Kleber S06« ™® die ö?*"- ekng d-r nkJ» Ntoi- ^-N im £b,,J«i> N U S lLb'5 LS»L SLZtz w£z KLLL M^LL MW tlS ^taillipen [S wäre zu führen Depot-Unterschlag. ^fachemÄmkerotim drei orfengesetz in drei Wer iet Leopold Lilien- der Umstände vom Schwur- 1 Gefängnis und in dir It Leanlragt waren fünf ieldsttafe und fünf Hafte mg in neun füllen )iand W. vor der Strafkammer , sodaß er jetzt eine Strafe les. „M Ktz." Loitze brach Sitabelle (hcmpUvaL czeschoh, in dem die Lok- >m Platze und des hm.- sbuumte. Das Wer wegung. llnrnhen sindm Halwa r franMschen Fabriken m [en Tagen ün Ans staudr gische Ärbeuer aus tieninfl i Aufforderung der Fran, i, begaben (idj 6000 pmy o uni) nahmen eine \e Belgier nicht wagten, du mite Gendarmen ftanda inteiten dlatige Borkom^ Lei sMgen eVerniet aus. Steschina bewarieu die belgischen Sc» uzosischen Gendarmen grhia L Die franMschen^ Ersetzung durch belgische und em wenig spenden wollens bi- Übrigens W hierin'!1- bi§l)et ««? i oerd-^ ntete§ Wj Dreßler als"' " werden fei' *** .söütrws >en Husaren St&utigam. schneidig-len." rig^^ Pplsschlaö ^gf, SfeiS^“ !*• - .HAH arf Ä«S n.r L.ch°-l U «, eidings eld aus oen . 1920 nach bleuUmge^ wurde ■jNFtS*«* iet 6-iW __ Nr. 98 • rl^eiet töglich außer Sonntag«. Dem (Siebener Anzeiger werden tm ©edjlel mit dem Kesstschen tonbiplrl die Siebener Kamillen blätter viermal tn der Woche beigelegL Hoiationebrud u. Der» lag bet Brühl ’leben Unioer1.-Buch-a.Siem- b ruderet (Uiexidj Itrben) VtebaftWR, ®rpeömo« und Drude ren «ch°l,ra»e 7. tlbrefle tüt Depelchen: Ou-eiger Gleheu. Kern iprcdionidilufc Wr 51. Dienstag 28. Slpril 1908 158. Jahrgang Erstes Blatt. /ÖE3HT Q Cä monatiictTbUi^wertti» GlchenerAnzeigerW General-Anzeiger v v den polU. and atigern. Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WrRs V r " zeigen test: -an« Beck. Wc. Aigelow. In den 50 er und 60 er Jahren des vor. Jahrhunderts gehörte ein Mr. Bigelow zu den angenehmsten amerikanischen Journalisten. Ursprünglich Advokat, dann Miteigentümer und Mitredakteur von Bryants „Newyork Eve- ning Post", wurde er spater amerikanischer Gesandter in PariS und bennes in dieser Stellung seine hervorragenden diplomatischen Fähigkeiten. Endlich wurde dieser einstige findige Journalist, dem es gelungen war, in irgend einem verborgenen Weltwinkel die Urhandschrtft von Franklin- Selbstbioarophie zu entdecken, sogar Staatssekretär und erwarb seinem ehrlichen Namen dauernden Ruhm. L^eute hat man den amerikaniscl-en Staatsmann John Bigelow in Deutschland freilich so gut wie vergessen, um so gründlicher aber lernt man einen anderen Journalisten dieses Namens kennen, Herrn Poultney Bigelow, der eine Zeitlang den Vorzug besessen hat, sich Kaiser Wilhelms 11. Freund zu nennen. Daß er heb diese Freundschaft auf irgend eine Weise versck)erzt gaben muß, lehrt ein Artikel der „Di ünch Ze i tu na", der, in Form eine- Briefes von Germanns an den deutschen Michel, in verschiedener Hinsicht außerordentlich interessant ist. Wir lassen darum feine Hauptsätze hier folgen: „Heber Poultney Bigelow hatte man sich allerdings tn Berlin erkundigt und das hatte auch gewisse Folgen. Ta aber Bigelow in Münä>en doch eine gewisse Jtolle spielte und sich für die deutsche Gastfreundschaft „drüben" revanchiert, inbem er gegen München und Berlin abwechselnd oder gleichzeitig ,Lingo-like" sveecht oder schreibt, und da er außerdem, wie ich höre, die liebenswürdige Absicht hat, demiiächst nach München zurückzukehren, so Mächte ich Ihnen, lieber Michel, einige nette Sächelchen aus seiner Bwgraphie erzählen. Sie erinnern sich noch: Poultney Bigelow entstammt einer sehr vornehmen und ehrenwerten amerikanischen Familie. Sein Vater, der vor Jahrzehnten als Gesandter der Unions- fLaoten in Paris beglaubigt war, ist einer der angesehensten Staatsbürger, und Poultney genoß eine außerordentlich gute Erziehung. Mit Kaiser Wilhelm verbrachte er feine Spiel- u»id Studienjahre, die er in einem schönen Buche beschrieben hat. „Ter deutsche Kaiser und seine östlichen Nact,barn" heißt die Monographie, in deren ersten Kapiteln Roultney sehr hübsch erzählt, wie er mit den Prinzen Wilhelm und Heinrich vorzüglichen Unterricht genoß und in der freien Zeit den spartanisch einsack-en Studierzimmern entfloh, um .^Indianer zu spielen". Unb die Freundschaft blieb noch lange Jahre bestehen. Poultney Bigelow war noch vor nicht ferner Zeit ein gern gesehener Gast am Hofe zu Berlin. Zu ben Armee- und Flottenmanövern war er immer eingelaben unb er wußte die Freundsck-aft des deutschen Kaisers mit warmen Worten zu danken. Er charakterisierte den Kaiser mit dem Ausspruch: „Erstens, er ist mutig, zweitens, er ist ehrlich, drittens, er ist durch und durch deutsch." Noch im Oktober 1902 stand im „Neuen Pester Journal" am Schlüsse eines Feuilletons über Bigelow und feine Schriften zu lesen: „Daß Kaiser Wilhelm IL einem solchen Manne in herzlicher lebens» länglicher Freundschaft verbunden ist, dazu ist beiden Freunden zu gratulieren." — Beim Theater giebt es ein Sprichwort. Das Sprichwort heißt: ES kommt immer anders. Bigelow halle in feiner Charakteristik des Kaisers mandjeä vergessen. Er hatte u. a. noch sagen müssen, daß der Kaiser hug unb nicht leicht zu täuschen ist. Poultney Bigel >w war eines Tages nicht mehr hoffähig in Berlin, unb amerikanische Blätter erzählten ein Seltsames über bie Ursachen ber Tatfache, baß Wilhelm IL darauf verzichtet hatte, Poultney Bigel)w ferner seinen Freund zu nennen. Ich weiß nicht, was von ben „Ursachen" wahr ist, ob es zutrifst, daß Poultney Bigelow die Sache ber amerikanischen Versicherungsgesellschaften, bie aus inzwischen bekanntlich erledigten versicherungstechnischen Grüiidcn damals vom Geschäftsbetrieb in Deutschland ausgeschlossen waren, mlltels seiner freundschaftlichen Beziehungen zum Kaiser, und zwar um ein Entgelt von 20 000 Dollars ins Blei bringen wollte. Ich weiß nur, daß 20000 Dollar fein Blei und wie Franz tun Moor sagt, „ein hübsches Taschengeld sind". Ich weiß außerdem, daß unser Kaiser nicht der Mann ist, der mit seiner Freundschaft Schockier treiben läßt. Tat fache ist — das wissen Sie selbst, mein lieber Michel — baß Po ul Wey Bigelow in Berlin nicht mehr akkreditiert war und nach München übersiedelte, um, wie er sagte, ein Buch „über die Deutschen in den Befreiungskriegen" zu schreiben. Von seinem Aufenthalt in München ist Ihnen, mein werter Freund, vieles bekannt. Unbekannt ist Ihnen vielleicht, daß der "Name Poulwey Bigelow bereits im Tamenkalender des Münchener Hofes für 1C03 zu lesen stand, woraus ein Unkundiger entnehmen könnte, Poultney Bigelow sei vom Prinzregenten empfangen worden. Aber das ist nur ein Versehen in dem Tamenkalender, beim als man sich in Berlin über Herrn Bigelow erkundigt hatte, verzichtete man in ber Residenz darauf, seine nähere Bekanntschaft zu machen. Nun können Sie sich wohl vorstellen, daß Poultney auf München ebenso schlecht z,u sprechen ist, wie auf Berlin. „Aber er hat dock? hier, wie dort viel Freundschaft genossen, und Undankbarkeit ist nicht fair", werden Sie sagen. Ja, mein lieber Michel, sehen Sie: Poulwey ist unter bie Jingos gegangen unb schreit! Ich will Ihnen, verehrter Freund, aus ben „Town Topics" ein wenig vorlesen. Es heißt bi — verzeihen Sie bie harte Uebersetz- ungl —: „£>eri poulwey Bigelow warnt mit Recht vor einem wirtschaftlichen Kriege mit Deutschland unb stellt die Forderung, daß wir uns zur See stärker machen müssen, um deutschen Eventualitäten begegnen zu können („tn meet German eveittuolltieS"). Dieser Gedanke wird weiter aus- aesührt und conduMert in den Worten:„Nurdersrühe Lot des gegenwärtigen Kaisers (,^only the pre- mature death of the present Kaiser") kann einen schliiß- lichen Kamps ß,struggle") zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten verhüten." Wäre es nicht schade, wenn man dieser Gemeinheit ein Wort binzusügte? Was sagen Sie zu Poulweys Dankbarkeit. Auch über München ist von ,w>ohlunlerricbteter ©eite" hübsches zu lesen. Dor mir liegt bie „Worlb", ein Hetzblatt, das seinem Namen bamit Ehre zu mack)en sucht, baß es die alte Welt und bie neue Welt aneinander hetzt. Eine Beschreibung eines Münchener Hossestes steht barin, batiert vom 21 Januar 1903. Einzelne an sich belanglose Wahrheiten über bas Menü ic beweisen, baß ber Amerikaner, ber dieses Eittrefile schrieb, ein Eingeweihter sein muß. Unb bas hat er benutzt, um bie gemeinsten Lügen und Schmähungen über ben nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland geliebten Regenten au schreiben. Ich will mir die Finger an diesem giftigen Gespinst von Lüge unb Verleumdung nicht beschmutzen. Aber zu Ihrer Belustig- uno, mein Freund, will ich Ihnen „bie phantastischen Uebertreibungen" erzählen, mit benen ber ,Hingv bas Menü schildert. Es heißt ba u. a.: „Die Fische waren zu schwierigen Sevrearbellen gestaltet, nach Zeichnungen ber Werke ber berühmtesten Meister kopiert. Ochsensllets waren so geformt, baß sie bie bayerischen Staatsgebäube barftellten. Tas Gefrorene würbe flach auf ©ilberplaiten gelegt unb so arrangiert, baß es bas Porträt beS Priii-regenten bildete." Also nur ben Humbug zu Ihrer Belustigung, lieber Michel, vom übrigen rein Wortl Mir ist der hohe Herr in ber ge egneten Rüstigkeit seiner Jahre zu lieb, als baß ich zugeben möchte, daß eine beutsche Truckertype in Bewegung ge etzt würbe, um bie albernen Verleumdungen nachzu- brucken. Welcher Deutschenhetzer bas ber „Worldc' gekabelt hat, weiß ich nicht, aber ich weiß, daß kein Amerikaner bei bem Fest zugegen war, außer Poulwey BigelowS Schwester, eine achtbare Dame, bie selbst gewiß nur Wahres über ben gastfreundlichen Münchener Hof erzählt haben wird. Aber gerade die Wahrhickt oraucht ein geschickter Macher; er muß einen haltbaren Haken haben, um seine Hetze solid anhangen zu können. Warum ich Ihnen das alles erzähle? Um Ihnen zu zeigen, wie die Artikelchen ber gelben Presse entstehen, unb um Sie zu versichern, daß einsichtige und gebildete Ntenschen in Amerika unb in Deutschland ben JingoS nicht glauben. Aber wem die Mäglichkeit geboten ist, ber fall auch dafür sorgen, das Hetzerwm unschädlich zu machen. Aber Sie verstehen jetzt, warum ich Ihnen soviel Bige- low'scheS erzählt habe. In den Münchener Blattern stand letzter Tage zu lesen, daß Frau Ebich Bigelow von ihrem Manne geschieden, baß sie aus gcsetzlick)en Gründen geschieden worden. Diese Scheidung ist an sich für uns gänzlich irrelevant, umsomehr, als leider auch bei ben Europäern aus gesetzlichen Grünben beS öfteren geschieden wird. Es giebt zwar verschiedene „legislatif grounds" in bem Erdteil, in bem Brigham Young, ber em halbes Dutzend Witwen hinterläßt, vor kurzem begraben wurde, aber es giebt da nur einen „statutory grvunb": den Ehebruch 9tun wäre es immer noch kein exotisches Kuriosum, daß man Frau Ebich Bigelow ben „statutory grounb" ^gebilligt hat, beim ber „statutory gvound" ist leider auch bei ben Scheidungen in Europa des öfteren der einzige „gvound". Ich lömiie Ihnen noch viel Jnteresscmtes erzählen, aber bas ist gar nicht mein Zweck. Ich habe nur den einen Wunsch, mein kleines Scherflein zur Klärung, zur „Absägung" ber Hetzer beizutragen unb gelegentlich werde ich mir gerne auch einen „mabt in Germany-Jingo" kaufen. Denn baß man die Hetzer im rechten Lichte sieht, ist hüben wie drüben zu wünschen, baß man sie oerla-cht — ,,'t iS a conjummation bevoutly to be wish'd". Ein Ziel, aufs innigste zu wünschen, unb auch bas Ziel meiner Worte." Agrarische Keetschau. Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 27. April: Mit ber Interpellation über bie Kündigung der bestehenden Handelsverträge gedenken die Konservativen im Reichstag ber Regierung ben Mund zu öffnen. Die „Kreuzztg." unb anbere Organe ber Rechten haben es unmutsvoll beklagt, daß bie Regierung ^sich in schweigen hülle unb keine Wahlparole ausgebe. So will man denn auf bem nicht mehr ungewöhnlichen Wege einer varlarnentarischen Anfrage die Regierung zum Reben rringen. Wie bie Antwort ausfällt, bas weiß natürlich jeher Agrarier im Voraus. Die Regierung wirb eine Kün- bigung ber bestehenden Handelsverträge ablehnen, bevor sie nicht die Gewißheit hat, neue Verträge zu schließen. Aber, wie gesagt, bie Befriedigung ber Wißbegierigen ist ja auch nicht ber Zweck ber Hebung. Das Schauspiel einer Sammlung aller Agrarier unb Agrarier genossen des Reichstags soll vor den Wahlen geboten werden. Zunächst haben da die Konservativen unb der „Bund der Sanbroirtc" Gelegenheit, ihre Einigkeit in halbem Lichte zu zeigen, denn in ber Forderung der Kündigung ber Handelsverträge steht Gras Limburg ebenso fest und unerschütterlich, wie Frhr. von Wangenheim. Ties Seite-an-Seite-Fechten kann nicht verfehlen, nach den vorausgegangenen Mißhelligkeiten zwischen Bund unb Konservativen Eindruck zu machen. Wetter hofft man im Stillen, daß die Zentrumsagrarier ebenfalls ein kräftig Wörtlein zur Regierung sprechen werden. Ten anderen Zentrumsmännern, den Vertretern industrieller Wahlkreise, wird diese Heerschau gedacht als eine imponierende Kundgebung für bie Intens,en der Landwirtschaft, weniger angenehm sein. Nach dem „Bert. Tagebl." war im Reichstag das Gerücht Verbreiter, die Linke werde eine Gegentnterpellation einbrinaen. Dies sei jedoch nicht der Fall. Aus der Linken hatte man e» nicht für opportun, der Regierung die Unbcguemlichkeich bie ihr durcy bie Interpellation der Agrarier bereitet wird^ irgendwie zu erleichtern. Wieso „Unbequemlichkeit? ES ist doch anzunehmen, daß bie Regierung vielmehr Werl daraus legen wird, festzustellen, daß m der HandeIsvertragS- polittk der Kurs der alte bleibt, daß also Deutschland gar keine Neigung hat, ohne N)t sich in Zollkriege zu stürzen, was die wohischeinliche Folge übereilter, vorzeitiger Kündigung der geltenden Handelsverträge sein würde. Die Vorteile solcher Kündigungen werben ja yüeifcILte in der lockendsten Weise geschildert werden — selbstverständlich nur zum Besten der deuftchen Volkswirtschaft. Der Eifer, daß doch ja gute unb Deutschland ben Löwenanteil zuwendend« neue Handelsverträge geschaffen werben, könnte rührend erscheinen — wenn man nur nicht babei an bie Gesck-enK bringenden Danaer erinnert würde. Eines ist zu wünschen: daß bie Anttvort ber Regierung klar unb deutlich auA» fällt Nur eine präcise Stellungnahme hat Zweck. Die Wahlen werden entscheibend beeinflußt durch die Frage: Für oder gegen die neuen Handelsverträge? Und wenn, wie zu erwarten, ber Regierung daran liegt, daß sie den Boden vorberettet für diese ihre kommende Hauptaufgabe, bann ist es an ber Zeit, mit aller Offenbett bes Programm not* Anträgen, doch sie sich stellt So betrachtet, verspricht die Interpellation eine nützlich«, klärend« Wirkung. - ' ' - ' 1 1 -■■J! . ■■■ jMlische Lagesschau. Erst yraakreich, bann Deutschland. Im Hinblick auf bie bevorstehenbe Begrüßung de- Präsibenten Loubet burch ein amerikanisches Geschwader in Marseille erscheint e* an gezeigt, daran zu erinnern, baß von ber Unionregierung auch in der Denkmalsangelegenheit Frankreich eine vorzugsweise Behandlung vor Deutsck-land erfahren hat. Tie Statue bes Feldmarschalls Grafen Rochamdeau steht seit Jahresfrist auf amerikanischem Boben unb wurde seinerzeit unter prunkvoller Beteiligung ber amerikanischen Regierungskreise enthüllt. Nun hat Graf Rock)ambeau 1780 als Führer eines ftanzösischen Hilfstorps im amerikanischen Freiheitskampf aller dingpersönlich mitgeholfen. DaS konnte Friedrich der Große natürlich nicht, aber mit feinen Sympathie en stand er burchauS auf ©eiten ber Freiheitskämpfer, was Kaiser Wilhelm in seiner die Denkmalsschenlung ankünbigenden De* vesche an Präsident Roosevelt auch hervorhob. Das von ben Vereinigten Staaten bem General von Stauben errichtete Denkmal kann keineswegs vergleichsweise beran- gezogen werden, ba dieser zwar anfangs in mehreren deutschen Staaten Kriegsbienste leistete, aber nach einem höchst abenteuerlichen unb mchts weniger als rühmlichen Leben, wie wir vor etwa Jabresfrist an biefer Stelle ausführlich erzählten, seine deutsche Heimat verlasfen mußte. Er hat dann als nordamerikanischer GeneralstabS- ckef Hervorragendes geleistet, unb die Kapitulation von Yorktown 1781 erzwungen, aber als amerikanischer Offizier, der alle Beziehungen mit seinem Vaterlande hatte ab* brechen müssen. Ein zerlegbare- Wahlklosett. Eine Hamburger Firma empfiehlt ui einem Schreiben an uns eine transportable zerlegbare Wahlzelle. Sie schreibt uns darüber folgendes: Die „Wahlzelle" nimmt 2 Quadratmeter Grundfläche in Anspruch kann in jedem Wahllokal direkt am Wahl- vorstanbstisch leicht aufgestellt unb nach Gebrauch in wenig Minuten zerlegt werben, um bei den nächsten Wahlen bem gleick-en Zwecke zu dienen. Die Anschaffung einer Wahlzelle erfordert eine einmalige Ausgabe von geringem Betrage — ca 35 Mk. — und macht jebe bauliche Veränderung im Wahllokal oder mit demselben in Verbindung stehende Siebenräume, Nebentische entbehrlich. Bei Benutzung ber Wahlzelle nnrb bei starker Beteiligung ber Wähler keine Zeit verloren und findet im Wahlgang keine Unterbrechung statt. Der Wähler nennt bem Wahlvorstanbe feinen Namen unb erhält, nachdem derselbe in der Wahlliste aufgefunden unb angemertt ist, das amtliche Wahllouoert. Nun betritt der Wähler die Wahlzelle am Eingang, steckt seinen Wadlzettel, ohne dabei beobachtet zu werden, in das Wahllouoert und verläßt bie Wahlzelle am Ausgang, wo ihm vom -wetten Wahlvorstande das Wahlkouvert abgenommen und in bie Wahlurne gelegt wirb. Beim Verlassen der Wahlzelle burch die Ausganstür öffnet sich selbsttätig die Eingangsrur und g^gt bem folgenden Wähler an, daß bie Wahlzelle zu feiner Verfügung steht. Die Wahlhandlung wirb demnach automatisch reguliert Aus und Gießen, am 28. April 1903. ** Evang. Bund. Am 3. und 4. Mai findet zu Frankfurt bas Jahresfest bes Hauvt Vereins Wiesbaden-Frankfurt des Evangelischen Bundes statt. Tie Tagung beginnt Sonntag, den 3. Mai, abends 5 Uhr mit einem Fesigottesdienst in der St. Paulskirche unter Mitwirkung des Paulskirchenchors. Als Festprediger ist Superintendent T. Meyer von Zwickau gewonnen. Abends 7i/? Uhr ist Begrüßungsversammlung tm evangelischen Vereinshause „Westens (Neue Mainzerstt. 41). Der folgende Montag iü für bie Sitzung des Vorstandes und Die Hauptversammlung des nas auischen Hauptvereins vorgesehen unb ,i-ar • enial _ in Cem genannten Vereins- Hause. Am ’Jiu„.nidtage soll ein Ausflug nach bem Ober- sorsthauic i'iaUfinvcri, unb für den Abend ist die Ausführung des Reformationsfestspiels von Pfarrer Dr. Dechertt: u. Höchste 2emperatuv ylieorigfte , in 11,6" C. 0,5' C. Anfangs- 211,80 211,00 140,20 186,40 Enttäuschungen, bie man hiermit in früherer Zett in Hannover erlebt hat, werden hoffentlich diesmal zu der erforderlichen Vorsicht bei derartigen Unternehmen sühren. Meteorologische rveodachruugeu der Station Gießen. am 26.-27. April , 26.-27. rennDatm an Der peiDeroergerrrraBe Deyrmmi ranrnn. ans vuavr- rennen wird die .Goldene Armbinde von Reffen*, nur offen für Fahrer der Ertraklasie, zum Anstrag gelangen. Tas Rennen isr mit 1000, 300, 150 Mk. Barpreisen dotiert und bedeutet so daS höchste Geldpreis-Rennen der Darmstädter Rennbahn. Des weiteren werden ein Frühlingspreiskahren, ein 500-Meter-Handicap, em hochdotiertes 20 Kilometer-Rennen mit Motorschrttlmachern, .Preis von HeidelbergE gCnaimt ein lO-Slilometer-TlotoxTennen auS- gesahren. (D. T. A.) Schlußkurse. 212,12 811,80 140,50 186,75 184,40 Pctrolcumbohruugeu in Deutschland. Im Hannoverschen, der Gegend von Wietze, macht sich neuerdings wieder em lebhafteres Interesse iür Petroleumbohrungen bemerkbar. Tie schweren Verichtssaal. Kiel, 27. April. Ter Prozeß Hüsfener gelangt in bet nächsten Woche zur Hauplverhandlung. Leipzig, 27. April. Tas Reichsgericht verwarf heute die Revision Der früheren Münchener StrftSvorsteherin v. H e u s l e r, die am 8. Marz vom Schwurgericht in München zu sechs Jahren Zuchthaus und zehn Iahrcii Ehrverlust verurteilt wurde. Darmstadt, 27. April. Die bieSjahrige Radreun. Saison wird am kommende« Sonntag, L. Mai, aus der Rad- besonders begehrt und steigend. Privat-Diskont 2»/, Prozent. Lest. Kredit. . . Deutsche Bank Darmstädter Bank . Bochumer Guß . . Summa: 48 (20) 34 (16) 5 9 (4) Anm.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Vermischtes. * Berlin, 27. April. Eine parlamentarische Weinprobe, an der auch die Minister Frhr. o. Ichein- baden, Frhr. v. Hammerstein und Moeller tcilnahmen, fand im Restaurationssaal des Abgeordnetenhauses statt. Dieselbe gestaltete sich au einer äußerst genußreichen Sitz- ung, die bei allen Teilnehmern nur die angenehmsten Erinnerungen hinterließ. Man wird dies begreiflich finden, wenn man erfährt, daß auf der Tagesordnung dieser Sitzung die erlesensten Weine des Rheingaues standen, die der Abg. Wolff-Biebrich in edler Menschenfreundlichkeit aus seinem sich des besten Leumunds erfreuenden Keller zur Verfügung gestellt hatte. Dem Reichsweingesetz werden die Teilnehmer an dieser Sitzung ewig daiikbar fein, denn nur diesem verdanken sie die angenehmen Stunden. Wäre nämlich kein Reichsweingesetz eingedracht worden, so hätte dies Gesetz auch nickst an eine Kommission verwiesen werden uni) es hätte also keine Kommissionssitzung stattsinden können. Hätte aber keine Kommissionsfitzung stattftnden können, bann hätte der Abg. WolfsiBicbrich auch nicht an einer Kommissionssitzung teilnehmen können. So aber nahm er an der Kommissionsfitzung teil und zwar nicht als einfacher abstimmender Abgeordneter, sondern in der schwerwiegenden Eigenschaft eines Weinsachverständigcn für den Rhemgau, den Mainkreis und den Untertaunuskreis. W solcher trat er in der Kommission dem Bestreben entgegen, die Durchführung des Wcingesetzes mehr zu beschleunigen und erklärte, daß eine solche Beschleunigung, wie sie von manch'N Setten gewünscht wurde, nur schädlich wirken könne. =tn aäuLl^ch unwissendes Kommissionsmitglied wagte es. Kunst und Wistenschaft. Bremen, 26. April. Der Delegiertentag ber Goethe- b ü n b e einigte sich über ben von Berlin aus angeregten Volks- schillerpreis, sobaß bie Begrünbmig bieses unb ber Anschluß an ben Goethedunb in Berlin in biefer Sache in Aussicht steht. An Paul Heyse würbe ein Sympathietelegramm abgejanbt. Anläßlich bes Telegiertentages ber Goethebünbe würbe eine große Volksversammlung abgehalten unb nach Referaten von Iusttzrat Ionas (Berlin) unb Professor Diez (Stuttgart) eine Protestresolutwn gegen bie Theaterzensur beschlossen. die Frage aufzuwerfen, ob Wolff auch wirklich auf diesem Gebiete sachverständig sei. Jetzt aber erstrahlte der so Angegriffene im hellsten Lichte. Es wurde festgesteltt, daß er einen der schönsten Weinkeller am ganzen Rhein besitze. Als Herr Wolff sah, wie bei dieser Eröffnung bie Gesichter der Kommissionsmttalieder einen verlangenden, sehnsuchtsvollen, teils auch einen düsteren, resignierten Ausdruck annahmen, konnte er nicht wioerstehen. Er lud dtt Herren ein, vom Inhalt seines Kellers zu kosten. Flugs verließ auf seinen Befehl eine Reihe von Flaschen mit edlem Inhalt Die dunklen Räume seines kühlen Kellers und bildete, wtt gesagt, hier gestern den Gegenstand des eifrigsten frohesten Studiums dreier Minister und eines Kreises von bevor- rugten Abgeordneten. Allgemein wurde freudig anertannl, >ag die Weine wohl zu den besten und edelsten Gewächsen gehörten, die der gesegnete Rheingau hervorgebracht hart, und der Keller des Herrn Wolff-Biebrich wurde in feier» licher Weise für denjenigen erklärt, der den besten Wein Oes ganzen Rheingaues birgt So findet auch jetzt noch jede gute Tat ihren Lohn. * H a t t i n g e n, 27. April. Der „Halt Ztg." zufolge ereignete sich in ber Nacht zum Sonntag auf ber Zeche „Friedlicher VLachbar" eine Explosion schlagender Wetter, bei der fünf Bergleute, darunter drei schwer, verletzt wurden. Einer ist seinen Verletzungen erlegen. * Leipzig, 27. April. Im Lagerraum der Bvrck'schen Fabrik für elektrisches Installationsmaterial, Gerberstraße, zersprang ein Ballon mit Schwefelsäure. Die Flüssigkeit Drang durch ben Fußboden in eine darunter befindliche Werkstatt. Der Ingenieur Borck erlag ber Einwirkung ber giftigen Dämpfe. Ein Werkmeister unb drei Arbeiter sind fcljtoer erkrankt, einer von ihnen ist noch in Lebensgefahr. Newyork, 26. April. Ein Telegramm aus Santiago in Chile meldet, daß nahezu die ganze Stadt P i s a g u a mit allen Banken, Telegraphenämtern und Geschäftshäusern niedergebrannt ist. Es fehlte an Wasser zur Bekämpfung des Feuers. * Frauenmorde. In Stettin wurde die Tischlerfrau (Solberg aus ftamnun von dem Steinschlager Przybylski aus Greifenberg ermordet. Der Tater wurde verhaftet. — Nach einer Depesche der „Frkf. Ztg." wurde ber Arbeiter Loose in Altona wegen Lustmordes an einem 9jährigen Mädchen aus 9leumünfter verhaftet. Meralur. Die Philosophie der Gegenwart in Deutschland. Eine Charakteristik ihrer Hauvtrich-tungen nach Vorträgen, gehalten von Oswald K ü l p e. („Aus 9iatur und Geisteswelt." Sammlung wissenschaftlichf-gemeiiioer- ständlicher Darstellungen aus allen Gebieten des Wissens.) Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. 120 S. Preis geb. 1.25 Mk. Der Verfasser giebt in diesem empfehlenswerten Büchlein eine Charakteristik der vier Hauptrichtungen der deutschen Philosophie der Gegenwart: Posttivismus, Ma- terialismus, diaturalismus und Idealismus unb ihrer typischen Hauptvertreter und sucht das Interesse für die moderne Philosophie zu wecken und zu steigern. In der Einleitung betont er, bag das ganze philosophische Denken der Gegenwart vor dem Bedürfnis nach Anschluß an die einzelnen Wissenschaften beherrscht ist. Sodann zeigt er, wie sich dieser Anschluß an sie je nach den vier zu unterscheidenden philosophischen Richtungen in besonderer Weise gestattet. Als typische Vertreter für ben Posttivismus werden Mach und Dühring, für ben Materialismus Häckel, für ben Naturalismus Nietzs che, für ben Idealismus Fechner, Lotze, v. Hartmann und Wundt behandelt. An bie Darstellung ber einzelnen Lehren schließt sich stets eine Kritik an, bereu Grund- gedanken am Ende des Buches nochmals zusammen gefaßt luerben. Danach mißt ber Verfasser bie Hauptbedeutung dem Positivismus und dem Idealismus bei, soweit sie wissenschaftliche Philosophie sind, unb sich zu willkürlicher Spekulation grundsätzlich ablehnend verhütten. Auf dieser Grundlage zeigt er bie Möglichkeit, wie eine fruchtbare Einheit der philosophischen Bestrebungen immer mehr verwirklicht unb eine geschlossene Weltanschauung erreicht werden kann. Das Bändchen verdient die Beachtung weitester Kreise unb wirb sich bald viele Freunde erwerben. Handel und Kerlrchr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 27. April 1903. (Mugeieill von der Bank siir Handel und Industrie, Gießen.) Infolge der Ultimo- Liquidation bewegte sich das Geschäft an der heutigen Börse in ganz kleinen Grenzen. Vorwiegend war die Haltung eine recht gut behauptete, namentlich lagen Eisenaktien seft auf das Gerücht, daß Amerika ein größeres Quantum Spiegeleisen beordert habe. Kohlen- iverte baqege» infolge unglaubhafter Gerüchte von amerikanischen Kohlenofferten leicht nachgebend. Batikaklien lagen bei stillem Verkehr gut behauptet; besonderes Interesse zeigte sich andauernd für die Aktien der Russischen Bank für auswärtigen Handel. Für Canada ShareS trat London in Erwartung einer strammen New- Porker Börse als Käufer auf; von anderen Bahnen waren wiederum italienische gefragt. Auf dem Rentenmarkt lagen Türkenwerte lest, während Spanier teils infolge der Wahlresultate, teils von Paris offeriert im Anschluß an die Mattigkeit der französischen Rente, sich leicht abschwächten. Ter Kaffamarkt zeigte auf allen Gebieten sehr feste Tendenz; Montan- und Terrauiwerte waren Harpener Bergbau . . 184,30 Schluß-Tendenz: ziemlich fest. „Luthevtaae in Frankfurt" beabsichtigt. Die Veranstaltungen sirw ausschließlich für Evangelische besttrnrnt. —-- Wir find überzeugt, daß das Fest reiche Anregung bringen wirb. Ist doch msoesonbere ber Festprebiger, welcher in der durch geschichtliche Erinnerungen so bedeutungsvollen Paulskirche seine Stimme erheben wird, nicht bloß durch sein kräftiges Eintreten für die Brüder in Oesterreich, sondern auch durch seine herrliche Rednergabe weithin bekannt. •• Französi sche Vorträ ge unb Rezitation en. Lektor Goetschy kündigt uns für dieses Sommersemester einen Cyclus von 5 Vorträgen und Rezitationen in französischer Sprache an. Dieselben werden voraussichtlich Freitags stattfinden unb bereits am 8. Mai ihren Anfang nehmen. Die Vorträge werben Paris unb Umgebung (unter Vorführung von etwa 75 Lichtbilbarn) behanbeln. Die Rezitationen haben allgemein verstänbliche Stücke aus ber neuesten Literatur zum Gegensianb. Näheres soll halb im »Gieß. Anz." bekannt gegeben werben. •• Beförderung. Der berittene Gen barm B ecker, der über 9 Jahre in Gießen tätig war, am 1. Oktober vorigen Jahres nach Oppenheim versetzt wurde unb besten sympathische Persönlichkeit hier noch nicht vergessen ist, ist mit Wirkung vom 1. Mai b. Js. zum Oberwachtmeister beförberi worben. ** In ber Gemälbe-Nusstellung am Brand Hai gestern roieber ein teilweiser Wechsel ber Gemälbe ftattgefun» ben. An Stelle ber Liljesors-Kollektion sind 30 Gemälde neu ausgestellt. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß bie Corpocatwe Ausstellung ber Karlsruher Kunstgenossenschaft, sowie bie seit heute neu ausgestellten Gemälbe nur bis zum nächsten Sonntag, 3. Mai, in ber Ausstellung verbleiben. Am letzten Sonntag war ber Besuch ber Ausstell, ung, auch von auswätts, außerorbentlich groß. ** Berichtigung. Tie gestrige Notiz zur Anfrage bes Abgeordneten K ö h l e r - Langsdorf, betreffend das Stipendien- wesen, ist versehentlich mit L. U. (d. h. amtliche Notiz der Landes- Universität) bezeichnet worden. :j: Rödgen, 27. April. Der Gärtner Ludwig Jnderthal wird feit 8 Tagen vermißt. Er ist 63 Jahre alt unb versah in Gießen öfter Gärtnerarbeiten. r. Eber stabt, 27. April. In vergangener Nacht zwischen 11 unb 12 Uhr brannten im hiesigen Hofgut bes Fürsten von Solms-Lich zwei große Scheunen nieber. Da bas Gut nebst Gebäuben an bie hiesigen Einwohner verpachtet ist, so sinb mehrere Leute, bie ihre Sachen in ben Scheuern hatten, burch ben Vranb geschädigt. Namentlich sind Strohvorräte und einige Wagen und landwirtschaftliche Maschinen verbrannt. Vermutlich liegt Brandstiftung vor. Die Wehren von Münzenberg, Treis-Münzen- berg, Muschenheim und Oberhörgern leisteten tatkräftige Hilfe. A. Nidda, 25. April. Gestern abend hielt der Vorschuß- und Kreditverein im Hotel Traube seine Gtmeralversammlung ab. Nach dem RechenschaftÄrericht betrug der Gesamtumschlag 1901087.73 Mk. An Reingewinn ergab daZ verflossene Geschäftsjahr 13 694.60 Mk. Nach Beschluß der Versammlung werden von dem Reingewinn zugewiesen: 5 Proz. Dividende mit 2750Mk. den Attionären, dem Reservefonds 10 000 Mk., der Svezial- reserve 500 Mk., dem Verein Krankenpflege 200 Mk., auf neue Rechnung vor getragen 244.60 Mk., die aus dem Auf- sichitsrat aussck-eidenden Mitglieder Braun, Fabrikant H. W. Cloos und Gerbereibesitzer Friedrich Storts wurden ein* stimmig wiedergewählt. Da.' Vermögen des Vereins, der leit 13 Jahren Aktiengesellschaft ist, beträgt 140 044.60 Mk. n. Kohden bei Nidda, 23. April. Von schweren Schicksalsschlägen wird die Familie eines hiesigen Landwirts W. K. verfolgt. Nachdem vor etwa vier Wochen der eine Sohn infolge von Blutvergiftung gestorben ist, ertränkte sich heute nacht der Vater selbst in ber an unserem Orte vorbeifließenben Nibda. Heute morgen 6 Uhr würbe seine Leiche im Wasser gefunben. Man wirb nicht fehlgehen, wenn man annimmt, baß ber Schmerz um ben Verlust bes Sohnes ben alten Mann in ben Tob getrieben hat. R. B. Darmstabt, 27. April. Zum Besten bes Neubaues bes hessischen Lehrerinnenheims war für heute abenb im Kaisersaal ein Konzert veranstaltet worben, bas sehr gut besucht war; in ben Dienst ber guten Sache hatte sich eine Anzahl Mitglieber aus ber besten Gesellschaft gestellt, so Frau Lili Wolfs kehl, Herr Ministerialrat Weber u. v. a. Die Darbietungen ber Solisten fanben im allgemeinen einen sehr lebhaften Anklang, besonbers bas Trio von Beethoven (Frau WolfSkehl unb bie Herren Mehmel unb Weyers) unb zwei Stücke für vier Violoncelli (Ministerialrat Weber, Weyers, List unb Callmann). Unter Leitung bes Fräulein Luise Müller hatte auch em Frauenchor eine Anzahl Chöre einftubiert, ber nicht weniger als sieben Vorträge von BrahmS, Löwe rc. zum Besten gab. Das sich bis gegen 11 Uhr ausdehnenbe Konzert bürste einen recht erfreulichen Betrag zu bem schönen wohltätigen Zweck beitragen. Jede sorgsame Mutter sollte auf ben Rat des Arztes hören unb betm Waschen ber Kinber bie ärzlict^ empfohlene.Patent- Myrrholin Seife anroenben. So schreibt z. B. ein bekannter Arzt: ,B e i meinem Kindchen (z. Z. Vi Jahr alt) wegen oberflächlicher Haut- fchrunben rc. zu Waschungen in Gebrauchgenommen, hat sichoroßartig bewährt. Die .Patent-Myrrholm-Leife', welche überall., auch in ben Apotheken erhältlich, woselbst auch Die 400 hochinteressanten Myrrhotin-Bilder — arans zu haben sinb, ist bereits in vielen Familien als tägliche Gebrauchsjeise unentbehrlich geworben. Eingesandt. (Für Form und Inhalt akei umec Dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Kirtorf, 26. April 1903. Man ist in Diehhändlerkreisen angenehm berührt burch Ihren Viehmarktbericht vom 21. b. WL Bringt doch ber Bericht eine Verfügung der Polizeibehörde zur Sprache, bie zu einer Unerträglichkeit für ben garzen Viehhanbet wirb. Ich muß zunächst betonen, baß biefe Verfügung em weit größeres Interesse, als vielleicht angenommen wirb, auch für bie Lanbwirtschaft, sowie auch ganz be- jonbers für die Stabt Gießen, hat. Tenn es handelt sich bei dieser Verfügung, um nichts mehr und nichts weniger, als den F o r t - beftonb der Gießener Viehmärkte überhaupt. Es ist zweifellos, daß, wenn diese Verfügung weiter besteht, der Fott- oestand der Gießener Diehmärkte mindestens sehr gefährdet, wenn nicht ganz unmöglich gemacht wird. Taß man eine auSgemolkene Kuh betreffs ihrer Mllchergiebigkeit nicht beurteilen kann, und waS bann auch die natürliche yolge davon ist — daß man ihren wahren Wert bann nicht einmal annähernb seslstelle, steht wohl fest. Der Viehhänbler, ber bas Vieh heute zu einem sehr hohen Preis erstehen muß, soll gezwungen sein, seine Ware in einem Zustande zu Markte zu bringen, der ihren Wert sehr beeinträchtigt, ober sie gänzlich unverkäuflich macht. Was nun die Frage ber Ueberfüllung ber Euter anbetrifft, so kann, wie auch Ihr Herr Berichterstatter 'richtig anfühN, hiervon nicht bie Rebe fein. Es wirb sich wohl so leicht fern Händler finden, ber em Euter sich so überfüllen läßt, baß das Tier eine Qual empfindet unb dadurch in seinem Gesuiid- heitSzustand beeintt'ächtigt wirb. Wenn es trotzdem vorkommt, daß Tiere an sog. Alilchfieber erkranken, so muß ich darauf Hinweisen, daß dies bei frisch melkenden Kühen, auch in Ställen bet Landwirten, trotz regelmäßiger Ausmelkung, vorkommt. — Die Gießener Viehmärkte haben eine Bedeutung als Absatzort für die Landwirtschaft nicht nur Oberheffens, sondern ganz Alitteldeutschlands. WaS nun eine Einschränkung, ober gänzliche Aufhörung bet Gießener Märkte auch für bie Lanbwirtschaft bedeutet, darüber wttd man sich in den beteiligten Kreisen wohl klar fein. Wenn nun, wie man aus den Ausführungen Ihres Herrn Berichterstatters, sowie aus Ihrem heutigen Bericht der Stadtverordnetenversammlung, wohl schließen darf, bie Stadt Gießen ein Interesse an der Erhaltung ihrer Viehmärkte hat, jo wäre eS an der Zeit, gegebenen Ortes für Aufhebung dieser Verfügung vorstellig zu werden. Sollte es möglich sein. Die Verwaltung der Stadt Gießen zu veranlassen, in dieser Sache für Erhaltung des Viebmarttes auch bie nötigen Schritte zu tun, so wäre ber Zweck biefer Zeilen erreicht. L. K. Wir erhielten ferner ein Schreiben, das hn Gegenteil bet Freude über bie neue Polizeiverordnung Ausdruck gibt. Der Einsender sagt darin, baßer häufig Gelegenheit gehabt habe zu beobachten, wie bas Vieh, das nicht ausgemolken war, kläglich zu leiden hatte. Er betrachte daS Verfahren mancher Viehhändler als eine arge Tierquälerei und habe oft den Gedanken gehabt, sich in der Sache an den Tierschutzverein zu wenden. — Sicher ist über die Frage nicht so ganz einfach zu entscheiden. Doch kann man wohl nach den Anregungen, die in der letzten Stadloerordneten- sitzuug erfolgten, einer gründlichen und gerechten Lösung der Frage emgegensehen. D. Red. yimtli^t sltdrrßchl der Todesfälle in vietzen. Monat März 1903. (Einwohnerzahl: angenommen zu 26 900 (inkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 21,41, nach Abzug von 20 Ortsfremden: 12,50 Ico. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: hn vom 1. Lebensjahr: 2.-15. Jahr Scharlach 1(1) — — 1 (1) DiphlheritiS Im Wochenbett 2(1 — — 2(1) Kl) 1(1) — — Tuberkulose der Lungen Tuberkillose anderer 5(3) 5(3) — — Organe 2(1) KD 1 — Lungenentzündung 6 (2) 3(1) 1 2(1) Apoplexie Kl) Kl) — *— Herzleiden Tarmkatarrh 1 1 1 1 — Lebeusschwäche 1 — 1 — Neubildungen 7(5) 7(5) — — Altersschwache 4 4 — — Anderen Krankheiten 14 (4) 9(3) 1 4(1) Verunglückung KD KD — — Selbstmord 1 1 — — - April 1903. Barometer auf 0° reduziert j £ ! _ o Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit o c -C 1 3 Windstärke ■ Wetter 27. 2“ 738,3 + 11,2 6,3 63 4 SSW. 2 Regen 27. 9« 739,5 + 8,4 7,5 92 8. 2 Regen 28. 7" ... 740,4 + 7,2 2,9 91 8. 2 Bed. Himmel er> X N w = s d 0 C/3 ja a o •o es o 2 c: ä ■ c a* c - a» « 6^ 5 C v-S cd o = c » E e E T V Je x> «o •8 x> e X® 2- _ F. c iS Z o Ci E 2 2 s a c c 2 s — ti; S ’-• 2. «£ C 55 .-2 6» c »x K o » D So» .*tr <2 « E « - c = 2 C J *c t=: E E o •S E ä> x c c z a D E *» «El .L U S> “ , ■ E? - «3 s*® «$> z C Ä Jr = zi® L _.« 2 s ® - u3 r « 2< -, CD . o E ° | Z Z DL • o c m— rO — 13- CD S c ZE° -E •®U 5 --b C_= C CzO r aus e CJ3 - -e= w = —*■ = öECä •3 a = >- 2» Z X = » e E e M 2 >e L-s« a — ~ jct “ 5 = E -ü o-o sze getS o o C E- 5 x -=- — v •— CD n 3- £ « s» . to .7 = T <ä Ifl i« o *: ja caC9 E Z g tV rKA & .0 - g _ w ÄD O - E 'S 3 ‘6' D "G - CD HD O ß Cb# »•«.S g N 3 L -C G®* S o . . X i ’S QD CT rj *3" . .o „ c C y2 c £ 3 o <3 « o Z c e 5 L »p-a 2 z: *o o *cr .i *2 ci. «o •*■£ cd5? -KLs — L-' CD E* Ä x» «'Jo " 'S C E -o o — >— ;C Eg ZL E 2 » E « L) - 6, *. Zb DC ■|if 11 Ei ES u e * & •* -e s -*- O c & £’«' HS b E iS JO EZ £ E a E __ —* 3. *— Mu« O CD C V .— C : C ®2 m:»K 1O I? c "-Oy P A u E s cd— 77 ja o 03 sz «3 rr? «I ei «Ä X CD^ 2 Ei 'o 2 -=^S|s ® «2 >o -«= y *o Ü = £ _ = - 6» ** E .= *0 O >- V ti-, «■«Ö ‘ V S -ts o A 2 •-* X = - Ä *♦ E ?•# 5? E <3 S T - — OÄ -Oy» «..CTS -- cX.Xec - Jq ö CT ZXDÄÄXDÄ — — j* g c—< cm er ’t »o e'E (T/ E L »CrO -3 -o — E O >3 ä, . »g* cd C s t- Ji s cd ~o o oj — as-ff g® = o o i E OiE 3» -E 1,1 © w S ■_> CD L OD a« • 5 „Sa. J ü « flj I ä E EM tfc*Q - Q E « - c ® 2 c". n» Wer einmal MAGui STÖUILLON • KAPSELN & 12 und 16 Pig. für 2 getrennte Portionen versucht hat, will stets nur diese Marke haben. Durch einfaches UebcrqicBen mit heitzem Wasser erhält man eine Portion vorzüglicher Fleischbrühe für nur 6 P,g. oder extra ftorter Rrailbrühe für nur 6 Pfg. Stets vorrätig bei_________Julin« Bräutigam» Bleichltratze il. MubMtll für Ks SeprtMommanbo in Wetzlar. 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Einer armen verschuldeten Familie hier mit 7 Kindern — darunter 4 gänzlich unversorgte — deren Ernährer kränklich ist, stürzte nachts plötzlich ihr alles Wohnhaus ein. ^ut Erbauung eines neuen Wohnhauses werden wohlthätige Personen gebeten, Gaben an Herrn Pfarrer König unb Bürgermeister - Vertreter Achenbach in Wallau bei Biedenkopf zuzusenden.___________3452 Stenographie - Unterricht Unsere Ansänger-Kurje beginnen Anfangs Mai d. J. Es wird unterrichtet in Abteilungen .a) für Herren unter 18 Jahren, b, , Herren über 18 Fahren, c) , Tarnen. Anmeldungen hierzu bitten wir bis spätestens den L Mai an den Unterzeichneten emreichen zu wollen. Ter Vorstand des Babelsberger Ltenogra-hen-Vereins Gießen (E.V.) und des Tameu-Kranzchens. E »chiffnie, Grünbergerstraste 3.________3326 Kalk- uni! Marmamerke, Tmpssiegelei Ang. (>abriel jr., Gicszcn. e?6 Masseu-Fabrilariou. Dahuauschlüssc. Werke: Abeudstem. Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Christian Wagner in Gießen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. 3519 Gießen, den 22. April 1903. Großherzogliches Amtsgericht. Versteigerung. Tonnerstag den 7. Mai, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Piandlokal Selterswea 11 gegen Barzahlung: 1 Kasseschrank, 1 Kommode, 1 Sofa, 1 Kleiderschrank, ein Pianino, 1 Klavier, 2 Vertikows, 1 Billard, 1 Theke, 1 Taschenuhr, 1 Fahrrad, 1 Landauer, 1 Kastenwagen, 1 Kuh, 1 Pferd, 1 Partie buchene Bohlen u.v.m. Gießen, den 23. April 1903. 33961 Lier, stellv. Pfandmeister. Iußboden- «14 Anstrich. KerllkkmIaLfarbe lose gero., Pfund 90 Pfg., über Nacht trocken, Apirituslückfurbk lose gero., Pfund 75 Pfg., sofort trocken, sowie sämtliche Cclforben, Lacke, Pinsel rc. Gust. Walter, Mäuödurg 13. 01994] Empfehle mich in der fM- Hcrrengarderobc m und außer dein Hause. Sch'ieider Hübner, Neulladt47.Hl. 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