Erstes Matt. Donnerstag rS^.AngnK 1903 153. Jahrgang Bezug -pretSr monatl Uotertel- ,20; burcb Teil: U öttito: für , Stadt and ßanb* und .Gettchts^aal^: Auaust Götz; für den An- zetgentetl: Han« Beck. Nr. 200 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gietzener Familien» blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'scheu Unwers.-Buch-u. Stein- drnckerei (Pietsch Erben) «Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen; Anzeiger Gießen. Fernjprechanschluß Nr. 51. GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger " Amts- und Anzeigeblatt für den ttreis Gießen Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pi.; durch die Post Mk.2.— viertel- sährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für Die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZetlenpreEriokalUPU auSwürt- 80 Pig. Kie Aeöet, hie David. Der Abg. Bebel will dem. „Kornödienspiel in der So- zialdemokratte" ein Ende machen. Er ruft den Revisionisten zu: „Wir müssen uns darüber klar werden, wie wir zu einander stehen." Zu den Revisionisten gehört in erster Reihe der Abg. Dr. David, auf dessen Fehde mit Koutsky, dem Wortführer der revolutionären Orthodoxie, wir wiederholt hingewiesen Haven. Die wissenschaftliche Tätigkeit Davids ist für diese Orthodoxie eine Quelle bitterer Sorge geworden; sein Hauptwerk über Sozialismus und Agrarfrage hat der marxistischen Theorie einen Stoß versetzt, wie dies vorher in g'kichem Maste wohl nur Bernsteins Buch, getan hatte. Zu den Grundpfeilern der marxistischen .Lehre gehört die Behauptung von der stetig fortschreitenden Tendenz zur Konzentration der Betriebe. Ter Großbetrieb ist, so behauptet der Marxismus, in der kapitalistischen Wirtschaftsordnung stets den: Meinbetrieb überlegen. Ein Kampf zwischen beiden endigt immer mit dem Siege des Großbetriebs. Dieser fortgesetzte Kampf führt zur Bildung immer größerer Betriebe, die stets wieder die kleineren aufsaugen, bis nur ganz wenige Riesenunternehmungen noch nebeneinander stehen. „Daun aber", so sagt Marx, „schlägt die Stunde des kapitalistischen Privateigentums; die Expropriateurs werden expropriiert." Aus den Ruinen aber blühe die kommunistische Gesellschaftsordnung. Unter dem Banner dieser Lehre sind feit Jahrzehnten die sozialdemokratischen Agitatoren ins Feld gezogen. Für die Industrie mochte es auch zumeist gelingen, die Lehre mit der tatsächlichen Entwickelung in Einklang zu bringen. Desto weniger stimmte sie in der Landwirtschaft. Ter Bauer, dem man mit untrüglicher Sicherheit vorrechnete, daß sein letztes Stündlein geschlagen habe, fühlte sich viel lebensfrischer als der Großgrundbesitzer, der nach der Behauptung der Agitatoren über seine Leiche hätte triumphieren sollen. Unter dem Eindruck dieses Widerspruches von Theorie und Praxis setzte, von Vollmar geführt, eine Reform-Programm-Bewegung ein, die aber auf dem Breslauer Parteitag an dem Widerstand derer um KautSky zunächst scheiterte. Jedoch die Sieger wurden ihres Sieges nicht froh. Kurz darauf lieferte die deutsche Berufszählung von 1896 den zahlenmäßigen Beweis, daß die Kleinbetriebe — bis zu 20 Hektar Umfang — auf Kosten der größeren zugenommen hatten. Also war bie marxistische Theorie falsch? Tas durfte nicht fern. Kantsky fetzte sich hin und „bewies" auf 450 Seiten, daß sie stimmte' — trotz alledem. Eine kräftige Kritik aus dem Lager der Parteigenossen antwortete ihm und beleuchtete seine Beweise. Das letzte Produkt dieser kritischen Bewegung ist Davids umfassendes Buch. Das Ergebnis dieses Buches ist, daß die Lehre von der Konzentration der Be- rriebe für die Landwirtschaft nicht zutrifft und nicht zutreffen kann. Der Grund hierfür ist, daß in der Landwirtschaft jene Elemente, die in der Industrie den Großbetrieb dem kleineren überlegen machen, entweder nicht vorhanden sind oder eine weit geringere Rolle spielen. David legt scharf den Wesensunterschied landwirtschaftlicher und industrieller Produktion klar. Hier handelt es sich um die Entwicklung lebender Wesen, dort um die Bearbeitung toter Dingen hier um einen organischen, dort um einen mechanischen Prozeß. Daraus ergeben sich tiefgreifende ökonomische Unterschiede. Tie völlige Durchführung der Arbeitszergliederung, aus der die Ueberlegenheit des industriellen Großbetriebes ............................ Wir IllHil— IIM l—lil ■ ........ so wesentlich beruht, scheitert in der Landwirttchaft an der von Natur gegebenen unabänderlichen Reihenfolge der pflanzlichen Arstände und der ihnen entsprechenden notwendigen Verrichtungen. Die Maschine hat nicht entfernt die gleiche Bedeutung wie in der Industrie, sie steht auch dem Bauern ebenso gut zur Verfügung, wie dem Großgrundbesitzer. In der Landwirtschaft fehlt die selbsttätige Kontrolle, die in der Industrie jeher Dellarbeiter dadurch, auA- übt, daß er aus der Hand seines Vorarbeiters nur ein fehlerfreies Teilprodukt entgegennehmen will. Darum macht sich in viel höherem Maße der Mangel an eigenem Interesse geltend, den der Lohnarbeiter an den Tag legt. Dieser Mangel wiegt um so schwerer, als die Arbeit vielfach wie bei der Behandlung des Viehs, einen hohen Grad von Sorgfalt erfordert. Hierauf gründet sich die bedeutende Ueberlegenheit des mit feiner Familie für sein Haus und Hof arbeitenden Bauern über den mit fremden Arbeitern wirtschaftenden Großgrundbesitzer. Die Konsequenzen dieser Anschauung lassen sich nach zwei Richtungen ziehen. Die eine, praktisch-politische, Folgerung lautet in Davids Worten: „Trennung der kleinbäuerlichen Ge- folgschaftv onden FahnenderGroßlandwirte und politische Mobilmachung der Landarbeiter." Die andere, noch wichtigere, ist eine theoretische, und sie spricht David nicht mit gleicher Deutlichkeit aus. Eine kommunistische Wirtschaftsordnung wäre doch nur möglich, wenn die Konzeutrationstenbenz das Ganze der Wirtschaft einheitlich erfaßte. Eine Wirtschaftsordnung, in der die Gesellschaft die industrielle Tätigkeit zwar im eigenen zentralistischen Betriebe ausübte, die landwirtschaftliche aber einer Unzahl kleiner selbstwirtschaftlicher Betriebe überließe — ist ein Widerspruch in sich selbst. Darum bricht mit der Widerlegung der Konzentrationstheorie für die Landwirtschaft die ganze Theorie des Kommunismus zusammen. Eharakteristischerweise räumt daher David der gewöhnlich als „Endziel" bezeichneten kollektivistischen Produktionsweise nur die Bedeutung eines Mittels zum Zweck ein, während er das wahre Endziel in einem Zustande sieht, „wo jedem gegen Ableistung einer sehr mäßigen Arbeitszeit ein Leben in Wohlstand und ideeller Verfeinerung gewährt ist." Wir wollen uns über die Möglichkeit eines solchen Zustandes jetzt nicht auseinandersetzen. Wir sehen aber, wie schwer der Schlag ist, den David gegen Die theoretische Grundlage der SoziaiDemorratie geführt hat. Es ist daher begreiflich, piaß in den Kreisen der „Alten" schweres Unbehagen herrscht, und daß ein Genosse sogar David erregt einen Vorwurf daraus machte, daß er mit seinem wissenschaftlichen Bekenntnis nicht wenigstens bis nach den Wahlen gewartet habe. Jetzt sind die Wahlen längst vorüber und die „Revisionisten" eine Macht in der Sozialdemokratie geworden. Und darum beginnt es zu kriseln. Herr Bebel verlangt „Klarheit über die innere Situation der Partei", und es wird sich zeigen/ wie lange noch die marxistische Orthodoxie mit den revisionistischen Gegnern der marxistischen Lehre in einem Parteiverbande zusammenbleiben. Politische Tagesschau. Zum Wechsel im Reichsschatzamt. Wie schnell die Entlassung des Schatzsekretärs v. Thiel- mann vor sich ging, kann man, wie sich der „Fränk. Kur." aus Berlin schreiben läßt, daraus entnehmen, daß er noch vor 8 Tagen von seinem Landaufenthalte in Bayern aus Anweisungen gegeben hatte in Bezug auf die Neuausstattung verschiedener Zimmer seiner Dienstwohnung. Beim Antritt seines Urlaubs hatte er die Zimmer im Innern erneuern lassen, die Anschaffung neuer Möbel in Ausfickt genommen und auch einen Umbau der Stallung angeordnet. Aus freien Stücken hat er kein Entlasfungsgesuch eingereicht, er ist dazu ausgefordert worden. Was die neuen Steuern an betrifft, so kann der Berichterstatter des zitierten Blattes bestätigen, daß in erster Linie das Bier in Aus sicht genommen ist.. In der Regierung haben gegen Schluß der Reichstags- session Erwägungen stattgefunden, welche Steuern vor geschlagen werden sollen. Jrn Reichsschatzamt sind infolgedessen sämtliche Steuerpläne wieder hervorgeholt und geprüft worden, die schon seit Jahren darin lagern, und bis auf Bier und Tabak sind sämtliche Steuer- Pläne verworfen worden, u. a. auch eine Wehr- fteuer. Aer 50. Deutsche Katholikentag. IIL Tie Klage über das Ueb er Handnehmen der Festliche feiten ober, wie der Präsident es dem Mailänder Kardinal lateinisch verdolmetschte, die abunbantia feftorum, hat ihren Ausdruck in einem Anträge gefunden, der von der großen Zahl und dem zu großen Glanze der Festlichkeiten eine Rückwirkung der Vergnügungssucht und eine Schädigung des Familienlebens befürchtet und den Katholiken empfiehlt, auf Vereinfa chung und Verminderung der Festlichkeiten hinzuwirken. Ein besonderer Passus, der speziell den katholischen Studentenverbindungen diese Meldung ans Herz legt, hat, wie aus einer Bemerkung des Referenten hervorging, bei den Beteiligten etwas verschnupft. Der Satz ist deshalb vom Ausschuß in eine weniger stachlige Form gekleidet worden und wurde so angenommen. In einer launigen Bemerkung des Präsidenten wurde ausgesprochen, daß dieser Antrag auch auf die Katholikenversammlungen selbst Anwendung finden solle. Als Ort der nächsten Versammlung wurde Regensburg, als Ort der übernächsten Straßburg i. E. bestimmt. Der jährlich wieder kehrende Antrag, der die Aufheb^ ung des Jesuitengesetzes verlangt, wurde ohne Debatte wiederum angenommen. Der Beifall, der die Verkündigung der Annahme des Antrags begleite, werde, so meinte der Präsident, hoffentlich auch von denen gehört werden, die es angehe, und der Referent Racke-Mainz meinte, man dürfe nicht dulden, daß allerhand Agitationen die gesetzmäßige Regierung in Teutschland Lafym legen und Radaubrüder die Regierung im Vaterland führten. Ohne Debatte wurde alsdann eine Reihe von sozialpolitischen Anträgen angenommen. Tie Landwirtschaft, das Handwerk und die Nationalstände der Arbeiter und Gesellen, die Parteiangestellten und Privatbeamten, auch die Bauernburschen wurden in 19 Anträgen bedacht. Der zur Agrarfrage angenommene Antrag fordert die Unterstützung der eigenen Tätigkeit durch Fürsorge der Gesetzgebung und Ergreifung aller zur Förderung geeigneten Maßnahmen umsomehr, als infolge der fortschreitenden eines Nordlichtes, daß man, wenn nichts weiter zu sehen gewesen wäre, auf den Einfall hätte kommen können, daß ein Nordlicht einen Ausflug in so südliche Gegend gemacht hätte. Die Lichtbänder waren so zart, daß, wenn sie über den Haren Himmel zuckten, die Sterne durch sie hindurch deutlich sichtbar blieben. Zuweilen flackerten sie am äußersten §tand der Wolke auf, erleuchteten deren Ränder und zogen dann noch in das unbewölkte Blau hinein. Zu anderen Malen erschienen sie auf der zunächst gelegenen Seite der Wolke und zeigten den dunklen Umriß der Berge in deutlicher Zeichnung auf dem erleuchteten Hintergrund. Tie Lichtstreifen folgten schnell genug auf einander, daß man sie als dauernd bezeichnen konnte, indem ein schwaches rofiges Leuchten fortgesetzt sichtbar zu bleiben schien, obgleich es durch rasches Erzittern der wagerechten Licht- streifen in Bewegung erhalten wurde. Tie helleren Entladungen waren nicht nur glänzender, sondern auch von kürzerer Dauer. Die besaßen eine blasse, bläulich-weiße Farbe und tarnen und gingen mit der Schnelligkeit gewöhnlicher Blitze. Zuweilen traten sie auf der anderen Seite des großen Bergrückens auf und ließen so den zerrissenen Kamm vor der beleuchteten Wolkenfläche erkennen, während alle diesseitigen Hänge und Spitzen im Schatten blieben. In anderen Fallen aber zeigten sie sich diesserts der Berge und erleuchteten besonders die Schneefelder und Gletscher nebst den düsteren Felsspitzen in ihrer Umgebung. Niemals wurde etwas ähnlich der Gabelung von Blitzen an ihnen wahrgenommen. In einem Fall schien ein horizontales Band lebhaften Lichts von 2—3 Kilometer Länge vom Abhange an der Basis der Silberhornjpitze aufwärts zu schießen, als ob es vom Grund hmaussprang, unten scharf umrissen und glänzend, dann allmählich nach oben- ntn an Lichtstärke abnehmend und Mießlich auf halber Höhe zum Stamm verschwindend. Die sonderbarste Erscheinung der helleren weißen (Entlobungen war es, wenn eins der großen Schneeselder oder eut Teil eines Gletschers für eine oder gar zwei Minuten fortgesetzt in einem schwachen bläulich-weißen Lichte erstrahlte. Nach einiger Zeit glühte derselbe oder ein anderer Teil des vorliegenden Gebirges in ähnlicher Weise auf. Ter erste Eindruck luar, daß diese Strahlung nur der Widerschein von einem erleuchteten Teil der Wolke sein konnte, aber der Beobachter vermochte sich keine Rechenschaft über das Vorhandensein von dauernd erhelllen Tellen der Wolken zu geben. Ueberdies blieb das Leuchten über dem Schnee und dem Eis örtlich beschränkt und vereinzelt, als ob der Lichtstreifen eines Scheinwerfers auf einen bestimmten Teil der Berggehänge gerichtet worden wäre und nach einiger Zell auf eine andere. Bei der Betrachtung eines dieser Lichtflecken nahm Geikie einen Hellen Lichtpuntt eines der Firnfelder auf den Gehängen des Mittaghorns wahr, der rasch verschwand, aber bald wieder erschien und dann mit eben solcher Schnelligkeit wieder verloren ging. Zunächst dachte der Beobachter, daß dieser Lichtpunkt ein Stern wäre, der für kurze Zeit durch Wolkenrisse hervorgetreten, obgleich sein Stand sich etwas unterhalb des Bergkammes zu befinden schien. Nach einer halben Stunde jedoch erschien ein ähnliches Helles Licht an derselben Stelle, aber mehr zerstreut, als das erste und von etwas länglich ausgezogener Gestalt. Ob es in der $at ein Stern war, der durch leinen in Bewegung befindlichen Nebelschleier hindurchschien, oder eine Art von Elmsfeuer, konnte nicht mit Sicherheit entschieden werden. Andere Augenzeugen sagten aus, daß zu gleicher Zell in der Umgebung des Schilthoms ähnliche Erscheinungen auf getreten waren; dafür war für diese Beobachter die Jungfrauspitze dunkel geblieben. Ter Abstand der beiden Mittelpunkte dieser elektrischen Vorgänge muß 8—10 Kilometer betragen haben. Das ganze Schauspiel lieferte einen wunderbar vollständigen Beweis für die Irrtümlichkeit der früher herrschenden Ansicht, daß das Wetterleuchten nur die Widerspiegelung entfernter gewöhnlicher Blitze darstellt und für die Wahrheit der neueren Ansichten und über die Natur dieser Erscheinungen. Außerdem erwähnt Geikie noch, daß mit der Zunahme des Wetterleuchtens die vorher ganz ruhige Luft durch eine starke Brise erfrischt wurde, die von Südwest her, das Tal hinabwehte, aber nach dem Verschwinden der Lichterscheinungen gleichfalls aufborte. Tie Wolke über den Bergen begann die Gestalt einer unregelmäßigen dunklen Cumuluswolke anzunehmen, und der .Himmel bezog sich dann allgemein. Von der Frühe des nächsten Morgens an fiel anhaltender Regem Wetterleuchten iw Keöirge. Einer der hervorragendsten lebenden Geologen, der frühere Leiter der Geologischen Landesuntersuchung in England, Prof. Archibald Geikie, der sich augenblicklich in Mürren auf h ält, hat dort lln Berner Oberland eine merkwürdige Naturerscheinung beobachtet und in einer Zuschrift an die Londoner „Nature" beschrieben. Es handelte sich eigentlich um ein Wetterleuchten in der Umgebung der Hochgebirgsgipfel, aber in der Art eines Schauspiels, das jeden Augenzeugen überraschen mußte. Wahrend Der zweiten Augustwoche waren mehrere Gewitter im nördlichen Oberland niedergegangen, und es war mehrfach heftiger Regen und Hagel gefallen, so auch am Tage vor jener Beobachtung. Der Himmel hatte fidj ganz rasch aufgeklärt und war am Aderck und in der Nacht wolkenlos, sodaß sich jede Spitze und jeder Kamm scharf gegen den klaren Hintergrund abzeichnete. Auch! der nächste Tag war schön und über Erwarten warm. Am Nachmittag begannen sich Fetzen von weißem Nebel um den Gipfel der Jungfrau zu sammeln, und dünne Wolkenstreifen bildeten sich in den höheren Luftschichten über dem großen Bergrücken, der sich vom Silberhorn bis zum Breithorn ausdehnt. Etwa um 8 Uhr abends bemerkte Geitte über sich ein schwaches zuckendes Lichtt, zuweilen verstärkt durch ein Aufleuchte n von größerem Glanz und verschiedener Farbe. Diese Erscheinungen nahmen rasch an Bedeutung zu, blieben aber auf die gegenüberliegenbe Bergkette beschränkt. Allerdings bekundeten andere Zeugen, daß sich ein ähnliches Leuchten, unabhängig von jenem, in der Umgebung des Schilthorn gezeigt hätte. Nicht ein einziger Donner war hörbar. Ueber den Gipfeln der Bergkette entwickelte sich eine lange Wolkenbank, sodaß die bis dahin glänzend sichtbar gewesenen Sterne über dem Kamm verschwanden. o r ... Bei genauer Betrachtung des Schauspiels war es leicht, zwei Arten von Entladungen zu unterscheiden. Die eine nahm die Gestalt eines schwachglänzendeii rötlichen oder rosa Lichtes an, bas mit einer zitternDen Bewegung scheinbar von links nach rechts in wagerechter Richtung dahm- schoß, als ob es von einem Punkt hinter der ^ungjrau ausainae. Diese Streifen erinnerten so vollkommen an die industriellen Entwicklung, die bei der wachsenden Bevölkerung zur Hebung des allgemeinen Wohlstandes auch notwendig ift, die Gefahr vorliegt, daß der landwirtschaftliche Berufsstand im Verhältnis zu sehr vermindert werde." Kardinal Fischer erschien in der dritten geschloßenen General-Versammlung mit Kardinal Ferrari und demBi.chos von Lüttich, um selbst zu schildern, wie h Italien, namentlich in Neapel und Genuar, viele deutsche Katho- fiken, besonders Dienstboten, ihren Glauben verlören. Nur in Mailand habe Kardinal Ferrari im Verein mit deutschen Jesuiten und Priestern, die die deutsche Sprache erlernten,' diesen Uebelstand erfolgreich bekämpft. Der Bischof von Lüttich erzählte dasselbe in gebrochenem Deutsch bezüglich Belgiens und Lüttich. Präsident v. Orter er »dankte Ferrari in lateinischer, dem Lütticher Bischof in deutscher Sprache. . Tie besonders für Berlin und Westdeutschland wichtige Frage des Gottesdienstes für die Polen wird das Epis kopat regeln. Aufsehen erregt eine Berichtigung, die der Münchener Rechtsanwalt und Kasino Vorstand Rump f der „Köln. Ztg." übermittelt hat. Nach dem Bericht der „Köln. Ztg." äußerte 9iumpf: „Der Papst ist d e r un seh lb arc Lehrer aller Nationen, das geistige Oberhaupt für alle Regierungen und alle Staaten." Nach seiner Berichtigung will Rumpf ge.agt haben : „Ter Papst ist der unfehlbare Lehrer aller Nationen, das Oberhaupt der katholischen Ehriftenyeit für alle Regierungen und Staaten." Toch selbst der Bericht der „K ö l n V o l k s - ztg." (Nr. 712, Seite 2, Spalte 3 oben), des. führenden Zentrumsblattes, und des offiziellen Festblattes hinsichtlich des Ausdruckes „O b e r h au p t d e r E h r i ft e n- h eit" de ck t sichvollkommenmitdem Berichtder „Köln. Zug.", wonach Rumpf den Ausdruck gebrauchte: „Der Papst ist der unfehlbare Lehrer aller Katholiken, das Oberhaupt der Christenheit, für alle Regierungen und alle Staaten." Tie „Köln. Ztg." , bemerkt zu dem Ausspruch Rumpfs, sie müsse die Auffassung auch in der berichtigten Form als unberechtigt und taktlos zurückweisen. Keine Nation in ihrer Gesamtheit sei geneigt, den Papst als ihren unfehlbaren Lehrer anzuerke nnen, und taktlos sei die Aeußer- ung, well sie in Preußen, einem vorwiegend von Protestanten bewohnten Staate, gefallen sei. Angesichts solcher Behauptung sei daran zu erinnern, daß die Protestanten dem Papste gegenüber noch heute auf dem Standpunkt Kaiser Wilhelms I. (Brief vom 3. September 1873 an Pius IX.) stehen. Aufhebung des Urteils gegen den Jähnrich z. S. Küffener. Bekanntlich hatte der Gerichtsherr gegen das Urteil des Oberkriegsgerichts, das den Fähnrich zur ece Hüssener unter teilweiser Aufhebung des Urteils der ersten Instanz wegen Ungehorsams gegen einen Befehl in Dienstsachen und wegen vorsätzlicher Mißhandlung eines Untergebenen mit tödlichem Ausgang zu 2 Jahren 7 Tagen Festungshaft verurteilte, Berufung eingelegt Jetzt hat das Reichsmilitärgericht die Revision des Gerichtsherrn gegen das Urteil des Oberkriegsgerichts im Falle des Fähnrichs zur See Hüssener insofern für begründet erachtet, als das Urteil sich nicht deutlich über die Willensrichtung des Angeklagten bei Ausführung des Stoßes und über das Vorliegen des dolus eventualis ausspricht. In der Verhandlung wies der Obermilitäranwalt zunächst den Einwand der Revisionsbegründung, daß das Oberkriegsgericht den Begriff ,äußerste Not und zwingendste Gefahr", aus dem die Annahme eines minder- schweren Falles beruhe, verkannt habe, als unbegründet zurück, ebenso unbegründet sei der Angriff auf die Beweiswürdigung des Oberkriegsgerichts. Vor der Revisions- instanz formell unzulässig sei die Behauptung des Gerichts- Herrn, daß die Entscheidung des Gerichts über die Frage des tätlichen Angriffes seitens Hartmanns nicht schlüssig war. Uebrigens sei in diesem Punkte zu Ungunsten des Angeklagten entschieden worden, sodaß keinesfalls der Gerichtsherr sich dadurch beschwert erachten könne. Als be gründet erachtet der Obermilitäranwalt aber die Rüge des Gerichtsherrn, die sich auf das Vorliegen des dolus eventualis und die Frage der Anwendung des § 212 des Reichsstr asgesetzbuch es bezieht. Tas Oberkriegsgericht habe als festgestellt erachtet, daß Hüssener den Hartmann lediglich leicht verletzen wollte, um ihn zum Stehen zu bringen, andererseits aber sei im Urteil ausgesprochen, Hüssener habe das Bewußtsein gehabt, daß er diesen Zweck durch bloßes Zugreifen mit der Hand hätte erreichen können und daß er nur die Waffe gebraucht habe, weil er sie gerade zur Hand hatte, unbekümmert darum, welche Folgen daraus entstehen würden. Tarin liege ein Widerspruch und das Urtell sei deshalb nicht haltbar. Ter Obermilitäranwalt beantragt daher, das Urteil aufzuheben und die Sache zur weiteren Verhandlung an das Berufungsgericht zurückzu- Der Verteidiger schloß -sich bezüglich der ersten Punkte dem Obermilitäranwalt an und suchte auch nach- zuweisen, daß der gerügte Widerspruch in dem Urteil nicht enthalten fei. Tas Gericht habe vielmehr den dolus even- tualls verneint, indem es annahm, daß der Angeklagte den Hartmann nur leicht verletzen wollte. In der Wendung des Urteils „unbekümmert darum, welche Folgen daraus entstehen würden", seien die für den Angeklagten, nicht sur Hartmann entstehenden Folgen gemeint Er beantrage daher, die Revision zu verwerfen. . Nach ^stündiger Beratung wird das U r t e i l des Ober- /rregsgerrchts, insoweit der Angeklagte wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todeserfolg in idealer Konkurrenz mtt rechtswidrigem Waffengebrauch verurteilt wird, nebst den daraus bezüg^n beträchtlichen Feststellungen aufgehoben und an die Berufungsinstanz zurück- ve rwiesen. In der Begründung des Beschlusses schließt stch. der Senat den Ausführungen des Obermilitäranwaltes r i daß es, ohne daß das Berufungsgericht sich deutlich darüber auchpricht, was denn eigentlich die Willens- ruhtung des Angeklagten bei Verübung der Tat gewesen sei der Revistonsinstanz nicht möglich fei, zu beurteilen, ob die getrosiene lbeietzesanwendung zutreffend fei oder nicht Die Möglichkeit der unrichtigen Gesetzesanwendung sei nicht von der §anb zu weifen. Soweit das Urteil die vorschrirts- widrige Behandlung Untergebener betrifft, wird die Re- Vision verworfen. Diese Nachricht wird in weitesten Kreisen des deutschen Lölkes mit Befriedigung ausgenommen werden. Denn die Strafe, die durch den Urteilsspruch des Oberkriegsgerichts! festgesetzt war, konnte nicht als eine Sühne dar Tat angesehen werden. Aus Stad! mü» Kand. Gießen, den 27. August 1903. ** Polizeinachrichten. Ter preußische Minister des Innern hat über die Mitteilung von V o r k o mm - nissen au Zeitungen d ur d), Beamte der Po - 1 i 2 e i folgende sehr bemerkenswerte Verfügung erlaßen: 1. Die P o l i z e i v e r w a l t u n g e n haben über Vorkommnisse auf polizeilichem Gebiete, die für das Publikum von Wert sind und deren Bekanntgabe keine öffent- lickten Interessen entgegenstehen, und über solche, deren Verbreitung im polizeilichen Interesse erwünscht ist, regelmäßig Mitteilungen den nach den Berichten schon bisher benutzten oder sonstigen etwa hierzu geeigneten Zeitungen zugehen zu lasten. 2. Die Prüfung, welche Mitteilungen zu machen sind, und die Abgabe derselben an die Zeitungen ist einem hierfür geeigneten Beamten der Polizeiverwaltung zu übertragen, der in zweifelhaften und in wichtigeren Fällen die Entscheidung des Chefs der Polizeiverwaltung oder seines Vertreters einzuholen hat. Die Mitteilungen sind bei der Polizeibehörde in der erforderlichen Anzahl von Exemplaren zu vervielfältigeu und den Zeitungen unentgeltlich zu machen; sie gehören zu den Amtspflichten der damit beauftragten Beamten." ** Statistisches über revisionspflichtige Anlagen iu n d Arbeiterzahl in Hessen. Die Jahresberichte der hessischen Gewerbeaufsichtsbeamten für das Jahr 1902, die nunmehr in dem Reick)sarbeitsblatt, herausgegeben vom Kaiserlichen statistischen Amt in Berlin, im Auszug wiedergegeben sind, zeigen an, daß im Großherzogtum Hessen am 1. Oktober 1902 im ganzen 5633 revisionspslichttge Anlagen bestanden haben; davon waren 3913 Fabriken und diesen gleichgestellte Anlagen und 1720 andere Anlagen, für welche der Bundesrat besondere Vorschriften erlassen hatte. Im Jahre 1901 waren im ganzen 4816 Anlagen nachgewiesen, jedoch ohne Gast- und Schank- wirtschaften, die im Jahre 1902 mit 483 an der Zahl hinzugekommen waren. Cs ergiebt sich also unter Berück- fichtigung dieses Umstandes, daß die Gesamtzahl der Anlagen um 334 zugenommen hat. Die Angaben resp. die Zählung der Gelverbebettiebe, namentlich der Zimmerei und Mühlenbetriebe soll jedoch im Jahre 1901 nicht so sorgfältig durchgeführt worden sein wie dies im letzten Jahre geschehen ist, und daher kann man annehmen, daß höchstens eine schätzungsweise Zunahme von ca. 200 Anlagen für 1962 notiert werden darf. Die Neuanlagen repräsentieren fick) zum größten Teil in Motorwerkstätten. — Die Zahl der Arbeller in Hessen betrug am 1. Oktober 1902 im ganzen 87 742, wovon 81688 eigentliche Fabrikarbeiter und 6054 Arbeiter an anderen Anlagen, welche nicht zu Fabriken zählen, beschäftigt waren, einschließlich der in Gast- und Schankwirtschasten beschäftigten Arbeiter. Im Jahre 1901 wurden 83 430 Arbeiter in Hessen beschäftigt, es ergiebt sich also eine Gesamtzunahme von etwa 2000 Arbeitern für das Jahr 1902. — Bemerkenswert für unseren Gießener Bezirk ist die Abnahme der jugendlichen Arbeller in den Ziegeleien. 108 gegen 160 im Jahre 1901. Es darf hier wohl nur der strengeren Kontrolle seitens der Polizeibehörden und Aufsichtsbeamten gut getrieben werden, daß die Unternehmer und Akkordanten lieber ganz auf die Beschäftigung der jugendlichen Arbeiter verzichteten, als daß jie die gesetzliche Arbeitszeit dieser Personen einhielten. Eine Zunahme der jugenolick)en Arbeiter dagegen ift im Bergbau, Hütten- und Salinenwesen, in der chemischen Industrie uni) in der Industrie für Nahrungs- und Genußmittel zu notieren. And); im Bekleidungs- und Reinigungswesen ist diese Zunahme anzugeben. — Den Arbeitsbüchern wird nach Ansicht gerade der hiesigen Beamten, sowohl von den Unternehmern wie audi von den Arbeitern leider immer noch zu wenig Bedeutung beigemessen. Die Vorschriften werden leider in vielen Fällen nicht befolgt. Auch die Gesamtzahl der Arbeiterinnen in Hessen hat zugenommen; ]ie beträgt 14 042 gegen 13 634 im Jahre 1901.- Im Bezirk Gießen speziell hat jedoch die Zahl der Arbeiterllinen abgenommen. Es sind nunmehr (1902) 2362 gegen 2491 Arbeiterinnen dortselbs! beschäftigt. W. Bad Salzhausen, 26. Aug. Gestern abend wurde zur Feier des Namenstages unseres Lan- ) es für st en hier von Herrn R. Trebes-Nidda ein Brillantfeuerwerk abgebrannt, welches viele Zuschauer herbeigezogeu hatte. Zum Schluß wurde dem Landesherrn ein Hoch ausgebracht. ? tzerchenhain, 25. Aug. Die hiesige Lehrerstelle soll jetzt, da sie eine lange Reihe von Jahren verwaltet wurde, definitiv besetzt werden; es hat sich ein Lehrer aus dem Kreise Lauterbach gemeldet. Seit 1893 wirkten an hiesiger Stelle acht Schulverwalter, außerdem fand noch während dieser Zell eine dreimalige Vertretung durch auswärtige Lehrer statt. Der jetzige Lehrer rückt am 1. Okt. zum Militär ein. Y. Schotten, 26. Aug. Wie alljährlich, so fand auch am gestrigen Ludwig st age wieder die große Familie n k o n f e r e n z der Lehrer-Bezirksvereine Gedern, Nidda und Schotten statt. Lehrer Tern - Ulfa hieß die zahlreich Erschienenen, unter denen si ch namentlich and) viele Gäste aus anderen Bezirksvereinen befanden, willkommen und widmete Kaiser und Großherzog sein Hoch. Hauptlehrer Storch von Butzbach, der burd} feine anheimelnden und patriotischen Gesänge in Heimat und Vaterland rühmlichst bekannte Wetterauer Poet entrollte dann in nahezu einstündigem Vortrage ein fesselndes Bild: „An den Ufern des Rheines und der Mosel". Zwischendurch brachte der Redner von ihm auf der Reife verfaßte Gedichte, in denen er feinen Gefühlen und Gemütseindrücken Worte verliehen hat. Als einer der schönsten dieser Gesänge muß „Die Wacht am Rhein" bezeichnet werden, in dessen Schlußstrophe der Dichter singt: Und mächt'ger schallts herüber, ich stimm' begeistert ein, Vom Niederwald herunter sang ich die Wacht am Rhein, Und heil'ger wogl's im Busen, mir war's wie beim Gebet, Am Fuß des Friedensengels hab' leise ich gefleht: Gott schütz' und schirme immer mein schönes Vaterland, Laß ewig sein gewunden das deutsche Einheitsband. Ergreifend war die Schilderung von den Eindrücken der Schlachtfelder von Metz. Stürmischer Beifall ward dem Redner am Schluffe seiner fesselnden Darbietungen, und freudig bewegt stimmte die Versammlung ein in das von Lehrer Ludwig aus Oberlais auf den Dichterkollegen ausgebrachte Hock). Im Verlause des gemütlichen Teiles wurde noch mancher würzige Toast ausgebracht, manches muntere Liedlein gesungen und namentlid)' trug das neugegründete Gesangs-Quartett des Lehrervereins Schotten viel zur Hebung der Stimmung bei. W. Vom Hoher odsköpf, 26. Aug. Gestern sand dahier auf luftiger Höhe die jährliche Fam ilien-Konter e u z e o a g c 1 i j d) c r Geistlicher des Dekanats Sd)otteu und der Umgegend statt. Zu derselben hatten fidi fo viele Teilnehmer eingefunden, daß das Klubhaus ganz besetzt wir. Auch der Superintendent der Provmz,und war erschienen. Dekan Müna; sprach einige.Begrußungs- und Willkonimensworte, woraus P,r e nach Inhalt und Form vollendeten Vortrag „Vogels belg^r^Skizzen" hielt. Ter Vortrag zeugte von ge- naucr Kenntnis des Vogelsberges und der großen - des Vorttagenden zu feiner Heimat. Reicher Verfall wu ihm zuteil. Dank stattete ihm Man ab. Später sprach noch der Supermtenoent Abschtedsworte, in denen er seiner Freude Ausdruck gab, oben mit den Amtsbrüdern so schöne Stunden verlebt zu haben. R. B. D a r m ft a b t, 26. Aug. In unmlltelbarer Nahe des Vorortes Traisa wurden hochinteressante ^aber funbe gemacht. Es wurde heute Zunächst cm Grab aus- gedeckt, dessen Reste aller Wahrscheinlichkeit nach aus der Zeit zwischen dem.9. und 7. Jhrhundert v. ^hr- stammen. Mit der sachverständigen Leitung dieser Ausgrabungen wurde Ministerialrat Sold an betraut. , , Frankfurt a. M., 25. Aug. Die Stadtverordneten genehmigten den Vertrag mit der Postverwaltung zur Cr- haltung des ehemaligen Bu n d e s t a g s p a l a st e s uno besdstossen die Erridstung einer städtischen Handelsschule für Mädchen mit zweijährigem Lehrplan und 80 Mk. Schulgeld. Homburg v. d. H., 26. Aug. Heute mittag 12.^0 Uhr wurde von dem fahrplanmäßigen Personenzug Usingen-Homburg unweit der Station Weyrheim auf dem Bahnübergang ein einspänniges Fuhrwerk überfahren. Der Ge- schirrführer blieb auf der Stelle tot, das Pferd, dem zwei Beine abgefahren waren, mußte getötet werden. Tas Fuhrwerk stammte aus Kransberg, wo der Eigentümer unter dem Namen der „lange Friedrid)" bekannt ist. Hanau, 25. Aug. Ueber die Einleitung eines Zeugniszwangsverfahrens berichtet die „Hanauer Ztg.", daß wegen zweier Spred)saalartikel über die Besetzung der Rektorstelle an der neuen Volksschule in Hanau, sowie wögen eines Lokalartikels über die Zwangsetatisierung der Stadt betr. die Zulage eines Mittelschullehrers ein Ermittelungsverfahren rtad) dem Verfasser der betr. Artikel gegen den verantwortlichen Redakteur der Zeitung eingelellet werden soll, wie ihr auf dem Oberbürgermeifteramt im Auftrage der Regierung eröffnet worden sei, angebtid) weil eine Pflichtverletzung vorliegen soll, da den Lehrern verboten sei, über Schulverhältnisse in Zeitungen zu berichten. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß wegen Veröffentlichung des letzten Artikels and) gegen die „Franks. Ztg." und die „Kleine Presse" vorgegaugen werden solle. Aer Audapester Zöarenhausörand von neuem entfacht. Ein heftiger Sturm, der am Mittwoch in Budapest herrschte, fadste das in den oberen Stockwerken des Gold- bergfd)en Warenhauses noch immer glimmende Feuer zu Hellen Flammen an. Ter bisher verschont gebliebene Teil des vierten Stockwerkes des Gebäudes geriet in Brand, den die Feuerwehr von Leitern aus zu bekämpfen versucht. Leichen wurden in dem Br and schütt bisher nicht gefunden. Jnzwisd)en beschäftigt sid) die öffentliche Meinung in Budapest fortgesetzt mit der Frage der Verantwortlichkeit für die Brandlatastrophe. Allgemein wird in scharfem Ton die Kommunalverwaltung angegriffen. Man erzählt u. a.: Als Kaiser Franz Josef aus der Brandstätte den Oberbürgermeister fragte: „Weshalb sind die Rettungsarbeiten nicht gelungen?" da gab der Oberbürgermeister, auf dessen Antlitz der Blick des Kaisers fest gerichtet war, wahrheitsgemäß die Antwort: „Weil die Feuerwehr requifiten unzureichend waren." Und so ist es wirklich. Die reiche Stadt Budapest hat zur Hälfte leere Feuerlöschdepots. Dort mangelt es an allen Ecken und Enden. Alle Großstädte des Auslandes besitzen z. B. moderne Feuerleitern, die man nicht unmittelbar an brennende Gebäude heranzuschieben braucht, wo sie den Flammen ausgesetzt sind, sowdern die, in einiger Distanz ausgestellt, in ihrer leichten Beweglichkeit zum Stützpunkt des Angriffs mit Tampfspritzrohren -dienen. Aber eine solche Leiter kostet viel Geld, und die Stadtbehörde wollte es nicht ausgeben. Die Budapester Blätter wenden sich aud) deswegen heftig gegen die Verwaltung, weil sie erlaubt, daß Einfahrten und Tore als Verkaufs- und Lagerplätze verwendet werden. Man fordert, daß jede Einfahrt in die Häuser eine bestimmte Weite habe, daß Gänge, Treppenhäuser, Treppen und Einfahrt vollkommen frei sein müssen. Denn die Haupturfache des schrecklichen Unglücks war aud) jetzt die Unmöglichkeit, aus dem brennenden Hause über Treppen und durch die Einfahrt zu entkommen. Tie Tätigkeit der Bmdapester Feuerwehr nach Ausbrud) des Brandes am Montag abend schilderte ein höherer Offizier des Löschkorps. Die erste Meldung, welckst am Montag an die Feuerwehr gelängte, lautete : „Gewölbebrand". Infolgedessen erschien anfangs die bei solchen Fällen übliche geringe Löschmannschaft mit Zwei Spritzen an der Brandstätte. Einige Minuten nad) Entstehung des Feuers standen aber bereits Parterre und erster Stock in Flammen. Der Kommandant des Lösdizuges meldete nun sofort der Feuerwehrzentrale: „Große Gefahr". Schon nach einigen Minuten kamen von allen Seiten Löschzüge sämtlicher Bezirke herbei. Tas Feuer hatte jedock) so blitzschnell um sid) gegriffen, daß beim Eintreffen der Mannschaften an Rettung des Warenhauses nicht mehr gedacht werden konnte und das Bestreben der Feuerwehr darauf gerichtet war, das angrenzende Haus, dessen erster Stock ebenfalls einem Flammenmeere glich, zu retten. Damals war es bereits ein Ding der Unmöglichkeit, eine Schiebeleiter an das brennende Warenhaus zu lehnen, da jeder Zoll des Hauses völlig in Brand stand. Kein einziger Feuerw.ehrmami konnte während des Feuers in das obere Stockwerk gelangen, wäre es nur einem einzigen geglückt, den vierten Stock zu erreichen, so würden alle Gefährdeten gerettet worden sein, da ein einziger Feuerwehrmann genügt hätte, den Rettungsschlauch hinaufzuziehen und in diesem die oben befindlichen Personen auf die Straße hinabgleiten zu lassen. Nach mehrmaligen Versuchen der gewandtesten Feuerwehrleute, hinauszukommen, mußte man dieses Beginnen als gänzlich aussichtslos einftellen. Die Anwendung der Sprungtücher erfolgte zu möglichst früher Zeit. Anfangs war die Feuerwehr hierbei burd) den kolossalen Andrang der Menge behindert, sodaß ~ einige Feuerwehroffiziere sid) mit dem Seitengewehr Bahn bredjen mußten, um unter jenen Teil des Gebäudes zu gelangen wo Personen hoch oben sichtbar wurden. Als das Rettunas- tuch endlich ausgespanill werden tonnte, war es nicht mehr möglich, das Tuch genügend strass und in der richtigen Nähe zu ziehen. Tie siedende Hitze, sowie herabslürzende Trümmermassen ließen die Feuerwehrleute nicht unter die Fenster treten, und so kam es, daß, während der äußere Teil des Sprungtuches, zu dessen Bedienung auf feder Seite wenigstens acht Feuerwehrleute notwendig sind, genügend gespannt werden konnte, der dem brennenden Bau gewendete Zeit nur von drei bis vier todesi utigen Männern gehalten wurde, deren Konstitution trotz der immensen Hitze noch irgendwie standhielt. Die meisten herabgesprungenen Personen erreichten das Sprungtuch, das jedoch stets nachgab und auf das Pflaster aufstieß. Die große Erschütterung, welche dieses Abprallen verursachte, hat bei der überwiegenden Zahl der Herabgesprungenen tödliche Gehirnerschütterungen hervorgerusen. Außerhalb des Sprungtuches fielen von etwa 20 Personen höchstens vier oder fünf nieder, jene nämlich, die ohne Sigchal aus entfernteren Fenstern den Todessturz wagten. Der Kaiser spendete für die Geschädigten aus eigenen Mitteln 5300 Kronen. Gegen den Kommandanten der Feuerwehr, Szerbovszky, wird, wie das Ungarische Korr.-Bureau meldet, Disziplinaruntersuchung eingeleitet. Die Feuerwehr setzt die Bergungsarbeiten fort. Im 3. Stock wurden z"w e i gänzlich verkohlte Leichen aufgefunden. Mehrere Personen wurden als vermißt angemeldet, die jedenfalls bei dem Brande ums Leben kamen. Von München hergesandte Fachmänner erklären, daß bei dem Bau des Warenhauses, aber auch bei den Rettungsarbeiten große Fehler gemacht worden seien. Vermischtes. * Der deutsche Kaiser, sagt ein englisches Blatt, zählt zu den eifrigsten und kunstverständigsten Theaterbesuchern; er ist aber ziemlich unnachsichtig in seiner Kritik. Anders Kaiser Franz Joseph, der kleine Fehler bei den Premieren durchgehen läßt. Sein Applaus ist nicht selten bei der Beurteilung und Aufnahme eines neuen Stückes maßgebend gewesen. König Eduard, der englische Thronfolger und die englische königlische Familie sind weniger von ernsten, dramatischen Stücken eingenommen, als von Burlesken, Operetten und Singspielen. Der junge König von Italien und seine Gemahlin nehmen reges Interesse an den Vorgängen auf der Bühne, und man sieht sie häufig die Einzelheiten und die schauspielerischen Leistungen besprechen. Der Zar verharrt in seiner Loge interesselos, aber der undankbarste königliche Theaterbesucher ist der König von Rumänien. Wenn er nicht gähnt, so schweifen seine Blicke uninteressiert über die Bühne hinweg. * Saloniki, 26. August. Der türkische Generalstabsarzt Jacques Paschaist infolge Blutvergiftung gestorben, die er sich bei der Operation verwundeter türkischer Soldaten zugezogen hatte. Kunst und Wissenschaft — Der bekannte naturwissenschaftliche Schriftsteller Ernst Krause (Earus Sterne) ist in Eberswalde an einem Herzschlag g e ft o r b e n. — Bemerkenswerte römische Fuirde sind im Habichtswalde bei Osnabrück gemacht worden. Der Entdecker, Professor Dr. Knothe, schließt aus ihnen, daß jenes Terrain der Schauplatz des zweiten Varuslagers aus der Schlacht im Teutoburger Walde sei.________________________ Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) L. R. Anzeiger für die Stadt Bern, Ausl. 17 500. Universttäts Nachrichten. ss Marburg, 26. Aug. Die Immatrikulationen für das am 15. Oktober beginnende Wintersemester an hiesiger Universität haben an folgenden Tagen zu geschehen: Theologen am 15., 21., 27. Oktober und 2. November, Juristen am 16., 22., 28. Oktober und 3. November, Mediziner am 19., 23., 29. Oktober und 4. November, Philosophen am 20., 26., 30. Oktober und 5. November. Die endgiltige Immatrikulation findet am 14. Novbr. in der Universitätsaula statt. Die Vorlesungen müssen bis zum 12. November belegt sein. Gerichtssaal. A l l e n st e i n, 26. Aug. Wie die „Allenst. Ztg." meldet, wurde in der gestern in Sensburg stattgehabten Sitzung des Kriegsgerichts der 37.Division über das Duell, welches am 18. August zwischen Offizieren des 73. Feldartillerie-Regiments stattfand und mrblutig verlief, verhandelt. Die Ursache des Duells war ein Wortstreit. Leutnant Kayser wurde zu vier Monaten, Leutnant K l a u e n f l ü g e l zu drei Monaten und Leutnant W ü ll f ch e, der die Forderung überbracht hatte, zu einem Tage Festungs haft verurteilt. GingesanM. (Für Form und Inhalt aLct unter owser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Es ist nicht wahr, daß die Gemeindevertretung von Großenlinden den Bewohnern des Steinwegs das Bachwasser entzieht. Um eine Gemeindeangelegenheit handelt es sich im vor- lieqeilden Falle überhaupt nicht. Durch den Steinweg fließt der Mühlbach, und da dieser an der einen Straßenseite offen war, bestand für das Publikum eine gewisse Gefahr. Diese Gefahr zu beseitigen Hal seil Jahren ein Bewohner des Steinwegs, der wahr- schemlich mit jenem Einsender identisch ist, verlangt. Der Unterzeichnete mußte die Beschwerde stets zurückweisen, weil die Brücke und die Straße nicht durch die Gemeinde, sondern durch den Kreis unterhalten wird. Schließlich machte der Beschwerdeführer die Gendariiierie auf die Gefahr aufmerksam. Mit welchem Erfolge weiß ich nicht, da, wie bereits angedeutel, es sich hier nicht um eine Gemeinde-, sondern um eine Kreisstraße handelt. Dieser Tage nun ergänzte die Kreisstraßenverwaltung die alte Holzbrücke durch einen Zementröhrenkanal und erteilte dem Anwohner die Erlaubnis, seinen bis jetzt offenen Hof durch Verlängerung jenes Kanals und Anbringung eines Tores zu verschließen. Was erlebte man? Derselbe Steinwegsbewohner, der früher die Polizei anrief, daß das offene Wasser beseitigt wird, stellt sich nunmehr auf die Straße und schreit „Mordjo", ihm werde die Benutzung des Wassers entzogen 1 Das ist recht bezeichnend für diesen Herrn. Durch die Neuerungen werden die Zustände zum Wafferholen wesentlich verbessert. Wenn der Eingang für Pferde zur Tränke auch verschmälert wurde, fo reicht er noch aus und wer da nicht hineinreiten kann, dem spreche ich die Befähigung ab, mit Pferden umzugehen. Daß die Tränke offen blieb, hat man meiner Fürsprache zu verdanken. Ob nun das mit Jauche und allem Unrat gesättigte Bachwasser als Trinkwaffer die Gesundheit der Tiere fördert, kann ich nicht beurteilen. Sollte dieses Wasser für Pferde und Rindvieh nachteilig wirken, dann wäre es allerdings erwünscht gewesen, das erste Projekt der Kreisstraßenverwaltung wäre zur Ausführung gekommen und damit die Tränke fürs Vieh beseitigt, denn das Galoppreiten zur Tränke ist eine Tierquälerei und für die Straßen- passanten ost lebensgefährlich. Doch alle diese Dinge silid Nebensache, der Schwerpunkt liegt darin, daß der Nachbar der Tränke seinen Hof verschließen will, obwohl einige Bewohner des Slein- wegs behaupten, sie hätten durch Ersitzung das Recht erhoben, jenen Hof zum Wasserholeii und zum Tränken des Viehes zu passieren. Wiederholt habe ich dieseir Beschwerdeführern erklärt, daß dieser Streit nicht durch die Gemeindevertretung, sondern nur durch die ordentlichen Gerichte abgeurteilt werden kann. Daß dem so ist, kann jeder Untertertianer, nicht aber der Verfasser jenen Eingesandts begreifen und deshalb ist es zwecklos, auf alles Werter- einzugehen. G r o ß e n l i n d e n, 25. August 1903. Leun, Bürgermeister. Meteorologische Beobachtungen _________der Station Gießen._________ August 1903. rrometer aus 0° rduziert nperatur er Luft _____- bsolute lchtigkeit lelative uchtigkeit p p d jQ in d stärke Wetter — Wit 26. 226 753,6 18,2 10,0 64 W. 4 Sonnenschein 26. 925 755,4 13^ 9,4 83 SW. ! 4 Hell. Himmel 27. 754.6 13,0 9,8 89 SW. ! 2 J Bed. Himmel )chste 2 .emperc ltur a m 25. -26. Äug. 18,9o C. Niedrigste „ 25. -26. , 12,8" C. Wetter. Verlauf der Witterung von Dienstag bis Mittwoch. Das am Montag südlich Irland erschienene Tief ist vorüber gezogen, wobei der Wind von Süden über Westen nach Nordwesten drehte. Die Negenfälle waren wegen der Nähe des Hoch's gering. Zu gleicher Zeit hat sich das Hoch, wie zu erlvarteu, mehr über unsere Gegend ausgebreitet, sodaß heute, Mittwoch, die Bewölkung abnimmt und vielfach heiteres Wetter herrscht. Doch scheint die Herrschaft des Hochs nicht lange anzudauern, da im Nordwesten ein kräftiges Tief erschienen ist, sodaß in Irland und Schottland ber südlichen Winden schon wieder Regen fällt. Auszug aus itu Archrubiichern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Matthäusgemeinde. Den 16.Aug. sJiein- Hard Kröll, Kaufmann zu Offenbach a. M. und Elise Marie Hofmann, Tochter des Spezereihändlers Wilhelm Balthaser Hofmann zu Gießen. Johannesgerneinde. Ten 15. August. Ernst Georg Karl Ludwig Rohde, Rechtsanwalt zu Darmstadt und Margarete Luise Wilhelmine Sturmfels, Tochter des verstorbenen Reallehrers Heinrich Stnrmfels zu Gießen. Getaufte. Marcusgemeinde. Den 16.August. Dem Schreiner Otto Harig eine Tochter, Elise, geb. den 7. Juli. Den 18. August. Dem Wirt Adam Ubrich eine Tochter, Elise, geb. den 15. August. Lukasgemeinde. Den 9. August. Dein Hilfs- rangiermeister Heüirich Geitz ein Sohn, Karl Heinrich, geb. den 23. Juli. Den 16. Aug. Dem Schlosser Willy Müller ein Sohn, Wilhelm, geb. den 24. Mai. Denselben. Dem Hilfsheizer Adolf Gabriel ein Sohn, Hans, geboren den 25. Juli. Denselben. Dem Friseur Emil Koch ein Sohn, Wilhelm, geb. den 25. Juni. Denselben. Tenr Schneider Johannes Find ein Sohn, Konrad Johannes, geb. den 14. Juli. Beerdigte. Matthäusgemeinde. Den 18. August. Heinrich Wagner, Gewerbebanks-Direktor i. P., 66 Jahre alt, starb den 16. August. Familien Nachrichten. Verlobte: Frl. M. R o s s i in W i b o r g (Finland) mit Herrn E. Dieckmann in Bad Nauheim. Gestorben: Fraü Margareta Hoffmann, aeb. Fuldat in Grünberg. — Herr Johannes Mafsing, Alt- Bürgermeister in Griesheim. — Frau Eva W e x, geborene Scheibel m Butzbach. — Herr JohannHeinrichScheuer- mann, Kanzleimspettor in Darmstadt. 0^0* e o 4s- s s K OD Ci £ U <3? öd P •Ä <5 OC4 P CD P öd o ■>o c 6r ss öd SS Z tT ss "O § .c üä e öd «rt p ti p js Z 2 _ 6* so ss -SS öd CD C SS CD SS p s «st“ C c IS) c o s SS öd CD S c «st c Z «s> CD ,SS I o sP ÖD T- ss ^5- ■U L P :o P 1 p P öd CD. e Ätz e D> IS) 85 i P vO o O SdS ® Z •— "t «t •_> ö» p 00 1 SS can 2 C P o .. „ „ «n c- p “•«1 ® p £ § & « c ’Ä' CD o p p tP: o S^P P p CD V P ** <5. o A .5 ’öd 00 P p o CO 83 st <üt «st CD eo p O VD OD PS e i-t '•Q' Cl» *-£» CD CD UD O o «K CD s rO CP PPC ä-'P’ o -P p :C -*-» o - ' vC'tö O S— o CD P “2 QSt P o C C?-2 o CD P C O JQ P .2 t: A W -Ä c p trc c Si-—* :P Ö jQ XI Bä E)L p L >b 2^' 'S" - c P vO p E ® CD P 5 ? iS p z: jo c 00 C P :P a'*ex ‘eS " Jr* F* ip. =-• ZZ p — -C a. % p" o Ä o c? p öSg & v ■SS c, p 2 tu P -*> 3 p X 2 c .5 5 op g äXX® o (ycr? » 2 D = jQ p 5 -a 13 p 2 p . p "" arr CD _j_» P ö « . 5 « c ö ’S p p -9 ä® 5 p St 'Z 2 G.5 t: p p o XD o ” P . d'" o — P ~ o P .' P •** P CD Cl» X7 dj- O jp o CL» o CJ . °p p p^ p p «$t r- p *5 .p- p « h o -p fto L „ o c K » p •b; « 8 .. pr LK p^ o so «Ä w P P -2 P p S® g-p CD öS rjT P 'S 5 r-> cd’o ä ZA ÖD W •• cDtr-- ■g p o P p P 'o ff Q LWZ p P CD m 2 *2 sO:° CD 2«. »TZ s Acj«o ÖD p <2 p :o P § CZ —■ t-J 5-^öi ^-c-o p’e .5 P « 2“ öd 00 *—■ P jQ S p P S p L O O ÖD St: ss « Sttr.: A, b( 11 Septem Bürgerwtt dwNM 29 und 3 1) 2) 3) 4) ö)- 6) 3 zur Emstc Tags gegen sinr voi im Sure IDOjU id) i w* (smrotnbu' aujNe Sn D Die ftraße w Gi MOllchimMtMesKM Bestellungen auf das Adreßbuch ZUM Vorzugspreise von M. 2.50 Eden in unserer Geschäftsstelle und durch unsere Zeitungsträgcr entgegen genommen. - Wir weisen wiederholt darauf hin, daß unser lKeis-Adretzbuch dar gesamte Adressenmaterial der stabt Gießen and der sämtlichen Landorte des Kreises in übersichtlicher und genauester Anordnung enthält. Verlag des Gießener Anzeigers. >> Bekanntmachung. Bei der hiesigen Stadlkasse ist die Stelle des zweiten Stadtkassegehilsen auf L Oktober anderweit zu besetzen. Bei zufriedenstellenden Leistungen kann nach 6 monatlicher Probedienstzeit Anstellung erfolgen. Mit der Stelle ist ein pensionsfähiger Gehalt von 1480 Mark, steigend um jährlich 40 Mark bis zum Höchstbetrag von 2200 Mark, sowie Witwen- und Waisenversorgung verbunden. Im Rechnungswesen bewanderte Bewerber wollen ihre Meldung mit Lebenslauf, Zeugnissen und Gesundheitsschein bis zum 20. September hierher einreichen. Gießen, den 24. August 1903. 6429 Der Oberbürgermeister. M ec um. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der im Hessischen Landkalender für Dienstag den 15. und Mittwoch den 16. Seplember vorgesehene Biehmarkt im Anschluß an die landwirtschaftliche Ausstellung bereits am Montag den 14. und Dienstag den 15. September, an ersterem Tag auf dem Trieb, stattfindet. Der Krämermarkt bleibt auf Mittwoch den 16. September bestehen. Gießen, den 24. August 1903. 6443 Der Oberbürgermeister: Mecum. pferde- etc. Versteigerung. Dienstag den 1. September, vormittags 10 Uhr, sollen im Großh. Hosmarstalle dahier zwei seit längerer Zeit kastrierte Landgestütsbeschäler, sowie einige abgängige Stallgerätschaften re. versteigert werden. Darmstadt, den 26. August 1903. Großherzogliche Landgestüts-Direktion. von Millich. 6434 ______________ Eine der Hk« Zeutschen Lebells-Verfilhermgs- GkskllsAstell beabsichtigt für die Stadt Gissten eine weitere 6436 sMittlfye Vertretung unter günstigen Bedingungen zu errichten. Herren, welche zu besseren, namentlich auch zu israelitischen Kreisen gute Beziehungen haben und selbst sich der Erwerbung von Versicherungen zu widmen bereit sind, wollen schriftliche Anerbieten unt. F Kä 4534 an die Expedition d. Bl. einsenden. 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