Zweites Blatt. 153. Jahrgang Samstag 28. Februar 1903 tu Nie heutige Dummer umfaßt 16 Seiten wurde ein Heer und Flotte. von itStSSS und Kaufhäuser hat hier stattgcfunden. Es aus 9 Mitgliedern bestehender Ausschuß gewählt. Frhr. 1. Großh. tfliiliOS en billig i bei Tichy, eine Einladung erhalten, auf dem neuen D opp elsch ra u b.en- Schnelldampfer .Kaiser Wilhelm II.* eine Vergnügungsfahrt in die Nordsee zu unternehmen. — Dem General v. Werder wurden anläßlich seine- heutigen 80. Geburtstages zahlreiche Ehrungen zuteil. Der Kaiser überbrachte dem Jubilar die Kette des Hohen- zollern'schen Hausordens, die er ihm mit einer Ansprache umhängte. Die Kaiserin ließ durch ihren Oberhofmeister Frei- Herrn v. Mirbach ihr Bild überreichen. Mehrere militärische Abordnungen überbrachten ebenfalls Geschenke. Mittags folgte der General v. Werder einer Einladung des Reichskanzlers Grafen Bülow zum Frühstück. — General z. D. o. Manteuffel, der bis 1879 Kommandeur der 6. Division war, ist heute früh gestorben. — Em allgemeiner Krankenkassen-Kongreß findet am 15. und 16. März vormittags hier statt mit der Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme der Krankenkassen Deutschlands zu dem Regierungs-Entwurf der Krankenversicherungs-Novelle. 2. Anträge. Zu diesem Kongreß sind sämtliche OrtS-, Betriebs-, Fabriks-, Jnnungs-, Knappschafts- und Freie Hilfskrankenkassen Deutschlands eingeladen. Veranstalter des Kon- gresses sind bie Orts-Krankenkasse für Leipzig und Umgegend und die Zentral-Kommission der Krankenkassen in Berlin. Wir ersuchen daher die Krankenkassen-Vorstände allerorts, Delegierte hierzu zu entsenden. — Der BundeSrat hat über die Aufhebung des § 2 des Iesuitengesetzes noch keinen Beschluß gefaßt. Der „Nat.-Ztg." zufolge wird angenommen, daß, falls der preußische Einfluß eine Mehrheit für den vom Grafen Bülow angekündigten Antrag Preußens zusammenbringen werde, doch die Minderheit stark sein wird. Als sicher für bie Aufhebung bes § 2 werden bis jetzt nur bie 18 Stimmen Preußens unb bie 6 Stimmen Bayerns, zusammen also 24 Stimmen unter 58 angesehen. Gegen ben Antrag werden, soviel man bis jetzt weiß, Sachsen mit 4, Württemberg mit 4 unb Braunschweig mit 2, zusammen 10 Stimmen, fein. Wie die anderen Staaten votieren werden, ist nicht bekannt. 9?r. 50 • tSgttch außei Sonntags. Den, (Siebene, Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessische« Londwltt die Siebener Kamillen, blähet viermal tn der Woche beigelegt AoianoiiÄörud u. Verlag bei Brüh l'scheu Unioer1.-Buch- u.6tetn- biuderei (Pielsch Erben) Rebafhon, Exvednio« unb Drucker ei r Echnlstraße 7. Adresse tüt Depeschenr «ozetger Gießen. FernsptkchonschiiißAt 51. Drnisches Keich. Berlin, 27. Febr. Die Majestäten unternahmen jeute vormittag einen Spaziergang in den Tiergarten und besichtigten sodann im Atelier^ des Prof. Reinhold Vegas den für bie Friedenskirche in Potsdam bestimmten Sarkophag der Kaiserin Friedrich, unb ber Kaiser beauftragte Begas mit bcr Anfertigung bes Sarkophages besFürsten Bismarck für die Gedenthalle bes Berliner Tomes. — Wie verlautet, gebentt der Kaiser den großen deutschen Stäbtetag zu besuchen, ber in Verbindung mit ber am 20. Mai beginnenden deutschen Städte-AussteUung in ber zweiten Septemberwoche in Dresden stattfindet. — Das Kaiserpaar hat vom Norddeutschen Lloyd — Die Konstituierung des Verbandes deutscher Waren- M Aba. Dr. Gutfleisch spricht der Regteruug seinen Dank aus für die Antwort auf die Interpellation Köhler. Die Antwort sei so richtig und klar, daß er nicht verstehe, wie man dagegen sein könne. Prof. Brermer fei ihm nur non einer Unterredung her bekannt gewesen, Pros. Ruhland nar nicht; dieser sei Herrn o. Brerttano viel besser besannt denn er habe ja von ihm Vollmacht zur Anstrengung ettres'Teleidigungspwzesses bekommen. Biermer sei in in einem hiesigen rtialroax'en=(ingro69eid)aubf t hat, mit schon. Handschr. u. idjtig. zum eich.-freiw. 2iemi, Slülg. als angeh. ttoinmib ni nlÄigros-od. ondnlgejch.hier I-latze. Oss u.M a.d. lfip. [ als Koni., Lagmst od. H auch Uedernahine einet le. Jtaulion fahn geiielliiD. unt. Nr, 0897 an die iMaerT^ettögräM"^ ? mit guter il sucht Stellung. Ok* Äinm. bet. paus- spM ge- : bet ia'l9üebhi.ID’beiei/s m ». aui cfe S)l lenii. ■W|N iilliül Schier _2!2LMltaBt 31. 0851 Pflegerin ™ taien Rlllit ge;U(ßt _ Weflanlage 35, n, iefistmädchen schk und pansaibeil aus so- luchk MuKollüli Wh,^, n, Älarbutgeliir. 7. 1750 Ausland. Madrid, 27. Febr. Ten verschiedenen Konsuln ist die Mitteilung zugegangen, daß der italienische Anarchist P i g n a t e l l i von London nach Spanien abgereist ist, von wo er sich nach Argentinien einschiffen wird. Derselbe soll beabsichtigen, den Präsidenten Rocca zu ermorden. Lissabon, 28. Febr. Der König nahm die Demission des gesamten Ministeriums an und beauftragte den bisherigen Ministerpräsidenten Hinze Ribeiro mit ber Neubildung des Kabmets. Rom, 27. Febr. Ter Papst empfing heute im Thronsaal das diplomatische Korps, das ihm aus Anlaß seines fünfundzwanzigjährigen Pontifikats-Jubiläums die Glückwünsche darbrachte. Ter portugiesische Gesandte verlas als Doyen eine Glückwunschadresse, wofür der Papst mit wenigen Worten seinen Dank aussprach. Aden, 27. Febr. Hier trafen vier russische Torpedoboote zu dem nach China bestimmten Geschwader ein. Man nimmt an, daß der übrige Teil des Geschwaders in Dschibuti Kohlen emnimmt. Peking, 27. Febr. Ter Aufstand in Kwan gst nimmt, amtlichen Terichten zufolge, einen immer größeren Umfang an, und verbreitet sich über die Grenzen von Hunan. Ter Bizekönig von Hunan entsandte Truppen in das Grenzgebiet, um der weiteren Ausbreitung des Aufstandes Einhalt zu tun. 500 Mann kaiserlicyerTrup- pen gerieten am 10. ds. im Vangning-Paste in einen Hinterhalt und wurden sämtlich getötet Große Waffenvorräte, welche sie der eingeschlossenen Garnison von Ehiguen überbringen sollten, fielen in die Hände der Auf- stänoischen. Prätoria, 27. Febr. Gestern ist eine Verfügung ergangen, die den öffentlichen Unterricht in Transvaal betrifft. Der Unterricht in ber holländischen Sprache soll banach nicht mehr wie 5 Stunben wöchentlich betragen. Washington, 27. Febr. In einem hier eingegangenen Telegramm meldet Admiral Glaß die gestern erfolgte Ankunft von brci amerikanischen Kriegsschiffen in Naunyon unb San Salvabor nnb berichtet ferner, paß bie telegraphische Verbinbung mit Annaka unb Honburas unterbrochen sei. Es heißt weiter, baß am 22. Februar auf dem Fesllanbe ein Gefecht ftattfanb, in dem Präsident Sierra doUllänbig geschlagen worden sei, doch sei es ihm gelungen, mit 3—400 Mann zu entkommen. Bruilla werde jetzt auf die Hauptstadt vorrücken, die von feinen Anhängern bereüs besetzt ist. Keflflcher Landtag. R. B. Darmstadt, 27. Febr. §Schluß der Freitag-Vormittag-Sitzung. Vgl. unsere heutige Parlamentsausgabe.) Auf Antrag des Abg. Köhler tritt das Haus in eine Besprechung der Interpellation ein. Abg. Köhler: Gr habe die Großh. Regierung über thre Stellung zu der Fraae interpelliert und müsse bedauern, eine so ablehnende Antwort zu erhalten. Als im preußischen Abgeordnetenhause vom Frhrn. v. Wangenheim eine ähnliche Anfrage gestellt wurde, habe die Regierung Preußens im Gegensatz zu der heutigen Antwort den Bescheid erteilt, daß sie dieser Anregung entgegenkommen werde. Wenn der Staatsminister sage, er wolle die Lebrfreiheit hochhalten, so solle man ihm doch nicht übel nehmen, wenn er für die landwirtschaftlichen Interessen eintrete. Er sei der Meinung, daß das, was die Landwirtschaft für wichtig halte, auch an der Hochschule des Landes gelehrt werden sollte. Auf die Stellung des Pros. Biermer näher einzugehen, sei er als Bauer nicht in der Lage. Er müsse aber dagegen protestieren, daß Biermer ihn als A. B. C.-Schüler der Nationalökonomie hinstelle. Ter Nationalökonomie gegenüber verbalte er sich so, wie zu seinem Schuhmacher. Menn ihm oer Schuh nicht passe, so sage er, das geht nicht, der Schuh drückt mich, ich muß einen andern Haden. Wenn er in seiner Anfrage einen Namen nannte, so habe er es nicht getan, um eine bestimmte Person vorzuschlagen, sondern weil der Name des Pros. Ruhland ein Programm bedeute. Dieser sei der erste gewesen, der die wissenschaftliche Grundlage für Has, was heute die Landwirtschaft erfüllt, geschaffen habe. Er, Redner, sei zwar Laie, aver er komme mit einem warmen Herzen für bie Landwirtschaft und den Bauernstand und das habe ihn veranlaßt, zu versuchen, den Ruhland- schen Ideen, die das ganze Land durchgehn, auch auf der Landesuniversität Eingang zu verschaffen. Das sei keine Afterwissenschaft, sondern entspreche den Anschauungen der hessischen Landwirtschaft. Abg. v. Brentano (Ztr.) Der Anftage Köhler werde ui einer Weise entgegengetreten, die er außerordentlich bedauern müsse. Die Anfrage sei ganz ruhig, ohne jede Beleidigung gestellt, und nun finde sie eine solche Antwort auch von Prof. Biermer, der ja inzwischen noch zum Aufsichtsratsmitglied der hessischen Hypothekenbank ernannt wurde. (Heiterkeit.) Er erkläre, dem Abg. Köhler sei von Prof. Biermer in einer so ungehörigen Weise entgegengetreten worden, daß man bedauern müsse, daß sich ein Universitätsprofessor zu einer solchen Aufgabe verstehen könne; es fei dazu gar fein Grund vorhanden gewesen. Es sei die Frage, was die Regierung unter Lehrfreiheit verstehe, er erkläre hier aber auch im Namen seiner Parteifreunde, daß sie gar nicht daran dächten, irgend einen Eingriff auf die Lehrfreiheit zu machen. (Beifall.) v. Seid, Major und Bats. Kommandeur im , Hess. Inf. (Leibgarde-) Regt. Nr. 115, unter Beförderung zum Oberstlt., zum Stabe des Gren. Regts. König Friedrich III. (2. Schlest) Nr. 11 versetzt. — Br 0 n- fort v. Schellendorff, Major aggreg. dem 1. Großh. Hess. Inf. (Leibgarde-) Regt. Nr. 115, zum Bats. Kommandeur im Regt, ernannt. halt Gießen ein angesehener Mann, den zu verteidigen er keine Veranlassung habe. (Der Präsident rügt hier die häufigen Zwischenrufe des Abg. Köhler.) Er habe erst geglaubt, es handle sich hier um einen persönlichen Streit zwischen den beiden Herren, allein die Interpellation trage eine wissenschaft-feindliche Tendenz. Man schädige die Wissenschaft, wenn man die Dozenten in den Tagesstreit hineinzichc. Der Angriff Kohlers auf die Wissenschaft sei sowohl inhaltlich, als auch in der Form höchst bedauerlich, und er nehme Veranlassung im Namen der Universität, sich dem ernten Proteste der Regierung awzuschließen. Cs sei noch in keinem deutschen Parlament ein s0 grober Angriff auf die Wissenschaft erfolgt! (Lhoruse und Lachen.) Wer da bei einer so wichtigen Sache mit Lachen komme, der verstehe die ganze Wissenschasl überhaupt nicht. Nicht Lachen, sondern Enrrüstuiig sei hier am Platze, und dieser Ausdruck zu geben, habe er sich als Vertreter von Gießen und der dortigen Universität berufen gefühlt. Abg. Brauer führt aus, er sei von der Antwort ber Regierung nicht überrascht gewesen, seine Partei habe schon längst bemerkt, baß die Regierung sehr zur Linken neige. Er habe schon früher angeregt, daß bie Regierung einen Professor der mehr agrarischen Richtung berufen möge, aber vergebens. Seine Partei wolle in keiner Weise die Freiheit der Wissenschaft beschränken, aber sie beanspruche das Recht, daß neben der manchesterlichen Richtung in der Nationalökonomie auch die andere, neben derselben stehende Anschauung zur Geltung gelange. Wenn sich die Regierung zum großen Bedauern so vieler h.er im Hause ablehnend verhält, so müsse er das lebhaft beklagen. Er und seine Freunde würden aber im nächsten Jahr wiederkommen und immer wieder aus ihre Forderung der Gleichberechtigung bringen. Die Universität müsse die Bestrebungen begünstigen, die zur Erhaltung eines gesunden, kräftigen Mittelstandes gemacht würden. Staatsminister Dr. Rothe: Wenn Abg. Brauer eine solche Erklärung gebe, so sei das ein Standpunkt, auf dem sich weiter sprechen lasse. Wenn er nicht die Freiheit der Wissenschaft antasten zu wollen erkläre, so würde sich über die Errichtung einer weiteren Professur wohl eher eine Verständigung erzielen lassen. Abg. v. Brentano: Diese eben gehörte Erklärung vom Regierungstisch laute ganz anders, als die zuerst verlesene. Er stelle das ausdrücklich fest. Wäre diese Erklärung vorhin erfolgt, so würde er (Redner) nicht zu feinen Ausführungen genötigt gewesen sein. Auch er und seine Partei wollten unter allen Umständen die Lehrfreiheit haben und sie unterstützen. Das Recht der Regierung, einen Dozenten von der Biermerschen Richtung an bie Universität zu berufen, könne gar nicht bestritten werden. Die Biermersche Stellung sei gleichberechtigt mit ber agrarischen Richtung, aber nicht alleinberechtigt, und der Sinn des Antrages Köhler war nur der, eine unserer Landwirtschaft entsprechende Richtung an der Universität zu schaffen. Redner wendet sich dann noch in scharfer Weise gegen Dr. Gut- fleisch, dessen persönliche Bemerkungen er bedauere. Auch von einem „unerhörten Angriff" auf die Universität könne gar keine Rede fein. Staatsminister Dr. Rothe betont, er halte die zuerst verlesene Erllärung aufrecht und nehme nichts davon zu- rück. Wenn man aber unter voller Aufrechterhaltung der akademischen Lehrfreiheit die Errichtung eines zweiten Lehrstuhls für die Nationalökonomie wünsche, so werde sich darüber reden lassen. Es folgen nun noch einige weitere Ausführungen der Abgg. Kohler, Dr. David unb Dr. Gutfleisch. Inzwischen ist folgender, von 31 Mitgliedern des Hauses unterzeichneter Antrag eingegangen: „In Erwägung, daß es im volkswirtschaftlichen Gesamtinteresse liegt, daß auf der Landesuniversität auf dem Gebiete der Nationalökonomie die verschiedenen wissenschaftlichen Strömungen angemessene Vertretung finden, beantragen die Unterzeichneten: Großh. Regierung zu erfuchen, neben der bestehenden Professur eine weitere Professur für Nationalökonomie zu errichten, in welcher die agrarwissenschaftliche Richtung ihre Vertretung findet". Ein Antrag der sozialdemokratischen Partei lautet: Wir beantragen zu dem Antrag zu Kap. 36 Titel 1 Ziffer 4 des Voranschlags 1903/0-1 die Errichtung einer weiteren Professur für Nationalökonomie auf ber Landesuniversität oetr. a) in der Einleitung statt „einer weiteren Professur" zu ägen: „weitere Professuren"; b. im Schlußsatz ebenfalls ’tatt: „eine Professur" „weitere Professuren"; c) im Schluß- atz hinter „agrarwissenschaftlicher' einzuschieben „sowie ) i e sozialistische Richtun g". Beide Anträge werden mit großer Mehrheit zur ge- chäfisordnungsmäßigen Behandlung an ben Ausschuß verwiesen. Tas Haus genehmigt darauf die Einnahme unb Ausgabe für die UnioerfitäL Ter Bauernstand habe gar nicht unrecht, wenn er wünsche, daß an ber Universität des Landes nicht ein internationaler manchesterlicher, sondern ein für die Landwirtschaft zweckmäßiger Stützpunkt in ber Nationalökonomie vertreten werde. Wir wollen wirllich eine freie Wissenschaft und deshalb dürfen wir nicht zugeben, daß in Gießen nur eine ganz einseitige Richtung in ber Nationalökonomie vorgetragen werde. Abg. Dr. David (Soz.) bemerkt: Daß sich Abg. Brentano auf die Seite der Gegner des Professors Biermer stellt, könne nicht überraschen, denn Prof. Ruhland sei früher an der Dominikaner-Lehranstalt in Frerburg in der Schweiz tätig gewesen. Derselbe sei auch kein so unentwegter Führer, sondern er habe ftüher eine acmz andere Stellung auch in der Presse eingenommen. Wenn Abg. v. Brentano glaube, ben Prof. Biermer in solcher Weise angreifen zu sollen, der sich nicht hier verteidigen könne, so müsse er das zurückweisen. Es sei doch ein schreiendes Unrecht, wenn man es so dar stelle, als habe Biermer so ohne weiteres den Abg. Kohler angegriffen. Nein, dieser habe Biermer in einer nicht zu rechtfertigenden Weise angegriffen, indem er ihn einen ben Börsen- freijen nahestehenden Herrn nannte, unb ihn als Juden bezeichnete, während er unb feine ganze Familie gute Christen jinb. Redner zitiert zum Beweise seiner Behauptungen Sätze aus einem Artikel ber „Deutschen Volksmacht", dem Sprachrohr Kohlers. Taß dieser die Wissenschaft einem Schuhmacher gegenüberstellt, sei bezeichnend. Tie Wissenschaft möge ja vielen unbequem sein, aber sie dürfe nichts darnach fragen; sie habe unbenimmert um alle iarteifrrömungen lediglich die Wahrheit zu erforschen unb ben Studenten zum selb ständigen Denken und zum Verständnis ber Probleme zu erziehen. Er könne deshalb die Erklärung der Regierung nur in jeder Weise billigen. Staatsminister Dr. Rothe bemerkt, er wolle Zeit- üngspolemik nicht in ben Bereich ber Diskussion hinein- nehen. Allein er müsse erklären, daß Abg. Kohler zu der Polemik Veranlassung gegeben habe. Ter Regierung gleich einen Kandidaten zu nominieren, gehe ,u weit. Er bleibe dabei, die akademische Lehrfreiheit müsse vor allem hochgehalten werden. Pw monuiüch7dPl.,oienel» GießenerAnzeigerW W General-Anzeiger " ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WW ----------------------- .__ " leiqentetl; pantz deck. W_| jüngeres, reinliches Mftbdjen per wort gejudji ^udivichnage 14, L r ein feines tie^äii roitii junges Mädchen v"fe |ur die'Aachmiuags- )eu gebucht. Egcrtcn inner M an die tzxped. d. iges Mädchen per gleich ge- acht Mermve 2, L M8 lodes. rar-eittriu oder junges l)en, weiches nahen kann, 11, R. HofiWcryei. Mi A BW* ’ cijO-P Oft. 1'0'1 itl \ III. en Küste aufbrechen. Tie Hauptbasis wird das Franz Josefsland fein. Von dort werden Schlitten gebraucht und es soll eine Reihe kurzer schneller Vorstöße von einer sehr kleinen Gesellschaft gemacht werden, um zum Pol zu gelangen. Gerichtssaal. t. Gießen, 27. Febr. Schöffengericht. Zunächst kamen drei Anklagen wegen Körperverletzungen zur Aburteilung. Zwei Italiener, Talnuni und Toscana, saßen auf der Anklagebank, letzterer war mit seinem Apselsinenvorrat in den „Nassauer Hof" gekommen und hatte mit dem in Gießen bekannten Grifsjo Unglück gehabt, d. h. er mar seinen Vorrat bei diesem Gllickssptet sehr schnell los geworden. Ta erschien aus der Bildfläche der Angeklagte ebenfalls mit einem Korb voll Apfelsinen. Die Gaste des Lokals riefen einstimmig dem Konkurrenten des Toscana em Nixjo entgegen. Beide Italiener verließen hintereinander die gastliche Statte und es soll nun draußen auf der Straße ein Ziveikampf zwischen ihnen ausgeiochren wordne feilt. Es war aber nicht recht auszuklärcn, wer der Schuldige war. Toscana, als Zeuge ver- nommcn, belastete feinen Landsmann sehr. Talmini, der ‘ Angeklagter war, bestritt die Darstellung des Zeugen und beschuldigte diesen, daß er ihn verhauen habe. Tas Schöffengericht glaubte aber dem Talmiiii nicht und sprach den Angekagten von Strafe und Kosten frei. — Nicht fo gut kam ein junger Bursche von Wißmar davon, der übrigens eine ihm von der Strafkammer jüngst zndiklierle Gefängnisstrafe mqjen Diebstahls verbüßt. Er halte lieb auf denr Hoie des Weiten Schützenhofes an einem gleichaltrigen Bmlchen vergriffen und benfelbcn auf kurze Entfernung mit einem faustgroßen Stein dicht unters Auge getroffen. Ter Angeklagte wurde trotz seines Leugnens durch mehrere Zeugen der Tat überführt und erhielt eine Zusatzstrase von einer Woche Gefängnis, wobei feine Angetrunkenheit, in der er sich bei Ausübung der Tat beiaiib, strafmildernd als bcrücksichngt wurde. — Angeklagt ivarell dann der „Kraslmcnfch" B. loegcn Sachbeschädigung und ruhestörenden Läruis, der Wirt V. und der Studiosus F. wegen Körperverletzung mittelst gefährlichen Werkzeuges. Der Angeklagte B. betrat eines abends das Lokal des V., zog Rock und Weste aus und schickte sich an, sich als Kraftmensch zu prodtizleren. Tie Stu- denten, welche Karlen spiellen, ivolllen aber die Kunst des B. nicht sehen, worauf der Wirt dem Künstler das Lokal verbot. Da dieser aber der Aufforderung, zu gehen, feine Folge leistete, wurde er von einem der Gäste energisch hiuaiisbesördert. Tie Freude dauerte aber nicht sehr lange, denn bald erschien der Künstler aufs neue in der Gaststube, wurde indesien abermals hinausbe'ördert. Hier draußen soll B. jetzt, roic mehrere Zeugen bekunden, ein förmliches Wutgebrüll ausgestoßen haben, so daß es vor dem Lokal einen gewaltigen Menschcitauflaui gab. Aus der Mitte desselben ertönte der Rn», „schlag' ihm doch die Fenster ein'', ivelcher Aufforderung der Kraftmensch wutentbrannt eiligst nachkam. Fünf Fensterfchetben waren zertrümmert, schon drohte der letzten Scheibe des Lokals dasselbe Schicksal, da nahte Wirt, begleitet von seinem Gast F., jeber bewaffnet mildem dicken Ende eines zerbrochenen Billardqueus, und nun regnete es Hiebe auf den Sachbeschadiger. B. erhielt wegen Sachbeschädigung 4 Wochen Gefängnis und wegen des ruhestörertden Lärms 2 Wochen Haft. Ter Wirt und der Gast wurden von Strafe und Kosten freigesprochen und zwar, weil das Schöffengericht annahm, die Prügel, die der verurteilte Angeklagte erhalten hat, seien ausgeteilt, um denselben von der weiteren Zerstörung von Fensterscheiben abzuhalten. — Dor 14 Tagen verhandelte unser Schöffengericht gegen den Oberförster N. von L^ well er an Orten, an denen zu jagen er nicht berechtigt sei, die Jagd ausgeübt haben soll (§ 292 d. Str.-®.). Dem für Jägerkreise hoch bedeutsamen Fall liegt folgender Tatbestand zu Grunde. Der Angeklagte hat in der Gemarkung L., wo er als Stellvertreter des Jagdeigners berechtigt war zu jagen, ein Reh krank geschossen, welches über die Grenze in ein fremdes Jagdgebiet flüchtete. Ter den Cberförfter begleitende Jagdaufseher machte seinen Hund los, welcher das Wild verfolgte, aber nicht in der Lage war, dasselbe zurück zu bringen. Nun erst nahm auch der Cberförfter seinen eigenen Hund, fegte ihn auf dte Fährte des Wildes und diesem gelang es, die Beute zur Stelle zu bringen. Der Angeklagte entschuldigte sich damit, daß man in Jägerkreisen allgemein der Ansicht sei, es fei erlaubt in dieser Weise zu verfahren. Er habe gehandelt wie jeder andere Jäger auch handele und fein Weidmann würde in seiner Handlungsweise ein Jagdvergehen erblicken. Tas Urteil in dieser Sache wurde nun heute vormittag verkündet. Tas Schöffengericht erkannte wegen Jagd- oergeheiis auf eine Geldstrafe von 10 Ai k. eocntueU 5 Tage Haft und sprach auch die Einziehung des Gewehrs und des Hundes, mu denen die unerlaubte Jagd ausgeübt worden ist, aus. Tas in Rede stehende Vergehen, so führte der Vorsitzende aus, sei sehr milde zu ahnden gewesen, weil tatsächlich die Ansicht der Jäger dahin gehe, die Ausübung der Jagd in der vom Oberförster N. beliebten Art und Weise sei erlaubt, es fei dies aber nicht richtig, und es stehe dem der § 292 des Reichsstrafgesetzbuches entgegen. Der übrigens für die Jagdausübenden prinzipiell wichtige Fall soll, wie wir hören, vom Verurtellten der Strafkammer unterbreitet werden. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Märkte. Gießen, 28. Febr. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochemnackt fofteten: Butter pr.Pfd. 0,90—1,00 Alk., Hühnereier 1 St. 6—7 Pfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeter 00-00 Pfg., Enteneier 0—OPsg., Kche vr.Stck. 5—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg., Erbsen pr. Liter 31 Pfg., Liitsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 1,00—1,20 DU., Hühner pr. St. 1,00—1,70 Mk., Hähne pr. Stück 0,86—2,00 Mk., Enten pr. Stück 2,00—2,40 SDlf., Gänse pr. Pfd. 54—60 Pfg., Ochsenfleijch pr. Pfund 61—76 Pfg., Kuh- uiid Rindfleisch pr. Pfund 60—66 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 66—72 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 52—72 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—6,50 9)«., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 6,00—7,00 DU., Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg., in Korben 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg. Motto zur neunten Symphonie. „Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium Wir betreten seuertrunken, Himmlische, Dem Heiligtum*. So drang einst zur Hunmelspsorte Schillers hehrer Ueberschwall, Seine prunkvoll schönen Worte Fanden hellen Widerhall. Eines andern Großen Seele Senkte Gott die Kenne eüi; Finnin, was ich Dir hier befehle, Diog's der Dtenschheit Hymnus sein*. Der vernahm's und feuert tunten Er dem Wort die Töne lieb: Freude, schöner Götterfunken, Strahlt's aus ferner Symphonie. Telephonischer Kursbericht« Frankfurt ». U., 28. Februar 19U3. B’/jO/o Reichßanleihe . . 103.30 30/j do. ... 93.20 3‘/,°/o Konsole .... 103.00 3°/0 do.....93.20 3*/s% Hessen .... 101.30 3% Oberhessen . . . 100.00 496 Oesterr. Goldrente . . 103.30 4' 96 Oesterr. hilberrento 101.20 496 Ungar. Goldrente . . 102.10 4°/ Italien. Rente . . . 103.70 4% % Portugiesen . . . 51.80 •°/ Portugiesen. .... 32.55 196 C. Türken .... 30.60 Türkenlose......130.00 4°/o Griech. Monopol.-Anl. 45.20 4l<796 äussere Argentiner —.— 8u/o Mexikaner .... 20.00 4*/, /(, Chinesen .... 93.00 Electric, hob ackert . . . 101.00 Nordd. Lloyd . . . . 97 50 Kreditaktien .... 216 00 Diskonto-Kommandit, . . 194.80 Darmstädter Bank . . . 141.75 Dresdener Bank .... 149.00 Her iner Handelsges. . . 159.20 Oesterr. Staatebahn , . . 147.90 Lombarden . . . . . 15.20 üottbar'ibahn.....182.70 Laurauütte ...... 217.00 Bochum ....... 187.50 Harpener......174.10 Tendenz: still. Neueste Meldunge». Originaldrahtmeldungcn des Gießener Anzeigers. Berlin, 28. Febr. Arn aestrigen Hochzeitstage des Kaiser Paares fand bei oernselben eine Tafel statt, zu welcher die Herren und Damen der ehemaligen und der jetzigen Umgebung geladen waren. An die Tafel schloß sich ein Konzert. Berlin, 28. Febr. Ter Kaiser hat dem neu gegründeten Bund der Kaufleute, welcher ihm bei feiner Konstituierung ein Huldigungstelegramm gesandt hatte, eine Antwort zugehen lassen, in welcher er dem Bunde eine segensreiche Tätigkeit zur Wahrung der berechtigten Interessen des deutschen Kaufmanns st andes wünscht. Berlin, 28. Febr. Ueber die Veränderungen in den höheren preußischen Verwaltungsstellen äußert sich die „Tägl. Rund sch.": Im all-' gemeinen macht der Prasidentenschub nicht den Eindruck eines Rucks nach links. Von einigen, z. B- von Herrn o. Philipsborn, fei eine starke konservative Gesinnung sogar bezeugt. Ein paar Versetzungen hätten sogar einen leisen Änstrrch von Strafversetzungen. Die „F r e i s. Z t g." schildert den neuen Posener Oberpräfidenten als hochkonservativen Mann und erinnert daran, daß er in Königsberg dem Freisinnigen Dr. Dullo die Bestätigung versagte und dem freisiimigen Abg. Krieger als Kommunalbeamten eine Verwaltung erteilt hat. — Die in der vorigen Woche verhafteten Anarchisten werden d^s Verbreitens verbotener anarchistischer Schriften beschuldigt Der Anarchist Röhr bleibt in Hast. Es. haben bereits mehrere Vernehmungen durch den Untersuchungsrichter stattge> funden. — An Stelle des durch die Flucht des Herausgebers cingegangenen Anarchistenblattes „Freiheit" wird vom 1. März ab in Düsseldorf ein neues Anarchisten- blatt erscheinen. Trier, 28. Febr. Bischof Korum ist von seiner Ront^Reise wieder hier eingetroffen. 1p H f/l 1844 Bekanntmachung sbericht 1848 Ausgcbot. 1807 'Ui e c u m. Bekanntmachung 1806 durch ausgehoben. 1847 9300 Butzbach. 458 Mecum. 235 Tendenz: rfflL 0646 stehend: in 1815 dem stimmt statt. 1776 Geißler, Gerichtsvollzieher. zum (langen 0,69 1837 60 330 100 Gießen, 24. Febr. 1903. Grobherzogliches Amtsgericht. 148Nadclstämmenmit60,76 tm 1 IPappelstämmen, 11,59 , 6 Nadel - Derb- Zohversteigerung Freitag den 6. Mürz L F., werden auS den Domamal- malddistrikten Grünberg, Große Koppelhut, Große Rotheerde und Poppenstruth (7—10 Km. von Schotten) versteigert unter anderem 74 Ahornstämme = 27 Fm., 3 Eschenstämme — 1,4 Fm., 816 Rm. Buchenscheiter 1 Klasse. Zusammenkunft um halb zehn Uhr oorm. auf dem Schnittpunkt der Tcichschneise und LandgrafenbornschneiseimDistr. Grünberg. Die Buchenscheiter kommen erst nach 11 Uhr zum auf Vager Holzverkanf. Die Gemeinde Daubringen beabsichtigt, ihr Nadelholz be- . 93.00 . 101.00 . 97 öO ,21600 .19480 . 1Ü.75 . 149.00 , 159.20 . 147.90 . \o20 . IffiiO , 2J7.OO , Jf750 , 174.10 öekanntmachung Montag, den 2. Mürz l. IS., vormittags 9 Uhr anfangend, soll im Lang-Gönser Gemeindewald, Distrikt „Hardt" nachoerzeichnetes Holz versteigert werden: Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Bäckermeisters Hermann Dogt in Gießen werd nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hier- Ausgebot. Burg-Gemünden, den 27. Februar 1903. Großh. Oberförsterei Burg-Gemünden. K u l l m a n n. Ebel emgeladen. Tagesordnung: Gründung de§ Vereins, Beratung der Satzungen, Wahl des Ausschusses, Verschiedenes. Gießen, den 28. Februar 1903. Im Auftrage: 9)1 ecum, Oberbürgermeister. Schotten, 26. Febr. 1903. Gr. Oberförsterei Feldkrücken. Diefenbach. Versteigerung Montag den 2. März d. 3». vorn». 10 Uhr versteigere ich zu Daubringen tu der Wohnung des G. Hain- dach im Auftrag dessen Motu lursvcrwaltuug: 1 Vadcmheke mit Oelbehälter und großem Regal, 1 große und 1 kleine Dezimalwaage, 1 Mehl- kästen, 1 Glass chrant, 1 Hausen Mist und andere Sachen. Versteigerung beslinlmt. 18391 Born, Gerichtsvollzieher. im Wege schriftlichen Angebots zu verkaufen. Kaufliebhaber wollen ihre Gebote bis zum Samstag deu 7. Mürz l. I., abends 8 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei schriftlich emreichen. Genehmigung bleibt 3 Tage vorbehalten. Gegen Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. November l. I. gestattet. Die Pappclstämme werden besonders behandelt. Daubringen, 27. Febr. 1903. Gr. Bürgermeistr. Daubringen. Walter. Freibank Heute mho Vvivmag: 1680 tzchik.'KlUly 0 pltz. RmSKeisch 45 l>ss- Plüss-Staufer *Kitt IN Duden und Glasern 210 mehrfuch mü cholo- und Slköcr- mcöaiflcn ptimiUtl, unübertroffen zum Muten zerbrochener Gegen- iiGiibe bet Lmtl Fischbach, Ledtk-Lttsteigeriillg. Montag, deu 2. Marz d. FS. nachmittags 4 Uhr werden im Bieker'schen Saale — 9leuftabt 55 — zwangsweise 480 Psuud Sohlleder versteigert. Es wird auch in kleineren Quantitäten ausgeboten. Die Versteigerung findet be- NttWänze, zilobechuke, sowie Rollseile aus Hans gefponnen, empfiehll zu billigsten Preisen und hält stets b)Wl«i-Wlire!l i jeder Art. Preisliste franko. -1». Arras, Mannheim 2. Der Voranschlag der Armenkaffe und der Plockischen Stiftung pro 1903/04 liegt zu jedermanns Einsicht acht Tage lang auf dem Arnienamt, Neuen Bäue 43, offen. Gießen, 28. Februar 1903. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Ktliannlmachung. In der Zeit vom 21. bis 2d. Fevcuar 1903 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 goldenes Anhängsel und 1 Peitsche; verloren: 2 Portemonnaies mit Inhalt und 2 Damengürtel. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 28. Februar 1903. Großyerzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Verdingung. Die Räumung von Flutgräben in der Gemarkung Gießen soll für das Rechnungsjahr 1903/04 Samstag, den 7. Mürz vorm. 11 Ve Uhr öffentlich verdungen werden. Die Bedingungen liegen mährend der Dienststunden auf unserer Amtsstube zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt ein- zureichen. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 25. Febr. 1903. Städtisches Ticfbauamt. Braubach. 1780 Vcikthrsvcrcin Güßen. Alle, welche ihren Beitritt zum VerkohrSoerein erklärt haben ober demselben noch beitreten wollen, werden zur Hauptversammlung am Dienstag, den 3. Mürz, abends 81/, Uhr, im Cafs 28. Februar 19ü8. ;aner . - ' neeen . • Mjiockert , jyd . • en . - HomniaDdit, wr Baak . ■ Bank . . landelsgea. itaatobabn . m • » • iahn . • • te. • • ' Eichenstämme mit 21 fro, rm Buchen-Scheiter, „ Buchen-Scheiter und Eichen-Knüppel, Buchen- und Eichen- Wellen, rm Buchen- und Eichen- Stöcke. Die Rechnung der Armenkasse und der Plockischen Stiftung pro 1901,02 liegt zu jedermanns Einsicht acht Tage lang auf dein Armenamt, Neuen Bäue 43, offen. Gießen, den 28. Februar 1903. Die Armen-Depulanon der Stadt Gießen. Achtil-Llhllitt- und BanholMsteigkmg. Dienstag, den 10. Mürz, 9y3 Uhr vormittags beginnend, werden in dem Saale bei Gastwirt Södler in Nieder- Gemünden (am Bahnhof) aus den Distrikten Psingstweide und Lichtermaid der Forslmartei Bernsfeld, Obergemünderod der Forslwartei Elpenrod und Eichmäldchen der Forstwartei Hainbach versteigert: 367 Stück Eichenstämme von 16—71 Ctm. Durchmesser und 3—15 Mtr. Länge — 368,80 Fstm. Interessenten wollen das Holz vorher einsehen. Die Forfl- roarte Nahrgang zu Hambach, Jager zu Elpenrod und Schaaf zu Bernsfeld zeigen das Holz auf Verlangen vor. Stammauszüge können, soweit der Borrat reicht, durchs die unterzeichnete Stelle kostenlos bezogen werden. Aus Distrikt Psingstweide kommen nur die Nr. 1546—1625 Die Zusammenkunft ist in der Schäferschneise bei Abzahl- Nr. 143. Lang-Göns, d.27.Febr.l903. Gr. Bürgermeisterei Lang-GönS Rompf. 1804 Geschäfts-Eröffnung. Den geehrten Bewohnern von Gießen, sowie allen Bekannten und der wohllöblichen Nachbarschaft bringe ich zur gefälligen Äennlnte, daß ich Wugeiigaffe 7, Ecke Mausbnrg, eine Akascßenbier-Kandlung (Helle uni) dunkele Biere) aus der Brauerei Frieder & Asprion errichtet habe. Um geneigten Zuspruch bitter 0Z20 Hochachtungsvoll loh. Heinr. Kraushaar, Bram. reitst-«- I** • h-t i>°« £ jri ' W= SIE . Die //V.1 nten w? ZN gilt $ ^»xden cret £“ i«®» * iß ,tU® l. Franz Birkenholz in Vilbel bei Frankfurt a. M. preiswert i Postkoüi ostind. 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Nach einem Vorträge über die religiösen Bedenken der preußischen Zensur gegen Heyses Maria von Magdalena wurde eine Erklär- ung angenommen, wonach durch die in moralischer und religiöser Beziehung unbedenkliche öffentliche Hamburger Ausführung von Heyse's Stück und Wildes „Salome" die Ueb er flüssig keit und Schädlichkert der Zensur dargetan erscheine. München, 28. Febr. Der hiesigen Nuntiatur sind beunruhigende Meldungen über den Gesundheitszustand desPapstes zugegangen, welche große Bestürzung hervorrief en. London, 28. Febr. Em neuer Automobil- Weltrekort ist aufgestellt worden. Charles Roll schlug mit einem Mors-Wagen den bisherigen Kilometer-Welt- Rekord, indem er aus der Herzog Portlandbahn in Mansfield den Kilometer in 2 7 Sekunden zurücklegte. Ar Ion, 28. Febr. In der Umgebung von Romagne wurden 30 Hektar Wald durch eine Feuersbrunst vernichtet. Ter Schaden ist sehr bedeutend. Wien, 28. Febr. Fürst Ferdinand und die bulgarische Regierung erhielten sehr beunruhigendeNacyrich- ten aus demJnnernMacedoniens. Man befürchtet, die Türkei werde unter dem Schutz des Wiener und Petersburger Kabinetts, welche ihre Rüstungen billigen, einen energischen Vorstoß gegen Maeedonien unternehmen. Tie Parole laute, daß die Macedonier ausgerottet werden müßten. — Tas „N. W. T." erhielt aus Gens die Mitteilung, Prinzessin Luise von Toskana habe erklärt, sie sei entschlossen, in England ständigen Wohnsitz zu nehmen. Sie wolle hierdurch wenig- flens das zu erwartende Kind für sich retten, da ihr der Dresdener Hof die Erlaubnis, ihre Kinder wieder zu sehen, endgiltig verweigert habe. Prag, 28. Febr. Der Run auf die Sparkasse hat eine weitere Steigerung erfahren. Dis jetzt wurden insgesamt 17 Millionen Kronen zurückbezahlt. Budapest, 28. Febr. Anläßlich der Wahl eines Abgeordneten kam es in Csik-Szent-Marton zu einer form- lichen Schlacht zwischen Wählern der Liberalen und der Volkspartei. 50 Wähler wurden schwer verletzt. Algier, 28. Febr. Wie aus Taghi berichtet wird, fand wiederum ein Angriff gegen eine Karawane 12 Kilometer von Mungar entfernt statt. Lier Mitglieder der Karawane wurden durch die Araber, etwa 200 Mann stark, getötet 300 Kamele fielen in die Hande der Angreifer. Washington, 28. Febr. Der fraiizösische Geschäftsträger und Bowen haben das französisch-venezolanische Protokoll unterzeichnet. Tie Instruktionen der drei übrigen Mächte betreffend das FriedenS- prvtokoll im Haag sind noch nicht eingetroffen. Washington, 28. Febr. In kabinettskieisen glaubt man, daß der Panama-Kati al-Vertrag in dieser Session nicht mehr zur Ratifikation gelangen wird. N e w y o r k, 28. Febr. Aus St Thomas wird berichtet, daß verschiedene Erdstöße auf der Insel Dominique wahrgenommen wurden, darunter ein besonders starker. ®crolnnanfprüd)c können sich dtc Teilnehmer au bet 1. Hessisch-Thüringischen LtaatSlottcric nur daburch sichern, daß sie rechtzeitig ihre Lose znr bevorstehenden Schlußklafle erneuern. Dieselbe toiumt In der Zett vom 4. dtS 27. März d. I. zur AnSspielung. 1797 Man beachte meine sehr billigen Preise. 1834 August Kilbinger. Kinderwagen enthaltend die reizenden Neuheiten 1903, bei mir ein- WM getroffen ist. Hierdurch zeige ich ergebenst an, dass in vergangener Woche ein Doppel-Waggon Statt besonderer Anzeige im Alter von 55 Jahren, Um stille Teilnahme bitten Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Giessen, Düsseldorf, Wiesbaden, Nieder-Weisel, Darmstadt, New-York, den 27. Februar 1903. 1830 Die Beerdigung findet Sonntag den 1. März, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehanse, Lindenplatz 3, aus statt. Dich, Homberg, den 28. 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Gastspiel des Herrn Hubert Dietzsch, erster Held und Liebhaber am Stadttheater in Freiburg i. B. Acr llfiinmfrfffrr. Lustspiel in 4 Akten von Gust. v. Moser. Viktor von Berndt: Hubert Dietzsch als Gast. Anfang 8 Uhr. Ende 10'/, Uhr. Montag, dcu 2. März 1903; IS.oolfsliiinlidjelfonifüuno Zweites und letztes Gastspiel des Herrn Hubert Tickjch. 2ct Psmer oon jtirchsck. VollSslück mir Gesang in 4 Akten von Auzeugruber. Wiejen-Wiano-Ärchester (Fabrik Wolfg. Blessing, Nnter-Kirnach) em wahres Prachtwerk, habe heute ausgestellt. Niemand sollte versäumen, dasselbe zu hören. AürAogklNevhaöer. Echte Harzer Kanarienvögel, feinste Sänger, ein- getroffen. Verkauf im „Lindenhos". s0834 Schöne Ae-sel- unö Zwetscheibäilme zum verpflanzen, große Auswahl bei 1548 Jakob Roustadt, Germania. MT GclcgcnheitSkauf. Große Betten m. kl. unbed. Feh- lern, Ober-, Unterbett u.Kissen zus. 11'/, M. Prachtv. Hotelbetten 17'/, M. Rote Ausstattuugs- bctten 22'/, ÖL Nlchlpass. zahle Berr. rewur. PreisL gratis. |69 A. 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Be aben sich 81 - dehagt die Ve b[ei fahren 80 ober mehr 79 \ Ä?le beding ^ach]endem M 3nftige Erfo mat^t worden f darf Q: rt(^Un9 zurzeit 5 r$Sv ■UMltton, K unb Drucke E-olstrae tldreüe tj «oz-tger »i ^Iprrdianl^ Flau- S»«»al8 UW m Berlin W. 1 LlK rÄK '> wieder h1, bie A.-eQtnet w v % dWg § toaten PW iÄ*S ouia^