Freitag Ä7. November 1803 Zweites Blatt« 33 Butzbach. Kassierer, 2. Heinrich Jäger t* Yach dem Kwileckl-Arojeß. tlich e klagenswerte tf 153. Jahrgang -^Won^ani^ahilhoi. Q3SZ3 , Rompofitwn) erteil! Mges Honorar M BuchhoEzj gründlichen n Be Bekanntmachung. Betr.: Allgemeine Kranken- und Sterbekasse für Arbeiter aller Berufe Deutschlands. Eingeschriebene Hilfskaffe. Die Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe für Arbeiter oller Berufe Deutschlands, eingeschriebene Hüfskasse mit dem Sitze in Meißen, hat für den Bezirk der Gemeinde Mainzlar eine örtliche Verwaltungsstelle errichtet. Dre örtliche Verwaltung führen: 1. Christian Weber aus Mainzlar, Vorsitzender, »ucyeii lur eilltll rut ilfDaläQib5,ei" Ulig aui beir ' 21- September 1903. "unenaml. sjSsä. MM ^Sttierinnea **** b's Wh. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger v ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen CVCI«t ve-agspre,s monatltdrZbvl., oienel- tährtich Ml. 2.20 durch Abhole- u. ZrveigsleNea monatltd) 65 Pt., durch die Poti Mk.L— mevtcl* |äbvl austcht. Betlellg. Annahme oon Anzeigen tili die iaqeeruimmet bis vormittag- 10 Uhr. Zeilenprer- total 12 P)^ auSaxlrlS ÄJ Pt-^ USei.'inirf itdb den wltt «mA aUyem» Leit P tttuto füe ,gtabi und Üanb* and tÄenchtStaal* '21 u au ft Götz. Hi» den An- jetqentetl pc»n» Beck. Combes mit sämtlichen Ministern außer Telcasss beiwohnte. d'Esbournelles, Senator Berthelot und der Sozialist Jaurös begrüßten die Gäste. Jaurös feierte den Einfluß der republikanischen Ideen Frankreichs auf den Weltfrieden und aus die f r e u n d " ~ cx ** * Gestaltung der sranzösisch-engli, z Ziehungen. Im Namen der Engländer dankten Sir ^ouldsworth und Lord Brassey. Der Ministerpräsident Eombes hielt zum Schluß auch eine Ansprache. Aus Berlin, 20. Nov. wird uns geschrieben: Ter Freispruch im Prozeß Kwilecki ist am Mittwoch abend von einem großen Teil der Berliner Bevölkerung fast wie ein nationales Ereignis gefeiert worden. Im Ernst kann niemand behaupten, daß die stürmischen Ovationen für das polnische Grasenpaar wirkliche Sympathien zum Ausdruck brachten. Was ist den Berlinern „W^oblewo"? Tie Kundgebungen hatten eine andere Spitze; sie richteten sich unverkennbar gegen unser geltendes Gerichts verfahr en, dessen Mängel eben in diesem Prozeß besonders auffällig zutage getreten waren. Au richtig, gesagt: man gönnte der Anklagebehörde den Mißerfolg, und umsomehr, als von feiten eines Staatsanwalts die Einrichtung des Schwurgerichts mit abfälligen Morten kritisiert worden war. Tiefe Aeußerung hat lwses Mut gemacht. Es erfüllte mit lebhafter Befriedigung, daß die Geschworenen gelassen die ihnen vom Staatsanwalt zageschobene Verantwortung auf sich genommen hatten, durch Verneinung der Schuldsrage Material gegen das Schwurgerichtsverfahren zu liefern. Nach der Ausfassung des Präiidenten hatte die Presse in diesem Prozeß ,/Nichts dreinzureden". Wer weiß, wie es lvare, hatte die Presse ihre Bemerkungen bis nach Abschluß des Prozesses vertagt! Möglicherweise wäre es dann zu spät ge- we en. Tie Zweifel daran, daß das Material zur Ver- nrteilung ausreiche, sind zuerst in der Presse laut geworden; die Presse ferner hat aus Widerspruche, Ungenauig- keiten, Unklarheiten von Belastungszeugen aufmerk,am gemacht, und alles das fand Widerhall in der Oeffentl-ich- keit. Es ist eine durchaus gesunde und keineswegs beklagenswerte Erscheinung, daß die Oesfeni-lichkeit mit der größten Anteilnahme dem Gange der Verhandlungen folgre. Manchem mag nun erst deutlich zu Bewußtsein gekommen sein wie 'leicht er in die Lage geraten tarnt, als Zeuge vor Bericht einem Kreuzfeuer unliebsamer Fragen ausgesetzt zu sein oder gar auf der Anklagebank Platz nehmen zu müssen. Ter^Staatsanwalt 'hat in seinem Plaidyer die Zunahme der Scheu erwähnt, vor Gericht zu er; cheinen. In d.er Tat ist eine Zeugenvorladung, zumal im Strafprozeß, Mn allen postalischen Zusendungen ziemlich die unerfreu- lücülte Diese „Ehrenpflicht" wird vielen gründlich ver- lLwet' ganz abgesehen von dem Zeit- und Geldverlust, der d'Lmit in der Regel verrnüpft ist. Wer Gelegenheit hatte, Beobachtungen im Gerichtssaal anzustellen wird sich wohl schon die nachdenkliche Frage vorgelegt haben: Warum einen sympathischen, herzlichen Empfang zu sichern, entsprächen den Wünschen der französischen Nation. Er werde stets die Erinneruna an den Empfang bewahren, den er in London gefunden habe; denn Frankreich sei es gewesen, das man oort gefeiert habe. Der Willkommen, den er bei dem König, der königlichen Familie und den Behörden wie dem Volke in England erfahren habe, sei ihm zu Herzen gegangen. Er wünsche, daß die durch die englische Reise geknüpfte Bande dazu beitragen mochten, daß man dem Ziele naherbomme, das beide Länder gemeinsam im Jnterej,e der Zivilisation, Humanität und gegenseitigen Unterstützung verfolgten. ' • Man begab sich sodann an das Buffet, wo Loubet in einem Trinkspruch aus den König von England, die königliche Familie und die englische Nation daran erinnerte, daß er ein Recht habe, sich an dem Friedenswerk zu beteiligen, das er verfolge, seitdem er die Ehre gehabt habe, die ersten Anregungen zu diesem großen Gedanken auszunehmen und Vertrauter des Kaisers von Rußland in dieser Angelegenheit zu sein, wie es von Anfang an der Fall gewesen. Das Werk der Haager Konferenz stehe erst iw Anfang seiner Wirkung. (Allgemeine Zustimmung.) Tie beiden großen Westmächte Europas müßten sich freuen, durch die Unterzeichnung eines Schiedsgerichtsvertrages als erste ein Beispiel gegeben zu haben, das, wie er hoffe, von vielen anderen befolgt werden würde. Diese Bewegung, davon sei er überzeugt, werde nicht zum Stillstand kommen und er sei dessen sicher, den Gefühlen seiner Gäste zu entsprechen, wie er denen seiner Landsleute entspreche, wenn er wünsche, daß das Werk, das man gemeinsam befolge, seine Krönung erhalten möge. Weiterhin führte Loubet aus, er bedauere, daß die Gäste zurzeit nicht ebenso mildes Wetter getroffen hätten, wie er seinerzeit bei seiner Reise nach London. Wenn Regen oder Kälte Einfluß aus die Herzlichkeit eines Empfanges ausüben müßten, dann hätte Frankreich allerdings Grund gehabt, unruhig zu fein. Aber er habe die Gewißheit, daß die Gefühle in keiner Weise durch das Sinken der Temperatur eine Veränderung oder Abkühlung erfahren würden. Wenn es anders wäre, würde er die englischen Gäste einladen, zu günstigerer Jahreszeit wieder- zubommen und seine Mitbürger auffordern, für den Empfang der Gäste dann Sonne, Frühling und Blumen zu Bundesgenossen zu nehmen. (Beifall.) Nach der Ansprache des Präsidenten nahmen zwei en glis ^Parlamentarier das Wort und erklärten, sie wünschten nichts anderes, als im Bunde mit den französischen Parlamentariern an dem Werke des Friedens zu arbeiten. Beide Völker müßten sich zu dem Ergebnis beglückwünschen, das bereits in dem Schiedsgerichtsvertrag niedergelegt sei. Wenn sie ihre Bestrebungen dauernd verfolgten, würden sie dazu gelangen, die Möglichkeit eines Krieges zwischen den beiden Völkern zu beseitigen. Ties würde eine große Wohltat für Europa sein. T^ Interessen beider Länder seien identisch Beide Nationen, welche soviel für Fortschritt und Zivilisation getan hätten, würden, wie zu hoffen sei, gemeinsam handeln, um sie noch mehr zu fördern. Tie Reden sanden warmen Beifall. Auf Loubet und Gemahlin wurden Hochrufe ausgebracht. Am Abend war ein Bankett im Grand Hotel, welchem Volitilche Gngesschau. Tie Organisation des Zeichenunterrichts in Hessen. wird demnächst die Weite Kammer ver Landstülwe beschäftigen, nachdem der Abg. N o a ck einen Antrag eingebracht hat, diesen Unter richtszweig an allen Schulen des Landes, mit Ausnahme der Hochschulen und gewerblichen Unter- richtsanstalten, ähnlich zu organisieren, wie dies bereits in anderen deutschen Bundesstaaten geschehen ist, mit Rücksicht aus die außerordentliche Wichtigkeit des Zeichenunterrichts als eines allgemeinen Bildungsmittels und insbesondere als dec Grundlage für die gesamte gewerbliche Fachbildung der Heranwachsenden Jugend. Zur Durchführung der Wunsche wird in erster Linie die Berufung einer Land eS ko mmis sion vor- geschlagen, bestehend aus einer Anzahl von Männern aus den Kreisen der Wissenschaft und Kunst, des Unterrichts wesens und der Technik. Diese Kommission sollte als begutachtende Körperschaft von der Regierung in allen Fragen des Zeichenunterrichts zu hören sein, ihr würde die Beratung bei Aufstellung von Lehrplänen und Unterrichtsgängen und die Befugnis zur Stellung von Anträgen obliegen. Die Lehrpläne selbst dürfen kein starres System bilden, nach, dem an allen Schulen gleichmäßig zu arbeiten wäre, sie sollen dem Köunert und der Persönlichkeit des Lehrers Spielraum lassen. Die Ueberwa^-ung des Zeichenunterrichtes wäre einem Landes- Zeichen -Inspektor zu übertragen, dec als künstlerisch gebildeter Lehrer des Zeichnens und Malens auch mit einer mtilgen Anzahl wöchentlicher Unterrichtsstunden an einer höheren Schule beschäftigt ist. Ihm würde weiter obliegen die Ab- daltung besonderer Lehrerausbildungsiurse, zu denen nach, Äefund der Prüfungen dor SäMen die an denselben tätigen Zeichenlehrer einderusen iv-ecden. Auf seinen nestwr-igungs- ceisen würde der Jnstktor auch zu prüfen haben, in welcher Arr die in den Ausbildungskursrn gegebenen Anleicungen und Erläuterungen von den Lehrern beobachtet und ange- inbe V Ibie Nr. 27V • rjdKtnt tügltch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kesflschen Landwirt die Gießener §amttien> blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag bei Viü b lieben Nnu-erl^Buch- u. Stein» drucke rei (PieN ch Erden) ftrbaCium, (fcrpebilioe unb Druckerei: Gchalftratze Ubrefle lüx Depeschenr «u-etger Wietzen. ftrrnlpircbanldjlu&Wt 5L sind es fast immer nur die Entlastungszeugen, denen etwas Unangenehmes passiert, beispielsweise, wegen „Verdachts der Begünstigung" nicht vereidigt, oder dem Mißtrauen oder schroffer Behandlung, ausgesetzt zu werden? Are kommt es, daß nur in so sehr seltenen Fällen einem Belastungszeugen ein Haar gekrümmt wird? Sind denn diejenigen, die etwas Ungünstiges auszusagen wissen, von vorneherein ehrenwerte, makellose Personen; läßt sich ohne weietres bei ihnen die Reinheit der Gesinnung, die Lauterkeit der Motive voraussetzen? Noch viel zu wenig wird mit der Tatsache gerechnet, daß sicherlich die große Mehrzahl der Zeugen vor dem Gericht einen an Furcht streifenden Respekt hat. Es genügt ost, daß der Staatsanwalt bei der Aussage eines Zeugen sich erhebt, um den Zeugen mit Verwirrung, mit lähmender Befangenheit und Angst zu erfüllen. Was folgt daraus? Taß im Großen und Ganzen das Bestreben bei den Zeugen obwalten wird, erstens, so bald als möglich entlajsen zu werden, zweitens, die Aussage so zu hatten, daß daraus mindestens keine ernftlicbe Gefahr für die eigene Person entstehen kann. Damit ist nicht gesagt, daß der Zeuge sich nicht an die Wahrheit hält. Aber, der Ton macht die Musik auch vor Gericht. Es kommt viel daraus an, ob eine Aussage zu Gunsten eines Beschuldigten im Ton der Ueberzeugung und Bestimmtheit, oder ob sie zaghaft und zögernd gemacht wird. Geschieht es vollends, daß im Lause der Verhandlung ein Entlastungszeuge als meiw- eidsverdächtig verhaftet wird, dann ist die Wirkung unbestreitbar, daß sich Bestürzung säst aller Entlastungszeugen bemächtigt, die noch nicht vernommen sind. Aus alledem ergibt sich, die diotwendigkeit, daß gerade denjenigen Zeugen, die etwas zu Gunsten des Beschuldigten auszusagen chaben, Mut zugesprochen werden sollte, daß man sie mit Ruhe und Geduld anhört, und daß man andererseits gegen Belastungszeugen, deren Aussagen gerechtfertigte Bedenken erregen, mit der gebotenen Strenge einschreitet. Besser, zehnSchuldigeentgeh end er Strafe, als daß ein Unschuldiger verurteilt wird!" Wenn solche Aufsassung mehr zur Geltung gelangt, dann wird auch das Vertrauen zur giechtspflege sich wieder festigen. •«teilt 8181 , st»mmler njcf Pariser KD - ,(L Neubau von . q iin ddeutschtt'Hl- L »ÜNW .,me »i >lM-r . 3. Friedrich Schwarz „ w Revisor. Es wird dies hiermit unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die genannte Kasse den Anforderungen Les § 75 des Kcankenversicherungsgesetzes nicht entspricht. Gießen, den 24. Itooember 1903. Großherzogiia-e.' itteisanu Gießen. ______________I. V.: Dr. K r a n z b ü h l e r._________________ Dctralmtmüchmlg. Betr.: Schweinerotlauf. In den Gehöften des Konrad Bender zu Grüningen, 6er Ioh. Gg. Müller Wwe. zu Bettenhausen, des Will;. Am end zu Gießen und des Karl Hermann zu Steinbach ist Schweinerotlauf ausgebrochen. Gießen, den 21. November 1903. Großyerzoglichcs sucisamt Gießen. I. V.: Dr. K r a n z b ü h l e r. E, . *.<■*'* B-' Dem „Verl. Tagebl." zufolge ging dem Justizrat Mronker am Tage vor dem Urteilsspruch im Prozeß Kwi- lecki ein Brief des Grasen Hektor zu, in dem er erklärt, er sei durch den Gang der Verhandlungen zur Einsicht gelangt, daß er seine Verwandten irrtümlich beschuldigt habe, und bittet, dies den Beteiligten mitzuteilen, die hoffentlich den Irrtum entschuldigen würden. Ter Vertreter des „Verl Lok.-Anz." suchte den Grafen Hektor Kwilecki aus, der ihm erklärte, er sei lediglich den Geboten der Ehre gefolgt, wenn er sich jetzt wegen des geltend gemachten Verdachtes öffentlich entschuldige, der sich in der Verhandlung als unhaltbar erwiesen hat. Er hoffe, daß jetzt ein Ausgleich mit der gräflichen Familie zustande kommen werde. Er sei jetzt von der Unschuld oer Gräfin überzeugt und habe daher den polnischen Zeitungen sofort eine Erklärung zugehen lassen, in der er die Ueberzeugung von der Haltlosigkeit der erhobenen Vorwürfe und sein lebhaftes Bedauern ausg>e- spvoch-en habe, daß er durcy sein Auftreten die Gräfin und die übrigen Verwandten schwer beleidigt habe. Er bitte alle um E n t s ck. u l d i g u n g, deren Ehre er zu nahe getreten. Ter Hauptgrund, weshalbJusttzrat Wronker den an ihn gelangten Entschuldigungsbries Hektor Kwi- leckis nicht im Plaidoyer verwandt, war die Bitte des Grafen, die Angeklagten erst frühestens davon in Kenntnis zu setzen, wenn die Geschworenen sich zurückgezogen hätten. Gegenüber einer Meldung, Staatsanwalt Dr. Müller habe sein Abschiedsgesuch eingereicht, erfährt der „Lok.-Anz", daß di.es bisher nicht geschehen sei. Das „Berl. Tagebl." veröffentlicht auch ein Interview mit der Gräfin Kwilecki. Diese bleibt noch zwei Tage in Berlin und fährt dann zu einem ihrer Brüder aus dessen Besitzungen bei Posen. Später gedenkt sich die Gräfin in Berlin niederzulassen. Etwa 200 Glüäwunsch»- Telegramme sind bei ihr eingelaufen. Die Entlastungszeugin Frau Wieckowska aus Wrvblewo, die während des Kwilecki-Pvozesses aus Antrag des ersten Staatsanwalts unter dem Verdacht des Ateineids und der Begünstigung verhaftet worden war, ist aus dem Unterfuchungsgesängnis entlassen worden. Tie Gräfin war auch gestern mittag in Moabit wieder Gegenstand von Kundgebungen, als sie, begleitet von ihren beiden Töchtern und dem kleinen Sohne, vc-r dem Gerichtsgebäude vorfuhr, um Geld und Briesschaften, die sich noch bei Gericht befanden, abzuholen. Ter Wagen wurde von einer Hurra rufenden Men.chenmenge umringt. Bei der Abfahrt wiederholten sich die Kundgebungen. Ire engüscheu Aarlamentarier in Jaris. Paris, 26. Nov. Im Elysee war heute nachmittags Empfang der hier eingetvofsenen englischen Parlamentarier, an dem auch deren Familienmilglreber und zahlreiche französische Parlamentarier teilnahmen. Präsident Loubet und Gemay- Lin empfingen die Gäste im Festsaale, während die Kapelle die Nationalhymne beider Länder spielte. Lord Brassey hielt eine kurze Anspraü-e, in der er betonte, daß in den Kerzen der Engländer der aufrichtige Wunsch nach einer herzlichen Entente zwischen beiden Ländern wohne. Präsident Loubet erwiderte, die Bemühungen, den Gästen Nuchrichtctt über Viehseuchen. Bei einem Schweine des Uhrmachers Albert Heinzer- ling zu Biedenkopf ist die Rotlaufseuche in Form Don Backsteinblattern sestgestellt worden. Es ist Gehöftsperre inngeordnet._______________________________ KxkmmtmüHuug. Betr.: Das Meldewesen in der Provinzialhauptstadt Gießen. Nach pos. III, 2 der Melde-Ordnung für die Provinzjal- h-auptstadt Gießen vom 10. Mai 1890 haben die dorten des Näheren bezeichneten Meldepflichtigen, mit Ausnahme der Dienstboten, die vorgeschriebenen An- und Abmeldungen persönlich oder schriftlich zu erstatten. Für schriftliche Nteldungen sollen vom 1. Dezember l. Is. ab eigens dazu eingeführte Formularien zur Verwendung kommen. Wir ersuchen die Meldepflichtigen, sich dieser Formularien bedienen zu wollen, und machen darauf aufmerksam, daß solche außer auf unserem Meldebureau auch an den Oktroierhebestellen des Selters-, Neustadter- und Wallthors unentgeltlich verabreicht werden. Gießen, den 26. November 1903. Eroßverzogi.mu>.' viHifivmmi Gießen. Hechler. imiQ. 3iieqelpiflb21,H2, Herkäiti le, gleich welche Araich 878anb. Erp. d.öü„ Vrilwt'unb ioiort gesuchi. ui Angabe 0es fctifeS 9 an bit (fypeb. b. Ä. liätrin hat W ,usburg 12, 3. erner emMhV. ßch \\\ \i auyei l rich.zügüMrstE fidele « r’ biefl-öt öii -^noer or' fl! wandt werden. Zur Uirtersrützung der genannten Beamten können aus dessen Antrag nach Bedarf in einzelnen Lundes- Leileu Zeicl-enlehrer höherer Schulen mit der Beaufsichtigung einer Anzalfl von Schulen betraut werden. Die finanzielle Tragweite einer derartigen Organisation ist unerheblich, der jährliche Aufwand ist ohne das Gehalt des Landeszeichen-Zn spektors aus 90P0 Mk. ver- anjä>lagt. Jnuirerhtn wurde durch eine solche Einrichtung 'm wenigen Jahren eine einheitliche Pflege und eine in weite Volksschichien eirrdringendc lebendige Einwirkung des Zeichenunterrichtes erwartet werden dürfen. Deutsches Keich. Berlin, 27. Nov. Laut „Kreuzztg." übertrug der Kaiser die Leitung der Nachbehandlung mit Massage und Stimmübungen auf Vorschlag des Generalstabsarztes Dr. Leuthold an Dr. Gustav Spieß aus Frankiurt a. M-, der sich durch seine Schriften auf bcm Gebiete der Hals- und Naseukrankhciten bereits einen Namen gemacht hat. — Der Kaiser hörte heute die Vorträge des Kriegsministers uni) des Chefs des Generalstabes der Armee. — Die Einweihung der amerikanischen Kirche in der Metz-Straße hat heute, am amerikanischen Dankestage, unter großer Beteiligung der hiesigen amerikanischen Kolonie und in Anwesenheit sämtlicher Mitglieder der amerikanischen Botschaft stattgefuitden. 2er Kaiser hatte mit seiner Vertretung den Kronprinzen beauftragt. Die Kaiserin hatte den Kammerherrn Grasen von Mülinen entsandt. Die Kirchenbehörde war durch Generalsuperintendent Dryander vertreten. Die Kirche wurde durch einen Gottesdienst eingeweiht. Präsident Roosevelt hatte in einem Schreiben feiner Freude darüber Ausdruck gegeben, daß es der Kolonie gelungen sei, sich, in Berlür einen Bauplatz für eine Kirche zu sichern. — Der Bundesrat überwies in seiner heutigen Sitzung die Vorlage betreffend den Eirtwurs eines Gesetzes über den Servistarif und die Klasseneinteilung der Orte den zuständigen Ausschüssen und hat dem Ausschußbericht über den Entwurf des Etats für die Expedition nach Ostasien zum Reichshaushal.s^tat für 1904 den Ausschußberichten über Entwürfe von Etats zum Reichshaushalisetat für 1904, und zwar a) für das Reichsmilitärgericht, b) über den allgemeinen Pensionsfonds, ferner den Ausschußbericyt betreffend den Entwurf des Etats über den Reichs invalidenfonds zum Reichshaushaltsetat für 1904 und über den Entwurf des Etats für das Schutzgebiet Kiautschou auf das Rechnungsjahr 1904, sowie den Ausschußberichten über a) den Entwurf des Etats des Reichsamts des Innern zum Reichs- haushaltsetat, b) für die Haushaltsetats für die Schutz- gebiete auf das Rechnungsjahr 1904 und den Ausschußberichten über die Entwürfe von Etats zum ReichshauA- haltsetot für 1904, und zwar a) für das Auswärtige Amt, b) für das Reichsschatzamt, seine Zustimmung erteilt. — Im hiesigen sozialliberalen Verein hat Dr. Barth gestern u. a. folgendes gesagt: „Es ist lebhaft zu bedauern, daß der von etwa 20 angesehenen Professoren der Berliner Universität geplante Ausruf an das liberale Bürgertum, sich zum Kampf gegen die Reaktion diesmal an die Sozialdemokraten anzulehnen, unterblieben ist. Eine Disziplinierung dieser Professoren stand nicht zu erwarten, denn dazu fehlt doch der Regierung die Kourage." Magdeburg, 26. Nov. Die hiesige Handelskammer faßte einstimmig eine Resolution, die sich gegen die Erhebung von Schiffahrtsabgaben auf natürlichen Wasserstraßen weichet. Dresden, 26. Nov. Bei der Verhandlung des Gesetz- entwurses über die Organisation des Aerztestan- des wurde in der 2. sächsischen Kammer von freisinniger Seite verlangt, das bisherige Verhalten der Aerzte-Organi- sation gegen leitende Aerzte in Naturheilanstalten gesetzlich unmö glich zu machen. Weimar, 26. Nov. Eine Aenderung des Landtagswahlgesetzes im Großherzogtum wird angestrebt. Die sogenannten Tausendtalernränner des zweiten weimari- schen Verwaltungsbezirkes haben eine Petition in Umlauf gesetzt, in welcher von der Regierung verlangt wird, daß die Tausendtalermänner nicht mehr wie bisher in einem Orte des Verwaltungsbezirkes zusammenkommen, um den einen Abgeordneten zu wählen, sondern daß die Tausend- talermanner jedes Ortes für sich an ihrem Wohnorte wählen dürfen. Für die allgemeinen Wahlen wird die Beseitigung der Wahlmännerwahlen verlangt und statt dessen werden direkte Wahlen gefordert. Krrche uvv Schule. Ueber die Evangelische Bewegung in Oesterreich berichtet der Hilfsausschuß in Darmstadt: Seit Beginn dieser Bewegung sind bis Anfang dieses Jahres 37 Kirchen, 15 Bethäuser und 8 Pfarrhäuser erbaut, etwa 100 Predigtstationen errichtet und 12 selbständige Pfarrgemeinden gebildet worden. Im Jahre 1903 wurden bisher 9 Kirchen, 2 Betsäle nnd 1 Pfarrhaus ihrer Bestimmung übergeben. Von den neuen Kirchen stehen 5 in Böhmen, 2 in Kärnten und je 1 in Niederösterreich und Schlesien. 10 Kirchen sind gegenwärtig im Bau begriffen. Welche erstaunliche Arbeit gerade in Bezug auf Kirchbauten geleistet worden ist, geht u. a. daraus hervor, daß im Teplitzer Gebiete anstatt früher 1 heute 9 Kirchen stehen. Eine gottesdienstliche Stätte ist eine unerläßliche Bedingung für ein gesegnetes Gemeindeleben und wird von den Uebergetretenen selbst auch als eine solche empfunden. Auch evangelische Schulgebäude wurden in diesem Jahre erfreulicherweise errichtet, im ganzen 3. Zu den bisherigen 12 selbständigen Pfarrgemeinden kommen in diesem Jahre weitere 7. Sieben neue Vikariate sowie 11 Predigtstationen, darunter 6 böhmische und 3 steirische, wurden errichtet. An 22 Orten ward erstmaliger Gottesdienst abgehalten. Die Uebertritte im 1. Halbjahr 1903 haben gegenüber dem 2. Halbjahr 1902 eine Steigerung erfahren: sie betrugen 2334 gegenüber 1885 im letztgenannten Zeitraum, also 449 mehr! Davon entfallen 924 auf die Wiener Super- intendenz und 821 auf Böhmen. Die Verluste der römifchen Kirche berechnet die ultramontane Berliner „Germania" (vom 9. Sept. 1903) auf mindestens 73 000. Mit dem äußeren Ausbau geht die innere Festigung der Gemeinde gleichen Schritt. Diese geschieht nicht nur von den Geistlichen in Predigt, Unterricht und Seelsorge, sondern die Gemeindeglieder helfen mit, so daß die evangelische Kirche Oesterreichs für uns Reichsdeutsche hierin geradezu vorbildlich sein kann. Neben den der Volksbildung dienenden Bestrebungen wird christliche Liebeswert in keiner der jungen Gemeinden vernachlässigt. Armen- und Krankenpflege finden überall verständnisvolle Förderung. So wirken in Prag gegenwärtig 7 und in Olmütz 2 Schwestern. — Soll die verheißungsvolle religiöse Bewegung im verbündeten Nachbarlande weiter blühen und gedeihen, so ist es Pflicht aller evangeli- chen Kreise in Deutschland, sie auch weiterhin mit den nötigen Geldmitteln zu stützen. 80 Vikare, die zur Zeit tapfer und treu auf österreichischem Boden Reichsgottesarbeit treiben, muffen regelmäßig besoldet werden, von anderen großen Aufgaben ganz zu schweigen. Die Mittel des Ausschusses für die Förderung der evangelischen Bewegung in Oesterreich sind fast erschöpft. Wer schnell gibt, gibt doppelt. Freundliche Gaben sind zu richten an Herrn Pfarrer lüe. Waitz in Darm- tadt, Herrn Kapitänleutnant a. D. Grill in Bensheim und Pfarrer Euler in Gießen. Keer unO Aiotte. Berlin, 26. Nov. Dem Fähnrich Hüssener wurde mit dem gleichzeitigen völligen Ausscheiden aus dem militä* rischen Dienstverhältnis der Abschied erteilt. Kolonialpost. Berlin, 26. Nov. Der Gouverneur des deutschen Schutzgebietes in Ostafrika, Graf Götzen, der joeben von einer längeren Reise nach den nördlichiten Teilen der Kolonie in Dar-eö-Salam eingenoffen ist, äußerte sich über seine Reijeeindrücke, er sei über die große Zahl der Bewohner und den reichen Anbau des Gebirges jenes nördlichen Teiles der Kolonie überrascht. Es übertreffe darin die Usambaraberge. Wenn auch in einzelnen, schwer zugänglichen Teilen des Gebirges die Eingeborenen noch scheu und zurückhaltend seien, jo herrsche in den wirtschaftlich wichtigen Gebieten volles Vertrauen zu der deutschen Verwaltung und die Steuern werden willig bezahlt. Im Interesse einer ausreichenden Bewässerung der umliegenden Ebenen hielt der Gouverneur eine einfache Art von Jorstverwaltung für notwendig und bezeichnet den Bau einer Bahn in das Innere der Kolonie für unerläßlich, wenn nicht die gegenwärtige geschäftliche Stagnation fortdauern solle. — Nach einer Londoner Depesche sieht der Direktor einer britischen Gesellschaft in Deutsch-Südwestafrika, der kurz vor dem neulichen Auf stände der Bondelzwarts in Warmbad war, die Ursache des Aufstandes nicht in irgendwelcher Härte oder Ungerechtigkeit der Regierungsbehörden. Kapstadt, 25. Nov. Hier ist eine Nachricht eingetroffen, nach welcher die Hottentottenhäuptlinge W i t b o o i, Beersibo und Bethani in Keetmanshoop die Ankunft des deutschen Gouverneurs Leutwein erwarten, um die ganze Angelegenheit zu regeln. Man erwartet, daß eine befriedigende Regelung erfolgen werde. Es wird gemeldet, daß nur in Warmbad Ausstand gewesen fei. Ausland. Rom, 26. Nov. Die „Tribuna" erklärt: Offizielle Nachforschungen der Regierung ergaben, daß die diach-rich- ten über Eisenbahn-Attentate in Frankreich gegen den König von Italien unwahr sind. Budapest, 26. Nov. Abgeordnetenhaus. Die heutige Sitzung der Abgeordneten war sehr stürmisch. Bei Beginn erklärte der Präsident Perczel, der Präsident der liberalen Partei, Baron Podmaniczky, habe schriftlich einen Antrag auf Abhaltung von Parallelsitzungen im Parlament eingereicht; hierüber werde morgen amSchluß der Sitzung abgestimmt werden. (Ungeheurer Lärm, Wider- pruch links.) Ugron erörtert, daß die Erklärung des Prä- identen die Hausordnung verletze. Während der Rede llgrons find die Mitglieder der äußersten Linken sehr unruhig. Der Präsident ermahnt die Ruhestörer wiederholt zur Ordnung. Andreas Ratl» wird vor den Jmmunitäts- ausschuß gesteNt werden, wo über ihn wegen systematischer Ruhestörung abgeurtei.lt werden wird. Dem Präsidenten wird unter andern leidenschaftlichen Zurufen vom Abg. Horvath das Wort „B a n d i t" ins Gesicht geschlendert. Der Präsident rügt das Wort. Hierauf nimmt Graf Tisza das Wort. Seine Rede ist bei fortdauerndem Lärm schwer verständlich. Nikolaus Bartha (Szederkenyipartei) ruft dazwischen: „Die Vorteile der Verständigung stecken Sie in die Tasche!" Der Ministerpräsident erwidert: „Sprechen wir nicht von der Tasche", worauf Bartha ruft: „Ich bin kein verkrachter Bankdirektor!" Geza Gajary (Hb.) schreit daraufhin: „Man nannte Sie einen Schurken; widerlegen Sie das!" Dadurch veranlaßt, stürzt sich der Oppositionelle Estner dröhnend auf Gajary. Die Abgeordneten scharen sich in einem Halbkreise; aus dem ungeheuren Lärm tönen hin und wieder leidenschaftliche Ausrufe hervor. Der Präsident suspendiert die Sitzung, Nach Wiederaufnahme der Sitzung setzt der Ministerpräswent feine Rede fort. Petersburg, 26. Nov. Der heute über das Befinden der Kaiserin ausgegebene Krankheitsbericht lautet: Gestern abend betrug die Temperatur 37,2, Puls 64. Heute morgen Temperatur 37. Die Kaiserin schlief während der Nacht gut. Seit gestern eitert das kranke Ohr recht stark. Das Allgemeinbefinden ist befriedigend. Bloemfontein, 26. Nov. Der gesetzgebende Rat wurde heute eröffnet. Ter Gouverneur erklärte, daß binnen kurzem in Bloemfontein Konferenz ab gehalten werden solle, auf der alle Teile des Staates vertreten fein sollten. Professor Koch werde ebenfalls zugegen jein und werde mit der Konferenz über die Unterdrückung der unter dem Därmen „Blutharnen" bekannten Viehseuche ver- h and ein. AUS IiaSi uni) Saud. Gießen, den 27. November 1903. ** Provinzialausschuß. Am 2. Dezember vormittags 9 Uhr findet im Sitzungssaale de§ Regierungsgebäudes eine öffentliche Sitzung des Provinzial - Ausschusses der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage des Ortsarmenverbandes Marburg gegen die Ge- meindekrankenkaffe zu Ober-Breitenbach, wegen Erstattung der Kur- und Pflegekoslen für den Dienstknecht Johannes Listmann aus Liederbach. 2. Klage des Ortsarmenverbandes der Stadt Frankfurt a. M., gegen den Ortsarmenverband Kirtorf wegen Kostencrsatz für die Dienstmagd Johanna Höchster aus Kirtorf. 3. Beschädigung von SolmS Laubach- ,chen Grundstücken durch den Betrieb her Grube Friedrich bei TraiS-Horloft; hier: Antrag auf Enteignung nach dem Berg- gesetz. 4. Beschwerde deS Rentners Adolf Nies zu Frankfurt a. M., wegen Heranziehung zu den Gemeindesteuern der Gemeinde Blofeld; hier: Berufung gegen die Kostensestsetzuns des Kreisausschusses Büdingen. ♦* Zum Tode der Prinzessin Elisabeth. AuS Coburg wird jetzt offiziös energisch die Nachricht polnischösterreichischer Blätter dementiert, Prinzessin Elisabeth sei einer Vergiftung durch Strychnin (von anderer Seite wird von Austerngift gefabelt), zum Opfer gefallen. Österreichische Blätter wissen noch folgendes zu berichten: Aus Befehl des Zaren wurde für die Leiche der Prinzessin ein schwerer Sarg aus reinem Silber in Warschau angefertigt. Der Sarg, zu welchem zwei Pud (ca. 80 Kilo) Silber verwendet wurden, mußte binnen 18 Stunden fertiggestellt werden. Er ist ein Meisterwerk der Goldschmiedekunst, im Renaissancestile und. mit geflügelten Engeln an den vier Ecken geschmückt. ** Dritter Vortrag des Kauf ni an nischen Vereins. Dr. K. B o e ck aus Neu-Rochwitz redete gestern abend im Festsaale des Caf^ Leib über „Sibirien einst und jetzt *. Er gab zunächst eine einleitende Erklärung über Rußlands frühere und jetzige Politik in Asien und orientierte seine Zuhöhrer über die wichtigsten geographischen Punkte Sibiriens. Dann schilderte er an der Hand einer Karte rasch die Eindrücke, die er bei seiner Reise ins Innere Asiens empfangen hatte, die meist noch sehr traurigen Verhältnisse in den russischen Provinzstädten, die Verkehrshindernisse und eine Reihe jener denkbaren und undenkbaren Zwischen- alle, die ihm auf seiner Reise zum Hindernis wurden. Trefflich beleuchtete er auch die einzelnen Völkerschaften in ihren Sitten und Gebräuchen und die traurige Lage der exportierten Verbrecher. Semem zweistündigen Vortrage, der an manchen Stellen deS echten Humors nicht entbehrte, schloß der Vortragende die Vorführung einer Reihe von Lichtbildern an, die dem Publikum die Schönheiten der Statur, die Trachten der Völkerstämme, industrielle Betriebe und kulturelle Fort- chritte Asiens in einem Maße zeigten, wie man es von Sibirien kaum erwarten konnte. Trotz technischer Schwierigkeiten, die Dr. Boeck bei der Ausführung der Lichtbilder entstanden waren, gelangen die Bilder, so daß das Publikum lebhaften Beifall spendete. •* Pickenbach f. Der frühere antisemitische Reichs- tagsabg. Pickenbach ist nach der ^Staatsb.-Ztg." gestorben. Pickenbach war eine Zeitlang Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung und wurde 1890 für Gießen in den Reichstag gewählt. Im letzten Jahrzehnt ist er öffentlich kaum noch hervorgetreten. — Der Sturm hat in der Frankfurterstraße 27 die telegraphische Leitung zerstört. Die Störungen sind so groß, daß alle verfügbaren Arbeiter hinbeordert wurden, um die Leitung möglichst bald wieder herzustellen. H. B. D a r m st a d t, 26. Nov. Die Stadtverordneten Versammlung wählte in ihrer heute nachmittag abgehaltenen Sitzung fast einstimmig den langjährigen Stadtverordneten Karl K a h l e r t zum Ehrenbeigeordneten von Darmstadt. Kahlert ist ein sehr angesehener Kaufmann und Ntitglied der hiesigen Handelskammer: er steht im 69. Lebens- jah.re und tritt an die Stelle des früheren langjährigen Beigeordneten Riedlinger. Auch sein Vater hatte sich als Bürgermeister große Verdienste um die Stadt erworben. Die weiteren Gegenstände der heutigen Beratung waren nur lokaler Natur. Ein Antrag der hiesigen Metzgerinnung, den jeweiligen Obermeister der Innung zum Ntitglied der städtischen Schlachthaus- Deputation zu ernennen, wurde dem zuständigen Ausschuß überwiesen. O s s e n b ach , 26. Nov. Einem Ersuchen des hiesigen Kreisamts entsprechend hat die Hande ls kämm er einen Bericht über die Lage des Arbeitsmarktes inH Winter 1903/04 erstattet. Daraus ist hervorAuheben, daß im Kammerbezirk gegenüber derselben Zeit des Vorjahres mehr Arbeitskräfte beschäftigt werden, die Arbeitszert teilweise verlängert worden ist und auch die Lohnveryaltnisse sich nicht zu Ungunsten der Arbeiter geändert, stellenwelse sogar eine Steigerung erfahren haben. Tie meisten Fabrir- betriebe scheinen für die nächsten Monate genügend beschäftigt zu sein, sodaß Arbeiterentlassungen kaum eintreten dürften; es kann deshalb mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden, daß die Zahl der Arbeitslosen im kommenden Winter eine wesentlich geringere fein wird, als im Winter 1902/03. Bei den stark steigenden Preisen für ine meisten Rohstoffe und Halbsgbrikate und angesichts des allgemein sehr scharfen Wettbewerbes können jtooqi die Preise für die fertigen Waren gar nicht ober doch nur in ganz vereinzelten Fällen, uno selbst bann nur ungenügend erhöht werden. Sehr nachteUig und einem nachhaltigen Aufschwünge stellt sich befonders die Ungewißhert über die künftige Gestaltung unserer handelspolitischen Beziehungen zu einer Reihe von für den Kanunerbezirk äußerst nichtigen Auslandsmärkten entgegen. Frankfurt a. M., 26. Nov. Heute mittag trat hier lebhaftes Schneegestöber ein.— Infolge Sturmschäden sind die Fernsprech- und Telegraphenleitungen nach außer- halb vielfach unterbrochen. Der Verkehr nut dem Norden, so besonders Berlin und Hamburg, ferner mit Amsterdam, Brüffel und London, unterliegt deshalb teilweise erheblichen Verzögerungen. Kassel, 26. Nov. Im Elisabethhospckale erlag hier einem Gallensteinleiden Otto Engelbert Freiherr v. Brackei, em Mann von bewegter, fast abenteuerlicher Vergangenheit. Er gehörte als Offizier der päpstlichen Garde an, trat in napoleonische Dienste und ging dann mit der französischen Expedition nach Mexiko, wo er später in die Dienste des Kaisers Maximilian trat und bis zum Oberstleutnant ausrückte. Zahlreiche Siege hat er gegenüber den Aufständischen erfechten helfen, his schließlich mit dem Sturze und Tode seines Kaisers auch seine Osiizierslausbahn em jähes Ende sand. Er wurde dann Sprachlehrer und Journalist in Mexiko; bekannt wurde er durch seine zahlreichen Artikel über Kaiser Maximilians Hinrichtung, deren Äugens zeuge zu sein er gezwungen war, sowie über die mexikanische Kaiserzeit im allgemeinen. AIS er älter wurde, kehrte er nach Deutschland zurück, wo er sich mit belletristischen und kulturhistorischen Arbeiten befaßte. Mit besonderem Stolze nannte sich der alte Herr einen Freund des Präsidenten Diaz von Mexiko, der den Deutschen großes Wohlwollen entgegen* bringt. Kleine Mitteilungen auS Hessen und bett Nachbarstaaten. In Mainz hat sich die Stadtverordneten^ ”1>ä^ btm K u 6,.r ,8nb«tet s .bet iti *6* W *»: 8uUr^ti ;H'1' ein >>,.e*^* i>6 °»W. LAN- ,.Qufmänn,. , '^ochwltz tebete^? c^ibic l * .^eitenbe ÜJM If ln Hen unb Örun8 haften L nb OC1^ ■«Ä* R«? Z-LZr ;■*'’** “ Klinge üog, . ^d'M Üoifcage, £ ® m^t entbehrte, |u Äe,°®NbiSie "°>m,dieLchg unb>. tulturefle fa, ““ mm es » 5 technischer Echivi» ™3 dtt AGiIdkr,^ >° bQB bos $ublfc re antisemitische Reitz ratsb.-Ztg/ gestorba b der Berliner Stak lW für Gießen !ahrzehnt Per össech rankjurterstraße 27 te Störungen sind so M irbert wurden, m tit eßen. Die Ctadtmocketen nachmittag aLgelMmn ingen ElMrMhm igeorbntttn non sehener Kaufmann und er steht im 6S. Ledens- ?ren ümg/ahngen Vü- t halte sich als ÄW moihexv Die rvehe: iaren nur Votier M- n-, ben jeweiligen Cto städtischen Lchlachti^ i zuständigen Sü# i Ersuchen des hiesig nbe lskamnterM ibeitsmerltei 1 ift heiv-rzuhebl«,« bw Seit des S8o* u entscheiden. Petersburg, 26. Nov. Hier wütete ein derartig I Dem vom Fmanz-mmr,terrum gestellten Anträge liegt fol- starker Weststurm, daß das Wasser der Newa den Fluß gender Tatbestand zu Stunde -Zwischen dem tgl. Oberforst-! binaufaetrieben wurde Halb Petersburg ist unter meister Klette und dem Ange;Huldigten, Oberförster Wasser gesetzt und ein bedeutender materieller Müller, bestehen schon seit Zähren Differenzen, die schlleß- Schad en entstanden. Tie meisten Straßen mit Ausnahme lich dazu führten, daß Oberförster Muller den Obersorst- der höher gelegenen standen gestern 4 bis 12 Fuß Hoch meister ö^m Zweikampf aus $tftole»1n unter Wasser, sodaß nur ein Notverkehr auf Booten und forderte. Der dem Oberförster unterstellte Forstassessor Flößen vermittelt werden konnte. Im Galeeren-Hafen, wo Zürn er überbrachte dem Oberforjtmeister Klette dre Duell- die lleberschwemmung am stärksten war, wurden die sorderung, die jedoch pon letzterem n r cht a n g e - Straßen ui reißenden Strömen. Tie Rettungsarbeiten nommen wurde. Vielmehr erstattete der Oberforstmerster dauerten die ganze Nacht über, um die ärmere Bevölker- Anzeige. Gegen Müller und Zürner wurde nunmehr una in Sicherheit zu bringen. Ueberall versagte das elek- Anklage erhoben. Oberförster Muller wurde un Aprrl d. trllche Licht. Die meisten Theater haben ihre Vorstellungen wegen Herausforderung zum Zweikampf zu zwei Ta g e n ab sagen lassen. Die Schulen sind geschlossen, Straßenbahn Festungshaft verurteilt. H-orstaes; or Zurner als Re- und Omnibusse mußten den Verkehr einstellen. Auf den serveofsizier hatte sich damals vor dem Kriegsgericht der. Katüolifcke Gemeinde. Kirchhöfen wurden die Leichen herausgewühlt und Denk- 3. Dwision Nr. 23 wegen Kartelltragens verantworten. , m D „ m h e r 1903 mäler umgeworfen. Viele Straßen haben sich gesenkt. Ihm wurden ebenfalls zwei Tage Festungsha^. auferlegt, 5^uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur ßteaen 50 MO Menschen sind zeitweise ohne Obdach. Ter I welche Strafe ledoch der KÜNig rn einen Tag Stubenarrest I Nachmittags um o uyr uno^aoenos um ^egenyeu zur Sonntag, den 29. November. Gattin zu treffen sind. * Lustige Professorengeschichten werden z. Zt. von Berliner Blättern ausgefrischt, wie sie der Historiker Georg Weber in seinen „HeidelbergerErinnerungen" erzählt. Z. B.: Eine der bekanntesten Persönlichkeiten der 30er und 40er Jahre war der Jurist Karl Eduard Mörstadt. Er war ein gescheiter Kopf, der gegenüber seinen berühmten Kollegen, den Juristen Zöpfl, Mittermaier und Roßhirt, die! rücksichtsloseste und unerschrockenste Opposition vertrat. Sein Haß gegen Mittermaier kannte keine Grenzen. „Hier habe ich ein Buch", sagte er einst auf dein Katheder, „das man seiner Schlechtigkeit wegen für em Werk von Zöpfl hatten sollte, aber Mittermaier ist der Verfasser/ Ein anderes Buch desselben Gelehrten zeigte er seinen Zuhörern mit den Worten: ^rch werfe es jetzt an die Wand; was daran gut hl, bleibt hängen." Da er einst in Gegenwart der Examinanden em Buch seines Kollegen Zöpfl einen .Wisch" nannte, wurde er durch Fakultätsbeschluß von den Doktorprüfungen ausgeschlossen. vyviu.iu.vvy iv*» juww ,«»•**»* --------r'-—' - - v - v _ .. i 1. Adventssonntag: Schiffs Unfälle. DerholländischeDampfer „Ang- lassung des Oberförsters Muller und des Forstastessors Vormittags von 6 V, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. l . । hn« Szw flitihrM- npioitp* i 7 Uhr: Die erste heil.Meffe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. malet umgeworfen. Viele Straßen haben sich gesenkt. Ihm wurden ebenfalls zwei Tage Festungshaft auserlegt, Gegen 50 000 Menschen sind zeitweise ohne Obdach. Ter welche Strafe jedoch der König in einen Tag Stubenarrest ftaiier spendete als erste Hilfe für die durch die lieberschwem- umwandelte. Nach dieser Verurteilung stellte nunmehr das mutig Geschädigten 10 000 Rubel. Ministerium der Finanzen den Antrag aus Di en st en t- 4‘/6% Oesterr. Silberrente 101.05 456 Ungar. Goldrente . . 100.15 4°/3 Italien. Rente , 4‘/2% Portugieser o°/ Portugiesen. . 196 0. Türken . Tiirkenlose . . . 4% Gneoh. Monopol sd. Darmstadt, 26. Nov. Kri egsgericht. Wegen Mißhandlung von Karner ad en haben sich heute die Kanoniere K. Joh. Antoni und Mich Schad von der 4. Batt. Art.-Regts. dir. 25 zu verantworten. Sie hatten am 1. November d. I. Stalldienst und gaben einem Rekruten hierbei den Auftrag, einen Besen zu holen. Als sich dieser wenig beeilte, befahlen sie ihm, Laufschritt zu machen, und als dies nicht rasch genug ging, gingen sie mit Riemen aus ihn los und schlugen ihn, später auch mit der Klopfpeitsche. Antoni warf ihm einen Eimer mit Wasser an den Kopf, behauptete aber, daß er bloß das Wasser schütten wollte, der Eimer sei ihm dabei aus der Hand geglitten. ISchwabe, befindet sich Neuenbäue 27. Der Gerichts ho s ließ Milde walten und verurteilte ihn zu In der Johauucsttrche. 14 Tagen, Schad zu 8 Tagen Gefängnis. Vormittags 9' r Uhr: Pfarrer Tr. 9taumann. () Krofdorf, 26. Nov. Ein hiesiger Einwohner ER. Zehnjährige Gedächtnisfeier des Bestehens der Bur en krieg es rn der Freund, ch en Gastw irisch ast anstößige 1 Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde Äußerungen zu schulden kommen lassen. Er war zur An- erbeten. zeige gebracht worden, und die Strafkammer Wetzlar er- Vormittags UV* Uhr: Kindergottesdienst für die Lukas- blickte in seinen Reden «eine Gotteslästerung und gemeinde. Pfarrer Euler, verurteilte den Angeklagten am Mittwoch zu einer Ge- Abends 6 Uhr: Liturgische Andacht. fängnisslrafe von sechs Aconaten und den Kosten deS Ver- Sßjarrer Euler, nßrptta ' Nächstfolgenden Sonntag, den 6. Dezember, 2. Advent: sayrens. a e s eüt en aum Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukasgememde; Herausforderung ernes Borgesetzten zum j Sonntag den 13. Dezember. 3. Advent: I Du e l l. Aus Dresden sichtet. Heute hatte die Beichte und heiliges Abendmahl für die Jobannesgemeinde; Tisziplinarkammer unter Vor,itz des Landgerich^sprafr-1 jedesmal im Abendgottesdrenst. beuten Tr. Müller über den vom Finanzministerium ge-' - 1 stellten Antrag, den Oberförster Müller zu Dresden, f sowie den Forstasse ssor Zürner wegen Heraus- - c eines Vorgesetzten zum Zwki- . . 213.10 . . 220.75 . . 147.25 . . 187.50 . . 204.80 Tendenz: Behauptet. -t. Höuuiugen a. Rh., 26. Nov. Vor einigen Tagen sand Neueste Meldungen, hier die Eröffnung des K o h l e n s a u r e w e r k e s der Gewerk- e r £ schäft Deutschland in Hönningen a. Rh. im Beisein des Vorstandes, Originaldrahtmeldungen des Gleßeuer Anzeigers, nämlich: des Bankier Jak. Grünewald in Gießen, des 1. Vorsitzenden (gleichzeitig 1. Vorsitzender des Aufsichtsrates des Kohlenfäurewerkes Selters Sprudel Augusta Victoria in Selters bei Löhnberg a. d. L.), ferner des Ingenieurs Theodor Eigel in Gießen, des 2. Vorsitzenden, des Fabrikanten A. Fröhlich in Gießen, des Kaufmanns Paul Richter in Hönningen a. Rh., des Kaufmanns I. Bellinger in Köln a. Rh., sowie einer größeren | Anzahl Gewerke statt. Etwa 2 Kilometer vom Rheinufer und ca. 300 Meter von der Bahnstation liegt das der Gewerkschaft gehörige Etablissement. Die Kohlensäure wird direkt aus der Erde durch eigenartige Schachtanlagen gewonnen, die auf 1 Morgen des Terrains verteilt sind, und daraus wird die gesamte Anlage, welche I ui 10 Arbeitsstunden 2000 Kilo flüssige natürliche Kohlensäure I liefert, gespeist. Im Besitze der Gewerkschaft befinden sich jedoch 14l 3 Morgen solch kohlensäurehaltigen Terrains, fo daß eme Vergrößerung der Anlage un weitgehendsten Sinne möglich ift, dabei ift die gewonnene Kohlensäure von geradezu unübertroffener Reinheit. Die Anlage ift nach den Bläuen des Ingenieurs Theodor Eigel in Gießen gebaut, dem auch die Ausführung und Inbetriebsetzung übertragen war. — Die Leitung des Werkes ist dem Direktor Emil Slemkamm, dem ehemaligen langjährigen | Betriebsches des' Apollinarisbrunnens unterstellt. lja» mit Kapikän Kttmp, von Hamburg nach Rotterdam be- Zürner, indem das Ministerium von der Ansicht geleitet m in sPntf rhnm nicht einaetroffen sondern wurde, daß sich bte beiden genannten Beamten dadurch, ftanmt -s m Rotterdam n-cht Mv rnI einen Vorgesetzten, den Oberfvrstmeister Klette zum wahrscheinlich unterwegs untergegangen. Bei Borkum j m sind Leichen und Teile einer Ladung angetrieben, was den Untergang des Dampfers bestätigen dürste. — In der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch strandete bei Amrum eine norwegische Bark. Boote dieser Bark wurden auf Amrum angetrieben. Drei Leichen wurden bisher von den Wellen an Bord gespült. Von dem Schicksal der übrigen Besatzung ist bisher nichts bekannt. Das Schiff wurde vollständig aufgebrochen und ist verloren. • Zur sächsischen Prinzessin-Asfaire. Eine Dame der hohen römischen Aristokratie erklärt die Meldungen von einer Flucht der Tochter Don Carlos', der Prinzessin Telegramm der .Giornale d'Jtalia" von Carlos' Landsitz bei I Kartellträger zu überbringen. Nach längerer Serotung[erJ falten ^orben Viareggio behauptet, die Prinzessin sei seit sechs Monaten mit kannte d re zrplrn ar ka mrn er gegen de n Südwesten des Erdteils. Die Tiefs scheinen ostwärts nur lang» ber ftrau des Kutschers Benedetti, des angeblichen Liebhabers, Oberförster Muller aus Drensten11a , s u n g. Der abzuziehen; dabei würde der Wind nach Norden drehen. Da- in Sori (ßiauri). Sie fei legal, wie es heiße, vom Gatten Antrag des Finanzmini s ter lums, den #0 rft a ] f e Hör 3- l)er für Freitag und Samstag: Kälter und vielfach (Ober- tn öort ^gur-. i ti / -nm Vaofte aeretft aus dem Dren ste zu entlassen, wurde ab gelehnt. Hessen!Frost, windig bis starkw indig, Schneefalle separiert. Nttttlerwelle sei sie auch z im 4» Pi 9 I # q Urteilsbegründung wurde hervorgehoben, daß die Wetterdienst zu Gießen: A. Peppler. um di- kirchliche Scheidung wegen Krankheit ihres ^Esiorüenmg des Oberforstmeisters Mett KNM Duell E---------------------------- Lllanncs zu betreiben. Außerdem habe der Kutscher aus .-e|ten§ des Oberförsters Müller als eine Pflichtverletzung Receo seinem Vater geschrieben und gegen die Nachrichten der ^gesehen werden müsse. Es sei daher auf Dienstentlassung Leitungen protestiert. — Die Prinzessin ist gestern in Niz za erkennen gewesen. Der Forstassessor Zürner möge tu L,, 0/ einaetroffen Zu der Ehetrennung wird noch mitgeteitt, gutem Glauben gehandelt haben, daß er bei der lleberbring- daß der Scheidungsprozeß in Kürze vor dem Gericht in ung der Duellsorderung eine Verletzung feiner Pflichten Dresden staltfinden wird. mä)t begehe. _______________ • Sie ehemalige Prinzessen von Sachsen. --------------— ■ ~ , 1 Aus Grund authentischer Nachrichten ist die .Chemn. Allg. UNd UerKeyr. KolKSWlrtslyafl. Ztg.' in der Lage, mitzuteilen, daß sich m ^rhÄltmfsen Berliner Börse bom 26. November 1903. ber früheren Kronprinzessin von Sachsen m letzter Zett nichts (Mitgeteilt von der Vank für Handel und Industrie, Gießen.) geändert hat und allem Anschein nach auch eine Wandlung Prinat-Diskont 31/, Prozent, bis auf Weiteres nicht zu erwarten ist. Die Meldung von Anfangs- u. Schlußkurse. einem angeblichen B r i e s w e ch s e l z w i s ch e n d em Kro n- Deutsche^Bank * prinzen und der Gräfin von Montignoso, welchen Namen Darmstädter Bank die Prinzessin entgegen anderen Meldungen, auch auf der I Bochumer Guß . Insel Wight behalten hat, ist vollständig unbegründet. Ein > Harpener Bergbau Wiedersehn der Prinzessin mit ihren Kindern steht vorläufig nicht in Aussicht, dies hängt vielmehr von Vereinbarungen ab, welche zwischen dem Kronprinzen und feiner ehemaligen Zweikampf hevausgefordert, einer schweren Pflicht- » ^Z^hamt mit Predigt. Verletzung gegen die Disziplin schuldig gemacht Nachmittags um 5/8 Uhr: Ehnstenlehre; darauf Andacht. haben. Der Disziplinargerichtshos, der über diesen Antrag - zu entfcheibeu Halle, war zusammengesetzt aus dem Vorsitzenden Landgerichtspräsidenten Dr. Nlllller, Oberjustizrat I Geboren: Dem Herrn Oberlehrer Loos in Lauterbach ein Göhler und dem Geh. Regierungsrat Kretzschmar aus dem Sohn. Kultusministerium. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Ro- = mundt, während als Verteidiger für den Oberförster Müller Wetterbericht vom 26. November. Rechtsanwalt Dr. Graf, für den Forstassessvr Zürner Rechts- Verlauf der Witterung von Dienstag bis antoalt Dr. Knoll fungierten. Die beiden Beschuldigten Donnerstag. machten geltend, daß sie unter den obwaltenden Umständen Unvermutet rasch haben sich die Teiltiefs des abziehenden nicht anders hätten handeln können. Insbesondere Forst- nordöstlichen Tiefs zu kräftigen, selbständigen Luftwirbeln aus- affeffor Zürner sei als Reserveoffizier und früherer Korps- gebildet und lagern heute früh über der Nord- und Ostsee. Die- student verpflichtet gewesen, die Forderung zum Duell als selben rufen lebhafte Nordwest- und Westwinde hervor, welche L . .. "I / „.D I • u. o I hpm fnitpn Nnrbsslt entstammen, und daber Abkubluna und reich* TT’r». r r-;V'. 1 •* --Ä^r.-r- I E M I U i W M L G :®t 'W1.: W 4^ M M W U W H N W M ■ w U w H i . M "•‘i/dy*1 ",-f^ 1 yj&. ’-Ä t Gießen, den 26. November 1903. sagen reiche Die tieftraueruden Hinterbliebenen. 8827 Hmil Sshmaü !¥= wir Allen, insbesondere dem katholischen Kirchenvorstand, sowie Herrn Pfarrer Euler für die troff* Grabrede unseren herzlichsten DanE. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem tiefschmerzlichen Verluste unseres unvergeßlichen Gatten, Vaters, Sohnes, Bruders, Schwiegersohnes, Schwagers und Onkels 70. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bittet im Giessen, Rheydt, New-York, London, den 27. November 1903. Todes-Anzeige« Gestern morgen 10 Uhr verschied nach kurzem, schwerem Leiden unser lieber Vater, Bruder, Grossvater und Schwiegervater Herr Ludwig Karl Müller, Schreinermeister Die Beerdigung findet Samstag den 28 November, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhof ans statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: JEiuil Äesisaricii Müller. 8825 Verstorbenen am besten zu ehren. Er ruhe in Frieden 8834 Nachruf! Plötzlich und unerwartet hat der Tod unseren verehrten Chef, Herrn 0= Klingspor senior den Seinen entrissen. Noch vor wenigen Tagen mit uns arbeitend und wie gewohnt in strenger Pflichterfüllung seinen Geschäften nachgehend, durften wir uns seiner Gegenwart freuen. In treuer Hingabe an seinen Beruf war der Verewigte ein leuchtendes Vorbild unbeugsamen, rechtlichen Denkens, zähester Energie und unermüdlicher Schaffenslust. Alle, die wir unter seiner Leitung an dem Werke, das er begründet und zu so hohem Ansehen gebracht hat, mit arbeiten konnten, erfreuten uns seiner stets gleich bleibenden Fürsorge. „ . Einig in dem Streben, auch ferner mit ganzer Kraft an dem Gedeihen des Geschäftes mitzuwirken, glauben wir so das Andenken des Von heute an gebe ich [05881 prima KaWisch ä Pfund 6-4 Pfg. Chr. Heßler, Marktplatz 19. BchmM-Wl empfiehlt 06I6 J. 181. Schulhof Marktstraße 4. Telephon 119. Grotze Auswahl in allen er- bÄe“ tassclmhen von 70 Pfg. an empfiehlt [7214 Franz Neumeier, Sonnenstr. 20—22 Marktplatz 5 0589G eine Der Vorstand: D. Schlosser. 8832 KlMlststen aÜK Art, Einsätze drei- und viereckig, $c= decken, TafcheutücherfürBraute, Kragen in Seide, ShawLs sowie das Neueste in Kleidcr- besatz empfiehlt zu billig. Preisen Fra« Sehmiti, 8307] Teufelslustgärtcheu 26. Samstag, -eu 28. November 1963, abends 8 Uhr: Probe ii »et Johanneskirchc Es wird erwartet, daß alle Mitglieder dazu erscheinen. KesHäfts-Gröffnung. Einem verehrten Publikum von Gießen und Umgegend die ergebene Mitteilung, daß ich seit 1. November in meinem Hause Mnjeccc heutigen Ausgabe liegt em Prospekt über die „Dritte Große Freiburger Geld- Lotterie", Mütter & Co. in Dornstadt, Rheinstr. 14. bei. seltene Drietnrarken» g a 11 | ». Wna, Haiti, Kongo, Korea. S Kreta, Pers., 6l«m, Lndan ?c.- I I 11 I «üeversch -«ar. e»t-*er2 IttX Öl Xe# ßiatE.lUyn.fclavmburge/S lebendfrisck) in Eispackung, treffen heute ein bei Georg Wallenfels Marktplatz 21. Telephon 46. Schwcinc-Mctzgcrcr eröffnet habe. Ich werde bestrebt sein, meine Kunden stets durch gute Ware und prompte Bedienung zufrieden zu stellen. Hochachtungsvoll Karl Auß, Uchnmffk. stets irisch geschossen, zu haben bei Frau Ebel, Riltergasse 11. arm Kartoffeln. Prima Speise- und Salat» tttYto^eln, niagnum bonuui, Bruffce, Weltwunder, gelbe und rote Mäuschen u. s. w. empfiehlt zu billigstem Tagespreis jedes Quantum frei Keller [8820 1 Sandel, Schtotzgaff. 6. Die Beamten und Arbeiter der Firma 6. Klingspor, Giessen. Gießen (Rodheimerstraße 2), den 26. November 1903. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Geschwister Eofmann. Die Beerdigung findet Samstag den 28. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 8830 Todes-Anzeige. Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere gute, innigstgeliebte, treue, sürsorgende Mutter, Schwester und Schwägerin, fron Marie Hofmann Wwe. geb. Niebsch heute morgen um 8l/2 Uhr nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden zu sich abzurusen. Die so beliebten echten Nürnberger Lebkuchen aus der ältesten Lebküchnerei von Georg Goetz-Nürnberg empfehlen zu den billigst. Preisen Gebrüder Adami __Mäusüurg 14. 8829 AW Att, p. st. 7 Pst. Landtier „ „8 „i empfiehltW.Nllrich,Schloßqasse7 Reh im Anschnitt empfiehlt billig 05881 Fran Ebel, Rittergasse 11. Dampsmollerei Gietzen Schanzenstraße 4 empfiehlt irische Land-Eier 8 Pig. das Stück.________05834 Stahlpanzer- Keldschrknke, feuer- und sturzsicher, thermit- und diebessicher. J. C. reiKol.l, Geldschrankfabrik, Magdeburg. Preise äußerst billig. 855 Illustrierte Kataloge kostenfrei. Vertreter: Joh. Fr. Schaaf, Gießen. 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Lange, (Hessen. r Energie 1 konnten, enken des 4 ■ Heute starb unerwartet nach kurzer Krankheit mein innig geliebter Gatte, unser teurer, herzensguter Vater und Grossvater ■i F-r.-S ‘7 ■ ■ ’ V 1 fe’ ' •ama HM abead. , Pompeji, Florenz, it der blauen Grotte, id em ent Erm&ssl^naz, .teil J,Closm* , meiKJtoben M ig r run^ Wwist!- ;V. *-8 T; llC5tircijC .»St L SS-;#' •Sl (i"V »•< “’1‘ W7 .iT, 6. VV'.U / A:"?- <" u ___ en und Umgegend dir mber in meinem r M s __K sir-::. I'1?' io-"' awtX Oe< n’ctÖßeffl1^en 1 d" ® ‘ ierno* iiä,y< s-l< ,rr|AWt Illsaoirn TS am < -SÄ «*iben£l neben denn »ilchena«^' ^eÄ i dudele ^deuti ersten Deratu Deit Jahren em äuheres betn Ansamn eine gemein destirche sic im dentschei wie biqe . des beutjC-1 Wättem U die kathotl! jammengeiä hat im le zuvor ist i' wesen. Tn ist auch da lijdje Wett manchmal an jeder Tausende i sammenschl ein hojsnw der Landes ungeu hat j der Teutsch wir anjtreb Art eines n wenn wir es Landes (oll 1 Eigenart unt leben. 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