Nr. 73 Erich«»», tlgttch ouuer Sonnlatz«. Drin ® irfjener Anzeiger werben tm öedtlel mrt dem »esstlche, toabelrt die tlefceeer Fa»tlte»- Hättet viermal in der Woche beigelegL RotniUmtbrud u. Verlag der vrü h ('fctjen Unioed.e®ud>* u.6ieiiv- b ruderet CWietld) Erden) Rzboflion, fcrvebUU* unb Druckerei: • ♦■IWrel« T. Sbrtfle für Derreichen: tteifteer »letzen. gernlprediaiildilulÄr.bl. Freitag^?. Mürz I003 Zweites Blatt. 153. Jahrgang ____ vez« >s»re»Or G Z> Z\ vjf Q mono(hd)7b'Ut^oterte(» A P' ▼ H ▼ A läbrlid} $«. MO; bur4 GiMnerAMgerW " General-Anzeiger v e.e^*.x v den poUu unb aüflem. AmK- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen MDZ V xetaenteil: t>ant Beck. JHe heutige -Nummer umfaht 10 Seiten. WielTnTden 25. März 1908.” V e tr.: Reichstag-Mahlen. Das (Yrotzlikrzogliche Krrisamt Glrhrn an die Grohh. vürgermeistereien de- Kreise-. Im Hinblick daraus, daß btt Wahlperiode de« gegenwärtig tagenden Reichstag« am 16. Jun» L I. abläuft, beauftragen wir Sie, da- zur Vorbereitung de« Wahlgefchäsls zunächst Erforderliche — Aufstellung der Wählerlisten und Abgrenzung der Wahlbezirke — ohne jeden Verzug zu veranlassen. Wir verweisen in dieser Hinsicht auf §§ 1—3 und 7 de« Gesetze« vom 81. Mai 1869 (Bundesgesetzblatt 1869 Seite 145) und $8 1 und 7 des Wahlreglements vom 28. Mai 1870 (Bundesgesetzblatt 1870 Seite 275) insbesondere auf die in § 7 Abs. 8 de« Reglement« enthaltene Bestimmung, wonach kein Wahlbezirk mehr al« 8500 Seelen nach der letzten allgemeinen Volkszählung enthalten darf. Die Stimmberechtigten sind nach Dor- und Zunamen, Alter, Stand oder (Bewerbe unb Wohnort in alphabetischer Crbnung m bie Wählerliste elnzutragen. Da« Formular zur Wählerliste wird Ihnen in der Kürze m doppelter, dasjenige zum Protokoll in einfacher Zahl zugehen. Die Wählerliste ist sofort in doppelter Au«, fertigung aufziislellen, jedoch vorerst nicht abzuschließen. Einlagebogen zur Wählerliste sind nach Bedarf mit der Feder Herzunellen. Die Vorbereitungen sind dergestalt zu beschleunigen, das; die AiiSlegung der Wählerliste, über deren Xenntn Ihnen noch nähere Mitteilung zugehen wird, spätesten« llRitte April beginnen kann. Dr. vreibert. £klitiniihiiud)uiii). Auf Grund Erledigung befl Amte« de« Standesbeamten und der vorübergehenden Behinderung des Stellvertreters wird für den Standesamtsbezirk Lollar dem Grobherzoglichen Bürgermeister Klmkel zu Ruttershausen die einstweilige Beurkundung befl Personenstand« übertragen. Wiegen, den 26. März 1903. Grosjher-ogltche- Amtsgericht. Krlrannimachung. DaS Bureau der Großh. Beznlskasse Gießen TT befindet sich vom heutigen Tage ad Bleichstraße 16, im Hinterhaus. Zahltage: Dienstag, Donnerstag und SanlStag von 8—12 und von 2—4 Uhr. Dießen, den 27. März 1903. Großh. Bezirksrasse Gießen IL ______Dieter. ___________________ Amtliche Nachrichten über LichseuLen. Unter dem Cchweinebestand befl Hofbesitzers Ioh. Jost Barth m Niederwalgern, $Uei« Nlarburg, ist die Rotlaufscuche auflgebrochen. ES ist Gehöftsperre angeordnet und der gemeinschaftliche Weidegang der Schweine m 9lieberroalgem verboten worden. Komische Tagesschau. Der „StttttSUwsU". Unser Berliner partamcuuu:tjcher Mitarbeiter schreibt ttnterm 26. März: Die Hauptarbeit bei der Vertretung befl Zolltarifs rm Parlament ist bekanntlich dem Staatssekretär Grafen Po- sadowskl) zugefallen. Er dürfte auch bei der Beratung der Handelsverträge, in erster Linie die Sache der Negierung führen. Cb ihm der Staatssekretär Frhr. v. Tchiel- mann dabei zur Beratung stehen wird, wird toJXhJtifajen ftxeifen bezweifelt. Man rechnet dort mit der Möglichkeit, daß Frhr. o. Thielmann im Laufe dieses Jahres seine langgehegte Absicht, um Enthebung von seinem gegenwärtigen Amte und um Zurückversetzung in den diplomatischen Dienst zu bitten, verwirklicht. Es ist auch bereits em Stellentausch für Herrn v. Thielmann ausfindig gemacht mit dem Botschafter in Konstantinopel Fthrn. von Marschall. Ter Gedanke erscheint insofern plauswel, als Frhr. v. Marschall seinerzeit den russischen Handelsvertrag im Reichstag wahrhaft glänzend vertreten hat. Tie außer» ordentliche Sachkenntnis de- Grafen Pofadowskl; im Verein mit der hrnreistenden Bcredtsamkeir d.s Frhriu von Marschall — zwei geeignetere Vertreter konnte sich die Negierung für die neue Haiidelsoertragskampagne in der Tat kaum wünschen. Trotzdem halten wir für unwahrscheinlich, daß Frhr. v. Marschall zur Vertretung der Handelsverträge im Parlament hcrangezogen wird. Zum mindesten würde wohl eine Entscheidung hierüber vom rtus- fall der Neichstagsw..hlen abhängig gemacht werden, xenn h-rbt. v. Marschall steht im Erdacht" des CaprioismuS; dem „Staatsanwalt" s.nd die Konservativen durchaus ab- oeneigt, von den vündlern ganz zu schweigen. _ Tresen polimchen Grupp.n würden darnach Handelsverträge von vornherein verdächtig Vorkommen zu deren Vertretung Frhr v. Marsclall berufen wird. Ergaben bie Reicps.ag-- Wahlen eine wescniliche S.ä.kang der an.l2grari,chen Parteien, dann s.llerding- könnte die Ru^oerufanz des ^rhrn. v. Marschall in ein ReichSamt eher in Frage kommen. Der Z»eck bei Komödie. Man schreibt uirs aus Berlin, 2ü. März: Mit aller Gelassenheit wird an unseren amtilchen Stellen da« Verbleiben de» Präsidenten Castro in seinem sogen, „timt" betrachtet. Tas Ganze war nichts als itvniobic. Trotzdem kann das Spiel einen ernsteren Zweck Huben: es kann einen Versuch darauf bedeuten, wie weit Castro die allgemeine Stimmuna in Venezuela günstig ist, wenn er demnächst neue Winkelzüge macht, um bie Zahlung der Entschadigung-rate hinianzuhalten. Cb Herr uaftro die Gläubiger Venezuela- in den 'upul zu schicken beabsichtigt, das wird sich ja bald Herausstellen. Gesagt sein muß man immerhin auf dergleichen unliebsame lleberrasch- nngen. _____ Deutsch amerikaaischrr Gildverkrhr. Man schreibt uns aus ot"unztrcizen: Es eni-teht sich der öffentlichen stennhiid, wie viele von den Schatzanweisungen , d.e vor wenigen Fuh^n von Deutschlaiid nach den Vereinigten Staaten begeben wurden, wieder zurückverkauft sind. Aach der Ansichi von Börfenmännern ist es ein nicht ilneih.bckcher Dettag; bi*. glauben, daß namentlich bie Begebung eines Teiles der letzten englischen Anleihe am Stewyorkcr Aiarkt zu umfangreichen Verkäufen in deu.schen Su/atzbonds geführt hat. Lb die Ttans^k.ion geg*.b.nensalts deutscherseits wiederholt werden wird, erscheint barnaJ) zweiselha,t. Im allgemeinen dürste im beutsch-arnerckunisu-eil Fiiianzver- kehr die Union bessere Erfahrungen geviacht Haven, als Teutschiand. ES sei nur erinnert an bie Einoußen, die die Beptzer von Pacis*cbotids erlitten, öin anderen amerikanischen EiseubahnpiiorAäten abgesehen. Seitdem hat sich da» deutsche Lap.tal von amer*kuiiischen Unteriiih.liungen mehr zurückgehalten, auch das Vor sengt schäst in derart.gen Werten ist veihaltnismutzig gering. Möglicherweise fuhrt Die Weltausstellung in St. Louis eine Wsibung dec Beziehungen h.rbei. Doch im deutsch-anii.r.kanischen Vetkehr witd Da» lomnierzielle Aroment gegenüber dem ruin finanziellen wohl stets das vorherrschende bleiben. Der Rücktritt bei spanischen Finanz« uiflerl. Mit einer weheptvzentigen ^eeao,etzung Der spanischen Rente ist von der Berliner Börse der Rücktritt des Finanzminister- Villaverda ausgenommen worden. Tie „Lpanier^Nvarcn sehr gestiegen auf neuerdings verbreitete überaus günstige Schilderungen von der Entwicklung der Finanzen. Unter den ersten, die diese Situation auszunutzen trachteten, beianücn sich die Minister des Ilneges und der Marine. In Spanien lebt und webt man gleich in Träumen vvn künftiger Große, wenn auch nur etwas mehr Geld in die La,fr fließt. Billaverde als nücksterner Fiiianzpolitiler hat sich geun-igert, der Erhöhung des Kriegs- und Marine- vudgets zuzustrmuten, im Gegenteil namhafte Abstriche für notwendig erhärt Der König ist auf die öeite des Höhcr- Ivrdernden getreten, und das gab den Aussck)lag, die Le- inijfton Bcktaverdes unwiderruflich zu machen. Wik man lieht, betrachtet die Spelulation gesteigerte Ausgaben Spaniens für Wchrzivecke als Luxus. Unb auch anbetßiuü Durfte Die Meinung überwiegen, daß weise Sparsanilett für das Land des Wem- und der Gesänge noch immer sehr geboten ist Der Lonig unterzeichnete das Dekret berdortedauf- anflösung. Die uongreßtvahlen wurden auf den 2b. Lprtl, die ScnatSwahleii aus den 16. Mai, bie Eortcs- ervfstiung auf den 18. Mai angefetzt. Ein unter dem Vorsitz Des Honigs abgchaltener Mitiisterral acceptierte bie Erhöhung ber StaatsauSgaben um 25 MtAtonen. Tie ge- lamtc spanische Presse betrachtet bie Demission Villaverbe uts An,ang bcs Zusammenbruchs der Siegierung. Sin König, bet Juwelen unterschlägt Mehrere portugieiijche Blauer bcschulbigi-n den König, bei der Rationalbant hinterlegte Juwelen, weiche Staats- Eigentum fern sollen, der Königin von Englan b al« Geschenk angeboten zu haben. Gleichzeitig protestieren bie Blätter gegen die Veranstaltung großer Festlichkeiten anläßlich des beooritehenben Besuche« des Honigs Eduard, besten Anwesenheit in Lissabon nach befl König« von Portugal Wunsch cm ^nationale« Fesf sein soll. Wenn e« noch eines Beweise« beburfte, baß Portugal in Englanb seinen Verbündeten, ja mehr als bas, feinen natürlichen Beschützer sieht, bann ist er gegeben durch diese 'Rachrichten einer oppositionellen Presse. Es handelt sich bei Dem Besuch um nichts weiter, als um die Enviederung Desjenigen, den ber Honig von Portugal im vorigen Jahre in xtonbon abstattete. In Der Achtung Der selbstbewußten Eng- länöer wird Das Romanenvöllchen Durch Festlichletten nicht neigen, denn Da« ,VerDienst' Englands um Portugal besteht un Grunde nur barm, baß eS ihm unter ber Hand finanzielle Beihilfe geleistet hat, roafl Portugal bekanntlich im Buren- friege burch politische Gegenleistungen wetlniachen mußte. ES icheint aber boch auch Heule m Portugal zu geben, Die glauben, baß England drauf und dran ist, ui verhältnismäßig wohlfeilen Besitz der Azor e n - I ns eln zu gelangen. gTutfdjTsl-irid). Berti« 26. Aiarz. Ter Kaiser tritt am 1. April abends die Reise nach Kopenhagen an. Tas Gefolge auf der Reise best.ht aus dcm Cb^i,r,rnarschatl Grafen Eulenburg, o.n Geucr..la^)Ut^n.e.. G.n.,atle^t..^n, 10.1 Mvltke, Genrralmuj^r v. Löw^i.s.lo, i^.ug.Lvj^tani von Gramms. F-gtl-l-^n. v. Lchm.t^w, Setbary Tr II- berg, V.z^miral v. Sciw^i-Bibran, GeneraUeutuont Gras Hülscn-^as^ler, Gth. .miai v. Vutentuii und dem U^jandten v. Tschirschch-Dögciidorf. — Heute abend sano bei den Majestäten ein Diner statt, zu Dein zahlreiche Fürstlichkecken geladen waren. Ter uaiscr saß zwischen der Fürstin Aiuoii v. Aadziwilt unb der Fürstin v. &)»ar. Rech.s folgten HouSminister v. Wedel, Fürstin v. Toiinersmaick, Fürst zu Dre über die Frage Der Beschaltung weiblicher Fleischbeschauer behufs Unter,uchung aus dem Auslände eingehenden Fleisches au, Trichinen, bum Entwurf einer B.ka.iNtmachuna bett. Beschä,tigung von Arbeiterinnen und lüge n blich en Arbeitern in zur Anfertigung von Eigarren bestimmt en Anlagen ic — Der preuß. Arbeitsminister riu)tete an die Eisenbahn» direkt Ionen einen Erlaß über bie Errichtung von Han* tinen im Eisenbahndietist, nach dem er die Prüfung des Bedürfnisses und eine zweckent.ptechende L. itang erwartet. Tie UQiitincn sollen eine WahlfahrtSeinrichtung und nicht eine Einnahmequelle bilden. — Nach einer den HreisbcHörden zugegangenen Verfügung des preuß. Ministers des Innern ist mit den Vorbereitungen zu den NeichstagSwahlen ohne Verzug vorzugch.n, insbesondere sei bie Abgrenzung ber Aiahlbezirke und die Aufstellung der Wählerlisten unverzüglich herbeizusühcen unb bas letztere so zu beschleunigen, daß sie spätestens bis Cftern zur Auslegung fertig sind. — Im vreuß. Abgeordnetenhause wurde der GcsctzenUvurs zur Gewährung von Wohnungsgeldzuschuß an die unmittelbaren Staatsbeamten m Dritter Lesung angenommen. Hierauf wurde der Gesetzentwurf über Die Landestrauer, welcher fest setzt, daß an Stelle oer jrüh.ren acht Tage Die Landestrauer nur noch vier Tage Dauern, und zwar soll der Todestag dabei eingerechnet werden, in erster und zweiter Lesung genehmigt. ES »olgte bie Beratung befl Gesetzentwurf«^ b«.treffend Erweiterung unb Bervollftänbigulig befl Staatseijenbahnnetzes und Die Weiterbeteiligung befl StcateS an Dem Unteriiehmen Der Altbamm-Eolberger Bahn und den Bau von Kleinbahnen. — Im neuesten Hefte der Jahrbücher für Nationalöko» nomie und Statistik veröffen.licht Der Breslauer Nalional- vlonom Professor Iulrnfl B>ols eine Untersuchung über Die Fleischteuerung vvn 1902/03. Als maggebenb für biese Teuerung s..h. Prof.sfvr 25k).f f^lg.twe „nat^r.lche^ Faktoren an: 1) Infolge Futter not Huven sich im Laufe Dcfl Jahres 1901, um das Vieh nicht durchsuttern zu müssen. Die Lanowirte eines großen Teiles ih.es Viehbestandes entäußert. 2j Bei Schweden war l«00 ein AuSoe^kauf infolge besonders hohen Konsums vorausgegangen; in Das Jahr 19u2 trat man insdlgeD.si'en mit geringeren VwhbestänDen ein. 3) 1902 war bie Futtereiiite sehr gut; Vieh wurde insolgedcssen mehr als sonst z u r ü ck g e h a l t e n, um auf- gezogen unb gemästet zu werden. Tas an sch zufällige Zu- lammentreffen einer FutternFßem^ in oLIen teilen Europas mit einer Maismißernte jenseits des £&:and tifiärt also Die Teuerung und ihren weltivirrschastlichen Eharak.er. Sie wurde in Europa in .h.en Wick.tngen oe«.schärjt uno gedieh zu ihrem Umfange davurch, daß 1902 eine besonders günstige Futtcrernte Der ungünstigen von 1901 folgte. München, 26. März. A. ih.ntisch verlautet, 23at)em habe im Bundesrat schon lange se.ne Stimme für die Ge- Währung von LceichstagSdiäten abgegeben. — Im bayerischen Landw.r.fchaftsrut w^rde angeregt, bie Schlachtfrist für österreityisches Vi.h wuder, wie bish.c, zu verkü.zrn. la.auf er.o.Derle der B.rtre.ec der Regierung, daß oies nicht sofort in Aussicht gesteltt werden könne, da Der Zutrieb von Großvieh auch jetzt noch zu wünschen übrig lasse. Wahlbcwcgung. lieber Wahlkandida.iiren im Großherzoqtum und in der preußischen Provinz Jiafjau berichtet Die .Staatsbürgerztg.^ folgende«: Im Kreis Fried berg-Büdingen stehen dem Grafen Oriola (natl.), der die Unterstützung des Bundes der Landwirte gefunden hat, gegenüber Bus alt (Soz.) und Molt Han (Zentr). Ob Oekonom Wilhelm Bär-Herrenhag für die Refor,npartei kandidiert, steht noch nicht fest. Im Kreise Offenbach.Dieburg ist dem Sozialdemokraten Ulrich noch kein Gegner gegenübergestellt. Der Bauernbund stellt voraussichtlich den Landtags- Abg. Hauck als Zählkandidaten auf. Jin OdenivaldkcetS BenSheim-Erbach ist noch alles ruhig blS auf die Sozial- demokraten, deren Kandidat Rau fleißig agitiert. Das Zentrum wird diesmal einen eigenen Kandidaten aufstellen; ob der seitherige Abg. HaaS wieder kandidiert, darüber werden widersprechende Nachrichten verbreitet. Falls Haaö nicht annimmt, bewirbt sich der Landtags-Abg. Hirschel- Offenbach (Reformp.). Im Kreis War in S-Heppenheim ist Frhr. v. Heyl (natl.) mit Unterstützung des Bundes der Landwirte wieder aufgestellt. Außer den Sozialdemokraten wird das Zentrum auf dem Plan erscheinen und auch die Freisinnig-Demokraten. Der Kreis Alzey-Bingen dürfte den Freisinnigen entrissen werden (?); sie verdankten ihren Sieg dem Eintreten des Zentrums für ihren Kandidaten. Diesesmal hat das Zentrum in dem LandtagS-Abg. o. B cen- tano einen eigenen Kandidaten erkoren. Tie Nominierung eines agrarischen Kandidaten soll demnächst erfolgen. Von der Wahlbewcgung im Kreise Gießen schreibt das genannte antisemitische Blatt: ,3n Gießen stehl dem bisherigen antisemitischenAbg.Kähler der sozialdemokranjche Kandidat Krumm gegenüber. Cb die Freisinnigen und Naiionalliberalen wieder zusaum.eugehen, ist noch ungewiß; em Kandidat ist bis jetzt noch nicht geiunden, der r.and- lagsabg. Dr. G u t t l e , s ch hat bestiinmt abgelehnt. Ter Bund der Landwirte unlerslützl Köhler/ DaßDr. Gutfleisch „bestimmt ab gelehnt habe", entspricht nach unseren Informationen keines- wegS den Tatsachen. Eine definitive Entscheidung ist bisher noch nicht gefallen. Wiesbaden, 26. März. Das Zentrum wird den LandtagSabg. Landgerichtsrat Jin walle als RcichStags- kandidaten für den 11. nassauischen Wahlkreis aufstcllen. Ria nn heim, 26. März. Das hiesige Zentrumsblatt behauptet an leitender Stelle: „Zwischen der national, liberalen Partei, den Konservativen und dem Bund der Landwirte ist ein Wahlkartell für die bevor, stehenden Reichstagswahlen abgeschlossen worden, welches den Zweck hat, das Zentrum in Bayern, Baden, Hessen, den Regierungsbezirken Kassel und Wiesbaden, der Rhein- provinz und Westfalen zu bekämpfen/ — Ob diese An- gaben richtig sind, bleibt abzuwarten. Die Tatsache, daß der Bund der Landwirte erst vor wenigen Tagen im Heidelberger Wahlkreise eine eigene Kandidatur aufftellte, läßt sich nut der Behauptung deS Zentrumsblattes schwerlich in Einklang bringen. Ausland. Luxemburg, 26. März. Nach breitägiger Debatte nahm die Devuticrtenkammer einstimmig bei 2 Stimmenthaltungen oen Eisenbahn- und Zollvereins- verlängerungsvertragmitDeutschlandan. Wien, 26. März. Der hier befindliche Burenober st Schiel ist derart erkrankt, daß er in das Sophienhospital überführt werden mußte. — Die „Bolkstribllne" veröfient- licht folgenden Geheimerlaß an alle Kommandeure: Nach zuverlässiger Information ist dem Reichskriegsamt zur Kenntnis gelangt, daß die sozialistische und die radikal-nationalePropaganda häufig bestrebt ist, Anhänger für ihre Tendenz auch unter der Wehrmacht zu gewinnen, die anti-militärische Bewegung unter die ein- zuberufcnden Reservisten au tragen, Flugblätter aufrühre- rischen Inhalts in die Kasernen einzuschmuggeln, — olles dies um den guten Geist und die militärische Disziplin des Heeres zu untergraben und alles zu versuchen, um an der unbedingten Zuverlässigkeit der Wehrmacht zu rütteln. Besonders betont sei, daß die Agitation unter dem Militär durch eigene Vertrauensmänner ausgesührt werden soll. ES liegt die Gefahr nahe, daß diese zersetzenden Bestrebungen in nächster Zeit planmäßig organisiert und in bedeutendem Umfange in Szene gesetzt werden. — Alle Kommandanten werden aufgesordert, dieser Gefahr durch die strengsten Maßnahmen entgegenzutreten. Budapest, 26. März. Im Abgeordnetenhause beant- wartete Honvedminister Baron Fejervary eine Interpellation Benedek über das Verbot, daß Offiziere der Antiduellliga beitreten, dahin, daß zwar der Zweikampf aesetzlich verboten sei, das Ofsizierkvrps sich jedoch über die gesellschaftliche Auffassung, welche Abweisung eines Duelts als Feigheit erkläre, nicht Hinwegseßen könne. Das Offizierkorps sei nicht berufen, der Gesellschaft neue Auf- fassungen zu oktroyieren. Da zudem vorauszusetzen sei, daß die spezifischen Vorschriften der Armee über Ehren- affären mit den Vorschriften der Antiduellliga nicht über- einstimmten, könne der Offizier nicht über die Richtschnur seines Verhaltens im Unklaren gelassen werden. Wenn es der Antiducllliga gelinge, ihrer Auffassung in der Gesell- schäft zum Siege zu verhelfen, werde das Offizierkorps nicht verfehlen, sich den neuen Ideen anzupassen. Washington, 26. März. (Reuter.) Der deutsche Kaiser ließ dem Präsidenten Roosevelt mit- teilen, daß das a t l a n t i s ch e G e s ch w a d e r der Verein. Staaten auf dessen beabsichtigter Fahrt nach Europa auch in Kiel willkommen fei Infolge der Abänderung des Reiseplanes für das Gcschtvader sah Präsident Roosevelt sich gezwungen, die Einladung abzulehnen, unter dem Hinzufügen, daß das Geschwader keinen Hasen des europäischen Festlandes anlaufen werde. Ans tzluöt lind £iuid. Gießen, 27. März 1903. fc. Se. Kgl. Hoheit der Groß Herzog, der auf seiner Rückreise von Indien anch un Luxorhotel in Luxor (Ober- egypten) Wohnung genommen hatte, schenkte dem Direktor deS Hotels, Jakob Geißler aus Oberlahnstein, eine goldene Busennadel mit Krone und Initialen in Brillanten. *'Hessisch-Thür. Staatslotterie. Bei der heutigen Schlußziehung der 6. Klasse fiel die Prämie von 100 000 W. auf LaS Rr. 12423, das zuletzt mit 2000 Mk gezogen wurde (nach Friedberg). Je eine Prämie von 60 uou Mk. auf Nr. 26894 (nach Darmstadt), 36001 (nach Eisenach), 37442 (nach Mainz), 80499 (nach Darmstadt). Acht Prämien von je 25 000 Mk. (zuletzt mit 400 Mk. gezogen) auf Nr. 2902 11425 29627 44682 58388 60193 79186 80522, 3000 Mk. auf Nr. 4463 38640, 2000 Mk. auf Nr. 58400, 1000 Mk. auf Nr. 1226 2234 6139 32710 43145 45447 53457 58905 74726 74964 98182. Ohne Gewähr. ** Personalnachrichten. Am 25. M ärz b. I. würbe der K'.e.sschul nfp.kcvr bei der Kreiöschulromnus.'ion Bingen Philipp Seid auf fein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. April 1903 an in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß der El)arakter als „Schulrat" verliehen. — In den Ruhestand versetzt wurde am 25. März d. I. der Oberlehrer an der Vckroriaschule und dem Lehrerinnen- Seminar zu Darmstadt, Professor Karl Seil auf fein Nach- fuchen, unter Anerkennung feiner langjährigen treuen Dienste und Verleihung der Krone yim Ritterkreuz 1. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, mit Wirkung vom 20. April 1903 an. — Ernannt wurde am 23. Marz d. I. der Pedellgehllse an der Rea»- uni) Landwirt- schaslsschule yi Groß-llmstadt ftutl Kirchmeyer zum Pedellen an dieser Schule mit Wirkung vom 1. April 1903 an. ** D i e angekündigte Ausschuß sitzung des Landwirtschaftlichen Vereins für Die Provinz Oberhessen sand gestern nadpniltag im Prinzen Karl statt und war aus allen Kreisen der Provinz, wie in der Regel, gut besucht. Tie Vertreter der Regierung waren am Erscheinen verhindert infolge der Kammerverhandlungen, so fehlten auch die Abgeordneten in unserer Sitzung, soweit sie Mitglieder unseres Provinzialausschusses sind. Don Darm- stadt war allein anwesend der Generalsekretär des Hessischen Landwirtschaftsrates, Oekonomierat Tr. Müller. — Es wurden eine größere Anzahl von Mitgliedern ausgenommen und dann der Voranschlag für 1904/1905 beraten. Derselbe schließt in Einnahme und Ausgabe mit dem Gesamtbetrag von rund 98 000 Mk. ab und gab in einigen Ansätzen Veranlassung au Auseinandersetzungen, die aber zur Genehmig- ung des Voranschlages in allen Ansätzen führte. — Eine ganze Anzahl von Gemeinden wurde im vergangenen Jahre mit täglichen Nachrichten über das kommende Wetter versehen. Wenn auch anerkannt wurde, daß für große Teile der Provinz die Wettervorhersage bis zu 86 Proz. Treffern führte, so war man doch der Ansicht, daß das Vorsayren heute der Landwirtscl)ast noch keine wesentlichen Dienste leiste. Meist kommen die Wetternachrichten noch zu spat an; will man die Versendung auch in entlegene Orte sehr beschleunigen, so verteuert sich die Versendung außerordent- lich. Immerhin wurde die Verpflichtung des Vereins anerkannt, die Wettervorhersage daourch zu fordern, daß der Verein für mindestens 15 Orte der Provinz die Abonnements aufrecht erhält. — Tie Neuwahlen der Körkom- Missionen wurden danach erledigt, ebenso die Wahl der Preisrichter für die Tierschauen in dem Zeitraum lb03/06. — Es werden wiederholte Klagen geführt über die Vernachlässigung der Obstdäume, a*.te, überständige, selbst abgestorbene Lbslbäume werden nicht beseitigt, gesunde Lbst- bäume nicht von der borkigen Rinde und von Schmarotzern befreit, und die Mühen dessen, der seine Obstbaume sorg- fällig pflegt, hinfällig gemacht. Denn aus den zu spät beseitigten abgeswibritrn Obstbäumen, auf den lebenden und nicht gereinigten Lbstbäumen finden die Obsischadlinge ungestörte Brutstätten, von denen aus nun auch die Bäume der tüchtigen Lbstwirte immer wieder mit Schädlingen bevölkert werben. Nun ist ja durch eine frühere Verordnung in allen Landgemeinden eine Komm.sfion bestimmt, die die in der Baumpfiege säumigen Besitzer heraus,ucl;en und durch den Ortsvorstand anhalten la Jen soll, Mißstände zu beteiligen. Diese örtlichen Kommissionen scheinen aber vielfach entiveder ihre Pflicht zu vernachlässigen oder nicht mit der nötigen Energie, gegebenen FaUs, einzuschreiten. Kurzum, die Klagen über Insektenplage infolge lässiger Obstbaumpflege verstummen in manchen Gemeinden nicht. Nach Würdigung dieser Verhältnis^ beschließt die Versammlung, den Vorstand des Oberhe,fischen Obsibauvereins darum an- zugehen, durch feine Techniker systematisch die Baumbestände in den Landgemeinden der Provinz auf jene Mißstände zu prüfen, den Verwaltungsbeamten der Kreise über 23er- nachläsfigungen der Obstbäume Meldungen zu mailen, sodaß jene, nötigenfalls auf Kosten der Säumigen, Abhilfe schaffen. — Gleichzeitig wurde auf das Hegen der insektenfrefienden Vögel aufmerksam gemacht und für die Höhlenbrüter, die in gut gepflegten Obstanlagen keine Nistplätze finden können, die Berlepschen Nistkästen für Höhlenbrüter empfohlen. — Die Kgl. Eisenbahndirektion Magdeburg hatte ]id) an das Präsidium des Vereins gervandt, um die Ansichten über die Detarifierung der verschiedenen Zuctersorten bei Transporten im Jnlande bei uns zu hören. Der Direktor der Zuckerfabrik Wetterau, Dr. Schudt, referierte über die Frage und reichte ein Gutachten ein. Der Direktor der Zuckerfabrik Stockheim hatte der Einladung des Vereins nicht folgen können, sandte aber ebenfalls ein Gutachten ein, sodaß der Provinzialverein dank der Unterstützung jener Herren in her Lage ist, der Eisenbahndirektion Magdeburg eine unseren Vertehrsverhältnissen angemessene Auskunsi zu geben. — Der Vorsitzende schloß danach die Versammlung mit dem Hinweise darauf, daß die Tätigkeit des Vereins demnächst besonders darauf gerichtet sein müsse, alle Vorkehrungen zu treffen, um die für September vorgesehene Ausstellung angemessen ausgestalten zu können. *• Versendung von Packeten während der Ost er zeit. Die Vereinigung mehrerer Packete zu einer Postpacketadreffe ist, nach einer uns zugehenden Be- kanntmachung deS Reichspostamtes, für die Zeit vom 5. bis einschl. 12. April im inneren deutschen Verkehr nicht gestattet. Auch für den AuSlandsoerkehr empfiehlt eS sich im Interesse des Publikums, während dieser Zeit zu jedem Packete besondere Begleitpapiere auSzufertigen. — Wir erhalten folgende Zuschrift: Lauierbach, 26. März. Der Unterzeichnete erklärt hierdurch, daß er dem Arnkel nn „Sautcrb. Anz.', bett. Höhere Bürgerschule Lauterbach, der auch Zbreni geschätzlen Blatte übersandt worden ist, ooUsländig fern- liebt. Tie in dem Artikel angezogene Aeutzerung eines Darmstädter Schuldirektors ist dem Unterzeichneten gegenüber nicht getan ivorden. H. F o e r m e s, Großh. Oberlehrer und Rektor der Höheren Bürgerschute. Bad Nauheim, 25. Maiz. Gcnern wurde un benachbarten cm ehemaliger Offizier angeblich wegen Wechselfälschung verhaftet und in daS Untersuchungsgefängnis nach Gießen cmgelicfcrt. i. Alsfeld, 25. März. Die hiesige Volks bank zeigt in ihrem Geschäftsbericht von 1902 em Gesamtvermögen von 602 542 Mk., die Passiva betragen 597,525 Mk., sodaß sich her Reingewinn für 1902 auf 5017 Mk. beläuft. 7 pEt. Dividenden gelangen zur Verteilung. Trotzdem im abge- Ifluftnen Jahre 9 Mitglieder starben, hat sich die Mitgliederzahl von 450 auf 457 erhöht. — Unser Kriegerverein feierte am 22. d. M. fein 30jähr. Bestehen. Darmstadt, 26. März. Infolge einer Beschwerde des Deinbauoereins Oppenh-im über die mangelhafte Kellerkontrolle in den benachbarten wciubautreiben- den Bundesstaaten, insbesondere Preußen und RHZnbayern. hat sich, nach der „Frkf. Ztg.", das hessische M i n i st e - r i u m an das Reichsk^n^leraint gewendet und um Abhilfe der angeführten Mißstände gebeten. — In der heutigen etabtDerorbnetenDerfammlung wurde beantragt. die Bürgermeisterei möge bald eine Vorlage über die Weiterführung der elektrischen Bahnlinie von der Saalbaustraße bis zur Heidelbergerstraße machen. Dann verkündete der Obeibürgermeister Mormn'.g, daß der Ober-Ingenieur und Prokurist der F.rma Siemens uno Halske in Berlin Ferdinand Cckert zum besoldeten Beigeordneten gewählt worden sei. Beigeordneter Eckert, ein geborener Darmstädter, soll der Leckang der technischen städtischen Betriebe vorstehen. Ter seitherige unbesoldete Beigeordnete Ri dlinger verabschiedet sich darauf nach 30- jähriger Tätigkeit aus dem städtischen Tienst. Mainz, 26. März. In der Märzvcrjammlung deS Mittelrheinischen Fabrikantenvereins hielt nach einem kurzen Bericht über die seit der letzten Versammlung angegangenen Einläufe der Reichskommissar für die Welt- ausslellung in St. LomS, Geh. Cberregicningdrat Lewald, einen Vortrag über die Weltausstellung in St. Louis 1904. Redner schloß mit dem Wunsche, die deutsche Industrie in stattlicher und eindrucksvoller Weise bei der Ausstellung vertreten zu sehen. Die im Anschluß an den Vortrag einstimmig angenommene Resolution hot nachfolgenden Wortlaut: „Tie am 12. März 1903 in Mainz unter Teilnahme zahlreicher Gäste stattgehabte Versau.mlung deg NUttelrhemi- ichen Fabrikantenvereins spricht sich dahin aus, daß eine möglichst umfassende Beschickung der Weltausstellung in St. LouiS 1904 seitens Deutschlands wünschenswert und geboten ist. Tie Mitglieder werden gebeten, für eine solche Beschickung tunlichst ein^utreten*. An diesen Voruag reihte sich em Vortrag deS Dr. Alexander Tille-Berlin über: ,Die amerikanischen RiesentruslSV - k- Mainz, 27. März. Die von verschiedenen norddeutschen Blättern über Personalveränderungen bei der hiesigen Eisenbahndirektlon mitgeteilten Nachrichten dürften sich, wie wir soeben erfahren, bestätigen. Wte man uns mitteilt, soll nicht allein TirektionSprästdent Breitenbach von hier in die Berliner Eisenbahndirektion übertreten, sondern auch noch ein zweites Vlitglied der hiesigen Eisenbahn- bireftton nach Berlin übertreten. Ter letztere soll durch cm Mitglied der Eisenbahndirektion in Frankfurt ersetzt werden. Diese Personalveränderungen sollen mit der bevorstehenden Umänderung der Begrenzung der EisenbahndirektiOlisbezirke Nlainz und Frankfurt zusammenhängen. — Nach emer neueren halbamtlichen Bestimmung dürfen die Packwagen der Schnellzüge von jetzt ab nur am Schlüsse des Zuges mitgeführt werden. An ihrer Stelle werden hinter der Maschine sogenannte Derstellwagen eingeschoben, welche von dem reisenden Publikum nicht besetzt werden dürfen. ES sollen somit die Züge von beiden Seiten, un Kopf und Schluß, gesichert oder gedeckt fein. Außer einer größeren Sicherheit für das reisende Publikum liegt in der Steuerung noch der Vorteil, daß eö nun leichter ist, die zu spät cin- treffenben Gepäckstücke von UebergangSzügen mit den Schnellzügen weiter befördern zu können. Wiesbaden, 26. Vkärz. WieSbadenerKaiserkage nnd Maifestspiele. Nach neueren Ermittelungen darf nun- uiehr als sicher angenommen werden, daß der Kaiser auch in diesem Jahre unsere Stadt besucht und zwar Voraussicht- lich mit der Kaiserin, die den lebhaften Wunsch geäußert hat, „Oberon" und „Armide" an der Stätte ihrer Retreaiion dargestellt zu sehen. Es steht indes der Zeitpunkt noch nicht genau fest, wann das kaiserliche Paar hier seinen Einzug halten wird; vermutlich sind hierfür die letzten Tage des Vlai ober bie ersten des Juni in Aussicht genommen. Das Programm für die Maifestsptele ist festgestellt, doch hat es noch nicht die definitive Genehmigung des Kaisers ge- fimoen. Es kommen zur Aufführung „Oberon', „Ar- inibe*. „Die Afrikanerin' unb „Die weiße Dame', bie beiben letzten Werke im Style bet WieSbabener Einrichtung. Ter Kaiser wünscht burchauS, daß dem hiesigen Jnstitilt feine Kapazitäten erhalten bleiben. Frankfurt, 26. Mär. Im Anschluß an unsere gestrige Notiz teilen wir noch mit, wie sich die Steuerzuschläge bei bet städtischen Einkommensteuer auf die Steuerpflichtigen verteilen. ES waren im Rechnungsjahr 1901 zur städtischen Einkommensteuer veranlagt 48 942 physische Per- sonen. Davon hatten 37 626, die 901—8000 Alk. Einkommen versteuerten, einen städtischen Steuerzuschlag von 70 Prozent, 5550 Steuerpflichtige mit 3001—6000 Mk. Einkommen einen Zuschlag von 80 pEt. und 2495 mit einem Einkommen von 6001—10 500 Mk. einen Zuschlag von 90 Prozent zu zahlen. Nur 3271 Steuerpflichtige — das sind etwa 6,5 pEt. der Gesamtheit — hatten den vollen Zuschlag mit 100 pEt. zu entrichten. Ganz anders stellt sich bie Sache, wenn man die Summe der erhobenen Steuern vergleicht. Von den im ganzen von physischen Personen gezahlten 6 214 761 Mk. kommen nur 1 848 012 Nck. auf die Steuerzahler bie einen Zuschlag von 70—90 Prozent unb 4 866749 Mk. auf die Steuerzahler, die 100 Prozent Zuschlag zahlen. Vermischtes. * Derlin, 26. März. RechtSanwaltHugo MeseuS erschoß sich. Tie Ursache ist jedenfalls in unglücklichen Familienverhaltnissen zu suchen. • Eharlottenburg, 26. März. Augenentzünd- ungen führten eine Massenerkrankung in den Ge- meindeschulen herbei. Eine Mädchenschule ist bereits geschlossen. • Altona, 26. März. Der S7jährige Kaufmann MeiS auS Prag erschoß seine Frau und sich selbst, nachdem er an der Börse sein ganzes bedeutendes Vermögen verspekuliert hatte. • Pari«, 26. März. Zn de« Telbsimorde deS Generals Maedonald wird noch berichtet: DaS Personal deS Hotels bemerkte, daß der General nach Einpfang eines Londoner Telegramm« sehr niedergeschlagen war und sich auf sein Zimmer zurückzog. Dor der Leiche wurde eine Nummer deS .New York Gerald' und dcS .SDlaiin* gefunden, in welchem die Affäre des Generals besprochen wurde. • Lyon, 26. März. Ta- Asyl für Obdachlose wurde durch eine Feuersbrunst zerstört. DaS Feuer griff mit solcher Schnelligkeit um sich, daß die 85 Insassen nur mit großer Mühe gerettet werden konnten. • Dünkirchen, 26. März. In der Nähe von Dünkirchen kenterte gestern ein Fischerboot. Tie vier Insaffen desselben ertranken. • Nach einer Mitteilung der .Bad. Presse* hat der StudentSchwarz, der den Studenten Goldberg im D u el l erschoß, sich in Warschau der Staatsanwaltschaft gestellt. Gr ui di- zu Beginn der Verhandlung wegen seine« schweren Herzleidens auf Ehrenwort auf freiem Fuß bclaffen worden, was er m Karlsruhe nicht zu erlangen geglaubt batte. Fas Fut a Zloiye vor sKcrtcht, Vierter Tag. Ziegeleibesitzer Äarl volkenntz hat als ein Occultist, der aus bun Standpunkt des Forsck-erS steht, mehreren Sitzungen gegen Bezahlung beigcwohnt. Er hat niemals etwas bcmcrh, was auf Schwindel hindeuten lönnte. Ter Inhalt der Trancercdcn ging weit über bad Bi.bungsnivcau bei Angeklagten hinaus. Tie Angeklagte ist vor Beginn der Sitzung nur oberflächlich unleriuchl worden. Aus der Literatur ist bekannt, dag selbst hervorragende Medien, bei denen unzioeis.lhaft ok.u.tistische V.ive.se Vorlagen, mitunter doch zu Ucbcigr.f^n übergegangen sind. jcuge Io|ej Meier hat von der Rothe Manifestationen gesehen, bei denen er jeden Zweifel der Eck-ihert für aus- gejchlosscn hält. Tie Trancereden konnte die Rothe nicht auswendig gelernt haben, sie waren nicht immer gleich. Die Apporte seien zweifellos aus der freien Luft. Zeuge Rechtsanwalt Lehmlühler hat zwei Sitzungen m seiner Äohnung rnttgemacht. In meinen Raumen tonnten irgendwelche Vorbereitungen feilend der Rothe nicht getroffen werden, sie war auch nicht mit Iemsch allem. Erne Untersuchung hat allerdings nicht statlgefunden. Ich lann nur sagen, daß ich fdjürj zuaesehen und teme veroachtigen Manipulationen bemerkt habe. Ich konnte und kann mir Nicht erklären, wie sie produziert luorben sind. Mem Zwecl war, einen Freund von derartigen Dingen abzubringen. Ich hatte mein Wort gegeben, die Sitzung nicht zu stören, aber badj in Aussicht gestellt, daß ich emgreqen würde, sobald ich Verdächtiges bemerkte. Frau Gleiße, eine korpulente, gesundheitSstrotzendc Frau, ist Mitglied der christlich-theosophischen G.sell|chafl und bekundet, daß alles ohne Betrug zugegangen sei. Alle Teilnehmer hatten schon Apporten erhalten, bloß ich nicht. AlS wir schon die Sitzung beendet batten, und man s.ch zum Aufbruch rüstete, manifejiierte sich mir noch mein kleiner verdorbener Sohn. Sie legte dabei ihre Hand auf meinen Stapf, und gleich darauf fielen eme Rose und zwei Fuchsien von meinem Stopf herunter. Bei einer zioeiten Sitzung hoffte ich wieder, mein kleines Söhnchen sprechen zu können, da manifeitierte'sich aber eine Intelligenz, die meine selige Mutter war. Sie sagte mir Sact-cn, die Fiau Rothe absolut nicht wissen konnte, ebensowenig wie die anderen. Tie Intelligenz sagte mir den Vornamen der Mutter, ihren Geburtsort, ihren Sterbetag ic. Rachher hielt mir Frau gtothe noch eine religio,e Ansprache; |ie nahm dabei fein Rosenblatt, das sie zerdrückte, man bemerkte, daß ein harter Gegenstand daraus wurde, und Frau Rotl-e üveiretchte mir ein Verlogne. Ich habe wiederholt gesehen, daß eine nebelhafte Bildung au| Frau Rothe zu kam, uub wenn sie hinein- griif, waren die Blumen da. Manchmal gingen die Rebel- wvllen auch bei Frau Rothe nieder, sodaß sie sich büuen mußte, um die Blumen zu grei,en. Tarans mag wohl der Verdacht entstanden sein, daß sie die Mumen unter dem Tisch hervorhole. Ich sehe manche-, wa- andere nicht sehen können. — Rechtsanwalt Dr. Schwindt: Sie sind doch nicht nervenleidend oder sonstwie Iranl? — Zeugin: Nein. (f>fridjt-»terr. Uo drerte . . 103.90 41 Ut-Bierr. bilberrente 101.10 496 Ungar. Uoldn-nto . . 102.25 4°/ ItuLen Rente . . . 108.40 4' ,94 Purtugiee-n , . . 50.10 0/ i ortug en. n. .... 81.90 1 % C. Türken .... 8300 Idrkentuee ..... 133.40 4°/q Uneoh. Monopo1 -AnL 45.10 4' .94 äuxwere Argentiner —.— 8J/u Alexikaner . . 26 92 4*/« L Chinesen ... 92.70 Electric, noi ackert . . . 93.70 Nordd Lloyd . . . . 97 60 Areditaktien . ... 217.90 DisKonto-Kommandit. . . 195.10 DariDMt&du*r Bank ... 141.90 Dresdener Bank .... 149.90 Ber Iner Handelsges. . . 161.10 Oesterr btaaubahn . . . 149.00 Lombarden • • • • . 14^0 UuUnar .bahn.....190.00 Laura Que ...... Bochum ....... —.— llarpener......180.10 Tendern: still. 15. 'IBulier, Pcier 16. Ziuiiner, Ehnstian. 2625 2. 8. 5. 6. 7. 8. Rretldjmonn, Cito iKoDiger, Rudolf Roicuberg, Ehiillian Schneider, August Slohr, Julius Thormer, Johannes lugclanen ivoibcn: 1. Adam, Johann Appel, 0>eorg Ehriiiopherfen, August Peter Torr, Emil Faber, Ravi August ü>ta|, Rarl aussetzen. Wiegen, am 27. März 1903. Ter Cbeibürgermeister: Hl ec u in. 9. 10. 11. 12. 13. 14. Hamel, Ronrab paniei, Alichelm *«. yniinie*, Ich bringe Die« hiermit zur offemlichen Remuins unter dem Anlugen, daß Diejenigen pauecigcntuincr, welche Anlagen un An- fd) 1 iiu an das Was- und tbanenuevt, oder Ausbeffeiungen und Ber- änDcrungen an solchen durch Spengler und In|iaUaieuve vornehmen Iahen, welche nicht zur Ausliiynuig beiielben von nur zugelahen sind, sich unter Umjtänden Unaunehmlichteiten und Weiterungen Bekanntmachung. Die nachiteheiid genannten Spengler und In|iallaleure sind zur Ausführung von Alltagen im Aiiichlug an das Cvas- und Wasserwerk aui Grund der Be|timmwige>i vom 29. Tezemver 1902 Vogler, A.-G., Uöln. 2616 Kalk- nni) Marmomerke, Lampssiegelei Ang. tiiibriel jr«9 Gicszcu. 676 »affen Fabrtkatiou. Vahnaufchlüffe. Werke: -lbcudstern. Ein erster rheinischer Mineralbrnnnen wünscht den Alleinvertrieb seines erstklassigen Tasclwassers für Gießen und Umgegend an eine solvente Firma zu vergeben, die für feste Rechnung bezieht. Angebote unter S. 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Amtsgerichts. —. ......— Konkursverfahren. | In dem Konkursverfahren über das Verniögen deS Kaufmanns Ehristian Wagner :n Gießen ist zur Abnahme ' der Schlußrechnung deS Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichniß Der bei der. Verteilung zu berücksichtigenden | j Forderungen und zur Bc- Ichlußfaffung der Gläubiger ■ über die nicht verwendaren I Vermögensstücke der Schlug- termm auf Mittwoch den ' 22. April 1903, vormittags j 10 Uhr, vor Dem Grogherzogi. Amtsgerichte Hierselbst, Zimmer Nr. 18, bestimmt. 2611 Gießen, den 23. März 1903. Ter GerichtSschrelber dcS Großherzogl. Amtsgerichts. Montag, den 30. März d. I., uachmiltago 2 Uhr, oerfieigeie ich im Bieterscheu Saale 'Jleuiiaöt 55: L 4 Faß ’lBcifc- u. Rotwein, 4 Fäßchen Vranntwciu, 15 yla 1(1)1-11 llyampaguer, 81 ^laichen itveißweiu, 56 Flaschen Hoguat^ Rum, Rordhauier, Pieliermiinz, Urumhubel u. a., 2 groge Bilder und 1 Bu|ie; 2. im Aulirage der Weidimann- schen Uoiitursvenvaliung: 82 Uiftchcn lltgarrcu, 35 Ltr. »zrichwaffer, ca. 40 Huer Roiweiu, 45 Ur. Branntwein. Die Versteigerung findet ganz bestimmt patt. 2622 btctßler, lÄerrchtsvollzieher. Emser Pastillen mit Plombe, dargestel i aas den »-eilten Salzen der König Wllhelms-Felsfn- quellen.sind ein bewähriesMuiel gepeu Husten, Heiserkeit, Ver- acbieiiLung, Magenschwäche ttud Verdauungssiörung. Zorn Gurgeln, Inhnllren ond zur Verstärkung des Einser Wassers beim Trinken benutze man das aus den oimheheo Quellen hergesie lte uatürhehe Emser Quellsalz mit Plombe. üm keine Nachahmungen n> erhallen, beachte man, dass ede Scnachiel mit einer Plombe verschlossen ist und verlange ansdrüiklich Emser Pastillen mit Plombe ad-r Emser Quelbalz mit Piombe. Vor'lf.^ in Oies*—. । ei: 225 HHnr. * all ch. M. Krause. Hirsrh ■ pn". ke. m d in derEngelapetheke. Gfenlack wehlriechend, Flasche 3o it. 60 Pkq. Victoria-Drogerie Marktstraße 5. 12499 Krönte Auswahl in nur la. e-kist- ii. lalatfariflirln darunter gelbe Manschen, einpfiebU v32 J. Hankrj, Lchlotzgasse 6. in co d b) » "g ZD ■C « S rr ca. ö CO M ‘e ■E •a- *5 a s ö O) fr E M s A Q tn ar C3> « V3 a <3 - a s a L K o E Ä » = CO s c o- !l Hscnlack woh.i.echend, in Flaschen von I 25 und 50 Pfg., empfehlen Gebrüder Michel, Wallihorstr. 29. [2613 off-Farben v 1 zum Selbst färbt?» gifif« eil empfi hlt 1618 Adolf Bieler, Victoria-Drogerie. MarktatrasseS Sprue unter rieht. Erfahrene Sprachlehrerin unter- rinuet, auch während der Ferien, im Frau;., Lngk. und Jtal. (Aonvcrsatiou). 01386 Eucheres m der Epp. d. Bl. In in hiesiger 6h gesund« verlor« Sie.fi belieben ihr Giksil «US v Die su, „Coriite' die SieiaMü dag al/o be. oui/iajiliajt bem „txil L fcicijm bud (j siudrn. jtaiu IUÜ)1, IDOÜÜU toub zuve gar kill jiu lii. 3uni 1 mithin ist bi Neuwahicn. In bei Gesetze- btt fachen (pub' 1903) sind geteilt. Ti voin 20. I 19. März), erst mit de nach dnsen Sie « 0ttr.:1 (91 ao die vr Kälter viermo Hjocüe de't u« «> Lch gbrtfit W» «nV18trl. ^rnleri^* . Serlii tvird gemeld wcisler von schabt üüeib; dieavcl ausb Öaber,: l in ü u,~ Pri ®,rb- mit d [W Uebui bcem»«lfe; 6unh bas Q 3m.il pnüchsi her ■ "bQcotbnctcn gewählt. in drit ■n?e £f|unfl d ^'ubischcn Äu01119 di« Men Koni .^iderger, g. jjp und To ^toiefen, iS 8eiu"» ‘«2» &fi W EZA d!I «Ljluf» "*Si' 5j*te d'Iihi SÄi? teil 9el=tt Z'h' *»!fe ■r Steuheiten ^Unterröcken, chürlela 5«mca .Firagcu, Blusen Rüschen- und Uragcuboa« Spitzenkragen k Aadol» und Kchlciseu Haudschuhcn A BL -terderde»Shell Jj Hierdurch beehren wir un4, den Eingang der Neuheiten sür Frühjahr und Sommer ergebenst anzuzeigen. Reiche Auswahl und hervorragende PreiSwürdlgkeit. /X. SSolterhoff Söhne Scttcrsweg 20. Giessen. Seitcrswtg 20. vritglied des Weimarer DerdandeS. «n ■■■r urleganti sJ('cnfeiten IN Kinder-Hüten ^«erBiertf niuecffetre^Nic^ Lpitzcu-Hüte Jieefcltieeic.tr ^inecr-jE'if <6, p qnoben- vm Ihetmco ^.u^cn ▲ Baby-Häubchen Kinder» Kleidchen. CMßC* Der Stadt - Auflage unserer heutigen Ausgabe sind Dr. A. Leiters Rezepte m Buch,arm beigefügt« 2t>u8 8619 Bietzen, den 86. März 1903. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unsere» lieben Batten und Baiers Herrn Heinrich Nuhl besonder« für die Ehrung de« Dahingeschiedenen durch den Steierern en-13eretn sagen innigsten Tank Die trauernden Hinterbliebene«. U13bV| Jüngerer Hauobursche |cjud)L itudivigilratze 20. Tücht., ztlvcrl. üllkcht sowie mehrere Arbeiter gesucht. Basallwcrk HciberiShausen. Aleldungen nimmt entgegen Peter dedepp. Dtertführer. (O1382 r. ^ansOicncr Lehrling mit guter Schulbildung findet -u Ostern Ausnahme in der Brühl’schen Druckerei 9lur gesunde, !rüstige Jungen wollen sich melden.______________ Lehrling wird für ein hiesige« Engrosgeschäft gesucht evtl. geg. sofortige Vergütung. Selbstgeschriebene Oss. unt. Nr. 2616 an die Exp. d. Bl. 9131 Junger Manu au» guter Hauulie, mögt, im Besitze de« Lun.-Freito. Zeugnisses, findet zu Ostern Stellung al» Lehrling. Im zweiten Jahre Laichengeld. 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