Nr. Ä52 Erscheint täglich außer Sonntags, Dem Gtetzener Anzeiger werden hn Wechsel mit dem KeMschen Landwirt die Gletzener Familien» blätter mermal in der Woche betßdegL Rotationsdruck u. Verlag bet Brü h l'scheu Unwerf.-Buch- u. Stein- druckerri (Pietsch Erben) Redaktion. GxpedMoa und Druckerei: Schulstratze 7. Ldresse für Depeschenr «nzetger Gietzeu. Krrnsprechamchluß Nr. 5L Dienstag »7. Oktober 1903 Erstes Blatt 153. Jahrgang GieKener Anzeiger u General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt fiir den Ureis Giehen öeÄttgeprct»! monaluch7bPl., otertel* jährllch Mt. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.—vierlel- ;ährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür die Tagesnummer Dt8 vormUtagS 10 Uhr. etlenpreiSi lokal ILPf^ auswärts W Ptg. Verantwortlich tüt den poltt. and eckigem. Teil P. Gittte: tüt „Stobt und Eanb* und „GerichtSsaalE: Auoust Götz i für den Anzeigenteil: h»anS Beck. E KeKmnümachung. Betr.: Herbstübungen von Truppenteilen des XVIH.Armeekorps im Großherzogtum. Das nachstehende an Großh. StantSministerium gerichtete Schreiben bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis. Gießen, den 23. Oktober 1903. . Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Wagner. 18. ArmeekarpS. Generalkommando. Frankfurt a. M., den 10. Okt. 1903. Dem Großh Staatsministerium beehre ich mich ganz ergebenst mitzutellen, daß die mir unterstellten Truppen während der diesjährigen Herbstübungen eine durchaus gute Aufnahme gefunden haben und darf ich das Großh. Staats- Ministerium sehr ergebenst bitten, den beteiligten Staats- und Kommunalbehörden, sowie den Gemeinden meinen verbindlichsten Dank sehr gefälligst zum Ausdruck bringen zu wollen. Der kommandierende General. gez. von Lind equist. ' Bekanntmachung Betr.: Unfälle auf Nebenbahn-Uebergängen. Nach Mitteilung der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahn-Direktion Mainz hat sich in den letzten Jahren die Zahl der auf Nebenbahnen des Direktionsbezirks Mainz durch Ueberfahren von Fuhrwerken entstandenen Unfälle vermehrt. Es sind ferner zahlreiche Fälle vorgekommen, in denen nur durch besondere Aufmerksamkeit und Entschlossenheit des Lokomotivführers ein Ueberfahren von Fuhrwerken verhütet worden ist. Die Wagenführer haben meistens geschlafen oder das Bestreben gehabt, noch vor dem Zuge über den Bahnübergang zu kommen. Die Bahnordnung für die Nebenbahnen Deutschlands sieht eine Bewachung der in Schienenhöhe liegenden Wegübergängen, d. h. die Anbringung von Schranken nur in Ausnahmefällen vor. Eine Minderung der in Rede stehenden Unfälle kanu daher nur dadurch erreicht werden, daß es die Fuhrwerksbesitzer und Wagenführer beim Befahren solcher Bahnübergänge nicht an der nötigen Vorsicht fehlen lassen. Indem wir dies hiermit zur öffentlichen Kenntnis bringen, weisen wir wiederholt auf die Gefahren hin, die durch Unaufmerksamkeit beim Befahren von Uebergängen entstehen. Gießen, den 24. Oktober 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V-: Dr. Kranzbühler. KisenöayvprojeLte in Hberheffen. Aus dem Bogels berge wird uns ge- schrieb en : Die Eisenbahnfrage gewinnt täglich mehr und mehr an aktuellen; Interesse sür den Vogelsberg und seine Bewohner, sodaß inrmer wieder neue Projekte auftreten. Man sieht eben allenthalben ein, was auf dem Spiele steht, denn so viel ist sicher, die nächste zu erbauende Lahn wird wahrscheinlich auch für absehbare Zeiten die letzte Lokalbahn jein, die vorderhand den Vogelsberg in seinem zentralen Teil erschließen soll. Das ist auch der Hauptgrund, warum sich mit einem Male alle möglichen Orte um diese Bahn bekümmern. In einem Punkte stimmen alle Projekte überein, daß nämlich ihr M'i t t e l p u n k t U l r ich st e i n sem muß, wenn etwas Positives geschaffen werden soll. Vergleichen wir die einzelnen Projekte mit einander, so müssen wir sagen, dem Projekte „Ehringshausen- Großfelda-Ulrichstein" brachte die allgemeine Bevölkerung fast gar kerne Sympathie entgegen, weil es außer Großfelda gar keinen größeren und bedeutenderen Ort berühren würde und außerdem durch ziemliche schwieriges Gelände geführt werden müßte. Es mußten dabei, um die gesetzlichen normalen Steigungen zu gewinnen, sehr große Schleifen und Kurven angelegt werden, wo- durch nicht bloS der Schienenweg bedeutend verlängert und der Bahnbau verteuert würde, sondern es würden auch zugleich Berkehrsverhältnisse geschaffen, die nimmermehr die projektierte Bahnlinie rentabel machen könnten. Man würde pon Un t ers eib ertenr o d aus per Fahrstraße nur noch einen Weg von 10 Km. bis zur Station Mücke haben und also von dort aus per Fuhrwerk rascher und billiger sein Vieh oder sonstiges Stückgut zur Bahn befördern tonnen, wie aus dem Umwege über Großfelda und Ehringshausen, denn dieser würde bis Ehringshausen mindestens 12 Km. betragen und von dort bis Mücke 131/2 Km., das sind 21/2 mal mehr Kilometer, wie ans dem alten Wege. Nun will ein neuerdings auf den Plan tretendes Projekt diesen Umweg vermeiden, die Vertreter desselben sagen: Was wollen nur die oberen Vogelsberger mit iyrem Verkehr nach Gie ß e n und Fr a n k f u r t ? Gie ß en ser doch Nebensache ! Tie Hauptsache sei, daß eine ve^ere Verbindung zwischen den einzelnen Kreissräoten öeö berges, hier in erster Linie zwischen -^cho t re u uno 1 y' feld, geschaffen werde. Diese ^ahn ginge oann qum ourcy, den Vogelsberg und würde dciljenben durch nnglreo^ung an seine Kreisgädte völlig erschließen. ...... 3)tfbei wird vergessen, dau bamu b.u ^giemng jjl eine nZ viel schwierigere Aufgabe gestellt wuroe, wie im ersten Falle. Ein Blick auf die Generalstabstarten oder noch besser in die zum Teil schon vorhandenen Höhenkurvenkarten der einzelnen Gemeinden zeigt sofort, daß hier fast unüberwindliche technische Schwierrn ketten vorlregen, deren Lösung so unendliche Kosten verursachen würde, daß niemals in absehbarer Zell auch nur auf eine nrinimale Bahnrente gerechnet werden könnte. Und unser Ministerium würde gewiß nie ein Projekt genehmigen, das nur neue Opfer ohne jede Aussicht auf Geg en gewinn st von ihm verlangt. Betrachten wir uns diese Linie etwas näher, so hören wir, sie soll von Alsfeld über Romrod nach Unter» und Oberbreidenbach Und Windhausen und von da oberhalb Köddingen, Helpershain in südwestlicher Richtung zwischen Rebgeshain und Ulrichstein nach Schotten zulaufen. Selbst angenommen, sie käme ohne werteres glücklich nach Schotten, so müßte dort erst die Anlage eines neuen Rangierbahnhofes weit draußen an der sogen. Spieß gegen Rain rod zu gemacht werden, damit es möglich wäre, die Höhendifferenz zwischen Schotten und der Wasserscheide bei Rebgeshain und Ulrichstein zu überwinden. Und wenn man nun dies alles glücklich zu stände gebracht und diese Verbindung her gestellt hätte, was wäre damit gewonnen für die Allgemeinheit? Nichts, rein gar nichts ! Es wäre wohl eine möglichst kurze Verbindung zwischen den Kreisstch)ten Schotten und Alsfeld geschaffen, die einzig und allein ein paar Fabrikanten und Geschäftsleuten zu gute käme, für die Allgemeinheit aber fast gar keinen Wert hätte, da sie fast immer nur durch Wildnis und nur an ein paar kleineren Orten Vorbeigehen würde. Als Hauptgrund, der sür diese Linie spräche, wird ins Feld geführt erstens die leichtere Ausbeutung des Basalts und der Lungsteine und die, bessere Verwertung der Nutzhölzer in den Baugeschäften in Alsfeld ; es ist aber leicht ersichtlich, daß dies alles auf anderem Wege gerade so gut zu erzielen ist. Durch diese Bahn würde aber U l r i ch st e i n, das doch den Zentralknotenpunkt des ganzen Gebirges bildet, erst recht beiseite gestellt, der altberühmte Jakobimarkt, der so schon durch die Prämien Märkte zu Lauterbach, Schotten und Alsfeld bedeutend verloren hat, würde mit der Zeit sicher eingehen, weil die eine Hälfte der Interessenten ihre Einkäufe dann bequemer in Alsfeld, die andern aber in Schotten machen würde. Außerdem müßte man1 aller Wahrscheinlichkeit nach von Ulrichstein aus zu dem mit Rebgeshain gemeinschaftlichen Bahnhof . sicher ca. 2 Km. bergauf erst fahren. Hätte das noch Sinn? Auch das Großh. Haus dürfte diesem allerneuesten Projekt nicht sympathisch gegenüberstehen, denn durch diese projektierte Linie würde das buen retiro des Landesfürften, wohin er sich nach der Regierung Müh und Lasten in sein Jagdschloß mit seiner idyllischen Wawesruhe zurückziehen kann, belästigt und gestört Dann ist es auch immer eine sehr schwierige- Sache, wenn man die >Verkehrsrichtung, wie sie sich im Laufe der Jahre entwickelt hat, mit Zwaugsmaßregeln in eine neue Richtung pressen will, es ist das einfach ein Unding! Aus den Bedürfnissen der Länder und ihrer Bewohner heraus entwickelt sich ganz allmählich der Verkehr in ganz bestimmter Richtung, und dieser deutet hier mit allen Zeichen nachGießen und Frankfurtund nirgends anders hin. Nur dort sind Absatzgebiete sür unsere Fleischprodukte, für unser Vieh und für Verwertung unserer Bau- und Nutzhölzer, Eisensteine rc. zu suchen und zu finden, denn gerade bei Bahnen gilt der Satz: „Die kürzeste, normale Verbindung zweier Orte ist die beste. Darum müssen wir vor allem eine Eisenbahnverbindung mit Mücke, diesem aufstrebenden Knotenpunkt der ober- hessischen Bahn anstreben. Vielleicht wäre das Projekt Mücke-Ulrichstein— Rixfeld in zwei Teile zu verlegen, in einen Teil Mücke- Ulrichstein und einen Teil Ulrichstern-Rixfeld. Die Anlage des ersten Teils müßte zuerst erstrebt werden und die des zweiten erst dann, wenn nach einem gewissen Zeitraum ein geschäftlicher Ueberblick gezeigt hätte, daß auch neue oberhessische Eisenbahnen ganz gut rentieren können, wenn sie nur richtig geführt werden Wenn sich für die Lime Gr e b en ha in-Ged ern eine genügende Rentabilität nachweisen läßt, dann ist es an der Zeit, an die Regierung mit dem Gesuch um Ausbar» der zweiten Hälfte von Ulrichstein nach Rixfeld heranzutreten Denn Schotten und Alsfeld unterstützen sich bloß deshalb gegenseitig, weil sie beide befürchten, von Lauterbach minder Zeit überflügelt zu werden; Schotten dürfte namentlich mit dem "Ausbau der Linie Grebenhain-Gedern Gefahr lausen, daß der Verkehr über den oberen Vogelsberg um Schotten herum nach Gedern und Lauterbach geleitet wird/ ytun kann man woyr in zweiter Suite auch iuejett anderen Bahnbestrebungen sympathisch gegenüberstehen, man darf sie aber nicht weiter unterstützen, da durch sie nur immer wieder neue Verzögerungen geschaffen werden, und so bleibt der Einwurf berechtigt: So lange die Interessenten des Vogelsberges selbst noch nicht einig sind über die Führung der projezierten Bahnlinie, liegt keine Veranlassung vor, näher an diese Frage heranzutreten! Daß man aber den Bestrebungen des Vogelsbergs, an die großen Verkehrsadern dura) eine Nebenbahn an-geschlossen zu werden, wohlwollend von allen Seiten her gegenübersteht, ist nicht zu leugnen. Besichtigten doch ersr ganz jüngst Se. Exeellenz der Mnanzminister Ar. Gnauth mit einem Oberbaurat das ganze Gelände, um persönlichen Einblick von der ganzen Sachlage zu gewinnen. Auch diese Herren dürften zu der Ansicht neigen, daß eine Erschließung des oberen Vogelsberges einzig und allein durch eine direkte Verbindung mit der Pr 0 vinzialh auptstadt Hießen gewonnen werden muß, und daß dies in bester Weise nur geschehen kann durcv die Ausführung eines Mo- >ekts Mü ck e—U l r i ch st e i n—R i x f e l 0. । ■■ 11 Aas praktische Jahr. Meinungsäußerung eines praktischen Arztes zu dem Artikel in Nr. 249 „Die Akademieen der Medizin". Als das Gesetz betr. das im Anschluß an das Staatsexamen abzuleistende praktische Jahr des jungen Arztes heraustam, da hat in ärztlichen Kreisen wohl niemand an die verblüffende Lösung mittelst Gründung von Akc> demien für Medizin in größeren Städten gedacht. Seit geraumer Zeit nun schwirren dunkle Andeutungen über solche Pläne der Reichsregierung in der Lust herum und beängstigen die ärztliche Welt. Derrn das möchte ich voraus- schicken: Den Beifall der Aerzte findet diese Neuerung so wenig, wie die bisherigen. In bescheidener Zurückhaltung hat man es nur bisher unterlassen, die gegenteiligen Ansichten des ärztlichen Publikums laut werden zu lassen. Wozu auch sollte das dienen? Unsere leitenden Männer in Berlin scheinen ja Wohlgefallen daran zu finden, überall und immer das zu beschließen, das einzuführen, was den Wünschen der Aerzte diametral entgegengesetzt ist, die berechtigten Wünsche und Forderungen dieser 28 000 Deutschen aber vollkommen in den Wind zu schlagen, ja direkt ohne Wohlwollen zu behandeln. Jch> brauche nur an die Zulassung der Frauen zum medizinischen Studium (warum nicht auch zum theologischen, philologischen, juristischen?) und an die Schaffung von Jüngern Aeskulaps mit Realschulmaturität zu erinnern, während fast gleichzellig m Bayern für die Veterinärmediziner Gymna- sialmaturität gefordert wird. Bekannt ist auch, wie wenig sich die Unfall- und Krankenversicherungsgesetzgebung mit den ärztlichen Forderungen auseinandergesetzt hat. In ersterer sind die Aerzte gar nicht erwähnt, obwohl ohne sie eine praktisch? Durchführung des ganzen Gesetzes unmöglich wäre, in der jüngst vom Reichstag verabschiedeten Novelle zu letzterem hat man trotz anerkannter schreiender Mißstände auf dem Gebiet der Honorierung der ärztlichen Leistungen nur die Pflichten der Aerzte erhöht, ihren Bitten und Forderungen aber nicht einmal eine wohlwollende Erwägung zugesagt. Täese Behauptungen waren nötig, um meine Beyaupt- nng von dem Mangel an Wohlwollen der Reichsregierung gegenüber den Aerzten zu beweisen. Ich komme nun zum eigentlichen Thema und möchte die Kehrseite der „Akademien für Medizin", wie sie sich dem Aerzte- stand zeigt, beleuchten. Kliniken sind Krankenhäuser, deren Leiter einen Lehrauftrag haben. Neben diesen steht die große Zahl der städtischen Krankenhäuser, Hospitäler rc., deren Leiter zum großen Teil wohl ebenso bedeutende Koryphäen sein mögen, als die Leiter der Universitätskliniken. Sie hatten aber bisher keinen Lehrauftrag. Und diesen sollen sie nun bis zu einem gewissen Grage erhalten. • Ein anderes Unterscheidungsmerkmal existiert nicht. Die Akademien sollen, wie ich dem Aufsatz in Nr. 249 des Gieß. Auz. entnehme, die selbständige Behandlung des Kranken durch die Praktikanten ermöglichen. Als ob dies an Kliniken nicht möglich wäre! Dem Verfasser ist dies immer gern gestattet worden, die akchrem. Lehrer erklärten sogar ausdrücklich, daß dies erwünscht sei, und es bedurfte nur einer dahingehenden Bitte, eines Interesses, das man bei jedem jungen Arzt voraussetzen muß, um diese Forderung erfüllt zu sehen. Wo dies an großen Hochschulen nicht möglich ist, wo wie z. B in Berlin die Fernersitzenden mit Krimstech ern den Verlauf einer Operationver- solgen müssen, da wird eben ein für seine Ausbildung besorgter Mediziner nicht bleiben. Er dient seinem Interesse m eit mehr, wenn er eine kleinere, Hochschule für einige klinische Seme ft er aufsucht. Wie ich schon sagte, unterscheidet nichts, rein gar nichts die Akademien in der geplanten Form (siehe Artikel in Nr. 249) von den Universitätsllinllen. Auch die Zahl der Praktikanten wird, fürchte ich, so groß werden, wie an kleineren Hochschulen auch. Es wird sich also nur um eine Fortsetzung der klinischen, der Krankenhaus- ausbildung handeln, in welcher der an großen Hochschulen notgedrungen (durch die Ueberfüllung) mangelhaft durchgebildete, oder der Mediziner, welcher während seiner Studienzeit etwas „gebummelt" hat, die Lücken seiner Ausbildung wird ergänzen können. Für die Zwecke der Praxis, zur Ausbildung praktischer Aerzte, wird das praktische Jahr an Akademien nahezu zwecklos sein. Es möge mir zur näheren Erläuterung dieser Behaupt- tung gestaltet sein, aus einige Punkte näher einzugehen. Am schwierigsten wird es für Den ärztlichen Praktiker unter allen Umständen fein, in ärmlichen Verhältnissen, unter Vorurteilen, ohne jede Assistenz eine ge- b ur ts h il s liche oder chirngrische Operation vorzunehmen. Er muß die Instrumente keimfrei machen, desgi. das Operationsfeld, und muß dafür sorgen, daß diese sernerhin nur mit aseptischem Material in Berührung kommen. Die Vornahme der Operation ist meist weniger schwierig, als die Erfüllung dieser Forderungen, von der das Leben und die Gesundheit des Patienten, der fieberfreie Verlauf des Wochenbettes u. a. ab hängt. Lernt der junge Arzt das praktisch in der Klinik? Wird er das in Akademien lernen? Es ist einfach unmöglich, in solchen mit allen modernen Hilfsmitteln ausgestarteten Anstalten die Verhältnisse einer dunklen, engen, schmutzigen Häuslichkeit zu markieren. Schweine und Schweinepreise. Latte in O lich unter ist gekommen! Am 19. d. M. war Schweinemarkt in Gedern. Am frühen Morgen wanderte ich von Gedern aus in den hohen Vogelsberg In der klaren Nacht hatten sich dre Pfützen hier und dort mit Eis bedeckt, auf allen Straßen, die auf die meinige einmündeten, sah ich zahlreiche Bauern- fuhrwerke. Im Stroh unten im Wagen grunzten die jungen Borstenttäger, die mau in aller Morgenfrühe bei Laternenschein aus dem warmen Strohlager — nach notdürftigem Frühstück — in den kalten Wagen gepackt hatte. Oben auf dem Lattenverschlag des Wagens Hutten Mann, Weib und Kind Platz genommen. In ihnen glühte die Hoffnung auf die schöne Einnahme aus dem Verkauf der Ferkel ans dem Gederner Markt, auf die Genüsse, die ein erfolgreicher der Preis für Schweinefleisch verhältnismäßig so hoch war, wie bei uns. Der Schweincfleiscbmangel herrschte zremuch überall. In London schlossen die Metzger vielfach ihre Läden, weil sie kein Fleisch zu verkaufen hatten (Bericht der Franks. Ztg.). Und heute? Vor einem Jahre erhielt der Landwirt vom Metzger 70 Pfg. für das Pfund Schweinefleisch, heute 5 0—52 P f g. der Landwirt heute schon, rentiertdieMastnocho der. nicht? Und der Schiweinezüchter fragt sich, ob er hrt jungen Ferkel koflfpielig durch den Winter füttern oder verschenken soll. Die Zeit der Liebhaber von Spanferkel ** Wohnungen der Beamten. Bekanntlich wurde bei den letzten Ständekammerverhandlungen die hessische Regierung interpelliert, eine Erhöhung der von Zivilbeamten für Dienstwohnungen zu leistenden Mietentschädigungen herbeizuführen. Zwecks Gewinnung von Material für eine bezügliche Stellungnahme läßt das Gr. Ministerium seit kurzem in den verschiedenen Vemntercklafsen Erhebungen über die Mietpreise ihrer Wohnungen anzustellen. 4- Kinzenbach, 25. Okt. Die Besitzer der hiesigen Dampfziegelei haben im Laufe dieses Jahres abermals ein bedeutendes Gelände zur Erweiterung ihres Unternehmens käuflich erworben. Es liegt unterhalb der jetzigen Ziegelei in der Gemarkung Heuchelheim und wird durch den Bahnkörper und die Straße, die von Heuchelheim nach dem Kurzen- bacher Bahnhof fühtt, von derselben getrennt. Gegenwättig werden auf diesen Parzellen Bohrversuche vorgenommen und man hat in einer Tiefe von 13 Meter gutes Material gefunden. L. Bad-Nauheim, 24. Okt. Zu der von uns schon am Samstag kurz gemeldeten Verhaftung des Paderborner Gelddiebes Franz Lippe wird uns weiter ausführlich geschrieben: Der Verhaftete war als Kassenbote bei der Paderborner Bank angestellt und wußte genau,' daß in einer Kassette, die einem Pfarrer gehötte, ein großer Geldbetrag enthalten sei. Während der Pfarrer sich am 14. Oktober auf einer Reise befand, wußte der Kassenbote sich des Geldbehälters zu bemächtigen, entwendete daraus die Wertpapiere in Höhe von 60000 Mk. sowie 2000 Mk. in bar und legte dafür einen Brief in den Behälter, welcher verriet, wer der Dieb sei. Darauf flüchtete der Dieb. In Hagen imd Franksutt hielt er sich auf und reiste zur Abholung eines Chiffcebriefes am Freitag nach Nauheim. Der hiejigen Polizei wurde aus Paderborn mitgeteilt, daß der Gelddieb auf dem Nauheimer Postamte wahrscheinlich Briefschaften abholen werde. Sogleich wurden vom hiesigen Polizeiamt umfassende Maßregeln getroffen und der Schutzmann Ewald im Postgebäude postiett. Bei seiner Verhaftung war der Dieb sehr überrascht, daß er verraten worden sei. Nachdem Lippe im Polizeiamt vernommen und nach dem Amtsgerichtsgefängnis überführt worden war, sandte er eine Depesche an den Bestohlenen, damit derselbe umgehend seine Freilassung bewirten solle. Recht mysteriös ist vorläufig der Umstand, daß der Verhaftete den vorerwähnten Brief in die erbrochene Kassette legte und sich selbst des Diebstahls bezichtigte. Auch hat die an den bestohlenen Pfarrer abgesandte Depesche nach der Verhaftung des Gelddiebes die Aufmerksamkeit der Behörden erweckt. H. Reichelsheim, Wetterau, 26. Okt. Gelegentlich der am 5. September stattgehabten Bürger meist er st ich - wahl wurde der seitherige Bürgermeister August Hermann Steten mit 89 gegen 80 Stimmen wiedergewählt. Diese Wahl ist vom Großh. Kreisamt Friedberg soeben bestätigt worden. r. Frankenbach, 25. Okt. Kaum hat unser Dorf die Kanalisierung der Dorsstraße vollendet, so sind demselben auch schon wieder für das nächste Jahr neue Aufgaben gestellt. Wie in so manchen Orten liegt auch hier der Friedhof noch inmitten des Dorfes um die Kirche herum. Er ist noch nicht vollständig ausgenutzt, sondern birgt noch ein großes, ' freies Gelände, auf welchem sich aber ein Brunnen befindet, : der wegen seines vortrefflichen Wassers viel benutzt wird. . Aber dieser alte Friedhof darf für die Folge nicht mehr weiter i benutzt werden, und man hat daher beschlossen, nm unteren , Ausgang des Dorfes nach Crumbach am östlichen Berg- i abhange einen neuen Friedhof anzulegen. Außerdem ist beihllfen ober sonstwie ein ober mehrere Krankenzimmer, eine Pflegerin ober einen Heilgehilfen an die Hand geben unb einen Praktikanten bazu. Dann werben bie Kranken zufrieden sein, bann werben die praktischen Aerzte einmal Sergen, was sie können. Dr. S. in L. nicht gerade besonders geschickt „bearbeitet" hat, so hätte doch der größte Teil des kleinen Publikums, als die drei Abteilungen zu Ende waren, noch Lust und Geduld genug gehabt, um vier- und fünf- und sechsmal noch den Vorhang auf und ab gehen zu sehen. Möge ihnen bald wieder eine Kindervorstellung beschert sein. Man schreibt uns aus landwirtschaftlichen Kreisen Ob er he ssen s: Es ist nun rund ein Jahr her, als die Schweinenot ihren Höhepunkt erreicht hatte und die Zeitungen, die Stadtverordnetenversammlungen und die Metzger über die unerhörten Preise des Schweinefleisches klagten und verlangten, daß die Grenzen des Reiches ausgetan werden müßten, um das Borstenvieh hereinzulassen. Aber damals * ?Tkreich-Ungarn die Schweineseuche so gründen Schweinebeständen aufgeräumt, daß dort ?“5° Vft'n 0 »no b“cin §. „Saure Wochen, frohe Feste". Bon einer Feier zur andern. Sind sie von der Art, tote das vor sonntägliche des evangel. Jünglingsvereins oder des Stiftungsfestes des evangel. Arbeitervereins, bann kann man nach sauren Arbeitswochen bas frohgemute Fest- 'eiern nicht bloß gönnen, sonbern bar an seine helle Freude haben gleich dem 70jährigen eisgrauen Berichterstatter. Abends 5 Uhr begann die Feier mit einem solennen Gottesdienst in der sehr zahlreich besuchten Stadtlirche, welcher durch Mitwirkung des trefflich geschulten gemischten Chors des festfeiernden Vereins und die durch Pfarrer Euler gehaltene Liturgie ausgeschmückt, durch die geistvolle, christ- 'ich-patriotische Sprache und herzandringende Wärme atmende, meisterhaft vor getragene, hoffentlich bald veröffentlichte Predigt des jugendlich-kraftvollen Pfr. Wieber vom Wertherschen Garbenheim seine schönste Weihe empfing. Der trefflich gewählte Text war das im Ev. T. 4. B. 5 verzeichnete väterliche Mahnwort Pauli an den Jüngling Timotheus. — Zwei Stunden später setzte sich die Festlichkeit in der vollständig besetzten Turnhalle fort Ein reiches Programm wurde zur vollen Befriedigung aller Festteilnehmer mit bewundernswerter Präzision, von Anfang bis zum Schluß (kurz vor der Geisterstunde) gespanntes Interesse heischend, durchgeführt. Es fehlte unter den empfangenen Eindrücken nicht an Beittittsanmeldungen ans der stattlichen Zahl von Gästen. Wir wurden erfreut durch viermalige Liedervorträge des von Herrn Gernhard geleiteten gemischten Chors, durch eine zündende Deklamation des Vereinsrechners, Herrn Schuch, durch einen drolligen Einakter, von einer Dame und drei Herren flott und musterhaft bargestellt, burch ein allerliebstes, stürmisch beklatschtes Trio für' Klavier (Frl. .Hüttenberger), Zither (Hr. Wälke) und Cello (Hr. Seeger), und daran gereihtes, von zwei der genannten Kräfte, vorgetragenes Duo für Klavier und Cello. Tie kurzen Pausen wurden durch ein Anerkennung findendes Streichquartett ausgefüllt. Das von der Versammlung gesungene Bundeslied durchbrauste den schönen Saal.. Den mit gutem Humor gewürzten, Gottes Schutz und Beistand preisenden, ernste Mahnungen zu immer regerer Lebensbetätigung an die 350 Vereinsgenossen richtenden Jahresbericht erstattete der unermüdliche, verdiente, an die Stelle des unvergeßlichen Grein getretenen Vorsitzenden, Pfarrer Euler. Gott segne fernerhin ihn und den von ihm mit Hingebung geleiteten Verein. Zum Schlüsse sei freudig erwähnt, daß unser neugewählter Reichstagsabg. Beigeordneter Kommerzienrat Heyligenstaedt dem der Verein so großen Dank schuldet, fast bis zum Ende am Vorstandsttsch ausharrte. Anmeldungen zum Verein nimmt gern entgegen der Schriftführer, Bibliothekar Dr. Häuser. Kennt man an den leitenden Stellen überhmcht die Schwierigkeiten, welche sich einer geordneten ärztlichen Behandlung in vielen Fällen in der Praxis entgegen- stellen? Da sind Vorurteile und Gepflogenhetten zu be- kärnpfen, die so tief im Volke wurzeln, daß der älteste prakttsche Arzt sein Leben lang erfolglos dagegen ankämpft. Ich erinnere nur an Federbetten, Applikation von Eis, Lüftting u. a. m. Alle bxe)e Dmge find mit Sicherheit gar nicht zu reformieren. Febern Prakttker erscheint sofort ein Gespenst, bas ihm eine gelinbe Gansehaut verursacht': ich meine ben vielfach gefürchteten und Mit dem erwähnten Begriff unzerttennlich verbunbenen „Rot- lau ft'. Was nutzt es, wenn man das Federbett wegwrvft, eine Eisblase auflegt, das Fenster öffnet! Sobalb mau ben Rücken wenbet, wirb bcr Status quo wieber hergestellt. Ich kann diesen Gedarrkengang nicht weiter auslpinnen, da ich sonst zu weitläufig würde. Jeder Mann bcr Praxis kann diese Beispiele vernehmen. , . . , Was folgt daraus? Nicht in Akademien wird das Heil des neu approbierten Arztes zu holen sein. Zugegeben ai< daß er die Hälfte seines praktischen Jahres tu einer solchen verbringt, die zweite Hälfte müßte er bet einem praktischen Arzt durchmachen. Ich bin mir der Schwierigkeiten wohl bewußt, welche die Auswahl geeigneter prakttscher Aerzte machen würde. Cm A^r^te IM«ktU'©tobt GÄern in Aussicht stellte, nud ^elt . ßWMZMUM MWUWMWBMMMS Stafotfel als möglich für seine Fortbildung an diesenILadern so,^oi^ern auO>m an Kaiserstratze^au°'d«n e|pnSdMe ^en V^ew/zu^engaqier m Speisekarten der ^Hotels überall sttablt einem das knusperig die die (^samtbett der Aerzte gebratene Spanferkel entgegen und macht dem jetzt zu ^Ti^Äickt^ile die es den in ben Akademiestädten sticht billig genug, daß muß ganz anders toerben! formieren vermöchte, wäre cur werterer Vorteil, der aller-Iß^IW Getreideschrot von Gerste oder Hafer. Sind sie dtngs der Regimrmg w« weniger wichtrg w«d. so nnen in dies^Artterration So malt sich dos praktrsche Jähr rn den Ideen des d I Kartoffeln schon zum größten Teil durch gekochte Dick- trfchen Arztes, und es oll dres hrer einmal offentlrch oax%- ÄmoneLn y Diese H a ck frü ch te gedrückt werden. llnf«e Koryphäen m Bmlin weÄen srch Wurzen Kohlraven ersetzt wm°eu »ese W<“ WtL Wege lassen sich, andere F-uttermMel herbeischaffen und Wunsche der Nächscheterff^em or<—,fpftanh die sodaß auch der kleine Landwirt kleine Mengeri gut und Wre »bercckl, so macht sich- Eh rm A^st°nd dre ^.^ürdig beziehen kann: Futtermehl, Melasse und an- Großmanns>ucht, die Landflucht, d«Zug nach Gelingt es ihm so, durch Arbeit und Sorgfalt die den ^oßen Verke^^ntrenb«nerDar In der Großst^t in ^Xen und reinlichen Ställen durch den Wnter leidet mcm lr^r Hunger, daß man srchauf dem Lmche Brin bctt Mai und Juni hinein, dann hat er ern anstandrges Auskommen sucht, das bewerfen dre Ba° » ^Lsten und zu vorteilhaftem Verkauf. Der kan^n tn den wenrger Of>n b dann keinen Ruf nach Oesfnung der Grenzen rn E^brrosgegenden, fern von ^°dtm. Wrevrelschwrerrger die Schweineeiufuhr und läuft nicht Gefahr, daß ihm rst a^ che Ausübung der isff:^ rn fol^ gott^lassmm, i^rch Massenimport von mageren und fetten Schweinen untmrtlrchen, raumlrch ausaedchnwn Vezrrken! Welche An- > „ ' . yerjeu allern ^so ruhig Blut, setzt nicht übereilt handeln, sondern angewresenen Arztes, an seme korperlrche überlegen, wie man die vorhandenen Schweine gut und kert! Aerztliche Wersorgmrg -Mrssen d'es° ^rte d^ nun I 8^ ben allerdings langen Winter bringt. Die einmal auch haben. Unb wahrlich, sie haben meist nicht I mirb sich aller Voraussicht nach in jeber Beziehung die schlechteste. , „, . Ynfinpn, Wer nicht mit Blindheit geschlagen ift, der mußte ern-I^^"' sehen können, daß das Eindämmen des Stromes ---------— “ “ " in ber Großstadt eine nation alökonomischei AUS KM! UNS LUNS. Rotwendigkeitwäre. Statt dessen aber unterstützt man ® rwch diesen Konflux durch; Schaffung von Akademien! I (Sieben, 27. Oktober 1903. Wieviel näher läge es, ben aus ber goldenen Freiheit Vom Friedberger Predigerseminar. Laut kommenden Musensohn, bevor er die schwere Verant- Darmst Ztg." ist der Professor des evangelischen Predigerwortung einer eigenen Pr^is ubernimmtz den Ernst einer / inQrg Sllbrecbt Schöler in den Ruhe- solchen täglich und stündlich fühlen zu taffen, ohne daß er 1 r . / . daran allein zu tragen hat! Meviel wichttger wäre es, st^ud^versetzt wor e. f { b . dem geplagten unb abgehetzten Landarzt, dem nicht nach ,,^e^er als Neserveoffrzrere. Jett den etwa des Tages Last unb Hitze Theater, Konzert unb sonstige 130 Emlahng-Frerwillrgen, die Ende September vom hiesigen Freuden ber Stadt zur Erholung winken, der zudem für «Regiment Nr. 116 entlassen wurden, gingen auch zwei Fuhrwerk unb um Fühlung mit ben Zentren der Wissen- Lehrer ab, die mit noch 14 Einjährigen die Offiziers- schast zu nehmen viel höhere Opfer bei verhällnismäßig prüfung bestanden. schlechteren und weniger sicheren Einnahmen bringen muß, *• „Das tapfere Schneiderlein." Im Siadt- durch die Prakttkanten eine Erleichterung zu schaffen. Daß Uheaiersaal war Sonntag nachmittag die Kinderwelt ver- auf dieseWeise manche Operatiouinit Afffftenz glatter vor- Das war ein Trampeln, ein Murmeln, ein Flüstern, statten iginge, daß manche auch auf dem Lande auygefuljrt I * . A ~ erp:npn biriht- werden könnte, was heute unterbleiben nruß, daß mancher das durch den Saal gmg, womit die Klemen die dichtem stadttsche Verhältnisse gewöhnte junge Mann auch am gedrängt m den Rechen sich streckten, oder oben von der Landleben Freude zu sinden uwd dadurch mitzuhelfen Tribüne ihre vor Vergnügen funkelnden Augen auf die Buhne vermöchte, ben Ueberflliß der Stadt und die Not des richteten, ihre gespannte Erwartung kundgaben. Wie aber Landes zu mildern, ist ohne weiteres klar. «die Musik ihre tänzelnden Weisen begann, wurde auf einmal Damit wäre aber dem Interesse des Kranken, für das ja alles still. Der Vorhang hob sich, und in der Schneider- ,woM in letzter Linie auch das prakttsche Jahr bestimmt ist, roexf[fQtf schafft der Schneider Zwirn, in dem ein Kriegsheld ein besserer Dienst geleistet. . . ^ steckt, sein Lehrbub Meck, der auch Keck heißen könnte, und Mag der Staat lieber dafür sorgen, daxWieder Arzt Großnmtter, in deren Rolle Frau Jenny in ihrem ur- auf dem Lande und tn klein eren Städten die , p a»k n ck fnh n[§ SAnpihpi1 Möglichkeit hat, in einem ordentlichen Zimmer mit ge- ngensten Elemente war L e n b a ch ah als Lchne der schulter Assistenz eine Operation vorzunehmen, einen Zwirn, den sie recht flott und launig spielte, zwar stark und ^Kranken klinisch zu behandeln. Mag er ihm durch Kreis- unternehmend aus, aber manch kleiner Schelm wird sie ' ' 1 kritisch gemustert und, wenn er es nicht sogleich ferner Nachbarin zugeflüstert hat, bei sich selber gedacht haben: Ei, der Schneider sieht aus wie eine Frau. Das störte aber das Vergnügen in keiner Weise. Meck, der Lehrbub, war, von Frl. Großmüller dargestellt, so vorwitzig, wie er sein mußte; Draht, ber Schuster, ein so klebriger Feigling, daß mancher der kleinen Theaterbesucher mit Herzenslust beim Hinausbalgen sich beteiligt hätte. Barabas, der 97., im gewöhnlichen Leben Herr Conradi, trug von Gottes Gnaden > mit größter Bereitwilligkeit und Sicherheit auch einmal die güldne Königskrvne, und Frl. Hell berg nahm bezaubernd ! lächelnd auf dem Throne Platz und spielte reizend, nut I rührender Liebe zur Sache, den Kindern die Königstochter. Die verwunschenen und sprechenden Tiere, das Wildschwein und das Einhorn, traten mit viel Wirkung in die Erscheinung, und wenn auch Herr v. Wegern das Bechstein'sche Märchen s Wetter s ÖO 7592 Für jeden Alter; Haler-Kakao [6357 merksam. Zur Aufklärung! Emil Fischbach. i amz 7987 Fr. Neumeier, Sonnenstr. 20/22. re SSB ^WKkWZs ■ « 2 4 2 s> Höchste Temperatur Niedrigste „ 7,3 7;i 6,8 Damen- Ätädchen- Oktober 1903 72 78 96 236 g« + H,9 0C. + 2,8v C. * Florenz, 26. Okt. Gegen 2 Uhr nachmittags ent- gleiste beim Bahnhof Santellero der um 9 Uhr vormittags von Rom abgegangene S ch n e l l z u g. Niemand wurde verletzt. — wie überhaupt für junge Mädchen — das bewährteste Mittel, um der Blutarmut, Bleichsucht oder schlechtem Aussehen entgegen- zu wirken. Kaffee und Tee sind fast wertlose Getränke, während Hausens Kasseler Hafer-Kakao noch nach Stunden im Magen anhält und kein nervöses Hungergefühl aufkommen lässt. ■- • — Nur echt in blauen Kartons ä 1 Mk., niemals lose. ■ —' unserem Dorfe als zweite Aufgabe die Errichtung einer zweiten Schulstelle gestellt. Darmstadt, 25. Okt. Die Frage des Hoftheater- Umbaues wird die Zweite Kammer der Stände in Kürze erneut beschäftigen. Der Staat, der Großherzog und die Stadt, so ist gedacht, sollen zu den Kosten beitragen. Die Stadt will jedoch, wie zuverlässig verlautet, zu den Kosten des Umbaues selbst nichts beitragen; sic ist, vielmehr lediglich prinzipiell, falls der Umbau erfolgt, bereit, für 10 Jahre freiwillig, ohne eine rechtliche Verpflichtung zu übernehmen, zu den Betriebskosten des Hoftheaters 20000 Mk. pro Jahr beisteuern, die zur Aufbesserung der Gehälter der Angestellten der Hosmusik u. s. w. dienen sollen. Man wird nun ab märten müssen, wie sich die Kammer zu diesem Vorschlag stellt. (Frkf. Ztg.) Homburg v. d. H., 26. Okt. Prinz Heinrich traf heute per Automobil hier ein und begab sich in Begleitung des Oberbürgermeisters v. Marx nach der Saalburg, woselbst unter Führung des Geheimrats Jacobi das gesamte Kastell besichtigt wurde. Nachdem auf dem Kastell das Frühstück eingenommen war, unternahm der Prinz mit dem Oberbürgermeister in seinem Automobil eine Fahrt zur Besichtigung der für das Gordon-Bennet-Rennen festgelegten Strecke und begab sich dann nach Schloß Wolss- garten zurück. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Jn Lich und Laubach sind, wie man uns mitteilt, dieser Tage nach Vorträgen des bekannten Pastors Dr. Bräunlich Zweigvereine des evangelischen Bundes gegründet worden. — In Lond orf wird am 28. Oktober eine Ortssernsprecheinrichtung in Betrieb genommen worden. Kommission zur Erstattung eines Gutachtens über den Gesundheitszustand des Gefangenen ernannt. Die Kommission erachtete eine längere Beobachtung in der Irrenanstalt für erforderlich und schlug die oben erwähnte Anstalt vor. * Köln, 26. Okt. In der verflossenen Nacht jagte sich ein junger, feingekleideter Mensch unterhalb des Domhotels mehrere Kugeln in den Kopf. Der Tod trat alsbald ein. Große Verluste, die er gelegentlich des gestrigen Rennens erlitten, sollen angeblich die Veranlassung zum Selbstmord sein. * Posen, 26. Okt. Nach einer Meldung aus ©riefen stieß auf der Gnesener Kleinbahn unweit der Station Jelinek bet starkem Nebel ein Güter- und ein Personenzug zusammen. Mehrere Wagen wurden vollständig zertrümmert. Drei Personen trugen leichte Quetschungen davon, der Materialschaden ist bedeutend. * Tondern, 26. Okt. Pastor Iac0bscn-Scherrebeck wurde heute aus der Untersuchungshaft entlassen, ohne Kaution gestellt zu haben. * Dresden, 25. Okt. Die hiesige Amtshauptmannschaft genehmigte heute das Gesuch der Dresdener Preßhefen- und Kornspirttussabrik wegen einer Anlage zur Gewinnung von Spiritus aus Fäkalien. — Prositl • Leipzig, 26. Okt. Im Dorfe Nüdlitz zerstörten Bauern Meßvorrichtungen und Schleusenstücke der von der Stadt Callenberg dort durchgeführten Wasserleitung. Gendarmerie wurde dorthin entsandt. * Br est, 26. Okt. Während des Gew itters, das heute hier niederging, schlug der Blitz in den Kreuzer „Massena" ein und zerstörte die an Bord befindlichen Apparate für drahtlose Telegraphie. * R 0 m, 26. Okt. In einem Landhause in der Nähe von Korona explodierte während der Ausführung eines Experiments, das ein Bruder eines dortigen Priesters vornahm, eine Menge Pulver, wodurch das Dach des Hauses 3 — 2.50 Authrae.-Eiiorm-Briketts Braunkohlen Tinti-Hilz in großen und kleinen Quantitäten zu billigsten Tagespreisen. 7890 26. 26. 27. Vermischtes. * Berlin, 26. Okt. Zu der Ueberführung des Prinzen Prosper Aren berg in die Abteilung für Nervenkranke bei der Strafanstalt Moabit meldet die „Nordd. Allg. Ztg.": Die Ueberführung geschah am 13. Oktober auf Er- ! Bew. Himmel Bew. „ Bew. , am 25. bis 26. Oktober w 25. , 26. „ Meteorologische Beobachtungen Der Station Gießen. Chiffre- \ Anzeigen für Pereoeal-Geeuciie , Stelien-Geenehe , An- und Verk&oft , Finanz irnngea eowie Annoncen jeder Art besorgt am besten und billigsten die älteste Annoncen-Expedltlon Baasenstein ftV0glerA.fi. Frankfurt a. M. Zei! 48,1 Fernsprecher 468 Vertreter für Giessen:77W Gustav Wohlmuth. 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Die gegenwärtige Lage würde aber schon vielmehr zu Gunsten der deutschen Industrie verschoben werden, wenn nicht noch vielfach die falsche Anschauung verbreitet wäre, daß den französischen Marken an Qualität nicht gleichzukommen wäre. Jeder wirkliche Kenner belächelt diesen Irrtum. Wenn wir auch nicht im entferntesten daran denken wollen, die als erstklassig bekannten sranzösischen Marken in ihrem Werte herabzusetzen, so muß doch in Berücksichtigung gezogen iverden, daß man für diese einen viel höheren Preis anzulegen gewohnt ist, der nur zum allergeringsten Teil dem Eingangszoll zuzuschreiben ist. Wollte man diese Preise von Mk. 12.— bis Mk. 20.— und mehr, auch fiir deutsche Erzeugnisse anwenden, so würde man dafür ein Produkt erhalten, ibelches diesen französischen Marken teilweise sogar überlegen wäre. Den besten Beweis liefern die bestehenden Tatsachen: zu dem Preise, zu welchem die deutschen Schaumweine im Handel sich befinden, ist kein französisches Haus imstande, eine ebenbürtige Qualität zu liefern. Um den verehrten Lesern einen weiteren Anhalt zu geben, wollen wir erwähnen, daß Preisunterschiede einzig und allein auf den Wert des Rohproduktes zurückzuführeu sind, nicht aber auf die Sektbereitung. Diese ist bis auf einige Firmen, welche ein anderes, aber nicht bewährtes Herstellungsverfahren adoptiert haben, überall die gleiche wie in Frankreich, d. h. die Gewinnung der Kohlensäure auf natürlichem Wege vollzieht sich in den Flaschen selbst. Was aber die Rohprodukte anbetrifft, so brauchen wir uns unserer deutschen Weme nicht zu schämen. An den Hügeln unseres heimlichen deutschen Rheines werben so kostbare Gewächse gebaut, daß sie jeden Vergleich mit fremden Erzeugnissen aushalten können. Und nicht nur das: anerkannt ist sogar, daß die Rheingegend die edelsten Weine der Welt überhaupt hervorbringt. Mitten in diesem unvergleichlichen Fleckchen Erde vollzieht sich die Herstellung unserer Marke Kupferberg Gold". Ist es nötig, etwas zu ihrem Lobe zu sagen? Wohl kaum! Denn es ist eine bekannte Tatsache: Wo „Kupferberg Gold" einmal Eingang gefunden hat, ist" und bleibt es ein treuer Freund und ein immer wiederkehrender Gesellschafler. Man kann Kupferberg Gold" mit Fug uud Recht unseren „deutschen Familiensekt", nennen, denn es vergeht wohl kein Fest in den besser gestellten Familien, bei dem man ihm nicht begegnete. Ueber seine außerordentlich imcresjante Bereitung, deren Kenntnis übrigens für jeden L-ekt- trinker zur Beurteilung des Stoffes notwendig ist, werden wir in Kürze einige Angaben machen. Emil Lotz x Kircheuplatz offeriert in nur prima Qualität: fas- ii. melierte Kohlen MthrszitWeil Koks Briketts 741,2 11,7 741,5 10,3 743,01 6,2 suchen des Gerichts der ersten Gardedivision. Auf Ersuchen fortgerissen wurde. Der junge Mann wurde gräßlich oct* dieses Gerichts hatte der Generalstabsarzt der Armee eine stümmelt als Leiche aus den Trümmern hervorgezogen. * Brest, 26. Okt. In der Bai von Andierne ist ein französischer Dreimaster untergegangen. 6 Personen ertranken. die grossen Safes Mk. Iw«—- pro Jahr 7855 M kürzere Zeit entsprechend billiger. Die Safes eignen sich zur Aufbewahrung von Wertpapieren, sowie aller Arten Wertgegenstände. — Zum Detachieren der Coupons steht zur Aufstellung bringen werde und vermiete ich dieselben wie folgt: die kleinen Safes Mk. 8«— pro Jahr ein separates Zimmer zur Verfügung. Die Anlage ist z. Zt. bei Herrn Fr. Krogmann, Bahnhofstrasse, ausgestellt. Joseph Herz, Bankgeschäft Dem verehrten Publikum von Giessen und Umgegend die ergebene Mitteilung, dass ich in meinem cinbrmchsicliereii Panzer- gewölbe eine modernste Safes-Einrichtung mit einzeln vermietbaren Privat-Tresors unter eigenem Verschluss der Mieter Bekanntmachung. Die städtische Lastwagc am Neustädtcr Thor wird am 27. Oktober in Reparatur genommen und kann deshalb bis aiü Weiteres nicht benutzt werden. Gießen, den 24. Oktober 1903. 8056 Grvß herzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Etz meutalistz TWtz. Selten günstiges Angebot. Perser-Teppiche, Gebetstücke, Chaiselongue-Decken Kirman, Kelim, Djidjim, Bohara. Antike Stücke für Sammler. Der Voranschlag der Gemeinde Großen-Linden für 1904/05 liegt vom 29. Oktober an während 8 Tagen zur Einsicht und Entgegennahme etwaiger Einwendungen bei uns offen. Großen-Linden, den 27. Oktober 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 8069 Holz-Verkauf * in der Fürstlichen Obersörsterei Lich. Tie Fürstliche Oberförsterei Lich beehrt sich daraus hinzuweisen, daß sie zu dem bereits m vielen größeren Holzhandelsblättern bekannt gemachten fubmifsionsweisen Holzverlauf in Gießen am 9. lllovember 1. I. 115 Fstm. Eichen - Schwellenholz, 180 Fstm. Eichen-Grubenholz, 25 Fstm. Hambuchen-Stamncholz, 350 Fstm. Kiesern-Bauholz, 260 Fstm. Kiefern-Grubenholz, 620 Fstm. Fichten- Bau- und -Schnittholz, 2000 Stück Fichten-Bau- und -Gerüsttangen, 6000 Stück Fichten-Hopfen- rc. Stangen und 12000 Stück Fichten-Reisstangen hat ausschreiben lassen. Alle Interessenten werden hiermit noch besonders auf den Termin mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß Gebote auf das distriktweise einfallende Holz ebenso zulässig sind, wie Gebote auf das gauze Quantum des betreffenden Sortiments. Ganz freie Auswahl bleibt jedoch Vorbehalten. Nähere Auskunft lvird gerne erteilt. Lich, den 26. Oktober 1903. 8058 Fürstliche Oberförsterei. HMnbkitsMIe ™frl, Zmdmnn Südanlage 7. Gießen. Südanlage 7. 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Lieder am Klavier. 5. Vorspiel zu „Die Meistersinger von Nürnberg“ Bich. Wagner. rintritiQkartpn sind in der Musikalien - Handlung des Herrn 1 Ernst Challier (Rudolph’s Nacht.)4 für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Stork und abends an der Kasse zu haben. Zum Konzert: Sperrsitz Mk. 3.50, Eintrittskarte Mk. 2.oüf Studentenkarten Mk. 1.— Zur Hauptprobe (vormittags 11 Uhr): Eintrittskarte Mk. 1.—. Schülerkarte 50 Pfg. 8013 Das zweite Konzert findet am 15. November statt. . Frau Erika Wedekind Gäste: ! Königl. Sachs. Kammersängerin aus Dresden. | Herr Professor J. Kwast aus Berlin. ♦ Die ausgelosten Abonnementskarten sind bei Ernst Challier in Empfang zu nehmen; ebendaselbst Anmeldung neuer Mit- glieder (Abonnements für die ganze Saison Mk. 10.— bezw. 15.— Kalk- oii Aarmwerke, Jmchiegelel Aog, (Kabriel jr.9 Gießen. 676 Massen-Fabrikatiou. Bahnanschlüsse. Werke: rlbendstern. 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