Mr. 199 Erscheint täglich außer Sonntag. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Giehener Familien» blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwerf.-Buch- u. Stetn- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Kernsprechanschluß Nr. 51. Erstes Blatt. 153. Jahrgang Mittwoch 26. August 1903 Ä Bezngsprersr d monatlich75P^oiertet- Gießener Anzeiger UW w M - MM - eilenpreiS: lokal 12 PU General-Anzeiger ** ** den poliL und augem, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MWZ ___ zeigenteil: van« Beck. Deutsches Keich. Berlin, 25. Aug. Der Kaiser traf heute vormittag gegen 10y2 Uhr in Begleitung des Prinzen und der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen mit größerem Gefolge zu Pferde aus der Saalbur g ein. Gr besichtigte eingeherü», unter Führung des Geh. Baurats Jacobi die bloßgelegten Ausgrümngen des Mitratempels, sowie die vom Bildhauer Götz entworfenen Modelle der Kaiser Alexander Severus und Hadrian, welche vor dem Satellum Aufstellung finden sollen. Darm besichtigte der Kaiser noch die Geschenke oes Kommerzienrats Albert in Wiesbaden, welche aus römischen Kunstgegenständen des Kastells SLockstaot am Main bestehen, und nahm weiter noch die Geschenke der Städte Wiesbaden und Frankfurt a. M., bestehend aus Abgüssen großer römischer Kunstgegenstände, in Augenschein. 9Lach li/2 stündigem Aufenthalt auf dem Kastell ritt der Kaiser nach. Homburg zurück und begab sich später zum Frühstüll beim Oberbürgermeister von Homburg. An dem Frühstück beim Oberbürgermeister Marx nahm auch der englische Botschafter in Berlin ©ir Fran Lascelles teil, welcher zur Linken des Kaisers saß. Bis gegen 4 Uhr ver- wellte der Kaiser bei dem Oberbürgermeister und begab sich dann nach dem Bauplatz der Gclöser-Kirche, wo das Modell der Kirche aufgestellt und die Umrisse der Kirche durch Masten markiert waren. K'irchenbaurat Schwechten, der Leiter des Baues, erklärte dem Kaiser die Pläne und Zeichnungen. Der Kaiser ließ sich die Mitglieder des Kirchenvorstandes durch den Geh. Baurat Jacoby vorstellen und unterhielt sich längere Zeit mit denselben. Um 5 Uhr begab sich der Kaiser per Wagen nach Friedrichs- h 0 f zurück. Dort nahm der Kaiser den Tee ein und hörte dann den Vortrag des General adjutanten v. Plessen. Hierauf erging er sich eine halbe Stunde mit seiner Schwester im Schloßpark. An der Wendtafel, die aus 18 Gedecken bestand, nahmen außer dem Gefolge Geh. Reg.-Rat v. Meister, Landrat Ebbinghausen und sämtliche Osiiziere des Wachtkommandos teil. Die Wreise ist auf morgen nachmittag 3 Uhr 30 Min. festgesetzt. — Der Kaiser fyat dem Staatssekretär Frhrn. von Thiel mann den Rang eines preußischen Ministers verliehen. Derselbe kehrt morgen von seiner Besitzung in Bayern nach. Berlin zurück, um sich von den Beamten des Reichsschatzamtes zu verabscheiden. Er wird seinen dauernden Aufenthalt in Berlin nehmen. — Augu st Bebel scheint nach den übermenschlichen Anstrengungen, die er sich im letzten Wahlkampfe auserlegt hat, recht nervös geworden zu sein; selbst der Aufenthalt in seiner schönen Villa zu Küßnacht am Züricher See am Fuße des weit ausschauenden Rigi, hat keinen beruhigenden Einfluß aus ihn ausgeübt. Er richtet jetzt, nach der „Magdeb. Ztg.", einen Erlaß an den Äbg. von Vollmar, d. h. die Fürstenwalder „Genossen" nennt er und Vollmar meint er. Bebel ist über den bayerischen Freund wütend, weil dieser die „elende Vizepräsidenten- frage" nicht ruhen läßt, und er kündigt ihm an, daß er auf dem Dresdener Parteitage Abrechnung halten will. Vorher will er aber eine Reche von Wtikeln erscheinen lassen, die beweisen sollen, daß die von Vollmar verlangte Aenderung der Parteitaktik überflüssig ist, weil der Ausfall der Reichstagswahlen der beste Beweis für die Richtigkeit der bisher eingeschlagenen Taktik sei. Bebel sindet nunmehr, daß in der Vizepräsidentenfrage das Hauptstück der Frage nach der neuen Taktik enthalten sei, und er ist überhaupt der Ansicht, daß die Zeit des Vertuschens und des gegenseitigen Komödienspiels in der Partei vorbei ist und die „Genossen" sich klar darüber werden müßten, wie sie zu einander stehen. — Der preußische Wohnungsgesetzentwurf hat den Regierungspräsidenten zur Begutachtung vorgelegen. Rach den bisherigen Aeußerungen zu dem Entwurf dürften von seinen vier Hauptgebieren die Bestimmungen über den Bebauungsplan, den Kleinwohnungsplan und die Hygiene auf keine Schwierigkeiten stoßen. Bedenken haben dagegen, wie die „Schles. Ztg." berichtet, die Polizeiverordnungsbestimmungen erregt, da sie der Baupolizei sehr weitreichende Befugnisse übertragen. Dem im Entwurf vorgesehenen Wohnungsamt für Städte mit mehr als 10 000 Einwohnern sollen folgende Aufgaben übertragen werden: Feststellung des Standes auf dem Wohnungsmarkt durch fortlaufende Erhebungen. Einführung einer regelmäßigen Wohnnngsinspektion behufs Ueberwach- ung der hygienischen Verhältnisse, Einführung eines öffentlichen Wohnungsnachweises mit Wohnungsmeldepflicht. Die Mohnungsstatistik soll u. a. eine Uebersicht über die Bewegung des Wohnungsmarktes, - Durchschnittspreise jeder Wohnuugsklasse, Lage der Wohnungen nach Stadtteilen, Zahl der leerstehenden Wohnungen nach Zeitdauer usw. geben. — Der diesjährige ordentliche Vertretertag des Keichsverbandes der Vereine der nationalliberalen Jugend wird am 30. und 31. August in Mannheim stattfinden. Auf der Tagesordnung stehen außer Organi- sations- und Verwaltungsfragen und dem üblichen Berichst über die bisherige Tätigkeit der einzelnen Vereine Referate über: Vorbereitungen zu den Landtagswahlen, Stellungnahme zur Sozialdemokratie, Einrichtung kaufmännischer Schiedsgerichte und Arbeitskammern. Als Abgeordnete des Zentrnlvorstands der nationalliberalen Partei werden an den Verhandlungen voraussichtlich teilnehmen: der Vorsitzende des Zentralvorstands D'r. Hammacher, die Reichstagsabg. Dr. Sattler, Dr. Hieber, Beck und Dr. Blankenhorn, ferner Rechtsanwalt Bassermann, Landtags- abg. Dr. Binz-Karlsruhe, Landtagsabg. Dr. Goldschmit- Karlsruhe usw. — Wie aus Köln verlautet, sind nunmehr die seit längerer Zeit zwischen Belgien uno Preußen schwebenden Verhandlungen über die endgiltige Regulierung der politischen Zugehörigkeit Neutral-Moresnets dem Abschluß nahe. Demnach würde das 350 Hektar umfassende Moresnets mit seinen 3500 Einwohnern Belgien zages p r 0 ch e m Preußen soll für die Preisgabe dieses Anspruches eine entsprechende Geldsumme erhalten. Tie Regelung der politischen Zugehörigkeit Moresnets bedeutet nunmehr auch das desinitive Ende der in Altenberg vor kurzem eingerichteten Spielhöllen. München, 25. Aug. Die Schwestern der verstorbenen Königin Draga sind hier zu längerem Aufenthalt eingetroffen. Keer und Motte. — Der Kaiser hat sich auf dem Truppenübungsplatz zu Altengrabow die neue zur Einführung bei der Infanterie bestimmte Rucksackgepäckausrüstung vorführen lassen. Hauptmann Gras Fink von Finkenstein von oer 12. Kompagnie des 1. Garde-Regiments z. F. hatte sich zu diesem Zweck mit einem Unteroffizier und einem Gefreiten nach dem Truppenübungsplatz begeben. — Die „Frkf. Ztg." meldet aus Straßburg: Bei den in der Mhe von Helleringen stattgehabten Kavallerieübungen ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Drei Dragoner des schlesischen Dragoner-Regiments Nr. 15 stürzten mit den Pferden und erlitten schwere Verletzungen. Einer derselben brach das Genick und starb kurz darauf, der zweite erlitt schwere innere Ver- letzungen, während der dritte ein Bein brache Ausland. London, 25. Aug. Gestern erschienen mehrere Offiziere des deutschen Schulschiffes „Stosch" beim Polizeichef in Queenstown und drückten im Namen des Kapitäns ihr Bedauern aus, daß Matrosen des Schiffes an den Ruhestörungen am Samstag abend beteiligt gewesen sind. Der Polizeichef bedauerte, daß unfreundliche Gefühle zwischen Engländern und Deutschen beständen. Der Zwischenfall wird damit als erledigt betrachtet. — Der Bericht der zur U n 1. e r s u ch u n g d e s K r i e - ges in Südafrika eingesetzten Kommission wurde heute veröffentlicht. In demselben wird zugegeben, daß eine Reihe falscher Berechnun gen hinsichtlich der Natur und der Ausdehnung der Operationen gemacht wurden, die eine große Reihe von Mißverständnissen und Versehen zur Folge hatten. Die Kommission tadelt es scharf, daß keine Kriegsvorräte vorhanden waren, erkennt aber an, daß man, als man mitten im Kriege war, sich mit der Lage geschickt abfand, und läßt denen, die darin beteiligt sind, volle Gerechtigkeit widerfahren. Sie erklärt es jedoch für einen Fehler, daß nicht genügend Vorkehrungen getroffen wurden, um die Wiederkehrsolch er Zu stände Zuverhindern. An dem gegenwärtigen Militärsystem müsse man festhalten, da es sich weiter ausbilden lasse. Die Verteidigung der englischen Küsten sei in gefährlichem Maße schwach. Die Kommission hält weiter die Rekru- tierungsfrage für ernst und sagt, das Heer als Ganzes repräsentiere in keiner Weise die militärische Kraft des Reiches. Sie lobt die Kolonialtruppen, die in einem kommenden Kriege von hohem Wert sein würden, doch seien gut ausgebildete Offiziere und eine Reihe von Maßnahmen zur Stärkung der Disziplin notwendig. Lord Roberts erklärte bei seiner Vernehmung, die Zahl der gemachsten Fehler sei größer bei den höheren Chargen der Offiziere als beiden niederen. Die Kommisiion gibt zu, daß es unmögliche sei, in Friedenszeiten eine für den Krieg hinreichende Anzahl von Sanitätsoffizieren zu halten und empfiehlt, ein System zu wählen, das dem deutschen ähnlich sei. Rom, 25. Aug. „Jtalie" meldet, die Polizeipräfektur ergreife schon jetzt Vorsichtsmaßregeln für die Ankunft des Zaren in Rom. Die Personalien der Hausbewohner und Ladenbesitzer der von dem Kaiser zu passierenden Straßen wurden geprüft. Die Polizei stellt eine Liste aller verdächtigen Personen auf. Basel, 25. Aug. In der heutigen Vormittagssitzung des Zion ist en kon grosses sprach Zangwill - London über Zionismus und Wohltätigkeitsanstalten. So lobend wert die Wohltätigkeit sei, könne doch nur der politische Zionismus zu einer Heimstätte verhelfen und damit das politische Problem lösen. Am Nachmittag wurde über den Ansiedelungsvorschlag in Britisch-Mstaftika verhandelt. Der russische Delegierte will diesen Vorschlag a limine abweisen, der deutsche, östreichische und italienische wollen eine politische Kommission aus 21 Mitgliedern wählen, welche den Vorschlag prüfen soll. Es sind hierzu 76 Redner angemeldet. Agram, 25. Aug. In Zlatar, wo morgen Wgeord- netenwahl stattfindet, erfolgten Zusammenstöße zwischen den Anhängern der zwei Kandidaten, die beide Oppositionelle sind. Der eine, Kumiesies, klagt im Parteiorgan, daß die Gegenpartei die Wahlfreiheit in ärgster Weise bedrohe, und mit Dynamit arbeite. Tatsächlich explodierte vor dem Hause eines Parteigängers eine Bo m b e, die großen Schaden anrichtete. Die Bevölkerung ist aufs höchste erregt. Die Behörde trifft alle Vorsichtsmaßregeln. Never den mazedonischen Aufstand im Wilajet A d r i a n 0 p e l wird heute gemeldet: Die Revolutionäre überfielen am 18. August das Dors Dereköej, zerstörten die Kaserne und das Postamt und m a ch- tenmehrereSo ldaten und Gendarmen nieder. Am 24. d. M. überfielen sie das Dorf Hamsibegli bei Wria- nopel, steckten 200 Häuser in Brand und sprengten das Wachthaus mit 250 Baschibozuks in die Lust. Im Dorfe Kervankvej (Bezirk Kirk-Kilisse) bemächtigten sich nach dem Wdampfen des russischen Geschwaders die Revolutionäre des Leuchtturms von Jniada. Tie türkische Landbevölkerung flüchtete gegen Adrianopel und Konstantinopel. Tas Torf Rokito tm Streife Kaitar wurde letzte Nacht überfallen. 13 Einwohner wurden hinweggeführt. 119 Komitadschis, welche in Kruschewo gefangen genommen, wurden nach Aionastir gebracht. Tie Truppen erbeuteten verschiedene Waffen, 3 Bomben, 2 Kanonen und eine Fahne mit der Inschrift: "Tod. Nach einer Konstantinopeler Depesche sind 26 Redis-Bataillone 2. Silasse im Wilajet Wrianopel einberusen worden. Im Minifterrat wurde der Kriegsminister, der die Batalllone aus Kleinasien einstellen wollte, überstimmt, weil die Mannschaften den Erntearbeiten entzogen würden, da Dort die Ernte später stattfindet. Tie „Franks. Ztg." meldet aus Konstantinopel: „Hussein Hllmi Pascha beschwerte sich über den russischen Konsul in Ätonastir Piandelsiamm, der demonstratio bei ihm mit einem geladenen und sichtlich zur Lchau getragenen Revolver erschien." Dem Berliner Vertreter der Chicagoer „Tally News" wird von angeblich wohlinformierter Seite in Bulgarien berichtet, daß im Auftrage der Sobranje eine Deputation sich, zum Fürsten Ferdinand begeben hat, um ihn davon in Kenntnis zu setzen, daß er eine Erklärung bezüglich seiner Wsichten Der mazedonischen Bewegung gegenüber innerhalb 10 Tag,en abzugeben habe. Falls er dies nicht tue, sollen alle seine Rechte und Ansprüche sowie diejenigen seiner Nachfolger auf den bulgarischen Thron für verlustig erklärt und ihm seine Rückkehr nach Bulgarien für immer ver- boten werden. 50. A.utsche Katholikentag. IL Köln, 25. August. Ter Wg. Dr. P 0 r s ch hielt heute nrorgen in einer große: Versammlung des katholischen Volksvererns eine scharfe Rede gegen die Sozia ldemokratie, die trotz der großen Opferwilligkeit ihrer Angehörigen in charitischjer Hinsicht nichts leiste, während die Katholiken nach Bismarcks Zeugnis gleich nach 1848 Männer der Ordnung in die Parlcunente brachten. Kardinal Fischer belobte den Verein und überbrachte dem Vorsitzenden Brandt ein päpstliches Breve mit der Ernennung zum Kommandeur des Gregorius-Ordens. Generaldirektor Dr. Aug. Pieper (M.-Gladbach) erstattete den Jahresbericht für das Vereins!ahr 1902/03. Der Volksverein zählte Ende Juni 1903 rund 300 000 Mitglieder. Hessen-Darmstadt halle 1902 3133, 1903 4244 Mitglieder. Der Mitgliederzuwachs betrug im ganzen 90000 Mitglieder. Abg. Trimborn bezeichnet den Bolksverein als das einzige Millel, um die Position des Zentrums gegen die Sozialdemokratie zu halten. Man solle sich nicht damit trösten, daß die 3 Millionen sozialdemokratischer Wähler zum größten Teil Mitläufer seien. Auch die Zielbewußten hätten sich außerordentlich vermehrt. Me Mll- glieder des Volksvereins müssen geschult werden zum Kampfe gegen den Bund der Landwirte, wie gegen'die Sozialdemokratie, und man dürfe sich nicht mit Iber Bekämpfung begnügen, sondern müsse auch die Schiäden der heutigen Gesellschaftsordnung zu heilen suchen. Ter Volksverein, der alle wirtschaftlichen Richtungen in sich berge, habe das national soziale Problem bereits gelpst. Ganz besonders sei es notwendig, sich die eifrige Opferwilligkeit der Sozialdemokratie zum Muster zu nehmen. Während die sozialdemokrallschen Gewerkschaften im letzten Jahre 11 Millionen Mark aufgebracht hätten, hätten die chrisllichen Gewerkschaften kaum eine halbe Million zusammengebracht. Wenn man in derselben Weise wie die Sozialdemokratte opferwillig werde, dann werde es am Siege nicht fehlen. In der zweiten geschlossenen Generalversammlung des Katholikentages befürwortete Racke-Mainz namens des ersten Ausschusses die Be- seittgung des Verbotes der Marianifchen Schüler-Kongregation, weil dieses das elterliche Recht der Kindererziehung beseitige. — Zur Bekämpfung der öffentlichen U n s i t t l i ch k e i t, die immer frecher austrete und die Jugend vergifte, empfahl der Abg. Roer en eine Verschärfung der Gesetze, Anregung der Behörden, Strafanzeigen usw. Andere Redner wiesen auf den Kolportage-Paragraphen der Gewerbeordnung hin. Zur Duellfrage lag folgender Anllag vor: „Zur Hochachtung göttlichen und weltlichen Gesetzes, zur Wahrung der Gewissens frech eit und im Interesse wahrer Humanitär» empfiehlt die 50. Generalversammlung der Katholiken den Beitritt zur Antt-Duell-Liga, welche in anerkennenswerter Hingebung schädlichen Voruirteilen bezüglich Duell und Ehre entgegentritt und bestrebt ist, der wahren Ehre wirksamen Schutz zu bieten, den das Duell nicht zu bieten vermag." die jetzige Tätigkeit der katholischen Kirche, indem er horsams für den Kaiser und die Landesfürsten. In der zweiten öffentlichen Generalversammlung sprach Pfarrer Dr. W u r m - Hausberge über über die jetzige Tätigkeit der katholischen Kirche, indem er an den Namenstag des heilige n Ludwig, des letzten Kreuzfahrers, erinnerte. Die stt:euzzüge haben nicht ausgehört, wenn sie auch eine andere Form angenommen haben. Viel werde bereits heute für die H e i d e n m i s s i 0 n getan. Der Redner empfahl die Bestrebungen des deutschen Vereins vom heiligen Lande, des Afrikaners und besonders des Bonifaziusvereins, der sich die Unterstützung der Katholiken in der Diaspora zur Aufgabe macht, und schloß seine Rede mit einem Appell an die Katholiken, sich aufzumachen, zum Schutze des heiligen Landes, des Glaubens. (Stürmischer Beifall.) Dann sprach Reichstagsabg. Dr. Schäd- ler über die Kirch en Politik und das Eintreten für die Freih eit der Kirche und die Pari t,ät. An Stelle des Liberalismus rücke nun im Reichstage eine andere Macht an, der es nicht um die Vizepräsidentenfchast, sondern um die Macht zu tun sei. Die Katholikenversammlungen träten für die kirchliche wie für die staatliche Autorität ein und blickten vertrauensvoll auf den Papst und den Kaiser. Redner erklärte, kein Kreuzesverteidiger dürfe von der deutschen Erde ausgeschlossen sein, auch nicht die Jesuiten, undd schloß mit der Versicherung der Treue gegenüber Rom und denr Vaterland und der Liebe und des Gehorsams für den Kaiser und die Land es fürsten. Darauf sprach Prof. Mausbach-Münster über Kunst, Schönheit und Sittlichkeit. Ter Verein für christliche Kunst erstrebt die V e r s ö h n u n g d e s ch r i st- lichen Gedank ens mit den Aufgaben der Kunst. Die Kunst muß den Gesetzen der Wahrheit, Schönheit und Sittlichkeit treu bleiben. Tas tue die moderne Kunst nicht. Wir haben nichts dagegen, wenn der moderne Künstler die Formen der Natur genauer wiedergiebt, als es früher üblich war, aber die neue Kunst spiegele alle „Irrlehren der modernen Zeit"" wieder, den Darwinismus bei Zola, den Pantheismus bei Böcklin und den Goethe- schWürmern, den Individualismus bei Nietzsche, die ganze Zerfahrenheit des Zeitalters bei Björn s on, Uhde und Klinger. Rafael und Dürer hatten zu ihren Bildern keine Kommentare nötig. Ter höchste Zweck sei die Sittlichkeit. Tiefe ist heiliger als die ästhetischen Gesetze. Wir gestatten unserem Klerus nicht mehr das leichtfertige Leben jener Zeit, wir gestatten unseren Tiplomaten nicht mehr, so grob zu schmeicheln und zu lügen, und lediglich die Künstler wollen so rückständig bleiben, daß sie uns eine künstlerische Unterhaltung an Dingen zmnuten, die unserer Anschauungsweise fernliegen? Ium Schluß wies der Redner auf Kunst hin, wie sie in den Domen zu Köln und Mailand vertreten sei. Diese könne den christlichen Künstlern als Vorbild dienen. Ferner sprachen noch der Kardinal-Erzbischof Ferrari von Mailand und Vizepräsident Frhr. v. Stotzinaen. Ein farbenreiches Bild bot am Montagabend der große Kartellkommers der (farbentragenden) katholischen deutschen Studentenverbindun gen. Der Vorortspräsident, Kand. jur. Schreiber von der Hassorhen ania (Gießen) eröffnete den Kommers mit Begrüßungsworten. Tie Festrede hielt der Vorsitzende des Kölner Philisterzirkels, Rechtsanwalt Paul v. Collen. Ter Redner feierte den Kartellverband als treuen Mentor auf fixem Wege zur Wissenschaft. Er lehre seine Mitglieder, die rechte Milte einzuhalten; wie er eine glückliche Entfaltung frischer Jugendlust fördere, so mehre er anderseits immer wieder aufs neue das heilige Feuer der Berufsfteudigkeit. Ter Verband wolle aber auch dafür sorgen, daß über allem wissenschaftlichen Streben das höchste der Ideale, die Religion, nicht verloren gehe. Das bereits kurz erwähnte Schreiben des Pap st es an den Katholikentag beginnt mit einer Danksagung für die vom vorbereitenden' Komitee an Pius X. gerichteten Glückwünsche zur '.Thronbesteigung. Der Papst würdigt dann die Bedeutung des Umstandes, daß diesmal das 50. Jahr seit dem Beginn der katholischen Generalversammlungen vollendet worden ist, und fährt fort: „Menn euch nun bei dieser Jubeloersammlung besonders am Herzen liegt, gegen Gott, den Spender aller guten Gaben, die Pflicht des Dankes zu erfüllen, so will es Uns obliegen, das wohlverdiente Lob Laut zu verkünden. Wir tun dies um so Lieber, je offenkundiger und gewisser schon vorher die Gesinnungen der Bewunderung und liebevoller Zuneigung waren, von denen Unser Vorgänger Leo XIII. unsterblichen Andenkens gegen die Generalversammlung der katholischen Vereine erfüllt war. Wir tun es in der feierlichen Weise, damit ihr, durch dieses Zeugnis der Liebe von feiten des Papstes aus gemuntert, nicht nur um so bereitwilliger, sondern auch noch um so freudiger fortfahret in euren Arbeiten und eurem Wirken für die heilige Kirche. Auch wird es bei dieser Jubeloersammlung gewiß sehr angemessen erscheinen, das Andenken der Hingeschiedenen aus eurem Bunde, des Ludwig Windthorst und der anderen hervorragenden Miän- ner zu erneuern, deren Verlust von Vaterland und Kirche schmerzlich empfunden wird, und die vordem Lange Zeit hindurch eure Versammlungen durch ihre Teilnahme geehrt und durch das Gewicht ihrer Persönlichkeit , geleitet haben. Vor allem bleib.e die erste Stelle gewahrt dem hehren Alaune Leo XIII., der eure Vereine stets begünstigt und gefördert hat; Leo XIII., welcher von seinem wiederholt gegen das deutsche Volk betätigten väterlichen Wohlwollen jüngst noch einen herrlichen Beweis gegeben, indem er den ausgezeichneten Oberhirten der Stadt, in welcher ihr eure Zusammenkunft feiern werdet, in Anerkennung seiner Verdienste in das heilige Kollegium der Kardinäle berufen hat. Aus Stadl und Kund. Gießen, 26. August 1903. ** Von der Kanalisation. Die Stadt beabsichtigt in Bälde das für den Hauptfammler und die Kläranlagen zur Kanalisation erforderliche Gelände zu erwerben. Die Kläranlagen kommen auf die Flur zwischen Lahn und Margarethenhütte. Den etwa 95 Eigentümern wurde für den Quadratmeter 3 8 Pfg. bis 3 Mark geboten! Die Uebergabe erfolgt im Winter. ** Der Gesamtflächen in halt des Großherzogtums nach dem Stand des Hauptzenlralkatasters des Jahres 1901/02 betrug, nach den Mitteilungen der Zentralstelle für Landesstatistik, einschließlich der den betreffenden Gemarkungen zuzuteilenden Stromslächen 767,931.00 Hektar. Dieselben verteilen sich auf die Kreise und Provinzen wie folgt: A. Provinz Starkenburg. Hektar 1. Kreis Tarmstadt . 29,803.66 2. „ Bensheim . 39,106.10 3. „ Dieburg . . 50,415.33 4. „ Erbach . . 59,311.71 5. „ Groß-Gerau 44,951.55 6. „ Heppenheim. 40,645.89 7. „ Offenbach. . 37,676.64 Prov. Starkenburg 301,910.88 B. Provinz Oderhessen. L Kreis Gießen . . 60,235.17 2. „ Alfeld . . 62,174.66 3. Kreis Büdingen . 49,135.26 4. „ Friedberg . 57,302.58 5. „ Lauterbach . 53,843.00 6. „ Schotten . . 46,054.20 Prov. Oberhessen 328,744.87 C. Prov inz Rheinhessen. 1. Kreis Mainz . . 19,821.01 2. „ Alzey . . . 31,186.40 3. „ Bingen . . 19,633.79 4. „ Oppenheim . 33.425.04 5. „ Worms . . 33,425.04 Prov. Rheinhessen 137,407.82 *• Das Dünsberg-Wetturnen findet nächsten Sonntag vormittag statt und erstreckt sich auf volkstümliche Hebungen. § Glashütten, 25. Aug. Am schlimmsten hat wohl das Unwetter hier und in dem benachbarten Ober- Lais gehaust. Die Halme kamen bis in die Dörfer geflogen und die Garben lagen überallhin zerstreut. Gestern ging die ganze Gemeinde aufs Feld, da die Ortsbehörde noch an demselben Abend das Betreten polizeilich verboten hatte, um die Frucht zu verteilen. Wie nötig es ist, daß der Landwirt beim Binden seine Garben zählt, ist hieraus ersichtlich. Die Bewohner des Weilers Streithain waren während des Wetters aus den Häusern in den Wald geflüchtet. Nur wenige Obstbäume" sind verschont geblieben; die Ernte ist gänzlich^ vernichtet. Ein großer Fichtenbestand unweit des Streithain liegt gänzlich zusammen. Die Däch er sind fast ganz ab gedeckt; dasselbe wird aus dem 11/2 Stunden von hier entfernten Burkhards gemeldet. Ganze Wagenladungen mit Ziegel gingen dorthin ab; einem Manne wurde der ganze Obstgarten bis auf einen Baum zerstört. — Ein alter Köhler, aus Thüringen stammend, welcher am Schutzhause au der Oberwaldstraße gegenwärtig beschäftigt ist, erklärte, daß er während seines 35 jährigen Aufenthaltes im Walde noch kein solches Unwetter erlebt habe.' Darmstadt, 25. August. S. K. H. der Groß herzog nahmen gestern nachmittag unter Führung des Oberbürger- lneisters Dr. Gaßner und des Architekten Opfermann das ehern. Kurfürstliche Schloß und das Zollgebäude in Mainz in Augenschein und kehrten heute gegen Mittag von dort nach Jagdschloß Wolfsgarten zurück. Prinz Andreas von Griechenland kehrte am gestrigen Abend hierher zurück. Darmstadt, 25. Aug. Der Gründung einer allgemeinen hessischen Beamten - Sterbekasje galten die Verhandlungen einer Delegierten-Versammlung hessischer Beamten am Sonntag. Es wurde eine Statutenentwurfs-Kommission gewählt. Die weiteren Vorarbeiten und die noch einzuholende Genehmigung des Neichsaufsichtsamts für Privatversicherungen erfordern noch einige Zeit, sodaß die neue Kaffe voraussichtlich erst am 1. April 1904 ins Leben treten kann. fc. Mainz, 25. Aug. Der Kaiser war von seinem hiesigen Aufenthalte äußerst befriedigt. Auf dem Bahn- Hose sagte er scherzend zum Oberbürgermeister Dr. Gaßner: Eins kann man En ch nicht nehmen, den Rhein und die hübschen „Meedcher""! — Der neue Gouverneur v. Scheele rühmte die musterhafte Ordnung des Publikums, wie sie ihm noch in keiner etabt vorgekommen ei. Dos Publikum endlich beklagte sich über die strenge Absperrung während der Truppenschau auf dem Großen Sande. Frankfurt a. M., 25. Aug. Prinz Friedrich Karl von Hessen übernahm das Protektorat für den Stenographentag, der Anfang Oktober stattfindet. fc. Höch ft a. M, 25. Aug. Aus der Nieder Chaussee wurde gestern ein achtjähriges Mädchen Namens Scherer von einem Automobil überfahre n und schwer verletzt. Es wurde bewußllos vom Platze getragen. — Ein 45jahriger verheirateter Arbeiter wurde wegen schweren Sittlichreitsverbrechens, begangen an seiner eigenen 16- jährigen Tochter, verhaftet. Hanau, 25. Aug. Dem scheidenden Oberpräsidenten v. Zedlitz-Trützschler soll eine Ehrengabe der Provinz überreicht werden mit der Bitte, sie für die Notleidenden Schlesiens nach eigenem Ermessen zu verwenden. Kassel, 25. August. An dem Festmahl, das der Kaiser für die Offiziere des 11. Armeekorps am 27. d. M. im Residenzschloffe zu Kassel veranstalten wird, werden sämtliche höhere Chargen bis zum Major abwärts teilnehmen. Zu dem am 28. d. M. für die Ziv il b e hörd en dort stattfindenden Festmahl sind unter anderen auch die Oberbürgermeister und Bürgermeister sämtlicher hessen-nassauischen Städte von mehr als 10000 Einwohnern mit Einladungen bedacht worden. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Hattersheim fuhr ein Automobil, das aus Paris angeblich nach Frankfurt zum Nennen fahren wollte, in einen Wagen — ein Pferd ist getötet. — Der Kreisaffistenzarzt Dr. Vahle aus Marburg ist zum Kreisarzt ernannt und mit der Verwaltung des Kreisarztbezirks Kreis Frankenberg beauftragt worden. — Eine Auszeichnung. Aus der unter dem Protektorate des Königs der Belgier vom 4. bis 13. Jult in Brügge (Belgien) stattgehabten Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen wurde der Firma Ph. Mayfarth u. Co. in Frankfurt a. M. die höchste Auszeichnung, Grand Prix und 2 goldene Medaillen, zuteil. — In Rheinhesse n wird der Stand der Reben im allgemeinen als ausgezeichnet bezeichnet; die Trauben sind nahezu ausgewachsen. Der Aescherisch (Oi'dium) hat leider, gefördert durch die anhaltende feuchte Witteriing, größere Ausdehnung erfahren, als man früher annahm. Vermischtes. * Berlin, 25. August. Der Kellner Scheffler versuchte am Nachmittag den Musiker Tenius in einem Zigarrenladen zu erschießen. Tenius wurde fünf mal am Arm und an der Seite verletzt. Der Täter ist verhaftet. * Paris, 25. August. Wie in Gerichtskreisen verlautet, sind die in dem geheimen Dossier enthaltenen Schriftstücke, durch welche zahlreiche hochstehende Persönlichkeiten m der Humbört-Affäre kompromittiert werden, gefälscht. Dieselben seien von dem Abg. Frßderic Humbert auf Papier mit dem Zeichen der Abgeordnetenkammer angefertigt worden. Auch sei das Schreiben des früheren Ministers Flourens eine Fälschung. * Paris, 26. August. Therese und Frßderic Humbert unterzeichneten gestern abend die Berufung. Emil und Romain Daurignac unterzeichneten nicht. * Innsbruck, 25. August. Im Kaisergebirge ist der Tourift Karl aus Straßburg i. E. abgestürzt und blieb tot. Von der Rosthornspitze ist der Tourist Lauer Schwarz aus Düsseldorf infolge einer Steinlawine abgestürzt, wurde indessen nur leicht verletzt. Der deutsche Student Steglitz ist von der Luna di Eanali abgestürzt. Der „Kaiser der Sahara". Nach einer Meldung des New-Pock Herold soll sich der Millionär Jaeques Le- baudy, der m jüngster Zeit durch seinen Plan der Gründung eines neuen Kaiserreiches der Sahara Aufsehen erregte, auf einem Wörmann-Dampfer von Las Palmas nach Hamburg eingeschifft haben. Der Zweck seiner Reise ist noch unbekannt. * Von zwei Strolchen überfallen wurde, wie schon kurz gemeldet, der O b er - R e g i e r u n gs rat Kn a u t h, der seit in Ilsenburg in der Sommerfrische weilte. Der alte Herr war auf einem Ausfluge nach dem Jungborn begriffen und setzte sich unterwegs am Besenbinderstieg auf eine Bank, hierbei die Zeitung lesend. Plötzlich tauchte ein Handwerksbursche vor ihm auf, dem er auf seine Bitte eine Gabe verabreichte. Bei dieser Gelegenheit niuß der Bettler wohl gesehen haben, daß Knauth eine größere Summe Geldes im Portemonnaie bei sich führte; denn er kehrte bald darauf in Begleitung eines zweiten Handwerksburschen zurück und verlangte abermals Geld. Als ihm dies verweigert wurde, schliig der Vagabond mit einem Knüppel auf den Sommergast ein, während sein Komplize mit einem abgebrochenen Kavalleriesäbel auf Knauth einhieb. Der Heber* fa(lene wollte die Flucht ergreifen, wurde aber zu Boden geschlagen und seines Portemonnaies mit ca. 80 Mk. Inhalt beraubt. Der Schwerverletzte, der anfänglich bewußtlos liegen geblieben war, schleppte sich später nach der Behausung des Amtsvorstehers, wo er Anzeige von dem Raubanfalle erstattete. Die sofort aufgenomme Verfolgung der Räuber führte schließlich zu deren Festnahme. Dem einen von ihnen gelang es zwar, sich vorläufig seiner Verhaftung zu entziehen, indem er mit dem Kavalleriesäbel nach seinen Verfolgern schlug und dann m den Wald flüchtete, doch konnte er dort bald ermittelt und dingfest gemacht werden. Den Kavalleriesäbel und das geraubte Geld hatte er inzwischen im Walde vergraben, wo es nach vielen Suchen gefunden wurde. Briefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) L. L. Die Univerfitätöinftitute sind nur mit Genehmigung ber Herren Direktoren zugänglich. Neueste Meldungen. OriginaldrahtrrreLdungett des Gießener Anzeigers. Berlin, 25. August. Sechs sozialdemokratische Versammlungen wiirden gestern abend abgehalten, welche die zum Dresdener Parteitage zu stellenden Anträge erörterten. Dabei trat die von Eduard Bernstein aufgerollte Frage bezüglich des Vizepräsidentenpostens im Reichstage in den Vordergrund. Von fast allen Rednern wurden die heftigsten Angriffe gegen die Revisionisten erhoben. Namentlich hielten es einige für angebracht, den zu ivählenden Delegierten aufzugeben: auf dem Parteitage mit Bernstein ordentlich abzurechnen, damit seinen „Quertreibereien ein Ende gemacht"" werde. L. Berlin, 26. Ang. Tas amtliche Warenve r - zeichuis zum Zolltarisiwird vom Bundesrat in Her Sitzungsperiode, die Ende September oder Anfangs Oktober beginnt, voraussichtlich endgiltig festgesetzt werden. Gegenwärtig wird in den zuständigen Ressorts an dem Entwurf gearbeitet. Breslau, 26. August. In einer hier abgehaltenen özialdemokratischen Parteiversammlung wurde einstimmig be» schlossen, die Reichstags-Abg. Schippel und Bernstein öwie den Zeitungs-Verleger Schütz aus Breslau als Landtags-Wahlkandidaten für Breslau aufzustellen. Die Genannten erklärten sich bereit, die Kandidatur anzunehmen. Hdine, 26. Aug. Graf Manane ist nach Hinterlassung großer Schulden m Höhe von einer Viertelmillion Lire geflüchtet. Seine Frau hat sich erschossen. Wien, 26. Aug. Vom Peilstein sind zwei Wiener Touristen abgestürzt. Dieselben wurden schwer verletzt aufgefunden. Semlin, 26. Aug. Die in Belgrad erscheinende Zeitung „Narodni Listi" veröffentlicht einen Bries, in welchem dem C hefredakteur des Blattes angekündigt wird, daß er, owie drei Obersten und zwei Hauptleute von einem geheimen Komitee zum Tode verurteilt eien. Sofia, 26. Aug. Hier verlautet, der russisch e Admiral Krüger habe vom Sultan eine Einladung erhalten, diese aber energisch abgelehnt. Newy 0 rk, 26. Aug. Präsident Roosevelt läßt das Dekret veröffentlichen, wodurch der Staatssekretär des Krieges, Boot, vom nächsten Januar ab feines Po stens enthoben wird. Er wird wahrscheinlich durch den jetzigen General-Gouverneur der Philippinen, Taff, ersetzt werden. TeBepEwmschea* Kursbericht 37ß°/o 3% 3V,% 3°/o 'W/n Reichsanleihe do. Konsole . do . . Hessen 871% Oberhessen . . , 4% Oesterr. Goldrente . 4 Hz 96 Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . 4°/j Italien. Rente . . 4'/, 56 Portugiesen . . , 3°/ > Portugiesen. , . . 1% C. Türken . . . Türkenlose..... 4% Griech. Monopol.-Anl. 4l/,% äussere Argentiner . 101.80 . 90.00 . 101.50 . 90.00 . 100.50 . 99.20 . 102.90 100.50 . 100.40 . 103.00 . 50.10 . 30.95 . 34 90 . 129.20 44.00 41.70 4,/g^/ü Chinesen . . Electric, bohuckert . . Nordd. Lloyd . , Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staats bahn , . Lombarden . , , Gotthard bahn . . . Laurahütte..... Bochum ... ... Harpener..... Tendenz: ruhig- Fra Bk klurt u. J4., 26. August 3u/q Mexikaner ldu3 . 27.20 . 92.45 . 95.00 . 100.50 . 202.60 . 186.30 . 135.60 . 146.40 . 152.50 - 139.00 . 16.50 . 189.60 . 224.50 . 183.00 . 182.60 Bekanntmachung. In das Genossenschaftsre- gister wurde heute bezüglich des landwirtschaftlichen Kon- umvcreins Treis a. d. Luinda eingetragen: Heinrich Michel V ist aus dem Vorstande ausge- chieden und an seine Stelle Philipp Kehr V, Schneidermeister zu Treis a. d. Lumda, zum Vorstand gewählt. § 36 der Statuten ist dahm abgeändert, daß die Veröffentlichungen im Gießener Anzeiger (,11 erfolgen haben. 6422 Gießen, 25. August 1903. Großh. Amtsgericht. Versteigerung. Donnerstag den 27. August, nachmittags 3 Hhr, sollen dahier, Marktplatz Nr. 20, „Zum Adler" 1. Haus- und Küchengeräte aller Art, 2. eine größere Partie Schuh- waren, 3. eine Ladeneinrichtung und verschiedene Kurzwaren, 4. 2 goldene Medaillons u. v. a. gegen bar versteigert werden. Gießen, 26. Äug. 1903. 6424 _ Seipel, Gerichtsvollzieher. Stöbt. Schlachthaus. greibant Heule und morgen: 6381 IHs-nurflklstz 40 Psg. o § Seltersweg. Zum Stoppelnpflügen empfehlen 6360 Gießen, am 22. August 1903. Der Branddirektor: Traber. 565* 5710 6416 Büreau wie bisher: Seltersweg 19. Seltersweg 19. Velma Suchard Gießen, den 24. August 1903. Johann, Gr. Seltersweg. 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