an 5bie verdient. Fast die ganze Der „Berl. Lok.-Anz." teilt zu dem Kwilecki-Prozeß mit, die Schuld frage sei nur von drei Geschworenen bejaht worden, von neun verneint worden. Graf Hektor reichte für sich sowie für die Eltern eine detaillierte Liguidation ihrer Spesen und Auslagen ein. Nach einer dem ,Mrl. Tagebl." zugehenden Mitteilung ist. Staatsanwalt Müller, der neben dem Ersten Staatsanwalt Steinbrech die Anklage in dem Prozeß Kwi- lecki vertrat, nach Elberfeld verseht worden. Buenos-Aires, 24. t)wv. Der Marineminister be. absichtigt, der Nordenskjöldschen Expedition ein Schiff zur Rückkehr nachSchweden zur Verfügung zu stellen. Volltische Tagesschau. Heber schwere Schädigungen des Zwischenhandels werden immer neue berechtigte Klagen laut. Die hessischen Detaillisten sind empört über die Eisenbahnkonsumvereine, die Kohlenhändler klagen jetzt, daß Eisenbahnbeamte, welche durch Vermittlung ihrer Behörde Kohlen zu den für den Staatsbedarf geltenden billigeren Abschluß- Preisen beziehen, mit diesen Kohlen Detailhandel treiben. Gegen diesen, vom Staate sicherlich nicht gut geheißenen Mißbrauch einer Vergünstigung, die er seinen Beamten ge- währt, wendet sich eine an die Osnabrücker Handelskammer gerichtete Denkschrift der Kohlenhändler. Gleichzeitig wird darin auch Klage darüber geführt, daß der Kohlenhandel, genau so wie andere Zweige des Kleinhandels, in zunehmendem Maße unter dem Wettbewerb der Konsum vereine und Bezugsgenossenschaften zu leiden habe, sowie darüber, daß ' die Behörden in ihren Submissionsbedingungen den Verhältnissen des Kohlenbergbaus nicht immer angemessene Rechnung tragen. Der Kammerausschuß, der sich mit dieser Denkschrift befaßte, sprach seine Ansicht dahrn aus, daß ganz allgemein die Kammer schwerlich in der Lage sein werde, hier den Wünschen des Kohlenhandels entsprechend eiiizilgreiferi, so lange die Konsumverei n e und die Beamten sich innerhalb der allerdings reichlich weit gesteckten gesetzlichen Grenzen bewegen. Eine Abänderung der be- stehenoen bezüglichen Gesetze zu erstreben, müsse zur Zeit ziemlich aussichtslos erscheinen. Dagegen könne die Kammer pch an zuständiger Stelle wohl dafür, verwenden, daß den Beamten nur der wirkliche Bedarf für den e i g e n e n H a u s h a l t aus den Materialbeschaffungen des Staates überlassen und dabei streng verboten würde, etwa nicht selbst verbraiichte Mengen dieser Kohlen weiter an dritte abzugeben. Auch werde zu befürworten sein, daß die Behörden ihre Bergebungsbedingungen auch beim Kohleneinkauf mit den einschlägigen Verhältnissen in Einklang bringen und insbesondere in den betreffenden Verträgen die sog. Ausstandsklausel einfügen. Wegen der sonst beklagten Schädigungen wurde aiy den Weg der Selbsthilfe verwiesen. Namentlich sollte der Kohlenhandel die Geschäftsführung der Konsumvereine und Bezugsgenossenschaften genau beobachten, und wenn diese an Nichtmitglieder verkaufen, oder wenn Beamte unmittelbar oder mittelbar Kohlenhandel treiben, solche Tatsachen zur Anzeige bringen. Studeuteuuuruhen in Rußland. In Petersburg gingen Einzelheiten über Studentenunruhen in Kiew ein. Am 16. November, am Jahrestage der Hinrichtung des Studenten an der Kiewschen Universität, Balmaschew, welcher den Minister Sip- jagin ermordete, sand im Auditorium der Universität eine Versammlung von einigen hundert Studenten statt. Der Kurator, der Rektor und der Inspektor der Universität wurden mit Geschrei und Pfeifen empfangen. Umsonst redeten Kurator und Rektor den Studenten zu, auseinander zu gehen. Eine Anzahl Studenten verließ, nachdem Kurator und Rektor sich entfernt hatten, das Auditorium unter dem Gesänge „de profundis" und strömten dem in einem Nebenviertel belegenen Studenten-Speiseraum zu. Als Polizei hinzukam, gingen die Studenten auseinander. 29 von ihnen, die von der Universitätsinspektion erkannt Rückkehr heiße ich Sie und Ihre Gefährten herzlich, willkommen. Kultusminister Dr. Studt." Tie „Nordd. Allg. Zig." schreibt: Gin freudiges Willkommen ruft das deutsche Volk den wackeren Landsleuten zu, die zum erstenmal das Banner deutscher Wissenschaft in das Gebiet der Antarktis getragen haben. Mit welch aufopferungsvoller Hingabe, welch schönen Erfolgen sie unter großen Schwierigkeiten an den mannigfachen Aufgaben arbeiteten, die ihnen gestellt waren, meldeten dem deutschen Volke bereits die ausführlichen Berichte, die, den Forschern lange voraus, in die Heimat kamen und dank dem Walten des Staatssekretärs Grafen Posadowsky, des unermüdlichen Förderers der Expedition, und des Geheimrats Poof. Tr. Frhr. v. Richthosen als Leiters des Instituts für Meereskunde längst gebrückt vorliegen. Tie „Norddeutsche" schildert dann den Verlauf der Expedition und hebt hervor, daß Georg v. Neumayer als der geistige Vater des Unternehmens zu betrachten sei und daß die Kvwaldtswerke in Kiel mit dem Bau des Schiffes „Gauß" Ehre eingelegt haben. Das Matt gedenkt der Verdienste des Leiters des Unternehmens Pros. Dr. v. Tryaalski und des Schriftführers Kapitän Ruser von der Hamvurgf-Ame- rika-Linie. ,, y . Professor v. Drygalski äußerte sich einem Journalisten gegenüber über den Erfolg der Expedition, daß die „Gauß" monatelang von Eismassen eingeschlossen war, so daß be- sürchtet wurde, das Schiss werde dauerird einge'.chlosfen bleiben. Tie Bemühungen, einen zweiten Winter innerhalb des Polargebietes zu stationieren, blieben erfolglos. Die Gauß" Hst sich vorzüglich bewährt und blieb unLrschä- digt. Die Teilnehmer hatten Temperatiiren von 40 Grad Kalte und 'haben zahlreiche Schlittenfahrten zu Lande und über das Polarinlandeis ausgesührt. Die Erfolge der Spedition, die reiches wissenschaftliches Material mitbringt, seien über Erwarten groß. Ein weitere Vorstoß nach Süden sei unterblieben, um eine Gefährdung der ganzen Expedition zu vermeiden. Tie „Gauß" wird in den nächsten Tagen außer Dienst gestellt und im Auftrage des Reichsamtes des Innern veräußert werden. —wes ist Franz Grillparzer gewidmet. Ter Zusammenhang zwischen dem äußeren und inneren Leben des Mannes, der teilt Talent zum Glück hatte, und seinen Werten ist Meisterschaft nacygewiesen, und der Entwicklungsgang des Dichters von der morgendlich nebelumgrauten „Ahnfrau" zu den in klarem Aether aussteigendeu Drama „Gappho", „das goldne Fließ", „Hero und Leander" und den im ganzen dem absteigenden Bogen der Sonnenbahn angehörigen, die mit dem uns „spanisch" vorkommenden „Ein treuer Diener seines Herrn" beginnen dürsten, ist mit einer immer sich gleichbleibenden wohlwollenden Gerechtigkeit dargestellt. schworenen von dem doch wahrlich reichhaltigen Tatsachenmaterial ab auf außerhalb liegende Adomente zu leiten. Ein „Kulturwerk ersten Ranges" sollten die Gesck-worenen vollsühren, wenn sie die Leute, ,chie sich in trotzigem Soli- daritätsgesühl gegen unsere Staatsordnung auflehnen", verurteilen. Sie sollten sich nicht „aus der Nase herumtanzen lassen von Leuten, die vermeinen, Meineid auf Meineid schwören zu können, und die nachher zu chrem Geistlichen gehen und beichten." Tie letzten Worte enthalten eine Anschuldigung gegen den Katl)olizismus, die erstgenannten gegen das Polentum, die zurückzuweisen sind auch von allen denen, die weder der Sympathien nach der einen noch gar nach der andern Seite verdächtig sind. Aber nichts in diesem Prozeß, soweit seine Verhandlungen uns vorliegen, hat dazu berechtigt, eine polnisch-katholische Solidarität gegen das Deutschtum zu statuieren, die aus Nationalitätsgründen vor einem Verbrechen nicht zurückschreckte; der „Kampf um das Majorat" spielte sich zwischen zwei Lagern ab, von denen das eine jo waschechte Vertreter des Polentums aufwies, wie das andere, — und mag man in den Kreisen des fanatischen Polonismus auch zurzeit dem Grasen Hettor nicht besonders grün sein, weil er diese schmutzige Wäsche nicht gerade in maiorem Polo- niae gloriam vor allem Volt zur Säuberung ausgebreitet hat, aus dem häuslichen Streit scheidet das Deutschtum deshalb doch vollständig aus, und ein reiner Zufall hat es gewollt, daß der Fall dem rechten Wahrspruch eines rein deutschen Gerichts unterlag. Auch hier hat darum der Staats- auwalt ein Moment in die Verhandlungen b meingetragen, das nicht in ihnen lag; er hat versucht, das Urteil von einem nationalen Gegensätze bestimnlen zu lallen, dessen Eindringen in den Gerichtssaal selbst jeder Vortämpser dutjchen Volkstums gegen den Polonismus, als Herabwürdigung der Majestät des Rechts von der Justiz des preußischen Staates zurückweisen muß. Der Vorsitzende im Prozeß Kwilecki hat in diesem wie in den vorher besprochenen Fall keine Veranlassung gefunden, diese unzulässige Einwirkung aus die Geschworenen durch den Vertreter der Anllage zu rügen — er wird es sich jetzt gefallen lassen müssen, daß die Presse in seine Geschäftsführung abermals „hineinredet", im Interesse der Rechtsgüter unseres Voltes, zu deren Hut, als Vertreterin der freien Oesfentlichteit, sie nicht minder berufen ist, als staatlich besoldete Anwälte. Den Geschworenen aber, die nach Recht und Gewissen ihre Schuldigkeit taten, und die staatsanwaltlichen Beein- flussungsversuche ignorierten, wird die Welt ihre Anerkennung nicht verjagen. Sir. 278 Grjchetur täglich anbei Sonntags. Dem (Siebener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem besfischen Landwirt die Siebener Familien» blätter viermal Ui bei Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag bei Brühl 'schen Unloerl.-Buch- a. Stein- bniderel (Pietsch Erden) Redaktion. Srpebtttoa und Drucke rei: Gchnlftrabe 7. Adresse füt Depeschenr Au-eiger ©lefteiu fttrn|pitd)anld)lH6 Nr 5L — „Tas deutsche Trama des neunzehnten Jahrhunderts in seinen Hauptvertretern" von Tr. Sigismund Friedmann. Autorisierte Uebersetz- ung von Ludwig Weber. 1. Band. 2. Ausgabe. Leipzig, H. Seemanns Nachfolger. Ter Verfasser, Tr. Friedmann, ist Professor der deutschen Literatur an der Königlichen Akademie in Mailand. Ihm ist das deutsche Wesen aufs innigste vertraut, und so setzt ihn seine trese Seelenkenntnis in den Stand, Heinrich von Kleist auch da gerecht zu werden, wo der patriotische Zorn unerfreuliche Züge in seine Poesie bringt. Ter Kontrast der Geistesgröße des edlen Dichters mit der Misere seines Lebens wirkt auch in Friedmanns Darstellung tief erschütternd. Auf Kleist folgt der gleichfalls, wenn auch aus anderen Ursachen, unglückliche Grabbe, dessen Bedeutung. Fr. durch all Bizarrheit und Wüstheit seiner Dichtung hervocleuchten läßt. Es folgt Hebbel, bei dem Friedmann vor allem die schwierige Aufgabe glänzend löst, die „Genoveva" dem Kritiker bietet. Besonderes Lob verdient auch das Kapitel über „Ghges und sein Ring". Als „Verwandten der Hebbelschen Richtung- aber anderen Verwandten weit überlegen", reiht Friedmann Otto Ludwig an, der, in einem von Krankheit gequälten bedauernswerten Leben für das psychologische Trama ringend, erst, nach seinem Tode rechte Anerkennung gefunden hat, die die herbe Eröße der „Erbförster"-Traaodie cy-n- zweite Hälfte des ersten Band Aer Areispruch im Arozeß Kwilccki. Gießen, 26. Nov. Tie Geschworenen haben in dem polnischen Monstre- prozeß, der die Micke aller Welt aus den Moabiter Schwur- gerichtssaal in Berlin gelenkt hat, das Nichtschüldig ausgesprochen, und das von Rechtswegen, denn das von der Berliner Staatsanwaltschaft zusammengeschleppte Beweismaterial, das anfangs so erdrückend schien, daß man allenthalben eine Verurteilung erwartete, konnte, wie es sich während der zweiten Hälfte der Verhandlungen stellte, keineswegs als genügend angesehen werden, um über dem Grafenpaar ohne weiteres den Stab zu brechen. Die Anklage hat, wie wir gesehen haben, sogar auf recht schwachen Füßen gestanden und in die Bravorufe der das Gericht umlauernden Menge stimmt heute die Welt ein. Ter Prozeß Kwilecki hat eine lange Dauer hinter sich Tie Hauptangeklagten saßen seit zehn Monaten in Untersuchungshaft. Die Hauptverhandlung zog sich viele Wochen hin. Im Laufe der Hauptverhandlung sind Fragen ange- regt worden, auf die man im Lause der Voruntersuchung nicht verfallen war. Die Zeugenaussagen widersprack)en einarrder. Einzelne Zeugen standen seit längerer Zeit unter dem Trucke eines wider sie schwebenden Strafverfahrens, ohne daß über ihre SchiUld etwas erwiesen worden wäre. Andere Zeugen sind als verdächitig unbeeidigt geblieben; wieder airdere sind vereidigt worden, die vielleicht manchem Leser auch ' nicht ganz unverdäck)tig Vorkommen konnten. Eine Zeugin, die die wichtigste von allen gewesen wäre, ist gestorben, ehe sie vernommen werden konnte. Ein Zeuge, auf dessen Vernehmung die Anklagebehörde noch in den letzten Tagen das größte Gewicht gelegt hatte, blieb unvernommen, weil das Geld nicht zur Stelle war, ihn nach Berlin zu schaffen. Die sachverständigen Aerzte widersprachen einander; sie widersprachen einander sogar über die Frage, wie weit der Kreis derjenigen Fragen geht, über die sich gutachllich zu äußern sie berufen waren. Em ganzneues Deweisverfahren ist angewendet worden, man untersuchte die Aehntichkeit verschiedener Menschen, um daraus Schlüsse aus ihre Abstammung ztu ziehen. Und bei dieser Sachlage erklärte ein Vertreter der Anllagebehörde, der Beweis der Schuld sei so klar, daß der Geschworene, der daran zweifle, die Verantworllichkeit dafür auf sich nehme, daß das Strafverfahren des Landes geändert werden müsse. Tie Geschworenen haben aus diese Ausführungen eines jungen Berliner Staatsanwalts die rechte Antwort gegeben. Tiefer Vertreter der Anllage hat die Volksrichter in etner Richtung beeinflussen wollen, die mit der freien Beweiswürdigung nichts zu tun hat; er hat ihr Urteil von dem Urnen vorgelegten Beweismaterial ab- und auf die Frage der Zukunft des Geschworeneninstituts hinzulenken versucht. Tie Geschworenen haben diesem Versuche keine Folge gegeben, und so bietet denn der Prozeß Kwilecki keinen Grund über die Unzulänglichkeit der Schwurgerichte nachzudenken. c p Man muß sich auch gegen den Versuch, der Berliner Staatsanwaltschaft wenden, dem Prozeß, der rem menschlich und psychologisch, wie juristisch genommen ein so ungewöhnliches Interesse darbot und daher trotz semer langen Tauer von allen Kreisen des Publillims mit fiebernder Spannung verfolgt worden ist, ein pvlitijches Mäntelchen umzuhüngen, um nach andrer Seite das Urteil der GeAir „Kauß" z« Kaus. Am Mittwoch vormittag fand, tote aus Siel gemeldet rtnrb an Bord des bei Holtenau liegenden deutschen Sud- polarschisfes „Gauß" eine Be gr ü ß u n g s f e t e r statt. Dom Reichsamt des Innern war Unterstaatssekretar Hopf erschienen, der die Expeditionsmttglteder tm Mimen der Regierung begrüßte. Professor o. Drygalskt dankte für das Vertrauen, das man der Expedttwn von vornherem entgeaengebracht habe, und schilderte in kurzen Zugen den Verlauf der Expedition. Der Rektor der Mer Um- versität, Professor Baumgarten, ^grüßte die Mitglieder namens der Kreier Universität. ^Dre Stadt Lrel und dre Bürgerschaft lud sie zu einer yreier ein. Der Begrüßungsfeier wohnte auch Prinz Heinrich von Preußen bet, der itck länaere Zeit mit dem Führer der Expedition unter- hielt und d?e inneren Räume des Schiffes rn Lugen, chern 2nhl„ ferner der Oberwerftdtrektor Vizeadmiral f)-i>chssl. — Der Kaiser richtete an Professor v. Trygalski folgendes ^^°Prof^r'Dryga!ski, Kiel. Sende Ihnen, den Mii> gliedern der Südpolarexpedition, wie der Besatzung des „Gauß" bei der Rückkehr in die Heimat meinen fai)er- lieben Gruß und sprecbe Ihnen meine H-reude aus, daß Sie durch Gottes Führung wreder alle wohlbehalten die Heimat erreicht haben. Wilhelm. Tem Professor v. Trygalski stud ferner folgende Te e- nrnnime maeacmaen: „Ten wackeren Pionieren des deutschen Forschungsd^anges, deutscher ^fyigfeit und bei der Rückkehr zum heimischen Geswde ausrichtigen Glückwunsch und Gruß. Reichskanzler Graf Bulow. ,,Zhr glücklichen Heimkehr aus dem Sudpolargebiet fende ich -ihnen und allen tapferen Teilnehmern an der Spedition meine herzlickKen Glückwünsche, indem 1$' Pf’* saure durch Trenstgeschäfte an der persönlichen Begrüßung behindert zu jein. ' Es gereicht mir zur be onLeren Freude, daß das Schiff und die brave Mannschaft wohl behalten die Heimat erreichten. Sie von der (Spedition Sten Forschungsergebnisse mögen neue. Bahnen eröffnen und den Ruhm der deut.chen Wis,enichaft vermehren. Staatsminister Gras Posadowsky. „Bei der Erstes Blatt. 153. Jahrgang Donnerstag 2«. 9io»cmberl9O3 MM jk. ’wrflF* monanich7bP^viertel' yfeSir W MI V jährlich Ml. LL0. durch Gietzenrr Anzeiger» General-Anzeiger ** Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Metzen waren, wurden der Polizei übergeben. An demselben Tage sand eine von melieren hmrdert Studenten besuchte Ver- »cmrmlung statt, die einen stürmischen Verlauf nal-m. Nach längeren" Beratungen verließen die Studenten den Saal und drangen mit Fahnen und denr Porträt Balmaschews in die Aula, wo sie eine Gedächtnisfeier abhieltem Nach mehreren vergeblichen Aufforderungen des Rektors loste sich endlich die Bersarmnlung auf. — Am 24. ix M. sand im Polytechnikum wieder eine Versammlung der Studierenden der mechanischen Abteilung statt, in der beschlossen wurde, den Tekan, Professor Sworikin, zur dtiederlegung seines Aurtes auszufordern. Dem Rektor, der zlu der Versammlung eingeladen war, wurde die Forderung vorgelegt. Zugleich forderten die Polytechniker auch die Entlassung des Prof. Somonsows. Kirche urrd Schute. — Wie der „Tägl. Rundschau" aus Rom berichtet wird, geht in geistlichen Kreisen das Gerücht von einer Abdankung des Bischofs Korum in Trier. Die preußische Regierung habe schon zu Lebzeiten Leos XIII. gelegentlich der Romreise Kaiser Wilhelms eure dahingehende Zusicherung erhalten. Papst Pius wünsche jedoch, daß der Rücktritt freiwillig ruck» ausfällig erfolgen möge. Damit hänge auch der jüngste Besuch des Kardinals Fischer in Trier zusammen. — DerLeichnam des Bischofs Anzer wird, wie man aus Rom meldet, in der Kirche della Anima ausgestellt. Die Beisetzung erfolgt am Freitag vormittag auf dem deutschen Friedhof. — Tie „9t o r d d. A llg. Zt g." schreibt: Et Bischof Anzer ist eine Persönlichkeit aus dem Leben geschieden, die sich in opferwilliger Arbeit für die chrigliche Million in Asien dauernde Verdienste um die deutschen Interessen in China erworben hat. Die patriotische Wirksamkeit des Verstorbenen, den lebhaftes Narionalcp fühl beseelte, wurde vom Kaiser durch wiederholte Auszeichnungen anerkannt. Seine langtährrge Tätigkeit für die Ausbreitung christlicher Kultur unter dem chinesischen Volke war von den Sympathien werter Kreise begleitet. Dem energischen Manne werden auch die Deutschen anderer Konfessionen die Anerkennung nicht versagen, daß er als ein treuer Sohn seiner Kirche wre seines Vaterlandes mit unerschrockenem Mute gestritten und gelitten hat und daß sein Name mit der Entwicklung der nationalen Bestrebungen im fernen Osten ehrenvoll verknüpft bleibt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 26. November 1903. ^Personalien. S.K.H. der Groß Herzog haben den Regierungsbaumeister Karl Hechler aus Tarmstadt zum Kreisbauinspektor des Kreises Lauterbach ernannt. — Zn den Ruhestarrb wurde versetzt der Bahnwärter in der Hess.-Preuß. Eijenbahngemeinschaft Ferdinand Geiß zu Büches. ** Der Lahnkanalverein ist nach einem Schreiben seines Vorsitzenden mit der Reduzierung des Kanalprojektes für Schiffe bis 300 Tons Tragfähigkeit einverstanden, wie es zunächst nur von den Interessenten am Unterlauf gewünscht worden war. Baurat Röoer- Tiez soll, der „Frk'j. Zig." zufolge, ein entsprechendes Projekt ausarbeiten. **DieHeilsarmee halt, wie uns geschrieben wird, am Freitag hier in Lony's Bierkeller einen Vortrag ab. Da man überall von dem wohltätigen Wirken der Heilsarmee hört, wird diese Gelegenheit, einen ihr« Borträge zu besuchen, für manchen von großem Interesse sein. Das Nähere enthält der Inseratenteil. - Eine Feuerlöschprobe sollte gestern nachmittag /twa um 5 Uhr aus dem Hose der Attienbrauerei ftattfinden. Man hatte aus Scheüholz und leeren Fäßern einen «Scheiterhaufen errichtet, der in Brand gesetzt wurde. Mittels eines besonderen Löschapparates, der hier erprobt werden sollte, wollte man das Feuer löschen. Doch obwohl vier solcher Apparate vollständig in Benutzung genommen wurden, hielt das Feuer munter an, und es mußte ein Hydrant der Wasserleitung in Anspruch genommen werden, der erst das Feuer vollständig löschte. Nationaler Gesangs-Wettstreit Pfingsten 1904. Die erste Versammlung der Herren vom Ehrenkomitee fand am Montag abend im Hotel Schütz statt. Nachdem Provinzialdirektor Dr. Breidert einstimmig zum Ehren- Vorsitzenden gewählt worden war, übernahm wegen Abwesenheit des Provmzialdirektors Stadtverordneter Kirch den Ehren-Vorsitz für den Abend. Herr Linker, als Vorsitzender des geschäftsführenden Ausschusses, erstattete Bericht über die bisherige Tätigkeit des Ausschusses. An der folgenden Diskussion beteiligten sich Oberbürgermeister Mecum sowie verschiedene Stadtverordnete, Polizeiamtmann Hechler u. a. Es wurde beschlossen, eine weitere Versammlung anzusetzen und dabei die Bildung resp. Ergänzung der weiteren Ausschüsse vorzunehmen. Zum Schluß dankte Herr Kirch für die zahlreiche Beteiligung der Herren des Ehrenkomitees und drückte die Hoffnung aus, daß das Fest recht wohl gelingen möge, um unsere gastliche Stadt bei den Festbesuchern aus Fern und Nah im altgewohnten guten Andenken zu erhalten. (!) Lollar, 25. Nov. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr veranstaltete gestern abend zu Ehren des Direktors St ein ecke, welcher sich um die Wehr sehr verdient gemacht hat und gestern seinen Geburtstag feierte, einen imposanten F a ck e l z u g, an welchem etwa 100 Mitglieder teilnahmen. Ter Zug bewegte sich unter Vor- anttitt einer Musikkapelle durch das Torf nach der Villa. Hier hielt Hauptmann Feller eine kurze Ansprache, von der Kapelle wurden einige Musikstücke gespielt und von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr ein lwsonders zu diesem Zwecke eingeübtes Lied vorgetragen. Tirektor Steinecke dankte für die ihm durch diese Ovationen bereitete Freude und fügte hinzu, daß er auch weiterhin ein Förderer der Interessen der Feuerwehrsache sein werde. Tarau setzte sich der Zug wieder in Bewegung und begab sich durch den Park und das Dorf zurück nach dem Vereinslokal „Znm Schwanen", wohin Direktor Steinecke die Teilnehmer des Fackelzuges in liebenswürdiger Weise zu Gaste lud. Hier hat die Feier eine überaus gemütliche Fortsetzung bis in die Morgenstunden gefunden. R. B. Darmstadt, 25. Nov. Ter Großherzog, Prinzessin Heinrich, Großfürst und Großfürstin Sergius und Prinze;jin Ludwig von Battenberg besuchten heute nachmittag oas Mausoleum auf der Rosenhöhe und verweilten längere Zeit am Sarge der Prinzessin Elisabeth in stillem Gebet. — Die hiesige Handelskammer hielt gestern abend eine umfangreiche Sitzung ab, in der u. a. eine vom Syndikus der Kämmer zu bearbeitende Denk- ickrriit welche die Herbeiführung einheitlicher Bestimmungen über die Ausübung des Nahrungsmittel- Gesetzes bezweckt und die Aufhebung des „fliegenden Gerichtsstandes" für NahrungSmittelfabrivanten erstrebt, beraten wurde. Die Handelskammer stimmte ferner einmütig dem energischen Protest bei, den die rheinischen Handelskammern gegen die geplante Einführung von Schifsahrtsabgaben auf dem Rhein erlassen haben. _______________________________ Aer Arozcß wegen Klndesuntertchrevung gegen die Krafin KwUccLl. Berlin, 25. Nov. Zu Beginn der heutigen Sitzung plädiert Rechtsanwalt Chodziesner. Er weirdet sich gegen die Beschränkung der Fragestellung der Verteidigung. Dch Gräfin verdanke es ihrem unerschütterlichen Gottvertrauen, daß sie mit so großer Ruhe ertragen könnte, daß die tiefsten Geheimnisse ihres Ehe- und Familienlebens vor aller Welt enthüllt würden. Bei dem letzten Besuche der Gräfin am Samstag hätten die Verteidiger sie förmlich strahlend gefunden, sicher, daß ihre Unschuld an den Tag komme. Als man Mißtrauen ijigte gegenüber der Schwu.ngerjchaft der Gräfin, ecwacyt ihre Herrennatur. Sie entschließt sich, alles zu tun, was die Agnaten ärgern kann. Graf Sge!tor hatte Recht mit seiner Handlungsweise. Dies gelte aber auch vom Grasen Zbigniew. Der Staatsanwalt sagte, in der Wrob- lewoer Gegend grassiere eine Meineidsseuche. Wunderbarerweise blieben nur Hechelski und Hedwig Andvusz-ewska ver- chont. Die Stellung des Staatsanwalts zu dem Sachverständigen Pros. Dührssen sei merkwürdig. Es sei ein W-ider- pmch des Gesetzes, daß nicht die Geschworenen über die Vereidigung eines Zeugen entscheiden, sondern das Dreimännerkollegium. Die Schwurgerichte seien einem Manchen ein Dom im Auge, schon weil sie aus dem Jahre 1848 stammen. Sie werden aber noch lange den jung* ten Berliner Staatsanwalt überleben. (Heiterkeit.) Chodziesner fährt fort: Ich halte es für nicht erwiesen, daß der kleine Parcza nach Berlin gekommen ist. Ter Knabe kam schon zwischen dem 12. und 14. Januar aus Krakau weg, wohm, dafür giebt es eine nachOsnuce fahrende Spur, aber diese hat man nicht verfolgt, jetzt ist sie verweht. Redner würdigt dann die Motive des Grafen Hektor, der Hedwig Andruszewstä und Hechels'tis und charakterisiert diesen als den Versucher und stellt dem die Tatsache gegenüber, daß er über den Gang des Verfahrens informiert wurde. Nach satirischer Besprechung der Auslagen des Droscht kenkutschers Wllke bemerkt er gegenüber Prof. Dührssen: ,FDer als wissenschaftlicher Gutachter auf Grund der tat- ächlichen Aäomente der Beweisaufnahme dazu kommt, ein Glaubensbekenntnis ab zu le gen, diskreditiert sich selbst und eine Wissenschaft." Redner bittet schließlich umVernein- rng d er Schuld fr ag en. Als dritter Verteidiger des Grafenpaares spricht R Y ch - lowski. Er sucht die Anschauung zu beseitigen, es sei änderbar, daß als Hebamme nicht die Osjowsta, sondern )ie fern wohnende Czwel engagiert und daß Dr. Rosinski o spät gerufen wurde. Er bemerkt dann, wenn das Kind der Frau Meyer über die schwarz-weißen Grenzpfähle gekommen wäre, hätten die Zollbeamten schon aus Sanitäis- rücksichten die Nachgeburt angehalten. Zudem stehe fest, daß die Reise nicht nach dem 17. Januar stattfand. Er stellt sodann dem Trifolium Hedwig, Valentine und Hechelski das Zeugnis der beiden adligen hochangesehenen Damen gegenüber, die der Entbindung beiwohnten, und betont die zwischen dem kleinen Grafen und den Komtessen festgestellte Aehnlichkeit. Rechts anwalt Ebosowski spricht hieraus für die Knoska und Chwiatkowska. Nach den Repliken des ersten Staatsanwalts Steinbrech t, der sich namerlllich gegen Wronkers Ausführungen über die Voruntersuchung wendet, und des Staatsanwalres Dr. Müller verzichten die Verteidiger auf Erwiderung. Ter Vorsitzende gibt den Angellagten das letzte Wort. Tie Gräfin erklärt: Ich bin unschuldig, weiter habe ich nichts zu sagen. Tieselbe Erklämng geben der Graf, Knoska, und Chiatowska ab. Tie Ange- llagte Orsowska erklärt gleichfalls, daß sie nichts zu sagen habe. Sodann erteilt der Vorsitzende die Rechtsbelehrung und weist die Behauptung, daß die Nicht- Vereidigung einiger Zeugen ein Zeichen von Voreingenommenheit des Gerichts fei, zurück. Nach eingehender Rechts- belehrnng -ordert der Vorsitzende die Geschworenen auf, sich lediglich vom besten Wissen und Gewissen leiten zu lassen, nicht aus die öffentliche Meinung Rücksicht zu nehmen, dafür zu sorgen, daß kein Unschuldiger verurteilt werde, aber auch, daß ein Sck)uldiger nicht hohnlächelnd darüber den Saal verläßt, daß die Richter kleinlich und nicht scharfsinnig genug gewesen sind. Kurz vor i/24 Uhr ziehen sich die Geschworenen zur Beratung zurück und erschemen um 6 Uhr wieder im Saal. Obmann Stadtv. Fritsch verkündet unter lautloser Spannung den Spmch der Geschworenen, wonach die sämtlichen Angeklagten nicht schuldig erklärt lverden. Als der Obmann zu der ersten Frage, ob die Gräfin der Kin d es un t e r s chi e b u ng sck)uldig sei, mit lauter Stimme „Nein" ausspricht, bricht das Publikum spontan in ein viel hundertstimmiges Bravo aus, was der Vorsitzende rügt. Während der Obmann die weiteren Fragen verliest, schallen von der Straße herauf Hochrufe der Menjchenmasjen, die sich seit Stunden zu Tausenden angesammelt hatten. Tie Gräfin, der sich die allgemeine Austnerkjamkeit zuwendet, hört den Spruch mit vollster Selbstbeherrschung an, während sie die Lorgnette auf den Gerichtshof gerichtet hat, ohne mit einer Miene zu zucken. Ter Vorsitzende verkündet das Urteil: Sämtliche Angeklagten werden fr ei g e spr o chen. Tie Kosten des Verfahrens der Staatskasse auferlegt und die erlassenen Haftbefehle aufgehoben. Tie Gräfin winkt nach dem Urteil freundlich mit dem Taschentuch nach den Logen und dem Zeugenraum. Ter Graf wirst den Zeugen Kußhände zu. Die Os,owsta scheint das Glück nicht zu fassen. Sie spricht lebhaft mit dem Verteidiger Eger. Mit lebhaftem Dank an die Geschworenen schließt der Vorsitzende die Sitzung um 6^ Uhr. Das gräfliche Paar verläßt mit einer Verbeugung vor dem Gerichtshof den Gerichts!aal. Weiter wird noch gemeldet: Seit heute vomnitlag umstand eine ungeheure Menschenmenge den Justizpalast in Moabit. Die Polizei hatte umfassende Absperrungsmaßregeln getroffen, um den Wagen- verkehr aufrecht zu erhalten. Am Nachmittag schwoll die Menschenmenge ungeheuer an. Die Korridore des Gerichtsgebäudes waren überfüllt. Die Singe Klagten standen eine Viertelstunde vor der Verkündigung des Urteils gleichfallA auf dem Korridor. Nach dem Freispruch umdrängten zahl- reiche vornehme Polen die Gräfin und küßten ihr die H»and. 9hir mühevoll wurde ihnen der Weg durch den Korridor gebahnt und sie über eine Hintertreppe nach dem aus dem 5)ose haltenden Wagen geleitet. Tie Hurrarufe setzten sich bis auf die Straße fort. Das Urteil wurde aberns durch Extrablätter bekannt und ries unter der Bevölkerung a l l e n t h alben lebhafte Befriedigun g hervor. Vermischtes. * Köln, 25. Nov. Gegen einen hiesigen Rechtsan» walt ist ein Untersuchungsverfahren wegen Unterschlagung in zahlreichen Fällen eingeleitet worden. * Stendal, 24. Nov. Amtlich wird mitgeteilt: Nach Zeitungsberichten soll von den am 22. 9tov. durch den Unfall des Zuges 445 zwischen Seehausen und Osterburg er- heblich Verletzten drei Personen eine verstorben sein. Dies ist nicht der Fall. Nach der gestern amtlich erhaltenen Auskunft ist einer der im Krankenhause zu Osterburg aufgenommenen Verletzten bereits entlassen. Die im Krankenhause zu Seehausen bestndlichen beiden anderen Verletzten werden binnen vier bis fünf Tagen als geheilt entlassen werden. * Posen, 25. Nov. Von den bei der Landschaft» lichen Bank veruntreuten 64 500 Mk. sind, wie gemeldet, 18 000 Mk. alsbald mit Beschlag belegt worden. Durch die Verhaftung eines Mitschuldigen in Belgien gelang es festzustellen, daß dieser bei einem nahen Verwandten 42 000 Mk. versteckt hatte, welche gefunden und ebenfalls mit Beschlag belegt wurden, sodaß sich der Verlust der Bank auf einen sehr geringen Betrag verringert. . * W i c n , 25. Nov. Der am Sonntag im Raxgebiete verunglückte Wiener Arzt L o e w e n ba ch ist den Blättern zufolge heute Vormittag unter einer Lawine tot aufgesunden worden. * Innsbruck, 25. Nov. Gestern nacht veranstaltete anläßlich der Abreise des Professors de Gubernatis eine größere Anzahl Deutscher vor dem Bahnhose eine Kundgebung. Durch energisches Einschreiten der Gendarmerie und der Sicherheitswache wurde alsdann ein Zusammenstoß zwischen den deutschen und italienischen Studenten verhindert. Eine geplante Demonstration vor dem italienischen Konsulat wurde durch die Sicherheitswache vereitelt. * Graz, 25. Nov. Amtlich wird sestgestellt, daß die Explosion in Ardning (Vgl. Vermischtes in unserer Nr. 277) durch Erwärmung von Dynamit in einem Badezimmer herbeigeführt wurde. Eine Person ist leicht verletzt. Meldungen aus Lietzen zufolge soll schon am 21. Nov. eine Bombe erfolglos geworfen worden sein. Dabei seien zwei Personen schwer verletzt worden. — Nach einer Meldung des „Corr. Bureau" aus Lietzen ist die Blättermeldung von dem Dynamitanschlag in Ardmng darauf zurückzuführen, daß das Kanzleigebäude der Tunnnelbau-llnternehmung Zatabanda durch Explosion von Dynamit, die infolge von Unvorsichtigkeit, erfolgte zerstört wurde. * Petersburg, 25. Nov. Das infolge des starken Unwetters sehr gestiegene Wasser der Newa und der Kanäle beginnt zu fallen. • Syrakus, 25. Nov. Heute vormittag sand eine heftige Erderschütterung statt. • New-Port, 25. Nov. Infolge einer Gas» explosion in einer Kohlengrube zu Bonanza (Arkansas) wurden 13 Arbeiter getötet GerichlssM. Bremen, 25. Nov. Der kürzlich in Lissabon als Gra) de Toulouse-Lautrec verhaftete, vielfach vorbestrafte russische Zioiliuqeuieur Nikolaus S a v i n e wurde von der 2. Strafkammer des Landgerichts wegen Betruges hiesiger Firmen zu einem Kabr und drei Nlonaten Zuchthaus verurteilt. Braunschweig, 25. November. Das Kriegsgericht der 20. Division verhandelte gegen den früheren Bezirkskommandeur O b e r st l e u t n a n t a. D. Karl B o e ck l e r wegen B etrugs und Erstattung einer wissentlich unrichtigen Dien ft» meldun g. Eine große Anzahl Zeugen war geladen. Das Urteil lautete auf Freisprechung. Prag, 25. Nov. Heute vormittag begann der Prozeß gegen die früheren Beamten der St. W e n ze l s-V o r s ch u ß k a s s e. Drozd, der Vorstand des Instituts, Direktor Kohout uud die Revisoren Bily und Grlinwald sind wegen Betrugs, ölassenverwalter Herik und Rechnungsführer Päkeländer wegen Veruntreuung an- geklagt. Die 842 weiten umfassende Anklageschrift berichtet über die Geschäftsgebahnmg des Geldinstituts seit dem Eintritt ^rozds und legt auf Grund von Rechnungsabschlüssen und Bilanzen die Schuld aller Angeklagten dar. Tie Anklage weist Machinationen seil 1877 stach. Bilanzen wurden gefälscht und von den Revisoren nicht beanstandet. Aus den Geldern der Einleger wurden Geschenke, Tantiemen, Remunerationen und Subventloiien katholischer Unternehmungen bezahll, wodurch schließlich ein Tesizit von acht Millionen sich ergab. Arbeiterbewegung. Bremen, 25. Nov. Die ausständigen Arbeiter der Firma Bremer Neismühlen, vorm. Anton Nielsen u. Eo., nahmen die Arbeit bedingungslos wieder auf. Wan geöe Acht daß der Sekt stets in liegendem Zustande aufbemafat wird, damit der Kork von der Flüssigkeit völlig umspült wird. Dadurch wird das Entweichen der Kohlensäure verhindert und der Sekt kann infolgedessen jahrelang aufbewahrt werden, ohne an Qualität und Mousseux zu verlieren. Die Temperatur des Aufbewahrungsortes sei k ü h l. „Kupferberg Gold" ist derjenige deutsche Sekt, welcher völligeinwandfrei dasteht. Seine erstklassigen Eigenschaften, sein vorzüglicher Geschmack, seine leichte Art und seine große Bekömmlichkeit haben ihn zu einem Lieblingsgetränk des deutschen Volles gemacht. 7987 hi. ^dngN°tt, S*';1 *» >H°r ^Ä"3 &*•*. ’^’aunj 'ä lich erkal, ' "»*,;*** "*>«C ! rtoV°ntl^af*‘ Äre?c 3e‘"'lb't ,;31"’ gelang 3 ,\toW mit $[ N bet &itf V‘ öen «lüttem 'Orotl>e tot out, n "“$* «Mattete ©uketnotiä ei«, °d"h°!e eine Stuni, der Gendarmen, "ein dlliamnien|toj stubenten oerhindm. Haltenden ftonfuta. WgepeHt, daß bi emii-hteS m nnjete Ult m einem Bad? on ijt lecht verletz!, a am 21. Nov. ein? • Tabei seien M ch einer Meldung^ tiermelbung von bem 'ückzusühm, baß bas aehmung Ktabanda ige von ilnüorjidjn^ S infolge des Harten 1waunb bet Kanäle irmiüag fand exx* oly mt BaS' ^ovaM Arlauso-i - in Lissabon als Erst cicb üorbeiirafte tu|fW düii der L StraÜMM firmen zu einem 9* Tas Kriegsgericht da rtn SezirkskommandM ler wegen Beirug- i' • cfi 11 a e n Tun |i‘ Äxl r-sim KÄA äS* :aMÄs>» 2t0^5 'k'-l iilonjen die lu,,en Machinationen 19£ Revisoren leftjU von <"?> 8761 Goslar Meyerhoff 13 Kreuzplatz 13 13 Kreuzplatz 13 vormals 8. Weimersheim Nacht. C. F. Schwarz Söhne Marktstraße Ecke Wettergastc D MM 8643 ■ 858) Reichhaltiges Lager. Adler-Arogerie, SeitersVrg 39. Htto Schaaf. G Herren # 7363 empfiehlt 7186 ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Schwalm, Zahnarzt 7713 Gießen, Bahnhofstraße 63, an der Wreseckbrücke. ßaehener U- Badeöfen M vber 75.000 im Gebravch Walltorstrasse Nr. 17. 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