8224 ragen in der ^p, hholÄ i. 5--Ä "na Krame^ Sä'” remRolor?nl__ teSey *«fc; ^"gejuchi SÄ, tlUe >Üch>H Ifu welches im Kochen ,l*O bewandert ifi M -beil versteht, so,'ott iu «l. Näheres in der _____________ O2U76 'I Junges, braves Dia»- xgdüber zu eurem Kurde Vahuliviilratze LS, tV^ Zuoerl, junges ivlatchm er gesucht. lruurru taun ilflen. tzranNurlerjir. 61, II <£in junges iDiaüchen iagS- jejudjL Alicejiravr 22. }cr!töouu, der SJtlhre auf lern Äaudureau und iu her ^äbeit läng war, such! gegen geringe 'Itafluiun; agen in der Q%p. ,d|lm Mil schöner Md. tlUttUu jd)nUiud)ide'dg. mBureau. tÄefttingrdole ,t. U2U74 anbJnpAyi «tot in L cei m der Exped. - M rüchtige» Rädchen, es verteil lodjenfaiui u.d)t । E 20. Liai. ^ofmaao^rmun^- -<■ w nfta iw» • men. 2; 6. iJL Mrtschast ' ^er^eserl iltl. ArveUk« n»J Met,*1* SJCÄ*-*« 1 KeuW. U’ z Mal KS 4--?' 'Hntnr»'L ,t 9h*. 98 • rf*ct«t täglich auber Sonnlag«. Dem Gießener Anzeiger »erben rm Wechsel mit bem Kesßfchen taeötslrl bte »iefzener Kamille»- blätter oiermal in ber Woche betgelegL Storni tone brud u. Verlag bet vrüh l‘|d)ee Unuxd.-t)ucb- u-Cleuv b rudern (tlietid) *rben) ilUbafnxm, fcpebuw* unb Drude reu Echalßratze 7. Ubrtfie tüi Devetchen: «ojeiger tieje«. ^milprcdianldlluiÄT 5L Dienstag 28. April 1903 153. Jahrgang Zweites Blatt. GletzenerAnzelgerW " General-Anzeiger ™ W-IL Amts- md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen 3>U dnitige pnmmrt umfaßt 10 Seite», e- — — 1 ■ ■■== ' "g?". ' Volilische Tagesschau. 3* neues Arrchllig. Man schreibt unS au- Berlin, 27. April: Die für die nächsten Wochen getroffenen Reisebestimm- ungen deS Kaisers gestatten den Schluß» daß der Herrscher um die Zeit der RerchStagSwahlen in Berlin ober Potsdam anwesend sein toirL. (4* ist erklärlich, daß der fcaifet an der Eittschkibung über die Zujamuiensetzung de- neuen Reichs tag- lebhafte- Interesse nimmt, ttnrb doch letzterer nicht minder bedeutungsvolle Ausgaben &u läsen haben, al- sie dem alten Reichstag in Gte|ialt der beiden Flottengefetze und deS Zolltarif- erwuchsen. In politischen Kreisen begegnet man beiläufig der Ansicht, daß die lom- menbe Llar in «Vorlage nicht nur eine Vermehrung der LreuzerfloUe, sondern auch eine solche der Marinetnsan- terie in sich schließen werde. Die,e Annahme darf jedock) nach Erkundigungen an unterrichteter Stelle als unzu- tressend bezeichnet werden. Line Verstärkung der Seebataillone Liegt nicht in der Absicht der Alarineverwatt- ung. Dieser Gedanke ist allerdings zurzeit der China- touren aus getaucht, hat aber niemals greifbare Form gewonnen, wie die- wiederholt unter Huuveis auf die angeblich beabsichtigte Bildung einer Lolonialarmee behauptet worden ist. Zu» Besuch König tbuarbl tu Pari-. Man schreibt und aus Berlin, 27. April: hätte ber Morgantrust nicht in ber Reichöhaupt- Habt eine Vertretung eingerichtet unb zwar in ber Straße de- internationalen Verkehr- „Unter ben Linden" — man würde außer halb der Schiffahrtskreise durch nichts mehr an da- Bestehen diese- so geräuschvoll begründeten fee- toirtschafllichen Verbandes erinnert Der Name Morgan, an den ün vorigen Jahre die verwegensten jUnnbinatwnen sich knüpften, nur noch zuweilen in ber Presse auf, gegenwärtig in der französischen, und zwar in Verbindung nU (Erfrierungen über den demnächstigen Besuch König Eduard- in Paris. Die betressenden Lersusser erässnen mit echt französischem Sanguin Ismus die Aussicht, daß der Besuch eine wirtschaftliche Annäherung -wischen Frankreich und England zur sZolge haben werde, die sich u. a äußern BinnU in Xkrbaublmigtn über die verbinduna französischer und englischer Reedereien -u einem Hegentrust gegen den Morgan scheu. Line etwa- kühne Erwartung. Mr. Morgan wird sich deswegen kaum beunruhigen: er kennt die (Engländer sicherlich zu gut, um nicht zu wissen, dab deren Wirts chrsttiche Beziehungen zu anderen Nationen durch Besuche König Eduard- am wenigsten beeinflußt werden. __________ Deutsches Keich. Berlin, 27. April. Kaiser Wilhelm ist heute von Eisenach nach Berlin zurückgekehrt. Er begab sich gestern ödend 12y, llhr in Begleitung de- Großherzoas von der Wartburg nach dem Bahnhof, übernachtete in feinem Salonwagen unb fuhr heute morgen 4 llhr nach Berlin. Hier traf ber Kaiser um w llhr ein. Nach feiner Ankunft im Königlichen Schlosse hörte er Vortrag. __ Eine hiesige Korrespondenz hatte die Nachricht Der- breitet, die Kaiserin habe auf die italienische Reise verzichtet, well sie al» evangelische Frau nicht dem Papst gegenüber treten wolle. Demgegenüber konstatiert die „Post", daß die Kaiserin lediglich auf ärztlichen Rat hin die Reise aufgegeben hat — Heftern starb in Königsberg L 9t bei einstige deutsche Botschafter in Rom, ^zellenz v. Keubell, un mter von 80 Jahren. (Mit Robert v. Keubell ist einer der letzten noch lebenden diplomatischen „Handlanger" bes Fürsten BiLmarck dahingegangen. Er hat nie einen wirklich bestimmenden Einfluß auf die politischen Entschließungen unb Pläne be- ersten Reichskanzlers gehabt oder auch nur erstrebt Unb doch hat er jahrelang dem Fürsten und seinem Hause persönlich näh er gestanden als irgend einer von demm die sich der Beachtung des eisernen Kanzlers erfreuen durften. Ms Rodert v. Keubell, der Lstpreuße, 1863 von Bismarck als Hilfsarbeiter ins ^luswarttge Amt berufen wurde, kettete er seines Glückes Schrff mit unwandelbarer Treue an das Schicksal des damals schwer befehdeten und von der öffentlichen Memutig fast ausnahmslos verkannten Dlannes. Ohne sich rn dav Getriebe der Tagespolitik einzumischen, gelang es Keubell sehr bald, durch die aufopferungsvolle Eingebung, mit der seine Arbeitslust ben Wünschen DiSmarcts entgegenkam, sich bas besondere Vertrauen des Ministerpräsidenten zu erwerbem Bismarck zog Keubell in sein Haus, und hier machte sich der stets Tienstberette bem Bismarckschcn Familienkreise unentbehrlich. Sein meisterhaftes Klavierspiel kam ihm dabei ttefflich zu statten In Rom wirkte er elf Jahre nicht vergebens im Sinne des deutsch-italienischen Bünb- niffts, bis ihn Bismara 1887 veranlaßte, feine Abberus, una au beantragen.) — Nach ben Veröffentlichungen des Ausweises über die Reickseinnahmen schließt bas Etatjahr 1902 nicht aanz so ungünstig ab, als man anfangs erwartete. 2ie Einnahmen des Reiches aus Zöllen und Steuern dürften um runb 17 Millionen M ar k hinter bem Voranschläge gurüableiben. In der Post- und irisenbahn- verwattnng sind 3,7 bezw. 0,2 Mill. Mt weniger vereinnahmt worben, als veranschlagt war. Tie Einzelstaa- ten können infolge ber höheren Zolleinnahmen 4 ML Mark mehr an Uebe'weisungen erhärten; trotzdem mus,en sie immer noch 20 Mill. Mark mehr an Matrikn- iarbelträgen aufbringen. — Bezugnehmenb auf die Blättermeldung, daß von deutscher Seite bereit- die Erhebung bestimmter Zu- fchlag-zölle gegen Kanada besästosfen worden ist, schreibt tue „Nat.-Ztg.": Daß die lanabifd^n Kampfzölle nickt unerwidert bleiben werden, bezeiästieten wir von Ansang an für wahrscheinlich unb natürlich Umsomehr als es sich nicht nur um einen kanadischen Einzelfall, sondern um eine grunbsätzliche Abwehr der brittsch-kolo- nialen Vorzugszölle für England handelt Lndglltige 8k- fchlüsfe über bie Erhebung ber Zuschlagszölle fuib jedoch, wie wir zuverlässig erfahren, noch niclst gefaßt Vielmehr schveben über bie im Einzelnen au ergreifenben Maßregeln noch Verhandlungen zwisä-eu den beteiligten ResfortS. Bückeburg, 27. ApriL Zur Teilnahme an den Vermählungsfeierlichkeiten des GroßherzogS von Sachsen-Weimar mit der Prinzessin Karo- (ine von Neuß ä. L sind gestern unb heute die Hoch zeitsgäste größtenteils hier eingetroffen. Heute trafen ber Erbgroßherzog unb bie Erbgroßherzogin von Baden, die Königin Wllhelrnine von Holland und Prinz Heinrich der Nieberlande hier ein. Letztere wurden auf bem Bahnhofe, wo eine Ehrenkompagnie aufgestellt war, von bem Fürsten unb ber Fürstin, bem Prinzen Adolf, ber Prinzessin Viktoria unb ben anwesenden Prinzen bes fürstlichen Hauses empfangen. Heer unb Flotte. — Der General ber Infanterie v. Blomberg, & la suite des Kaiser Franz-Garde-Grenabier-Regiments Nr. 2, hat aus Anlaß seines 50 jährigen Dienstjubiläums vom Kaiser folgenbes Glückwunschtelegramm erhalten: ,Lch sende Ihnen zum heutigen Tage, an bem Sie vor 50 Jahren Ihre ehrenvolle milllärische Laufbahn begonnen haben. Meine herzlichsten GlücOvunsche. Dankbar gebende ich hierbei Ihrer vortrefflichen, im Kriege, tote im Frieden hochbewährten Dienste und versichere Sie erneut Meines gnädigen Wohlwollens. Wartburg, den 26. April 1903. (gez.) Wilhelm." Wahl-Bewegung. Gießens sozialdemokratische Häuptlinge, die Herren Sladtv. unb ReichStagSkandibat Krumm und Redakteur Vetters, hatten am Sonntag einen Ausflug nach Wetzlar gemacht, um der dortigen Wah loerfammlung der deutsch-konservativen Partei beizuwohnen. Es scheinen, wie wir au8 dem sehr umfangreichen sachlichen Be- nchte deS »WetzL Gen.-Anz.^ schließen dürfen, mehr Sozial- deniokraten als Konservative in jener Versammlung erschienen gewesen zu fein. Der Vorsitzende Weber teilte mit, daß sich an da- Referat des konservativen Kandidaten Pfarrers Heckenroth eine Diskussion anschließen solle; mit Rücksicht auf die knapp bemessene Zeit stehe jedem Redner eine Zeit von 15 Minuten zur Verfügung. Von verschiedenen Seiten wurde lärmend eine längere Zeck verlangt. AIS aber Herr Krumm die Versammlung bat, den Redner ruhig anhören zu wollen und hinzufügte, 16 Minuten würden auch wohl genügen, da war man allem Anscheine nach sofort beruhigt, und Herr Pfarrer Heckenroth konnte seine Rede halten. Das genannte Wetzlarer Blatt verzeichnet nach den Ausführungen deS Herrn Pfarrers nur „reichen Beifall*, nach der unmittelbar folgenden Rede deS Herrn Vetters dagegen „stümstschen Beifall*. Herr Krumm erhielt sogar, nach diesem Referat „tosenden Beifall*. Die Dlationalhberalen WetzlarS erklärten sich übrigens für die Kandidatur HeckenrothS. Reinheim, 27. April. Gestern wurde hier von den Nationalliberalen, Antisemiten unb dem Bunde der Landwirte der Kompromißkandidat, Stabte. Bö hm-Offenbach, Sohn des ftuheren Reichstagsabgeordneten, einfturunig als Kandidat für den Wahlkreis Offenbach-Dieburg zum Reichstag auf gestellt Bohm hat zwar noch nicht fest angenommen und sich 4—5 Tage Bedenkzeit erbeten, doch glaubt man allgemein, daß er sich für die Annahme entscheiden wird. Ausland. London, 27. April. Tas Reutersche Burean erfährt, die chinesische Regierung habe der russischen Regierung in Petersburg die offizielle Ablehnung der tvn Rußland für die Räumung der Mandschurei erhobenen Forderungen übersandt. — Ter Petersburger itarrefponbent der „Taily Mail" will erfahren haben, baß der russische Gesandte in Peking der chinesischen Regierung einen Vorschlag zur Abänderung des Handelsvertrages mit China bezüglich der Zölle' an der Landesgrenze vorgelegt hätte. China habe diesen Vorschlag angenommen, und der russische Vertreter habe nach Verhandlungen mit dem Tsung li Yamen ein Abkommen getroffen, wonach u. a. der Import .chine- siscker Waffen nach der Mandschurei besteuert werden soll und in Kalgan für die geplante russisch-chinesische Bahn eine Fabrik zur Herstellung des Materials für diese Bahn errichtet werde. Cannes, 27. April. Als der Fürst von Bulgarien am Vormittag von Mentone zum Besuch hier eintraf, wurde gegen das Fenster des Wagenteils, in dem er Platz genommen hatte, ein Ltein geworfen, der das Fenster zertrümmerte. Es wird geglaubt, daß der Stein tzon einem . . . mittag kehcce der Fürst nach Mentone zurück. Rom, 27. April. Der Papst vollendete heute 25 Jahre, uoei Monade und sieben Tage feiner RegierungK- zeit, wodurch er, wie der „Lsservadore Romano" hervorhebt, die RegierungSzett des hell Petrus übertrifft und fo u n t c r allen Päpsten, bie lange regierten, an bie zweite Stelle rückt. Mtt Rücksicht auf baS Alter ist der Vedonke aufgegeben, dielen Tag au feiern. Budapest, 27. April. AbgeordnetenbauA Bei ber Begründung ber Erhöhung deS RekrutenbontingentS betont ber Ministerpräsident v. Szell, baß bie Entwicklung der Wehrkraft Oesterreich-Ungarn - anderen Staaten gegenüber zurückgeblieben sei. o. Szell fährt fort: Auf der (ikenze zwckchen Osten unb Westen kann sich nur ein starker Staat behaupten. Oester- reid)-Ungarn muß nicht nur eine bundeSsahige Aiacht fein, sondern auch seine Interessen wahren können, ehe ein Ait- sammenstoß erfolgt Der Mehraufwand infolge der ttr* höhung deS Rickrutenkontingents übersteige bie Leistungsfähigkeit nicht Redner bekämpft bie gegen bie deutsche Heeressprache vvrgebrachten Argumnttr. — Die Kossuthpariei im ungarischen Abgeordnetenbausk liebt es sett einiger Zeit, das Haus Hohenzollerst als Nachfolger der habsburgischen Dynastie auf dem Thron von Ungarn teils freundschaftlich einzuladen, teils als den gewissen Teufel an bie Wand zu malen. Einer ber achtunbvierziger Hauptschreier Zollan Lengyel weiß sehr genau, wie man sich im Hause Hohen- zollern für ben ungarischen Thron Dorbereite. In einer jüngst gehaltenen breiftünbigen Lbstruktionsrebe erzählte er Den Blödsinn, daß man am Ho f e zu Berlin rnadja- rische Lieder finge, rnadjarische Tänze tanze und die Madjaren heftig liebe, ja (ftaune Deutsches Reich!) ber Kaiser habe feinen zweiten Sohn Attila getauft, um ihn bereinst zum König von Ungarn zu machen. — In einem jicbcnbürgischen Orte (Csilsomlho) haben die Schüler des bärtigen röm.-kath EymnasiurnS eine Heldentat nach kossuihialischem Geschmack ausgeführt Sie hoben auf einstimniigen Beschluß aus ihren Gesangbüchern das Blatt herausgerissen, auf welchem die Vo lkShymne „Gott erhalte gedruckt war, haben bann diese Blätter gesammelt, um sie dann demonstrativ öffenllich zu verbrennen. Es wird darüber im Parteiblatt der Kvssuthiaten berichtet, „die ganze Bevölkerung ber Stadt könne die Tat nur billigen, deren Triebfeder nur bie reinste patriotische Empfindung [et" (Die tapferen Jungen können sich jedenfalls noch hübsch aus- w ochsen.) Belgrad,>27. April. Me Unsicherheit an der Grenze ist dadurch erhöht, daß die dort angehäuften türkischen Truppen keinen Sold erhalten, schlecht verpsleat werden und daher auf Raubzüge angewiesen sind. Die serbische Regierung lenltc die Aufmerksamkeit der Gesandten Oesterreich-Ungonis unb Rußlands auf diese gefährliche Situation. Wie toeiter aus Ueskueb berichtet wird, hegt man ernste Besorgnisse für die Illema--Kommission in Jpet Sie soll als Geisel gegen mllitärische Gewallmarßegeln zurücllehalten worden [ein. Gerüchtweise verlautet sogar ichon, daß die Kommission das Opser von @reueltaten geworden sei. Washington, 27. April. Staatssekretär Hah hatte mit dem russischen Botschafter, Grasen Cassini, eine Besprechung über die Mandschurei-Angelegenheit. Ter amerikanische Botschafter in Petersburg, Mo. Corrn ick, wurde angewiesen, bem russischen Ministerium bes Aus- roärtigen eine 92ote zu überreichen, welche, obgleich sie nur als Anfrage gehalten ist, in Wirklichkeit einen starken Protest darstellt. Ferner wurden dem amerikanischen Gesandten in Peking Anweisungen übersandt, China gegenüber das Mißvergnügen der Bereinigten Staaten über die russischer Forderungen und bie Hoffnung auszusprechen, daß China nicht auf dieselben eingeyen werde Bis jetzt ist auf keine der beiden Noten geantwortet worden, doch gehen dem Staatsdepartement nichtamtliche Bersicherunaen zu, daß bie amerikanischen Interessen in der Mandschurei geschützt werden soll New York, 27. April. Nach einer Meldung auS Willemstad vom 2L April sind die venezolanischen Regierungstruppen bei El Guapo, Barquisimeto, San Felipe unb Maron geschlagen worben. Tie Aufständischen räumten La Bela be Covo unb sind jetzt in fester Stellung in ber Nähe von Goro. Tunis, 27. April Präsident Loubet ist hier eingetroffen. Ter Ben geleitete ihn in bas Resibentsckafts- palais. Loubet stattete barauf bem Bey einen Gegenbesuch ab. Bei bem Frühstück in der Residentschaft versicherte der Dev den Präsidenten seiner Treue gegen die Republik und seine Bereittvckll^'it, bie Regierung des Protektorats bei der Entwicklung des Landes zu unterimtzen. Ter Präsident dankte und betonte, das französische Protektorat fei bie beste Sicherung der iclamllischen Dynastie. Loubet rühmte die von der französischen Ntolonie feit Ferry geleisteten Werte unb dankte ber Fremdenkolonie für baS gute Einvernehmen mit der Bevölkerung. Aus AM und £ani>. Gießen, 28. 2lpril 1903. — Die Provinzial-Siechenanstalt an der Licher Straße füllt sich so nach unb nach und hat heute bereits 120 Bewohner ausgenommen. Leider ist, wohl veranlaßt durch die ungünstige Witterung, der Gesundheitszustand einzelner in hohem Alttc stehen, anfangs nicht gut gerne'en, sodaß der Direktor der Anstalt, Tr. Marlwald, in seiner Eigenschaft als Arzt gleich stark in Anspruch genommen worden ist. Die im SiechenhauS wir- kenden Schwestern und Wärter verstehen ganz ausgezeichnet, die ihnen obliegende schwere Aufgabe zu erfüllen, mit den verschieden gearteten Insassen fertig zu werden und sie in ihren Wünschen soviel wie möglich zufrieden zu stellen. Ein Gang durch die Anstalt überzeugt uns, daß die Bewohner derselben sich an ihr neues Heim gewöhnt haben und gerne den Tausch mit ihrer seitherigen Wohnstätte eingegangen sind. Die Verpflegung der Leute ist sehr gut, sodaß man nun keinerlei Klagen mehr zu hören bekommt. Der Eintritt besieren Wetters ist hier wie überall recht zu wünschen, damit die Bewohner der Anstalt durch Bewegung im Kreien vom Grillenfangen abgehalten werden. ** Die Arbeiten der Kanalisation schreiten trotz des ungünstigen Wetters doch rüstig voran. Am Walltor geht das Verlegen der Röyren für die dort getrennte Kanalisation verhältnismäßig schnell vor sich. Die Baustelle an der Kreuzung der Bahnhofstraße und den Anlagen wird voraus sichtlich in den nächsten 10—14 Tagen sortfallen, well bis dahin der gerade an dieser Stelle sehr komplizierte Sielbau fertig gestellt sein wird. Es verschwindet damll ein Verkehrshindernis, welches sell über einem halben Jahre sct-wer genug empfunden rouroe. Wir erfahren übrigens, daß das Tiefbauamt bemüht ist, die werteren Dläne zur Kanalisation so schnell zu fördern, so daß das Ausschreiben zur Submission für ein welleres Los (Innenstadt) sehr bald zu erwarten sein wird. Im Interesse der Inhaber der Läden in den Hauptgeschäftsstraßen wäre wohl zu wünschen, wenn die Lanalisationsarbeiten in der geschäfts stillen Zeit, nämlich in den Ferien, ausgeiübrt werden könnten, damit das geschäftliche Leben dadurch nicht allzu große Einbuße erleidet. Daß die Arbeiten, wenn sie erst einmal in Angriff genommen worden sind, nach Möglichkeit beschleunigt werden, ist selbstverständlich. -s- Rod heim a. Bieber, 27. April. Für den Kreis» Kriegerapell des Verbands Biedenkopf, welcher am 12. und 18. Juli hier stattfinden wird, ist nunmehr die Musik» frage endgiltig erledigt worden. Bekanntlich sollte entweder die Musikkapelle vom Kaiser Wilhelm-Regt. Gießen oder die Kapelle des neuen Art.-Regts. Nr. 47 in Fulda gewählt werden. Da die Wahl Stimmengleichheit ergab, so mußte schließlich das Los entscheiden, das die Artillerie-Kapelle traf. AlS Festplatz werden wohl die Wiesen des Frhr. v. d. Hoop, hinter der Gail'schen Besitzung gelegen, gewählt werden. || Schotten, 27. April. Zu der Mitteilung über Petroleumverschleiß tragen wir nach, daß den Wiederverkäufern kein Verkaufspreis für Petroleum vorgeschrieben wird. Uebrigens ist bekanntlich auch von der Gießener Firma Nowack u. Sohn der Petroleumvertrieb mittelst Straßenwagens eingeführt. — Offenbach, 27‘ April. Bei einer Feuerwehrübung am Gebäude der Kreiserziehungsanstalt wurde die freistehende große Leiter, auf der sich eben drei Mann befanden, durch einen plötzlich auftretenden Wirbelwind umgeworfen. Em Mann wurde leicht verletzt, ein anderer wurde mit voller Wucht zu Boden geschleudert und erlitt schwere Verletzungen, besonders am Kopfe. Der Bedauernswerte liegt noch immer besinnungslos darnieder. — Heute fand die Eröffnung der neugegründeten Maschinenbauschule im Beisein deS Oberbürgermeisters Brink statt. Frankfurt, 27. April. Die Grabstätte Miquels soll nach den Plänen von Prof. Darnesi geschmückt werden, nachdem daS an Ort und Stelle aufgestellte Modell in Naturgröße, von unwesentlichen Aenderungen abgesehen, den Beifall der zuständigen Konuniffion gefunden hat. Die Kosten stellen sich auf 19000 Mk. Rüdesheim, 26. April. Hier tagte die Gaukonferenz deS Mitteldeutschen GauverbandeS der katholischen Kauf» männischen Vereinigungen, auf der von 17 Vereinen 12 vertreten waren, und zwar Bingen, Bockenheim, Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Mainz (Kongregation und Verein), Offenbach, Rüdesheim, Wetzlar rc. Der Verein Gießen wurde in den Gauverband ausgenommen. Die Kostenrechnung des GauverbandeS wurde genehmigt und als Vorort wieder Frankfurt gewählt. Die Lehrlingsfrage nahm einen wetten Raum in den Verhandlungen ein. Allgemein wurden kaufmännische Fortbildungsschulen gewünscht, wie solche in Frankfurt, Wiesbaden und Gießen bereits mit gutem Erfolge bestehen. Auf Antrag Kölsch (Frankfurt) wurde eine Resolution angenommen, welche zur Bekämpfung der drei Hauptübelstände im LehrlingS- wesen, der Annahme unreifer Elemente, der übergroßen Anzahl von Lehrlingen in einzelnen Geschäften und der ungenügenden Ausbildung der Lehrlinge, fordert: 1. Beschränkung der Zahl der Lehrlinge, 2. Forderung einer Prüfung nach der Lehrzeit und 3. Beschränkung der Berechttgung zur Ausbildung von Lehrlingen. In Bezug auf die Frage der Pensionsversicherung der Privatbeamten auf staatlicher Grundlage gingen die Meinungen etwas auseinander, zum Teil wegen der Befürchtung, die Versicherung könne den VerbandSoersicherungen Konkurrenz machen. Nach längerer Debatte gelangte eine Resolution zur Annahme, die auSdrückt: Der Gauoerband stehe der geplanten Versicherung sehr sympathisch gegenüber und wünscht, daß alle Vereinigungen der Bildung allgemeiner Kommissionen nähertreten. Es folgte eine Besprechung über die Stellenvermittelung. Ferner wurden noch verschiedene Anregungen aus der Versammlung besprochen. Von Jntereste ist, daß alle Vereinigungen gegenüber dem Bunde der Kaufleute eine ablehnende Stellung einnehmen. Ebenso war man gegen Bildung einer Stellenlosigkeitsversicherung, falls dadurch die Vereins- und Verbandsbeiträge erhöht werden müsten. — Die nachste Gaukonferenz findet in Gießen statt. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Den Gemeinden des Dekanats Al8^ feld steht nunmehr wegen Arbeitsüberlastung der zu Groß- Felda stationierten Dekanats-Krankenschwester in der Person der Schwester Anna Löchel zu Kirtorf eine wettere Kranken- pslegerln zur Verfügung. Dieselbe ist im Elisabethenstift zu Darmstadt in einem längeren Kursus in allen Zweigen der Kranken» und Siechenpflege ausgebildet. — Ein in Offen» bach arbeitender Maurerlchrling aus Dudenhofen wurde an einem Neubau dadurch erheblich verletzt, daß ihm der Triebel einer Aufzugmaschme beim Ablassen eines Speißkübels an den Kopf flog. — Nach der /Franks.Zig." wird in Mainz die Aussperrung der Maurer durch die Bauunternehmer auch noch iie Aussperrung der Zimmerleute nach sich ziehen. Auch eine Arbeitseinstellung bei den Weißbindern wird erwartet. — AuS Wald-Michelbach schreiben einige Blätter, daß der schon bejahrte Händler Baumann aus Unter-Schönmattenwag, der letzten Donnerstag für seinen Enkel, den Schornsteinfegerlehrling Baumann, als Zeuge am Schöffengericht in Waldmichelbach vernommen worden ist, sich erhängt hat. Baumann war wegen Verleitung zum Meineid in Untersuchungshaft genommen worden. Ms der Gefängniswärter die Zelle betrat, hatte sich Baumann erhängt. — In Frankfurt wurde am Sonntag nachmittag der Kellner Georg Pfeuffer auS Altbessingen verhaftet, der versucht hat, in einem Laden verschiedene falsche Zweimarkstücke anzubringen. Pfeuffer, der lange steckbrieflich verfolgt wird, hatte noch verschiedene Falschstücke bei sich. — In Kastel erschoß sich ein Sanitäts-Unteroffizier vom Jnf.-Regt. Nr. 167 auf einer Mannschaftsstube mit einem Dienstgewehr. Die Ursache ist unbekannt. — In Hanau wurde auf der Leipziger Straße der Fuhrknecht Schäfer von seinem mit Backsteinen beladenen Wagen überfahren. Die Räder gingen ihm über die Brust. Dem Verunglückten wurden vier Rippen eingedrückt. Der Tod trat sofort em. — Unzutreffende Gerüchte über eine Sperrung der Burg Rhein stein für das Publikum fanden in den meisten Zeitungen unserer Gegend Ausdruck. Wir nahmen von diesen Stellungen feine Notiz, weil wir sie für unzutreffend hielten. Jetzt macht das Hofmarschallamt des Prinzen Heinrich, dem die schöne Burg am Rhein gehört, folgendes bekannt: „Der Besuch der Burg Rheinstein ist dem Publikum nach wie vor gestattet. Gegenteilige Mitteilungen sind durchaus un- fcegrünbet" — Dem Fuhrmann Heinrich Josef Di- derich zu Mainz wurde in Anerkennung der von demselben am 5. Febr. d. I. mit Mut und Entschlossenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung des Knaben Josef Tillmann zu Mainz vom Tode des Ertrinkens die Rettungsmedaille verliehen. — Eine aufregende Szene spielte sich dieser Tage in der Pfarrkirche zu Sch ölln- stein ab. Der in der Kirche anwesende Bauer Gotthard Nebl wurde plötzlich irrsinnig, stürzte während der Messe auf den Altar zu und trank den Kelch ans, während der Geistliche, den er zur Abspeisung aufsorderte, in die Sakristei flüchtete. Nebl stürmte dann nach dem Chor, wo er die Orgel wahnsinnig bearbeitete. Hier wurde er endlich gepackt und in eine Irrenanstalt abgeführt. Vermischtes. * Newyork, 27. April. Ein Viehzug der Mistouri Pacific Railway fuhr in der Nähe von Buffalo in Kansas von hinten in einen Güterzug hinein. Dabei wurden 11 Personen getötet und 25 verletzt. Die meisten Verunglückten sind Griechen und Italiener. 'Die Zahl der Ehescheidungen ist nach der „Statist. Korr." sett dem Jahre 1900 absolut und relativ zurückgegangen. Während in den Jahren vorher auf je 100000 Ehen 100 oder 101 Scheidungen kamen, ist diese Verhältniszahl im Jahre 1900 auf 80 und im Jahre 1901 sogar auf 77 gesunken. Der Grund dieser an sich so erfreulichen Erscheinung ist darin zu suchen, daß nach dem 1900 in Kraft getretenen neuen Bürgerlichen Gesetzbuche eine Ehescheidung mit gegenseitiger Einwilligung oder aus unüberwindlicher Abneigung nicht mehr möglich ist. Kunst und Wissenschaft. Ein Prinz als Komponist. „Frühlingswunderi, Tanzpoem von B. v. Uechtritz, Musik von dem Prinzen Joachim Albrecht von Preußen, dem zweiten Sohn des Prinzregenten Albrecht, batte bei der Aufführung in Lübeck am 24. Aprtt einen sehr bedeutenden Erfolg. Auch in Berlin wird eine neue Komposition deS kunslbegabten Prinzen demnächst zur Aufführung kommen. Es handelt sich um eine Pantomime mit Musik, „Vision nach dem Balle', die dem Liederspielhaus im Neuen königlichen Operntheater zur Verfügung gestellt wurde. VlnioersitÄs-Alachrichteu. Mainz, 26. April. Der bisherige ordenlliche Dozent der Theologie am Priesterseminar, Dr. Philipp Kneib, wurde zum ordentlichen Professor für allgemeine und spezielle Moralcheologie ernannt. Geboren 1870 zur Zornheim bei Mainz, studierte Kneib nach Absolvierung des Gymnasiums zu Mainz Theologie und Philosophie an der philos.-theol. Fakultät des Prresterseminars hier und in Würzburg, wo er 1896 promovierte. Er war dann zunächst in Stainz als Kaplan und als erster Lehrer an der .Vorbereitungsschule in Seligenstadt tätig und habilitierte sich 1900 als Dozent der Theologie am hiesigen Predigerseminar. Tübingen, 27. April. Don der Finanzüimmission der Abgeordnetenkammer sind die im Etat geforderten neuen Professuren der Landesuniversität ohne Widerspruch bewilligt worden. ES handelt sich um die folgenden Lehrstühle: die bisherige außerordentliche Professor für romanische Philologie von Prof. Dr. Karl Voretzsch soll in eine ordenlliche umgewandelt werden. Neuerrichtet soll ferner werden eine außerordentliche Professur für englische Philologie. Bis jetzt ist dieses Gebiet durch den Lettor Dr. Wilh. Franz vertreten. Wetter sind bewilligt eine außerordentliche Professur für alte Geschichte und eine solche für scholastische Philosophie in der katholisch-theologischen Fakultät. Für alte Geschichte gab es bisher feine etatsmäßige Professur an der Unioerfität TÜbungen. Seit 1. April 1902 hatte der bekanntlich vorher in Gießen wirkende a. o. Professor Tr. Ernst Kornemann einen Lehrauftrag für alte Geschichte. Derselbe übernimmt nunmehr das neue etatsmäßige Extra orbinariat Gerichtssaal. Darmstadt, 27. April. Die Strafkammer be- schäfttgte sich am Freitag mit einer Tiebsbande, die Ende des vorigen und Ende dieses Jahres in Offenbach ihr Unwesen trieb. In der Burenschenke ttafen sich die Be» teiHgten und verabredeten Tag und Stunde der nächtlichen Streifzüge, bei welchen eingebrochen, eingestiegen und eingeschlichen wurde. Eine Menge Stallhasen, Hühner und Gänse, auch Wäschestücke und Schuhwaren nahmen sie an sich, nicht minder ließen sie gelegenllich sich auf dem Sicherer Serge im dortigen Felseukeller den Apfelwein munden, daß einer davon, als er eine Stütze voll davon mit heim nehmen wollte, unterwegs mit derselben hin fiel, wobei sie auslief. Er füllte dieselbe daraufhin nockMctts, wobei nicht viel fehlte und ein ganzes Faß voll wäre in den Keller gelaufen. Lar einer oder der andere verhindert, mitzumachen, so erhielt er doch seinen Anteil. Die Sande bestand auS dem Hausburschen Karl Heß, dem Schlosser Adolf Sieg, dem Tag löhn er Jakob Solz, dem Schlosser Karl Tonndorf uni) dem Fabrikarbeiter August Ferdinand Karl Tietrich Das Geflügel ließen sich Heß und Sieg zu Hause von der Ehehälfte zuberetten, geäußerte Bedenken zerstreuten sie mit gröblichen Worten. Tonndorf brachte seinen Anteil einer Frau Schnee, die nicht von ihrem Manne geschieden werden kann, aber mit Donndors ein Verhältnis» und fünf Kinder besitzt. Da Dietrich der sehr brave Eltern hat, nichts mit heim bringen durfte, speiste er gelegentlich bei Heß, der wohl das Haupt der Gesellschaft war, mit Tas Gericht verurteilte den Heß und Sieg zu 2 Jahren 9 Monaten Gefängnis, den Bolz zu 1 Jahr 8 Monaten, den Tonndorf zu 1 Jahr 11 Monaten, den Dietrich zu 1 Jahr 1 Monat, die Hehler Frau Heß und Sieg zu 3 und die Frau Schnee zu 5 Tagen Gefängnis. Ten fünf Erstgenannten wurden je 3 Monate Untersuchungshaft von der Strafe abgerechnet und den vier ersten die bürgerlichen Ehrenrechte auf je 3 Jahre aberkannt (D. Tgbl.) Mainz, 25. April. Tor Wein Händler Ludwig Sa-mahl aus Nieder-Saulherm, in Oppenheim wohnhaft, und dessen Sohn Ludwig Ferdinand Haden sich wegen Wein fälsch- ung vor der hiesigen Strafkammer zu verantworten. Tie Angellagten sollen zum Zwecke der Täuschung durch Aufguß von Wasser, Zucker und Rosinenbrühe Wein verfälscht und unter Verschweigung dieses Umstandes denselben verkauft haben. Ferner sollen die Angellagten nach Dem 24. Mai 1901, nach Verkündung des neuen Gesetzes, übermäßig gestreckten Wein in den Handel gebracht Haden. Schmalst jr. soll bei der Kellerkontrolle dem Oekonomicrat Tettweiler unwahre Angaben gemacht und den Einblick in die Bücher verweigert haben. Nach Aussage von Zeugen, Küfern und Winzern, die von 1895 bis 1901 bei der Firma Schmahl gearbeitet hatten, wurden die Rosinen wagenweise, „was ein Pferd ziehen konnte"", wie sich em Zeuge äußerte, bezogen und abends per Achse ins Geschäft gebracht, auch Zucker wurde viel bezogen. Die Rosinen wurden eingeweicht, acht Tage so stehen gelassen und dann ausgepreßt Die Brühe tarn in die Fässer, dann Zucker, Wasser und Wein hinzu. Auch sei etwas Weißes noch hinzugekommen, daS vom Angeklagten als Salz bezeichnet wurde. Ganz Oppenheim habe gewußt, daß bei den Angellagten „Kunscht- lvein" hergestelll werde; der Absatz )ei ein bedeutender gewesen, waggonweise sei der „Wein"" versandt worden. Bei der Kellerrevision des Herrn Tettweiler im Dezember 1901 haben in den acht Kellern des 'Angellagten etwa 300 Stück Wein gelagert Nach den Gutachten der Prof. Dr. Mayrhofer (Mainz) und Dr. Mößlinger (Neustadt) liegt kein Grund vor, die Weine aus dem Jahrgang 1901 zu beanstanden; sie seien verzuckert, aber nicht erheblich vermehrt. Auch gegen die Verwendung von Weinhefe und Gärsatz lasse sich nichts einwenden. Am 22. Juni 1899 war Schmähl sen. vom Schöffengericht in Oppenheim von der Anklage der Weinsälschung fteigesprochen worden. Der Staatsanwalt beantragte gegen beide Angellagten auf Grund des alten Weingesetzes je 1500 Mark Geldstrafe, ferner auf Grund des neuen Weingesetzes je 3000 Mark Geldstrafe, außerdem gegen Schmahl jr. wegen Verweigerung der Bücher 50 Mark Geldstrafe. Das Gericht hielt auf Grund der Gutachten der beiden Sachverständigen nicht für bewiesen, daß der Wein aus dem Jahrgang 1901 übermäßig gestreckt sei, und erkannte dieserhald auf Freisprechung; ebenso wurde Schmahl jr. wegen unrichtiger Angabe und Nichtvorlage von Büchern fteigesprochen, dagegen wurde« beide Angellagten auf Grund des alten Weingesetzes für schuldig befunden, in der Zeit von 1900 bis Frühjahr 1901 Rosinen- und Tresterwein ftrtgesetzt in Handel und Verkehr gebracht zu haben, ohne die Ware als Kunstwein bezeichnet zu haben. Der Sohn sei wegen Gehilfenschaft zu bestrafen. Gegen Schmahl sen. wurde auf 1200 Mark und gegen den Sohn auf 300 Mark Geldstrafe erkannt. ■ — ■».■ '-------------- ... ■ . ____k LanSwirlschafl. Der „Reichsanzeiger"" veröffentlicht den Saatenstand Deutschlands für Mitte April. Darnach steht Winterweizen 3,2, Winterspelz 2,5, Winterroggen 2,9, Klee 2,5, Luzerne 2,6, Wiesen 2,5, wobei 1 sehr gut, 2 gut, 3 mittel, 4 gering und 5 sehr gering bezeichnet. Wegen Auswinterung usw. umgepflügte Flächen sind in Prozent der Anbaufläche ausgedrückt: Winterweizen 13,9, Winter- spelz 2,6, Winterroggen 2,2, Klee 2,2, Luzerne 2,7. In den Bemerkungen heißt es: Sei dem ungewöhnlich to armen Riärzweiter machte das Wachstum schnelle Fortschritte. Viele dünne Saaten konnten sich noch etwas erholen. Die naßkalte Aprilwitterung mit den starken Nachtftöften, Stür- me-n und Schneefällen brachte leider wieder eine vollständige Stockung der Vegetation. Einen erheblichen Anlett an der Schädiguna der Saaten haben faft überall die massenhaft vorhandenen Mäuse, einen geringeren die Schnecken. Klee und Luzerne erfahren eine etwas bessere Beurteilung, als die Wintersaaten. Tie Wiesen sind faft überall ziemlich weit zurück, zeigen aber meist guten Grasansatz. Landwirtschaftliche Studienreisen. Große» Interesse und rege Beteiligung haben die beiden in den Vorjahren vom Hess. Landwirtschaftsrate veranstalteten Studienreisen nach Baden und der Provinz Sachsen ge- funden. Dies hat den Hess. Landwirtschaftsrat veranlaßt, auch in diesem Jahre eine Studienreise vorzubereiten. Es ist in Aussicht genommen, das Weinbaugebiet der Mosel zu oesuchen, dann in Bonn die landw. Akademie nebst Versuchsfeld zu besichtigen. Hieran schließt sich in der Kölner Gegend eine Besichtigung hervorragender Gutsbetriebe, auf denen besonders die Zucht des rheinisch-belgischen Pferdes betrieben wird, sowie des Landesgestütes in Wickrath. Ein Tag ist schließlich noch für Belgien bestimmt, um auch die belgische Pferdezucht an Ort und Stelle kennen zu lernen. Dieselbe findet voraussichtlich vom 6.—1L Juli d. I. statt. Tie Viehzählung vom 1. Dezember 1900 hat int Deutschen Reiche ergeben: Pferde 4 195361, Maulttere und Maulesel 649, Esel 7199, Rindvieh 18939 692, Schafe 9692 501, Schweine 16 807 014, Ziegen 3 266 997, Gänse 6 239 126, Enten 2 467 043, Hühner ob 395 837, Trut- Hühner 351065, Perlhühner 120 071. Bienenstöcke waren 2605350 vorhanden, davon 44,2 Prozent mit beweglichen Waben. Abgesehen von den Schafen, die einen Rittkgang um fast 4 Millionen Stück aufweisen, hat sich der Viehstand gegen die Zählung vom 1. Dezember 1892 vermehrt beim Rindvieh um faft IV2, an Schweinen um mehr als 41,2 Millionen Stück. Es tarnen auf je 100 Einwohner und auf 1 Quadratkilometer: Pferde 7,4 und 7,8, Maultiere, Maulesel und Esel 0,01 und 0,01, Rindvieh 33,6 und 35,0, Schafe 17,2 und 17,9, Schweine 29,8 und 31,1, Ziegen 5,8 und 6,0. Eine landwirtschaftliche Studienreise. Die Deutsche Landwirtschaf tsgesellschaf t hat eine Anzahl tüchtiger Telephonischer Kursbericht. . 27.20 8u/ü Mexikaner . . 4,/t7o Chinesen . . Electric, bot ackert . Nordd Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darm Städter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsgee. Oesterr. btaatebahn . Lombarden • • • Uotthar ibahn . . . Laurai.Qtte . . . . Bochum . . .. . 871’/o r/o 3V,e/o 8% 8 7,% 87,% Eisenbahn Zeitung. Berlin, 27. April. Die Beratungen von Kommissaren der am Eisenbahnwesen beteiligten Bundesregierungen über den im RetchSeisenbahnamt aufgestellten Entwurf einer Lifenbahnbau- und Betriebsordnung sind am 26. April zu Ende gegangen. Sie führten zu einer Verständigung über alle wesentlichen Punkte. Die zweite Lesung konnte erst für den Herbst in Aussicht genommen werden, weil bis dahin noch einige Untersuchungen, die sich als noch erforderlich herausstellten, erledigt werden sollen. Berlin, 26. April. Für die preußische Eisenbahnver- Wallung ist ein besonderer Vertrauensarzt bestellt worden, besten Sitz in Berlin ist, während seine Amtstätigkeit sich über den ganzen Bereich der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft erstrecken soll. Das neue Amt ist dem SanitätSrat Dr. Schwechten in Berlin übertragen worden. Seine Qbllegenheiten bestehen zunächst in folgendem: 1. In der Erstattung von Gutachten in allgemeinen Ange- legenheüen, insbesondere über die Ausgestaltung der Rettungs- einnchtungen, über die Anforderungen an die körperliche Brauchbarkeit der Eisenbahnbediensteten und über hygienische Anforderungen bei dem Bau oder Umbau von Bahnhöfen, UebernachtungSräumen, Werkstätten, Wohnungen, Heilstätten und Eisenbahnwagen und bei anderen Einrichtungen; 2. hat der Vertrauensarzt Eisenbahnbediensteten Vorträge über Fragen der Gesundheitspflege zu halten; 3. statistische Ermittlungen über Krankheiten, Unfälle und Sterbefälle anzustellen; 4. Vereinbarungen mit Kurverwaltungen, Sanatorien und Heilstätten über günstige Bedingungen für Eisenbahnbedienstete oder Rentenempfänger oder für auf Staatskosten auszuführende Kuren zu vermitteln, sowie 6. alle sonstige Auskunft in ärztlichen und hygienischen Fragen zu erteilen. 4% Oesterr. Goldrente . . 41 6% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . 4°/j Italien. Rente . . 47,% Portugiesen . . . 80/ Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . Tärkenlose..... 4°/e Gnech. Monopol -Anl. 4* , % äqjmera Argentiner 44.95 Uarpener..... Tendenz! fest. . 102.70 . 92.40 . 102.60 . 92.50 . 101.20 . 100.70 . 103.70 101.05 . 102.50 . 103.90 . 51.25 . 32.20 . 32 00 . 131.20 Mark. Bitterfeld, 28. April. Hier siegten bei den heuttgen Stadtverordnetenwahlen zum erften male die Sozialdemokraten. Es wurden die drei aufgestellten Vertreter gewählt. M ü n che n, 28. April. Vom toskanischen Hofe wird den Meldungen, der Kronprinz von Sachsen habe der Prinzessin Luise aus eigenen Mitteln eine Fuhresrente von 30000 Mark ausgesetzt, widerspr o chen. 30000 Mark seien nur die Zinsen der eingebrachten Mitgift. Erne Aussöhnung des Großherzogs rntt der Prinzessin hat nicht stallgefunden. München, 28. April. Die Herzogin KarlTheodor, Großmutter der verstorbenen Prrnzeffrn Jrmingard, ist infolge Infektion an Tiphtheritis erkrankt. London, 28. April. Landwirtschuftsminisler Hanbury ist heute früh gestorben: er war an Lungenentzündung erkrankt. London, 27. April. (Unterhaus.) T-as Haus lehnte nach" lebhafter Debatte mir 316 gegen 182 Stimmen das Tadelsvotum ab, das Asquith gegen die Regierung wegen des untätigen Verhaltens gegenüber dem langdaucrnden Strette zwischen Lord Penrhyn und den Arbeitern seiner in Wales gelegenen Sllieferbrüche beantragt hatte. Zm oaufe per Debatte führte Asquith aus, der streit erlangte infolge der langen Tauer nationale L^deutung. Tas »an- egen sollen, um Einigung herbeizufüyren. Ter Präsident des Hanoelscmis Gerald Balfour erwiderte, die Vermittelung fei unterblieben. Reichsanleihe do. Konsole . do . . Hessen . Oberhessen . 93.20 . 100.40 . 103.70 . 212.20 . 189.00 . 140.60 . 150.60 . 157.40 . 147.80 . 14.10 . 190 JO . 223.00 . 187.30 . 185.40 weil ste aussichtslos war. 2üd> Penrhyn erklärte, er werde keinerlei Vermittlung annehmen; übrigens habe der Streit keine nationale Bedeutung. Demgegenüber betonten die anderen Redner, daß der Streit zur Einfuhr von Schiefer auS dem Auslände führte. Lille, 27. April. In Estaires und La Gorgue kam es zwisckien ausständigen Webern, welche trotz Verbote- . usammenrottungen bildeten, und Gendarmen, welche sie auseinandertrciben wollten, zu einem Zusammenstoß. Die Gendarmen wurden mit Steinwürfen und Messern angegriffen. Zahlreiche Personen wurden verwundet unb mehrere Verhaftungen vorgenommen. Lille, 28. April. Em Telegramm aus La Geostarrae »erichtet, daß es zu ernsten Zwischenfällen gekommen ist. Trotz der Bekanntmachung deS Bürgermeisters, welcher Zusammenrottungen der Streikenden untersagt hatte, fand ein Umzug statt, an welchem über lausend Personen teilnahmen. AlS die Gendarmerie einschreiten wollte, wurde sie mit Eteinwürfen empfangen und von einigen Demonstranten mit Tolchmesiern angegriffen. ES gab mehrere Verwundete. Viele Fenster wurden zertrümmert und auch sonst großer Schaden angerichtet. Zahlreiche Denwnstranten wurden verhaftet. Madrid, 27. April. Rach einer Statistik des Ministeriums des Innern wurden bei den gestrigen Wahlen 232 Ministerielle, 70 Liberale, 11 Demokraten, 10 Anhänger des Herzogs von Tetuan, 6 Anhänger Romero Rob- ledos, 28 Republikaner, 7 ttarlisten, 6 Katalonier, 2 Jnte- gristen, 8 Unabhängige und 2 Wilde gewählt. — Der „3m* parcial" kündigt den Rücktritt des Präfettcn von Madrid und den wahrscheinlichen Rücktritt des Ministers des Zqr- nern, Maura, an. Wien, 28. April. Wie „Die Zeit" berichtet, ist c6 bei dem Gala-Diner zu Ehren deS Königs von Sachsen äußerst höflich, aber sehr kühl zugegangen. Der König von Sachsen sei ernst und schweigsam geblieben. Budapest, 28. April. Eine Versammlung von Mitgliedern der Unabhängigkeitspartei fand in der Wohnung befl Mg. Barta statt. Es wurde beschlossen, die Obstruktion unverändert fortzusetzen und auch vor dem Ex-Lex-Zustandr nicht zurückzuschrecken. Die Studenten beschloßen, die Unabhängigkeitspariei in dem gegenwärtigen Kampfe zu unterstützen und bereits heute in großer Zahl vor dem Parlament zu erscheinen. Semlin, 28. April. Hier zirkulieren unkontrollierbare Gerüchte, daß zwischen dem König Alexander und der Königin Draga ernste Differenzen bestehen, die möglicher Weise zu einer Scheidung führen können. Die Gerüchte gewinnen dadurch an Glaubwürdigkeit, daß in den letzten Tagen mehrere der Königin notorisch feindlich gesinnte Offiziere auf höhere Posten zurückberufen und die wichtigsten Staatsposten mit ausgesprochenen Feinden der Königin besetzt wurden. Belgrad, 28. April. Tie „Westcherye Rowostt" melden, voraussichtlich werde fdjon bis zum 4. Mai die Umbildung des Kabinetts erfolgen, indem die radikalen Mi- nister durch vier liberale ersetzt werden. Das neue Wabl- gesetz ist in seinen Grundzügen fertiggestellt. DaSsewe schasse die Minoritätenvertretung ab und führe die Abstimmung durch beschriebene Stimmzettel ein. Geheime Abstimmungen und Listenskrutinium werden beibchalten. Petersburg, 28. Anrll. Bei den Exzessen in Kischinew ereigneten sich schreckliche Szenen. Sämtliche jüdischen Geschäfte wurden gestürmt. Die Exzedenten vergewaltigten viele jüdische Frauen und warfen Kinder aus den oberen Stockwerken der Häuser auf das Straßenpflaster. Die verzweifelte jüdische Bevölkerung flüchtete nach dem Hause des Gouverneurs wurde jedoch gewaltsam oavongetrieben. Der Schaden wird auf vier Millionen Rudel geschätzt. Tausende sind ohne Obdach und Nahrung. Habana, 28. April. Der von den dominikanischen Aufständischen geschlagene General Wasquez ist mit 150 politischen Gefangenen an Bord des Kanonenbootes „President«" in Guantanamo (Kuba- angekommen und an Land gegangen. L. 9lero*9)ort, 27. April. Ein vor Kurzem veröffentlichter Bericht des Generalissimus MileS über seine Inspektionsreise auf den Philippinen bezeichnet die : ganze amerikanische Okkupationsarmee als eine ' Räuberbande die „wie die Hunnen verwüstet, mordet und 1 die Bevölkerung maltraitiert, sogar die Geistlichkeit*. Newyork, 28. April. Tas Staatsdepartement erklätte - nach einem Besuch des chinesischen Gesandten beim Staats» i sekretär Hay wegen der Mandschurei-Frage nicht über einen Protest hmausgehen zu wollen. Schiffsnachrichten. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Earl Loos, Kirchenplah. Bremen, 27. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Doppelschraubendampser „Brandenburg". Kapt. E. Wollersdorfs, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 8 Uhr morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. Ktteralur. Sammlung Gösch en, Nr. 1666—68, in eleg. Lwbd. je 80 Pfg. Russische Literaturgeschichte von Dr. Georg Polonskij. Bei dem wachsenden Interesse für die russische Ltteratur wie das Russenrum im allgemeinen macht sich immer mehr der Mangel an Werken gettend, die dem Leser die eigen- und fremdartige Wett des russischen Geisteslebens in intimer Weise zu vermitteln vermochten. Alles was auf diesem Gebiete dis jetzt in deutscher Sprache erschienen, ist zum TeU verattet, zum Teil auf äußere chronologische Aufeinanderreihung des einschlägigen Materrals be- schräntt und schon darum dem herangereiftem Bedürfnisse nicht gewachsen. Zn vorliegendem Bändchen suchte der Ber- süsser die sichtbare Lücke dadurch auszufüllen, daß er unternahm, von einem einheitlichen Standpunkte der inneren Entwicklung des russischen literarischen Schaffens von seinen Anfängen bis auf die neueste Zeit nachzugehen unb gerecht zu werden. Durch die Hcrbeiziehung des eins istagigen kulturhistorischen Materials bietet das Werkck)en, so knapp es ist, zugleich eine Erörterung der oft verkannten und nicht leicht erkennbaren intimen Setten der russischen Dichtung und einen geschichtlichen Grundriß, der nichts Wesentliches und Wertvolles unbeachtet ließ. Das Bändchen wird den Anforderungen und Bedürfnissen der Fachwelt wie der gebildeten Laien entsprechen. — SpanischeLiteratur- qeschichte von Tr. Rudolf Beer, Lektor der spanischen Sprache an dem romanischen Seminar der K. ft. UniDer|itat Wien. Diese Geschichte des spanischen Schrifttums ist die erste in deutscher Sprache, die unter steter Berück)ichtigung der ursprünglichen Quellen auch die wichttgsten Erscheinungen der modernen spanischen Literatur chis 1300,' verzeichnet. Die eigentliche Darstellung mußte sich dar aus beschränken, die hauptsächlichen Strömungen in der spaniichen Ltteratur unter Hinweis auf die Beziehungen zwischen Schrifttum und allgemeiner Kultur zu berücksichtigen. A.e Verfasser war bemüht, die neuesten Ergebnisse »paniicher und nichtspanischer Forschungen auf diesem Gebiete so gennsien- baft als möglich zu verwerten; hierbei wie bet der ~ojung zahlreicher Einzelfragen ist er von dem Professor der romanischen Philologie an der Universität Graz, vc.. Julius Cornu, wirksam unterstützt worden. Tas letzte Jahrzehnt hat das Untere)je an der Dohn- Lngseinriclitung - Innendekoration, wie man jetzt 511 jagen bfleqt — mächtig belebt Tas streben na* ge|d)inad- vollen individuellen Räumen, sei es tm Miethaus, sei es im eigenen Heim, ist heute lebendiger als je: das Bedürfnis, sich über den Wechsel der Stilrickrungen und über unsere neue Kunst zu unterrichten, ist allgemein, es fommt das Buch des Kunstfchriftstellers W. Fred „Tte Wohnung unb ihre Ausstattung" (ZIlustrterte Monographien -°on Velhagen u. ftlafing, Bielefeld und Leipzig mit 136 Abbildungen, Preis 4 ML), zur rechten Zeit Es gibt in übersichtlicher Leise einen Ucberbluf über all die Bewegungen auf dem Gebiet des Gcschmacks, die jur die Wohnungseinrichtung bestimmend r.'irj: und innn.'.id mb. 23ab uns besonders lobenswert erschern:: der verliert sich nicht in Theorien, er gibt praktische Hinweise — Pst. gertng ML: t. gffil dien 5* Saiaeten to I-, ii°h«L K-s-n i-nd M »eift g»'" zeigen ei.-»n Grove» b iben in » neranltalteten -Ls» 515 «SS ieran iEA ia hervorrag Je Äucht ^^ndesges^e- Liedes «lgien hi» 3C6 und * ngNls. Ten^r.^-b und ie bet d'i°s « £ Stete «LL ste« k^schast gebracht, auch Mn wurden eingeweich: Ä SWL Die Lasier und Wern loch hin^ugelommen, das nettvurLe. Ganzen, n Angeklagten,Lun>cht. 'sitz sei ein bebeutenoer '■Sein" versandt worden. Dettweiler im Tezembn des Angeklagten etwa >en Gutachten der Prof. Wmger sNeustadt) liegt dem Jahrgang 1901 zu aber nicht erheblich ber- )ung von Weinhefe und den. Am 22. Juni 1899 tericht in Oppenheim Den eigesprochen worden, ic beide Angeklagten ch st 1500 Mark Geldsk:, ^eingesetzes je 3000 üart chljr. wegen VeweigiMg as Gericht hielt auf Stund erständigen' nicht für be- Jahrgang 1901 übermäßig chald auf ^rrifpredyng; imtid/tigu Angabe und rochen, dagegen wurden alten WeinMer für 1900 bis MhM 1901 jetzt in handel und Sabie Ware als Kunslli^ sei wegen GeWensi^. ni. wurde auf 1200 Äark iatf Geldstrafe erkannt Neueste Welbuiigen. Originaldrahtmcldungen des Gießener Anzeiger S. Berlin, 28. April. Der Beginn des Prozesses bei Pommers che nHypothekenbank ist auf ben 1. Mar verschoben worden. Die Verteidigungsschrift des angeklag- ten Kommerzienrat Schulz füllt tausend Drucksetten. Berlin, 28. Aprll. Der Kaiser besichttgte heute vormittag auf dem Bornstedter Felbe die drei Bataillone des 1. Garberegiments zu Fuß und des Lehr-Jnfantene- Bataillons und hielt darauf eine größere Gefechtsübung ab, zu welcher außer ben genannten beiden Truppenteilen auch ber größere Teil ber übrigen Regimenter ber Garnison hinzugezogen war. Später nahm ber Kaiser das Frühstück bei dem Offizierkorps des 1. Garderegiments ein unb eine größere Anzahl von militärischen Reibungen entgegen. Sagen ,Wests.), 28. Aprll. Das Schwurgericht ver- urteilte ben Neubauten Moll aus Letmathe, ber feit 20Jahren 42000ML Kosseugelder unterschlagen hatte, zu drei Jahren Gefängnis. Essen a. d. Ruhr, 28. April. Die Firma Krupp erhielt von der Marineverwaltung Aufträge auf Lieferung von Schlffsmaterial in Höhe von elf Millionen 1 N9536H SÄ-tz: 1,2 ein'nrw praktischer Landwirte xu einer Reisegesellschaft vereinigt, welche die wichtigsten landwirtschaftlichen Gebiete und Betriebe der Vereinigten Staaten aus eigener Anschauung kennen lernen soll. Die Gesellschaft hat am 18. Aprll mit dem Dampfer „Prätvria" die Ausreise angetreten, wird Ende Aprll in Newyork landen, von dort nach einem Fest, das der berühmte Newyorker deutsche Männergesangverein Urion am 1. Mai zu ihren Ehren veranstalten wird, die landwirtschafttiche Besuchssahrt nach dem Westen an treten, unb gegen Ende Juni sich wieder zur Rückfahrt einschiffeu. Man wird die verschieoensten laudwirtschafllicheu Betriebe besuchen, eine Muster-Mil-chrvirtschaft im Staate New- Jersey, mehrere ber besten Farmen in den berühmten „Blau - Gras - Gegenden" mit ausgedehnter Vichbattuny, große Rübenzucker^üter, ein Gut von 2500 Acres, die ausschließlich mit Luzerne bestellt sind, im Staate Nebraska, weiter, nach einem kurzen Aufenthalt in der Mormonen statt die aubgebeilten ©artenbaugebicte unb Lbstpflanzuugen in Kalifornien; bann gedenkt man in den nördlichen Gege-u- den vor allem die Gewinnung von Mais unb Luzerne, verschiedene großartige Weizen bau farm en, große, vorzugsweise bei Pferdezucht gewidmete Güter unb Pfirsichzüchicreicn kennen zu lernen. Auch die Industrieanlagen von Chicago mit dem Wasserverkehr und den Niagarasall wird man besichtigen. Die Reise ist auss grüiidlichste vorbereitet und verspricht den Tellnehmern umfassende Belehrung und Anregung, die für eine Verbesserung des landwirtschaftlichen Bettiedes in der Heimat sicherlick- nicht vergeblich sein wird. Präsident Roosevett hat in sehr dankenswerter Weise alle maßgebenden Behörden angewiesen, der Reisegesellschaft behilflich zu sein. unb er ist em Freund be5 guten, auch der Darmstädter guten Neuen, ohne darum das gute Alle über Bord werfen tu wollen. Tie Brauchbarkeit des Buches für jeden, der die Einrichtung oder Umformung der eigenen Einrichtung im Auge hat, wird erhöht durch den reichen IllustrattonS- schmuck, für den — auch ohne jede Einsettigkett — auS allen Stilarten daS beste ausgewählt wurde, waS in ben vergebenen Epochen für die Wohnung geschaffen wurde. Das Bucb wird nicht zuletzt dadurch auch $u einem reizvollen Geschenkwerk. Arbeiterbewegung. -k- Mainz, 27. April. Mu bem morgigen Tag werden bier ea. 1500 Maurer befchästigungSloS. Trotz vielseitiger Bemühungen wurde zwischen den Arbeitern unb ber von dem Arbeiterausstanb zunächst berührten Bauftrma keine Verslänbigung erzielt. Daher beschloß ber Unternebmerverband entsprechenb feiner Vereinbarung eine AuSsperruna sämtlicher SDIaurer. Der Unter- nehmerverbanb halte mU ber Aussperrung noch ein Tag gezögert, um ben bereu« ftreifenben Arbeitern Gelegenheit zu geben, heule zur Arbeü zurückzukebren. Die ftreitenben Arbeiter haben cs aber oorgezogen, von ber Arbell sernzubleiben, unb so erfolgt bann von morgen ab bie Aussperrung sämtlicher Maurer. Tie bem Unter- nehmerverbanbe angehörenben Meister unb Bauunternehmer sind nach ihren Statuten zur Aussperrung gezwungen; sie würben sonst eine Konvenlionalstrase von 10 000 ML zu leisten haben. Bi« aus einzelne Wenige gehören sämtliche Baumitemehmer bem Serbanbc an. Da hier viele Bauten m Angriff genommen sinb, bebcutet diese Aussperrung für baS gesamte Baugeschäsl eben eine sehr un- angenehme KrisiS. Zandel und Uerkehr. Volkswirlschafl. Gewerkschaft Gießener Uranustciuwcrkc, «teßcu. Aus Gießen, 26. b. MtS^ roirb ber ,Frkf. Ztg.' geschrieben: .Ter bied- jährigen Gewerkenversammlung liegt auch ein Antrag auf Veräußerung ber bei ber Gewerkschaft ruhenben 401 Kuxe vor. Hierzu höre ich, baß ber Grubenvorstanb in aussichtSoollen Verkaufs- verhanblungen stehe. Tas 1. Quartal 1903 brachte an Roh-lleber- schuß im: Januar Mk. 64 718, Februar Mk. 52 149 unb Alärz Mk. 65 864, zusammen also DU. 172 732, so baß nach Beslreituna von I V ’Ä •*>:- 4- ch .'ytVj i.A- * tt' «uz' ,$<11 «etl1 ^ndig. i 11 8m Lhiell Rad tritt das n™ misswnst tverth, de tomernt mit 690 auch nad Vertret« der Scä vom Po über bei diese Ta Preis. migefüh Der jes tragslo derung, Hypoth^ verlang Borlag' wenn n Differe verblieb Offerte Bellevu könne j dann d Marine Grunds Die Un grwiesei Dertbe Grunds die bis tobitu Nfon. 9fr? te leiden. ÄL unPlenu Dienst! erheblst dem Bit gehörte, nach al die Lb derselb D M. D dritte £ Ei ficht de Hi bor: „8 klarung und,E' kanzl D« handlur da er a At »k- elo&aoaia Htiilal, geb. Ferber Christian Rühl. Sophie Ferber. Giessen, den 27. April 1903. Die Beerdigung findet Mittwoch den 29. April, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Friedhofes aus statt. Todes-Anzeige. Heute früh 8!/2 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden unsere liebe Frau und Schwester im 59. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten ki*??. I Mm werde« schnell und gut "u ttMtrtll.lllLbcMll Wer HirmM Gießen. Selteröweq 9. Mittwoch, Donnerstag und Freitag leben ofrtsch: Cabliau per Pfd. 20 Pfg-, Schellfisch Rotzunge» 8587 Scholle«. GebrüderBerdux Bahnhofstraße 27. Lindenplatz 12. Bctonkics- Lahnsan- in allen flömunocit, gesiebt und gewaschen, durchaus reine- Material, enrpsiehll Cour. Rübsmki Dampibaggerei. Lagerplatz am Wißmarer Weg. Bureau: Weftanlage 60. _____ Telephon 91fr. 259. 2738 Visitenkarten liefert rucb and billigst Brtihlecbe 0 an »-Druckerei. 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