153* Jahrgang Zweites Blatt« Ale Heutige Wummer umfaßt 12 Seiten. HSK die Auffindung der Nordenskjöldschen Expedition traf die „Uruguay* am 8. Nov. auf der Seymons-Jnfel ein und fand dort zwei Teilnehmer der schwedischen Expedition vor, die sich in der Hoffnung auf Rettung von den übrigen trennten. Der Kommandeur der „Uruguay" 'ging auf der Seymons-Inscl au Land und ruckle bis Snowhill vor, wo er Nordenskjöld mit einigen Mitgliedern der Expeditioli auffaiid. Die übrigen Teilnehnier waren auf der Paulet-Jnscl geblieben, wo die gesamte Manlijchaft der Expedition überivinterte, nachdem die „Antarctic" iin Erebus- and Terror- Golf vom Eise zernialmt war. Die „Uruguay" suhr darauf bis zur Paulet-Jnsel weiter und brachte von dort den Rest der Expe- ditionsteilnehmer zurück und beförderte die ganze Expedition iiach Santa Cruz. Hebet- den Verlaus der Reise selbst wird berichtet: Vom Beginn der Reise au halte die „Anlarctic" infolge der Beschaffenheit des Eises zahllose Schwierigkeiten zti überwinden. Jin Dezember 1902 traf die Expedition am Bramsfieldberge in Louis Phllippe-Land ein. Nordeiiskjöld verließ hier das Schiff mit emer Heinen Anzahl der Teilnehmer an der Expedition, unr nach Snow- hill zu wandern. Inzwischen suhr die „Arilarctie" iiach der Erebus- and Terror-Bucht weiter, wo sie u n t e r g i n g. Kapitän Tarsen und die übrigen Teilriehliier an der Expeditioli erreichten iiach einer gefährlichen Seefahrt in offenen Booten, die 16 Tage datierte, die Päulet-Jnsel und trafen erst bei Snowhill wieder mit Norden- stjöld zusammen. Nordeiiskjöld erreichte auf einer Schlitt en- reife über König Oskarland den 66. Grad südlicher Breite tuid machte viele wertvolle wiffeiischastliche Beobachttlngen. Die niedrigste Temperatur, die er verzeichnet hat, waren 42 Grad Fahrenheit unter Null. Da die Expedition nicht das Ziel verfolgte, weiter nach deni Süden vorzudrmgeli, als andere vor ihr, sieht man hier den Ziveck als erfüllt an. Die Ankunft des Dampfers „Uruguay" mit der Nordenskjöldschen Expedition wird in Biteitos-Ayres am Dienstag erwartet. Berlin, 24. Nov. An den Staatssekretär deS Innern ifl folgende Depesche gelangt: Das Südpolarsch iss „Gauß" ankerte auf der Brunsbütteler Reede, wo es diese Nacht emgcti-offen ist. Hamburg, 24. Nov. Der Musikschriftstetler Prof. Joseph Sittard, langjähriger Ntüsiktritiker des „Hamb. Korr." ist heute Nacht gestorben. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger w , Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen Ausland. Paris, 23. Nov. Das „Journal" druckt einen kurzen Brief ab, der von einen: blutigen Kampfe Nachricht gibt, den kürzlich eine RekogiioszierungsabteUurig nördlich vom Tschadsee zu bestehen hatte. Tie Expedition wurde von einem Oberstleutnant befehligt und war aufgcbrochen, um Kannon zu besetzen, da man erfahren hatte, daß Gruppen von Tuaregs sich bei Dir-Alami sammelten. Eine fliegende Kompagnie wurde gegen sie entsendet, Nach viertägigem Marsche traf die Kompagnie auf den Feind. Der Kamp, w-ar lang und hartnäckig. Schließlich mußte sich die Kompagnie zurückziehen. Hauptmann Millot, der Kommandeur der Kompagnie, und sechs Tirailleurs sind gefallen. Ter Leichnam des Hauptmanns wurde nicht ausgesunden. Ter Arzt und 25 Mann wurden verwundet. 300 Tuaregs wurden getötet oder Verwundet. Der Sultan von Kannoii und zwei seiner Häuptlinge sollen getötet worden sein. Der Feind zählte über 2400 Mann. — Eine Anzahl Senatoren tat sich unter dem Borsitz Tuptlys zu Gruppen zur Förderung der Pferdezucht zusammen, um die zur Hebung der nationalen Pferde- nnd Remontezucht eingebrachten Kreditforderungen zu unterstützen. Cherbourg, 24. Nov. Man berichtet von einem beabsichtigten Attentat auf das italienische Königspaar. Der Distriktschef der Westbahn habe abends auf dem Gleise, das der Zug mit dem Königspaar zu passieren hatte, sieben große Steine gefunden. Als llrheber des Attentats sei ein zur Bewachung der Linie verwendeter Kolonial soldat ermittelt worden. Konstantinopel, 23. Nov. Die P.orte teilte heute den Botschaftern Oesterreich-Ungarns und Rußlands au Grund eines ihr vom Wali von Saloniki zugekvmmenen Telegramms mit, daß zwei bulgarische Banden in Alandere unb Soghandere an der Grenze sich befänden, um in das Wilajet Saloniki einzudringen. Eine andere Bande überschritt bereits die Grenze bei DUilitasch. Sie bewegt sich gegen die Ortschaft Osmane-Nevrokop. Das Komitee fahre fort, die Rückkehr der mazedonischen Flüchtlinge unter Androhung des Todes zu verhindern. Die bulgarischen Behörden dulden diese Umtriebe des Komitees. Schließlich lenkt die Pforte d:e Aufmerk,amkeit der beiden Botschafter auf die allgemeine Lage, loodurch die Tätig- Mittwoch 25* November 1903 9 vezngSprers« monatlich 7b jährlich Mk. 120; durch Abhole- a. Zweigstellen monatlich 6o "BL; durch Aus Stadt und Kauö. Gießen, 25. November 1903. ** Großherzogs Geburtstag wird heute auch in Gießen still und ohne Festesfreude gefeiert. Heute früh erklangen Choräle vom Turme der Stadlkirche und riefen noch einmal das große Leid wach, das den Landesfürsten und sein Volk betroffen hat. Die Schulen und öffentlichen Bureaus sind heute geschlossen. Die Schulen hielten den üblichen Festakt diesmal in ernstem Gedenken der Trauer ab. Pfarrer Euler predigte in der Stadtkirche, wo vereinigter Militär- und Zivilgottesdienst stattfand, über 1 Sam. 3, 18: „Es ist der Herr, er tue, was ihm wohlgefällt". — Viele Gebäude haben hier Fahnenschmuck angelegt. — Aus Darmstadt wird uns drahtlich gemeldet: Die übliche Liste mit Ordensauszeichnungen und Ernennungen erscheint heute nicht, sie wird erst am 1. Januar 1904 erscheinen. Jeder Fahnenschmuck unterblieb. Nur das Militär trägt Federbüsche auf den Helmen und hält Gottesdienst ab. Die Schulen, städtischen und staatlichen Bureaus sind geschlossen. Die Schüler zahlreicher Schulen zogen heute unter Führung ihrer Lehrer im Zuge nach dem Mausoleum, wo sie zum Teil kostbare Kränze niederlegten. — Großfürst und Großfürstin Sergius und Prinzessin Heinrich werden noch bis Ende dieser Woche in Darmstadt bleiben und dann in ihre Heimat abreifen. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog dürfte erst kurz vor Weihnachten abreisen und eine seiner Schwestern besuchen. - Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzo'g haben dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I Heinrich Dörr den Charakter als Amtsgerichtsrat erteilt. — Der Negierungsbaumelster Ludwig Klump aus Darmstadt wurde zum Bauassessor unter Verleihung des Titels und Ranges eines Bauinspektors ernannt. — Der Forstassessor Eduard Neuschäffer aus Groß-Umstadt wurde zum Forstassistenten ernannt. ** Durch einen Staatsvertrag zwischen Hessen und Baden, der noch der Landtagsgenehmigung harrt, wurde, wie wir in einem auswärtigen Blatte lejen, das nachgerade unerträgliche Kondominium Kürnbach, eine Ruine aus den Versassungszuständen des heiligen römischen Reichs, aufgehoben. Hessen verzichtete auf den hezs eschen Teil des Dorfes gegen Entschädigung durch Waldungen im Odenwald. 9Lun wollen aber die hessischen Kürnbacher (1000 Seelen) nicht Badenser werden und haben eine Teputation in das Ständehaus nach Darmstadt geschickt. Selbst wenn sie künftig Steuern gearbeitet wird. Polizeiliche Maßnahmen helfen wenig, wohl aber geeignete Belehrungen, wie sie Prof. Forel in seinem Buche in geradezu klassischer Weise gibt. Er setzt in demselben auseinander, wie not es tut, derartigen Perversitäten durch geeignete Schulung des Geistes entgegenzuarbeiten. In geistreicher Weife führt der als Menschenfreund und als Autorität anerkannte Gelehrte aus, daß mehr „Rückkehr zu Natur" uns not tut, allerdings im Einklang mit unseren kulturellen Fortschritten, und daß besonders die Kind er er ziehun g anders werden muß. Heutigentags, wo jeder dritte Mensch nervös ist, gibt der Verfasser die geeigneten Ratschläge, wie Nerven und Geist gesund zu erhalten sind, indem er die Ursachen der Nerven- und Geistesstörungen aufdeckt, und er erläutert die Hygiene des Nerven- und Seelenlebens im gesunden und kranken Zustande, durch alle Lebensverhältnisse hindurch Der „Hygiene" besonders neben der öffentlichen auch die private, gehört die Zukunft. Sie ist berufen, die Naturheilkunde, die neben mancherlei Gutem, auch Schaden gezeitigt hat, zum Segen des Volkes abzulösen. — Noch aus eine zweite Schrift sei an dieser Stelle aufmerksam gemacht: Sadismus und Erzieher. Der Fall Dippold. Ein Sittenbild aus dem 20. Jahrhundert. Von Hans Rau. (68 Seiten. Preis 1 Mark. H. Barsdors Verlag in Berlin W. 30.) Diese Arbeit stellt sich die Aufgabe, die Ursachen einer ungeheuerlichen Handlungsweise aufzudecken und einen zweiten Fall Tippold unmöglich zu machen. Mit schonungsloser Logik deckt Rau die Ursachen des Falles Dippold aus und zeigt an der Hand zahlreicher Beispiele, daß diese Ursachen ausnahmslos abgestellt werden können. Insbesondere sollten Eltern, denen Wohl und Weh ihrer Kinder am Herzen liegt, von dem Inhalt dieses Buches Kenntnis nehmen, denn es enthält beherzigenswerte Mahnworte und Ratschläge. Die Auffindung der Nordenskjöldschen Expedition. Nach dem Bericht des Komandeurs der »Uruguay" ühet Deutsches Deich. ] Berlin, 24. Nov. Der Kaiser gedenkt, der Hof- > jagd in Letzlingen beizuwohnen. „ i — Ter Kaiser hörte heute die Vortrage des Chefs , des Militärkabinetts, des Chefs des Admiralstabes und ; des Chefs des Marinekabinetts. ; — Zu den Blättermeldungen über eine bevorstehende Reise des Kaisers nach dem Süden, erfährt d:e „Post" noch, daß dieser Plan bestanden habe, und daß es nicht ausgeschlossen sei, daß er im Laufe des Winters verwirktlicht werden wird. Wenn auch bezüglich des Zustandes des Kaisers ein Grund zur Beunruhigung nicht vor liegt, so wäre es nicht ausgeschlossen, daß bei Kaiser, wenn kein besonderer Anlaß vorliegt, die seine Anwesenheit erfordert, die rauhesten Winter-Monate im milden Süden verbringen würde. — Ter „Reichsanz." veröffentlicht eine Kaiserliche Verordnung vom gestrigen Tage, wonach der R e i ch s t a g aus den 3. Dezember einberufen wird. — Wie die „Nordd. Allg. Ztg." mitteilt, rst der brs- sterige Präsident des Landeskonsistoriums in Hannover, Wirkt. Konftstorialrat Voigts, zum P r ä s i d e n t e n des evang. Oberkirchenrats ernannt worden. — In einer gestern abend stattgehabten stark besuchten Versammlung der freisinnigen Wähler Berlins, in welcher Dr. Barth über das Thema: „Was ; ehren die Landtagswahlen?" sprach, kam es zu jo stürmischen Auseinandersetzungen, daß der Fortgang der Verhandlungen längere Zeit in Frage stand. In der Diskussion tadelte Dr. Barth die verkehrte Politik der Frei sinnigen, die es verschuldet hätten, daß die stärkste Partei im Lande, die Sozialdemokratie, im preußischen Parlament nicht ver- treten sei. Nachdem dann nach mehreren anderen Rednern, Arthur Bernstein, über die Verhältnisse im Wahl- 5rei(e Teltow-Beeskow-Storkow referiert hatte, wurde die Versammlung, die bisher schon sich in großer Erregung Lesand, noch lebhafter. Bernstein schob Eugen Richter mnd den Abg Müller-Sagan die Schuld zu, daß der Wahlkreis für die liberale Sache verloren ging. Hierauf entstand ein furchtbarer Tumult. Ruse: Schuft' Gemeiner Kerl! wurden laut und es gelang dem Vorsitzenden längere Zeit nicht, Ruhe zu schaffen. Die Versammlung nahm erst gegen 1 Uhr nachts in erregter Meile ein Ende. ~ . — yiach einer Newyorker Depesche des „B. T." ist der deutsche Kreuzer „Falke" gestern nach Santo Domingo in See gegangen. — Wie die „Dt,ch. Tagesztg." entgegen anderen Nachrichten meldet, sind die Vorarbeiten zwecks Einführung von K a u f m a n n s g e r i ch t e n noch nicht soweit gediehen, daß der Entwurf dem Reichstage sofort zugehen kann. — Tie E i s e n b a h n v e r w a l t u n g beabsichtigt nicht, den Vorschlägen bezüglich Reform des P e r s o n e n t a r i f s, vorläufig wenigstens, eine Erfüllung zuteil werden zu laffen Weder werden die Preise für einfache Fahrkarten auf die Hälfte der jetzt für gewöhnliche Rücksahrtkarten qiltmen Preise ermäßigt werden, noch die Zuschläge für Benutzung der Schnellzuge in Wegfall kommen. T r e s d e n, 24. Rcov. Finanzminister R u e g e r betonte^ heute im Landtage, die Finanzlage Sachsens sei noch immer sehr ernst. Zur Gesundung bedürfe es der größten Anstrengungen. . S t ra ßburg, 24. ytoü. Eine vom Verein der Straßburger Tabakinteressenten veranstaltete öffentliche die Post 'Ml. 2.— vierrel- jabrt au6ld)L Beslellg. Annahme von Anzeigen für Die iageSnumrnet bis pormttiag» 10 Uhr. ReUenprtil total 12'U1S. auftfodtSI 180 tilg. itiei^aitPertilA tüt den l6|aale August Götz, tüi den An- jClqentetl Han» E*eck. Feuilleton. Aus der Sprachecke. Bon sehr g-eschähter Seite wird uns qeschrieben: In der „Franks. Big." behauptet ein Einsender aus Kassel, es sei salsch, von Ärehenern zu sprechen, es müssen Gießer heißen; denn es fei der Sprachregel zuwider, die zwei Endungen en und er an den Stamm Gieß anzuhängen; es heiße ja auch Sieger- land, nicht Sie g e n er l a n d, Erlanger, nicht Erlangener. Ter klnge Herr hat ganz recht. Er geht nur nicht weit genug. Wir empfehlen ihm, in Zukunft stets von Meisser Porzellan und von Bader Land zu sprechen; er wird fortan nur noch M Üncher und P i l s e r Bier kaufen und nicht mehr vom Bildner, son-dern vom Bilder reden, vom^Gleißer, vom Glöcker und vom Harser. W — Es ist wohl selten ein Buch zu so geeigneter, Zeit geschrieben worden, als das Prof. Forels Hygiene der Nerven und des Geistes, von dem ich mir erlaube, Ihnen ein Exemplar noch vor dem Erscheinen zu übersenden. Der „F a l l D i p p o l d" hat die Volksseele m große Erregung versetzt, und es wird Überall die Frage erwogen, wie ist dieser Mensch zu seiner Grausamkeit gekommen? Er wurde als ein Grausamer aus Wollust, als J^cünft schlimmer als ein Lusttnörder, von den Saeyperständigen bezeichnet! „Einen großen Teil der Schuld trägt sicherlich die sich jetzt breit machenöe pornographische Literatur, so führt die „Tägliche Rundschau" aus, die durch gewissenlose Autoren und Verleger in Szene gesetzt, den Niedergang der sexuellen Sitten nach> sick) zieht." Der Sinn für Perversität greift durch diese schlimmer wie Gift wirkenden Bücher über Sadismus, Masochismus, Flagellantismus, be- ionders durch die beschsriebenen einzelnen Fälle, immer mehr um sich? Es ist höchste Zeit, daß dem mit aller Kraft entgegenfeit der ottomanischen Regierung hinsichtlich der Durchführung der Reformen gehindert werde. , Petersburg, 24. Nov. Das heute in Skieniewice ausgegebene Bulletin stber das Befinden der Kaiserin besagt: Tie Temperatiir betrug geftern abend 37,4, ber Puls 72. Heute morgen war die Temperatur 37, der Puls 72. Die Nachtruhe wurde durch st ar keSch merzen gestört. Ein Hervortreten des Trommelfells macht sich bemerkbar. Das I n n e n r o h r i st e n t z ü n d e t. — Der Handelshafen in Port Arthur wurde eröffnet. Schiffs- und Handelssteuer wird nach einer Verordnung des Statthalters erhoben. — Nach Privatnach-- richten aus Peking meldete der Vizekönig Juanjchikai dem Kaiser von China, daß er bereit sei, den Russen in der Mandschurei den Krieg zu erklären. General Mah sei bereit, mit 18000 Mann in Schanhaikwan einzurücken. . Nr. 277 Erscheint täglich außer SonniagS. Dem GietzenerAnzeiger werden im Wechsel mit dem besfischen Landwirt die Gießener Familien» blätter viermal in der Woche deigelegl. fRotattonSbrud u. Verlag bei Biühl 'ichen Untoed.-iBud)- u.6tein* drucke rei (Bietsch Erden) RedatNon. erpeOltton und Drucke rett Gchntstratze 1. Ilbreflf tüi Deveschenr Au-eiger Gietze». Aerniprechanicblutz 'Jit 6L Versammlung nahm nach einem Vortrag des Syndikus Schlvßmacher über „Die Gefahren der amen- kanischen Tabaktrustbestrebung für das wirtschaft- hebe Leben Deutschlands" einstimmig eine Resolution an, wonach die Bestrebungen des Trustabwehrvererns von den großen Vereinigungen des deutichen Tabakgewerbes sympathisch begrüßt werden. Es müsse verhindert werden, daß das deutsche Tabakgewerbe unter die Botmäßigkeit des amerikanischen Gvoßkapitals komme. In der Resolution wird die Erwartung ausgesprochen, daß kein deutscher Fabrikant, sei es mittelbar oder unmittelbar, die Absicht des Trusts fördert, daß kein deutscher Händler Trustwaren einsührt und daß der deutsche Raucher Trustwaren zurück- weist, auch wenn sie ihm geschenkt werden sollten. Zugleich wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß in keiner einer behördlichen Aufsicht unterstehenden Verkaufsstelle (Militärkasinos, Kantinen, Bahnhofswirtschaften) Trust- waren geduldet werden. Schließlich wird an die rerchs- ländische Regierung die Bitte gerichtet, sie möge im Bundesrat ihren Einfluß dahin geltend machen, daß das beim Tabaltrust beliebte Geschäftsgebahren, durch den Waren boigelegte Gesaienle (Gutscheiniystem^ Kundschaft zuziehen, gesetzli ch u n t e r d r ü ck t werde. zahlen müßten :— was sie bisher nicht brauchten! —- wollen diese treuen Unterthanen nicht „abgetreten" werden. *• Löhlein-Büste. Zur feierlichen Enthüllung einer Löhlein-Büste in der hiesigen Frauenklinik hatten sich, so erfahren wir, heute morgen um 10 Uhr außer der Familie des Verstorbenen Mitglieder des akademischen Lehrkörpers, Verehrer, Freunde und frühere Schüler versammelt. Der jetzige Leiter der Frauenklinik, Prof. Dr. Pfannenstiel, hielt eine Gedächtnisrede. — Das Einfrieren der Haus-Wasserleitungen. Wir machen auch an dieser Stelle auf die in heutiger Nummer veröffentlichte Bekanntmachung des städt. Gas- und Wasserwerks, betreffend Vorkehrungen gegen das Einfrieren der Haus-Wasserleitungen, unsere beteiligten Leser aufmerksam. Es kommen nach vorliegenden Erfahrungen immer noch größere Beschädigungen und namhaftere Wafferverluste vor, welche den Hausbesitzern zum mindesten unerfreuliche Ausgaben verursachen, die vermieden werden könnten. Es empfiehlt sich daher, diesen Abdruck der „Vorkehrungen u. s. tu/ aufzubewahren und genau zu befolgen. Hinsichtlich der Ausführung von Schutzvorrichtungen, Einwinterungen, Auftauung und Reparaturen wird die rascheste Abhilfe dann ermöglicht werden, wenn insbesondere in solchen Fällen der Schlußabsatz der heutigen Bekanntmachung beachtet wird. "'Ein Kursus für Fleischbeschauer hat gestern hier begonnen. Es nehmen daran ca. 120 Fleijchbeschauer aus der gesamten Provini Obcrhcffcn teil. Der Kursus wird geleitet von Schlachthausdirektor Liebe und der theoretische Teil der Ausbildung findet in dem Saale der Haubach'schen Wirtschaft gegenüber dem städtischen Schlachthaus statt. Die praktische Anleitung wird in Abteilungen im städtischen Schlachthof ausgeführt. ** Der Verein „Kanaria* für Gießen und Umgebung, wird am 22., 23. und 24. Januar 1904 seine erste allgemeine Ausstellung edler Kanarien, in- und ausländischer Sing- und Ziervögel sowie von Hilfsmitteln zur Zucht und Pflege 20. in den Räumen des Restaurant „Postkeüer" veranstalten. Mit der Ausstellung ist eine Verlosung von Kanarienhähnen verbunden, wodurch den von Fortuna begünstigten Liebhabern unseres gelben Stubengenossen Gelegen- heit geboten ist, für wenig Geld m Besitz eines guten Vogels zu kommen.. )( Grün berg, 23. Nov. Der hiesige Zweigverein des Evangelischen Bundes veranstaltete heute abend seinen ersten Familienabend, wobei Pfarrer Fritsch-Ruppertsburg einen populären Vortrag über die evangelische Bewegung in Oesterreichs hielt. Der Kirchengesangoerein trug zur Verschönerung des Abends bei. Die noch mift- stehende Vorstandswahl wurde so erledigt, daß Pfarrer Schmidt als Vorsitzender und Oberamtsrichter M-ickel, H. Sehrt, Lehrer Iioth und K H. Jöckel zu Beisitzern gewählt wurden. — Zlm Samstag abend wurde hier ein Eisenbahnerverein gegründet, dem außer den hiesigen Beamten und Arbeitern auch diejenigen der nächstliegenden Stationen beitraten, zusammen 38 Mitglieder; weitere Anmeldungen stehen in Aussicht. Zum Vorsitzenden wurde Stationsvorsteher Eise von Mücke gewählt. — Auch der vor etwa zwei Jahren ausgelöste Musikverein wird sich nach den bisherigen Besprechungen wieder konstituieren; als Dirigent würde ein Herr Leidicker von Gießen fungieren. Nieder-Moos, 24. Nov. Schon lange Jahre ging man mit dem Gedanken um, hier eine Molkerei zu errichten. Unser früherer Pfarrer Herr ^criba hat sich damals alle Mühe gegeben, das Werk ins Leben zu rufen, aber c- wollte nie zunr Zweck und Ziel kommen. Als er fort war, war auch die Molkerei wieder in Vergessenheit geraten, bis endlich unser Herr Bürgermeister die Sache wieder in die Hand nahm urrd es nach vieler Mühe es auch glücklich zur Ausführung brachte. Dieser Tage ist sie, nach dem Lauterb. Anz., eröffnet worden durch den Moolkereiinspektor Henkel aus Darmstadt. Der Betrieb ist vorläufia Handbetrieb mit einem geringen Anfang von 200—300 Liter täglich. Die Magermilch geht alsbald an die Lieferanten zurück und bloß der Rahm wird zu Butter verarbeitet. Das Gebäude ist aus Backstein ausgesührt und macht einen guten Eindruck. Die Teilnehmer haben sich zu einer Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht vereinigt und dem hessischen Landesverband angeschlossen. R. B. Darmstadt, 24. Nov. Der Finanzausschuß der zweiten Kammer hielt heute eine Sitzung ab und genehmigte die Schlußberichte über die Kürnbacher Angelegenheit und den Staatsvertrag mit der 9Lord- deutschen Hagelversicherungsgesellschaft. Beide Gesetzentwürfe sollen schon zum L Januar 1904 in Kraft treten, weshalb das Plenum der Kammer demnächst zu ihrer Genehmigung zusammenkommen muß. Da wider Erwarten der schon für vorige Woche angekündigte neue Haushaltsetat noch nicht vorlag, so vertagte sich der Ausschuß bis Ende nächster Woche. Die Ueberreichung des neuen Etats an den Finanzausschuß soll bestimmt bis Ende der lausenden Woche erfolgen. Mainz, 24. Nov. Wie das ,M. Tgbl/ erfährt, hat das Ministerium die Eingaben um Aufhebung des Nachmittagsunterrichts an den höheren Schulen genehmigt. Die ausschließliche Einführung des Vormittagsunterrichts soll im Jahre 1904 erfolgen. Aiainz, 24. Nov. Dieser Tage fand hier unter dem Vorsitze des Fürsten zu Löwenstein eme Konferenz der rhein- hessischen Mitglieder der Antiduellliga statt. Es wurde beschlossen, von der in Aussicht genommenen Gründung einer besonderen Mainzer Ortsgruppe abzusehen, und zwecks Vereinfachung der Geschäftsführung die Mitglieder aus Rheinhessen, ebenso wie die aus Oberhessen der bestehenden Ortsgruppe einzureihen und auf diese Weise eine gemeinsame Tandesgruppe für das Großherzogtum Hessen zu bilden. ^..Marburg, 24. Nov. Bei der heute vorgenommenen Stadtverordnetenwahl übten in der 3. Klasse von 1876 eingeschriebenen Wählern 639, also 34% ihr Wahlrecht aus. Von den ausgestellten Kandidaten erhielt bei der Mannigfaltigkeit der Wahlzettel keiner die absolute Majorität. Spediteur Heppe, dessen Wahl der O b e r b ürger- meister zum Rücktritt veranlaßt haben würde, kam nicht in die Stichwahl. Die A rbeiterpartei, die zum ersten Mal mit eigenen Kandidaten auftrat, vereinigte verhältnismäßig viel Stimmen für diese. Einer erhielt 97 Stimmen-; die Slichwahlberechtigung begann mit 166 Stimmen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In der Aktien-Zuckerfabrik in Groß- Gerau wurde der 21 Jahre alte Arbeiter Seebold au§ Erfelden, der in der Fabrik beschäftigt ist, von einer Transmission erfaßt und schwer verletzt. Ein Arm ist zerstückelt und ein Bein gebrochen; außerdem hat der Unglückliche schwere innere Verletzungen davongetragen. — In Dienheim gerieten Scheune und Stallung des Landwirts Franz Duden- höfer in Brand. Mit knapper Not konnte das Großvieh u. s. w. gerettet werden, jedoch kamen 19 Hühner in den Flammen um. Große Vorräte Heu, Stroh, ein Wagen und verschiedene Ackergeräte sind verbrannt. Da Dudenhöfer nicht hoch versichert hatte, erleidet er einen bedeutenden Schaden.___________________________________________________ Vermischtes. * Kiel, 24. Nov. Der Nordwest-O r k a n warf einen unbekannten Segler beim Passieren der Kieler Bucht an die Küste. DaS Schiff kenterte die Besatzung ist ertrunken. * Barten st ein (Ostpreußen), 24. Nov. Während der Schlachthofsaufseher Pahlke an einem Gasmotor auf dem Schlachthof beschäftigt war, erfolgte plötzlich mit weit hörbarem Knall eine so furchtbare Explosion, daß das Dach des Gebäudes mit den Sparren und sämlliche Fenster- cheiben zertrümmert wurden. Leider sind auch Menschen dabei verunglückt. Ter Schl ach tchoss aufseh er P. ist lebensgefährlich verletzt. Ter im Schlachthofe anwesende Fleischermeister Pietratz hat so schwere Verletzungen erlitten, daß er in ärztliche Behandlung geschafft werden mußte. Als ein Glück ist es zu betrachten, daß die Explosion nicht während der Schlachtzeit erfolgte; da eine Menge Menschen zu dieser Zell dort anwesend sind, hätte das Unglück entsetzlich werden können. " Kattowitz, 24. Nov. In der Wohnung eines Grubenarbeiters wurde eine Falsch münze r-W e r k st ä tte entdeckt, in der 10 Markstücke angefertigt wurden. Der Inhaber der Wohnung ist flüchtig. • London, 24. Nov. Im Gebäude der B a n k v o n E n g l a n d wurden heute auf den Sekretär der Bank, Herrn K. Graham, vier Revolverschüsse abgefeuert. Sie gingen aber alle fehl. Ein Schlauch mußte gegen den Attentäter in Tätigkeit gesetzt werden, ehe er verhaftet werden konnte. Der Mann heißt Robinson, ist dreißig Jahre alt und als irrsinnig erkannt worden. Er war vormittags zur Bank gekommen und hatte nach einem Beamten gefragt. Als man ihm sagte, er muffe warten, fing er laut zu schelten an und begann mit dem Revolver um sich zu schießen, ohne jemanden zu verletzen. • Innsbruck, 24. Nov. Als die italienischen Studenten gestern abend ihr Versammlungslokal auf- üchten, wurde das Bild des Kaisers mit den Landesund Reichssarben herabgerissen und durch eine Dante- Büste und die Trikolore ersetzt. * Zu der angeblichen Flucht der Prinzessin Alicia von Schönburg-Waldenburg wird aus Dresden berichtet, die Prinzessin habe ihren Gemahl, den Prinzen Victor Friedrich Ernst, mit dem sie in Scheidung lebt, vor 3 Monaten verlassen und hält sich angeblich in Italien auf. Ihr 1% Jahre altes Söhnchen hat die Prinzessin mitgenommen. Das Gerücht, daß sie sich bei einem Dresdener Kavalier befinde, zu dem sie Beziehung haben soll, bestätigt sich nicht. Tatsache ist dagegen allerdings, daß ein früherer Kutscher, der mit der Angelegenheit ebenfalls in Verbindung gebracht wird, von Dresden verschwunden ist. * Das Unwetter hat auch in Nordböhmen großen Schaden angerichtet und auch mehrere Menschenleben zum Opfer gefordert. Wie der „Voss. Ztg/ aus Wien gemeldet wird, ist in Tennwald während des Schneesturmes ein betrunkener Arbeiter auf der Straße erfroren. Im Walde bei Werchowitz wurden zwei unbekannte Leute erfroren aufgefunden. Auf dem Jeschken-Berge bei Reichenberg wurde ein Handwerksburfche von einem umstürzenden Baume erschlagen. * „Die italienische Verbrechens-Chronik der oberen Zehntausend ist um ein sensationelles Kapitel reicher. Diesmal handelt es sich um einen Ehemann, der feine junge und schöne Frau vergiftet um eines häßlichen, dicken Stubenmädchens willen." Luigi de Medici ist der einzige Sohn eines Mailänder Großindustriellen, des Besitzers der größten italienischen Zündholzfabrik. Sie liegt in Magenta und beschäftigt über 1000 Arbeiter. Luigi de'Medici hat, wie man das bei den Söhnen reicher italienischer Familien häufig findet, nichts gelernt und keinen Beruf. Er lebt von dem Geld seines Vaters. Im Alter von 25 Jahren verliebte er sich in die Signorina Ernesta Lardera, die Tochter eines wohlhabenden Arztes. Obwohl das Fräulein erst 17 Jahre zählte, willigte ihre Fmnilre doch sogleich in die Heirat, da die Leidenschaft des jungen Liebespaares zu jo hohen Graden gestiegen war, daß man, besonders von feiten des Bräutigams, irgend einen dummen Streich befürchten mußte, wenn man aus einer langen Brautzeit bestanden hätte. Das erste Jahrzehnt der Ebe verstrich in Glück und Freuden. Die Signora Ernesta 6e Medici blühte zu einer glänzenden Schönheit auf und jpielte in der Mailänder Gesellschaft eine tonangebende "Rolle. Freilich hatte sie keine Kinder. Vor zwei Jahren nahm sie als Stubenmädchen eine gewisse Clementina Tosetti aus Brescia ins Haus, ein unhübsches, dickes Mädchen im Alter von 28 Jahren,- die ihrer Herrin alsbald eine fast hündische Treue und Anhänglichkeit bewies, sodaß die Signora de Medici nicht müde wurde, .ihren Freundinnen gegenüber die Clementina „als eine Perle von Wienerin" zu loben. Es dauerte aber nicht lange, so verbreitete sich das Gerücht, daß auch der Herr de Medici ein gutes, allzu gutes Auge auf die Clementina habe, doch scheint dieses Gerücht die Signora de Medici nie erreicht zu haben. Am 7. Oktober wurde die junge, blühende Frau plötzlich von schwerer Krankheit befallen; Dysenterie und Erbrechen. Erst nach mehreren Stunden wurde der Hausarzt gerufen, oer sogleich die Schwere des Falles erkannte und noch zwei andere Aerzte holen ließ. Es war aber alles vergeblch. Die junge Frau verschied noch am selben Tage. Die Aerzte verlangten von Herrn de Medici die Ermächtigung, die Leiche zu sezieren, um die Natur der rätselhaften Krankheit feststellen zu lassen, erhielten aber eine abschlägige Antwort. Sowohl Herr de Medici wie das Stubenmädchen Clementina hatten sich während der kurzen Krankheit der Signora ganz verzweifelt geberdet und zu keinem Verdachte Anlaß gegeben. Aber wenige Tage nach dem Begräbnis stellte sich heraus, daß das Stubenmädchen völlig an die Stelle ihrer verstorbenen §etrin getreten war. Herr de Medici räumte ihr eines der schönsten Zimmer seines Hauses ein und überließ ihr sogar das Bett seiner verstorbenen Frau. Seinen Freunden gegenüber spracht Herr de Medici häufig den Verdacht aus, daß seine Frau vergiftet worden fei, und zwar durch die Aerzte mit ihren Arzneien und Injektionen! Man gewann bei den Reden des Herrn de Medici den Eindruck, daß er gegen eine von ihm befürchtete Anschuldigung Vorbeugen wolle. Schließlich trat der Staatsanwalt der Sache näher. Er ließ die Leiche ausgraben und untersuchen. Es stellte sich heraus, daß die arme Signora durch Arsenik vergiftet worden sei. Heute früh, beim Morgengrauen, wurde mm zur Verhaftung des Herrn de Medici und seiner Geliebten geschritten. Das Mädchen bewahrte seine Ruhe. „Ich kann mir schon denken, um was es sich handelt" — sagte sie dem Polizeikommissär — aber ich bin unschuldig,". Herr de Medici hingegen war völlig gebrochen und fiel bei 5er Ankündigung der Verhaftung in Krämpfe. Die Aufdeckung des Verbrechens erweckt in Mailand großes Aufsehen. Man hofft noch immer, daß Herr de Medici un- chuldig sei und die ganze Schuld dem heuchlerischen Stu- benmadcyen zur Last falle, die auf den schwachen de Medici einen ganz rätselhaften Einfluß ausgeübt haben muß. * Heber folgende köstliche Geschichte aus dem Stcfansreich spottet die „Zell". Im ungarischen Parlament gibt es wieder einmal eine Ehrenaffäre. Der Abg. Olay hat [einem politischen Freunde und Obstruktionsgenossen Polonyi seine Zeugen geschickt, um die Schmach, die dieser ihm angetan, in Polonyis Blute abzuwaschen. Es ist kein politischer Konflikt, wo man sich beiderseits damit begnügen kann, von ber Kugel des Gegners nicht getroffen zu werden, es ist eine ernste Sache, dazu ein seltenes Aüotiv: es ist eine gastronomische Ehrenasfäre. Olay und Polonyi waren zu einem Souper geladen. Man speiste vorzügliche und nach dem Dessert wurden Schalen mit warmem Was;er zum Ausspülen des Mundes gereicht. Wie Polonyi nun einigen Freunden und damit ganz Ungarn erzählte, hat Olay das Mundwasser—ausgetrunken. Wenn nun auch kein Zweifel darüber besteht, daß Olay sein Mundwasser genießen konnte, wie er wollte, die Geschichte wirkt doch so komisch- als wenn sich einer unserer Gäste verpflichtet fühlen würde, die ihm gereichten Zahnstocher auf zu essen. Es ist ja dem armen Olay zu verzeihen, wenn er, der seit Jahren das kümmerliche Brot der Opposition ißt, bei dem Kulturraffinement des Mundwassers noch nicht angelangt ist. Es gibt übrigens „beste Familien", die sich, ebenfalls mit der trockenen Behandlung des Geheges ihrer Zähne begnügen. Höchst unschön ist es nur von Polonyi, der doch sein Mundwasser nicht getrunken hat, daß er, wo er es doch so leicht hatte, nicht reinen Mund hielt. Hoffentlich sälll die Austragung dieser Ehrenangelegenheit nicht allzu blutig aus. Man denke nur, wie hart es wäre, wenn Olay jetzt auch noch totigeschossen würde, nachdem er heroisch das Mundwasser getrunken hat. Er nützt dem Armen nichts; er kann höchstens noch ein guter Politiker, vielleicht auch Minister werden. Seine gastronomische Ehre ist dahin. Ströme von Mundwasser, Wälder von Zahnstochern können sie ihm nicht wiederbringen. Gerichtssaui. L. L. Darmstadt, 24. Nov Zu exemplarischen Strafen wurden heute von der hiesigen Strafkammer drei junge Burschen verurteilt, die trotz ihrer Jugend schon häufige BekamU- jchaft mit dein Gefängnis gemacht haben. Des Bandendiebstahls angeklagt waren der Metzgergeselle Friedrich Hoffmann aus Eitelbrunn (Pfalz), Jakob Eiche aus König i. O. und Johann S p a r r von yier, die ein förmliches Konsortium zur Ausübung des Diebeshandwerks gebildet hatten. Sie brachen gemeinsam auf einem Neubau des Bauunternehmers Mohr hier ein und entwendeten allerlei Bureaugegenstände, stahlen aus dem Bureau eines anderen Neubaus goldene Ringe, Geld und Wertsachen und vollführten auch gemeinsam Raddrebstähle; so stahlen sie dem Rechtsanwalt Dr. Osann II. vom Justizgebäude ein Fahrrad weg, einem andern Herrn eins vom Käßee Residenz u. f. w. Bei allen diesen Straftaten bildete der Angeklagte Sparr die „Seele" des sauberen Geschäftes. Er ist zwar schon vielfach vorbestraft, aber noch nicht wegen Diebstahls. Es wurde ihm eme Gesamtstrafe von 3 Jahren 1 Monat Zuchthaus zudiktiert. Hoffmann erhielt als rückfällig eine Gesamtstrafe von 6 Jahren Zuchthaus und Eichel als der am wenigsten ^Beteiligte eine solche von 3 Jahren Zuchp haus. Außerdem wurden alle drei Angeklagte zu je 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteill. b. Gießen, 24. Nov. Bor der Strafkammer wurde heute der Agent A. I. wegen Betrugs der Eheleute Kübler, wobei das Gericht eine Summe von 825 Mk., nicht wie der Staatsanwalt beantragte, 4100 Mk., an» nahm, zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Handel und Verkehr. Kolkswirtschafl. Berliner Börse vom 24. November 1903. (Mitaeteill von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Prinat-Diskont 31/, Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Oest. Kredit.... 212.30 213.— Deutsche Bank . . . 220.75 221.12 Darinstädter Bank . . 147.60 148.25 Bochumer Guß . . • 189,20 189.25 Harpener Bergbau . . 204.25 204.— Tendenz: Fest. Bom Geldmarkt wird gemeldet, daß angesichts der Nähe des Ultimo eine sehr erfreuliche Flüssigkeit herrscht. Ter Privatdiskont hält sich auf 3l/,%, wozu Wechsel gesucht bleiben.' An der Berliner Börse ist täglich fälliges Geld zu 3 /0 erhältlich. Geld für Regulierungszwecke ist zu 41/1% reichlich zu haben. Märkte. § Butzbach, 24. Nov. Ter heutige zweite Tage des Katharinen Marktes brachte wegen des regnerischen Wetters nicht so viel Verkehr als sonst Auf dem S ch w e i n e m a r k t e waren weniger Tiere angetrieben wie ^urn letzten Markte; die Preise behaupteten sich auf der früheren Höhe, obwohl die Nachfrage germg war. — Ter K r ä m e r m a r k t und Jnxplatz zogen heute noch weniger an als geitern. Allenthalben wurde über- schlechte Geschälte geklagt. Eigentlich ist es ja zu bewundern, daß die Einwohner noch auf den Äiärkten kaufen, denn die Gebrauchsartikel des täglichen Levens erhält man meist besser oder preiö- rvürdiger in reellen Geschüft^^am^Platze. Keuche pirwiuM". Originaldrahtmeldungc» des Gietzener Anzeigers. Neues Palais, 25. Nov. Das über das Befinden des Kaisers heute ausgegebene Bulletin lautet: Die Operationswunde der linken Stimmlippe ist seit dem 19. d. Mts. vernarbt. Es werden noch einige Tage bis zur Verhärtung der Narbe vergehen, so lange wird der Kaiser seine Stimme noch schonen müssen. Der Kaiser braucht z. Zt. eine Massagekur des Kehlkopfes, verbunden mit Stimmübungen. Innerhalb einiger Wochen wird die Stimme wohl wieder völlig gebrauchsfähig sein. Berlin, 25. Nov. Zu der Frage der kaufmännischen Sondergerichte, die demnächst den Bundesrat wieder beschäftigen werden, kann der „Lok.-Anz.^ mitteilen. re, wenn Aah m er heroisch bei m Annen nichts-ü , vielleicht auch Mi- re ist dahin. LtwM Hern können jit tyn le W ■Ä» '»fa* £ te 4?” ^delt" kann p Unh (j\-c bei ailand' orn?^ N -err d ^K s d Stu, ubt •eW unzarE° ®« •na jäte1 V P°rla. WZ LZ^ waren ri. iick Ut1s. einem 7 und nach ■ äenießen konnte 3 b®54 als wenn U?r Zähren das demKnlturrafsine' ». unb Johann itfiurn jur Ausübung Sie drachen gemtw > Mohr hi« «n un ,en aus km Sßureat unb Dnsiachm uni ; \o jiatiUn sie dm iubt ein Fahrrad roec )enz u. \. w. Äei allen spart die, Seele* te leliach vorbesirasi, ater iöm eine SesamtslM iert Hoffmann erhiü en Zuchthaus und W -e von 3 fahren Zuchl- eflagte zu je 10 Zahm chl peairteilt er atrajfammei Betrugs derG Lumme m 8L)M, !ug:e, 4100. M, ^verurleilt.^^ julkiWN JS#»w u^IuBfutie. 213.- 221.12 148.25 189.25 201- fixta der Ei !err|d)L »er bet {fSfis. । zu haben. tr^as ^cnCÄ»bt’ ■ ubCtf n tautet: » ift (eit* ^1* n ""J W* Mr' gschen daß nicht nur Angliederung an die Amts- oder Gewerbe- gerichte offen gelassen ist, sondern auch die Frage, ob die Mitglieder dieser Gerichte gewählt oder ernannt werden sollen. L. Berlin, 25. Nov. Die Regierung wird der „Neuen Polit. Korr.** zufolge den Versuch machen, die Frage der Entschädigung unschuldig Verhafteter jetzt durch eine Gesetzesvorlage im Reichstage zur Erledigung zu bringen. Die Verhandlungen mit den einzelnen Bundesregierungen schweben noch. Lübeck, 25. Nov. Der Großherzog von Olden- Jbnrg empfing im Schlöffe von Lensahn den Kabinetsches zu längerem Vortrage. Dem Vernehmen nach steht ein Minister- Wechsel bevor. London, 25. Nov. Die Blätter veröffentlichen den Bericht eines Missionars, welcher Süd-China längs der Westküste bereist hat. Er erklärt, in der Provinz Koeiping habe die'Hungersnot ungeheure materielle und moralische Verheerungen angerichtet. Menschensleisch sei eine gewöhnliche Nahrung geworden. Der Handel mit Frauen und Kindern blühe. 10 000 dieser Unglücklichen seien nach Canton geschickt worden, um über das Land verteilt zu werden. In sämtlichen Städten stoße man auf Leichen von Verhungerten, welche haufenweise aus der Straße liegen. Triest, 25. Nov. Die von Wien aus angeordneten Nestaurierungsarbeiten sowie die Herstellung der Telephon- Verbindung im Schloß Miramare würden damit erklärt, daß Kaiser Franz Josef dem Kaiser Wilhelm das Schloß als Erholungs-Aufenthalt angeboten habe. Petersburg, 25. Nov. Zu dem Prozeß wegen der Kischinewer Unruhen wird noch gemeldet: General Beckmann gestand bei der Vernehmung zu, während der Exzesse 5000 Mann zur Verfügung gehabt zu haben. Er sei aber nicht eingeschritten, weil er keine Ordre vom Gouverneur erhalten habe. Erst als befürchtet wurde, daß die Exzedenten auch Christenhäuser angreifen würden, sei Militär eingeschritten. Newyork, 24. Nov. Nach einem Telegramm aus Cap Haitien liegen dort telegraphische Meldungen aus Puerto Plata vor, nach denen San Domingo am Vormittag kapitulierte. Präsident Wos y Gil und die Minister seien geflüchtet. LosAngeleS, 25. Nov. Von dem Hamburger Schiff Oetavia, das von Antwerpen kommt und eine Meile von Los Angeles vor Anker liegt, wurde der erste Offizier sterbend an Land gebracht. Der Segelmacher ist in Feffeln gelegt, da er des Mordes verdächtig ist. Auf der Fahrt sind drei Matrosen in die See versenkt worden. Es soll sich um eine Tragödie auf hoher See handeln. L. Newport, 25. Nov. Das Bezirksgericht lernte es ab, dem Anträge der Frau Cosina Wagner auf Unter- sagung der Aufführung des „Parcival" in Newyork stattzugeben. Telephonischer Kursberichte , 26.35 30/0 Mexikaner 3Vso/o Reichsanleihe 4% Oesterr. Goldrente 4l/s% Oesterr. Silberrente 101.00 Tendenz: ruhig, 42 60| . 102.10 . 91.00 . 101.85 . 91.00 • 100.55 . 100.00 . 102.80 Bochum . Harpener 3% 3V,°/o 3°/o 3V2% 4,/2o/0 Chinesen . . Electric. Schuckert . Nordd. Lloyd . • Kreditaktien • . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . ♦ Berliner Handelsges. Oesterr. Staatabahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Lauratiütte . . . . 4% Ungar. Goldrente. . < 4% Italien. Rente . . . 4V2% Portugiesen , . < 3°/v. Portugiesen. . . . . 1% C. Türken . . . . Türkenlose...... 4% Griech. Monopol.-Anl. 4xL % äussere Arerontiner do. Konsole . do. . . Hessen Oberhessen 100.10 103.70 64.20 32.20 37.15 145 60 44.60 . 91.35 . 112.00 . 104.70j . 213.0G , 198.10 . 147.10 . 159.00 . 164.80 . 143.50 . 17.40 . 189.80 . 238.50 . 188.80 . 204.00 Verdauungs^ Störung. Kindermehl Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei & leiden nicht an 4 Diarrhoe & etc. 0 Hervorragend bewährt bei ^Brechdurchfall, Darmkatarrh, 0257 Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Garteustratze 2 (BürgermeiftereigebLrrde) Zimmer Nr. 14, Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeiter« jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlinge«) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis 6 Uhr geöffnet. Es könne« eingestellt werden: 8792 1 landwirtschaftl. Knecht, 1 Schmied, 2 Holzbildhauer, 1 Bau- rmd Möbelschremer, 2 Schneider, 1 Friseur, 3 Glaser, 1 Köchin, 10 Dienstmädchen gegen hohen Lohn iür hier und auswärts. Es suchen Arbeit: 1 Knecht, 2 Schlosser, 1 Buchbinder, 3 Schreiner, 2 Küfer, 1 Wagner, 1 Bäcker, 2 Metzger, 1 Wasch- oder Putzfrau, 1 Schuhmacher, 6 Hausburschen, 1 Kutscher, 1 Kellner, 3 Laufsrauen, 2 Laufmädchen, 3 Bureaugehilsen._______________________________ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Staufenberg für das Jahr 1904/05 liegt vom 26. November 1903 an acht Tage lang auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier zur Einsicht der Interessenten offen. Staufenberg, den 23. November 1903. 8790 Großherzogliche Bürgermeisterei ©taufenberg. Stephan. Vorkehrungen gegen bas Einfrieren Der Haus-Wasserleiillngen. Unter Hinweis auf die „Bestimmungen über Anlage der Haus- wafferleitungen zu Gießen" machen wir darauf aufmerksam, daß, um dem Einfrieren des Waffers i« de« Hauswasserleitungeu bei eintreteuder Kälte vorzubcugeu, es erforderlich ist, die Hauswasserleitungen des Abends sür die Dauer der Nacht zu entleeren. Dies geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wasser- meffer befutt-liche Hauptabsperrbahn geschloffen und dann das seitlich desselben oder hinter dem Wassermesser befindliche Entleerungshähnchen, nachdem ein passendes Gefäß untergestellt, geöffnet wird und dies so lange geöffnet gehalten wird, bis das m der Hausleitung sichende Wasser vollständig abgelaufen ist, worauf bezeichnetes Hähnchen wieder geschlossen wird. — Um eine vollständige (Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während derselben das i« dem obersten Stockwerk des Hauses befindliche Zapfveutil der Hausleitung offen zu halten, damit die Luft Zutritt in die Lettung erhalte. — Ein größerer Teil des Wassers kann auch schon durch das Zapfventil der untersten Küche entleert werden, wodurch die Entleerung im Keller vereinfacht wird. — Nach statt- aehabter Entleerung sind diese Zapfventile, welche dem Eintritt der Lust, bezw. der (Entleerung des Wassers dienten, wieder zu schließen. Das Schließen des Hauptabsperrhahues ersolgt durch Aufsetzen des beigegebenen Schlussels auf den vierkantigen Hcchnzapfen und Drehung im Sinne eines Uhrzeigers, bis Widerstand erfolgt. — Das Oeffnen des Haupt- absperrhahues geschieht durch Drehung in entgegengesetztem Sinne, bis Widerstand erfolgt. Behufs Wasserentnahme muß des Morgens der Hcmptabsperr- hahn wieder vollständig geöffnet werden. Abzweigleitungen nach Waschküchen, Badezimmern, überhaupt nach ungeheizten Räumen, Hofräumen, Gärten usw. sind auf die Dauer deren Nichtgebrauchs, bezw. des ganzen Winters, mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu eiUleeren und abzustellen. — Bei anhaltender außerordentlicher Kälte empfiehlt es sich, die Wasserentnahme auch während des Tages auf kürzere festgesetzte Zett zu beschränken und während der übrigen Tageszett die Hauswasserleitungen gleichfalls in oben angegebener Weise abzustellen. Dem (Einfrieren solcher Wasserleitungen, welche durch Küchen unbenutzter Wohnungen geführt sind, kann man durch Unterhaltung eines kleinen Herdfeuers vor- , beugen. Auch empfiehlt es sich, in kalten Klosett- oder sonstigen ««geheizten Räume«, durch welche die Wasserleitung führt, so- fem daselbst die Leitung nicht schon durch eine ausreichende Um- hülllmg gegen Kälte geschützt ist, die Temperatur durch ein Oeschen oder geeigneten Falls etwa durch eine Gasflamme auf genügender Höhe zu erhalten. Sehr kalt stehende, insbesondere auch abgestellte und vorübergehend nicht in Gebrauch befindliche Klosetts (wie in Vereinshäusern usw.) werden durch Einstreuen von etwas Salz (Viehsalz) in das Schlußwasser des Syphons (Wasserabschlufses) gegen Ausfrieren der Schüsseln geschützt. Die Wassermesser nebst dem «ächstanschließenden Teil der Rohrleitung sind während des Winters mit Strob, Säcken oder ähnlichen Schutzmitteln gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich die betr. Kellerfenster geschlossen zu halten. — Die Herstellung aller Waffermesser, die in Folge ungenügenden Schutzes gegen Kälte Schaden erleiden, erfolgt auf Rechnung der Hausbesitzer. — Im übrigen müssen die Waffermeffer jederzeit leicht zugänglich bleiben. Nach vorliegenden Erfahrungen sind es namentlich Neubauten und unbewohnte Stockwerte, deren Wasserleitungen nicht immer die erforderliche Fürsorge geschenkt wird, insbesondere sind auch schon öfters infolge Nichtabsperrens von Garten-Wasserleitungen große Beschädigungen und namhafte Wasserverluste entstanden. Durch die empfohlenen Vorkehrungen wird dem Wasserabnehmer die Lieferung des Wassers möglichst gewährleistet, dem Hausbesitzer aber werden Beschädigungen au Leitung und Gebäude fern gehalten. Wir empfehlen daher vorstehende Vorsichtsmaßregeln allen Beteiligten zur ganz besonderen Beachtung. Länger andauernde Absperrungen, Einwinterungen, Reparaturen und Auftaunngeu von Hauswafferleitnugeu werden am zweckmäßigsten und schuellsten von denjenigen Jnstaüationsgeschäften besorgt, welche die betr. Hauswaffer- leitungen s. Zt. ansgeführt haben und daher die örtlichen Verhältnisse mit ihren empfindlichen Punkten am besten kennen. Gießen, den 24. November 1903. Städtisches Gas- uud Wafferwerk Gießen. Otto Bergen. H Ä Wb- seine und hochfeine Qualität mit höchstem Rabatt am hiesigen Platz. 5% bei Barzahlung (50 ». Berns Mik. 2.50). Vlüteninehl per Pfund 17 Pfg. 5 Pfund ä. Iß Pfg. 10 Pfund ä 15 . Neue Bari-Mandeln . . . per Pfund 80 . feinste handgewählte per Pfd. 90 Pfg» und 1.— Mk. Rosinen . . . per Pfd. 40 50 65 P!g. 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