Samstag Juni 1903 Zweites Blatt. 153. Jahrgang £53 Die Heutige Wummer umfaßt 16 Seiten Nr. 148 Vrscheint ISgltch außer Sonntags, Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dein hessischen Landwirt die Gießener Zamtlien- blätter viermal in der Woche beigelegL Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Untpers.-Buch- u.Stein- b ruderet (Pietsch Erben) Vtedaktion. (fcrpebttton und Drucrerei: Schulstratze 7, Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FkrnlprrchanlchlußNr.61. und den geistigen Bewegungen zu sein. Sie stellt das aus- gleichende, versöhnende Moment dar, und es ist zu wünschen, daß es ihr gelingen möge, auch die gebildeten Kreise des Volkes zu eifriger Mitarbeit zu gewinnen! (Lebh. Beifall.) Weter der Anerkannte. \ Die Thronbesteigung des Königs von Serbien ist den europäischen Mächten nunmehr amtlich zur Kenntnis gebracht worden; Kaiser Wilhelm hat als erster der Souveräne der Großstaaten die Mitteilung; mit einem Glückwunsch erwr'd crt. So sehr der Königsmord in Belgrad das Empfinden des gesitteten Europas enipört, so notwendig ist nun doch die Herstellung geordneter Beziehungen zu der neuen Negicritng, die unter den obwaltenden Verhältnissen als die gesetzmäßige und als die allein mögliche angesehen werden muß. Des Kaisers in französischer Sprache abgefaßte Depesche hat in deutscher Uebersetzung folgenden Wortlaut: „Ich habe die Anzeige, durch welche Eure Majestät mir die Mitteilung von Ihrer Tyronbesteigung machten, empfangen und nehme von dieser Mitteilung Notiz. Ich hege die Hoffnung, daß Eure Majestät Ihr Bemühen darauf richten werden, daß die guten Beziehungen, welche seither zwischen Deutschlano und Serbien geherrscht haben, in Zukunft aufrecht erhalten und sich weiter entwickeln werden. Ich gebe dem Wunsche Ausdruck, daß die Regierung Eurer Majestät eine Periode des Friedens und des Fortschrittes *ür Ihr Königreich inaugurieren möge. Wilhel m." Aehnlich äußerte sich auch Kaiser Franz Joseph. An dem diplomatischen Empfang am 26. d. M. zu Belgrad nahmen nur dre Gesandten oon Oesterreich und Rußland teil. Nach der Notifizierung der Einsetzung der töutglicheu Regierung nahm der ösierreichis^ ungarische Gesandte offiziell die Beziehungen auf, da die Negierung nunmehr vollkommen gesetzmäßig h.. Das scrbijtyc „Amtsblatt" veröffentlicht einen Armeebefehl des Königs, in dem es heißt: Den Thron meiner glorreichen Vorfahren besteigend, übernehme ich auch gefunden haben, erfüllt mrcy mit besonderer Genugtuung. Ich hoffe, daß diese Nachbildungen aus unserer alten Kulturgeschichte viele junge amerikanische Studenten axv- spornen werden, nach Deutschland zu kommen, um dort die Originale und das Volk, welches diese Kunstwerke hervorgebracht hat, zu studieren. Mein aufrichtiger Wunsch geht dahin, daß unsere beiden Völker sich aneinander besser kennen lernen. Kein ernstdenkender Bürger in Amerika ünd Deutschland, ist, wie ich weiß, der Meinung, daß die Harmonie und der Fortbestand unserer gemeinsamen Interessen gestört werden könnten durch Tatsachen, die unsere Beziehungen dauernd beeinflussen. Wir sind zu eng aneinander gewiesen durch unsere gemeinsamen Interessen. Rivalitäten aus dem Gebiete des Handels und Gewerbes werden immer vorhanden sein, aber die Kraft, die uns zusammenführt, ist zu stark, um das Entstehen eines Antagonismus zu erlauben. Es ist meine feite lieber- zeugung, daß die Hunderttausende von Deutschen, die in den Bereinigten Staaten leben und dort ihr gutes Fortkommen iüden, und die sich dabei in ihrem Herzen die warme Liebe für ihr altes Vaterland bewahrt haben, den Weg ebnen für eine ungestörte Entwicklung unserer Beziehungen, die für unsere Länder von so hoher Bedeutung sind. Es ist meine Pflicht, Euere (^zellenz zu bitten, Sr. Exzellenz dem Präsidenten der Vereinigten Staaten Dank zu sagen, für die freundliche Begegnung, die wir seiner Zuvorkommenheit verdautem Wir alle bewundern seine Charakterstärke, seinen eisernen Willen und seine Hingabe an sein Land und seine unbeugsame Tatkraft und wir ergreifen gern die uns über den Ozean entgegengestreckte Hand in herzlicher Freundschaft und im Gefühl, daß Blut dicker ist, als Wasser! Meine Herren! Ich trinke auf das Wohl Seiner Exzellenz des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Gott segne ihn und die Vereinigten Staaten. Kesstjche Kolkskuude. R. B. Darmstadt, 25. Juni. Ueber Wesen und Ziele der Volkskunde hielt, wie schon kurz berichtet, der neue Vorsitzende der „Hessischen .Vereinigung für Volkskunde", Professor Dr. Strack- Gießen einen Vortrag, worin er etwa folgendes ausführte: Man sehnt ft ch in unserer Zeit wieder nach dem heimatlichen Boden zurück, auf dem die individuellen Eigenschaften wachsen und ihre Früchte tragen. Man strebt darnach, die Kluft zu überbrücken, die sich zwischen den einzelnen Schichten der Bevölkerung, zwischen Arm und Reich, zwischen Gebildeten und Ungebildeten geöffnet hat. Die Volkskunde ist keine neue Wissenschaft, sondern sie sucht nur die früher getrennt betriebenen Einzelstudien über das Geistesleben des Volkes zu einer einheitlichen großen nationalen Strömung zusammenzufassen. Es handelt sich hier nicht um den Begriff des „Vulgus" der Römer oder einen bestimmten Stand, sondern um das Volk im weitesten Sinne; die Volkskunde beschäftigt sich mit allen denjenigen Lebensäußerungen, die aus dem gemeinsamen Untergrund der Seele hervorgehend, aus dem Volksleben hervorsprießen und ein verwandtes Gepräge tragen. Wir leben nicht blos als Einzelwesen, sondern werden überall bestimmt durch die Gemeinschaft in Familie, Volk und Staat und sind an die Gesamtheit gebunden durch die Macht der Ueberlieferung. Diese Gemeinschaften leben in uns, sie reden in uns. Das zeigt sich uns am zwingendsten auf dem Gebiete der Sprache, deren Inhalt und Gepräge sich allmählich herausgebildet hat durch die Mitwirkung vieler Generationen. Welch köstlicher Schatz tritt uns dabei auf dem Gebiet der Volkspoesie entgegen! Wir sind aber auch durch Sitten und Gebräuche aller Art an dre Entwickelung durch Jahrhunderte gebunden, schon beim Eintritt in das Leben durch Taufe und Namengebung. Unsere Tänze und Spiele, die studentischen Gebräuche 2C. vollziehen sich in von Alters her herausgebildeten Formen und auch dre Sitten der Verlobung, die Formen der Eheschließung (der Trauring führt uns in das römische Altertum zurück und wurzelt in der alten Sitte des Brautkaufes durch den Bräutigam und hat zu dem alten Spruch geführt: Ist der Finger beringt, so ist die Jungfer verdiengt!) Ferner die Gebräuche beim Essen, Trinken, bei Wohnung, Kleidung rc., kurz bis zum Grabe, zur Totenbestattung und Totenverehrung wurzelt aller mehr oder weniger in den uns überkommenen Traditionen unseres Volkstums. So sieht man, in wie starkem Maße auch die höheren, gebildeten Klassen der Bevölkerung und der moderne Herrenmensch" in vielen der wichtigsten Beziehungen „Massenwesen" sind. Noch schärfer tritt die geistige Gebundenheit hervor bei Kindern und bei Urvölkern. Während das höchste Streben des Gebildeten dahin geht, seine ganzen individuellen Eigenschaften juim Ausdruck zu bringen, i st das Ausgeprägteste des Bauern sein zähes Festhalten am Althergebrachten, an konservativen Sitten und Gebräuchen. Und wie bei den Kindern die Individualität in körperlicher und geistiger Hinsicht erst allmählich eine bestimmt ausgeprägte Form annimmt, so auch im allgemeinen Volksleben und im großen Reich der Natur. Bezeichnet doch schon Goethe eine der hervortretendsten Aenßer- unaen des Volkstums, den volkstümlichen Werglauben, als die Poesie des Lebens. Es leuchtet ein, daß darauf auch die wissenschaftlichen Ziele der Volkskunde eine hohe Bedeutung haben und die Wissenschaft derselben große Dienste leisten kann. Den mannigfachsten Aeußerungen des Volksgemüts nachzuspüren und das Gemeinsame eines Volkes anjchaulich zur Darstellung zu bringen, ist die Aufgabe der Volkstunde. Sie knüpft die Bande fester, die uns an die Heimat fesseln, indem sie uns die Eigenart unseres Volkstums wiederfinden läßt. Und so vermag uns die Volkskrinde wohl auch an ihrem Teile eine Führerin und Beraterin in den gegenwärtigen schwierigen sozialen Verhältnissen Kaiser ZHUYelm und Roosevelt. Der deutsche Kaiser hat an Präsident Roosevelt folgendes Telegramm gerichtet: „Bei meiner Ankunft in Kiel wurde ich.von dem schönen amerikanischen Geschwader begrüßt und hatte das Vergnügen, den Wmiral Cotton und die Kapitäne zu empfangen. Es war Ihrerseits ein sehr glücklicher Gedanke, das Geschwader nach Kiel zu senden, und ich bin dank diesem Umstande in der Lage gewesen, das prächtige Flaggschiff „Kearsarge" heute zu besichtigen, wobei ich den Kapitän zu dem außerordentlich hohen Maße von Tüchtigkeit und Eleganz des Schiffes und dem guten Aussehen seiner tapferen Mannschaft beglückwünschen konnte. Mit deür Ausdruck meines wärmsten Dankes versichere ich Ihnen, daß das Geschwader hier herzlich willkommen ist, und ich hoffe, ihm seinen Aufenthalt angenehm machen zu können. Jederinann wird sich darum bemühen, daß es sich hier heimisch sichle in ErwUrerung des freundlichen Empfanges, der meinem Bruder von den Bürgern der Vereinigten Staaten zu teil geworden ist. Wilhelm." Die telegraphische Antwort Roosevelts ist uns kurz vor Schluß der Redaktion drahllich zugegangen. Sie lautet: „Ich danke Ew. Majestät sür die huldvolle Bewillkommnung des Geschwaders der V. St. und sür die in Ew. Majestät Depesche ausgesprochenen anerkennenden Worte. Ich erhielt vom Admiral Cotton bereits Mitteilung über die Feierlichkeit, die Ew. Maj. ihm und seinem Geschwader erwiesen haben. Dieses Zeichen der Freundschaft und des Wohlwollens für die V. St. machen auf mich einen tiefen Eindruck. ' Ich erwidere die in Ern Majestät Depesche zum Ausdruck gebrachten Gefühle auf das Herzlichste. Th. Roosevelt." ■_______, _ - __ _ Bezugspreis: monatlich 76^1.,Dterteb GietzenerAnzeigerW ** General-Anzeiger w SßecaRtroocilidb tüt v v den poltt und aOgern. Amts- und Amelgeblatt für den Kreis Gießen MW - V zeiaenteU: Han« Beck. Gießen, den 26. Juni 1903. Betr.: Die Bedeckung der Stuten durch die Landgestüts- beschäler in 1903. Das Großherpgliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Wir sehen der Einsendung der Verzeichnisse über die in diesem Jahre von Ihnen ausgestellten Bedeckscheine oder dem Berichte, daß solche nicht ausgestellt worden sind, binnen acht Tagen entgegen. Ausgestellte und wieder zurückgegebene Scheine müßen anter Angabe des Grundes der Rückgabe den Verzeichnissen angeschlossen werden. ___________I. V.: Dr. Kranzbühler.____________ Bekanntmachung. In der Zeit vom 20. bis 27. Juni 1903 wurden in hiesiger Stadt gefunden: Geld; verloren: 1 silberne Zündholzbüchse, 1 Spazierstock mit silbernem Knopf und chinesischer Aufschrift, 1 gelbes Leder- Portemonnaie mit Inhalt und 1 Eisenbahn-Fahrkarte Echzell-Gießen. Der Empfangsberechtigte des gefundenen Geldes beliebe seinen Anspruch alsbald bei uns geltend zu machen. Großherzogliches Polizeicuyt Gießen. Hechler. Aas amerikanische Geschwader in Kiel. Kiel, 26. Juni. Der Kaiser nahm heute abend an dem von dem amerikanischen Botschafter Tower im Saale der Seebadeanstalt gegebenen F e st m a h l teil. 72 Einladungen waren ergangen. Der Kaiser saß zwischen dem Prinzen Heinrich und dem amerikanischen Botschafter in Rom, Meyer, und dem Oberhof- und Hausmarschall Graf zu Eulenburg zur Rechten, dem amerikanischen Botschafter in Berlin, Tower, und dem Hausminister v. Wedel zur Linken. Gegenüber dem Kaiser nahm der amerikanische Admiral Cotton zwischen dem Reichskanzler Grafen Bülow mü) dem Wmiral Köster Platz. Bei dem Festmahl hielt der amerikanische Botschafter in englischer Sprache eine Rede, die in der Uebersetzung lautet: „Es ist mir eine ganz besondere Freude, Eurer Majestät den Admiral Cotton und diejenigen Offiziere der Marine der Vereinigten Staaten, welche denselben bei seinem Besuch in Kiel begleiten, vorstellen zu dürfen. Mit ihren Kriegsschiffen sind sie in friedlicher Mission hierhergekommen. Sie überbringen herzliche Gefühle der Freundschaft von Amerika für Deutschland. Ich bin überzeugt, daß Eure Majestät und Euer Majestät Volk dieselben Gefühle dem Präsidenten,und dem Volke der Vereinigten Staaten gegenüber begen. Eurer Majestät Interesse für uns haben die vielen denkwürdigen Gelegenheiten bewiesen, ganz besonders bei dem Besuche Seiner königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich von Preußen, welcher im ganzen Lande mit Kundgebungen herzlichen und aufrichtigen Willkommens empfangen wurde und bei seiner Einschiffung zur Rückkehr über den Atlantischen Ozean den allgemeinen Wunsch bei uns zurückließ, er möchte seinen Besuch wiederholen. Eure Majestät haben diesen Gefühlen auch jetzt wieder durch die kürzlich der Harvard-Universität geschenkten prächtigen Abgüsse Ausdruck gegeben. Diese Werke bilden eine so auserlesene Kollektion der besten Proben der Skulptur und Architektur in Deutschland, daß sie allein schost ein Kunstmuseum dar stell en und der amerikanischen Jugend vorzügliche Gelegenheit zum Studium bieten werden. Sie wird von nun an Eurer Majestät als ihres großen Wohltäters gedenken. Das gegenseitige Verständnis zwischen den Völkern, wie zwischen den Individuen, wird am besten erreicht durch den persönlichen Verkehr, welcher zu einer besseren Bekanntschaft führt, und es ist das glückliche Resultat einer Gelegenheit wie der jetzigen, daß Freunde die Bande der Freundschaft neu befestigen, was bei so großen Brächten, wie Deutschland und Amerika ein Segen für die ganze zivilisierte Welt ist. Die Bemühungen Deutschlands und der Vereinigten Staaten sind bei der Ausbreitung der Zivilisation und bei der Au s- oehnung des Handels und des Weltfriedens unentwegt auf dasselbe Ziel gerichtet. Ja sogar unsere persönliche Bekanntschaft gestaltete sich desto sicherer, entdecken wir, tote nah die Pfade beieinander liegen, wie leicht wir ihnen zusammen folgen können, wieviel wir jeder durch Aufrechter h altung der Eintracht in Zukunst wie in der Gegenwart und Vergangenheit gewinnen können. Amerika, Euere Majestät, wünscht dies in voller Aufrichtigkeit. Es gibt in den Vereinigten Staaten Hunderttausende deutscher Geburt und Wstammung, welche in der neuen Heimat mit Gefühlen inniger Zuneigung auf ihr altes Vaterland zurückblicken. Sie gehören zu den b'estenunsererBür- ger und bringen mit zu uns die wirtschaftlichen und industriellen Eigenschaften und hohen Ideale des häuslichen Lebens, welche dieselben von ihren Vorfahren geerbt haben, und welche in hohem Maße dazu beitragen, Amerika zu bem zu machen, was es ist. Sie werden jubeln über die Ereignisse, die sich augenblicklich in Kiel abspielen und glücklich sein, wie wir alle, über die Zuversicht für die Zukunft, die wir aus Euerer Majestät heutiger Anwesenheit entnehmen. Indem ich für die ameri- kanische Nation spreche, habe ich die Ehre, Euerer Majestät die herzlichsten Grüße und besten Wünsche des Präsidenten und des Volkes der Vereinigten Staaten därzubringen. Ich erhebe mein Glas und trinke auf das Wohl Seiner Majestät des Kaisers und Königs, Ihrer Majestät der Kaiserin und auf das des ganzen kaiserlichen und königlichen Hauses." Auf die Ansprache des Botschafters Tower antwortete der Kaiser in gleicher Sprache wie folgt: Indern ich Euerer Exzellenz warm gefühlten Trink- spruch erwiderte, entbiete ich im Namen des deutschen Volkes dem amerikanischen Geschwader, dem Wmiral Cotton und seinen Offizieren einen herzlichen Willtömmen- gruß. Wir sehen in Ihnen die Träger freundschaftlicher Gefühle seitens der Bürger der Vereinigten Staaten, die, wie ich Euere Exzellenz versichern kann, von ganz Deutschland herzlich erwidert werden. Ich bin glücklich, daß meine Hoffnungen auf besseregegenseitigeVer st äw- bigung zwischen unseren beiden Ländern infolge des persönlichen Verkehrs, den mein Bruder Prinz Heinrich mit Euerer Exzellenz Landsleuten pflegen konnte, in großem Maße verwirklicht worden sind, und daß das Band der Freundschaft' zwischen Deutschland und Amerika dadurch enger geknüpft wurde. Daß die der Harvard-Universität von mir zum Geschenk gemachten Wgüsse mittelalterlicher deutscher Architektur so freundliche Aufnahme den Oberbefehl über das gesamte serbische Heer, das unter Führung meines unsterblichen Großvaters durch seine Tugenden und militärischen Erfolge die Welt in Staunen versetzte und auch später in den nachherigen Kriegen für die Befreiung des serbischen Volkes soviel Beweise von militärischen Vorzügen geliefert hat, daß ich mjch glücklich fühle, daß mir der Oberbefehl von Gott vergönnt und vom Serbenvolke anvertraut ist. Gott mit euch, ihr Falken des Serbenvolkes! Ich verlange bloß, daß ihr euch herzhaft dem erwählten Berufe hingebt und mir verhelft, euch den Pfaden der Ehre und des Ruhms zuzuführen. So rufe ich ans: Es lebe Die Hoffnung des serbischen Volkes, das Heer! Der König teilte der Königin Natalie mit, bafj alles, was sich im alten Konak befinde, ihrgehöre. Sie könne darüber verfügen. Deutsches Keich. Berlin, 26. Juni. Nach einer Kieler Depesche hatte die kaiserliche Werft wegen des ungünstigen Ergebnisses der Reichstagswahlen beabsichtigt, das aus Anlaß des Stapellaufs geplante Arbeitersest ausfallen zu lassen. Mit Rücksicht auf die bereits gemachten großen Aufwendungen wurde jedoch jetzt enb gütig die Ab h altun g des Festes beschlossen. — Der kommandierende Admiral des in Kiel weilenden amerikanischen Geschwaders Cotton hat nach Newyork an den Marinesekretär Mvody telegraphiert, daß der h e r z- liche Empfang des Geschwaders durch den deutschen Kaiser die Erwartung aller Offiziere übertroffen habe. — Zur Kiel er Regatta des kaiserlichen Jachtklubs auf der Kieler Föhrde haben 86 Jachten gemeldet, die in neun Abteilungen starteten. In der ersten Abteilung um 10 Uhr 5 Mm. starteten „Orion", „Navcchoe", „Komet", in der zweiten um 10 Uhr 10 Min. „Meteor"', „Hamburg" und ,Lduna". Es herrscnt Flaute, sodaß die Segelbahn abgekürzt werden dürste. Der Kaiser befand sich an Bord des „Meteor". Dort sind ferner als Gäste des Kaisers antvesend Prinz Heinrich von Preußen, der Großherzog von Oldenburg, der amerikanische Botschafter Char- lemagne Tower und der amerikanische Marineattachee, Korvettenkapitän Potts. Sämtliche großen Jachten sind von Torpedobooten an den Start geschleppt worden. Zahlreiche Begleitdampfer und ausländische Lustjachten begleiteten die Regatta. Der Kaiser kehrte um 3 Uhr 45 Min. an Bord des,Meteor" zurück und folgte sodann einer Einl a dun g Mr. Vanderbilts, der sich als Gast Sr. Majestät aus ,Meteor" befand, auf dessen Darnpflustjacht „^torthstar". — Der Groß Herzog Friedri ch Wilhelm von Mecklenburg-Strelitz begeht mit seiner Gemahlin, der Großherzogin Augusta Karolina, Tochter des am 8. Juli 1850 verstorbenen Prinzen Adolf von Großbritannien und Irland, Herzogs von Cambridge, am Sonntag, den 28. Juni, die Feier der diamantenen Hochzeit. Die Vermählung des Jubelpaares, von dem der Großherzog im 84., die Großherzogm im 81. Lebensjahre steht, fand am 28. Juni 1843 im Buckinghampalast m London statt. Der Großherzog wurde als Sohn des am 6. September 1860 verstorbenen Großherzogs Georg und dessen am 30. Dezember 1880 verstorbenen Gemahlin, Prinzessin Marie von Hessen-Kassel, am 17. Oktober 1819 zu Neustrelitz geboren uno erhielt seine wissenschaftliche Bildung durch Lehrer des Strelitzer Gymnasiums, worauf er die Universität Bonn bezog. Der Großherzog ist der älteste deutsche Fürst und der dem Patent nach älteste General (seit 1845) der preußischen Armee. Die Universität Oxford hat ihn zum Dr. os civil law ernannt. Seit dem 29. Februar 1840 ist er Ritter des Ordens vom Schwarzen Adler, zu dem er 1883 die Kette erhielt. Das aroßyerzogliche Paar hat nur einen Sohn, den am 22. Juli 18-18 geborenen Erbgroßherzog Adolf Friedrich, seit dem 27 Januar 1897 preußischer General der Kavallerie, vermählt am 17. April 1877 mit Prinzessin Elisabeth von Anhalt. Ausland. London, 26. Juni. Im Konstitutional-Klub überreichte heute der Premierminister Balfour im Namen des Klubs Chamberlain eine Adresse und hielt?' dabei eine Ansprache, in der er ausführte, Chamberlains Verwaltung des Kolonialamts stehe einzig in der Geschichte Englands da. Balfour wies auch auf die Zollfrage hin und sagte, England könne keine auswärtige Einmischung in seine fiskalischen Beziehungen zu seinen Kolonien gestatten, die integrierende Teile des Reiches seien. Chamberlain führte in seiner Erwiderung aus, er selbst und Balfour konnten über die Behauptungen, daß eine persönliche Nebenbuhlerschaft zwischen ihnen bestehe, nur lachen, aber am Ende eines großen Meinungsstreites wünsche er, zu erklären, daß Balfours Führerschaft von wesentlicher Bedeutung sei für die Einigung und den Erfolg der unionistischen Partei. Ein engerer Zusammenschluß der Kolonien könne am Besten durch eine handelspolitische Einigung, die durch Vorzugstarife herbeigcführt werde, erreicht werden. Es wäre ungeheuerlich, zu glauben, daß er der Armee größere Lasten aufzuerlegen wünsche. Budapest, 26. Juni. Das neue Kabinet wurde wie folgt gebildet: Graf Khuen-Hedervary Ministerpräsident, Lukacs Finanzen, Dr. v. Wlassics Kultus und Unterricht, Dr. Varanyi Ackerbau, Cseh Minister für Kroatien, Dr. Plosz Justiz, Dr. Lang Handel, Generalmajor Koloßvary Honwedminister, Graf Tassilo Minister a latere. Gestern abend fanden bei einem von Anhängern der Kossutpartei veranstalteten Fackelzuge arge Zusammenstöße mit Sozialdemokraten statt, die gegen Kossuth und den Grafen Khuen- Hedervary demonstrierten. Die Polizei nahm mehrere Verhaftungen vor. Sofia, 26. Juni. Die „Agence Telegraphique Bulgare* hebt hervor, daß an der bulgarischen Grenze seit einiger Zeit von türkischer Seite der Grenzposten bedeutend verstärkt sei. Nach in Sofia eingetroffenen Nachrichten sind diese Posten durch starke, aus mehreren Bataillonen Infanterie, Kavallerie und Artillerie gebildete Abteilungen, welche dem Korps des Marschalls Ruschdi Pascha angehören sollen, ersetzt worden. Eine andere Meldung der „Agenee Telgr. Bulg." besagt, die von einigen Blättern verbreitete Nachricht, daß Fürst Ferdinand wegen Befürchtung einer ähnlichen Tragödie wie in Belgrad die Absicht hätte, Bul- gar'en zu verlassen, sei eine zu dem Zwecke aufgebrachte Erfindung, die Lage in Bulgarien als gefährlich und der in Serbien ähnlich darzustellen. — Da die Polizei erfahren hat, daß in den letzten Tagen mazedonische Revolutionäre eingetroffen sind und Explosionsstoffe im Hause eines gewiffen Sekuitthski in Knestendil verborgen halten, umzingelte sie in der vergangenen Nacht das Haus, um die Explosionsstoffe zu beschlagnahmen. Bei dem Versuche, in der Eile die Explosionsstoffe vor der Polizei zu verbergen, kam es zu einer Explosion, bei der sechs Personen getötet wurden, darunter ein Führer der Bande; ein Polizeiagent wurde verwundet._________________ Aus Stadt und Land. Gießen, 27. Juni 1903. ** Die Gemälde-Aus stell un g im Turmhaus am Brand, welche gegenwärtig mit einer kunstgewerblichen Ausstellung der Darmstädter Künstler verbunden ist, hat sich eines außergewöhnlich zahlreichen Besuches zu erfreuen. Daher hat der Vorstand des Kunstvereins bestimmt, daß die Ausstellung außer der üblichen Ausstellungszeit auch Montag noch, nachmittags von 3—5 Uhr, geöffnet sein soll. Leider können einzelne Ausstellungsstücke, der Schonung wegen, nicht bis zum Schluß der Ausstellung, bis 19. Juli, ausgestellt bleiben; e§ empfiehlt sich daher der baldige Besuch der Ausstellung. Verschiedenen Anftagen gegenüber sei mttgeteilt, daß die Mitglieder de§ Kunstoereins auch zu dieser Ausstellung freien Eintritt haben. Sonntags ist die Ausstellung von 11 Uhr vormittags bis nachmittags 3 Uhr ununterbrochen geöffnet. Der Eintritt für Nichtmitglieder beträgt Sonntags 20 Pfg., an Wochentagen 50 Pfg. ** Juristische Fa kultütspr ü fAn g der Landesuniversität. Die am 20. April begonnene juristische Fakultätsprüfung sand gestern abend gegen 8 Uhr ihren Abschluß. Es unterzogen sich derselben insgesamt 38 Kandidaten, davon 11 zum zweiten und einer zum dritten Male. Zwei Herren traten krankheitshalber während des schriftlichen Examens zurück, zwei wettere wurden wegen nicht bestandener schriftlicher Prüfung vom weiteren Examen ausgeschlossen, davon einer zum zweiten Male. Die mündliche Prüfung bestanden 24 Kandidaten, 12 fielen durch davon 4 zum zweiten Male. Es bestanden die Herren: Hermann Hesse aus Darmstadt mit der Note 1 (sehr gut), Johann Falk aus Mainz, Ludwig Lahm aus Groß-Umstadt, Rudolph Petry aus Gießen, Heinrich Winter aus Main^, mit der Note 2 (gut); Hermann Bergheimer aus Laubach, MeierBoden- Heimer aus Darmstadt, Hermann Dröll cmZ Langen, Karl Hein aus Mannheim, Paul Hornberger aus Gießen, Hans Keller aus Bingen, Valentin Lotz aus Hechtsheim, Adolf Petersen aus Darmstadt, Wilhelm Schmidt aus Darmstadt, mit der Note 3 (im ganzen gut); Julins Garnier aus Reinheim, Jakob Henris aus Offenbach Leopold Katz aus Großent- Buseck, Ludwig Keßler aus Dffenbad), Sigmund Loeb aus Griesheim, Rudolf Reitz aus Echzell, Karl Schuchhard aus Brauerschwend, Wilhelm Weber aus Gießen, Rudolph Wendecker aus Alzey, Ferdinand Schaefer aus Offenbach ** Prüfung der Haushaltungsschule. Gestern sand un Schulhause der Neustadt morgens von 10 Uhr ab in Gegenwart mehrerer Schulvorstandsmitglieder die Prüfung der Schülerinnen der Haushaltungsschule statt. Die präzisen und raschen Antworten im theoretischen Teil, sowie die praktischen Leistungen im Kochen und in der Führung eines einfachen Haushaltes zeigten den Zuhörern, daß die Lehrerin, Frl. Anthes, nicht nur mit Fleiß und Geschick, sondern auch methodisch richtig auf diesem für unsere Schülerinnen so wichtigen Unterrichtsfelde arbeitet. Die ausgelegten Handarbeiten waren musterhaft und gefielen sehr gut. So erweist sich diese Anstalt als außerordentlich segensreich und läßt für den nächsten Kursus im Herbste d. I. eine recht zahlreiche Beteiligung erhofsen. • * Der Friedhof am Rodberg, der am 1. Juli eröffnet wird, steht Sonntag, Montag und Dienstag von 2—7 Uhr nachmittags dem Publikum zur Besichtigung offen. * • Abstempelung von Waren. Wir machen an dieser Stelle noch einmal aufmerksam auf die in der gestrigen Nummer unseres Blattes veröffentlichte Bekanntmachung des Großh. Polizeiamts, betreffend die Ausführung des Gesetzes zum Schutze des Genfer Neutralitätszeichens. Vom 1. Juli l. Js. ab dürfen mit dem Roten Kreuze bezeichnete Waren nur dann noch vertrieben werden, wenn sie nachweislich am 26. März 1902 schon mit dem Roten Kreuze versehen waren und vor dem 1. Juli d. Js. mtt amtlichem Stempelabdruck versehen worden sind. * • Der Männer-Turnverein macht, wie bereits in diesem Blatte bekannt gegeben ist, morgen Sonntag einen Familienausflug auf die Badenburg. Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. • • Verunglückt. Gestern morgen in der Frühe ist der Sohn des hiesigen Wiesenwärters Müller durch das Fallen einer 4 Zentner schweren Schiene derartig verletzt worden, daß er in die Klinik gebracht werden mußte. Keiner seiner Mitarbeiter oder Kameraden, auch sonst niemand, hat die Eltern von dem Unglück in Kenntnis gesetzt. Gestern abend erst erfuhren die Eltern, daß ihr Sohn gestorben sei. Die Bedauernswerten beklagten tief, daß sie ihren Sohn nicht noch einmal sehen konnten. * • Promenadenkonzert findet morgen halb 12 Uhr in der Südanlage statt mit folgendem Program: 1. Ouvertüre zur Oper »Der Geiger aus Tyrol" von Genä. 2. Duett aus der Oper „Troubadour" von Verdi 3. Mimosa-Walzer von Jones. 4. Finale aus der Oper ,Mda" von Verdi. • • »Vier Jahreszeiten." Am Dienstag den 30. Juni und Mittwoch den 1. Juli finden in den ,Vier Jahreszeiten" zwei große Variets-Vorstellungen statt, woraus an dieser Stelle nochmals aufmerksam gemacht sei. * • Charakter-Darstellungen und Hum or-Vor- ;räge. Wir bekommen wieder einmal etwas Unterhaltendes in unserer Stadt. Das bekannte Künstlerpaar Girier mann wird am Mittwoch, den 1. Juli, ein humoristisches Gastspiel im Saale des Gafe Leid veranstalten. Ein Münsterisches Blatt urteilt über die Leistungen: „Den guten Ruf, der Herrn Eickermaim und deffen Gemahlin aus ihrer Theaterlausbahn und von den Vorträgen in anderen Städten vorausging, hat das Küusllerpaar auch hier voll und ganz gerechtfertigt. Die durchaus vollendeien künstlerischen Charakter- Darstellungen aus den Werken Fritz Reuters sanden in Herrn Eickermann einen vortrefflichen Interpreten. Die Diktion der Frau Louise Cickermann gibt der ihres Gatten nur wenig nach; zudem kommt ihr iwch ein äußerst modulationssähiges Organ zu Hilfe." Niln, so werden benn die Künstler auch hier einen großen Erfolg haben. v. Bad-Nauheim, 26. Juui. Bis zum 25. Juni sind 10 637 Kurgaste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 6002 anwesend waren. Bäder wurden bis zmn 25. Juni 112 670 abgegeben. e. Friedberg, 26. Juni. Wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit und Kuppelei wurde der hiesige Gastwirt P., Besitzer einer Wirtschaft mit Damenbedienung, verhaftet und nach Gießen überführt. — Eine LebenSrettung vollbrachte gestern der hiesige Briefträger Bingel. Bei der Ausübung seines Berufs bemerkte er in der Wetter bei Dorheim über dem Wasser die Kleider eines Kindes. Er sprang sofort in die hier recht tiefe Wetter und rettete mtt großer Anstrengung ein Mädchen vom sicheren Tode des Ertrinkens. R. B. Darmstadt, 26. Juni. Der Terrarien- und Aquarien-Ausstellung. die morgen vormittag 11 Uhr im Kaisersaal eröffnet wird ^veranstaltet vom Verein Hottonia), stattete heute Nachmittag Se. Kgl. Hoheit der Großherzog einen längeren Besuch ab. Der Groß- Herzog erschien mit der kleinen P r in z e s s i n El i s a - bett) in Begleitung des Oberstallmeisters Arhrn. v. Riedesel direkt von Jagdschloß Wolfsgarlen und besichtigte nach Vorstellung des Empfangskomitees durch ben Vorsitzenden,Herrn 3 ad) mann, die Ausstellung in eingehendster Weise; er ist bekanntlich selber großer Liebhaber der Aquarienpflege und besitzt etwa 12 Behälter. Die sehr hübsch arrangierte Ausstellung im Kaisersaal umfaßt etwa 100 Behälter, die nur von Mitgliedern ausgestellt sind und enthält hervor, ragende Neuheiten hinsichtlich der Züchtung junger Tiere und besonderer Pflanzengattungen. Auf letzteren Gebieten haben auch die Hofgartnerei Dtttmann und A. Henkel sehr schöne Arrangements geliefert. Mit der Ausstattung, die auch mehrere hochinteressante Arten von Zahnkarpfen und Kärpflinge aus 'Nord- und Südamerika, sog. Kampffische aus Ostindien, die neueste Züchtung Gambusia, Givardinos, Deeemakulatus, Bitterlinge mit Zucht re. aufweist, ist mit einer Tombola verbunden und wird bis zum 5. Juli geöffnet sein. KB. Darmstadt, 27. Juni. (Originaltelegramm des „Gieß. Anz.") Der Kaiser hat den Ministerialrat im sJ)lmi|ierium des Innern, Best, auf die Dauer des von ihm begleiteten Staatsamles zum Präsidenten der Kaiserlichen Dlsziplinarkamnier in Darmstadt ernannt. Eich bei Worms, 25. Juni. Auch in Damenkreisen wird hier stark Politik getrieben. So stritten z. B. zwei Frauen, die in einem Hause beisammen wohnen, wegen der Kandidatur Heyl und Blum miteinander und schließlich kam es soweit, daß die eine, welche in Miete wohnt, mit ihrer Familie dieser Tage noch aus dem Hause ihrer politischen Gegnerin ziehen wird. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Silberne Hochzeit feierten in Klein- Linden das Ehepaar Ludwig Luh L Herr Luh ist ein Veteran aus dem Feldzug 1870/71. Vermischtes. * Berlin, 26. Juni. Der von feiner Frau getrennt lebende Arbeiter Colinsky unternahm heute vormittag einen Mordversuch auf dieselbe. Er wollte die Frau bewegen, zu ihm zurückzukehren und verletzte sie, da er abgewiesen wurde, durch zwei Messerstiche in den Rücken. Er wurde verhaftet. — In der Irrenanstalt Herzberg kam es in der Abteilung, wo die geisteskranken Verbrecher untergebracht sind, dieser Tage zu einem Aufruhr. Zwei zur Beobachtung überwiesene Verbrecher griffen einen Arzt an, als er ihnen Vorhaltungen machte, ebenso zwei zu Hilfe eilende Wärter, denen sie mehrere Verletzungen beibrachten. Im Anschluß hieran entstand ein Aufruhr, wobei 60 Kranke auf 18 Wärter losgingen und ihnen ebenfalls Verletzungen zufügten. Erst nach mehreren Stunden gelang es, die Ruhe wieder herzustellen. * Berlin, 26. Juni. Gestern nachmittag ereignete sich in einem Hause der Klosterstraße ein Fährst uhlunglück, wobei ein junger Kaufmann Lankow aus Agram seinen Tod fand. • Bochum, 26. Juni. Das Gewerk Grimberg stiftete anläßlich seines 70jährigen Bestehens 300 000 Mk. der Stadt Bochum zu wohltätigen Zwecken. * Görlitz, 26. Juni. Die Stadtverordneten bewilligten 100 000 Mk. für eine Musikfesthalle, deren Fonds 300 000 Mark beträgt. • Plauen i. V., 26. Juni. Im Stadtteile Haselgrund durch schnitt heute vormittag im Verlauf eines Streites der Maurer Fritsch seiner Ehefrau die Kehle und beging darauf zwei Selbstmordversuche, die von Nachbarn vereitelt wurden. * Lübeck, 26. Juni. Ein Hilfswärter wurde beim Ueberschreiten des Geleises auf dem Bahnhofe Hagenow von einem Zuge erfaßt und zermalmt. * Eisenach, 26. Juni. Der Bezirksausschuß hieß einen Antrag des Gemeinderates auf Amtsentsetzung des Ersten Bürgermeisters Dr. v. Fewson gut, der der Begünstigung straffälliger Personen befchuldigt war. • Bologna, 26. Juni. Großes Aussehen erregt die Verhaftung deSUniversitätsprofessors Dr.Sachi, der beschuldigt wird, der eigentliche Urheber des Mordes an dem Grafen Bonmartini zu sein. * Neapel, 26.Juni. Infolge eines Wortwechsels ohrfeigten der italienische Infanterie-Leutnant Barboglio den russischen Kavallerie-Leutnant Santganoff. • 53 e r n, 26. Juni. Nach einem hier eingegangenen Telegramm wurden im Wal Piöra oberhalb Airolo 2 Lehrer und 16 Schüler eines Kantonalgymnasiums auf einem Auslug von einer Lawine überrascht. Zehn Mitglieder der Gesellschaft blieben unbeschädigt. Eine starke Hilfskolonne ist von Piöra aufgebrochen. Es wurden 2 Profefforen und 2 Schüler eines Kantongymnasiums verletzt; 7 Schüler blieben unverletzt, 7 Schüler werden noch vermißt. Brände. Wie der „Franks. Ztg." aus Kaiserslautern berichtet wird, steht die Wattefabrik Lauer u. Piro in Flammen. — In Raner bei Trier hat ein Großfeuer fünf Wohnhäuser nebst den dazu gehörigen Oekonornie-Gebäuden zerstört. Handel und Verkehr. VulkLwirtschast. Berliner Börse vom 26. Juui 1903. (Milgeieitt von der Bant für Handel und Industrie, Gießen.) Infolge des Berichtes des Jromnonger, welcher, wenn er auch noch die augenblickliche Lage des amerikanischen Erjenmarktes als schlecht bezeichnet, doch heute zum ersten mal sich etwas zuversichtlicher für die Zukunft ausspricht, eröffnete die Börse in guter Haltung. Besonders zogen Montanwerke ziemlich stark an, um jedoch bald wieder einer allgeineinen Lustlosigkeit, bei welcher die erfahrenen Kursavancen wieder verloren gingen, Platz zu machen. Das Geschäft gestaltete sich aus allen Gebieten äußerst schleppend, doch konnten sich fast ausschließlich die Anfangskurse behaupten. ES macht sich im Hinblick auf die guten Ernteaussichten und private Berichte über die Entwicklung der russischen Eisenindustrie erneutes Interesse für die Aktien der russischen Banken bemerkbar. Privat-Diskont 3'/, Prozent. Anfangs- tu Schlußkurse. Oest. Kredit .... 207.— 207.75 Deutsche Bank . . . 208.80 209.40 Darmstädter Bank . • 135.— 135.37 Bochumer Guß . . . 175.10 175.— Harpener Bergbau . . 182.40 182.50 Schluß-Tendenz: Ziemlich fest. Getreide. Int Lause dieser Woche hat sich an den Weltmärkten eine wesentlich festere Stimmung für Weizen Bahn gebrochen, verursacht durch weniger günstigen Stand der Weizen- pflanze in Amerika. Tie amerikanischen Forderungen find gegenüber der Vorwoche Mk. 2 per Sonne hoher; Argentinien ist nur schivach am Markte zu Alk. 1—2 höheren Preisen; einzig von Ruß- laird besteht noch reichliches Angebot, doch konnten auch die Preise der russischen Weizen Alk. 1 per Tonne gewinnen Ter Absatz bei mis war mäßig, da unjere Mühlen vor der Ernte keine großen Vorräte mehr emtun wollen. Roggen ruhig. Gerste ruhig. Hafer ruhig. Mats sehr fest und neuerdmgs höher. Tie heutigen Notierungen sind: Redwinter 2 M. Alk. 134.50, Kansas 2 S1)L Mk. 134, Südrujsischer Weizen 9 P. 30 Mk. 126.50, La-Plata°Weizen: Russische Aussaat 79 Ko. Alk. 136, franz. Aussaat 78 Ko.« Alk. 136, Russischer Roggen 9 P. 15/20 Mk. 100, Russische Futtergerste 60/61 Ko. Alk. 94, Russischer Haier 47,48 Ko. Mk. 100, Russischer Hafer 50/51 Ml. 102, Mixed-Mais Alk. 103, La Plata-Mcns r. t. Alai- Juni Alk. 100 per Tonne cif Rotterdam. Kr a ftf u tt er m i t t e l. Die Marktlage ist unverändert ruhig. Käufer wie Verkäufer beobachten fortwährend große Zurück- Haltung und scheint sich ein regerer Verkehr erst mit Beginn der Ernte entwickeln zu wollen. Wesentliche Preisänderungen haben inzwischen nicht ftattgefunben. Viehmarkt. Das Geschäft konnte sich auch während der Berichtswoche an den einzelnen Märkten nicht beleben, eine gewisse Zurückhaltung zeigte sich allenthalben. Die Preise sind immer noch hohe, daher beschränkt sich der Absatz nur auf den dringendsten Bedarf. Obwohl Schweine im Preise etwas nachgebend, wird doch nur das notrocningjle gekauft. Kälber sind immer noch sehr teuer. Märkte. Gießen, 27. Juni. Marktbericht. Auf heutigem Wocbenmarkt kosteten: Butter pr. Psd. 0,80—1,00 Alk., Hühnereier 1 St. 0—0 Pfg., 2 Stck. 11—13 Pfg., Gänseeterll—12 Pfg., Enteneier 6—7 Pfg., Käse vr.Stck. 5—8 Pf., Räscmatte2Stck. 5—6Pfg., Erbsen pr.Liter 21Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 1,00—1,20 Alk., Hühner pr. St. 1,20—2,40 Alk., Hähne pr. Stück 1,00—1,80 Alk., Enten pr. Stück 2,00—2,40 Alk., Gänse pr. Psd. 54—60 Pfg., Ochsensleijch pr. Pfund 68—78 Pfg., Kuh- uild Riiidfleiscb pr. Pfund 60—66 Psg^ Schweinefleisch pr. Pfmid 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psuiiü 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 68—74 Psg., Hanimelsleisch pr. Psulid 52—72 Psg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 9,00—0,00 Alk., Weißkraut per Stück 00—00 Psg., Zwiebeln pr. Zentner 9,00—10,00 Alk., Milch per Liter 18 Psg. Kirschen per Psd. 35—36 Psg., Aepsel per Psd. 0—00 Psg., in Körben 00—00 Pfg. Trckuben 00—00 Psg. Arbeiterbewegung. Köln, 26. Juni. Heute sind 4000 Personen durch den Arbeitgeberverband sür das Baugewerbe ausgejperrt wordeir. Köln, 26. Juni. Der Streik der Verputzer und Fug er, die zu der Maurer-Organisation gehören, dauert bereits 14 Wochen. In der Hauptsache handelt es sich um Abjchassung der Akkordarbeit urrd Emsührung eines Mindeststundenlohnes von 55 Pfennig, woraus die Arbeitgeber nicht eingehen. In die Aussperrung sind jetzt auch die Alaurer, Erdarbeiter und Handlanger emgeschlossen. Die Bautätigkeit wird durch die Ausführung des Beschlusses ganz lahm gelegt und es ist vorauszusehen, daß auch die Zimmerleute, Tischler usw. in Mitleidenschaft gezogen werden. Tie Lieferanten von Baumaterial haben sich mit den Arbeitgebern solidarisch erklärt und sich verpflichtet, von heute ab kein Material an die Arbeitgeber zu liefern, bis die Aussperrung beendet ist. Paris, 26. Juni. In der Arbeltsbörse tagte gestern ein Kongreß der Arbeiter in den Marine-Werkstätten, zu welchem Delegierte aus Toulon, Cherbourg n. s. w. erschienen waren. Seitens des Kongresses wurde an den Marineminister ein Schreiben gerichtet, worin die Lage der Matrosen und Heizer geschildert mtd gegen eine Lohnherabsetzung protestiert wird. Brest, 26. Ium. Die Hetzer und Mechaniker des Kreuzers Alarscille haben gestern abend beschlossen, die Arbeit einzustellen, salls das Rundschreiben des Marinemiilisters vom 5. ds. nicht zurückgezogen wird. Infolge dieser D«ohung ließ der Minister heute Nacht mittcilen, daß den Arbeitern Genugtuung gewahrt werden würde. Daraushin ist die Absahrt des Schiffes heule srüh erfolgt. Richmond (Virginia), 26. Juni. Der Aus st and der Straßenbahnarbeiter führte gestern zu blutigen Zwischenfällen. Kompagnien Berittener mußten zur Hülfe herangezogen werden. Die Soldaten machten sofort von der Waffe Gebrauch, wobei 6 Personen getötet wurden. DieStraßen- bahnen verkehren unter dem Schutze des Militärs. Gerichtssaal. Berlin, 26. Juni. Die wegen versuchten Raubmordes an der Witwe Josephson in Weißensee angeklagte Tischlerssrau Anna Raden wurde vom Landgericht II Berlin zu 10 Jahren Zuchsthaus verurteilt. Berlin, 26. Juni. In der Sache gegen König unb Schwarz Haupt wegen Beleidigung des Grafen Douglas und Urkundenfälschung in der Brandfchen Millionen-Erbschaftssache lautete das Urteil gegen die beiden Angeklagten auf je ein Jahr sechs Monate Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust, sowie sechs Wochen Hast. Letztere wird als verbüßt erachtet. König werden vier Monate auf die Utttersuchungshaft angerechnet. Torgau, 26. Juni. Das Schwurgericht verurteilte den Landmann Barth wegen versuchten Gatten- mordes zu 4i/2 Jahren Zuchthaus; den Arbeiter Zwanzig wegen desselben Verbrechens zu 10 Jahren Zuchthaus. AüSjllg aus den ^tanöfsamtörrßißnn oer Atsüt wietzeo. Aufgebote. Am 20. Juni. Georg Rieß, Schneider und Turnwart dahier, mit Maria Josepha Kalharme Grämlich hierfelbst. — 22. Ium. Friedrich August Ludwta Krüger. Kellner m Klein-Linden, mit Katharine Eltsabethe Hauser, geb. Jung daselbst. — 25. Juni. Johann Georg Eisenacher, Kanalarbettcr dahier, mit Emma Kauß hierfelbst. — 26. Juni. Karl Gustav Schwanthaler, Rechtskonsulent n Grünberg, mit Jenn^ Löwenthal dahier. — Wilhelm Kinkel, Schreiner -dahier, mit Sophie Phüippine Katharine Berger, geb. tSchmidt hierselbst. Eheschließungen. Am 20. Juni. Johannes Peter, Tabakspinner dahier, mit Johanna Hillgärtner hierselbst. — Wilhelm Hamel, Installateur dahier, mit Anna Maria Seufert hierselbst. — 26. Juni. Otto Emil Brinkmann, Kaufmann in Zürich, mit Lina Aurelia Marie Elisabecha Möller dahier. Geborene. Am 15. Juni. Dem Taglöhner Philipp Peter eine Tochter Elisabethe Marite. — 17. Juni. Dem Bureauvorsteher Heinrich Rothe ein Sohn Heinrich Franz. — Dem Lithographen JustuS Christ eine Tochter Ernestine Wilhelmine Marie. — 18. Juni. Dem Universitätsprofessor Dr. Paul Drude em Sohn Burkhard Karl Ferdinand. — Dem Fabrikarbeiter Heinrich Braun II em Sohn Georg Ludwig. — 19. Juni. Dem Dreher Fritz Wenzel ein Sohn. — Dem Fuhrknecht Karl Pitz ein Sohn Karl Adolf. — 20. Juni. Dem Aahnarbeiter Heinrich Karl Rethwisch eine Tochter Minna Marie. — 21. Junu Dem Taglöhner Christoph Heidelbach ein Sohn. — Dem Wirt Paul Wilhelm Frenzel eine Tochter Karola Henriette Hedwig Frieda Mmna. — 23. Juni. Dem Schneider- Johannes Ludwig Alankel ein Sohn Ludwig. Gestorbene. Am 19. Juni. Johann Georg Hübner, 78 Jahre 8 Monate alt, ohne Beruf, dahier. — 20. Juni. Georg Simon, 45 Jahre alt, Hausdiener, dahier. — Dorochea Friebel, geb. Franz, 74 Jahre alt, Witwe des Schuhmachers Jeremias Friebel, dahier. — 21. Juni. Minna Marie Heß, 25 Jahre 11 Monate alt, ohne Beruf, dahier. — Elise Hopp, geb. Dörr, 45 Jahre alt, Witwe des Taglöhners Heinrich Hopp, dahier. — Emil Karl Philipp Mengel, 60 Jahre 11 Monate alt, Rentner, dahier. — 22. Juni. Justus Wilhelm August Karl Hohmeier, 19 Jahre alt, Kaufmann, dahier. — 24. Juni. Ludwig Mantel, 1 Tag alt, Sohn des Schneiders Ludwig Maitkel, dahier. — 25. Juni. Schreinermeister Jakob Wacker, 66 Jahre 10 Monate alt, dahier. — Wilhelm Döring, 56 Jahre 11 Alonate alt, Fuhrmann dahier. Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) H. S. Bismarckstr. Das ist nicht strafbar. Reuejte Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Höchst, 27. Juni. Brühne (Sozialdemokrat) gegen Jtschert mit einer Mehrheit von 500 Stimmen gc«= w ählt. Demnach haben die Sozialdemokraten 82 Mandate gewonnen. Belgrad, 27. Juni. Der an der Verschwörung beteiligte Schwager Dragas, Oberst Ma sch in, wurde zum General ernannt. Belgrad, 27. Juni. König Peter war über die Depesche des deutschen Kaisers, die als erste Antwort auf die Notistzierung seiner Thronbesteigung eintraf, in höchstem Maße erfreut und äußerte zu seiner Umgebung, daß er auf das Wohlwollen Kaiser Wllhelms das größte Gewicht lege. — Ein hoher russischer Staatsmann erklärte, vaß Rußland nicht auf der sofortigen Bestrafung der serbischen Königsmörder bestehe, da sie den König in große Ungelegenheiten bringen würde, ganz abgesehen davon, daß kein Minister zu ihrer Durchführung vorhanden sei. Aber der König werde sicherlich die Forderung Rußlands später in geeigneter Form erfüllen. Bukarest, 27. Juni. Alle Offiziere des 6. serbischen Infanterie-Regiments, welche rumänische Ordens-Auszeichnungen besitzen, wurden auf Befehl des Königs Karl aus der rumänischen Ordensliste gestrichen. — In Hofkreisen wird versichert, daß, falls König Peter von Serbien keine Bestrafung der beim Königsmord beteiligten vornimm derselbe nur dann anläßlich seines Antrittsbesuches bei Hofe empfangen werden wird, wenn er ohne militärische Begleitimg kommt. Saloniki, 27. Juni. Zwischen den Stationen Gu- mulgjina und Demirbeyli wurde versucht, einen Eisenbahnzug in die Luft zu sprengen. Es wurde aber nur die Lokomotive beschädigt. Die Militärbehörde verhaftete 10 Bulgaren. Alle Züge in der Umgebung verkehren mit verstärkter Militärbewachung. Petersburg, 26. Juni. Wie amtlich gemeldet wird, verschlimmerte sich der Gesundheitszustand der Großfürstin Alexandra Josefovna, der Witwe des Großfürsten Konstantin Nikolajewitsch, geb. Prinzessin von Sachsen-Altenburg, seit Februar. Infolge chronischer Nierenerkrankung bei weit verbreiteter Arteriosklerose wurde die Großfürstin blind. Ungeachtet der ärztlichen Maßnahmen verschlechterte sich ihr Zustand. Die fortschreitende Nierenerkrankung rief Krankheitserscheinungen des Zentralnervensystems hervor, psychische Alteration wechselte ab mit Depression. Am 24. Juni zeigten sich leichte Parese des Gesichts, Sprechstörungen, Trübungen des Scnsoriums und Unregelmäßigkeit des Herzens. Der Zustand der Großfürstin ist sehr ernst. Telephonischer Kursbericht. .Frankfurt n. li.. 27. Jutu 1963. 4/63o Oesterr. Silberrente 100.30 4% Ungar. Goldrente . . 101.50 4°/n Italien. Rente . . . 103.60 4*/a% Portugiesen ... 50.00 b0/ Portugiesen. .... 3L85 1% C. Türken .... 3420 Türkenlose......131.80 4% Grieoh. Monopol.-Ant. 45.20 4'/,% äussere Argentiner —.— . 25.85 . 92.70 . 93.25 . 98 50 . 208.00 . 186,20 . 135.70 . 147.00 . 153.60 . 144.20 . 18.25 . 182.00 . 221.50 . 177.30 Harpener......183.00 Tendenz: fest. 8*/$% Reicheanleihe . . 102.10 3% do. ... 91.50 3V,0/o Konvois .... 102.18 3% do.....91.50 3l/2% Heesen .... 101.10 3*/,% Oberheeeen . . . 100.00 4% Oesterr. Goldrente . . 103.00 3u/q Mexikaner . . 4,/g7o Chinesen . . Electric, bohuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Beniner Handelsges. Geste; -. Staatebahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laura U ütte . . . . Bochum . . . . . Bekanntmachung. Die Bekamttmachung vorn 23. Juni d. I. wird dahin berichtigt, daß die Wohnung der Leichenfrau Elise Dürr sich Marktplatz 8, Eingang Wageügasse, befindet. Gießen, den 26. Juni 1903. 5100 Der Oberbürgermeister: __________________M ecum._________________ LAtischtt WohnnuMchmis Gieße«. Garteustraße 2, Zimmer Nr. 14. (Geschäftsstunden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) Es sind zu vermieten: 27 Wohnungen von 2—7 Zimmern, 1 Wohnung mit Laden, 4 möblierte Ziminer, 1 Zimmer zur Aufbewahrung von Mobiliar oder Bibliotheksbeständen rc. Zn mieten gesucht: 23 Wohnungen von 2—8 Zimmern. Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und zwar für eine Wohnung mit einem jährlichen Mietwert bis 300 Mk. einschließlich 0,20 Alk., von mehr als 300 Mk. bis 500 Alk. einschließlich 0,50 Mk., und von mehr als 500 Mk. 1,00 Mk.: außerdem ist sür jede Wohnungsanmeldung 1,00 Mk. zu hinterlegen. Für die Wohnungsjuchenden erfolgt die Vermittelung im» eptgeltlich._________________________________________________________5101 AttiaAA in jeder beliebigen Schriftart und Kanon« IHnnuTTPn sorte, sowie mit Zirkeln aller studentischen v Vereinigungen, liefert zu mähigen preisen vrühl'sche Universitäts-Druckerei, Lchulstratze 7 Coursbericht der Bank für Handel und Industrie, Depositenkasse Gießen. oo Cour 18./6. e vom 25./6. rtx c GO Eourfe vom 18./6. | 25. 6. «X X 00 3% 3 3/6 3 4 3/^ 4 4 3% 3 3)4 3^ 3% 5 47, 5 4 4 3 47° 4 Wi 3 5 4 4 3% 1 4 1 1 Staatspapicrc. Deutsche. D. Retchs.-Anl. do. ... . Preuß. ConsolS do..... Badische. . . do..... Bayer. St.-Obl. do..... Hess. St.-Obl. . do..... do..... Württemberg. . Bremen v. 1899 Hambg. v. 1899 Ausländische. Bulgar. Tabak BoSuter . . . Grtech.E.B. von 1890 . . . Grtech. Monop. Italiener Diente do..... Oester.Silberrte Oester. Goldrtc. Portug. Staat abgest. . . do. abgest. . Dium. am. Ditc. Diumän. v. 1890 Gold-Russen v. 1880 . do..... Russen v. 1902 Serben v. 1895 Türken Lit. B. do. „ C. do. „ D. j 101.80 9L50 101.65 91,55 104.60 101.60 104.00 101.15 104.60 101.00 90.20 101.20 100.80 91.50 101.85 45.35 103.30 100*55 103.10 50.50 32.20 99.10 87.00 100.40 97.90 100.60 77.75! 61.50 32.45 102.10 91.50 102.10 91.50 104.60 101.50 103.90 101.10 104.70 101.— 90.20 101.20 100*80 91.20 101.90 41.30 45.10 103.30 100.50 102.90 50.05 32.75 99.- 86.80 100.10 97.20 100.55 76.70 4 4 4 3ya 5 4)4 4 V/» 6 5 4/4 5 5 3 3H 4 3)4 3% 3>a 4 3)4 3/4 4 3/4 3‘, 4 37, 3^ 3>- 4 7» 4 4 4 6 47, Spanier. . Ung. Goldreute do. Staatsrente desgl. . . . Argent. v. 1887 do. Gold d. 1888 do. äuß. v. 1897 Chile GoldrAnl. Chlnejen. . . do..... Öl..... Mexikaner Silb. Serie 1—4 . Mcxtcanec v. 99 do. Silber . Provinz- und Ztädte-Anleihe. Starkenburger. Gießener. . . do..... Frankfurter. . Tarmuädler Babenhausen Mainzer. . . Offenbacher. . Wormser . . do..... Hetdelberger 'Mannheimer . Bad Nauheimer Lahr .... Wiesbaden . . Bukarest. . . Ltssaboner . . Moskau . . . Wiener 1902 . Buenos-Aires . do..... 89.70 101.90 99.80 91.35 85*90 78.50 104*20 100.90 92.85 41.45 102.00 26.30 100.40 103.00 100.05 101*50 99.50 99.40 100.- 99.70 99.50 101.75 10(1— 100.— 81*70 95.50 101.50 101.80 99.90 91.10 85.70 78.20 104*40 100.70 92.75 41.95 25*90 100.40 102.50 100.25 100.— 99.50 99*90 99.45 100*25 99.60 102.65 99*50 100.- 81*70 95.50 101.70 43.- 4 37, 37» Standeshrl. Anl. SolmS-Brauns. do. . . . Nsenb.-Btrsteill. vansiAMen. NeichSbank . . Berliner Hdlsg. Darmstädter Bk. Deutsche Bk. . DtSconto-Ges. . Dresdner Bk. . Nattonal-Bk. . Schaffhsr. Bkv.. D. Effekten« und Wechselbank . D.Geuoss.-Bank Mitteld. Kredit Pfalz. Bank . Preuß. Hhpoth.« Aktten-Bank. Bert.Hypoth.-B. Oest. Ered.-Akt. Industrie -Aktien Farbw. Höchst. do. GrieSheim Brauerei Keutpff „ Binding „ Henninger „ Rettenmeher „ Stern. . „ KielerSchloß Eiektr.Lahmeyer „ Schuckert „ Siemens tu Halske Adler Kicher . Bad. Anilm . Course vom 18./6. | 25./G. GO Eourfe vom 18./6. | 2Ö./6. c A Nordd. Lloyd . 100.501 99.20 4 100.70 100.70 Dortmunder . 101.— 101.60 37, Hamb.-Amertk. 4 98.— 98J0 Packetsahrt . 103.90 102.75 Bochum Bergw. 175.00 169.50 Concordia „ 297.50 299.25 37, 151.00 151.05 Eschmctlcr „ 230.20 232.— 4 153.80 153.— Gelsuktrch.Brgw 176.70 178.50 136.60 135.45 Harpener „ 180.80 182.20 4 209.30 209.30 Htbernta „ l<6.10| 176.80 37» 185.10 185.40 Laura „ 217.95 219.25 4 146.65 146.50 Hörder „ 114.40 112.25 118.30 118.80 Ilse 192.25 191.25 124.30 123.80 Phönix „ 127.70 127.10 Hocsch Stahl . 152.00 153.— 37, 104.95 104.80 SchalkerGrubcn 405.— 414.75 4 100.00 100.- Buderus. . . 111.00 110.- 114.00 113.75 Deutjch-Lnxemb 89.70 87.70 4 107.40 107.10 Pfandbriefe. 4 4 110.80 110.30 37, Hess.HhPoth.«Bk. 99.70 99.70 5 —.— — 4 Frauts.Hhpotbk. 208.00 — Serte 14 101.40 101.20 5 37» do. Serie 19 98.40 98.40 4 Frkf.Hyp.-Cred.- 4 Berctn 1905. 101.40 101.40 3 362.— 365.— 37, do. 1906. 9 7 30 97.30 3 224.80 225.50 3*Z do. tilgbare 97.30 97.30 136.50 135.— 4 Frkf.Landivtsch. 99.50 99.50 4 252.90 252.— 4 Hamburger Hy- 169.70 170.— pothekcn-Bank 2*/w 122.80 122.80 Scr. 141-250 100.50 100.50 240.— 240.— 4 do. unkündbar 2Vio 141.75 142.- bis 1910 103.25 103.25 4 85.00 81.50 37, do. Serie 46 94.00 93.20 bis 190. 96.40 96.40 37» 37» do. Serie301 4 128.50 128.- bi5 310. 98.— 98.— 190.00 189.— 37« Preuß. Pfand« 4 439.00 438.60 drief-Bauk . 100.75 100.75 Eourfe vom «3 Eourfe vom 18./6. | 25./6. oo 18./6. 25./6. Dl eming. Scr. 8 103.20 103.20 4 Warschau Wien do. abg. . 97.80 97.70 stfr..... ——. — Preuß. Boden« 4 do. XI. 1911er 100.70 — - Credit . . . 102.30 102.30 4 Wladtlawk 95 Rheut.Hypoth.« steuerst. . . —.— 99.60 Bank 1907er 102.60 102.60 5 Anatolier . . 103.50 103.60 do. 98.40 98.40 3 Saton.-Monast. 64.55 64.20 Preuß. Central« Boden. . . 103.80 103.80 Lose Westdeutsche. . 102.90 102.90 in Prozenten do..... Preuß. Hypoth.« Akt.-Bk. abg.. 98.10 98.10 . 4 Bad. Thlr. 100 146.25 145.80 99.75 100.— 4 37» Bayer. Lhlr. 100 Gothaer Präm.- 160.70 161.60 Lisenb.-Priorit. Psdbr. I. . . —- — —- — Südd.Etsenbahn ^ux-Bodcnbach 97.00 96.- 37k 372 •A do. II. . . C-Un-Mindener Madrider 136^30 110.60 136.60 von 1891. . Eltsab. steuxrfr. 100.50 101.95 100.50 , — 4 Metugr. Präm.« Pfbvr. Lhlr. 100. Franz Joseph . 00.00 100.50 135 90 135 6C. Uajchau-Odecbg. Oesterr. Nord« westdahn B. . do. Südbahn (Lomb.) 100.10 107.0v 100.10 4 106.50 3 Oesterr. v. 1860 do. v. 1854 Oldcnb. Thtr.4v 154.00 130*75 154*40 129*60 106.75 106.70 Türk. Frs. 400 135.00 132.80 do..... do..... Raab-Oedenbg. 95.40 66.35 95.30 66.25 UnverjtuSlichc pr. Stucl u. Mk. Eds. ... 75.20 77.- Ansbacher st. 7 —.— 61.90 Rudolsbahu. . 101.80 100.50 Augsburg, st. 7. —.— 35.60 — Brichm.Thlr.20 — — —— _ —— Jtal. staatl. gar. Ftuuldr.Lhlr.10 — —.— E. B. . . . 71.15 71.30 Mailand.FrS.45 53.50 Ltvoruescr . . 72.15 72.25 Do. Frs. 10 19.80 20.— Sard. Scc. stsr. Oesterr. st. 100 gar. . . . 102.90 102.90 von 1864. . 422 — 424.- Gotthardbahn . 101.70 101.30 Pappcnh. st. 7 — — 88.— Kursk Kiew. stsr. Metutugcr st. 7 31.90 31.30 gar. . . . 99.90 Ungar. Sta ats Ruff. Südost 97 fl. 100 . . 346.80 344.20 stsr..... —.— 99.80 Leuctiauer S.30 — 33^0 Danksagung 5080 Rodheim