und Musterstücke sind auf dem Verwaltungsbüreau der neuen Kliniken in Gießen an den Wochentagen nachmittags von 3—6 Uhr einzusehen. Offerten mit der Aufschrift „Lieferung von Weißzeug rc. sind verschlossen bis zum Montag den 14. Septeurber 1903, mittags 12 Uhr, unter Beifügung von Stoffmustern an die Großh. Verwaltung der neuen Kliniken einzureichen. Zuschlagsfrist bis zum 19. September d. I. — Die Lieferung kann auch geteilt vergeben werden. Gießen, den 21. August 1903. 6317 Die Berwaltungsdirektion der neuen Kliniken. Gaskoks. Gegenwärtige Preise: Für den Zentner ab Verkaufsstelle: Stück-Kots .............. 1,10 All. Nuß-Koks, ausschließlich trocken gelagert, in zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Oienschächte passend zerkleinert: Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthraeü, g ang- bar ste Sorte . . . . . . . . . 1,25 Mk. Größe Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anchracit......1,25 Mk. Ju Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern: Stückkots.......1,05 All. Nutzkoks 9h:. 1.....1,20 „ Nußkoks 9h:. 2.....1,20 , Bei Entnahme von mindestens 200 Zentnern: Stückkots.......1,— Mk. Nutzkoks 9h:. 1.....l,lo „ Nutzkoks Nr. 2.....1,15 „ Für Koksabnehmer, welche zwei und mehr Doppelwaggons beziehen, ermäßigt sich der Preis um wettere 5 Pfg. für den Zentner. Für Anfuhr au das Haus werden 5 Pfennig für den Zentner berechnet. NB. Sofern das Verbringen der Koks — bis zu 6 Zentnern — auf die bell'. Lagerplätze (Keller, Stall 2c.) mit keinem außergewöhnlichen Zeuaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk stndet nur ein Berkaui von über 5 Zentner Koks statt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der llmwmuf im SaskM von 1 bis 5 Zentner- eingerichtet, nämlich bei den Herren: Bachenheimer & Schaumberger, Marburger straße -2, Andreas Euler, Steinstraße 11, Joh. Fischer, Alieeslraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34, _ Gebe. Kahl, Frankfurters trage lol, Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Loy, Kirchenplatz 9, . Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherslraße 2, August Struck, Bismarckstrave 6, Georg Unverzagt, Grünbergerstrave 13. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskokv jamt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben and) in Mengen unter 5 Zentnern. , „ Die Preise unserer Gaskots für die Abnehmer au^nhn.5 der Gemarkung Gießen ermäßigen fid) um den Betrag oer Oktroirüüvergütung von 4 Pfg. für den Zentner. bd Städtisches Gas- und Wasserwerk Gietzeu. Konkursverfahren. lieber den Nachlaß des Kaufmanns Wilhelm Schom- ber zu Gießen, gestorben am 20. Mai 1903, wird heute am 27. August 1903, nachmittags 6 Uhr 20 Min., das Konkursverfahren eröffnet. Der Kaufmann Emil Fischbach in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 18. September 1903 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände — und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Samstag den 26. September 1903, vormittags 10 Uhr — vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse . gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 18. September 1903 Anzeige zu machen. 6465 Großherzogliches Amtsgericht zu Gießen._________ Weinhandlung Heute abeud: (6457 Junge Nm. und alle Artikel zur Desinfektions Mittel Brailiet pflege sämtliche freigegebenen Arznei-Waren in tadelloser Güte und Reinheit empsiehlt 6460 Wctoria-Arogerie Adolf Bieler MarUstratze 5. Heute prima frisch geräucherte in bekannter Güte per Paar 25, 30 und 35 Pfg. empsiehlt 6183 Friedrich Scsiremer Metzgermeister, Seltersweg 65. ! Ein helier verwendet stets Fhfl- (Backpulver - , Ivanillin-Zucker Oetker7 (Pudding-Pulver L 10 Pf. Millionenfach bewährte Rezepte gratis von den besten Geschäften. W W.-,- Gewerbeschule Ms. und Samstags von morgens 9 Uhr 5179 zu haben bei an Beweis neten Hauptlehrer. Für den Aufsichtsrat: C. Riugshaufeu, Vorsitzender. Die Schulleitung: Höhn, Großh. Hauptlehrer. Unter Staatsaufsicht stehende gewerbliche Fachschule. Fachunterricht für alle Berufsarten, insbesondere für Bauhandwerker. Mn Schomber Walltorstraße 51. 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