Zweites Blatt. Samstag 26. September 1903 TetLr P. WNtko: für ES 153« Jahrgang , Gerich tSjaal": August Götz - M, den An- ietflcntetl: Han- Veck. vezngopeetSr monatlich 75P1^ viertel, jährlich Mk. 2L0; durch Aohole- u. Zweigsteller, monatlich 65 Pj.; durch die Post Mk.2.—vrertel- jährU ausjchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür bte Tag es Nummer jöJ vormittags 10 Uhr. . eilmpretß: lokal IS Pi, auLwLrtS 80 Pjg. Perantwoetlich Mr SiehenerAmeiaer General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Mr. 226 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Yesfischrn Landwirt die Gießener KamiUen- vlatter viermal in der Woche beigelegL Rotationsdruck u. Ver> Jöfl der vrühk'schen Uytvers.-Buch-u. Stein» vruckeret (Pietsch Erben- Redaktion, Drpedtttoa und Druckerei: Gchnlstratze 7. Ddretje für Depeschenr «»zeiger Gießen. Aernsprcchanschluß Nr. 5L ma- neue Wenn Solche Hemmungen traten für den Bauernstmrd u. a. ein, als die Fabriken ihre Arbellerzahl erhöhten und das besitzlose Landvolk dem höheren Verdienste der Fa- briken zustrebte. Es entstand eine ganz empfindliche Arbeiternot, und der zurückgebliebene Rest war teilweise minderwertig. Die Löhne auf dem Lande stiegen auch ganz erheblich — es schien, als habe die Landwirtschaft ihre Rentabilität verloren. Da half die Industrie; sie lieferte Vtaschinen (Säe-, Mäh-, Bindemaschinen), welche die Zahl der Arbeiter im landwirtschaftlichen Betrieb verringerten. Durch fortgesetzte Verbesserung der landwirtschaftlichen Geräte, durch bessere Bewirtschaftung, Düngung, Feldbereinigung u. dgl. hat unsere Landwirtschaft ihre Erträge zu steigern gewußt und so einigermaßen mit dem Fortschritt anderer Stände Schritt gehalten. Insbesondere wurde hier im mittleren Oberhessen die Viehzucht berücksichtigt, die dem Bauer bei den stets hohen Vieh preis en ganz erhebliche Renten abwirft. Bei Verkauf und Verpachtung von Grundstücken werden stets so hohe Erträge erzielt, daß man daraus einen günstigen Rückschluß auf die Rentabilität der Oekonomie ziehen kann. Die Lebenshaltung im Bauernstarrd ist, wie schon gesagt, auch besser geworden. Wenn der Einzelne sich durch Ankauf neuer Güterstucke Ku schr beladen hat und klaget über Lasten, so ist das seine Sache. Eine eigentliche Rot ist nicht vorhanden bei dem wachsenden Wohlstand. „Zu viel Arbeit — keine Dienstboten", ist oft die Klage. Nun wollen wir einmal untersuchen, wie dem abzuhelfen ist. Zu viel Arbeit macht sich der Bauer sei ost, Es gehört aus dem Lande sozusagen zum guten Einen bedeutenden Aufschwung hat unser deutsches Vaterland in den letzten 20 Jahren genommen. Handel und Industrie haben sich in ungeahnter Weise entwickelt. Der Volkswohlstand hat sich seitdem entsprechend gesteigert; die Lebenshaltung des Einzelnen ift infolge höheren Verdienstes besser, wenn auch teurer geworden. Besonders für die Arbeiterklasse haben sich die terielleu Verhältnisse erheblich gebessert. Aber auch alle anderen Stänoe, der Bauernstmrd einbegriffen, können eine stete Aufwärtsbewegung verzeichnen. Zeitweise Hemmungen, Stillstände oder Rückschläge wird man hierbei schon immer beobachtet haben. 'Ein gesunder Stand weiß aber solche Störungen zu überwinden; er wird mit eigener Kraft sich hiudurchkämpfen. so gern Ein altes Sprichwort sagt: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!" Wir ändern es um für den —andwrrt: ,Haben deine Dienstboten tüchtig gearbeitet, so gib ihnen auch reichlich und nicht schlecht zu ejsen. Und da hapert's auf dem Lande manchmal. Für die Dienste boten ist da manches gut genug, was der Herrschaft zu schlecht ist. Das finden jene gar rasch heraus. Und wie schlecht ist es mitunter um die Kochkunjt unserer Bäuerinnen bestellt! Ich meine hier gerade alle dce Bauern auf den Dörfern, die ihr Besitztum mit Rindvieh ober 1—2 Pferden bearbeiten. Nicht einmal eme onitandage Kartoffelsuppe kommt da auf den Tisch, dre schmackhafte Zubereitung der Gemüse ist vielen Bäuerinnen eine unbekannte Sache. Und wie leicht und billig wäre es, gut kochen, wenn man's nur könnte.^ Dce^Ä^wrrftchaft produziert alles, was man braucht: Eier, Milch Butter, fleisch, Gemüse u. dgl. Der schlechte Tisch vertreibt Nicht nur gute Dienstboten, er veranlaßt oft auch den Hausherrn, feinen Appetit anderweit zu stillen und sich nach, und nach den reaelmäßiaen Besuch des Wirtshauses anzugewoyuen. Und daß das Eheglück mancher Familie in ^^?ouner gehr, hat osft seine erste Ursache in der schlechten Kochkunst der ai(h ist also für die Heranwachsenden Töchter des Bauernhauses von urigeheurer Wichtigkeit, sich mit der: Geheim- nissen der Küche vertraut zu machen. Tie ^och.er der Reicheren besuchen Haushaltungsschulen, anderen wollen von der Mutter lernen, die in vielen Fällen )erbet noch zu lernen hat, eine große Anzahl lernt gar nicht kochen und Ton, bei jeder Güt er Versteigerung Grundstücke zu erwerben. Dabei wächst natürlich auch der Mangel an Arbeitskräften. man aber das im voraus weiß, kann man da den Jahresüberschuß nicht anderweitig nutzbringend anlegen? Oder wenn die Pacht- und Verkaufspreise der Güterstücke stets so hoch sind, warum schlägt man nicht den umgekehrten Weg ein und verpachtet oder verkauft so viel, daß man mit den eigenen^ Leuten auskommen kann? Eine falsche Scham hält manchen davor zurück; und wenn er zehnmal weiß, daß die Vergrößerung seines Gutes und dessen Bewirtschaftung mit fremden Leuten für ihn unrentabel ist: der Bauer kaust doch! Oft klagt der Landwirt über häufigen Dienstbotenwechsel. Trotz des hohen Lohnes geht der Knecht. Woran mag das liegen? In der Regel ist die Antwort, ihm sei an Arbeit zu viel aufgebürdet worden. Aber die Gründe sind oft ganz andere. Vor allen Dingen liegt sehr viel an der Behandlung- Das Dienstpersonal läßt sich heute nicht mehr als Menschen zweiter Klasse behandeln. Höflichkeit und Freundlichkeit gegen die Dienstboten zelligen überraschende Erfolge. Mürrisches Wesen stößt ab,einzuvor- kommender Mensch findet überall Entgegenkommen. Em fteundliches „Guten Morgen" iber Herrin wirkt oft Wunder bei der Tiensttnagd, sie verrichtet chre Arbeit noch emmal 2ie Heutige Mrrwwer umfaßt 13 Keiterr. Fortschritte und Mangel in unserem Bauernstand. Man schreibt uns vom Lande: Aus Stadt und Land. Gießen, 26. Sept. 1903. ** Unser Stadttheater wird, worauf wir nochmals aufmerksam machen wollen, am nächsten Dienstag seine Pforten wieder eröffnen. Wenn auch das herrliche Frühherbstwetter tagsüber noch hinauslockt in Wald und Feld, auf die nahen Berge und in die lieblichen Täler der Umgebung, so läßr doch die schon früh hereinbrechende Dunkelheit das Interesse für abendliche Veranstaltungen rege werden. Wohl mancher unserer Leser schaut neugierig in den Anzeigenteil, der ihm Genüsse nennen soll, die chm die langen Abende kürzen helfen. Das Hauptinteresse ist auf die Eröffnung des Stadttheaters gerichtet, in dem die Gießener fortan besonders genußreiche Aberckre hinzubringen hoffen. Mit allgemeinem Interesse hat man vernommen, daß die neue Direktion Steingötter unsere im letzten Winter arg vernachlässigten Theaterverhältnisse in jeder Hinsicht zu bessern verspricht und eine beachtenswerte künstlerische Höhe zu erreichen hofft. Wir erwarten viel von der Gewandtheit, künsfterischen Energie und Arbeitsfteudigkeit des Direktors Steingötters und wollen mit ihm vertrauen, daß er all der zahlreichen Schwierigkeiten, von denen ja nicht wenige stadtbekannt sind, Herr werden wird. Der Spielplan für diesen Winter zeigt ein für hiesige Verhältnisse großes Personal, in denen Künstler jeden Faches vertreten sind. Mit der Erwerbung von Neuheiten auf dem Gebiete des Schau- und Lustspiels dürste vielfachen Wünschen und Forderungen nachgekommeu werden. Unter anderem werden Aufführungen von Go eth eschen, Schiller scheu, Lessingschen, Shakespeareschen und Moliöre- schen Werken verheißen, und daneben eine Anzahl an anderen Orten als zugkräftig erprobter Novitäten. Auch die Namen unserer besten lebenden Dichter sind auf dem Spielplan vertreten, so der Nestor deutscher Poesie Wilhelm Jordan mit seinem entzückenden graziösen Berslustspiel „Durchs Ohr", Paul Heyse mit seinem vaterländischen Drama „Colberg" und einem tragischen Einakter „Ehrenschulden", dann Rich Voß, Sudermann, Halbe, Fulda, der heute so viel gerühmte Russe Gorki, dessen gesammelte Werke z. Zt. bereits in einer guten deutschen Ausgabe erscheinen (Berlin, Cafiirer), der alte Ibsen, der noch weit ältere Spanier Calderon usw. Das neueste Hauptmann'sche Werk „Rose Berndt" wird wohl auch im Laufe der Spielzeit gegeben werden. Dem Eröffnungsabend, ber die berühmtesten drei Einakter unserer National-Literatur bringt, soll zunächst das historische Schauspiel ,Hiselott" von Stobitzer fblaen, wie uns Herr Direktor Steingötter erzählt, eine Art deutscher „Madame Sans Gene". Auf den ersten Theatersonntag ist „Der blinde Passagier" von Blumenthal und Kadelburg angesetzt, ein jokoses Schwänklein vom Range des „Weißen Rößl", das u. a. die Ausfahrt des Prachtpersonendainpsers „Auguste Viktoria" aus dem Hamburger Hafen zeigt mitsamt Wogengeschunkel und Liebesgemunkel. — Es wird in dieser Spielzeit in unserem alten Stadttheater tüchtig gearbeitet und gewirkt werden. Gilt es doch das Einstudleren einer großen Anzahl von Neuheiten, da „das Gießener Publikum Gelegeicheit erhalten soll, über alle interessanten Cricyeinnngen aus vramatischem Gebiete selbst ein Urteil zu fällen", so weit es angeht. Welche Muhe und welches künstlerische Streben Künstler und Spielleitung aufzuwenden haben, versteht nur, wer auch die Arbeit hinter ben Kulissen kennt. Möge der Direktion Steingötter keine Danaidenarbeit beschieden sein und ein zahlreiches Publikum die Anstrengungen der Direktion unterstützen und die Mnstler in ihren Leistungen ansporuen. * * Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben dem Pfarrassislenten Emil Grünewald zu Langen die evangelische Pfarrstelle zu Badenheim, Dek. Wöllstein, überttn^Ä* macht dann später ihre Fanrilienangehörigen zu Versuchsobjekten für ine Werke ihrer Kochkunst, — alle aber sollten eine längere Zeit in einer geeigneten Familie bei einer tüchtigen Hausfrau untergebracht werden, wo sie nicht nur kochen, sondern auch etwas Anstand und Umgangsformen lernen sollten. „Das Mädchen muß einmal hinaus" hört man ja schon oft, und wie gut ist's für die Zukunft, wenn es einmal hlnauskommt. Sieht man das nicht an unseren Soldaten? Seht euch einmal unsere strammen Reservisten an; hat ihnen der Soldatenstand etwa geschadet? Tie Körperhaltung ist viel besser, die Umgangs- |armen haben sich vorteilhaft geändert Schade nur, daß noch so viele Jünglinge nicht dienen. Die zwei Dienstjahre ruinieren wüblich nicht unser Volk; en^iehen sie auch manche Arbeitskraft, der Eir^elne hat davon doch großen Vorteil. Auch der Bauer sieht seinen Jungen ganz gen: im blauen Rock, weiß er doch, daß oer Junge gesund ist und bei anderen Menschen etwas anderes hört und sieht und manches lernt. Daß immer Selb st Hilfe die beste ist, wird jedermann zugeben. Gewissenlose Agitatorerl haben aber weite Kreise unseres Volkes nach Staatshilie schxeien gelehrt urid so vielfach Unzuftiedenheit gesäet. Wir haben aber gezeigt, oaß unser gesunder Bauernstand es schon verstanden hat, sich ver änderten Lebensverhältnissen anzupassen, und glauben, daß er auch fernerhin sich den Fortschritten der Kultur nicht verschließen wird. Krisen kommen von Zeit zu Zeit in jeder Berufs- llasse, und der Beruf ist lebensfähig, der die Kraft hat, aus sich selbst heraus über dieselben yinwegzukommen. Wer sich immer auf fremde Schüllern stützen will, lernt nie ordentlich gehen. Freilich ist dabei nicht ausgeschlossen, daß der Freuno und Nachbar im Falle der Not helfend beispringt. * * Kun st verein. Der Ausstellung im Saale des Turmhauses am Brand wird von morgen, Sonntag, ab wieder geöffnet sein. Schon jetzt können wir ben Mitgliedern des Vereins und Kunstfteunden mitteilen, daß im Laufe der nächsten Zeit von bekannten Künsllern einige Kollektiv-Ausstellungen veranstaltet werden und auch eine größere kunstgewerbliche Ausstellung, die für Darmstadt und Gießen geplant ist, stattfinden soll. * * Theaterverein. Auf die im heutigen Anzeigenteil enthaltene Bekanntmachung des Vorstandes seien die Mib glichet besonders aufmerksam gemacht. * * Ein Promenadekonzert findet morgen Vzl2 Uhr in der Südanlage statt mit folgendem Programm: 1. Ouvertüre z. O. „Norma" von Bellini. 2. Krönungsmarsch von Mcyerbeer. 3. Valse bleue von Margis. 4. Finale aus „Martha" von Flotow. * * Im Neuen Saalbau wird morgen nachmittag 5 Uhr zur Eröffnung der Winter-Saison ein großes Militär, Konzert der Kapelle unseres Regiments stattfinden. ** Zirkus Lorch hat gestern abend seine Vorstellungen auf Oswaldsgarten eröffnet. Der Zirfirs, der einen alten, guten Ruf hat, bietet noch dieselben vornehmen, gediegenen Leistungen, wie schon vor vielen Jahren. Die Gebrüder Lorch halten ihre bewährten Kräfte dauernd fest und ziehen sie zu immer besseren, fortschrittlichen Darbietung err auf. Der Zirkus war gestern nahezu voll besetzt. Beim Eintritt in das große, schöne Zelt, sieht man sogleich, daß da in allen Dingen Ordnung und Disziplin hekrscht; die Plätze sind bequem und teilweise numeriert, elektrisches Licht erhellt den ganzen Raum, uni) die kleine Zirkuskapelle hätt sich wacker und spektakelt nicht. Zahlreiche Leute in Livree ordnen und öffnen die Manege, und feurige Pferde galoppieren herein. Es wurde in der ganzen Vorstellung nicht irgend etwas Minderwertiges produziert. Das prächtige'Pferdematerial und die hochstehende, vornehme Dressur, auch der Hunde, fefieln am meisten. Em „Pas de i)en£" auf zwei nebeneinander herlaufenden Pferden, von einer Dame und einem Herrn ausgeführt, eröffnete die gefttige Vorstellung. Das ist ein leichter, gleichmäßiger Galopp der beiden Tiere, dem man gerne zusieht, weil alle Bewegungen gemessen erscheinen und voch so leicht von stabten gehen. In gleichem Maße entKückend waren die andern PferdevorsiHmngen, besonders die Dressuren, die Direktor Lorch mit vier herrlichen Pferden vorfuhrte. Retterkunststücke, ein Texas-Ritt wie die Doppel- Jockey-Leistungen eines Geschwisterpaares, zeigten eine vorzügliche Schulung, die das Auge erfreute, nicht wilde Gewattstücke. Reizend anzusehen war der dressierte ^idel mit langem Schweif und aufgesetztem Pferdekopf, der so tadellos nach dem Tatt der Muftt marschierte und nachher seinem Herrn einen losen Pudelstreich spielte. Wenn wir eine Leistung als die • her vor heben sollten, würden wir die ttumerischen Spiele der Geschwister Lorch nennen. Solche Ex-allheit bei so schwierigen Produktionen beobachtet man jetten. Ein etwa 14 jähriges Mädchen unter den Geschwistern erregte durch die Verm-egenhell und Leich« tigkeit seiner Ueberschlagungen allgemein Bewunderung. Eme junge Desucherül„ ein 14 jähriger Backfisch, war von den Spielen so begeistert, daß sre auf dem Nachhauseweg zum Ergötzen der anderen äußerte, sie werde sich einen Tricot kaufen und die kleine Schwester „auch so herum werfen". — Die Rad fahr erkunftstücke auf der "Rennbahn im „Todesring" sind ein Zugeständnis an den modernen Geschmack, waren überaus schwierig, hatten aber nicht eben die angenehme Wirkung auf den Zuschauer wie die turnerischer Spiele und die Dressuren. Wie es üblich ist, sorgten eine hinreichende Anzahl von Späßen der Clowns auch für die Erheiterung des Publikums. Das Auftreten zweier, mit absonderlich großen Köpfen ausgestatteten, in die Länge und in den Armen auAdehnungsfähigen Tänzer oder vielmehr Tänzerinnen waren in dieser humoristischen Art das beste. So kommen denn alle Zirkus- bejucher aus ihre Rechnung. Zirkus Lorch bleibt noch eine Woche lang hier. Hoffentlich bleibt er dabei, von jenen sonst so oft hergebrachten Schluß-Effektstücken, den pauto- nlimischen Vorstellungen abzusehen, die erfahrungsgemäß den Anwesenden dumm und krank machen. * * K i r ch w e i h f e st e finden morgen statt in Lich, Hungen, Saasen (verbunden mit Schulhausweihe), Kirchgöns und Heldenbergen L d. Wetterau. v. Bad-Nauheim, 26. Sept. Bis zum 24. ds. sind 23 553 Kurgäste angefommen, wovon an genanntem Tage noch 963 anwesend waren. 318 316 Bäder wurden bis dahin abgegeben. z. Lauterbach, 24. September. Die Kreislehrerkonferenz sand hier im „Johannisberg" statt. Lehrer Mink-Blitzenrod hielt tinen Vortrag über: „Die Fottbildung des Lehrers als eine der ersten Voraussetzungen zur Lehrtätigkeit." Er sand volle Zustimmung. Hiemach referierte Lehrer Holler-Lauterbach über „die Frage des Züchttgungs- rechts in der Schule". In Lehrerkrcisen ist man allgemein der Ansicht, daß eine Aenderung der für den Lehrer oft verhängnisvollen Bestimmungen bezüglich des Züchtigungsrechts dringend geboten erschiene; vom Landeslehrerverein ist diese Angelegenheit bereits bei der Regierung angeregt worden. — Nach dem Berichte des Kreisschulinspektors Andres über Schulslatistik hat die große Zahl der einklassigen Schulen in den letzten Jahren stetig abgciwmmen, wahrend die Zahl der mehrklasslgen slets wächst. Mehrere neue Schulklassen wurden tm letzten Jahre errichtet, z. B. in Maar, weitere stehen bevor, z. B. in Angersbach. f Leihgestern, 26. Aug. Unser Turnverein mut Heil" ist gegenwärtig, in einem erfreulichen Aufschwung begriffen. Die Zahl der Mitglieder ist auf nahezu 100 gestiegen. Wenn man bedenkt, d-aß Gießen 700 Turner hat, so ist die Zahl 100 für Lechgestern gewiß verhältnis- müßig sehr hoch, du man ja auch noch seit kurzer Zeit in Leihgestern einen Ivetten Turnverein „Frer Heil" gegründet hat. Zn der letzten Hauptversammlung hat der Verein „®ut Heil" beschlossen, sein diesjähriges Abturnen Sonntag, der: 27. September, abzuhalten. Bei dem Schau- tumcii werden Stab- und Geräteübungen vorgefiihrt werden. Während des Turnens findet Konzert statt, an das sich später nod) ein Tänzchen anschließen wird. r. Mainz, 25. Sept. Auf der Strecke Mainz—Worms wurden in einer der letzten Nächte unfern von Weisenau mehrere Baumstützen über das Bahngeleise gelegt, die ein Bahnwärter kurz vor der Ankunft eines Schnellzuges noch bemerkte und beseitigte, wodurch ein Unfall vermieden wurde. Als Täter wurden drei fremde Zementarbeiter ermittelt, die inzwischen flüchtig gegangen sind und steckbrieflich verfolgt werden. Marburg, 25. Sept. Heute mittag fand in Anwesen- hett des Landrats v. Negelein, sowie des Präsidenten der Landwittschastskammer in Kassel, Baron v. Stockhausen, die Eröffnung der Gartenbau-Ausstellung statt. Frankfurt, 25. Sept. Wir lesen in der ,Frkf. Ztg.": Die hiesigen Nationalsozialen sind mit dem Hauptbeschluß des Göttinger Parteitags nicht einverstanden, sie haben es abgelehnt, sich dem Wahlverein der Liberalen resp. Freisinnigen Vereinigung anzuschließen. In der Hauptversammlung des nattonalsozialen Wahlvereins wurde folgende Resolution angenommen: »Der Verein bleibt unter allem Namen als Lokalverein bestehen. Der Anschluß an den Wahlverein der Liberalen wird abgelehnt, indes soll Einzelmitgliedern der Beittitt zu letzterem nicht verwehtt werden." —Die Frankfutter Nationalsozialen werden mit den übrigen Vereinen in Marburg, Gießen, Butzbach, Darmstadt, Heidelberg, Karlsruhe u. s. w., sowie mit den Einzelpersonen, die den Anschluß nicht mitmachen, engere Fühlung nehmen und mit diesen, soweit es die ver- ändette Lage gestattet, im alten Sinne weiter tätig sein. Zu diesem Zweck wurde schon auf der Göttinger Tagung ein Vertrauensmann gewählt. — Frankfurt a. M., 26. Sept. Der neuernannte Handelssachverständige beim Kaiserlichen Generalkonsulat in Argentinien, Dr. Karl Theodor Stöpel, will vor seiner Abreise den Interessenten am Handelsverkehr mit Argentinien Gelegenhett zu einer mündlichen Rücksprache mit ihm geben. Für Interessenten aus Frankfutt und Umgebung wird er am 1. Okt. in Frankfutt im Sitzungszimmer der Handelskammer (Neue Börse), Börsenplatz, zu sprechen sein. Es ist Vorsorge getroffen, daß die Interessenten einzeln unter völliger Wahrung der geschäftlichen Diskretion mit dem Handelssachverständigen konfetteren können. Die Abreise des Dr. Stöpel nach Argen- stnien ist für Mitte Oktober in Aussicht genommen. Sport. h. Gießen, 26. Sept. Das am 1L Oktober i>. I. stattfindende erste öffentliche Preisschliefen für Dachshunden u. Foxterriers, arrangiert vom Verein ,^Hundes Port für Gießen und Umgegend, äst mit hohen Barp-reisen und einer erheblichen Anzahl von Ehrengaben ausgeslattet. Tas vorläufige Programm kommt in diesen Tagen zum Versand; als Richter werden Ernst Proeßler und W. Orth aus Frankfurt a. M. amtieren. Der ganz neu erbaute Schliefplatz ist aufs Beste eingerichtet und erregt fortgesetzt das lebhafteste Interesse aller Besucher. Für die auswärtigen Sportkollegen liegt der Ausschreibung ein Auszug aus dem Frankfurter Sportblatte zur einstwelligen Orientierung über diese prachtvolle Anlage bei, und es ist nur zu wünschen, daß die angestrengte Tätigkeit des jungen Vereins durch zahlreiche Meldungen zu dieser ersten größeren Veranstaltung und durch eine allgemeine Beteiligung überhaupt die wohlverdiente Anerkennung aller Kynologen findet. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 26. September 1903. lMitgeteitt von der Bant für Handel und Jndusttte, Gießen.) Die schwachen Schlußkurse der gestttaen Newyorker Börse übten keinen Eindruck auf unseren Mattt aus; lediglich Kanada verkehrten entsprechend niedriger. Die Stimmung war im aügemeinen von Anfang an recht fest, umsomehr, als auch Wien bedeutend erholte Sturze sandte. Auf Renten war die Nachricht, daß London eine große Goldzufuhr aus Indien avisiett sei, anregend. In Tütten- werten setzte sich die steigende Bewegung fort, besonders wurden Lückenlose bei höheren Kursen lebhaft umgesetzt. In Montanwerten waren bie Umsätze bei behaupteten Notizen geringe; auf dem Kassaindustriemarkte notierten speziell Zementwette höher. Pttvat-Diskont 3s/< Prozent Oest Kredit. . . . Deutsche Bank . . * Darmstadter Bank . . Anfangs- u. Schlußkurse. 201.10 201.75 212.00 212.3 Z 135.75 135.75 Bochumer Guß . . . 182.10 Harpener Bergbau . . 185.40 Schluß-Tendenz: fest. 182.25 185.40 Hypothek enbaukinHamburg, Wir machen auf eine Bekanntmachung der Bank im Inseratenteil der heutigen Nummer unseres Blattes aufmerksam. Vom Geldmarkt. Tie Lage des heimischen Geldmarktes ist fortgesetzt als eine verhältnismäßig günstige zu bezeichnen. Es wird sogar angenommen, daß Die Bankwelt sich, wie sie dies eigentlich schon seit Wochen getan hat, auch fernerhin auf größeren heimischen Geldbedarf einzu- richten sucht. U. a. verlautet, daß von den sich noch im Ausland befindenden Guthaben ein Tell im Laufe der nächsten Wochen zurückkehren wird. Immerhin bleibt es durchaus nicht ausgeschlossen, daß, wenn die Bank von England zu einer Diskonterhöhung schreitet, die Deutsche Reichsbant sich einer Hinaufsetzung ihrer Zinsrate ebenfalls nicht entziehen kann. Deutsches Stahl-Syndikat. Die ,L. Z." ist der Ueberzeuguna, daß der Gründung des neuen Verbandes noch mancherlei Schwierigkeiten entgegenstehen. Insbesondere dürfte die Festsetzung der Beteiligungsziffer bei vielen Werken zu eurer Streitfrage werden. Selbpverstündlich wird die Beteiligung an dem neuen Verttagsentwurf geregelt, die Frage ist nur, ob einzelne Werke mit dieser Begebung auch einverstanven sind. Als Grundlage für die Beteiligung jedes Stahlwertsbesitzers gilt diejenige Menge Rohstahl, die mit ihm bei Abschluß des Verttages vereinbart worden ist Das Merke Matt meint am Schluß einer Ausführungen, daß sich bei ernstlichem Willen aller Beteiligten das erstrebte Ziel schließlich erreichen läßt. Brs wann dies aber geschehen kann, das läßt sich allerdings zurzeit no*ch gar nicht absehen. Aachener Hüttenv erein Rote Erde. Die So- ciöte d'Eiche hat an den Aachener Hüttenverein einen Teil ihrer Gruoenfelder für 5 Mlllionen Frs. verkauft. Dieser Preis für 300 Hektar, also 17 000 Frs. pro Hektar, sei ein Rekordpreis; die letzten Verkäufe von Grubenfeldern rn Lothringen seien auf Grundlage eines Preises von rund 10 000 Frs. pro Hektar erfolgt Vom am er ikanischen Stahltrust Wie dem „Standard" aus Newyork gemeldet wird, dürfte sich der Verwaltungsrat der Stahlvereinigung in seiner nächsten Sitzung gegen die Festsetzung der Dividende in der bisherigen Höhe erklären. Tabak. Im Laufe der Berichtswvche war das Geschäft, teilweise auch beeinflußt durch die israelitischen Feiertage, ein ruhiges, es sind uns Abschlüsse von Bedeutung nicht bekannt geworden. Nach guter 1900 er und 1901 er entrippter, auch Büscheleinlage, die fein im Brand und Geschmack ist, besteht stets vermehrte Nachfrage und werden die Vorräte hierin unter teilweise Anziehung der Preise lleiner. Der Eintritt besserer Witterung veranlaßte in den letzten Tagen das weitere Einwiegen der Sand- grurnpen und werden bis zu 10 Pfg. Grüngewicht ohne Stmer hierfür angelegt. — In 1902 er Zigarrentabaken liegt das Geschäft sehr ruhig, die Tabake brauchen noch längeres Lager, um für die Fabrikation brauchbar zu werden. Mit dem Einheimsen der neuen Ernte ist man vollauf beschäftigt, es wird sehr wenig Blatt vorkommen. In losen Pfälzer Rippen geschäftslos, lose feine 10—11 Mark, gebündelte feine 12 Mark. Viehmarkt. 2luch während der abgelaufenen Woche waren die Viehmürkte stark frequentiert und es entfaltete ich fast überall ein sehr lebhafter Handel. Prima Großvieh zu Schlachtzwecken war rasch verkauft, auch mittlere Qualitäten sehr gut beachtet, der Absatz in letzterer ist als gut mittelmäßig zu bezeichnen. Die Preise sind immer noch die festen der Vorwoche, man kann ruhig behaupten, daß sie sogar eine Kleinigkeit angezogen haben. Kälber ind immer noch teuer, die Zufuhren künstlich beschränkte, odaß sich die Preise hallen müssen. Der Handel hierin war ein äußerst flotter, es konnte teilweise nicht einmal der Bedarf gedeckt werden. Fette Schweine waren genügend angeboten, der Handel aber etwas zurückhaltend, sodaß ziemlich Ueberstand blieb. Die Preise waren eine Kleinigkeit geringer wie jene der Vorwoche. Läufer und Milch- chweine nicht besonders berücksichtigt, es blieb ziemlich lieberstand. Kraftfuttermitt e l. Das Geschäft bewegte sich in >er Berichtswoche in normalen Grenzen, disponible Ware ist mehr gefragt, jedoch fanden größere Umsätze nicht statt, und Preise erfuhren keine nennenswerten Veränderungen. — Von einheimischen Artikeln sind namentlich Raps- und Leinkuchen wegen ihres relativ billigen Preisstandes beachtet, auch Sesamkuchen waren gefragter, Palmkuchen dagegen still. — Die Marseiller Notierungen für Erdnuß- und Kokoskuchen lauten nach wie vor günstig, sodaß diese Artikel bald wieder größerer Beachtung begegnen dürften. Für Baumwollsaatmehle besteht dagegen noch wenig Interesse, da die amerikanischen Forderungen zu hohe sind. Schlempe ist aus erster Hand garnicht angeboten. Obst Zur Obstgeschäft ist es noch ziemlich still und sind namentlich in Tafelobst wenige Verkäufe zu verzeichnen. Es werden hohe Preise verlangt und sind die Käufer infolgedessen noch sehr zurückhallend. Es scheint, daß das Obst im großen Ganzen ziemlich teuer wird. Mostäpfel werden mit 5— Mark per Zentner bezahlt. Birnen, namentlich bessere Sorten, sind sehr gesucht. Trauben, hiesige, sowie die Portugieser werden mll 13 bis 15 Mk. bezahlt, italienische kosten 22—25 Mk., französische 35 Mk. Zwetschgen werden zu 9—10 Mark verkauft. Preiselbeeren hallen sich hoch im Preise und scheint Schluß der Ernte zu sein. Ter Preis hierfür stellte sich in letzter Woche auf 26—28 Mk. Neue Maronen werden zu 25—30 Mark angeboten. Kohlen Es notieren: Ruhr-Fettnuß-Körnung 1 und 2 185—190 Mark; Nußschmieoekohlen 175—180 Mark; Deutsche Anthracit Nußkohlen 300—310 Mark; Englische Anthracit ywßkohlen 380—390 Mk.; Ruhrflammnuß Körnung 1 und 2 180—190 Mk.; Ruhrflammnußkohlen 3 175—180 Mk.; Fettschrot 140—145 Mk.; Ruhr-Bruchkoks 225—230 Mk.; Aussiebgries 115—120 Mk. Alles per zehn Tonnen ab Mannheim Nachdem dem überaus starken Begehr verhältnismäßig geringe Mengen disponibler Ware entgegenstehen, konnten sich die Preise etwas aufbessem und steht mll dem Herannahen tatteren Wetters Weller er Aufschlag zu erwarten. Sell einigen Tagen behindert Mangel genügenden Wagenmaterials die Verladung. — Getreide. In der abgelaufenen Woche war die Stimmung matt und lustlos. Zwar zeigte sich für effektive russische Weizen etwas Frage, im Großen und Ganzen blieben die llmsätze jedoch in engen Grenzen und die Preise mußten etwas nachgeben. Dem Rückgang an den amerikanischen Mättten wurde seilens Rußlands bisher noch nicht gefolgt, während Rumänien sich schon eher nachgiebig zeigt. Roggen matt Gerste: In Braugerste war ruhiges Geschäft In Futtergerste fanden feil verändert. Mais flau und weichend. Die heutigen Notierungen sind: Weizen. Red Winter II Kansas II Ulka-Weizen 9 p. “/H , 10 p. Rumänischer, 80/81 Kilo „ 79/80 , , 78/79 , Roggen. Russischer 9 p. 16/$0 Gerste. Rufs. Futtergerste 60/61 Kilo Hafer. Rufs sich er 47/48 Kilo , 50/51 , Mais. mixed Laplata r. t Märkte. Gießen, 26. Sept. Marktbericht Auf heutigemWocbenmattt kosteten: Butter pr. Pfd. 0,90—1,05 Mk., Hühnereier 1 St. 7—8 Pfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 8—0 Pfg., Käse pr. Stck. 5—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg., Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar0,70—09,0Ätk., Hühner pr. St 1,30—1,80 Mk., Hähne pr. Stück 0,70—1,50 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,40 Nit, Gmsie pr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochscnsleisch pr. Pfund 68—78 Pfg., Kuh° und Rürdfleisch pr. Pfund 62—66 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 56—74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—7,00 Ätk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 4,50—5,00 Btt., Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg., in Korben 00—00 Pfg. Zwetschen Lick. 5.00—6.50 pr. (Str., Trauben 00—00 Pfg. Tauer der Niarktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht und während der ersten bre> Stunden der Marktzeit im Umherziehen nicht feilgeboten werden. Kunst nnd Wissenschaft Berlin, 25. Sept. (Internationales Statistisches Institut) Am heuttgen letzten Kongreß hielt fZrof. Schm oller einen von lebhaftem Beifall aufgenom- menen Vortrag über „D ie hi stori s ch e Lohnbewegung vom Ja hre 13 00 bis 1900". Anschließend an diesen Vortrag referierte Sekttonschef Mataja-Wien über „Arbeitsstatistik unter besonderer Berücksichtigung der Tätigkeit des Stattsttschen Amtes in Oesterreich". Zu dem gleichen Thema sprachen Julierp-Brüssel und Regierungsrat Leo-Berlin. Darauf erstatteten die Sektionspräsidenten Bericht über die Tätigkeit der Sektionen. Tie von diesen angenommenen Resolutionen wurden von der Plenarver- ammlung einstimmig gutgeheißen. Im Auftrag der„Rohal Statistical Society" überbringen Hendricks und Major Gmgy die Einladung, die zehnte in zwec Jahren stattsindende Ver- ammlung in London abzuhallen. Die Einladung wurde unter dem Beifall der Versammlung angenommen. Zum Präsidenten der nächsten Tagung wurde wieder Jnama von Sternegg gewählt. Der Präsident dankte hieraus für die Güte und Hingebung, mit der alle Kreise des öffentlichen Lebens im Deutschen Reiche die Interessen des Instituts gefördert *nnb ihm die Erfüllung seiner Ausgaben erleichtert haben. Gerade dem Kaiser verdanke das Institut in erster Linie die ehrenvolle Aufnahme. Als Vertreter der Staatsregierung wohnte Minister Frhr. v. Hammerstein der Sitzung bei Ter Erbauer des Kölner Neuen Stadttheaters, Architekt Moritz, hat den ehrenvollen Aufttag des Neubaues des Barmer Stadttheaters erhalten. — Agnes Sorma wird "während ihres Auftretens im Neuen Theater zu Berlin in Max Halbes neuem Bühnenwerke „Ter Strom" die weibliche Hauptrolle freieren. Uebrigens bestätigt die Leitung des Kleinen und Neuen Theaters die von uns bereits mitgeteilte Tatsache, daß Frau Sorma zunächst während der Monate Tezember, Januar und Februar ihre künstlerische Tätigkeit im Neuen Theater ausüben und innerhalb des am Anfang der Saison bereits festgelegten Spielplans wirken wird. Frau Sorma wird im Rahmen des Neuen Theaters auf alle bisher üblichen Gastspielformen und Gastspielankündiguugen verzichten. Auszug sus -kn Stsu-rssmtsregistkru Der Stabt Sirßru Aufgebote. Am 22. September. Paul Alfred Treuke, Buchhalter dahier und Margarete Euler dahier. Am 25. Sevt. Martin Repp, Dachdecker dahier und Marie Böttner geb. Keil, Wvscherin dahier. Geborene. Am 14. Sept. Dem Handelsgärtner Karl August Kaufmann einen Sohn. Am 16. Sept. Dem Kaufmann Karl Mandler einen Sohn: Am 17. Sept. Dem Eisendreher Gustav Heinrich Krausch eine Tochter. Am 18. Sept. Dem Lehrer an der Stadtknabenschule Heinrich Schwöbel eine Tochter, Gertrud Elisabeths Johanna Irmgard Äiargarete. Am 20. Sept. Dem Taglöhner Jost Rüspeler einen Sohn Hans. — Dem Schreiner Johannes Pitz einen Sohn Otto. Am 21. Sept. Dem Schuhmacher Heinrich Müller einen Sohn. — Dem Kellner Martin Stockert eine Tochter. Am 22. Sept. Dem Drechslermeister Emil Krämer eine Tochter Lina Elisabeths. — Dem Schuhmacher Friedrich Linn eine Tochter Anna Elise. Gestorbene. Am 16. Sevt. Ernst Müller, 58 Jahre alt, Rentner dahier. Am 18. Sept. Georg Heinrich Swhr, 74 Jahre all, Buchdrucker dahier. Am 19. Sept. Jette Lahn geb. Sck)amberg, 78 Jahre alt, ohne Beruf dahier. Am 20. Sept. Auguste Engel, 61 Jahre alt, Privatin dahier. Am 21. Sept. Magdalene Knell geb. Löstel, 69 Jahre alt, ohne Beruf dahier. Am 22. Sept. Karl Emmnch, 32 Jahre alt, Pflegling früher Weißbinder dahier. Am 25. Sept, Friedrich Jakob Lichtenfels, 63 Jahre alt, Rentner dahier. Auszug aus Ltn Kirchenbüchern der Stadt Kietzen. Evangelische Gemeinde. Getaufte. Lukasgemeinde. Den 12. Sept. Dem Maurer Wilhelm Kipper eine Tochter, Paula, geb. 4. August. — Dem Postboten Gustav Wörner eine Tochter, Paula, geb. 9. August. — Johannesgemeinde. Den 12. Sept. Dem Zigarren- abrckanten Adolf Noll ein Sohn Adolf Karl Arnold, geboren den 25. Mai. — Den 20. Sept. Dem Schuhmacher Ehristian Weeg eine Tochter, Elise Lina, geboren den 14. August. Getraute. Lukasgemeinde. Den 12. Sept. Heinrich Enders, Hilfsheizer zu Gießen, und Anna Emilie Diehl, Tochter des verstorbenen Bergmanns Gustav Diehl zu Emmerzhausen. Beerdigte. Lukasgemeinde. Den 18. September. Elise Höpfner, geb. Kilian, Witwe des Konditors Adolf Höpfner, 80 Jahre alt, starb den 15. September. — Johannesgemeinde. Den 18. September. Ernst Müller, Kaufmann, lediger Sohn des verstorbenen Karl Atüller, 60 Jahre alt, starb den 16. September, Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. September 1903. Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit -Q Z Windstärke Wetter ________________t________ 25. 9» 753,8 18,5 10,6 67 SSW. 2 Sonnenschein 25. 9“ 753,7 14,9 11,9 94 SW. 1 Regen 26. rjV> 754,4 12,7 10,7 98 w. 2 Bew. Himme/ Höchste T empera tur an i 24.- -25. Se pt. 18,7C. Niedrigste „ 24. 25. „ 4,1° C. Jubiläum. Heute, am 26. Sept., blickt die Victoria auf eine 50jähr Tätigkeit zurück. Die Gesellschaft begann mit der Transport- Versicherung, führte 1861 die Lebens-Versicherung, 1883 die Unfall- Versicherung, 1889 die lebenslängliche Eisenbahn-Unfall-Versicherung, 1892 die Volks-Versicherung und 1901 die Haftpflicht-Versicherung ein. Die allbekannte große Entwickelung der Victoria, in der sie alle anderen Gesellschaften unseres Kontinents überflügelte, fällt erst in die letzten 10—20 Zahre. Seit 1888 wuchs ihr Gesamt-Vermögen von 37 Mill. Mk. auf 400 Mill., die jährliche Prämien-und Zinsen- Einnahme von 8 auf nahezu 100 Mill. Alk., der Jahres-Ueberschuß von 1,5 auf 18,2 Mill. Mk., der für die Versicherten zurückgestellte Gewinn von 3,4 auf 66 Mill. Mk. und der Lebensoersicherungsbestand von 135 auf 1050 Mill. Mk. Die Victoria hat zuerst und allein von allen deutschen Gesellschaften einen Bestand von einer Milliarde Mk. überschritten. Heute i|t der Vermögens-Zuwachs eines Jahres so groß wie das bis zum Jahre 1890 angesammelte Vei> mögen. 1888 gab es auf der Direktion 100 Bureaubeamte, 96 deren 500 und heute über 1100! Die Zahl der angestellten Personen überhaupt beträgt ca. 5000, die Agenten ungerechnet. 1895 bezog die Gesellschaft ein großes neues Geschäftshaus, schon 1897 war ein Erweiterungsbau nötig und jetzt steht wieder ein großes Gebäude im Rohbau fertig da. Ter Gebäude-Komplex, 11145 qm groß, umfaßt 6 Hausgrundstücke und geht von einer Straße zur andern. Außerdem hat die Victoria über 250 Filialbureaus. 723 un= Mk. 133-- 126—127 129-- 131-135 129—130 127—129 102-- 85-- 100—102 104—109 98-- 91-- Zu irerinieten 3855] Im Neubau VLsmarck- stratze 4L 7189 4661 Seltersweg 12. 04333 Wt. Lllgembeiter per sofort gesucht. 7249 Goldenberg & Marcus. Neustadt 47. vermieten Westanlage 60. 04623] Bleichstratze 2. 04576 sucht von 7202 Tüchtige 04627 außerhalb gesucht. Näheres Marbu' 4647 nung zu verm. Bruchstratze arburgerstraße 11. Laden l\3 zu vermiet. Bahuhofstr. 26, H ^Ilerkstatt zu vermieten. 6271 Bahnhofstraße 33. »ständiges Dienstmädchen für ruhige Familie gesucht. Ludwigftr. 24. 04654] von 4—5 größeres. Nordanlage 11, pari. 7211 (Offciir Strllni WWWWW MvsHredones MiRgefuche 04646] Ein solid. Arbeiter kann Schläfst, erhalt. Schloßgasse 15,1. junger 2. hausbllrsche bei freier Station im Hause ge- Ein jüngerer Laufbursche aus hiesiger Stadt gesucht. 04660] Ein älteres Mädchen, in bürgert Küche erfahr., erhält gute Stellung b. einzeln. Dame. 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