Dienstag »7. Oktober 1903 153. Jahrgang Erstes Blatt ö E3 Ldresje für Depeschenr «n-etger Gtetzeu. gtrn1pred)an1djlu6 Nr. 5L xnn durcb die Ausführung eines ^Äo- ) st e i n—R ixfelo. Nr. Ä5?S Erscheine täglich außer Sonntags. Dem Gteßener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siegener Familien- blätter mermal in der Woche deigelegt. NouuionSdruck tu Verlag bet Brühl'schen Unwers^Buch* tu Stein- bnidetei (Pietsch ttrbat) ve»«g»pre»Si monatltch7bPs., otertet» jährlich DU. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Alk. 2.— viertel- jäbrL auSichl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür ote TageSnummer jt« vormUtagS 10 Uhr. ZetlenpretSr lokal 12 Pf^ auSrodrtfl 20 Pfg. PUtaRiwortlich für den polU. and altgem. Teil! P. ÖHtto: für .Stadt und &mb* und .GertchtSsaal*; August Götz; für den Anzeigenteil: <>ane Beck. Gietzener Anzeiger ** General-Anzeiger v w Amts- und Anzeigeblati sw den Ureis Gietzen praktische Jahr. Ar. 10 I der Landwirtschaft aut", ein Wort, das zur Zeit des letzten ' chwunges zu schänden geworden ist. ......T_____ „ Menschliche Arbeitskräfte" stellt der Verfasser zahlenmäßig fest, daß der Lohn in dem Zeitraum von 1840 bis heute beim Gesinde um das 7i/2fache, beim Taglohn um das fiinsfache gestiegen ist. — Die Gesamt- wirtschaftsausgaben betrugen von 1806 bis 1810 pro Jahr 28 717 Mk., 1895 bis 1902 pro Jahr 181312 Mk. — lieber die Beschaffung moderner Jnventarstücke, besonders Maschinen, schreibt der Verfasser: „Im Jahre 1824 war eilt Säetuch vorhanden im Werte von 2.39 Mk., im Jahre 1862 wurde mit einem Aufwande von 245 Mk. eine Säemaschine angeschasst und zwar eine Breitsäemaschine. Erst im Jahre 1883 gelang es denl jetzigen Pächter, Herrn Oekonomierat Hoffmann, seinen Vater nach langen Kämpfen zur Anschaffung einer Drillmaschine zu bewegen, der später noch l Msnatr-Beilage i MM W Siebener Anzeiger Die FuymMg oer prtTfcinerten Mynnnre, negr reine Veranlassung vor, näher an diese J^age heranzutreten! Daß man aber den Bestrebungen des Vogelsbergs, an die großen Verkehrsadern dura) eine Nebenbahn ange,lylosseu zu werden, wohlwolleuO von allen Seiten her gegenübersteht, ist nicht zu leugnen. Besichtigten doch cr)r ganz jüngst Se. Exeeltenz der Finanzminister Är. Gnauth mit einem Oberbaurat das ganze Gelände, um persönlichen Einblick von der ganzen Sachlage zu gewinnen. Auch diese Herren dürften zu der Ansicht neigen, daß eine Erschließung des oberen Vogelsberges einzig und allein durch eine direkte Verbi n d u n g mit der P r o v i n z i a l h a u p t st a d r Gießen gewonnen werden muß, und daß dies in bester 8 praktischen Arztes zu dem Artikel io ie Akademieea der Medizin". -tr. das im Anschluß an das Staatspraktische Jahr des jungen Arztes n ärztlichen Kreisen wohl niemand Losung mittelst Gründung von Aka- ‘t größeren Städten gedacht. Seit ge- irren dunkle Andeutungen über solche gierung in der Luft herum und y.e Welt. Denn das möchte ich voraus- all der Aerzte findet diese nig, wie die bisherigen. In itung hat man es nur bisher unteren Ansichten des ärztlichen Publikums Wozu auch sollte das dienen? Unsere Berlin scheinen ja Wohlgefallen daran d immer das zu beschließen, das ein* ünschen der Aerzte Diametral ist, die berechtigten Wünsche und For- 0 Deutschen aber vollkommen in den direkt ohne Wohlwollen zu be- an die Zulassung der Frauen zum .tudium (warum nicht auch zum h ilo lo gis che n, juristischen?) ; von Jüngern Aeskulaps mit Real- .u erinnern, während fast gleichzeitig -Veterinärmedizin er Gymna- .fordert wird. Bekannt ist auch, wie fall- und Kran kenversicher- g mit den ärztlichen Foroer- : d e r g e s e tz t hat. In ersterer sind wähnt, obwohl ohne sie eine praktische nzen Gesetzes unmöglich wäre, in der verabschiedeten Novelle zu letzterem annter schreiender Mißstände der Honorierung der ürzt- n nur die Pflichten der Aerzte . e n und Forderungen aber nicht lwollende Erwägung zugesagt. ;en waren nötig, um meine Behaupt- an Wohlwollen der Reichsregier- lerzten zu beweisen. Ich komme nun na und möchte die Kehrseite der Medizin", wie sie sich! dem Aerzte-- t. Krankenhäuser, deren Leiter einen Neben diesen steht die große Zahl Krankenhäuser, Hospitäler re., deren eil wohl ebenso bedeutende Koryphäen Leiter der Universitätskliniken. Sie keinen Lehrauftrag. Und diesen . einem gewissen Grage erhalten. • iterscheidungsmertmal existiert nicht, n, wie ich dem Aufsatz in Nr. 249 hme, die selbständige Behand- n durch die Praktikanten ermöglichen. . i k e n nicht möglich wäre! Dem Ver- r gern gestattet worden, die akadem. iar ausdrücklich, daß dies erwünscht nur einer dahingehenden Bitte, eines bei jedem jungen Arzt voraussetzen '.rung erfüllt zu sehen. ßen Hochschulen nicht möglich ist, wo : die Ferner sitzend en mit Krim- rlauf einer Operation ver- -a wird eben ein für seine Ausbildung nicht bleiben. Er dient seinem mehr, wenn er eine kleinere nige klinische Semester auf- te, unterscheidet nichts, rein gar nichts er geplanten Form (siehe Artikel in liversitätskliniten. Auch die Zahl der ürchte ich, so groß werden, wie an auch. Es wird sich also nur um eine klinischen, der Krankenhaus- cln, in welcher der an großen Hoch- (durch die Ueberfüllung) mangelhaft er Mediziner, welcher während seiner ebummelt" hat, die Lücken seiner Aus- i können. Für die Zwecke der Praxis, praktischer Ae r z t e, wird das tadcmien nayezu zwecklos sein. näheren Erläuterung dieser Behaupt- auf einige Punkte näher einzugehen, o es für Den ärztlichen Praktiker unter in ärmlichen Verhältnissen, uTtieL «viuut'ucn, ohne jede Assistenz eine geburtshilfliche oder chirngrijche Operation vorzunehmen. Er muß die Instrumente keimfrei machen, desgl. das Operationsfeld, und muß dafür sorgen, daß diese fernerhin nur mit aseptischem Material in Berührung kommen. Die Vornahme der Operation ist meist weniger schwierig, als die Erfüllung die)er Forderungen, von der dar, Leben und die Gesundheit des Patienten, der fieberfreie Verlauf des Wochenbettes u. a. ab hängt. Lernt der junge Arzt das praktisch, in der Klinik? Wird er das in Akademien lernen? Es ist einfach unmöglich, in solchen mit allen modernen Hilfsmitteln ausgestarteten Anstalten die Verhältnisse einer dunklen, engen, schmutzigen Häuslichkeit zu markieren. derLöhne zur Folge hatte, int Gegensatz zu der etwa seit 1885 bis heute bestehenden Agrarkrise, die Arbeitern mangel und steigende Löhne mit sich brachte. 1870 wurde die Bahn Gießen-Hungen eröffnet und damit für Hofgüll die Station Lich, von der das Gut nur 5 Km. entfernt liegt. Jetzt steigern sich die vom Gute und zum Gute beförderten Güter wie der Verfasser sagt, sprungartig. Aber die Schilderung der Verhältnisse von 1870 bis 1885 ist nicht geschehen. Der Verfasser sagt auf Seite 43: Unter der Rückwirkung des industriellen und allgemein-wirtschaftlichen Aufschwunges der 70er Jahre folgte eine Übergangsperiode, deren Resultat die Klarheit des Bildes ungünstig beeinflussen würde. In die Zeit von 1870 bis 1885 fallen die guten Getreide- und Fleischpreise. In dieser Zeit entstand das Wort: „Wenn es der Industrie gut geht, gebt es auch der Landwirtschaft aut", ein Wort, das zur Zeit des letzten wirtschaftlichen Aufsck Im Kapitel: „M dem alten Wege. ' . .. Nun will em neuerdings auf den Plan tretendes Projekt diesen Umweg vermeiden, die Vertreter decheloen sagen: Was wollen nur die oberen Vogelsberger mit ihrem Verkehr nach Gie ß e n und Fr a n k f ur t ? Gi eßen sei doch Nebensache! Die Hauptsache sei, daß eine befere Verbindung zwischen den einzelnen Kreisstädten des Vogelsberges, hier in erster Linie zwischen Schotten und Alsfeld, geschaffen werde. Diese Ar.hn ginge dann quer ourcp den Vogelsberg und würde den selben durch Anglieoerung an seine KreiSpädte völlig erschließen. DckdLi wird vergessen, daü damit. Oie Regierung vor eine noch viel schwierigere Aufgabe gestellt würde, wie im eine zweite folgte." Mit diesen Ausführungen soll offenbar dargetan toert den, wie schwer alte Herren sich zu Neuerungen entschließen und besonders dann, wenn sie bei der gewohnten ängstlich* sparsamen Wirtschaft, begünstigt durch die Zeitverhältnisse, große wirtschaftliche Erfolge aufzuweisen haben. Das war hier der Fall. Mitte der 70er Jahre gestattete mir der, alte Herr einen Einblick in die Wirtschaftsbücher. Die alljährlich voraenommenen Abschlüsse zeigten verblüffend hohe Wirtschaftsüberschüsse. Konnte von 1885 ab der jetzige Bewirtschafter von Hofgüll die neuen Errungenschaften auf dem Gebiete des Ackerbaues, der Viehzucht, des Meliorationswesens, der Technik such nutzbar machen, so verdanktej er das mit den in einer Zeit angesammelten Kapitalien, in der man noch mißtrauisch Neuerungen gegenüber stand, einer Zeit, über die überlegen zu lächeln wir heute so leicht bereit ^ Seiber bleibt uns der Verfasser die Antwort aus die Frage schuldig, wie rentiert unsere heutige Mrischastsweise mit den großen Importen und Exporten, wie die bis an die Grenze getriebene Produktion im Gegensatz zu der be^ scheideneren Produktion bis zum Beginn des Jahres 1885! etrna, Denn überall, auch in. den bäuerlichen Mrtsckaktem. Kosgüll in der Wetterau. HundertJahreder Entwickelung eines i nten- siven Betriebes von Dr. Richard Aninger. Orig.-Artikel des Hess. Landw. Unter diesem Titel erschien in diesem Jahre in der Verlagsbuchhandlung von Paul Parey in Berlin SW. ein Buch, welches eine weite Verbreitung in landwirtschaftlichen Kreisen verdient. Wer das Buch studiert, das in anziehender Form die Entwickelung eines landwirtschaftlichen Betriebes im einzelnen schildert, studiert damit die Entwickelungs- aeschichte der Landwirtschaft Mitteldeutschlands in den letzten 100 Jahren. Wie der Verfasser in seinem Vorwort richtig sagt, wird auch für den Theoretiker die Arbeit von großem Interesse sein. Sie liefert eine große Reihe statistischer Daten, Zahlen und Auskünfte über Verhältnisse, die sich wohl von Mund zu Mund im Kreise der Praktiker erhalten haben, die man vergeblich in Lehrbüchern zusammengetragen findet, soweit sie wenigstens mitteldeutsche Verhältnisse betreffen. Wenn man auf Einzelheiten eingeht, so findet der unparteiische Beurteiler manches, was zur Kritik herausfordert. So sieht der Verfasser die Steigerung der Erträge und damit des Exportes fast nur allein herbeigesührt durch die Möglichf- keit, die erzeugten Produkte auf der im Jahre 1850 eröffneten Main-Weser-Bahn (Butzbach) zu befördern. Zweifellos hat die Eröffnung dieser Bahn zur vermehrten Produktion angeregt. Auf Seite 47 werden auch noch als Ursache zugegeben die Fortschritte in der Technik des landwirtschaftlichen Betriebes. Wesentlicher hat m. E. der steigende Wohlstand, die Entwickelung der Industrie (Freizügigkeit) und die Zunahme der Bevölkerung Deutschlands nach den verheerenden Kriegen bis 1815 beigetragen. Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten stieg, eine nennenswerte Einsuhr fehlte, ja unser Export nach England machte nicht selten unsere Vorräte knapp. — In dieser Zeit beginnt bereits die vermehrte Nachfrage nach Weizen, die das Zurückdrängen des Roggenbaues zur Folge hatte. Diese Entwickelung hat sortgedauert; heute ist die Hauptbrotfrucht nicht mehr der Roggen, sondern der Weizen. Das hat lediglich seinen Grund in den durch den wachsenden Wohl- tand hervoraerufeuen Ansprüchen der Konsumenten. 1806 i iis 1825 wurden von unserem Gute 221.76 D.-Z. Weizen verkauft, 1825 bis 1845 497.50 D.-Z. — Obgleich in dieser Zeit ür Hofgüll noch keine Bahnstation existierte, stieg doch chon der Anbau und damit der Export von Weiten um mehr als das Doppelte. Die Ablieferung allen Getreides erfolgte auf dem Hofe. Frachtkosten entstanden somit überhaupt bis dahin nicht. Die Mühlen, Handel treibende Frachtfuhrleute rc. waren die Wnehmer. . Nur die Verfrachtung des Branntweins erfolgte durch eigene Gespanne. Außerdem fiel in den Zeitraum von 1820 ab die. große Agrarkrise, die ein Sinken des Packtvreises und ein Sinken der Ernennung seine.) Staatssekretärs Zeit gelassen. Keiner bet namhaften Kardinale, die auch als Papadili eina Rolle spielten, hat mit Pius arbeiten wollen. Agliardi, Gotll, Banutelli, Ferrara, Serampa, sie alle haben abgelchnt — endlich hat Pius ftu dem homo novissimus, dem Nicht- italiener und Mchtlardinal Merry del Val gegriffen, der, erst 38 Jahre alt, so viel für den schwierigen Posten in die Wagschale werfen kann, daß er Routine im Verkehr mit Höfen hat und gut englisch, spanisch, deutsch, französisch und italienisch sprichst. Er ist selbst S-ohn eines vrelge- wanderten Diplomaten. Er wurde als Sohn des spanischen Gesandten in London und seiner englischen Gattin geboren: später Tarn sein Vater als spanischer Gesandter nach Wien, weiterhin nach dem Vatikan und hier fand der junge Priester Beziehungen zu Ra."polla, der von seiner diplomatischen Stellung in Madrid her mit der spanischen Familie des Boffchasters befteundet war. Rampolla bahnte ihm die Karriere. Aber sie ging Merry del Val nicht schnell genug. Er überwarf sich! deshalb einmal mit seinem Protektor, der in ihm einen Rivalen Er wird als ein äußerlich liebenswürd übrigen als still fanatischer Charakter c dinäle sind natürlich sehr ungehalten, i sder ihrigen gewählt hat. Merry del vember Kardinal werden. Die deut gerichtsrat Dorus ei ff-Gießen und Dr. Vogt-Butzbach, gesprochen hatten, wiro der modifizierte Antrag Wahl- Dr. Lucius, „die Synode wolle das Oberkonsistorium ersuchen, wegen Abänderung des § 13II bald eine Vorlage zu machen und hierbei die Möglichkeit einer Wiederverleihung der Wahlberechtigung in Erwägung ziehen; die mit Zuchthaus Bestraften sollen jedoch auf alle Fälle cms- geschloffen sein" — einstimmig angenommen. Es folgt die Rechenschaftsablage resp. der Nachweis des Vermögens stand es der unter der Verwaltung des Oberkonsistoriums stehenden Fonds in der Finanzperrode 1895/1900. Berichterstatter Abg. A u l b e r-Eppelsheim führt aus, daß die Einnahme in den fünf Jahren um 243 000 Mk. und das Vermögen um 144 000 Mk. gestiegen seien, wre der außerordentliche Beitrag zu den Gehaltszulagen der Geistlichen und die Zahlung der ersten Tilgungsrate auf das Staatsdarlehen. Das Gesamtvermögen der 18 unter Verwaltung des Oberkonsistoriums stehenden Fonds betrug 4 996 298 Mk. Besonders günstig haben sich die Ver- in Empfang nehmen soll. Hierzulande wird dieses Unternehmen mit Freuden begrüßt. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten Der Leiter des Kgl. Landgestüts in Dillenburg, Landstallmeister v. Nathusius, ist gestorben. — Frau Postsekretär Plath in Homburg, welche ihr Hündchen vor dem Ueberfahren retten wollte, wurde von dem Wagen der elektrischen Bahn gefaßt und geschleift. Sie erlitt ziemlich schwere Verletzungin. — In Frankfurt a. M. ist der Bauunternehmer Weiß aus Fessy bei Metz, bekannt als Erbauer der Befestigungen Helgolands, auf der Durchreise einem Schlaganfall erlegen. Kunst und Wissenschaft. — Das erste Konzert des Heidelberger Musik- festes in der neuen Stadtbolle, auf dem die neuen Konzert- Reformen zum erstenmal praktisch ausprobiert wurden, fand in ■n p,k'’Y2tW«.' IiAhttfhpn WrtrrroS rrm SönnMn dagegen schwelgt in Lobeshymnen übe Merry del Val kein Italiener, sonde' länder, Halbspanier ober Ha Nichts könnte je trefflicher die Interna, lischen Kirche symbolisieren, als diese n. menheit. Wie es scheint, hat er als iw sekretär mit Pius X. bereits mitgewi. politischen Entscheidung^ die sein Herr nämlich im ,/Osservatore Romano" zu » im Vatikan nicht empfangen werden ? das mit der Tradition des heiligen einbar sei. In Berlin war er Vertret, Begräbnis Kaiser Wilhelms L, König Namen des Papstes zur Thronbesteia und die Rechte der katholischen Kn schützen, wozu er nach drüben entsandt gelungen. Er wird also wohl nicht ei. Nolle spielen und ein so einflußreic wie sein Lehrmeister Rampolla. Abe .Versöhnlichkeit kann er manches zum beitragen. Scheint dieser Friede auch, soweit Balkan ihn stören, vorläufig gesichert, in Ostasien. Aber wenn die Krie Rußlands und Japans neuerdinc wollen und beide Mächte eifrig weid hier die Arbeit der Diplomatie doch ; liehen Ausgang der Spannung zu Verb Nachhaltiger dürften die Folgen et viel harmloser erscheinenden Störung ziehungen sich gestalten, die zwischen amerika und England eingetred Schiedsspruch in der Alaskafrage die Hälfte seiner pacifischen Küste far feldern an die Vereinigten Staaten, t von Rußland igekaust haben. Die Ka> ihrem Optimismus darauf, das Schie Küste vor den vorgelagerten Insel? Schiedsgericht hat ihnen unrecht geg auf ihre wirtschaftlichen Interessen w wendigen Zuganges zum Ozean keine sondern nur nach dem Wortlaut der Künftig ist der wichtige Lyanfjord, der durch die Felsenküfte ins kanadische In Kanadiern ab geschnitten. Es behält landkanal. Diese Entscheidung, der t tretet des Schiedsgerichts ihre ,Unt haben, gibt den Beziehungen Kanada, Stoß. England tut in seinem Interest weiter auf dem Wege, vor den Pankecs der imperialistischen Idee zu dienen. Preis die amerikanische Freundschaft in ffchen Imperialismus pflegen. Aber w: diern dieser Imperialismus ein, wenn • den schlägt? So ist man denn jetzt untc ^Eindruck dieses Schiedsgerichts in Ka ernstlich seine Beziehungen zum Mutte "Ein Reichsüberdruß greift um sich u natürliche Idee, sich der freien Na schließen, mit der man ja ursprünglich taucht bereits im kanadischen Parl-amem -leit aus. Sechste ordentliche evangelische (Originalbericht des „Gie V. R. B. Dar Nachdem die heutige Sitzung um 9 das Gebet gesprochen, auch ein neuer An über die evang. Kirchenlehre zur Ver setzte die Versammlung die Beratum Wahl-Langen, den Zusatz zu § 13 Verfassung betreffend, fort. Als M Abg. Dr. Lucius-Mainz aus, es sei Widersprüche enthalten, auch gesetzliche fraglichen Bestimmung. Er macht ve ungsvorschläge. Oberkonsistorialpräsii weist auf frühere Erklärungen des Ol Die „Rehabilitierung" soll die Wäh meindevertretung wiedergeben und die Kirchenvorstand, und dies habe seine B einem „Gefallenen", der bereut und sick sätzen des Evangeliums gemäß verzei- als Mitbruder anerkennen, aber man — Söfft die Produktion ganz erheblich gestiegen. In Großbetrieben mußte mit allen Mitteln die Produktion den höheren Wirtschastsausgaben, den sinkenden Getreidepreisen gegenüber gesteigert werden, einerlei, ob sich die Verkehrsverhältnisse für diese Güter gebessert halten oder nicht. Die ungelöste Frage: wie hat sich in unserem Falle die Rentabilität gestaltet infolge des großen Aufschwunges der Prodnttion seit 1885, störte einigermaßen den Genuß, den wir beim Studium des interessanten Buches hatten. S ch l e n k e. Aeöerwinierungs fragen. O r i g.- A r t i k e l des Hess. L a n d w. Der Winter rückt näher und mit ihm die Frage, wie überwintere ich meine Kartoffeln, mein Obst und mein Gemüse. Die Ueberwinterung des Obstes hängt mehr als alle anderen Erzeugnisse von der Art des Erntens ab. Tie Fäulnis, über die vielfach gellagt wird, ist diesmal vor allem eine der bösen Folgen des verderblichen Sturmes. Die abgeschüttelten Früchte haben Fall- und Druckstellen erhalten; botanisch-physiologisch betrachtet: durch das Ausschlagen der Früchte sind verhältnismäßig große Partien ihrer Zollgewebe beschädigt, zerquetscht, zerrissen, getötet worden. Diese toten Stücke innerhalb oe£ übrigen lebendigen Organismus bieten zahlreichen Pilzen, die mit dem bloßen Auge nicht wahrnehmbar sind, ein günstiges Nährfeld. Die Pilze zersetzen die toten Zellen, die Fäulnis beginnt. Aber auch zerbrochene Früchte faulen Heuer. Das erklärt sich zum Teil daraus, daß die Früchte, die am Baume hängen blieben, von den Aesten gepeitscht und verletzt oder gedrückt, aequetscht wurden. Die Wunden konnten nicht heilen, und kie Fäulnispilze beginnen ihr Zerstörungswerk. Im allgemeinen tmrd ja in diesem Jahre mehr Sorgfalt aus die Ueberwinterung des Obstes verwandt, aus dem einfachen Grunde, weil es dies Jahr teurer ist, als in Herbstreimen Jahren, wo Obst fast) als wertlose Ware behandelt wird. Einö sei jedoch noch erwähnt: das Obst, das möglichst so gelagert werden muß, daß keine Frucht die anvere berührt, muß mindestens einen über den anderen Tag nachaesehen werden, damit die faulen und schimmligen Früchte entfernt und angegriffene Unterlagen erneuert werden. Der volle Sturmschaden wird sich erst berechnen lassen, wenn die kargen Obstvorräte nach Weihnachten schon auf ein Minimum zurückgegangen sind. Die richtige Behandlung der Kartoffel im Winter ergiebt sich aus einigen pflanzenphysiologischen Betracht- ungern Bei vier Grad Kälte bilden sich in den Zellen der Kartoffel Eiskristalle, bei fünf Grad Wärme keimt der Knollen und bei zwei bis fünf und mehr Grad Warme verdunstet die Kartoffel einen beträchtlichen Teil ihres Gewichts, der natürlich zunimmt, wenn die Frucht wärmer gelagert wird. Der Verlust an Gewicht entsteht einmal aus der Absonderung von Wasser aus den Zellen, dann — bei der Keimung — aus dem Verbrauch von Stärkemehl. Diese Erscheinungen bestimmen die Antwort auf die Frage, wie müssen die Kartoffeln überwintert werden? Werden die Kartoffeln aufeinander geschichtet, so entwickelt sich Wärme; diese bedingt eine stärkere Ausstrahlung und ein intensiveres Verdunsten von Wasser. In Kellerräumen schlägt sich der Wasserdampf meist nieder und umgiebt die Kartoffeln mit einer feuchten Hülle. Die Feuchtigkeit verursacht Fäulnis. Taruin kommt es vor allem darauf an, die Kartoffeln o trocken als möglich zu überwintern. Die zweite Beringung für ein vorteilhaftes Konservieren der Kartoffel st Kühle. Wärme begünstigt die Keimung, die den ür den Wert der Kartoffel verhängnisvollen Verlust an Stärkemehl verursacht. Also muß die Möglichkeit des Keimens ausgeschlossen werden, da jeder Stoff- und Stärkemehlverlust einmal die Kartoffel leichter, dann ihrem Nährwert «ach bedeutend minderwertiger macht. Geht die Temperatur zu tief unter Null, so erfriert die Kartoffel (siehe oben!). Folglich muß die rechte Temperatur zum Ueberwintern etwa bei zwei, drei Grad über Null liegen. Kellerräume empfehlen sich nicht als Lagerstätten, schon aus dem obenerwähnten Grunde. Dann aber auch, weil man eine gleichmäßige richtige Temperatur meist nicht zu erhalten vermag. Aehnlich ist es mit den noch viel beliebten Gruben. Sie sind wegen der AuMünsflmg der Kartoffeln und der Möglichkeit des Wasserzutritts von außen her gefährlich. Am zweckmäßigsten sind die oberirdisch angelegten Mieten, die sowohl in Bezug aus Trockenheit als auch Temperatur die beste Gewähr für gute Konservierung bieten. Die Ausdünstung der Kartoffeln in Mieten geschieht frei, der Wasser dampf wird von der atmosphärischen Luft aufgenommen und schlägt sick nicht nieder, bildet also keine Nässe um die Kartoffeln. Die Temperatur ist nicht zu kalt und nicht zu warm. Für den Winter bedeckt man die Kartoffeln mit einer 60 bis 80 Zentimeter hohen Erdschicht, die man in sehr kalten Monaten mit Stroh überdacht. Im Frühjahr hebt man einen Teil der Erdschicht wieder ab. So aufbewahrte Kartoffeln zeigen dann einen verhältnismäßig geringen Stoffverlust. Untersuchungen haben ergeben, daß trocken und kühl auf- bewahrte Kartoffeln einen Verlust von etwa zehn bis zwölf Prozent erleiden, während bei warm gelagerten Kartoffeln der Stoffverlust bis zu 50 Prozent beträgt. Fast gar keinen Einfluß auf die Ueberwinterung der Kartoffeln hat das Licht, über dessen Einwirkung man Jahrzehnte lang gestritten hat. Weit schlechtere Erfahrungen als bei den Kartoffeln haben viele mit der Konservierung des Gemüses gemacht. Der große Fehler, der regelmäßig die Mißerfolge der Ueberwinterung verschuldet, besteht darin, daß die Gemüse zu früh eingewintert, eingekeltert werden. Im Herbste wird das beste Gemüse gegessen; was übrig bleibt, ist dann gut genug, um den Winter überdauern zu sollen. Das ist falsch. Die armen Krüppel an Kraft uno Gestalt haben viel zu wenig Lebensenergie, um zu überwintern. Nur die besten Gemüse dürfen eingekeltert werden. Und das geschieht auf einfache Weise. Das Gemüse wird möglichst spät geerntet. Ein paar Herbstsröste schaden nicht, da die Gemusezellen erst bei drei, vier und mehr Graden unter Null gefrieren. Sind die Gemüse aber in den Keller gebracht, Jo müssen sie vor Kältegraoen geschützt werden, Da ihnen dann Frost verderblich wird. Am geeignetsten sind trockene Keller — Keller, die wir für trocken halten, haben immer noch Feuchtigkeit genug für eine Ueberwinterung — die frostfrei sind. Rotkraut, Weißkraut, Wirsing, wie überhaupt alle Kohl arten entblättert man auf wenige Schutzblätter und lagert sie einfach getrennt im Keller. Sie halten sich, ohne daß man weitere Urn- tände hat, recht gut bis Weihnachten. Besser ist es aller- )iugs, wenn mau Strohseile von einer Wand zur andern pannt, die wagerecht parallel laufen und etwa eine halbe Handbreite von einander entfernt sind, und dazwischen die Kohlköpfe hängt, so natürlich, daß keiner den andern berührt. O>oer man baut sich ein Stang en-oder Lat- t e n g e r ü st von beliebiger Länge, an das man die Kohlköpfe einzeln ober paarweise über kreuz hängt. Natürlich darf das «Gemüse dann den Boden nicht herühren. Diese Vorsichtsmaßregeln sind notwendig, damit sich bei einem Kopfe eintretende Fäulnis nicht auf andere Köpfe übertragen kann. Die Wurzelgewächse, Rüben, Sellerie, Petersilie behandelt man ungefähr wie Kartoffeln. Man schichtet sie auf Haufen und überdeckt sie mit Erde, wenn nötig, noch mit Stroh, So überwintert, halten die Gemüse- arten bis zum Vorfrühling. E. O. 3>te Maul- und Klauenseuche. (Orig.-Artikel des „Hess. Landwirt".) i _ '/ Die Verluste, die in Deutschland alljährlich durch die Maul- und Klauenseuche veranlaßt werden, sind Dom Neichögesundheitsaint auf 55 Millionen Mark geschätzt worden. Diese Summe übersteigt den Wertverlust, der durch Verheerungen von Milzbrand, Tollwut, Rotz und Lungenseuchen entsteht, um das zehnfache und läßt es erklärlich erscheinen, daß von staatlicher Seite alle Mittel aufgeboten iverben, um Ausbruch und Verbreitung der gefährlichen Seuche zu verhüten. Daß die vom Staate getroffenen Maßnahmen für die Züchter und Landwirte nichl gerade angench'm find, beweist u. a. die grenzenlose Miß- stimmimg, die bei den Kleinbauern im Hun sr ü ckherrscht, wo in einzelnen Ortschaften die Seuche mit seit JahrW nicht erlebter Hartnäckigkeit austritt. Natürlich hat die Behörde sofort alle Vorsichtsmaß- reaeln in Anwendung bringen lassen und wahre Aufgebote ein solcher Mann nicht in einen kirr ikörper gehört, der naturgemäß seine f lische Integrität viel höher stellen m Stellung „im staatlichen Rechtsleben". Das Volks empfinden sei in Dieser Beziehung sehr feinfühlend, und sich darüber hinwegzusetzen, würde voraussichtlich das Ansehen der kirchlichen Vertretungskörper schädigen. Die Rehabilitierung, soweit sie für den Betreffenden wertvoll sein kann, d. h. Wiederherstellung der Wählbarkeit zur Gemeindevertretung und Kirchenvorstand, sei sonach bedenklich, und soweit sie nicht bedenllich sei, habe sie für den Betreffenden keinen Wert. Das Oberkonsistorium beantrage die Ablehnung des 'Antrags, dagegen würde es sich dem Eventualantrag des Ausschusses ivöhlwollendd gegenüberstellen. Der Antragsteller Wahl-Langen bemerkt, daß er in Rücksicht auf die wohlwollende Haltung des Oberkonsistoriums seinen Antrag im Sinne des Ansjchußantrags modifizieren wolle. Nachdem luxt), mehrere Abgg., darunter Land- Hessen und die übrigen in Darmstadt anwesenden Fürstlichkeiten nach Wiesbaden kommen, um hier einer Vorstellung des „Oberon" beizuwohnen. — Für die Zusammenkunft soll der 4. November jetzt bestimmt in Aussicht genommen sein. Biedenkopf, 25. Okt. Großes Interesse bringen selbst unsere Biedenkopfer Landsleute in Amerika dem für unsere Kreisstadt Biedenkopf geplanten Kreis-Krieger-Denkmal entgegen. So fanden in Baltimore in letzter Zeit wiederholt Versammlungen von früheren „Biedenköpfern" statt, um sich über Mithilfe zur Errichtung eines Denkmals für die Gefallenen im deutsch-französischen Kriege zu besprechen. Es wurde ein Komitee ernannt, das Beiträge für diesen Zweck Geschäfts - Empfehlungen liefert billigst Brühl'sche Universitäts-Druckerei, Am 18. Okt. Heinrich Zimmer, 50 Jahre alt, Juwelier da- hier. — 19. Emma Neuschäfer, geb. Heldmann, 64 Jahre alt, Ehefrau des Privatier Otto Neuschäfer dahier. — 21. Josef Eduard Rüsinq, 38 Jahre alt, Gastwirt dahier. — 22. Ida (tzrünebaum, 28 Jahre alt, ohne Beruf, dahier. — Heinrich Dapper, 23 Jahre alt, Bureauqehilfe dahier. von allen Hautausschlägen und Hautunreinigkeiten befreit sein will, benutze nur Obermever's Herba- Seife. Z. h. i. all. Avoth. Drog. u. Pars.