Nr. 48
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Dein (Siebener Anzeiger werden im Wechiel mH den, ^esflschen Canörolrl die riehener Samillen- blätter viermal m der Woche beigelegl
RotanonflDrutf u. Verlag bet Brühl 'Ichen Unioerl.-Buch- u.Slein» bvuderei (’üietld) (trben)
Aedaknon. troebuioe und Druckerei:
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tlDiefle tüt Deoeschen» Anzeiger «letzen.
AernivirchanittillibAr 51
(pffkes Blatt.
153. Jahrgang
Donnerstag ‘4(5. Februar 1903
GietzenerAnzeiger
M General-Anzeiger w
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen
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Politische Tagesschau.
Der parlamentarische Rotstift.
Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt imterm 25. Februar:
Die Bud g e t ko m Mission des Reichstags handhabt bei der Prüfung des M i l i t a r e t a t s energisch den Rotstift. Wenn die Abstriche im Plenum bestätigt werden, dann schneidet die Militärverwaltung bei diesem Etat ungünstiger ab, als bei den früheren. Für den Leiter des Ressorts, den preußischen Kriegsminister v. Goßler, wäre das mißlich. Er glaubt schon bei Aufstellung des Etats auf die Finanzlage ausreichend Rücksicht genommen zu haben und vertritt den Standpunkt, daß die Bewilligung seiner Forderungen im Interesse lückenloser Wehrfähigkeit der Armee erforderlich sei. Es kann deshalb nicht zur Festigung der Stellung des Äriegsministers beitragen, wenn der Reichstag drei von ihm so eindringlich befürwortete Forderungen ablehnt, wie die Gehaltsforderung der Oberstleutnants der Infanterie, die Zusammenlegung der Eska- drons Jäger Lu Pferde zu größeren Abteilungen und die militärlechnische Hochschule. Noch besteht allerdings Aussicht, daß die Kvmmissionsbeschlüsse in einem F-alle, bei der Forderung für die militärtechnische Hochschule, vom Plenum abgcändert werden. Es hommt auf die Präsenz- zisier der Fraktionen bei der entscheidenden Abstimmung und auf die Haltung der Reichspartei an. Konservative und Zentrum sind der Bewilligung der Hochschule geneigt.
Die Deutsche Tageszeitung bringt unter der Ueberschrift: „Die Zügel am Boden", einen Artikel gegen die Regierung. Die Ursache des Zornes verrat folgender Passus:
Man redet so viel und so klug von der notwendigen Einigkeit der slaatserhaltenden Elemente, und trotzdem beginnt man in den Äreisblättern eine ebenso ungeschickte wie unvernünftige Hetze gegen eines der stärksten staatSerhaltenden Elemente, gegen den Bund der Landwirte. Glaubt man, auf diese Weise die Einigkeit zu fördern? Oder wähnt man, daß man stark genug fei, den Kampf gegen zwei Fronten zu führen? Generale hat man ja genug; aber mit den Soldaten wird es dann gewaltig hapern.
Sehr bemerkenswert ist, was das führende rheinische Zentrumsblatt, die „Köln. Dolksztg.", dazu sagt. Sie schreibt:
„Neulich machte die „Deutsche Tagesztg." der Regierung eine lange Mse und erklärte, der Bund könne bei den Wahlen sehr gut ohne sie fertig werden. Dabei wird von keiner Seite stärker gegen die Regierung gehetzt, als von bündlerischer, daher sollte man sich nicht beschlveren, wenn die Regierung wieder schießt. Soll die „Einigkeit gefördert" werden, so möge der Bund damit anfangen, aber ec kann wirklich nicht verlangen, daß die Regierung ihm die Hände segnend aufs Haupt legt, wenn er fortwährend Läfterreden gegen sie
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Der angebliche Verkauf Deutsch NeuguioeaL.
Durch viele deutsche Zeitungen ging vorige Woche eine merkwürdige Nachricht internationaler Kolonialpo.i.ik, nämlich, England habe Deutschland die Kolonie Britisch-Neu- guinea zum Kaufe angeboten. Ein solches Angebot wäre etwas ganz Neues in der Geschichte Englands, das nicht nur von allen anderen Kvlonialstaaten sich bedeutende Stücke ihres Besitzes mit allen Mitteln angeeignet hat, sondern auch nur beim nicht allzu wertvolle Gebiete hergegeben hat, wenn es damit größere Vorteile erreichen konnte. Die Zwlonialgeschichte Frankreichs, Hollands, Po.tugals und Deutschlands bietet dafür zahlreiche Beispiele. Doch gerade die Geschichte Neuguineas in den letzten 20 Jahren ist ein Beweis dafür, daß die obige Angabe nur ein Erzeugnis höchster Naivetät sein konnte. Ganz Neuguinea wurde von Australien als ein britisches Zubehör beansprucht. Am 16. April 1883 meldete der deutsche Generalkonsul aus Sydney, daß Queensland Neuguinea annektiert habe. Auf die australischen Kolonien gestützt, suchte die englische Regierung di.sen Besitz zu sichern. Am 2. August 1884 schrieb das Auswärtige Amt an den Botschafter nach London: „Auch in der Südsee befolgt die englische Regierung uns gegenüber die Politik, unsere Mitteilungen dilatorisch zu behandeln, inzwischen aber mit Hilfe der australischen Kolonien vollendete Tatsachen ru schaffen, welche unseren Interessen zuwiderlaufen." Allen englischen Winkelzügen in dieser Frage machte die entschiedene Haltung des Fürsten Bismarck ein Ende. Schließlich mußte das britische Kabinett die Besitzergreifung Deutsch-Neuguineas anerkennen. In Australien entstand darob ein großer Sturm, als ob damit britisches Eigentum in andere Hände übergeaangen wäre. Britischer Gewohnheit gemäß hat aber die Londoner Regierung die Erwerbung ganz Neuguineas überhaupt nicht ausgegeben, noch vor fünf bis sechs Jahren richtete sie nach Berlin die Anfrage, ob man ihr Deutsch-Neuguinea nicht verkaufen wolle. Welche Verkennung des englischen Charakters gehört dazu, um das Gegenteil anzunehmen?
Do« der Autiduell-Liga.
Am 24. d. M. trat, wie wir bereis kurz meldeten, in Berlin die Antiduell-Lig? zu einer Besprechung zusammen. Ter Borsitzende Fürss zu Löwenstein legte die Notwendigkeit der Ortsgruppen dar, um die Ideale der Liga in die weitesten Kreise des Volkes hineinzutragen. Man dürfe sich zwar nicht der Illusion hingeben, daß man das Tuell völlig beseitigen werde; vielmeyr erblicke die Liga ihre Aufgabe darin, den Duellzwang zu beseitigen, und diese Ausgabe könne sie erreichen, wenn, was sie ebenfalls erstrebe, Ehr e n g e r i cht e eingesetzt und die Strafe für Beleidigungen verschärft würden. Die öffentliche Meinung trete mehr und mehr auf die Seite der Liga. Dieselbe sei den Zeitungen für ihre Stellungnahme zu ihren Zielen zu Tante verpflichtet. Solange man staat- lidje oder staatlich anerkannte Ehrengerichte noch nicht haben könne — diese seien das Ideal der Liga — müf|e man sich vorläufig mit freien Ehrengerichten begnügen. Gras Bernstorfs, Mitglied des Reichstags, wies auf die Bedeutung hin, welche eine Ortsgruppe für Berlin habe,
namentlich in Hins.cht aus die Bce.nfluffung der ossent. lichen Meinung zu Gunsten der Ziele der tiiga. In der Tis- kusfion über die Frage, ob in Le.lin eine Ortsgruppe gebildet werden soll, wurde das Ukbanem auygebiüat, daß die Zahl der militärisch en Mitglieder der Liga noch so gering sei; es mack-e den Eindruck, als ob die Offiziere mit üiuäfiu.t auf iljxe höheren Vorgesetzten jich scheinen, der Liga beizutreten. ES empfehle sich da- her, durch ein besonderes Organ, das in Ofiizierskreisen verbreitet werde, die Offiziere für die Sacye der Liga zu gewinnen. Von anderer Seite wurde ausgeführt, daß aus der Bewegung jede politische und konfessionelle Engherzigkeit ausgeschieden werden müsse, weil ourch euifeit.geu ^^f,us,ungen die Ausdehnung der Liga erschwert lueruc. Das Resultat der Tis- fuifion mar, bay bie Bckoung einer Ortsgruppe beschlossen uno Kammerherr G.af B-rn^orff zum Bo^s.tz.nden gewählt mürbe. Zum Schriftführer louroe «chnflpe^er E. van ber Wielen, Benin, gewählt.
Demnächst f.L auch in anbern großen Zentren ber Bilbung von Orisgiuppen näher getreten weroen.
Htnige KimerLungrn über intcs uuO vems eye- .lches Küienecht, zu Nutz Uuö Krommea der c-eute, weiche ^traten wollen.
IV.
Wir wenben uns jetzt dem Bürgerlichen Gesetzbuch zu, hoffen Güterrechts-Sysiem in nachfolgender Weise sich darstellt :
1. Tas B. G.-B. statuiert in erster Linie den Grundsatz der Bertragsfreiheit; bie Eheinterestenten können einen gerichtlichen uoer notariellen ishevettrag eingehen, dessen Inhalt bezüglich der gegenseitigen Rechrsdeziehungen mährend und naaj der Ehe oer delieoigen Willkür der Kontrahenten überlas,en ist. Hiersür zieht oas Gesetz nur bie Schranke, baß, insoweit bie RechxSsiellung des Ehemannes einen geringeren Inhalt haben foll als das gesetzliche Güterrecht bedingt, bie Wirkung dem Dritten gegenüber von der Eintragung zum Güterrechtsregisrer und erfolgter Bekanntmachung abhängig ist.
2. Für diejenigen Eheschließenden, welche das gefefr liche Güterrecht ausschließen und einen Ehevertrag errichten wollen, hat bas B. G.-B. zur Auswahl mehrere Formationen in vollständiger Ausgestaltung zur Wahl gestellt, welche inhaltlich sich an die seitherigen Güterrechtssysteme nage anschließen. Diese Formationen sind:
bie Allgemeine Gütergemeinschaft, Bi G.-B. §143? bis 1518,
die Fahrnis-Gemeinschaft, B. G.-B. § 1549 bis 1557, die Errungenschafts-Gemeinschaft, B. G.-B. § 1519 bis 1548.
3. Für diejenigen Ehe schließenden, welche absichtlich oder unabsicytlich, zufolge Unkenntnis ober Gleichgiltigkeit, einen Ehevertrag nia/t errichten, tritt bas gesetzliche eheliche Güter- recht ein. Dieses steht, wie schon früher teilweise berührt wurde, dem römischen Totalsystem ziemlich nahe, insofern die Ehefrau keinen Anteil an ber Errungenschaft hat und
Feuilleton.
„BabelundBibe l", das Schlagwort, das seit Wochen wieder erneut bie gebilbeten Kreise unseres Vaterlandes in Erregung versetzt und zu Erörterungen über das Alter unserer Kultur geführt hat, muß naturgemäß auch die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Frage des Menschengeschlechtes überhaupt und damit auch auf die Entstehung der Menschen hinlenten. Diesem Bedürfnis kommt in bisher ungekannter Vollkommenheit, sowohl was die klare und übersichtliche textliche Darstellung, wie bie illustrative Erläuterung betrifft, bie neue Publikation „Weltall und M e n sch h e i t", herausgegebey von Hans Kraemer, (Deutsches Derlagshaus Bong u. Co.) entgegen, beren 2. Teil eine großangelegte Schilderung der Entstehung und Entwickelung des Menschenaeschlechtes aus ber Feder des Heidelberger Anthropologen Professor Dr. Hermann Klaatsch enthält. Von dem 2. Bande dieses in wenigen Monaten in weit über 65 000 Exemplaren verbreiteten neuen Werkes, der in der Gelehrtenwelt glänzende und einstimmig günstige Beurteilung gefunden hat, find soeben die Lieferungen 22 bis 24 $ur Ausgabe gelangt, die den Leser mit den Grundlagen der Entstehungs- und Entwickelungsgeschichte des Menschen bekannt machen. Der Text ist trotz der Schwierigkeiten der Materie auch dem Laien durchaus verständlich und enthält neben einer objektiven Zusammenfassung unseres bisherigen Wissens eine Fülle neuen bisher noch unveröffentlichten Forschungsmaterials. Auch bie den Text in wirksamster Weise unterstützenden farbigen und schwarzen Jllustra- Honen, darunter sechs technisch hochinteressante Tafeln zur vergleichenden Anatomie des Kopses von Mensch und Gorilla, stellen in ihrer Mehrzahl Resultate ber neuesten wissenschaftlichen Forschungen bar und sind fast durchweg noch niemals zur Veröffentckchung gelangt Wir empfehlen bie Erwerbung bes wertvollen Werkes erneut auf bas angelegentlichste.
Eine neue Darstellung der Geschichte ber Kunst im 19 Jahrhundert beginnt zu erscheinen, und wir glauben, daß sie geeignet und bestimmt ist, ein sehr großes Publikum zu finden. Der Verlag von E A. Seemann in Leipzig hat eine „Geschichte der modernen Kunst' begonnen, die in 14 Bänden bie Kunst bes 19. Jahrhunderts in allen Kulturländern behandeln sott Wir halten den Gedanken für sehr glücklich: die Bände sind handlich und billig (3—4 Mk.), bas Abbildungsmaterial
reich unb geschickt gewählt Klug ist, baß bei bem See- mannschen Unternehmen die Arbeit unter eine ganze Reihe von Kennern verleUt ist, unb zwar möglichst an „Eingeborene" ober doch Eingesessene. Schließlich ist es auch nicht zu erwarten, daß ein deutscher Kunstgelehrter von der ungarischen ober russischen ober spanischen Kunst ein lebenstreues Bild au zeichnen vermag; dazu gehört die Fühlung mit dem Volksgeist, mit der Kultur des Landes, mit der Tradition. Der Beweis hierfür stellt sich sofort ein, wenn man Band II unb III der neuen Geschichte der modernen Kunst zur Hand nimmt: Oesterreich von Lud - w i g Hevest Wie eine neue Welt tut sich'S vor bem erstaunten Leser auf, und noch dazu eine — in der man sich nicht langweilt. Tenn Hevesi hat feinem unbestrittenen Rufe als Oesterreichs bester Kunstschriftsteller wieder Ehre gemacht. — Band I stammt von K. E. Schmidt unb ist der französischen Malerei gewidmet. Ter Prospekt nennt unter den folgenden Bänden G v. Terey für Ungarn, Jens Thiis für Skandinavien, F. v. Ostini für Deutschland usw.
Berühmte Kunststätten. Nr. 18: Straßburg, Mk. 4.—, Nr. 19: Danzig, Mk. 3.—. Leipzig, E A. Seemann. — Straßburg (bearbeitet von Profefsor Fr. Leitschuh, mit 140 Abb.), bie „wunderschöne Stabt", ist von beiden bie an Vergangenheit reichere. Wo heute das Münster gen Himmel ragt, haben einst Kelten ihre Opfer bargebracht. Aber der heilige Hain mußte dem Feuer und Schwert der Römer weichen; ein Tempel des Mars war errichtet — bis (nach der Sage) 510 Chlodwig ber Merovinger bas ursprüngliche Strasburger Münster sich an dieser Stelle er Heven ließ. So führt uns Leitschuh mit kundiger Hand durch die ganze reiche Kulturentwickelung ber Stadt von ihren Uranfängen bis auf unsere Tage. — Aber auch Danzigs Lebensge,chichte wird in Lindners Darstellung zum beoeuienbcn ituliurgemälbe. Besonders erquickend ist die feine Art, wie er bie intime Schönheit der Danziger Landsck)aft in den Kreis seiner Schilderung zieht, hat doch schon ein alter Chronist es ausgesprochen: „Und das ichs mit kurzen Worten sag, Preustenland ist ein solich fruchtbar und selig land, das auch der Gott Jupiter, den bie Heiden gedichtet haben, wann er von Himmel her ab fallen foü, kaum in ein besser land fallen möcht".
Björn stjerne Björnson, Thomas Ren- dal en. Roman. 2. Auft. Verlag von Franz Wunder in Berlin W. 9. Diel weniger als die Dorfgeschichten unb bie
Dramen öjörnfons finb in DeuJchiano seine beiden oroßev Romane bekannt, von denen der vorliegende seit Jahren vergriffen war. Die Verlagshandlung hat sich mit dieser Neuauflage tatsächlich den Tank unserer literarischen Kreise verdient. Ter Roman behandelt das Problem der Kinder- erziehung und gewährt höchst interessante Einblicke in bie Ideenwelt des nordischen Dichters.
Tas Februarhe,t oer steiS wieder empfehlenswerten „Kunst" (München, Bruckmann, Preis vierteljährlich b Mk.) hat nachstehenden Inhalt: Bruno Herouz (ein junger Leipziger Graphiker unb vorruglichcr Ex-iibris-Künjiler, ber durch sieben interessante Arbeiten, darunter eine Original- Lithographie, den Lesern vorgesiellt wird; ein Text von Julius Bogel erläutert das bisherige Schaffen die,es aufstrebenden, reichen Talentes); Oeiierreichiicye Kunstpflege (anknüpfend an eine unlängst gehaltene Rede des österreichischen Kullusministers, giebt dieser Au,satz ein klares Bild des zieibewußten Vorgehens, das sich auf dem genannten Gebiete in unserem ^tachbarreiche jetzt kundtut); Hugo Bürgel (ein durch den reichen Stimmungsgehalt seiner Schöpfungen ungemein sympathisch berührender Münchener Landschafter, der in secys Proven feiner Kunst vorgefühcl wird); Peter Severin Kroyer (10 Abbildungen und ein Aufsatz Hans Rosenhagens geben ein reiches Bild vom Schassen des genannten KunjilerZ im letzten Jahrzehnt und erneuern damit in höchst iiiieiessanter Weise bie Bekanntschaft mck diesem Danen, ber frühzeitig in der vordersten Reihe derer gestanden, bie „neue Kunst" gemacht haben); „Tas Künstler st'che in der Kunst" (em Aufsatz Pros. Konrad Langes in Tübingen, ber sich Darin mit emem unlängst an gleicher Stelle erMenenen Aufsatz Tr. L. Volk- manns auseiiianber,etzt, der bum „(^viiit-nujen im Kunstwerk" sprach). Neue Wohnungsecki^ichtungen (bie Ausstellung der Werkhallen für beutfa^n Huus«.at von ^.Heophil ivlülier in Dreso>.n->stiie.en bei/unucmo; 2.0 Abbildungen von billigen Möbeln, aus denen i.rf»chckich ist, wie man auch mit geringem Aufwand fein Hcrni kun,tierisch unb ge- schmaadoll aushiAian tonn-; P^oerner ischmuck (ein umfangreicher Ansatz mit u9 'abbiumngen, darunter eine mehrfarbige Ta sei, ber, recht yuv,ch eriäuterno, von den Veränderungen spricht, welche bie wechselnde Mode auch in den Schmuaoedursnisten heioorrufr). Erwähnt sei schließlich aua) oer m u.Hem ^e|t ber „stunji" oesonbers reichhallige 'jioii^enini, oc. in jemen oieijeuigen Orientierungen mancherlei Anregungen spendet.
bereiniaungskommissi
— 3. Vorlesungsverzeichnis der Großh. Hess.
versität zu Gießen für das SommerhaÜ>jahr 1903.
-tt- Beim Hinunter schlendern des Selterswegs fällt z. Z. das Schaufenster des Uhrcnhändlers Marx auf. Wir sehen da neben dem Prachtstück einer Standuhr ein paar interessante Gemälde von Künstlern des 18. Jahrhunderts. Das eine wird der flüchtige kundige Kunstbetrachter wohl für einen Gerard Tou halten, jenen niederländischen Maler, dessen Hauptbestreben darin bestand, künstliche Licht- wirkungen wiederzugeben, der seine Jnnenräume mit Kerzen und Laternen erhellte, die ihren Lichtschein auf Figuren oder Gegenstände warfen. Doch es ist nicht der Meister selber, sondern sein Hauptschüler, Gottfried Schalcken, der hier in einen dunklen kellerartigen Raum eine weibliche Gestalt gesetzt hat. Der interessante malerische Effekt besteht darin, daß durch ein kleines Fenster in der äußersten oberen linken Ecke ein matter Lichtstrahl in das Gewölbe fällt. Das Gemälde ist ungemein charakteristisch ~ für jene einst viel bewunderte Spezialität, als welche Schalcken in der Kunstgeschichte bekannt ist. — Interessanter aber noch als die alten Gemälde ist ein Bibelband m Klosterlederschnitt. Wir liehen uns das alte Prachtstück zeigen. Es ist eine Baseler Bibel aus dein Anfang des 18. Jahrhunderts und, roie man uns erzählt, von dem hiesigen Maler und Kunsthändler Karl Leib een. soeben mit dem neuen Einband versehen worden. Dieser Einband ist in seiner schlichten slitvollen Schönheit ein wahrhaftes kleines Meisterwerk künstlerischer Bmdecarbeit. Man bewundert die peinliche Sauberkeit und Accuratesse dieser schönen Handarbeit, den vortrefflichen Geschmack und die Erfindergabe des Binders. — Ferner sehen wir noch die überaus kunstvolle, gleichfalls von Herrn Leib hergestcllte Kopie eines Zertifikats für einen Inhaber der St. Helena- Medaille, die Napoleon 1. dem Großvater eines hiesigen Kaufmannes verliehen hat, der von 1772—1815 der französischen Armee angehörte. Tie Kopie macht durchaus den Eindruck eines Originals; sie trägt das Siegel des großen Korsen und die Unterschrift scheint so verblichen, als wäre über sie ein Jahrhundert bereits dahingegangen. — Herr Leib zeigte uns übrigens noch ein recht interessantes Gemälde, das er unlängst aus Prioalbesitz erwarb und das er zunächst von seinen Riffen und anderen mehr oder weniger kleinen Schäden befreien, nach der Wiederherstellung aber gleichfalls öffentlich zur Schau stellen will. Das Bild, das man z. Zt. in dem Atelier des Herrn Leib betrachten mag, ist eins der sehr wenigen malerischen Erzeugniffe von Daniel Chodowiecki (man hört diesen Namen selbst Kunstverständige so oft falsch aussprechen; das c, der drittletzte Buchstabe, lautet tm Polnischen wie z!), dem berühmten Berliner Zeichner und Kupfer- stechcr zur Zeck Friedrichs d. Gr., dem vortrefflichen Illustrator und Vorläufer der großen Realisten des 19. Jahrhunderts. Diese Genreszene aus einem ärztlichen Sprechzimmmer erinnert uns recht sehr an niederländische Interieurs. „Der mackere Ehodowiecki", wie Goethe ihn nannte, zeigt hier seine biedere, freundliche, lächelnd harmlose Kunst von der besten Secke.
zog haben dem Schüler des Gymnasiums zu Büdinaen diesen Vcherz so wenig Verständnis, daß er den Herrn Wege« Wilhelm F l einer _au§ Schopfheim in Anerkennung der „groben Unfugs" zur Anzeige brachte. — Ein hiesiger
Händler hatte sich während des vorgestrigen Zuges in die Uniform eines Zollbeamten gesteckt und seine Eioilrleider in einer Wirtschaft zurückgelassen. Als er nach beendigter Rundfahrt sich wieder umkleiden wollte, war sein Cioll-
Vermischtes.
* Bochum, 25. Febr. In dem benachbarten Weitmar brannte heute nacht das Wiedig'sche Haus vollständig nieder, wobei ein neunjähriges Kind den Tod in den Flammen fand. Ter Bescher des Hauses wurde unter dem Verdacht der Brandstiftung sofort verhaftet. Eine Anzahl Personen konnten nur mit Mühe gerettet werden.
Magdeburg, 25. Febr. Der 22jährige Knecht Koppel in Tomau bei Stendal versuchte eine Magd zu vergewaltigen und brachte ihr, als fte sich wehr re, mehrere tödliche Stiche in Brust und Hals bei. Ter Täter wurde verhaftet. Es gelang ihm aber, wieder zu entkommen.
* London, 25. Febr. Heute früh wurde in Ramsgate
ein kleines Wohnhaus durch eine Explosion halb zerstört. Es war von einem Maurer Namens Senson, seiner
von demselben am 7. Dezember v. I. mit Mut und Entschlossenheck, sowie unter eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung des siebenjährigen Karl Göbel in Büdingen vom Tode des Ertrinkens die Rettungsmedaille zu verleihen geruht. — 2. Bekanntmachung, die Tienstbezirke der Feld- bereini ^ungs kommissäre betreffend. Vom 7. Febr. 1903.
Landes-Uni-
dem Ehemann am eingebrachten Vermögen der Ehefrau die Verwaltung und Nutznießung zusteht, sodaß dies System als „Verwaltungs-Gemeinschaft" bezeichnet wird.
Tas gesetzliche Güterrecht wird sodann vervollständigt durch die gesetzliche Regulierung des Güterstandes der Gütertrennung; dieser Güterstand nämlich kann vertraglich von vornherein, oder im Verlauf der Ehe vereinbart werden, er tritt aber auch von rechtswegen bei gewissen Tatbeständen ein, beispielsweise bei Konkurs des Ehemanns, bei Entmündigung des Ehemanns, ferner bei Ehescheidung. D. G.-B. § 1426 bis 1431.
Das Gesetz geht von der Voraussetzung aus, daß die Leute, welche söch verheiraten wollen, mit aller Sorgfalt chre wirtschaftliche Lage für Gegenwart und Zukunft überlegen und darnach ihre Verfügungen einrichten; die tägliche Erfahrung aber zeigt so ziemlich das Gegentell, daß nämlich dre Leute sich auf das Hergebrachte verlassen und gedankenlos den Verlauf abwarten. Beispielsweise war in Gießen jahrzehntelang ein Formular für die ortSgericht- lichen Eheberedungen gebräuchlich, wonach die Eheschließen- den vielfach glaubten, sie hätten nach Solmser Landrecht aeheiratet, während dies nach dem Formular nur bei kinderlosem Sterbfall zutraf; bei beerbter Ehe war also von „Beiseß" keine Rede und bei Sterbfall mußte der überlebende Ehegatte bei Volljährigkeit der Kinder sich auseinandersetzen.
Tie obige Stichprobe aus der neueren Statistik zeigt das Nämliche; von 1500 Eheschließungen sind ca. 1450 nach dem gesetzlichen Güterrecht geschehen, also die Frauen von der Errungenschaft ausgeschlossen, wie unser erster Artikel gezeigt hat.
' anzug gestohlen. — Ein bei der Gruppe „Sektsteuer" als Offizier verleideter junger Mann wurde, als er sich einige
1 Schritte von dem betreffenden Wagen entfernt hatte, von einem Schutzmann wegen unerlaubten Tragens einer Uniform verhaftet und nach dem 6. Polizeibezirk verbracht, wo er, nachdem Offtziersrock und Mütze konfisziert war, wieder entlassen wurde. — Gestern morgen erhielt ein Gast« wirt in der Neutorstraße, als er Nachtschwärmer aus dem Lokal wies, einen Schlag mit einer Bierftasche auf den Kopf, daß eine gefährliche Verletzung entstand. — Auf der Rhcinstraße erhielt bei der gestrigen Kappenfahrt ein Herr eine Orange ins Gesicht, die ihm den Zwicker zertrümmerte. Die Glassplitter verursachten eine tiefe Schnittwunde. Der Werfer, Sohn eines höheren Beamten, kam zur Anzeige. — Gestern abend schlug ein Mann airs Wut darüber, daß man ihn aus einer Wirtschaft entfernte, eine Fensterscheibe mit der Faust durch. Dabei wurde jedoch eine Ader am Arm zerschnitten, sodaß der Verunglückte schnell ins Hospital gc^ bracht werden mußte.
Alzey, 25. Febr. Dieser Tage fand hier eine Versammlung von Landwirten statt, die sich mit dem Zuckerrübenbau beschäftigten. Es galt Stellung zu nehmen gegen das Vorgehen der Zuckerfabriken (niedriges Preisangebot und Weigerung, mit den Vertretern des Zuckerrübenbaues zu verhandeln). Tie Versammlung zeigte sich sehr kampfeslustig und nahm eine Resolution an, keine Rüben zu bauen, bis die Fabriken mit dem Komitee in Unterhandlung treten, und ein auskömmlicher Preis festgesetzt sei.
)( Wetzlar, 25. Febr. Für das am 5. und 6. Juli in unserer Stadt abzuhaltende Gauturnfest des Gaues Hessen sind bereits die ersten Vorbereitungen getroffen worden. Tie Platzfrage ist dahin entschieden worden, daß das Fest da abgehalten werden soll, wo auch das vorjährige. Lahntal,angerfest stattgefunden hat. Auch ist bereits in der Generalversammlung die Zusammensetzung der einzelnen Festausschüsse erfolgt, an deren Spitze ein Ehren- Komitee in Vorschlag gebracht worden ist. '
(!) Marburg, 25. Febr. Eine originelle Reklame leistete jiaj heute nachmittag der hiesige Mw- .seumswirt. Er ließ eine größere Senoung Salvator- Bier mit Musik vom Bahnhof abholen. Bor dem Zuge ritt ein Herold in alldeutscher Ritterrracht. — So ziemlich um dieselbe Zeit kam von der entgegengesetzten Secke ein von zwei Handwerksburschen gezogener Handkarren in Begleitung eines Schutzmanns gefahren. In dem Gefährt lag lang ausgestreckt eine „Bierleick-e", £ie man aus der Straße gefunden hatte, und nun ins Arbeitshaus brachte.
Aus tztadt und Land.
Gießen, 26. Februar 1908.
** Personalien. Turch Entschließung des Großh Ministeriums d. I. wurde der Großh. Regierungsassessor Kirnberger tn Oppenheim mit Wahrnehmung der Tienstverrrchtungen eines Kreisamtmanns bei dem Großh. Kreisamt Groß-Gcrau beauftragt.
** ?^"ölcigehilsen bei den Staats- anw alt sch o ft en, )oroic ein bestimmter Kreis nicht ge- vrufter Schreibaehilfen bei ben Gerichten des Großhrrzog- ftunö Hessen hallen am 1. März d. I. im „Storch" zu Fcani- furt a. M. eine Versammlung ab, zwecks Dcspreckmna ae- «sinfamer S-andesanaclegenheiten sc.
^TasGroßh RegierungSblLtr,Lerlage.Nr.3, ousgegebcn am 34. Februar d. I., entlM: i. Oefientliche Anerkennung einer edlen Tat. S. K. tz. der G r o ß h e c |
)( Heuchelheim, 25. Febr. Tie für die bevorstehende Feldbereinigung notlvendige Drainierung des „Lahn- |CÜ)eSwelche während der Win.ermonate eifrig betrieben wurde, wird in den nächsten Tagen beendigt sein. Die Bewohner sind jcyt mit dem Abyotzen der an den Gewässern stehenden Bäume und Sträucher beschäftigt.
tz'Rockenberg, 23. Febr. Bor 100 Jahren wurde, wie uns zu unserer. gestrigen Notiz ergänzend gemeldet wird, das ehemalige hiesige mainzische Amt, bestehend aus Rockenberg, dem früheren hiesigen SLonnenlroster, sowie den "Nachbarorten Oppershofen, Nieder- und Ober-Mörlen, Ober- Wöllstadt und Wisselsheim, durch den Reichs deputa- tionsschtuß der Landgrafschast Hessen-Darmstadt einverleibt.
0 Ruppertenrod, 25. Febr. Dem Landbrckfträger Tröller, der bereits schon über 35 Jahre im Postdienst tätig ist, wurde der Tcket „Ober-Briefträger" verliehen.
§§ Mücke, 25. Febr. 'Roch ist der Bahnbau Mücke— Laubach nicht beendet und schon wieder ist em neues Protest Marburg — Treihaujen — Mücke vom Gewerbeverein in Marburg ui Anregung gebracht worden. Ebenso ist vom Landtagsabg. Brauer die Bahn von Mücke nach Ulrichstein int Landtage wieder zur Sprache gebracht worden. Beide Linien mit dem Kreuzungspunkt Mücke würden zweifellos die weittragendsten Vorteile dem reisenden Publikum, wie auch dem Güterverkehr gewähren. Durch die Vermehrung des Bah.ipersonals sind in Mücke mehr Wohnungen erforderlich. Obgleich schon jetzt die weitere Erbauung von zwei neuen Läohnhäusern in Ansicht steht, dürste doch die Bahnverwaltung nicht säumen, Dienstwohnungen für ihre Beamten und Untetbtamten zu erbauen.
** Darmstadt, 25. Febr. Ein aufregender Vorfall ereignete sich gestern nachmittag in der Soder- straße. Hier kam eine mit neun (!) Masken besetzte Droschke beim Umdrehen zum Umfallen und "in einem Augenblick lagen P^erd und M^gen, Kutscher und Masken auf der Eroe in einem wirren Knäuel. Glück- ächerweise ging alles noch gut ab und das einzige Opfer des Vorfalles war eine zertrümmerte Laterne der Ehastc^
Mainz, 25. Febr. (Nachklänge zu den Fast«7 nachtstagen. Das Apfelsinenwersen stand in hohey Blüte. Eine Anzahl Fensterscheiben gingen dabei in Trümf mer und einer Dame flog aus dem Schlllerplatz eine Cranty mit solcher Wucht gegen die Stirn, daß die Getrosfei« bewußtlos zusammenstürzte und erst nach einer Vierte/-» tunde wieder zur Besinnung kam. — In der Nacht aus Dienstag wurde an der Ehristophskirche ein Mann vpn Anten angcsallen und ihm das Portemonnaie aus tyer nasche geraubt. — In einer Weinnurtschaft ließ ein H^rr beim Bezahlen einen Hundertmarkschein sehen, der i(m pater samt bet Brieftische und Uhr gestohlen worden ast. -7 Bei der gestrigen K>ippenfahrt wurde aus einem Waten eine brennende Cigarre geworfen, die auf den Papieranlug eines zwölfjährigen Mädchens siel. Der Anzug frng Frater und brache dem Kinde schwere Brandwunden am Ävirper bei. — Montagabend klaubte sich auf dem Schicer- rlatz ein Herr ben Scherz, einen großen Hausen Ituft- chlengen, die hier zusammengetrugc.i waren, a.^zuzün^en. Ein in der Nabe befindlicher Schutzmann hatte aber für
Es kann also nicht nachdrücklich genug dem verehrten Publikum, nicht bloß dem ländlichen, sondern auch dem städtischen, anempfohlen werden, daß Eheverträge jedesmal errichtet werden; wird dies unterlassen, so hat die Frau keinen Anteil an der Errungenschaft.
3m übrigen sollten die Interessenten überlegen, was für den Einzelsall am besten ist; für Leute mit beiderseits großem Vermögen wird eine andere Gestaltung des ehelichen GüterrechtS sich empfehlen, als für geringes Vermögen oder für erhebli-che Ungleichheit auf beiden Socken; für Bauersleute, deren gesamte Wcktschaftslage vom Grundbesitz abhängt, werden andere Gesichtspuntte zutrefsen, als für städtische Geschäftsleute, für Hanoel ober Handwerk.
Tas Gesetz beläßt den Interessenten völlig fteie Hand, wie sie ihre Angelegenhecken regeln wollen; und hier ist insbesondere noch darauf hinzuweisen, daß das D. G.-B. auch letztwillige Dispositionen auf vertraglichem Wege zuläßt, den sogenannten Erbvertrag. Es liegt demnach nahe, gleichzeitig mit dem Ehevertrag auch Anordnungen aus den Todesfall zu treffen und in den Ehevertrag auszunehmen. Der Erbvertrag hat nämlich vor dem Testament den wejenllichen Vorteil, daß ein Erbvertrag nicht einseckig nach freiem Belieben abgeändert werden kann, sondern nur mit beiderseitigem Einverständnis. Folgendes Beispiel möge dies beweisen: Ter vermögenslose Landwirt A. heiratet die vermögende Bauerntochter B., sodaß der Grundbesitz, den die Eheleute bewirtschaften, der Frau allein rustcht. Wenn die Ehe Kinder bringt, so mag der Mann bei Sterbfall der Frau durch sein gesetzliches Erbrecht und seine Rechtsstellung zu den Kindern wirtschaftlich gesichert sein; wie aber, wenn die Ebe kinderlos bleibt? Angenommen, dies träte ein, die Ehe wäre nicht glücklich und die Frau würde durch Seftament den Mann aus den Pflichtteil setzen, so wäre er durchaus blamiert, hätte an Grund und Loden nichts zu suchen (der Pslichtteck ist nur ein Anspruch an Geld) und würde mit einem Geldbetrag von Haus uno Hof fortgeschickt. Tem kann vorgebeugt werden, indem tm Eyevertrag ein gegenseitiges Erbrecht für den kinderlosen Sterbfall vorgesehen wird, etwa so, daß der Mann eine gewisse Summe an die Blutsverwandten der Frau herauszuzaylen hat: hierdurch ist der Äiann gegen böswillige Absichten und testamentarische Benachteiligung seitens der Frau gesichert.
Wie Pos. 2 oben zeigt, macht es das Gesetz den Interessenten insofern leicht, daß mehrere Formationen des ehelichen Güterrechts in vollständiger Ausgestaltung votgcsehen sind. Von diesen wird die allgemeine Gütergemeuischaft für Ob er Hessen wohl nur im Schtitzerland Anklang finden, weil sie inhaltlich dem feit Jahrhunderten dort gellenden fuldikchen Recht g.eichtommt. Tie Fahrnis-Gemeinschaft des B. G.-B. steht dieser allgemeinen Gütergemeinschast sehr nahe und kann deshalb hier beides übergangen werden.
Anders verhält es sich mit der Errungenschaftsgemeinschaft des B. G.-B.; der Name zeigt berecks, daß hierbei die Ehefrau Anspruch aus die haloe Errungenschaft hat, sodaß also dieser Güterstand unsrem seitherigen Rechtsgebiet der Verordnung von 1/95 und dem Solmser Landreck)it insoweit gleichwertig ist. Es würde also genügen, daß die Eheschiießenden ihren Ehevertrag auf die gesetzliche Er- rungenschasts-Gemeinschajt des B. G.-D. stellen.
Demgemäß hat das hessische Ausführunasgesetz Artikel 169 bis 2u6 zusolge Aufhebung der ftüheren Landrechte das fuldische Recht in den Güterjtand der allgemeinen Gütergemeinschaft, das Solmser Landrecht, Mainzer, Pfälzer, Katzenelnbogener Landreuck und das Gebiet der Veroronung von 1795 in den neuen Güterstand der Errungenschaftsgemeinschaft über geführt, roie bereits oben erwähnt ist.
Wir schließen nunmehr diese Erläuterungen und wiederholen die nachdrücklick)e Mahnung an alle Eheschließungs- ckckeressenlen und deren Ellern, daß man sich nicht bliud- llngs aus das gesetzliche eheliche Guterrecht verladen, sondern in jedem Einzelsall, wo es sich um gegenioärtiges oder zukünftiges Vermögen von irgend nennenswertem Betrag hanoett, einen Ehevertraa dura.) einen Notar oder das Amtsgericht soll errichten lassen, womöglich unter Einfügung geeigneter letztwckllger Anordnungen mittelst Erd- Vertrags.
Frau und feinem Sohne, der ein dort bekannter Fußballspieler ist, bewohnt. Als die Polizei eindrang, fand sie Frau Henson bewußtlos in einem dunklen Raume kauernd mit einer furchtbaren Wunde am Halse und am Kopfe. Henson selbst war in halb sitzender Stellung auf einem Sopha mit stark blutenden Halswunden. Im hinteren Teile des Hauses, wo die Explosion am meisten gewirkt hatte, fand man die durch die Explosion stark verletzte nackte Leiche des jungen Henson. Frau Henson ist todt, doch hofft man, den Mann am Leben zu erhalten. Henson lebte in Unfrieden mit feiner Frau und er hatte kürzlich vergebens um Trennung der Ehe nachgesucht. Man glaubt, Henson selbst habe die Explosion durch Dynamit verursacht, nachdem er versucht hatte, feine Frau zu ermorden und sich selbst umzubringen.
* Dublin, Lö. Febr. Der Präsident der Börsen- kammer und ein Anwalt wurden wegen bedeutender Unterschlagungen zum Nachten einer F-inanz-G.sell- schaft, welche unlängst eine Konzession an der Telagoa Bai erhielt, verhaftet.
* Paris, 25. Febr. Gestern abend kam es auf den Boulevards infolge der Einmischung des Mobs in eine Konfetti-Schlacht zu bedenklichen Aussaireitungen. Sie Polizei nahm 4C0 Verhaftungen vor, von denen aber iiur 17 aufrecht erhalten werden konnten. Tie Gegner der »Konsetti-Schlacht benutzten den Vorfall, um ein Verbot gegen das Konfetti-Werfen herbcizusühren.
• Kaiser Wilhelm I. über den Vater des Reichskanzlers von Bülow, lieber den vormaligen Staatssekretär des Auswärtigen, Bernhard Ernst v. Bülow, den Vater des jetzigen Reichskanzlers, bringen die „Grenz- botenÄ anläßlich des Todes Delbrücks, nut dem Bülow gemeinsam verschiedene Jahre Vertreter Bismarcks im Bundesrat und im Reichstag war, eine sehr anerkennende und warm geschriebene Studie, m der zum ersten Mal auch das überaus herzliche Schreiben veröffentlicht wird, womit Kaiser Wilhelm 1. auf die Anzeige vom Tode des oottrefflichen Rlannes seiner Gemahlin fein tiefes Beileid in der für den Verstorbenen ehrenvollsten Weste aussprach. Daffelbe fei hier in der Schreibweste des unvergeßlichen Monarchen un- oeränbert wiedergegeben:
Baden, »1. 10. 79.
Nächit 3brtcn, -madige Frau, u. Ihrer Fainilu, bat wohl Niemand m Preußen em näheres Anrecht auf Trauer als ich, auf eine gerechte Trauer, bei dem Hinlritt Jbreä Gemahis! Wenn ich es nichtsaustprechcn kann, was ich tn ihm verlobten habe! was müssen Sie imb dte Ihrigen empfinden!!
Nicht nur den Staats-Alaun habe ich in bem Endschlafenek verlohren, sondern einen Freund, der mein ganzes Vernaueu be- aß, u. mit einer lettenen Hingabe sich dem schiveren WillimgS- kreise hingad, mit einer Umsicht, vermittelndem Sinn u. herzen, immer gleichen freien Blick tu Endschluß, nach reiflicher Uebet- legimg immer das Rechte treffend —, so viele vereinte Eiqenthalten ersetzen sich nicht so leicht, u. namentlich bei meinem hohen Aller sind solche Bertufte kaum zu ertragen!!
2)töac Gott Ihnen diesen herben Schlag, durch Ergebung ia
!?-<*:
Äter $ ÄÄ ,H ' Qh> er firf, . Ws ä L>° n ^-tQQenä „•1 e< ton ? Wi B»t* “te ö,bt* 'r9en eru '? >°lr, 8i«Ä "äbt"> ,cttfftanb _ y.11« ^p-nf-HN A>d» tiefer lerh.;^ Herr e Schnitz elte. ■wÄL !utb«*rSE'~ r.«ä« *■■ ■**&*; W D-.L Äftsnt l§ am 5. unb 6. -M ker7?^esGL liSn8en Setrossen llschieden worden, das- [' »» auch das vor. en hat. Auch ist be- öUMmensehuna der -ren Spitze em Gren. e originelle Re. ag der hiesige Mu, moung Salvator^ ölen. Vor dem Zuge aacht. - So ziemluh eingesetzten Serie ein jener hMdkarren in een. Zn bem Gefahn je", j>ie man aus der s ArbertShauZ brachte.
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benachbarten Weitmar j'kche vaus vollständig Ito den Tod in den § Hauses wurde unter -fort verhaftet. Eine he gerettet werden.
2 jäte Knecht Fop- eine Magd zu vergs- sich wehm, mehrere tei. Ter Tater wieder zn entiommen. üh wurde m Ramsgate Explosion halb zec« Namens Senson, feinet bekannter Fußballspieler ig, fand sie Frau henson auernd mit einer surcht- pse, Henson selbst war )pha mit stark blutenden -§ Hauses, wo die tz- fand man die durch dn he des jungen henson. n den Mann am Leben « mit Inner 3r«ii "”b Md-rSh-n-W» tolofim durchs ^biegraujn**
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Seinen Willen rmgen helfen, den Teilnahme itnöern kann, ober der Allmächtige allein vernarben läßt»
Ihr
tief erschütterter König
Wilhelm.
• Der Brillantenschatz der Kaiserin. Die großen Hosfcstlichkeiten während der letzten Wochen haben der Kaiserin Gelegenheit gegeben, wiederholt im Schmucke fast aller ihrer Brillanten zu erscheinen. Ter Wert des gesanitcn Brillanten- fchatzeS der Koiserm wird auf nahezu fünf Millionen Morl geschätzt. Dabei ist indessen zu berücksichtigen, daß die Kaiserin nicht Eigentümerin aller der Brillanten ist, welche sie besitzt, denn ein sehr großer Teil der Brillanten gehört dem preuß. Krontresor an. Bestimmungsgemäß werden sie aber der jeweiligen Königin von Preußen zur Verfügung gestellt. Auch von einer Königin-Witwe, wie seinerzeit von den Kaiserinnen Augusta und Friedrich, dürfen die Krontresor-Brillanten nicht m Gebrauch genommen werden. Die Kaiserin nennt nur die Brillanten ihr Eigentum, welche sie schon als Prinzessin von Schleswig-Holstein besaß, die sie vom Kaiser zum Geschenk erhalten oder die ihr sonstwie verehrt worden sind. Zu der letzten Gattung gehören auch mehrere Prachtstücke, die der Kaiserin von der Kaiserin Augusta und der Kaiserin Friedrich durch Erbschaft vermacht wurden. Insgesamt bewerten sich die privatrechtlichen Brillanten der Kaiserin auf 2 Millionen Mark und zwar namentlich durch Bereicherung aus dem Brillantenschatz der Kaiserin Augusta, welche ihrer Enkel- Schwiegertochter durch testamentarische Bestimmung eine Anzahl Brillanten-Garnituren und zahlreiche brillantenbesetzte Schmuckgegenstände hinterließ. In dem Tresor der Kaiserin ruhen die verschiedenartigsten Brillantenschmuckgegenslände. Wohl an 30 Ringe erblickt man dort. Herrliche Sachen befinden sich unter den Broschen und Spangen. Auch mit Brillanten besetzte Armbänder nennt die Kaiserin in großer Zahl ihr eigen. Das Diadem der Kaiserin zeigt in der Mitte einen Brillanten von der Größe einer Kirsche. Rechts und links davon flimmern 30—40 kleinere Steine, die sich im Glanz des Lichtes in vielhundertfachen Strahlen brechen. Alle diese Brillantenschähe sind in einem besonderen Zimmer untergebracht und unterstehen einer besonderen Aufsicht. Die Pretiosen sind sämtlich m Etuis eingelegt. Einige Tage vor jeder Hoffestlichkeit, zu der die Kaiserin zu erscheinen beabsichtigt, erhält ein Hofjuwelier Zutritt zu dem Brillanten- schotz, um nachzusehen, ob die Steine und Perlen in den Fassungen feslsitzen oder der Reinigung bedürfen. Für das alltägliche Leben ist die Kaiserin den Brillanten abhoK). Oftmals vergehen Wochen, ehe die hohe Frau Brillantenschmuck anlegt.
* Wie ruht man gut? Man sollte meinen, daß dies im Bett geschieht, wenn man horizontal ausgestrectt auf der Matratze Liegt Dr. Sehrohr zeigt in einem Aufsatz der Zeitsc^ift für Krankenpflege, daß diese Frage nicht so schnell zu beantworten ist. Tie vollständiae Ruhe des Körpers tritt nur bann ein, wenn alle Muskeln erschlaffen können. Es müssen alle Teile nach dem Gesetz der Schwere unterstützt sein, außerdem muß auch die natürliche, auch in der Ruhe stets vorhandene Spannung der Muskeln auf das geringste Maß beschrankt sein. Dr. Schrohe meint, daß wir am besten uns auSruhen in jener Lage, die wir beim Wippen auf einem Stuhle ein- neijmen, um uns zu räkeln, besonders wenn der Kopf und die Füße in irgend einer Weife unterstützt sind. Im Lett, in dec horizontalen Lage ist diese Daltjiänbige Entspannung aller Muskeln nicht leicht zu erlangen. Wir unterstützen nur den Kopf durch besondere Unterlagen, um so eine Entspannung gewisser Muskeln zu erreichen, ebenso auch Rücken und Kreuz, um eine Erschlaffung der Rumpfbeuger herbei^uführen, vor allem aber können die Beine in ganz horizontaler Rückenlage schlecht ausruhen, weil stets ein Teil der Muskeln angespannt bleibt. Deswegen stellen viele £cute die Beine hoch, oder die meisten Menschen wählen lieber eine Seitenlage, dabei sind die Seine meist in Hüfte und Knie rechtwinklig gebeugt. Durch abwechselndes Umdrehen kann der Gesunde in verschiedenen Lagen die verschieoenen Muskeln nacheinander erschlaffen und ausruhen. Kranke aber, besonders Herz- und Brustkranke, können eine horizontale Lage ubenjaupt nicht ertragen, sie sinken in sich zusammen; deswegen fühlen viele Kraute sich im Sessel wohler als im Lett.
Mivcrlitäts-Nachrichten.
Unsere Leser machen wir aui öie im Annoncenteil unseres Blattes entfallene Bekanntmachung der Technischen Hoch, schule zu Darmstadt auimevfjam. Dieselbe gewährt eine vollständige wissenschaftliche und künsilerische Ausbildung für den technischen Berns. In besonderen Abtellnngen werden Architekten, Bau-Ingenieure, Kultur-Ingenieure, Alaschlnen-Ingenleure, Elektro- Ingenieure, Ehemiler, Eleltro-Ehemiter und Apotheker ausgebildet; desgleichen tu der allgemeinen Abteilung Mehrer iür Mathematik und Naturwissenschaften, imvie Geometer. Auch Fabrikanten, Kunst- und Gewerbetreibenden ist die Hochschule zur Erlangung der ersor- derlichen Kenntmsie behilflich. Tie Technische Hochschule hat das Recht auf Grund besonderer Prüsungen den Grad eines Diplom- Iugenielirs und bie Würde eines Doktor-Ingenieurs zu erteilen. Tas akademische Studium an der Technischen Hochschule berechtigt zur Zulassung zur Staatsprüfung für Hochbau, Jngenieurwesen und Maschinentechnik in sämtlichen deutschen Staaten, welche solche Staatsprüfungen abhalten. Hinsichüich der Vorprüfung und der ersten Ltaatsprüsung im Hochbau-, Ingenieurbau-, und Maschinenbau- Fache besteht Gleichstellung und gegenseitige Anerkennung seitens der preußischen und der hessischen Landesregierung. Für die Reichs- prüsung der Apotheker ist der Besuch der Technischen Hochschule demjenigen einer Umoerfität gleichgestellt; auch ist der pharmazeutischen Prufungskomission zu Darmstadt durch BundesraiSbeschluß die Berechtiguiig zi>r Erteilung für das ganze Reich gütiger Approbationen gegeben worden. Tie Vorbereitung zum höheren Staatsdienst des Großherzogtums Hessen iin Forstsach kann teil- weile aus der Technischen Hochschule erlangt werden; für die Vorbereitung zum Gymnasial- und Real-Lehramt, soweit dieselbe 9)latl)ematit und Naturwisienschaiten betrifu, wird das Studium an der Technischen Hochschule dem etuöium an Universitäten bis zu drei Halbjahren gleichgerechnet. Besonders ist noch heroorzuheben, daß durch die eingeuchteien Herbst- und Cjtertuije es ermöglicht ist, zu Ostern oder tm Herbst nut dem btubtum zu beginnen und
somit ohne Zeitversäumnis nach je vier Semestern die Vorprüfung tind nach ie gchi Senieslern die HmirkpriiNiug al'Nilegcn.
Handel iuii> verkehr. Aollivwirtschaft.
Berlin, 2ö. Febr. In der heute nattgehabien Sitzung de- Aufsichisrats der Dresdner Bank wurde die Bilanz pro 1903 vorgelegt. Ter Bruttogewinn beträgt euiichließlich Alk. 86 120.16, Vortrag aus dein Vorjahre DU. 19 482 771.05 um Vorjahre DU, 15 981 680.05). Nach Abzug von Dir. 5 709 427.60 (im Borj. 'M 5 604 125.50) Handlungsunkosten und Stenern, ferner von Mk. 84 114.40 Abschreibung auf Dlobilien verbleibt em Reingewinn von 'M 13 689199.05 (un Vorjahre DU. 9 892 732.30). Ter auf den 30. März emjuberuienben OfcneralDcrjammluiig soll vorgeschlagen werden, DU. 600 000 auf Bankgebäude, DU. 300 oOO aui Kontokorrent-Konto, DU. 2 700 000 ans KonsoNialkonto abznschreibcn, Mk. 75 591 dem Pensionsfond tuzuführen, der dadurch auf Mk. 1 700000 gebracht wird, und eine Dividende von 6 pE 4 zur Verteilung zu bringen.
Märkte.
Limburg a. d. L., 2b. jzebr. fjrudilmorft. Durch schnittSpreise vr. Malter. Roter Weizen 13.72 DU., Weißer Weizen 00.00 DU., Korn 10.70 DU., Gerste 00.00 M, Hafer 6.90 DU., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 DU.
IVödjrntiiiir lirbrrlimt hrr ioirefallr in Ort stnOt Liktzrn
7. Woche. Dorn 8. Februar bis 14. Februar 1903.
Einwohnerzahl: angenommen zu 26 9u0 (iitfl. 1600 Mann Militär* Sterblichkeitszisier: 25,12, nach Abzug von 2 Ortsfremden: 21,25 / c.
Kinder
Anm.: Die tn Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreßenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke fommeiu
ES starben an: Zusammen:
Erwachsene: 1.
im LebenSsahr:
vom
2.—15. Fahr
Tuberkulose
3(1)
3(1)
—
—
irungenentzündung
2
1
1
Gehirnentzündung
1
1
—
Artenoscleroje
1
1
—
Bauchfellentzündung
1
1
—
——
Leukämie
1(1)
1 (1)
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Tannkatarrh
1
—
1
—
Lebensschwäche
1
—
1
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Krebs
1
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Altersschwäche
1
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Summe
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zu Mk.
Fluß- und Seefische
Sch:rff, Vorsitzender.
1244
44,80
105,00
842,68 703,49
134,79
56,25 22,75
890,80
700,12 2500,89 1218,55
72,00 262,50
60,00
Gießen, am 24. Februar 1903.
Der Großh. Ober-StaatöanwaÜ bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen.
Theobald.
J. M, Schulhof leleptjon 119.
®torvjrtn Vertandl nach audro.
Gesetzliche Gesellenprüfung
des Bezirks Lich.
Die diesjährige gesetzliche Gesellenprüfung des Bezirks Lich findet im Monat April d. I. statt. An derselben können alle jungen Handwerker aus den Orten Holzheim, Grüningen, Dorfgill/ Steinbach, Albach, Hattenrod, Ettingshausen, Ober- Bcsfingen, Lich, Inherden, Nieder-Bessingen, Nonnenroth, Langsdorf, Hungen, Langd, Rabertshausen, Steinheim, Trais- Horloff, Utphe, Obbornhofen, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Muschenheim, Ebcrstadt, Ober-Hörgern teilnehinen, deren Lehrzeit spätestens am Schluß der Prüfung beendet ist.
Anmeldungen zur Prüfung sind unter Benutzung des oorgeschricbenen FormrrlarS (bei dem Unterzeichneten erhält- lich) bis zum 1. April d. I. an den unterzeichneten Ausschuß zu richten.
Die Prüfungsgebühr beträgt 3 Mk. und ist mit der Anmeldung an den Unterzeichneten einzusendcn. Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, daß die Unterlassung der Gesellenprüfung für das spätere Handwerk ganz cinpfindliche Nachteile hat.
Lich, den 7. Februar 1903.
Der PriisuusS-Ausschuß des OrtSgewerbevereiuS Lich.
Holz-Versteigerung
in der Aürstttcheu KSerfö.jterei jA$»
I Verdingung.
Die zur Teilung des Zeichensaales in der Stadtknabenschule sowie zur Beschaffung von Ein- richtungSgegensiänden für drei Schulklaffen erforderlichen
Zimmerer--, Weitzbinder- und Schreinerarbeiteu sollen
DienStag, den 3. März l. I.
vormittags 11 Uhr öffentlich vergeben werden.
Plan, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden au' unserer Schreibstube, Zinimer Nr. 3, zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Tecniin bei uns
Bekanntmachung.
Die in Nr. 39 dieses Blattes ooin 16. Februar 1903 veröffentlichte Bekanntmachung betr. Einführung eines neuen Tarifs auf der Kleinbahn Gießen - Bieber wird dahin abgeändert, daß dieser Tarif nicht mit dem 1. Marz, sondern mit dem 1. April d. I. m Kraft tritt. 1748
Allgemeine Deutsche Kleinbahn- Gesellschaft, Aktiengesellschaft.
J moderne Neuheiten d i empfiehlt Ernst Bioedner, Selterrweg. 1744
Vergebung.
Für da§ Großh. Provinzial-Arresthaus dahier soll die Lieferung der folgenden, für die Zeit vom 1. April 1903 bis 31. März 1904 erforderlichen
Verzehnlngs- M MrasP-EegellWe:
Brot, Wecke, Ochsenfleisch, Schweinefleisch, Kalbfleisch, Hammel- fleisch, Frankfurter Würstchen, gemischte Wurst, Schweineschmalz, Nierenfctt, Butter, Cocosniißbutter, Kaffee, Milch, Bohnen, Erbsen, Linsen, Gerste, Mehl, Reis, GrieS, Hafergrütze, Nudeln, Grün-Gemüse (Weißkraut, Wirsing 2c.), Salat, einge-1 machte Bohnen, Gurken, Handkäse, Häringe, Eier, Tee, Chokolade, Zucker, Mohnöl, Salz, Lorbeerblätter, Pfeffer, Nelken, Küinmel, Muskatnuß, Essig, Petroleum, Zündhölzer, Seife, Schmierseife, Soda, Putzpulver, Vitriol, Spiritus, weißer Sand, Stroh, Tran, Wichse, Fensterleder, sowie ca. 600 Centner reine Stückkohlen, ca. 800 Centner gewaschene Rutz« kohlen, 30 bis 50 nun Durchmesser, und ca. 30 im Tanueu-Scheitholz; ferner soll die
i«te Pltaflitalk
Preis pro Pfund 7<» Pfg.
Zu jedem Pfand Palmin erhält der Käufer ein Serient-Hd. 76 4
Am Montag dem 2. März, vormittag» 9Uhr, iu den Distritteu Häuserberg, Schietzacker und Westphältsch» Eck: 3 Stück Fichten-Stammholz — 0,40 Fstm., 486 Fichten» Derbstauge» — 12,67 Fstm., 2497 Fichten »Retsstangeu = 21,58 Fstm.; Eichen: 2,6 Rm. Knüppel (sitzt anx Weprholz), 320 Wellen (Schießacker): Nadelholz: 8,7 Rm. Knüppel. 520 Wellen. '
Die Zusammenkunft ist im Disttikt Häuscrberg, dort wo der Vicinalweg Lich-Slonnenroth den Langsdorfer Heuweg kreuzt. Das Brennholz wird nicht oorgezeigl.
An demselben Tage, mittag» 12 Uhr im Distritt Lauge» berg: Buchen: 16 Rm. Knüppel, 4 Rm. Stöcke, 580 Wellen; Eichen: 8 Rm. Knüppel, 4 Rm. Stöcke, 280 Wellen; Nadelholz: 3 Rm. Knüppel, 24 Rm. Stöcke, 50 Wellen; 3370 Laub- holzwelleu aus erster Durchforstung; 6 Fichten-Terbstanqen — 0,27 Fstm.
Die Zusammenkunft ist im Zuge der demnächsttgen Kreis- ttraße Nieder-Bejsingen—LangSdori, im Distrikt Langeberg, wo das von Mühlsachjen her chaussierte Wegstück aufhört (früherer Vflanzgarten). 1557
Entleerung der Senk u. Kehrichtgruben, während der angegebenen Zeit im Submissionswege ver- emzureichen. ZuschlagZfrstt geben werdeir. *a9e*
Versiegelte Angebote und — soweit tunlich — Proben! Gießen, den 25. Febr. 1903.
sind kostenfrei bis zum Eröffnungstermine I Städtisches Hochbauamt.
Mittwoch to 18. März 1908, DormUfagö 10 Uhr, ®3„Te:t. ms auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft dahier — Justiz-1 _ j--
gebäude, Zimmer Nr. 43, niederzulegen.
Bis zu diesem Termin werden auch Gebote auf die sich nfllf -’ßrtlfrrtlipifett lm Provinzial - Arresthause ergebenden Lumpen, Küchen- VVH Wotinungsmiete erhoben, sodaß der Wirtschaftsbetrieb nur gering belastet ist.
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Gr. Technische Hochschule zu Darmstadt
Abteilungen tür Architektur, Ingen.eurweseu, Mnseoiaonbuu, Elektrotechnik, Chemie (Elektrochemie und Pharmacie), Allgemeine Abteilung (insbesondere für Mathematik und Natut Wissenschaften), Kursus für Geometer I Klasse. Prüfungen zur Erteilung des Grades eines Diplom-Ingenieurs und der Wüide eines Doktor-Ingenieurs. Besondere Prüfung für Ausländer, Beichsprüfu; g lür Pharmaceuten und Nahrungsmiitel-Chemiker. Btaatsprüfunnen im Hochbau-, Ingenieurbau» und Maschin«:nbaufaohe (Gegenseitige Anerkennung der Vor» und ersten Hauptprüfung in Hessen und Preussen). Zulassung der Studierenden zu den (Staatsprüfungen im Hochbau-, Ingenieurbau- und MaschinenbaufdOhe in allen deutache» Bund, bataateu. Beginn des Studiums im Herbst oder zu Ostern. Aulnabmen vom 15. Apiil an. Beginn des Unterrichts 21. April. Programme gegen Einsendung von tO Pfg. [1740] IlftM ttektoret.
Giessener Xenzert-Verein
1TI. Konzert
in der Turnhalle
Sonntag den I. März 1903, abends 51/a Uhr präzise mit einer
Haupt-Probe
am
Samstag dem 28. Februar I903, abends 5V3 Uhr präzise.
Dirigent: Herr Grossh. Universitäts-Musikdirektor 6. Trautmann. Solisten: Fräulein Marie Busjäger aus Bremen (Sopran;.
Frau Helene Bratanitsch-Heilmrioh aus Frankfurt a.M. (Alt). Herr Richard Fischer aus Frankfurt a. M. (Tenor).
Herr Rudolph Hellmrioh aus Frankfurt a. M. ■ Baes).
Chor: Der Akademische Gesangverein.
Orchester: Das Vereins-Orchester (Kapelle des Inf.-Regts. No. 116 „Kaiser Wilhelm II.*, verstärkt durch andere geehrte Künstler.
Programm.
1. „Die erste Walpurgisnacht“, Ballade von Goethe für boll, Chor und Orchester, op. So, komp. ibSl bis 1882, utngearb. 1m2 . F. Mendelssohn-Bartholdy.
2. Nennte Syephonie mit öchlosschoc über tichihers
Ode an die Freude, op. 126 .n D-moU, für
Orchester, Soli und Chor, begonnen 1vl7,
▼ollendet 1828 . , . . . . , L. ran Beethoven.
Eintrittskarten sxn^ ^er Musikal-enhandlung des Herrn Ernst Cnalller (Rudolphs jiachf.), für titndierende auch bei Herrn Hausverwalter Stork und abends an der Kasse zu haben. Zarn llonzert: operrsitz 4 Mk, Eintrittskarte 8 Mt., Studeneu- karien 1 Mk. — Zar Hauptprobe: Eintrittskarte 1.5u Mk., Studenten Karte 1 Mk , öci-ülerkarte 50 Pfg. 1641 Vollständige Texte 20 Pfg.
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