Donnerstag 28.Mall»08 153. Jahrgang Zweites Blatt. tUrrrfle für Tepefch«: «uzetgrr •trfcnu 8*rn1Hrrd)an1d)lu6 Nr 5L Nr. 123 Erfchetut täglich anher Sonntag*. Dem Drehen er Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessische» Landwirt die Gtehever Kamille», blatt« Diermal m der Woche de,gelegt. NolanonSdrnck ■_ Verlag der Brüh l'schen lln tvech-B nch- u. €>leu>- brurfetn sPieh ch (jrbexi) Teil: U totttfo für ,6tabt und Land' und .Gerichts aal'. August Dötz; für den Anzeigenteil: t>an< Beck. ve-«g»pret»r monatlich 7b vt.. viertel- iähriich Mk. 8 JO; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 60 Pf.; durch diePosl TIL2.— viertel- fährt. mifrldjL Bestellg. Annahme von Anzeigen für bie Tageanummer bi» vormittag» 10 Uhr. Zeilenprei»: total HW» au»nxirtB 80 Pig. GietzenerAnzeiger M General-Anzeiger v Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen JHe heutige Mmmer umfaßt 8 Serteu. KeKanntmachung. Detr.: Die Anwesenheit Leiner Kgl. Hoheü in hiesiger Stadt. Seine Kgl. Hoheit der Grohhcrzog werden gelegentlich Seiner am 29. d. MtS. statthabenden Anwesenheit voraussichtlich zu den angegebenen Zeiten folgende Straßen und Plätze pasiieren: Gegen 2 Uhr nachnr.: Die Bahnhofstraße. Liebigstrahe. Frankfurterstraße, Westanlage und den 06- waldSgarten. Degen 2 7, Uhr: Die Neustadt, Marktstraße, den Marktplatz, die MäuSburg, den Kreuzplatz, Sel- tersiveg, die Südanlage, Ostanlage, Senken- bergstraße und den Brandplatz. Gegen 5 7, Uhr: Den Brandplatz, Senkenbergstraße, Ost- anlage, Südanlage, die Frankfurterstraße, Liebigstrahe und Bahnhofstraße. Sämtliche Straßen und Plätze, die Seine Kgl. Hoheit der Großherzog pasiieren werden, werden jeweils eine Stunde zuvor für den FithrwerkSoerkehr gesperrt sein. Die Anlagen werden für den Fuhrwerksverkehr nicht gesperrt. Dießen, den 28. Mai 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. JJulitilrfjf Tagesschau. Wahlbeteiligung und Wahlzelle. ES wird unter Hinweis auf die ,Teilnahmlosigkeit* weiter Volkskreise gegenüber der Wahlbewegung vielfach die Vermutung ausgesprochen, am 16. Juni werde eine ungewöhnlich große Zahl von Wahlberechtigten der Urne fern bleiben. Das dürfte leider hier und da zutreffen, namentlich in Kreisen der sog. guten und besten Gesellschaft. Können doch hier uud da selbst Männer von ernster LebenS- auffasiung und bemerkenswerter Weltklugheit äußern, daß sie der Wahlurne fernzubleiben gedächten, weil ihnen von den nominierten Kandidaten keiner .durchaus' gefällt. Aber ist eS nicht von jeher in allen Lebenslagen das klügste gewesen, von allen vermeintlichen ,Hebeln' das kleinste zu wählen? Und hat sich nicht schon oft der volle Jndifferen- tiSmuS auf das schlimmste gerächt, wenn man schließlich sah, daß infolge eigener und anderer Schlappheit und Gleich- giltigkeit eine Meinung zu Worte kam, der man nur mit tiefster Mißachtung gegenüberstehen kann, während eine andere leicht hätte den Vorzug haben können, die nur m SUeinig- Eeiten von der eigenen abweicht? Allerdings läßt sich ein Mangel an Interesse gegenüber der Wahlbewegung leichter behaupten als Nachweisen. Schließlich läßt sich doch noch dieser oder jener «plötzlich Abgeneigte' zur Ausübung deS Wahlrechts bestimmen, schon well chm dieses teure Recht so selten in seinem Leben zusteht. Sodann ist zu berücksichtigen, daß die bevorstehende Wahl eine Neuheit und damit einen besonderen Reiz in Gestalt der Wahlzelle mit sich bringt ES mag die« sozusagen ein mechanisches Mtttel sein, eine größere Wahlbeteiligung herbeizuführen, doch eS kommt hier allein auf die Wirkung an, die sich ausschließlich bet den bürgerlichen Parteien bemerkbar machen dürste. Denn die Sozialdemokraten sind ohnehin Mann für Mann zur Stelle, und ebenso die Köhler-Freunde! etwa einer von diesen beiden, sondern . . . alle beide etwas auf dem Kerbholz hätten." Und er erinnerte daran, wie Admiral Albini seinerzeit im Parlament vorgenommen wurde, well er gleichzeitig Kontreadmiral z. D., Senator und Vertreter der Geschutzsirma Armstrong war, und wie ich unter den Akten des Banca Romana^Prozesses auch "Zapiere Accinis befanden, die diesen Admiral stark Tom- wvmittierten. Präsident: „Aber das jinb tempi passatt Zassen Sie diese peinlichen Dinge ruhen." Ferri: „Sie ind auch für und peinlich; das bedeutet aber nicht, daß lewisse Herrschaften, die gesetzlich unantastbar sind, auch >em Lande gegenüber straflos dastehen sollen." (Großer Lärm.) Zwischenrufe: „Das ist eine Gemeinheit, eine Grausamkeit!" Ferri: es vielleicht nicht grau- am, Millionen zu schlucken und die armen Bauern und llrbeitslosen verhungern zu lassend (Neuer wilder Lärm.) Präsident: „Herr Ferri, alle Ihre Angaben siiid haltlos." Ferri: „Bttte sehr, sie sind durch die Akten des Siebener- Ausschusses bestätigt; also nichts weniger als haltlos." (Lebhaftes Geschret) Der „Zwischenfall ist erledigt", und — glücklicherweise, ohne daß es zu noch derberen Auftritten kommt, werden weniger nervenreizende Themata aufgc- nornmen. Kifchinew. Der Hülssverein der deutschen Juden hat sogleich ein Mitglied seines Zentralkomitees nach Kischinew entsandt, um die durch die Metzeleien geschaffene Lage eingehend zu prüfen. Die Ausnahmen, die der Abgesandte an Ort und Stelle vorgenommen hat, liegen nunmehr vor. Danach ergibt sich folgende Sachlage: Die Zal;l der zerstörten Häuser in Ki schinew beträgt in runder Summe 700. Außerdem sind 600 Geschäfte zerstört worden, während die Hauser, in denen diese Geschäfte sich befinden, nicht stark gelitten haben. Die Zahl der Menschen, die obdachlos geworben sind, ist auf 10 000 ober auf 2000 Familien zu schätzen. Die Fanrillen sind mittlerweile bereits untergebracht, die e inzel stehend en Personen nur zum Teil. Getötet auf der Stelle wurden bei den Metzeleien 45 Personen, schwer verwundet 84, leicht verwundet mehr als 500. Bisher wurden für die Betroffenen 6Ü0U0 Rubel verausgabt, vor allem, um ihnen 'Nahrung und, soweit notwendig, jtlcibung zu verschaffen. Charakteristisch ist, daß bie Witweri sich scheuten, selbst Gew cuizunehmen, weil sie für die russischen Pfingsten neue Plünderungen befürchteten und annahmen, durch ihren Besitz die Plünderer auf sich zu ziehen. Die Zahl der Personen, die nur mittelbar von den Ausschreitungen betroffen wurden, ist auf 200v0 zu schätzen. Diese Leute find dadurich, geschädigt worden, daß sie chre Erwerbsquellen, sei eS als Arbeitgeber, fei es als Arbeitnehmer, verloren haben. Die Geplünderten gehören zum ganz überwiegenden Teil den allerärmsten Schichten der Bevöiterung an. Der Mische Mittelstand ist schon weniger hart betroffen worden, unb fast unberührt blieben die reichen Juden, bie nunmehr ihrerseits burch aufopfernde Hülse für die Geschädigten zu sorgen suchen. Wahlbewcgung. Frankfurt a. M., 27. Mai. Die Frankfurter Antisemiten haben am Dienstag abend m einer Versammlung, die nur mäßigen Zuspruch fand, ben Gastwirt H. Laa h, Inhaber des Hotels ,Fölner Hof", als Reichstags- kandidaten proklamiert. Als alldeutsche Kandidaten sind tiach dem „Alld. Verband" ausgestellt worden: Pros. Hasse in Leipzig, Rechtsanwalt Glaß in Bingen-Alzey, Prof. Graf du Moulin-Eckart in Er langen-Für ch, Superintendent fi.Iingemann .iu Essen und Schriftsteller Brey in Kreuznach-Simmern. eine Spannung bestehen soll. Der Eindruck war auf beiden Seiten durchaus sympathisch. Auch im Verkehr mit anderen hohen Reichs- und Staatsbeamten äußerte sich das freimütige Wesen des bayerischen Ministerpräsidenten auf gewinnende Weise. — Nach einer Depesche aus Dover ist die deutsche Kaiserjacht „Komet" infolge eines befugen Sturmes im Kanal in den Hafen von Dover eingefahren. — Der Herzog von Co bürg wird die Pfingstwvche als Gast beim Kaiserpaar in Potsdam verbringen und darauf mit dem Kaiser zum Sängerfest nad) Frankfurt reifen. — Nach einer Meldung ans Breslau berichtet die „Sckfles. Vollsztg.", daß für den erledigten Posten des Oberpräsidenten von Schlesien auch Gras Zedlitz- 'rützschler in Betracht kommt. — Der katholische Fcldprobst Armee-Bischof Dr. Aß- mann ist heute früh in Ahrweiler gestorben. — Die ,Rat.-Ztg.' schreibt, das preußische Kultusministerium plane für die Weltausstellung in St. Louiß die Veranstaltung einer Unterrichts-Ausstellung. Zur Vorbereitung derselben habe sich das Ministerium mit angesehenen Körperschaften mS Einvernehmen gesetzt. — Die Aeltesten der Berliner Kaufmanschaft beschlosien, um der Korporation alle Rechte und deren Geltendmachung vorzubehalten, der Handelskammer und dem HandelSmimster eine Rechtsoerwahrung gegen die neu- Börsenordnung zu übersenden. Köln, 27. Mai. Heute nachmittag tagte eine Versammlung deS Rheinischen BauernvereinS. ES war eine Friedenskommission gewählt worden, die auS je fünf Herren der beiden int Rheinischen Bauernverein vertretenen Richtungen (Schreiner'sche Richtung und v. Spee'sche Richt- ung) zusammengesetzt war, um der heutigen Versammlung Vermittlungsvorschläge zu unterbreiten. Die Kommission schlug vor, als 1. Vorsitzenden den Frhrn. Clemens v. Lo s- Bergerhausen zu wählen. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Ein weiterer Beschluß ging dahin, die Orga- nlsationSkommission auf 17 Mitglieder zu verstärken. Auch hierzu war bereits die Hälfte der Kandidaten oorgeschlagen, welche von der Versammlung einstimmig acceptiert wurden. Zum Punkte „Pensionierung eines Beamten' teilte der Vorsitzende mit, daß die Organisationskommission beschlosien habe, den Redakteur Schreiner mit einem Drittel seines Gehaltes zu pensionieren. (Das Gehalt beträgt 4900 Mark.) Karlsruhe, 27. Mai. Bei der Hundertjahr» feier des badischen Leib - Grenadier - Regime n t S, über die wir bereits berichteten, hiell der G r o ß - Herzog von Baden eine Ansprache, in der er besonders die Leistungen deS Regiments im Kriege von 1870/71 würdigte. Hierbei bemerkte der greife Fürst und Mitbegründer deS Reiches: -Auf diele Zeit müssen wir mit Dankbarkeit zurückblicken und Gott Laufen, daß sie uns in neue Bahnen eingelenkt Hatz aus der dasjenige bervorging, was uns die Kraft und Macht verliehen hat: Deutschland, ein Kaiserreich! Dieses Wort allein genügt, um au kennzeichnen, welche große Erfolge daraus erwachsen, wenn Selbstverleugnung, DiSzwlin und Gehorsam die Leitsterne sind für das ganze Volk.' Der Großherzog schloß mit einem Hoch auf den Kaiser. — Der erste sozialdemo kratis che Bürgermeister im badischen Lande ist in Jsprmgen bei Pforzheim mit 150 gegen 106 Stimmen gewählt worden. Die etwa 1500 Seelen zählende Gemeinde ist ca. 4 Kilometer von der bedeutenden badischen Industriestadt entfernt und von Heber einen Skandal in der ttalienischen Kammer wird dem „Berl. Tagebl." aus Rom folgendes geschrieben: Der Sozialist Ferri bezichtigte neulich im Parlament den Marineminister Bettolo, die Interessen des Staates verraten, nachteilige Lieferungen rntt Demi äbqeschlossen und sich und seinen Anhang damtt schwer bereichert zu haben. „So ort Bettvlo Marinenrinister ist - donnerte der sozialistische Redner - schnellen die Aktien von Demi zu schwindelnder Höhe empor." Der Chorus von Lieblichkeiten, den diese „Enthüllungen" (ober „Verleumdungen", je nachdem) Herrn Ferri ein trug en, jtieg gen Hirn Niel. Die schönen Worte „Schuft, Spitzbube, g- ner, Elender, Verleumder rc." wirbelten toll durcheinander, erreichten aber ihren Höhepunkt, als ^-e m zum Beweis seiner Anklagen den Namen des zurzeit schwerkrmit niederliegenden Admirals Accini nannte und sich dann belehren lassen mußte, daß nicht Admiral Accini, sondern Admiral Albini dereinst den parlamentarischen Unter- suchüngsausschuß der „Sieben" beschäftigte. „Sie bringen diese Mllllonen-Märchen auf (rief Unterstaatssekretar Nicco- lini Ferri zu) weil. . . Sie nach jenen Millionen Appetit baben" Und Ferri erwiderte unter wildem Lärm. Mein Leben weist nicht den aeringften Makel auf: ich bin nicht wie gewisse andere Leute ein Verteidiger der BankiersDie an berühmte Radaumuster ontLmgenbe Sitzung schloß mit folgender Apotheose.Marineminister Bettolo- Ich habe auf diese niederträchtigen Verleumdungen nur das zu erwidern: „Herr Ferri, Sie such vom Scheirel bis zur Sohle-em trauriger Wicht! t^rri: „Unb Sie sind ein unehrenhafte» Individuum. Schluß: Tohuwabohu! . . Tags darauf fand diese tragikomische ^ung em kleines Nachspiel. Ferri bat nämlich ums Wort zum Prottrkoll und gab die ErNürung ab: „Wenn er gestern infolge eines lapsus linguae die Admirale Accini und Allnni mtt einander verwechselt habe, so müsse er heute feststellen, daß nicht Deutsches Reich. Berlin, 27. y)iai. Die für heute angesetzte Parade der PotsdamerGarnison wurde wegen regendrohen- ben Wetters auf Befehl des Kaisers auf eine Stunde später verlegt. Um 10 Uhr ritt der Kaiser in der Uniform des Regiments der Garde du Corps nach dem Lustgarten. Hier hatte die ganze Garnison unter dem Befehl des Generalleutnants d. Mollke in offenem Viereck Aufstellung genommen. Anwesend waren die ganze Generalität, fremd- herrliche Offiziere und das Hauptquartier des Kaisers. Der Kaiser ritt die Front ab, während die Kaiserin und die anwesenden Prinzessinnen mit den Kindern an den Fenstern des Schlosses standen. Hierauf nal)m der Kaiser Aufstellung gegenüber dem Denkmal Friedrich Wilhelms L Sodann fand Parademarsch statt, zuerst in Zügen, dann in Compagnie front refp. Eskadronsfront. Das zweite Mal waren der Kronprinz, Prinz Joachim und beide Löhne des Prinzen Friedrich Leopold mit emgetreten. Der Kaiser führte zweimal das Regiment Garde du Corps der Kaiserin vor. Nach der Parade nahm der Kaiser zahlreiche militärische Meldungen entgegen und begab sich dann nach dem Stadtschloß zurück. — Ter Kaiser empfing heute in Potsdam nach der Parade den bisherigen Botschafter in Washington o. Hol- leben und den bayerischen Ministerpräsidenten Frhrn. v. Podewils. — Ministerpräsident v. Podewils wurde vor der Frühstückstafel bei den Majestäten auch von der Kaiserin empfangen. — Tie „Nat.-Ztg." schreibt: Der bayerische Miniper- präsident Frhr. v. Podewils nahm in einer längeren Unterredung, die er gestern mit dem Reichskanzler hatte, wie wir erfahren, Veranlassung, mir aller End- schiedenbeit die Ausstreuungen zurückzuweisen, wonach zwischen der bayerischen Regierung und der Reichsregierung Fabrikbevölkerung stark durchsetzt, was die sonst auffällige Tatsache der Wahl eines sozialdemokratischen Landbürgermeisters ohne weiteres erklärlich macht. Ispringen ist übrigens die ursprüngliche Heimat des „berühmten" amerikanischen Admirals Kautz, der uns als Führer der Unionflotte vor Samoa mit seinem Bombardement einen so handgreiflichen Beweis seiner Anhänglichkett ans alte Vaterland gab. Ausland. London, 27. Mau Unterhaus. Auf die Anftage, welche Vorsichtsmaßregeln gelegentlich der Automobil» Wett fa hrt um den Gordon Bennet-Preis in Irland getroffen seien, erklärt der Staatssekretär für Irland, es fei der Befehl erteilt, daß auf dem Wege, wo das Rennen stattfindet, sich niemand auf halten dürfe. Ein großes Aufgebot von Polizei und Diilitar werde die Durchführung des Befehls sichern. Ter Staatssekretär für Indien teilt mit, daß in Pendschab unter dessen Bevölkerung 141 78 9 Pest- Todesfälle vorgekommen sind. Labouchere fragt, ob ein Vertrag zwischen Großbritannien und Persien bestehe. Cran- bome erwidert, in Südpersien genieße die bnttsche Regierung gewisie Rechte, bie ihr von Persien zugestanden seien. Es bestehe em Uebereinlommen zwischen Großbritannien und Rußland zur Llufrechterhaltung der Integrität und Unabhängigkeit Persiens. Madrid, 27. Mai. Das von dem Großvater deS jetzigen Königs Alfons XIIL, Franz von Assisi, errichtete Testament ist nunmehr eröffnet worden. Gr hinterläßt dem König 40 Millionen Pesetas. Rom, 27. Mai. ^iunmehr ist die Ankunst des Königs Viktor Emanuel in London auf den 8. Juli festgesetzt worden. — Die großen Strapazen, welche mit den Empfängen der zahlreichen Pilgerzüge der letzten Wochen verbunden waren und die sich plötzlich fühlbar machende Sommerhitze haben die Kräfte des Papstes einigermaßen erschöpft. Sein Befinden ist indessen nicht be- rmruhigend. Fez, 27. Mai. Vorgestern erhielt der marokkanische Minister de§ Innern ein Schreiben, in dem ein neuer Thronprätendent ihm mitteilt, daß er die Nachfolge des auf sein Geheiß getöteten Bun Hamara im Riffgebiet angetreten hat. Er nennt sich Sidi Mohamed den El Haffan Lssim Ali, ist Scherif und stammt aus Sus. Lakodja, 20. Mai. Als am 14. Mai Sokoto von den Engländern genommen wurde, entwich der Sultan und floh nach Osten. Jetzt brachte er die Bevölkerung in einen Aufstand und viele schlossen sich ihm zu Angriffen aus die Engländer im Kleinkriege an. Es kam zu einem Gefecht, in dem die Engländer die Anhänger des Sultans zurückschlugen und nach Osten drängten; sie erlitten jedoch selbst bedeutende Verluste. Newyork, 27. Mai. Die hiesige Kammer für Handel und Verkehr setzte einen Ausschuß ein, welcher den derzeitigen beunruhigenden Stand der amerikanischen Schiffahrt im Verkehr mit dem Auslande prüfen, Mittel zur Schaffung einer amerikanischen Handelsmarine in Vorschlag bringen und den kommerziellen Verbänden das Ergebnis der Untersuchung zur Erwägung unterbreiten soll. — Das europäische Geschwader der Vereinigten Staaten von Amerika wird ehestens Kiel besuchen. Zur Verstärkung dieses Geschwaders geht das Schlachtschiff „Alabama" von hier ab, sodaß vier Schisse nach Kiel kommen werden. — In Wallawalla im Staate Washington, wo sich Präsident Roosevelt gegenwärtig aufhält, wurde ein schweizer Sozialdemokrat verhaftet, der Drohungen gegen den Präsidenten und den deutschen Kaiser ausgestoßen hat. Die Balkan-Unruheu. Die Gesamtzahl der in der Türkei verhafteten verdächtigen Bulgaren übersteigt, bereits 3000. Der Antrag des Generalinspektors Hilmi-Pascha, solche Bulgaren, deren Teilnahme an der Tätigkeit der Mmitees sicher erscheint, wenn sie auch nicht durch Laten erwiesen sei, nach Tripolis und Kleinasien zu verbannen, wurde bisher nicht genehmigt. Von türkischer Seite wird bestritten, daß 52 Verhaftete nach Kleinasien abgegangen seien. — Nach Angaben der Pforte beschränkt sich die Aktion gegen die oppositionellen Albanesen gegenwärtig aus die Verhaftungen der Haupträdels- sührer und schreitet noch fort Ein verhafteter junger Bulgare Namens Arso La^o hat den Behörden alle 9 tarnen der bulgarischen Notabclu Salonikis bekannt gegeben, welche dem macedonischen Komitee angehören. Unter ihnen befindet sich ein angesehener Bankier, der stark kompromittiert ist. Ferner hat er den Ort angegeben, wo wichtige Schriftstücke versteckt waren. Aus denselben war ersichtlich, daß mehrere hohe bulgarische Persönlichkeiten die aufständische Bewegung in Macedonien unterstützt und geleitet haben. Er bezeichnet Kwevvilik als Herd des Aufstandes. Das Standgericht hat nach dort eine Kommission entsandt, um Erhebungen einzuleiten. Das Wiener Fremdenblatt veröffentlicht eine Korrespondenz aus Konstantinopel, die ausführt, daß die von Oesterreich-Ungarn und Rußland ausgestellten und von der Pforte angenommenen Reformen nicht aufgegeben, sondern nur aufgeschoben seien. Der Aufschub in der Durchführung der Reformen sei aber naturgemäß in der Lage der Verhältnisse begründet. Es sei den Entente-Mächten augenblicklich unmöglich, der Pforte die unverweilte Durchführung . der Reformen zuzumuten, es sei aber gewiß, daß in dem Augenblicke, wo die Verhältnisse die Durchführung der Reformen gestatten, die Entente-Mächte den nötigen Druck aus die Psorte ausübey werden, um die sofortige ©in» leitung der nötigen Maßregeln zu veranlassen. Heer und Flotte. Berlin, 27. Mai. Auf Befehl des Kaisers find sämtliche kommandierenden Generale nach Berlin berufen worden, um auf dem Truppen-Uebungsplatz Döberitz den militärischen Exerzckien des Garde-Korps, für welche auf ausdrücklichen Befehl des Kaisers die ausgedehntesten Absperrungen vorgenommen werden sollen, beizuwohnen. (Infolgedessen kann also Eeneral von Lindequist an den morgenden Bataillonsfeierlichkeiten in Gießen nicht teilnehmen. D. Red.) Im Laufe des heutigen Tages ist die Mehrzahl der kommandierenden Generale bereits hier cingetroffen. Auch Gcneral-Feldmarschall Graf Waldersee wird den Exerzitien beiwohnen. Prinz Albrecht von Preußen ist durch eine leichte Indisposition am Erscheinen verhindert. Aus und Lund. Gießen, 28. Mai 1903. •• Zur Regiments-Jubiläumsfeier können wir heute einiges über das Programm, das sich morgen abspielen wird, mitteilen. Uni 1 Uhr 51 Min. trifft, wie wir wiederholen, Se. Kgl. Hoheit der Großherzog ein. Die Fahrt zu Oswaldsgarten erfolgt durch die Bahnhofstraße und West- anlage. Anf Oswaldsgarten ist Parade des Regiments. Die Weiterfahrt nach dem alten Schloß geht durch Neustadt, Marktstraße, Marktplatz, Mausdurg, Seltersweg und Südanlage. — Nach der Parade ist außer dem nach Besichtigung des alten Schlosses im Offizierskasino statt findenden Diner, bei dem S. Kgl. H. der Grobherzog das Kaiserhoch ausbringen wird, auch ein Festesten der Gäste und Veteranen im ExerzierhauS des 2. Bataillons. Nahezu 1000 Personen werden an der Tafel teilnehmen. Die Veteranen werden nach Teilnahme an der Parade kompagnieweise zur Kaserne und zum Festesten sich begeben. — Vor dem Antreten zur Parade, um 11 Uhr etwa, findet Apell des 2. Bataillons im Exerzierhause (Neue Kaserne) statt, wobei Major von Schlemmer, der Kommandeur des Bataillons, eine Ansprache halten wird. Die Leute werden vor dem Antritt auf Oswalds Garten zunächst ein warmes Frühstück bekommen. — Wie wir ferner hören, wird das 2. Bataillon während der Parade durch Verleihung eines neuen Fahnenbandes ausgezeichnet werden. — Die Abfahrt des Großherzogs erfolgt, roic wir früher schon mitteilten, um 5 Uhr 53 Min.; die Rückfahrt geht über den SelterSweg. — Gesellenprüfung. Im städtischen Schlachthofe fand gestern die zwecke Gesellenprüfung hiesiger Metzgerlehrlinge statt. Angemeldet hatten sich Gg. Lenz aus Gießen, Lehrmeisterin L. Sack Wwe., Hch. Langohr aus Elpenrod, Lehrmeister Otto von Eiff, gegenwärtig bei A. Möhl und Jakob Seipp aus Battenberg, Lehrmeister A. Möhl. Die von dem Prüfungsausschuß festgesetzten Arbeiten waren folgende: Für Lenz Schlachten eines Ochsen einschll Spalten, AuSbeinen eines KalbSbugeS geschlosten, Schlitzen und Brühen eines KalbsgekröseS. — Für Langohr: Schlachten eines Schweines mfl. Spalten, Reinigen und Brühen eines Großvieheingeweides, sowie Abnahme eines Ochsennickers. — Für Seip p: Schlachten eines Schweines infl. Spalten, Reinigen und Brühen emeS GroßviehemgeweibeS, sowie Ausbeinen eines Schweinscarrös. Die Prüflinge zeigten durch die vollzogenen Arbecken, daß sie den nicht leicht gestellten Anforderungen vollständig gewachsen erschienen. Im Anschluß an die praktische Arbeit folgte die theoretische Prüfung, an der auch die Herren Schlachthof-Direktor Dr. Liebe und Hauptlehrer Traber in dankenswerter Weise teilnahmen. Die Prüfung erstteckte sich auf Fragen, welche auf bas Handwerk Bezug haben, soweck man sie von einem siebzehnjährigen Lehrling verlangen kann. Auch dieser Teil der Prüfung fiel zur Befriedigung des Ausschusses aus, dem sich die eingeladenen Herren anschlosten, die auch ihre Anerkennung zollten. — Am Schluffe der Prüfung richtete der Vorsitzende des Ausschusses ermahnende Worte an die Prüflinge, bestrebt zu sein, tüchtig weiter zir ernen, human gegen die zu tötenden Tiere zu sein, treu und leißig im Berufe und zuvorkommend gegen alle Menschen, mit denen sie in Verkehr kommen würden. Gleichzeitig erhielten die Lehrlinge die Mitteilung, daß der Ausschuß mit den Leistungen zufrieden sei und sie nunmehr als Gesellen anerkenne. — Die Ueberreichung der Gesellen-Diplome soll in nächster Innungs-Versammlung stattsinden. k- Oueckborn b. Grünberg, 27. Mai. Am Hirnrnel- ähdStage unternahm der Gesangverein aus einem Nachbarorte hierher einen Ausflug. Es entstand zwischen Mitgliedern des Vereins eine Schlägerei, wobei es blutige Köpfe setzte. sd. Darmstadt, 28. Mai. Die feierliche Einsegnung der Leiche des verstorbenen Oberstleutnants Frhr. Schenk zu Schweinsberg, welche heute nachmittag im Krematorium in Offenbach eingeäschert wird, fand heute vormittag unter außerordentlicher Beteckigung durch Prof. Dr. Trempert tatt Als Vertreter des Großherzogs nahm Generaladjutant Generalmajor von Wachter teil. Vertreten waren auch das Ofsizierkorps sowie die staatlichen und städtischen Behörden. Darmstadt, 27. Mai. In der Psingstwoche wird der evangelisch-soziale Kongreß seine diesjährige Tagung in Darmstadt abhalten. Mittwoch den 3. Juni wird Prof. Dr. Adolf Wagner-Berlin über das „soziale und ethische Moment in Finanzen und Steuern" und Prof. Wilhelm Herrman-Marburg über „die sittlichen Gedanken Jesu in ihrem Verhältnis zu der sittlich-sozialen Lebensbewegung der ©egenroad* referieren. Abends findet eine Volksversammlung statt. Donnerstag den 4. Juni spricht Prof. Dr. Wilhelm Kahl-Berlin über die „Reform des deutschen Straftechts im Lichte evangelischer Sozialpolitik. Nachmittags wird Oberlehrerin Frl. Laura Herrmann-Berlin über das Thema „Welches ist bas Ziel der höheren Mädchenschulen" sprechen. Mainz, 27. Mai. Die Stadtverordneten bewilligten für die Erbauung eines neuen Schulhauses in der Lcib- nizstraße 257 000 Mk. und gaben ihre Zustimmung für die Erbauung einer Anzahl Häuser für Arbeiterwohnungen an dem unteren Zahlbacher Weg. Worms, 27. Mai. Zum Besuche des Grafen v. Waldersee erfährt das „W. Tgbl.", daß der Generalfeldmarschall in seiner Eigenschaft als Inspekteur der Dritten Armmee-Jnspektion am Mittwoch, den 10. Juni, abends in Worms eintrifft und im Heylshof absteigt. Für Donnerstag den 11. Juni (Fronleichnamstag) ist abends großer Zapfenstreich der Kapelle und Spielleute deS 118. Regiments vorgesehen, an dem sich auch die Militäroereine des Hastiabezirks Worms beteiligen werden. Am Freitag den 12. Juni findet entsprechend, eine Figur mit Lyra und Lorbeer trägt: gefertigt ist dieser Pokal von L I. Seligmann. Denso ist ein großer silberner Eichenlaubkranz, die Ehrengabe der Frankfurter Turnerschaft, von Seligmann geliefert; die Widmung ist auf einer reich geschlungenen Schleife, die den Frankfurter Adler trägt, angebracht. Die schöne amerikanische Ehrengabe des Herrn Albrecht Pagenstecher in Newyork haben wir schon beschrieben; die Ehrengaben des Landgrafen Friedrich von Hessen u. a. stehen noch aus. — Für die Ankunft des Kaiserpaares am 3. Juni Äends 7 Uhr ist folgende ^paliecbübung in Aussicht genommen: Von der Scharnhorststraße bis zur WilhelmS- brücke nehmen Ausstellung die dem deutschen Kriegerverband angehörigen hiesigen Kriegervereine und der Verein der Telegraphen-Unterbeamten. Tie Dilhelmsbrücke selbst bleibt unbesetzt, um dem rtaiserpaar einen Ausblick auf den Handelshafen und die Parade-Ausfahrt der hiesigen Ruder- vereine zu gewähren. In der Wilhelmstraße bis zur Ein- ahrt in den Festplatz nehmen 2600 Mädchen ans den hie- igen städtischen Lehranstalten Aufstellung. Abends 9 Uhr zur Abfahrt des Kaiserpaares findet abermals eine Spalierbildung statt, und zwar nehmen Anfitellung die älteren Schüler hiesiger städtischer Knabenschulen in einer Zahl von annähernd 3000 Knaben. An die Schulen anschließend nehmen die Schützen-, Turn-, Sport- und sonstige Vereine Aufstellung, daran anschließend die verschiedenen Beamten-Vereine, namentlich der Kgl. Eisenbahiidirektion, endlich die gesamte Garnison. Tie Spalierbildung findet statt längs des Schaumainlais bis zur Untermainbrucke, welch letztere freibleibt, dann 9leue Mainzerstraße bis zum Sckau- spielhaus, Gallusanlage, Käiserstraße bis zum Bahnhofe. Unter den Platanen des Schaumainkais zieht sich eine Kette bunter Lampions hin, während der Main, belebt von geschmückten Booten und mit bunten Lampions beleuchtet, ein farbenprächtiges Bild bieten wird, da auch die den hiesigen Hafen besuchenden Reedereien den Besuch zahlreicher Schiffe in Aussicht gestellt haben und die Rudervereine und die Sachsenhäuser Färcher Auffahrt halten. Während der F-cchrt der kaiserlichen Herrschaften über die vorgenannte Strecke findet bengalische Beleuchtung des rechten Mainufers bis zu der Alten Brücke statt, ebenso des Domes, des „Langen Franz" und der anderen Turme, sowie der Kuppel des Schauspielhauses. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der in M a i n z zu 15 Jahren Zuchthaus oerudeilte Einbrecher Kaufmann (nicht „Hauptmann", wie uns seinerzeit fälschlich drahtlich übermittelt wurde) Härmens hat angegeben, er habe in Frankfurt einem Herrn Müller, dessen Sohn zurzeit des Diebstahls in Antwerpen gewesen sei, Wertpapiere gestohlen. Nähere Angaben fehlen. Es wird bemerft, daß die Tat in den Jahren 1895 bis 1901 begangen sein muß, und daß HarmenS zu feinen Einbrüchen in verlassene Wohnungen Sonn- und Festtage wählte. — In Kassel ist ein alter hessischer Militär gestorben, Generalmajor z. D. Viktor v. Loßberg. — Aus Bingerbrück meldet man: Auf der Eifenbahnbrücke über die Nahe schlug sich ein stellenloser Kellner mit Namen Franz Krähling mit einigen Kameraden herum. Plötzlich überkam den Betrunkenen die eigentliche Idee, von der Brücke aus sich in die Nahe zu stürzen und sich zu edränfen. Einige Schiffer retteten ihn vor dem sicheren Tode, worauf er ins Spital gebracht wurde. — Das vier Jahre alte Töchterchen der Familie H. Gucked in ®unterSblum zündete in einem unbewachten Augenblicke eine SpirckuSmaschine an, wobei feine Kleider Feuer fingen. Auf fein Geschrei eilte der Vater herbei. Er riß dem Kinde die Kleider vom Leibe, um es auf solche Weise zu retten. Dabei verbrannte er sich die beiden Hände, während baS Kind erhebliche Brandwunden am Arme und an der einen Seite erlitten hat. — Die Stadtverordneten-Versamm- lung in WormS beschloß, zur Errichtung des Küchler- DenkmalS den Lmdenplatz abzutreten und bewilligte den zur Herrichtung deS Platzes geforbeden Kredit. — Die Lehrers- tochter auS dem Dörfchen Gleiberg, die in der Nacht zum Montag eine Hochzeck im Dorfe mckmachte, ist feit der 3eit mit einem gleichaltrigen jungen Menschen verschwunden. DaS Pärchen verfügt über etwa 300 Mark, Ersparniffe des 22 Jahre alten Jünglings, mit denen allerdings nicht weit zu kommen ist. die Besichtigung der Bataillone deS hiesigen Regiments auf dem Exerzierplätze bei Rofengaden statt. Daran anschließend Parade deS Regiments. Nach einem Frühstück im Offizierkasino wird Graf von Waldersee im Laufe bcS Freitag nachmittag WormS wieder verlassen. fc. Wiesbaden, 27. Mai. Zu den Festspielen trifft außer dem Kaiserpaar auch die Schwester deSKaisers, Prinzeffin Viktoria von Schaumburg-Lippe hier ein. Auch die regierende Fürstin von Schaumburg-Lippe wird von Schmalbach, wo sie zur Kur weilt, herüberkommen. Ferner trifft nut dem Kaiser der Herzog von Coburg-Gotha hier ein. Der Kaiser wird auch die römischen Ausgrabungen im Bad- haus zum Engel besichtigen. Frankfurt, 27. Mai. Die Ehrengaben zum Sänger-Wettstreit find von heute ab in dem Schaufenster der Firma Georg Schepeler ausgestellt. Die Stadt Frankfurt a. M. gibt zivei Ehrengaben. Erstens einen großen Humpen, reich ziseliert mit Trauben, der Henkel ein Schwan mit aiis^breiteten Flügeln als Träger des Humpens. Unter dem Ausguß ist der Frankfurter Adler in einem Schild mit Mauer-Kroiie vortellljaft angebracht. Zweitens einen modeni ausgeführten ziselierten Humpen mit dem Frankfurter Adler im Relief; Der Deckel ist durch eine Figur, die Musik, in reicher 'Gewandung gekrönt. Die eine Ehrengabe ist von Hessenberg u. (So., die andere von L. I. Seligmanu geliefert. Sehr schön ist die Ehrengabe der Freiftau Wilhelm v. Rothschild: ein vergoldeter Humpen mit den Bereinsabzeichen der am Fest teilnehmenden Vereine, am Fuße vier Stadtansichten, auf dem Teckel eine Lyra. Ein Obelisk, die Ehreiigabe des Frankfurter Sängerbundes und der Frankfiirter Sängervereinigung, hat am Fuße drei Frankfurter Ansichten in halber Höhe, ferner Die Medaillenbilder von Schubert, Kreuzer und Silcher; Der Frankfurter Mer ist in Email angebracht. Diese zwei Ehrengaben sind von Lazarus Posen Witwe angefertigt, auch die reich ziselierte Platte mit der bekannten Staöt- ansicht mit dein Eisernen Steg, die gemeinschaftliche Gabe des Regatta-Vereins und der hiesigen Ruder Vereine. Ter fculemn tige Humpen nut reicher Lorbeer-Blätter-Ziselier- ung trägt das Vereinsabzeichen des Gebers, des fynuitfurtcr Rennklubs; mit der Anfertigung war E. Schürmann u. Co. betraut. Tie Reihe der geschmackvollen Humpen wird durch Die Gabe des Frankfurter Schützenvereins ergänzt, ein großer I Pokal, der in modernem «til auf dem Deckel, dem Feste Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 27. Mai 1903. (Mitgeteilt von Der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Tie Festigkeit der gestrigen Newyorker Börse, forme die ziem- lich beendete llltinw-Liquidatum gaben von Anfang an Anlaß zu einer allgenreinen Besserung. Hierzu kamen noch günstigere Ersen- derichte aus Oberschlesien, welche größere Käufe in Eisenwerken zur Folge hatten. Banken, sowie Bahnen verkehrten m gut behaupteter Tendenz; in letzter Börsenstunde jedoch wurde die Stimmung all- gemem matt infolge Rückganges der österreichischen Renten. Be- soudere Festigkeit zeigten Spanier; Paris trat andauernd als Käufer auf, angeblich auf das Gerücht von der Bildung eines neuen Ministeriums unter Villaverde. Türkenwerte neuerdings gefragt und besser, da wiederum günstigere Nachrichten betreffs der Unifikation vorlagen. Aus dem Eassainduslriemarkt waren größtenteils Kursaufbesserungen zn bemerken. Prwat-Tiskont 3i/< Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Oest. Kredit.... 209.70 209.00 Deutsche Bank . . . 208.90 209.12 Tarmstädter Bank . . 186.50 136.75 Bochumer Guß . . . 175.90 175.00 Harpener Bergbau . . 178.75 178.25 Schluß-Tendenz: schwächer. Berlin, 27. Mai. Line Gesellschaft für drahtlose Tele graphie G. m. b. H. wurde hier nach den Systemen Braun und Llaby-Arco begründet. Das Grundkapital beträgt 800 000 Mark und kann nach Bedarf auf eine Million erhöht werden. Tie eine Hälfte der Geschäftsanteile übernimmt die Allgemeine Clektrizitäts- Gesellschaft, die aixbete Halste die Gesellschast für drahtlose Telegraphie (System Braun) und Siemens u. Halske. Tie neue Gesell» schäft schlievt Fabrikationsvedräge mit der Allgemeinen Elektrizi» täts-Gejelljchaft und Siemens u. Halske ab. • Berlin, 27. Mai. In der Gesellfchafter-Versammlung der Teut scheu Kohlensäure - Gesellschaft konnte deren sofortige Au s los an g nicht beschlossen werden, weil nur 60 Proz. der abgegebenen Summen dafür mären, während das Gesetz Trei- oiertel-Maiorrtät vorjchrecht, doch erklärte die numerische Majorität d,e Auflojnng der Gesellschaft, gestützt auf § 61 des Gesetzes über die Gesellschaften mck beschränkter Haftung auf gerichtlichem Wege erkämpfen zii wollen. Tie Klage wird sofort erbeben werden, damit sie niogllchst noch vor den i^erichtsferien erledigt werden fann. Märkte. Limburg a. d. 8., 27. Mai. Fruchtmarkt. Durch' schnittspreije pr. Malter. .'Kater Weizen 14.22 Atk., Weißer Weizen uu.00 Alk., Korn 11.10 Mk., Gerste 9.00 Mk., Hafer 6.85 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. I ttorps' bcizutreten. Gerichlssaal. Auch ein Dogelfreund. 26.40 manu nuv 20 Linder ertranken. 10 Leichen find bereits 3V1% a°/o 8V,% 8°/0 3*/2% 103.70 50.15 31.90 33 25 130.40 44.70 mit unb 8*7o Mexikaner . . 4*/e'7o Chinesen . . Electric, beb ackert . Nordd Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staate bßhn . Lombarden . • • üotthardbahn . . . La urallütte . . . . Bochum . . . . . vöm Wechsel als Privatdozent m der juristischen Fakultät —- ----- i versität Bonn habilitiert. - Ter Direktor des wemischen Labma^ davon zerstörte. L..IO.. nach dreistündiger Tätigkeit. Der Schaden ist beträchtlich. I Tem außerordentlichen Profeffor in der medizinischen Fakultät Heute mittag ist in der piefigen Universität zu Greifswald Dr.Frecheren v. Preufchen von Familien Nachrichlen. Gestorben: Stadwerordneter Leopold Oppenheim in Mcnnz. Leopold Grünebaum in Mainz. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt b. J1.» 28. Mai 1908. 40/, Italien. Rente . . . 4*;, % Portugiesen . . . ö0/ Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose .... 4% Griech. Monopol.-Anl. 4‘ äussere Argentiner bei°nntest-n * ' ' ' -n nächsten Dienstaa hin gerichtet Arbeiterdewegung. ir. Frankfurt a. M., 27. Mai. Bereits 36 Firmen haben Forderungen der Spengler bewilligt. Es arbetten I über 200 Arbeüer in den 86 Geschälten.___________________________ lich die Losten deckt. Saloniki, 28. Mai. 30 Albanesen Häuptlinge, die auf dem hiefigen türkischen StationSschiff gefangeu gehalten wurden, sind in einem besonderen Fahrzeug fortgebracht worden, um in Castamoni in Kleinasien interniert zu werden. — Aus der Gegend von Monaslir werden neue Zusammenstoss zwischen Bulgaren Banden und türkischen Truppen gemeldet. Zn Tem- resch beiMonastir fanden am Montag die heftigsten Kampfe tatt, welche e» bisher in der ganzen Kampagne in Macedonleu gegeben hat. AuS jedem Hause wurde auf das türkische Militär erschosien. Die Türken eröffneten das Feuer aus Gebirgs-Kanonen, als plötzlich eine entsetzliche Explosion erfolgte, da bie Türken das Dynamit-Magazin in Brand gesteckt hatten. Die Wirkung war außerordentlich. Das ganze Dors flog in die Luft. Alles war tot Der Bandenführer Tschea- kalorow und alle seine Leute wurden in schrecklich verstümmeltem Zustande als Leichen aufgefunden. Die Zahl der Opfer ist noch nicht sestgestellt, doch ist sie jedenfalls sehr groß. — Nach einer Depesche aus Sofia wurden Flüchtlinge aus dem Adrianopler Gebiet, die bei Kaibilare die Grenze überschreiten wollten, von türkischen Grenzlruppeu mit Waffengewalt zurückgehalten. Viele wurden erschossen. Zn verschiedene Banden treten junge Mädchen und Frauen ein. stehenden Enthüllung dieses TenksinnS grng flcR«* cnb im Opernhause vor einem fast ausschließlich MllitLrischen Publikum dos Manöverbild „T d b c r 1 y von Josef L a uff, Musik von Josef Sclilar, in Szene. Die kurze Handlung des GelegenhcitSstückes begleiten einige alte MiluarrnaNche und einige Chöre. Das 0>anzc übt durch seinen frischen unb arbenprachtigcn militärischen Zug eme der besonderen Gc- egenhcit angemessene Wirkung auS. Der Ans er, bie Kaier in, und die Prinzessin Friedrich Leopold ivvhnten der Vorstellung bei. In einer Leitenloge folgte Adolf von Menzel, der Illustrator der Fridericiauischen Zeit deut Verlauf der Ausführung. - Generalmajor z. D- von Blumenthal, ein Bruder des GeneralfeldnurrschaUS, . . 92.75 . . 94.50 . . 101 50 . . 208.80 . . 185.40 . . 186.90 . . 147.25 . . 154.10 . . 145 40 . . 14.10 . . 190.00 . . 215.80 . . 175.00 Harpener ..... 178.50 Tendenz: ruhig. Verletzungen davon. w , ww w r mobil-Fachleute und Fabrikanten hielt heute hier eine Ver- ^ner^Tel^gramm zufolge am nächsten Dienstag hingerichtcl sammlung ob behufs Beratung über den Ankauf eineß IPCTbCtL größeren TerrainS in der Nähe von Paris zur Errichtung einer Automobil.Rennbahn. • Paris, 27. Mai. Der Automobilfahrer Marcel (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Nänault ist seinen Verletzungen erlegen. Artikel übernimmt Die Redaktion dem Publikum gegenüber 'Paris, 27. Mai. Der berüchtigte Kanonikus keinerlei Verantwortung.) SR Ofenberg, der nach Aufsehen erregenden Schwindeleien <«nu Dr. LaveS m Hannover ist zum Mitgliede "'E.'"r;^7nb°'°27! Moi. In ber Nähe ber Zinkh-ltt.H M°n .erwürbe gestern em Bergarbeiter °°° einem U. Z U g - ££ " b « r 8: überfahren und zerstückelt. flCflcn den TuellunfugStellunq genommen wurde. Es wurde eine 'Hamburg. 27. Mai. TaS 14jährige Dienst- ^-ch^en, m welcher die .ritterliche Austragung von mädchen Kratzmann versuchte seine Herrschaft, die Ehrenaffairen verdanmit wird, und welche b« Teilnehmern d^e Familie PhomS, durch in den Thee geschüttete Saure j« beschl^m^^" best^end^^Duellliga als .akademisches vergiften und entfloh. 1 - • Lübeck, 27. Mai. Auf dem Gute Klein-Ukahl m Mecklenburg wurden durch Brand mehrere Gebäude! zerstört. Etwa tausend Schafe kamen in den Flammen um. — Ermordung des Kapitäns vom englischen • Paris, 27. Mai. Im hiesigen Sommerpalast stürzte Schiff Veronika' waren 3 deutsche Matrofen durch das derRadfahrerDiavalo, welcher den sogenannten TodeS- Schwurgericht in L i v e r p o o l zum T o de oerurteüt worden. Jetzt ring zu durchfahren versuchte, kam jedoch mit leichteren ist der längste von ihnen, Namens Monfohn,^zu lebenSlangUche^ jadetts für Barnen Zrauen-Paletots in befonöers großen Weiten Koftüme und Koftfimröde ttinder-Iaden Uinder-Mäntel Einen grotzen poften Don voriger waschstoffen H. es Saison in Zeidenstoffen zu ganz außergewöhnlich billigen Preisen. Kaiser-Garten. Seltersweg. Südanlage 4321 Morgen, Freitag den 29. 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Mts. wird Seine Königliche Hoheit der Großherzog unsere Stadt besuchen und dabei folgende Straßen durchfahren: Gegen 2 Uhr nachmittags vom Bahnhof durch die Bahnhofstraße, Liebigstraße, Frantfurterslraße, Weslanlage nach Oswaldsgarten, gegen 2/, Uhr von Oswaldsgatten durch die Neustadt, Marktstraße, Marktplatz, MäuSburg, Kreuzplatz, Seltersweg, Selterstor, Südanlage, Ostanlage, Senckenbergstraße, Brandplatz zum alten Schloß, von dort nach der Zeughauskaserne, gegen ö1/, Uhr Rückfahrt von der Zeughauskaserne durch die Senckenbergstraße, Ostanlage, Südanlage, Frankfurterstraße, Liebigstraße zum Bahnhof. Alle Bewohner unserer Stadt — namentlich an vorgenannten Straßen — bitte ich aus diesem Anlaß ihre Häuser festlich zu schmücken. Für den rationellen Vertrieb unserer patentierten Artikel suchen wir rührige 4308 Vertreter. Döring * Co., Eisengießerei u. Maschinenfabrik, _____Witte» a. 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