Zweites Blatt« Freitag ÄS. September 1903 diePost jähtt auLschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen üx die TageSmnnrner jtS vvrrnMogS 10 Uhr. ZettenpreiSr total ILM^ auÄrndr# tO Pig, 153. Jahrgang bcn poltt. and aUflem« tetii U Qttito; für »Stadl und Land^ mrd .Gencdtssaol*: Avaust Gütz; für den An- getg enteil: Hand Beck. Metzener Anzeiger ** General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt flr den Kreis Gießen Bezngoprer-r monat ltch7b Pf., oterteb jährlich Mk. 2.20; durch Abtzole- a. firoetgfteHen monatlich 65 Pf.; durch Mk. 2.—viertel- Nr. ÄÄS Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Kamillen, blätter viermal in der Woche bet gelegt NotattonSdrnck tu Verlag der v rühl'schen Untoerf.-Vuch-n. Stein- bruderet (Pietsch (fcrbett) Medakrion. Expedttton and Drrrckerei: Gchnlstraße 7. tilbrefle für Depeschen: Vln-eiger Gießen. Fernfprechanschluß Nr. 51. Aie heutige Wummer umfaßt 10 Seiten. i . ..■ü'.'Lj_ 1 j.. e———■»—- Bekanntmachung. Detr.: Nebenbahn Butzbach—Sich. 4 Die Bahnarbeiten für die Nebenbahn Butz- ibach — Lich sind von Lich ans soweit gediehen, daß vor einigen Tagen W dem Vorstrecken des Gleises begonnen worden ist. Der Transport der Materialien wird aus der genannten Strecke nunmehr durch Materialzüge mit Lokomotivbetrieb erfolgen. Indem wir dies zur öffentlichen Kenntnis bringen, machen wir gleichzeitig auf die Gefahren aufmerksam, welche dem Publikum beim Ueberschreiten der Bah-n- übergänge erwachsen können. Mit Rücksicht hierauf ist Anordnung getroffen, daß die Annäherung des Zugs an einen Wegübergang durch Läuten mit der Glocke angekündigt wird. Fuhrwerke, Fußgänger und sonstige Paffanten haben alsdann in entsprechender Entfernung vom Gleise die Durchfahrt des Zuges abzuwarten und dann erst den Ueber- gang zu überschreiten. Gießen, den 24. September 1908. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ________________I. V.: Dr. K r a n z b ü h l e r.__________ Bekanntmachung. Vetr. Feldbereinigung in dec Gemarkung Bettenhausen. In der Zeit vom 26. September l. I. bis enschließlich 9. Oktober l. I. liegen auf dem Gemeindehaus zu Bettenhausen I. die Arbeiten des 3. Mschnittes von obiger Feldbereinigung, nämlich: 1) 10 Zuteilungskarten, 2) 1 Band Zuteilungsverzeichnis, 3) 2 Bände Gütergeschosse, 4) 1 Heft Verzeichnis der Bonitätserhöhungen, 5. das Protokollbuch; II. die Arbeiten des 3. Abschnittes über die aus Gemarkung Mlrschenhetm infolge Grenzregulierung zugezogenen Grundstücke: 1) 1 Zuteilungskarte, 2) 1 Heft Zuteilungsverzeichnis, 3) 1 Band Gütergeschosse, 4) 1 Heft GeldausgleichungLoerzeichnis, 5) 1 Heft über Bonitätserhöhungen; III. die Arbeiten des 3. Abschnittes über die aus Gemarkung Birklar infolge Grenzregulierung zugezogenen Grundstücke : 1) 1 Zuteilungskarte, 2) 1 Heft Zuteilungsverzeichnis, 3) 1 Band Gütergeschosse, 4) 1 Heft GeldausgleichungsoerzeichniS zur Einsicht der Betelligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt: Samstag, bett 10. Oktober 1903, vormittags von 9 */, bis 10y, Uhr, im Gemeindehaus zu Bettenhausen, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschloffen sind. Die Einwendungen sind schriftlich abzufaffen, zu begründen und auf Papier in Men- größe (mindestens % Bogen) einzureichen. Friedberg, 22. September 1903. Der Großh. Feldbereinigungskommiffär. S p a m e r, Kreisamtmann. Sarmstävter Arirf. R. B. Darmstadt, 24. Sept. Tic Stadt prangt heute bereits zum würdigen Empfang der fürstlichen Lochzeitsgäste im vollen Festschmuck Tie hohen, laubumwundenen und unt Wappenschildern mrd ,Bannern geschmückten Fahnenstangen ziehen sich vom Main-Neckar-Bahnhof durch die mit eurer prunkvollen Ehrenpforte gezierte Rheinstraßc bis zur Ludwigssäule und von dort geradeaus weiter nach dem alten Reudenzschloß und rechts zum Neuen und Alten Palais. schmuck trägt der Luisenplatz. Der mächtige Sockel der Ludwigssäule ist bis hoch hinauf mit Palmen und Blumen geschmückt, mächtige, laubumwundene Pyramiden tragen Guirlanden und Fahnenschmuck mit schildern, oben Blumenvasen. Die Ankunft des rüstrjchen Kaiserpaares wird, wie schon gemeldet, r^rtag nach^ mittag kurz nach 3 Uhr erfolgen. Erne Schwadron des L.«eibgrenadierregiments Nr. 24, 0essen Ch^ Zar Nikolaus ist, stellt die Ehrenwache. In politischen Kreisen befestigt sich immer mehr die Ueberzeugung, daß wäyrend des mehrwöchigen Aufenthalts des Zaren hier oder in Wres- oaden eine persönliche Begegnung des Letzteren mit Kaiser Wilhelm in die Wege geleitet werden wiro. Die Namen der fürstlichen Gäste bei den Bermahlungsfeier- lichkeiten werden heut abend auch offiziös begannt «geben und entsprechen fast genau den schon früher darüber gemachten Angaben. Bemerkenswert und neu ist nur, daß als Begleiterin der Königin von England nicht der Herzog von Teck genannt wird, sondern Prinzessin Beatrix., Das nrssische Kaiserpaar bringt auch die Prinz es sllrnen-Töchter -nit; ferner werden genannt Großfürst Sergius und Großfürst Georg, beide mit Gemahlinnen, uüd Großfürstin Wera von Rußland. Neben dem König mrd der Königin von Griecherlland erscheint auch das griechische Kronprinzen- paar, sowie Prinz Nikolaus und Prinzessin Helene; Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen bringen auch den jungen Prinzen Waldemar mit Prinzessin Elisabeth, das kleine Töchterchen unseres Großherzvgs, ist bereits gestern von ihrer Diutter aus Koburg hier eingetroffen. Der fürstliche Bräutigam, Prinz Andreas, der gestern aus den Manövern hierher zurückkehrte, hat im Neuen Palais Wohnung genommen, Prinzessin Ludwig von Battenberg, die Mutter der Braut, kam heute aus Schloß Heiligenberg und stieg im Alten Palais ab. Seit einiger Zeit weilt neben zahlreichen, vorbereitenden russischen Beamten auch eine Anzahl russischer Geheimpolizisten hier, welche unter den vielen in Darmstadt lebenden Russen, namentlich den die Technische Hochschule besuchenden Studierenden, genaue Umschau halten. Wie beim vorigen Besuch des Zaren, soll auch diesmal verschiedenen Personen russischer Nationalität, deren Bonität nicht ganz zweifellos feststeht, für die Dauer des Älus- enthaltes des Zarenpaares in Darmstadt das Verweilen hier und in der Umgegend verboten worden sein. Ein russischer Student der Elektrotechnik, Willmer aus Südrußland, dessen politische Umtriebe schon der hiesigen Behörde bekannt waren, wurde des Landes verwiesen und nmßte binnen wenigen Stunden abreisen. Komische Tagesschau. Die Forderung der Wehrsteuer. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt uns unterm 24. September: Tie Agitation zu Gunsten der Einführung der Wehrsteuer wird auch seitens militärischer Kreise betrieben. Man hat hierbei wohl einen besonderen Zweck im Auge, und die Annahme dürfte nicht ungerechtfertigt sein, daß dieser Zweck mit dem Militärpensionsgesetz zusammenhängt. Die militärischen Kreise rechnen mit Bestimmtheit darauf, daß dies Gesetz dem Reichstag schon in der nächsten Session vorgelegt wird, und sie erwarten darin Bestimmungen mit rückwirkender Kraft, derart, daß die Erhöhung der Pensionen auch den zur Zeit im Ruhestände lebenden Offizieren zuteil wird, die, wie man mit Recht hervorhebt, in schwerer Zeit dem Vaterlande gedient mrd vielfach dabei ihre Gesundheit zum Opfer gebracht haben. Die Verleihung rückwirkender Kraft an das neue Militärpensionsgesetz würde natürlich die Bereitstellung nicht unbeträchtlicher Geldmittel erfordern, und diese Mittel möchten die militärischen Kreise durch die Wehrsteuer aufgebracht wissen. Wie oer neue Reichsschatzsekretar Frhr. v. Stengel sich zur Frage der Wehrsteuer stellt, ist nicht bekannt. Als Süddeutscher vielleicht etwas freundlicher, als Frhr. v. Thiel- mann, da ja in Bayern und namentlich in dortigen Zen- trnmskreiscn der Wehrsteuer das Wort geredet wird, wie das auch Abg. Speck, der angesehene bayrische Zentrums- maun, im Reichstag wiederholl hat. Die Wehrsteuer wird aber jetzt auch zur Auffüllung des Reichsinvaliderifonds — wie kürzliche gemeldet — empfohlen. Um nach zwei Sellen hin Verwendung zu finden, dazu reichen freilich die Erträge aus der Wehrsteuer nicht entfernt aus. Deutsches Kelch. Berlin, 24. Sept. Staatssekretär v. Tllpitz hat sich heute nachmittag nach Rominten zum Vortrag beim Kaiser beaeben. — Maxim. Harden, der Herausgeber der „Zukunft", hat an den Redakteur der „Tägl. Rundschau" einen Brief gerichtet, worin es heißt: „Erweislich wahr ist: Mehring hat mir, dem politischen Gegner, dem „Bismarck-Schwärmer", seinen Parteigenossen Schönlank als „Buben", als Kümmel", als „Schuft" denunziert, und wenige Jahre danach für das Blatt desselben Schönlank Artikel geschrieben." — Dem „Vorwärts" zufolge schritt bei der L e i ch e n - feie r des auf dem Dresdener Parteitag verstorbenen Sozialdemokraten Meiling die Polizei ein und entfernte mehrere rote Schleifen von den Kränzen der Teilnehmer. Nürnberg, 24. Sept. Auf der Konferenz zwischen den Delegierten der Regierungen der Mainuferstaaten über die Fortführung der Mainkanalisation bei Aschaffenburg hat der Schwerpunkt der Verhandlungen dieTarif- Politik betroffen. Preußen verlangt Sicherheit, daß die bayrische Regierung nicht eine Eisenbahnpolitif von Aschaffenburg aus . treibt und Preußen und Hessen schädigt. Preußen verlangt jeweilige Verständigung wegen, der einschlägigen Tariffragen mrd konzediert, daß Frankfurt Main aufwärts, Aschaffenburg Main abwärts nicht Verkehrsabschluß, sondern Ausgangspunkt ist, und schätzt dieses Opfer auf 4i/2 Millionen Mark. Weiter will Preußen nicht gehen. Daß Bayern auf der bayrischen Strecke niedrigere Masserabgaben erheben kann, als Preußen, wurde diskutiert und ist bereits festgelegt, ebenso, daß Bayern den Sicherheitshafen an der Grenze baut. Die Konserenzdele- gierten können den Abschluß natürlich nicht herb ei führen, sondern nur verhandeln. CZ wird zunächst die bayrische Regierung ihren Standpunkt namentlich bezüglich der TarifpoUtik, schriftlich rmd auf diplomatischem Wege dar- legcn müssen. So schnell, wie es in der Presse vor kurzem hieß, wird es mit dem Abschlüsse dee. Staatsvertrages nicht gehen können. Es ist auch nicht anzunehnren, daß die beiderseitigen Landtage schon in oer nächsten Session mit einer Vorlage betraut werden. Jedenfalls ist man in Nürnberg wiederum einen Schritt weiter gekommen. Kirche u«d Schul«. Rom, 24. Sept. Kardinal RamPolla legte all, Aemter bis auf das des ersten Erzpriesters an St. Pete, nieder, um sich den Arbeiten an einem großen Ge schichtswerk zu wivmen. Die Familie Sarto verzichtet aus den rö mischen Adel. Nach der Bulle Benedikts XIV. über das römische Patriziat und seine Verleihung werden Brüder und Schwestern jeden Papstes von Rechts wegen Mllgliedei des römischen Patriziats. Die Verfügung Benedikts t>ar* nicht verwechselt werden mit anderen Adelstlleln, die bei Papst seinen Brüdern und Schwestern oder anderen Verwandten verleihen kann, indem er sie zu Fürsten, Her^ zögen und Marchesen macht. Die Aiifnahme in das römische Patriziat kann nur und muß für Brüder und Schwesterr erfolgen als die nächsten Verwandten des Papstes. Jetzt besteht nun der merkwürdige Fall, daß Vollstrecker dei Verfügungen Benedikts die italienische Reg7ierung ist, web der König von Italien die Souveränitätsrechte der Päpste und der anderen Staatshäupter der Halbinsel übernommen hat und bestimmt wurde, die Bräuche der Begründer der verschiedenen regionalen Adelstitel bestehen zu lassen. Das heraldische Amt also müßte dem König Vorschlägen, bü Aufnahme bes Herrn Angelo Sarto unb seiner Schwestern unter bas römische Patriziat zu verfügen. Aber, wie eg scheint, hat Pius X., auf vertraulichem Wege wissen lasserx daß das heraldische Amt sich nicht bemühen^solle, da sein. Verwandten keinen Anspruch auf den Notabilllätstitel et- höben. Man glaubt, daß das Amt dem Wunsch des Papst eg nachkommen wird, obgleich die Bulle gesetzliche Wirkung hat, und das Amt sie eigentlich befolgen müßte. Ausland. Paris, 24. Sept. Ma rineMinister Pelletan^ der von mehreren Berichterstattern über Admiral Ma- rschal befragt wurde, sprach sich über Indiskretionen des Admllals sehr entrüstet aus, insbesondere, daß dieser nicht Privatgngelegenheiten eines Mariueosfiziers geschont habe, der wegen Selbstmordes eines Mädchens in Jndo- china auf Veranlassung Maröchals vor das Untersuchungs- gericht gestelll wurde. Pelletan tadelte in einem Schreibet Marechal, worauf dieser brieflich erwiderte: „Ihr Schreibet kann nur von einem haßerfüllten Unterbeamten ausgehew der lediglich Vernichtung verdient. Ter Minister, in desser Adern französische Ehre, ftanzösisches Blut ist, kann sich nicht so tief erniedrigen." Diesen Brief legte Pelletan dem Ministerrat vor. Dieser war höchst erzürnt und einstimmig der Ansicht gewesen, daß Mar6chat streng bestraft wer« den müsse. Marechal sagte seinerseits, Pelletan habe chn beschimpft, der Lüge geziehen und chm vorgeworsen, daß der Untersuchur-gsrat von ihm ausgesucht sei. Das sei eine Infamie. Rouen, 24. Sept. Der Fürst von Monaco hat einen von Kaiser Wilhelm gezeichneten Entwurf vorgelegt, welcher ein weißes Kreuz auf rotem Grunde enthält. Tas Ganze ist übersät mit roten und weißen Sternen. Das Berner Friedensbureau hatte diesem Entwürfe zugestimmt und mll Genehmigung des Kaisers noch in ine Mitte der Fahne einen großen SKrn angebracht mll der Inschrift „Pax". Ter ganze Entwurf sollte dem jetzigen Friedenskongreß zur Genehmigung vorgelegt werden, findet jedoch von englischen und amerllcmischen Delegierten prinzipiell Widerspruch. Von den ftanzösischen Delegierten wurde der Entwurf im allgemeinen gutgeheißeu und man erblickte in dem Werk des deutschen Kaisers ein Entgegenkommen gegen die Friedensbewegungen, welche vielleicht von praktischem politischen Werte sein körmte. Auf Anttag des englischen Abg. Clarke wurde eine Adresse an den Präsidenten der französischen Republik beschlossen, er möge seinen persönlichen Einfluß in dem Sinne der Herbeiführung einer Einstellung der Waffenrüstungen bewllken. Auf Anttag des nämlichen Abgeordneten wurde eine Adresse an die ftanzösischc Regierung beschlossen, mit dem Ersuchen, sie möge die Initiative zu internationalen Verhandlungen behufs Einstellung weiterer Waftenrüstungen ergreifen. Auf Vorschlag des französischen Abg. Hubbard beschließt der Kongreß, die nötigen Schritte zu veranlassen, damit die die Friedensöestrebungen untere stützenden Abgeordneten in allen Parlanienten gleichzeitig eine Resolution einbringen, welche die betteffenden Regierungen auffordert, in kürzester Frist eine Herabsetzung der Militär- und Marineausgaben herbeizuführen und sich in dieser Richtung mit den ftemden Regierungen zu verständigen. Auf Antrag der Baronin Suttner schließt sich der Kongreß dem Beschlüsse der letzten' in Wien abgehallenen interparlamentarischen Konferenz an, der die Einberufung eines neuen Kongresses von Re- gierimgsbevollmächtigten anstrebt zu dem Zwecke, die im Schlußprotokoll der Haager Konferenz versprochene Brüstung durchzuführen. Ein Zusatz des Belgiers Lehaie verlangt gleichzeitig die Aenderung dieses Schlußprotokolls in dem Sinne, daß künftig jeder Staat bellreten kann, ohne daß die übrigen sich über seine Zulassung zu äußern haben. Wien, 24. Sept. Abgeordnetenhaus. Im Einlauf befindet sich ein Anttag des Abg. Sch,reller und Genossen, in dem die Regierung aufgefordert wird, bei den Handelsvertragsverhandlungen mit Deutschland die Schäftung einer Zolleinigung arvu» bahnen unb für die 1 Adige Umgestaltung des Verttags- vcrhältnisses in diesem Sinne vorzusorgen. Abg. Paxa interpelliert den Ministerpräsidenten wegen der Lage der Christen in 9)taccDonien unb des Vernichtungskampfes der Türkei gegen diese, wobei darauf hingewiesen wird, daß die Großmächte zu dieser, dem Charattcr der Krieg- sühnmg zwischen zivilisierten Staaten in keiner Weise ent- Glockengeläute stattfinden soll. 25. Sept. (Eigener Draht sd. D a r m st a d t Mitteilung gemacht, daß die Weihe des Friedhofes durch bie evangelische Gemeinde am nächsten Sonntag nachmittag 4 Uhr feierlich, als besondere kirchlich-gottesdienstliche Handlung, mit Das Petersburger Kabinett hat sich entschlossen, angesichts der immer noch zweifelhaften Absicht ten der bulgarischen Regierung mit einem kalten Wasserstrahl die erhitzten Köpfe auf dem Balkan zur Be- .--II I- . / .... _____ hurS S fr-v\ Stelle wurde der Leiter des Elberfelder Armenwesens, Beigeordneter Aders gewählt, und der Vorstand durch Justtzrctt Mu hl and aus Colmar ergänzt. Am Abend führte nach altgewohnter Weise eine Begrüßungsversammlung die Teilnehmer zu gemütlichem zwanglosem Zusammensein in den schönen Räumen der Gesellschaft „Verein" Aus Aladt und Land. Gießen, den 25. September 1903. *" Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den Oberlandesgerichtssekretär Justizrat August Scharmann beim Oberlandesgericht auf sein Nachsuchen unter An- sprechenden Art dcS Vorgehens schweig« uitb durch dies Sä-wcigen bie türkische Regiernng ui ihrem mprberlschen Verfahren unterstützen. . - . * Sliernewiec, 24. Sept. TaZ Karserpaar ift heute nachmittag mit den Kindern n a ch Dar mstad t ab- gereist. ** Ueber Steigen und Fallen der Butter^ Preise im Manöver-Terrain wird ans Wetzlar geschrieben: Unter den mancherlei Erscheinungen, welche die letzten Manövertage mit sich gebracht hatten, war auch ein enormes Schwanken der Butter- und Eierpreise zu verzeichnen. Während in den Tagen vorher für das Pfund Butter bis 1.50 Mark bezahlt wurde, wuchs am letzten Markttage die Zufuhr aus den Orten des Kreises in solchem Maße, daß die Verkäufer bald ftoh waren, als fte noch 1 Mark erhielten. Gar mancher konnte seine Verkaujs- ware gar nicht einmal los werden und mußte sie wieder nach Hause schleppen. Viele Landleute hatten nämlichemit ihren Vorräten zurückgehalten und gehofft, am lchteu ^age vor der Einquartierung recht hohe Preise zu erzielen. Natürlich hatten die meisten Hausfrauen aber schon früher vorgesorat, und so kam denn das Uebergebot zu stände. Auch das sehr große Angebot von Geflügel kam vielfach versetzt und den Landgerichtssekretär bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Justizrat Dr. Max Mayer zum Ober- landesgerichtssekretär bei dem Oberlandesgericht ernannt. — Der Militäranwärter und Brückenmeisteraspirant Peter Anton Allmannsdörfer aus Mühlheim wurde zum Brückenmerster an der fliegenden Brücke bei Oppenheim ernannt. ** Sitzungen des Schwurgerichts pro 3. Ouartal 1903. Folgende Fällen stehen zur Verhandlung: Am 28. September stehl wegen Kindesmordes Marie Hurna aus Obbornhofen vor Gericht; am 29. September Heinrich Mandler aus Allendorf a. d. Lahn wegen Körperverletzung mit tätlichem Erfolg; am 30. September Wilhelm Merle aus Angenrod wegen Sittlichkeitsverbrechens; am 1. Oktober Joh. Heinrich Möckel aus Langenhain wegen Brandstiftung!; am 2. Oktober Paul Graulich aus Wallersdorf wegen Meineides; am 3. Oktober Valentin Schäfer auS Berns- Hausen wegen Verbrechens im Amte. ** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse fielen drei Gewinne von 5000 Mk. auf Nr. 3583 (nach Darmstadt) 22218 (nach Gonsenheim) 74849 (nach Mainz), Gewinne von 3000 Mk. auf Nr. 26063 39689 46392 61775 74032 74849 75875 78226 83629 94744 99355, Gewinne von Ernte ist der Vernichtung preisgegeben. Morde sind an der Tagesordnung. Bei alledem setzt sich Fürst Ferdinand aufs hohe Pferd, er be scheid et das An errieten des Sultans, über die Be- rutiiaimq Macedoniens mit Bulgarien zu unterhandeln, stolz dahin, sich auf schriftliche Vorschläge der Türker em- lassen zu wollen. Fürst Ferdinand tauscht eigenmächtig bie Rollen. Der Vasall diktiert dem Suzerän Bedingungen! Das russische Manifest hatte bei weitem schärfer dre von Anfang an unaufrichtige und unehrliche Haltung der bulgarischen Regierung in den Wirren kennzeichnen sollen. Die „schwersten Folgen" Hütten vor allem den bulgarischen Friedensstörern angetündigt werden müssen, denn das muß man der Pforte billigerweise zugeben, daß sie, soweit es in ihren Kräften stand, den von Petersburg und Wien erteilten Weisungen formt Folge geleistet hat. Die türkischen Grausanlkeiten süid gewiß zu benagen, aber dre Erweckung des mujellnännischen Fanatismus i)t eben das Werk Bulgariens, seiner Begünstigung und Schürung des Aufstands in Macedonien. 5U ’pat®ro6en = Sinben, 24. Sept. Bei den Wahlen zur Kirchen-Synode wurden für unsere Pfarrei als weltliche Mitglieder wiedergewählt. Landtagsabgeordneter und Bürgermeister Leun von hier und als dessen Stellvertreter Altbürgermeister Germer von der Filiale Klein-Linden. () Lang-Göns, 24. Sept. Der hiesige Turnverein veranstaltet am nächsten Sonntag im Turngarten und in den Lokalitäten des Gasthauses zum Schwanen em Abturnen. Um 3 Uhr beginnt das Schauturnen, an das sich ein Damen-Reigen anschließt. Dann folgen Konzert und pfang abgelehnt. S. K. H. der Groß her zog wird mit ben hier anwesenden hohen Anverwandten am Bahnhof — Nach der Ankunft rm neuen Palais wird der Tee'eingenommen und dann um 7 Uhr der Theatervorstellung von Grillparzers „Sappho" beigewohnt. O f f e n b a ch, 24. Sept. Em s e l t s a m e r F a n g wurde gestern gegen abend im Stadtwalde gemacht. Schon seit etwa einer Woche hatte sich in den Wäldern in der Umgegend von Heusenstamm ein „ftemdländisches unbekanntes Wttd von hellgrauer Farbe und in Größe eines starken Kalbes" Herumgetrieben, ohne daß es trotz allen Anstrengungen gelang, desselben habhaft zu werden. Gestern nun wurde es im Stadtwalde an der Tempelseemühle bemerkt und mit vieler Mühe glückte es Herrn Restaurateur Stieler lim Verein mit mehreren Leuten, das Tier, ein junges Zebu, einzufangen; es wurde vorläufig von Herrn Stieler in Pflege genommen. Das junge Bnaelrind ist Eigentum des Großherzogs; es war am 16. Sept, vom Jagdschloß , Wolfsgarten entlaufen. (O. Ztg.) 23. Kongreß des Aeulschen Hereins für Armenpflege und Wohltätigkeit. (Eigener Bericht des Gieß. Anz.) L 94 120ÖÖ"mf.’ auf 91r. 3016 3401 (nach Alsfeld) 3437 8866 Elbersel d, 24. . > Friedhofsweihe. Der Evangelische Gesamtkirchen-- diesem vorstand erläßt in der heutigen Nummer unseres Blattes eine türkischen wie bulgarischen Kriegshetzern zu Gemüte geführt, daß sie von Rußland nicht die g e r i n * a Ä — stützung zu erwarten haben, wenn sie nip . VM, — ------- - - c. , .... - , arramuu l v —- -------- Vernunft kommen und, statt Tod und Verderben über die Mansch. Es ist aber das hohe Verdienst der Begründer . ^g^ordneten" Reinhart in Worms und > Schön - christliche Bevölkerung in Macedonien heraufzubeschworen, ^r Elberfelder Armenpflege, besonders des edlen Daniel . 6^0^35^erau gehören am heutigen Tage ftch mit den zunächst erreichbaren Reformen begnügen. Die bet Heyde, daß sie diese Gedanken in die bürgerliche 25 Jahre der Zweiten Kammer als Mit- Kundgebung der russischen Regierung können wir leider cms Armenpflege einaeführt und durch eine treffliche Orgarn- . - h^ser Feier hat Präsident Haas den- Raummangel nicht wörtlicy mittellen, sie i,t aber als letztes ihre Durchführung gesichert haben. Die Grundzuge » > folgendes Glückwunsch-Telegramm zugehen lassen: Wort aufzufassen. Fruchtet auch diese „Verwarmrng" nicht, ^ser Organisation sind: die Ermöglichung einer durchaus ' heutiaen Tage begehen Sie Ihr 25jähriges Jubiläum dann dürfte der Zeitpunkt gekommen fein, daß die Balkan-1 individuellen und gründlichen Behandlung der Armensur- " Mitalied der Zweiten Kammer. Zu dieser Feier sende Wächter die Flöte auf den Tisch legen und der Pforte fteie [0^ durch eine große Anzahl ehrenamtlicher Armenpfleger, . namens der Kammer und im eigenen die herzlichsten Hand lassen zu einem kriegerischen Vorgehen gegen Bul- ^wie Weckung des Gefühls der Verantworttichkert durch M^gnsche in dankbarer Anerkennuirg Ihrer hohen Vergärten. Das Recht der Pforte, in dem Vasallenstaat mrt l^e starke Dezentralisattvn in Bezirken und eine weitgehende ... bie Interessen des hessischen Landes, sowie militärischem Aufgebot Ordnung zu schafs^r, rst bereits Händigkeit der Bezirks Versammlungen. Elberfeld war allezeit srermdlichen kollegialen Gesinnung. Möge von der Diplomatie anerkannt, es steht auch im Einklang ^nials in der glücklichen Lage, eine große Zahl tüchtig^ vergönnt sein, als Volksvertreter zum 9cutzen mit der Praxis des Völkerrechts. Jedenfalls wurde es Lnib eifriger Armenpfleger stellen zu können. Hrerdurch. . ^Bevölkerung noch viele Jahre in ungeschwächtcr Kraft der bulgarischen Regierung nichts nützen, wenn fte dagegen eine feststchende Tradition in Elberfeld geworden, 5^ " —Vom Präsidenten R ein h a r t ist daraus- Protest erhöbe. Dafür dürfte selbst der bulgarenfreund- die Tellnahme an der Armenpflege als eine unab- Antwort eingelaufen: „Für Ihre mir auch liche ftanzöfische Minister des AuswM:tigQü-Deleafls, nur ^eisbare Verpflichtung für jedermann, als eine Vorschule ^mens der Kammer ausgesprochenen Glückwünsche em- ein bedauerndes Achselzucken haben. Ein Befehl des Sul- ^de Mitarbett am bürgerlichen Gemeinwesen und als ^ie den herzlichsten Dank mit dem feierlichen Verlaus ordnete bereits den sofortigen Ankauf bonL{ne hohe Ehre galt. So hat Elberfeld ein so eindrucks- auszuharren im Dienste des Landes, solange mir 75 000 Kilogramm rauchlosen Pulvers an. Auch ^Ues Vorbild gegeben, daß dies System allerdings das .J a Kraft verleiht Reinhart." — Die Großh. Re- das deutet auf den Entschluß der Pforte hin, ernen Schlag System geworden ist, ohne das wir eine geordnete Armen- . ' üon bevm Jubiläum keine Mtiz. gegen Bulgarien zu suhrem Die Verschwörer setzen. ihre ^ge in deutscher Art nicht denken können. Bei seinem * Darmstadt, 25. Sept. (Eigener Drahte Schreckenstätigkett mit einem Eifer fort, der die türkischen Sieaeszug durch das deutsche Land hat das System manche < . ; . x = russische Zarenpaar hat großen Em- Maßregeln geradezu verspottet. Die „N. Fr. Pr." berichtet Wandlung im einzelnen erfahren, den verschiedenen Ver-I er i cq y tun J JA heute aus Konstantinopel: Der bulgarische Bandenführer hEnissen der deutschen Städte entsprechend. Aber überall Schischmanow sagte im Verhör im Jildiskiosk aus, die ^^n Erfolg gezeittgt, daß die Armenlasten vermindert Führer der Bandenbewegung hätten beschlossen, die Ka- ^rüen Währerw die Leistungen der Armenpflege an llm- jerne und die Munitionsdepots in Kirkillsse, einige Kon- - und Intensität wuchsen. In wachsendem Maße wurden julate in Wrianopel, die Marizabrücke und die Ka- ^e Frauen zur Mitarbeit herangezogen, und die hat sich fernen m Dfier und Mustaphapascha, sowie die Ersen- starken Widerspruches von fetten der älteren Bertteter, bahn, mit Dynamit in die Luft zu sprengen, sgr die Durchfübruna einer individuellen persönlichen Im Kreise Kotzarm und bei Prespa haben neue Ban- fürsorge sehr förderlich erwiesen. Auch Elberfeld hat denkampfe stattgefunoen. Die Bulgaren hatten gegen h u n- be'm 'nicgt endogen und damit den Beweis geliefert, d er t Tote, oEnter einige Führer Kommandant Tw-auch nach 50 Jahren der alte Geist noch lebendig ist. nowo un Sanojchak Kirkttisse meldet, daß Komitadschis r ’ ------— bie Dörfer Göktece, Kar an er e und Erreris verwüstet, femrer in Beternau bei Vasilikos die Moschee, den Militär- iurm, sowie acht Häuser verbrannten. — Adrianopeler Konsularmeldungen besaaen, daß im Kreise Tirnowo von komitadschis sieben türkische, von Truppen und Vaschi- bozuks neunzehn bulgarische und griechische Dörferverbrannt und gep lünd er t wurden. Zah lr eich e un-, . m , ri begrab ene Leichen verpesten die Luft. Die s erkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand Sturm im ongarischeu Avgcorduetcuyause. Wie aus Budapest gemeldet wird, war schon lange vor Eröffnung der Donner^ag-Sitzung des Abgeordnetenhauses der Sitzungssaal über-ftllr. Vor dem Gebäude hatte sich eine riesige Menschenruenge augesammelt, die wiederholt p diesmal beschäftigen werden, geben chm dies be- 96057. Hinaus!" daran verhmüerr. Nachdem der Lärm etwaI^licht sondern schon der Kvngreßort selbst, und! 10 Minuten gedauert hatte, trat der dchg. Rrgo mif d n befonderc Anlaß der den Kongreß gerade in biefem . ----- ------- , Ministerpräsidenten zu und rwf: „Versuchen Srenicht ° ;oE b, ^ch der Name der Stadt Bekanntmachung, die allgemeines Interesse und allgemeine -u sprechen und rerzen sre^uns nrcht!Es.^tstmch hrer- ^n oen Kreisen der Armenpflege einen hohen Spannung heroorrufen wird. Es wird nämlich darin bic aus ein ungeheurer 4,11mu11 w per wwnx „Elberfelder System", d. h. die Organi-1 mußte dre Sitzung unterbreche. ^d^aufmchme bür Iid ell Armenpflege in der Stadt Elberfeld, der Verhandlungen teilt Apponyi ruck, daß Gras Kyueu 1 dentscken Städte aeradezu musterailtia und vor- Ri«-- Lj,--».- «u «i»° ---Ich»- d°- Smm.-i.-I d-ii»' im- M S? die Behandlung des Zwischenfalls der Untersuchungskom- Bertreter des Elberfelder Systems gewesen ist, die Mission Überwerse, ergrerft der Mrnrsterprasrdent d-L Lort, «Mg«Fechr durch seine Tagung verherrliche, ist jedoch w dem ungeheuren ^utt kmrm verstandl ^ Mrttelpunkt der Feier soll die Einweihung eines zu ^m Laufe seiner Rede tomml Gras »fy^en zu der eteiu, der Begründer der Elberfelder Armenpflege werden. Volkspartei wendet sich mit entrüsteten. Zurufen gegen die Kofsuthpartei. Der Lärm und Tumult spotten jeder Beschrettung. Inmitten des Lärms ruft eine Stimme: „Es lebe der Kj?nigi" Stürmische, minutenlange Ruse rechts: , lebe der Körrig!" Von der linken Sette hört man den Ruf: „Es lebe die Verfassung!" ^tachdem die Rühe wiederhergestellt ist, setzt der Ministerpräsident seine Rede fort, und schließt mit dem Anträge, das Haus möge sich bis zur Konstituierung der Regierung vertagen. Barabas erhebt sich, um eine Entschuldigung vorzubringen, und beginnt seine Rede damit, daß er jagt: Es gttt niemanden, auch in der Regiernngspartei nicht, dessen Herz nicht von Bitterkeit erfüllt ist. (Stürmischer Widerspruch rechts.) Aus die Zurufe einiger Atttglieder der Kossuthparter setzt sich hierauf Darabas, ohne ein Wort zu seiner Entschuldignng zu sagen. Der Prästtent beantragt, über Barabas eine protokollarische Rüge zu verhangen, was angenommen wird. Der Fall des Abg. Lengyel, der trotz wiederhvller Zu- reihtweisung gelärmt hat, wird vom dsLäsidenten an den Ausschuß verwiesen, der über die Ausschreitung Lengyels crburteilen wird, sodann vertagt sich das Haus, bis sich das neu zu bildende Kabinett vorstellen wird. ____ Aas letzte Waynwort an den Zralkaa. zusammen. c Die eigentlichen Verhandlungen finden heute und morgen in diesen Sälen der Stadthalle statt. Wie von Elberfeld zu erwarten war, hat sich eine sehr stattliche Versammlung, namentlich auch aus den Kreisen der Elberfelder Armenpflege, Damen und Herren, zusammengefunden. Nach der Wahl des Bureaus, in das der Vorsitzende des Vereins, Stadttat L u d w i g W o l f aus Leipzig zum ersten, Beigeordneter Aders zum zwetten, Stadttat Fredrichs aus Ewerseld zum dritten Vorsißenden be- ^men-Neiaen unlulucbi. »... rufen wurden, begrüßte der Oberprasrdent d-r Schern- . a®, Abend Fackelreigen, turnerische Aufsühr- provinz, Excellenz Dr. Rasse den Kongreß, zuglerch rrn ^nz, wme ü Namen der Kgl. Staatsregierung, mit warmen Wortm. Nauhe im, 25. Sept. Heute früh 9Ve Uhr Ihm schloß sich der Oberbürgermeflter von Elberfeld, Dr. in Mmesenheit des Kurdirekiors v. Gr o Im an, Funk, im Namen der Siadt an. ^,er besonderen Bedeut-^fer, des Direktors der hiesigen Kur- ung der Tagung entsprech^, wurden dre eigmÜ-chen Ver- ^g^^llmeisters de Haan-Darmstadt, sowie zwei Handlungen eroffnei ^rrch einen Vortrag des 1 Oberbauraten als Vertreter des Ministeriums und ernes rers des Verems, Stadtrai Dr. Munsherbertz.aus Berlrn, I pxz 5>ochbauamies z>u Friedberg, Musikprobe über das „Elberselder System".Er hatteflchnrcht bte neu errichieten Musikpavillon am nörd- Aufgabe gestellt, ernen geschrchtllchen Ruckblrck auf die Be- U(£ Ausgang der Terrasse statt. Der alte Musikpavillon gründung und Entwicklung des Elberfewer Systems rm be]. ^„stoßenden gedeckten Halle soll abgerissen und einzelnen zu werfen da darüber eure von der Stadt heraus- st dahinter liegende Spielplatz zur Vcrgrößerrrng irnd Vcr- gegebene und den Terlnehmern des Kongresses uberrerchtc ^^biterung der Terrasse verwanüt werden. Ein dcfrnrtiver xou||cn.|iwii/i vn. v.yig.v.. .»n. jj-i "„7" VT—V" i-' Festschvrfl vuf das beste unterrrchtet. Ihm tarn cs auj üfcer die Ausführung dieser Projekte tonnte jedoch sonnenheit zurückzuführen. Wirt Allem Nachdruck wird faen cine grundsätzliche Würdigung der Bedeutung des Systems 1^.. gefaßt werden, da auch die betr. Voranschläge ■' —C“’ an. Tas System, so fühRe er aus, ist im Grunde kern BeEiäung den Hess' Landständen erst vorgelegt wer- n g st e ll n t e r-1 ^eues. Zu Grunde liegt chm das Syftem der alten chrrst» ö icht endlich zur ^chen Diakonie, der Gedanke der Hilfe von Mensch zu Darmstadt 24 Sept Die „N. H. $61." schreiben: Groß-Umst adt, 22. Sept. Ein Müller ans der Nachbarschaft hatte einen Knecht, der bis tief in die Nacht hinein, ohne eine Spur von Schlaf zu zeigen, ununterbrochen arbeitete und es soweit trieb, daß er meistens nur drei Stunden Schlaf des Tages sich gönnte. Sein Herr stellte ihn hierüber zur Rede und meinte in scherzhaftem Tone: „Ich glaube, Hannes, Du gewöhnst Dir das Schlafen noch gänzlich ab?" Als der Knecht allen Ernstes erwiderte, das ser ihm ein Leichtes, t)cmi das Schlafen sei nur eine „faule Angewohnheit, versprach ihm der Müller zwei Doppellroucn, wenn er dies Kunststück nur sechs Tage lang aussühre. Unser Hannes machte sich richtig daran und übernahm Tag und Nacht den Dienst, ohne eine Minute zu schlafen. Arn vierten Tage jedoch übermannt ihn am Hellen Tage Gott Morpheus so sehr, daß Hannes vor den klappernden Dcühlenrädcrn hinfällt und unaufhörlich volle 30 Stunden hindurch schläft, und auch! auf alles Rufen und Zerren hin nicht aus seinem Bärenschlaf aufzuwecken ist. Als später unser Hannes wieder zu sich gekommen ist, will er sich um alle Schätze der Welt nicht mehr zu einer ähnlichen Wette verstehen, sondern huldigt fortan selbst recht fleißig der „faulen Angewohnheit". Mainz, 24. Sept. Die füt das hessische Leibregiment 117 in der Neustadt errichtete Kaserne, die seither den Namen Barbarossa-Kaserne führte, ist auf den Wunsch des Großherzogs nach seiner Mutter Alice genannt worden, wozu der Kaiser seine Genehmigung er- tellte. Der Großherzog hatte die Absicht, sein gestern aus dem Manöver zurückgekehrtes Regiment Nr. 117 selbst in die Kaserne zu führen. Ta jedoch die Kaserne noch nicht vollständig fertiggestellt ist, wurde die Einweihungsfeier aus den 15. Oktober verschoben, zu der voraussichtlich die dann noch in Darmstadt anwesenden Fürstlichkeiten erscheinen werden. Frankfurt a. M., 24. Sept. Amtlich wird gemeldet: Ter von hiesigen Zeitungen vor kurzem unter der Marke „Meder ein Ueberfall im Stadtwald" gebrachte Raubaufall auf den Diener Julius Senft aus Neunstetten durch zwei Burschen auf der Forsthausstr atze, wobei dem mehrmals gestochenen und zu Boden gerissenen Ueber- fallenen eine Uhr mit Kette und ein Portemonnaie mit 45 Mark Jnhall gewallsam weggerissen fein sollten, hat sich als Schwindel herausgestellt und ist von Senft völlig aus der Lust gegriffen worden. Senft, ein mehrfach vorbestrafter Mensch, ist zwei Tage vor dem Ueberfalltage ans dem Strafgesängnis in Preungesheim entlassen worden und im Besitze keines Pfennigs gewesen. Er ist zurzeit nicht auffindbar. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Machbarstaaten. Wie aus Bensheim berichtet wird, platzte dort in der Papierfabrik von Euler ein Zylinder, wobei ein Werksührer getötet und 4 Arbeiter schwer verletzt wurden. — Einen Selbstmordversuch beging der Musikdirektor Karl Krebitz in Worms, indem er sich mit einem Messer einen Stich in die Herzgegend beibrachte. Er wurde in das Krankenhaus eingeliefert. Das Motiv der Tat ist unbekannt. Vermischtes. • Berlin, 25. Sept. Gestern abend stellte die Omnibusgesel schäft auf Anordnung des Polizeipräsidiums den Betrieb ein, um Zusammenstöße mit den aus den Fabriken heimkehrenden Arbeitern zu vermeiden. Es schlossen sich dem Streik der Omnibusangestellten bisher 2/s des Personals an. Die Verhandlungen der Direktion mit den Ausständigen wurden einstweilen abgebrochen. • Köln, 24. Sept. In dem benachbarten Poll spielten Kinder mit Feuer, wodurch ein großer Brand entstand, der drei Häuser mit Anbauten emäscherte. * Köln, 24. Sept. In Kalk fiel der Betonboden eines Neubaues in der Aktienbrauerei ein. 5 Personen wurden verschüttet, von denen drei schwer verletzt nach dem Krankenhause gebracht wurden. 2 erlitten leichte Verletzungen. * Essen a. d. Ruhr, 24. Sept. Fähnrich Hüssener stellte gegen die „Ess. Volksztg." Strafantrag wegen Beleidigung, wurde jedoch von der Essener Staatsanwaltschaft abgewiesen. * Einbeck, 25. Sept. Dem „Konfektionär" zufolge erhob der Aufsichtsrat der Fabrik Behrens mechanische Weberei gegen den Direktor Karl Behrens bei der Göttinger Staatsanwaltschaft Anklage wegen einer Reihe Bilanz- -sälschungen, Betrugs und Urkundenfälschung. Das Verfahren ist bereits eingeleitet. * Oschersleben, 24. Sept. Vor einigen Tagen verstarb hier die neunjährige Tochter des Arbeiters Meyer nach ärztlicher Feststellung an Gehirnentzündung. Da das Kind, nach Ansicht der Mutter, in der Schule vom Lehrer Schläge über den Köpf erhalten haben soll, wurde die Exhumierung der Leiche angeordnet. Ueber den Obduktionsbefund wird Stillschweigen beobachtet. * Breslau, 24. Sept. Gestern abend hat sich em etwa 40jähriger Mann durch einen Eisenbahnzug überfahren und töten lassen. In dem Portemonnaie des Verstorbenen fand man einen Pfandschein, auf den Namen Hermann Großpietsch lautend. ' * Hamburg, 24. Sept. Auf der Pulverfabrik Bomlitz flog ein Körnerwerk in die Lust; ein Arbeiter wurde 24. Sept. Nach einer Lloydmeldung aus Aden ist dort der Dampfer „Trouver" mit allen Passagieren und der Mannschaft des verlorenen, einer sranzö,ychen Lime gehörigen Schiffes „Amwal Gueydon" angekommen Wie sich herausstellt, geriet der „Amwal Gueydon" m Brand und lief dann auf die arabische Küste auf. . Metz 24. Sept. Nachdem in Gorze seit dem 29. August keine weiteren typhösen Erkrankungen ausgetreten und die am Typhus erkrankt gewesenen Personen nach ärztlicher Feststellung genesen sind, ist nunmehr nach bakteriologischer Untersuchiing konstatiert worden, daß diejenigen Personen, die früher Typhusbazillen ausschieden, auch nicht mehr ansteckungsfähig sind. Es ist desha b Gorze oon der städtischen Behörde als völlig seuchenfrei erklärt worden, womit zugleich die bisher bestandene Beschränkung hinsichtlich der Zulassung von Arbeitern aus Gorze zu den ^ame- runasarbeiten auf die Bouillon-Quelle behoben ist. * Kopenhagen, 24. Sept. Der Direktor und 9 Angestellte einer Kunstdüngeranstalt wurden wegen betrügerischer Geschäftsführung verhaftet. * Stockholm, 24. Sept. Major Gyld enhammar /rschoß in einem Anfälle von Geistesstörung seine Tochter pnd tötete sich darauf selbst. • Paris, 24. Sept. Die Gerichtsbehörden von Chambery haben die italienischen Grenzbehörden davon verständigt, daß die Mörder der Madame Fougäre über die Grenze geflüchtet sind. Die Gesellschafterin der Ermordeten wurde gestern von dem Tode ihrer Herrin in Kenntnis gesetzt. Wie es heißt, machte sie der Polizei wichtige Mitteilungen. Ein Goldarbeiter, der unter dem Verdachte steht, mit den Mördern unter einer Decke zu stecken, ist mit seiner Gattin unbekannt wohin abgereich * Marseile, 24. Sept. Der italienische Vizekonsul Stella ist ermordet worden. Die Polizei forscht eifrig nach einem Italiener Namens Luce, der bei dem italienischen Konsul angestellt war. Der Italiener hat dem Ermordeten schon einmal mit dem Tode gedroht, weshalb man annimmt, daß er der Mörder Stellas ist. * Wien, 24. Sept. In dem Sperrfort Nanders bei Finstermünz in Tirol fand gestern nachmittag aus bisher unbekannter Ursache eine Explosion statt. Ein Artillerist ist seinen Verletzungen erlegen; zwei Mann wurden lebens- gefährlich, mehrere leicht verletzt. Kunftund Wissenschaft — Das Auerbacher Schloß wird gegenwärtig auf Anordnung der grotzh. hessischen Regierung unter Leitung des Architekten Bodo Ebhardt und des Bau-Inspektors Krauß gründlich ausgenommen, zum Teil ausgegraben und erneuert. Hierbei ind bemerkens,verte Funde gemacht worden, über die das Septemberheft des Burgwart berichtet: Zunächst ist, angelehnt an den am besten erhaltenen Palas, eine alte Zisterne gesunden worden. Außerdem wurde das Fundament eines starken Rundturms von 2,40 Meter Mauerstärke im innern Hos nahe dem Haupt- bollwerk ausgedeckt. Eme ganze Reihe von Fundamentmauern kam serner unter dem sauber plamerten Boden des Burghofes zutage. Abgesehen von den Resten von Architekturteilen, wie Fenster, Fuß- bodenplatten aus gebranntem Ton, wurden Reste der alten Dach- deckung, die zum großen Teil aus Mönch und Nonne bestand, gesunden, ferner Türgewände u. s. w. Gewölbegrate, Steinkugeln, Pfeilspitzen, Degengriffe, Krüge, Kachelreste, Gewehrteile und dergleichen Zeugen von vergangenem Leben in den alten Mauern. — Die Funde sollen zu einem Burgmuseum zusammengesteüt werden und dürften einen weiteren Anziehungspunkt dieses schönen Ausflugsortes an der Bergstraße bilden. — Gerhart Hauptmanns neuestes Werk „Rose Berndt" ist nach der „Berl. Zig." ein an „Fuhrmann Henschel" gemahnendes Theaterstück. Sein Hauptinhalt bildet die Tragödie einer bäuerischen Giftmischerin, der Rose Berndt. Das Drama hat fünf Akten und spielt in Schlesien. Universttäts-Nachrichlrn. Jena, 24. Septbr. Professor Abb 6 ist von der Geschäftsleitung der Firma Karl Zeiß zurückgetrelen. Zum Bevott' mächtlgten der Karl Zeiß-Stiftung für die Stiftungsbetriebe wurde Dr. Siegfried Ezapski ernannt, in die Geschäftsleitung wurde Prof. Dr. Rudolf Straubel berufen. — In Slawentsitz starb der Tuberkulosenforscher Geh Sanitätsrat Goetsch, der zuerst die physikalisch-diätetische Behandlung Lungenkranker mit der Tuberkulinbehandlung kombinierte. — In Freiburg ist Medizmalrat Würth, der älteste praktizierende Arzt Deutschlands, im Alter von 98 Jahren gestorben. durch Vermittelung des Bürgermeisters wurde der Geisteskranke in einer nicht heizbaren Kammer untergebrachtz aber niemand kümmerte sich mn ihn. Die Eltern ließen den Kranken in seinem zerrissenen, von Blut, Eiter, Schmutz und Unrat starrenden Hemde, m seinem Unrat auf zu stinkendem Mist verfaultem Stroh liegen, bis ihn der Tod von seinen Qualen erlöste. Der Anblick der Leiche war schauder- und ekelerregend, so daß selbst der im Dienst ergraute Gerrchtsarzt und der Totengräber sich entsetzten. Den Eltern wurde jetzt zur Last gelegt, daß sie durch ihre Pflichtvergessenheit den Tod ihres Sohnes verursacht baden. Sie wurden von der Strafkammer zu Bayreuch wegen des Vergehens der fahrlässigen Tötung zu je 4 Monaten Geiängnis verurteilt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 16. Sonntag nach Trinitatis, den 27. September. Gottesdienst. I« der Stadtkirche. Vormittags 9 7, Uhr: Ordination des neu ernannten Pfarv assistenten Lic. Gaul durch den Dekan Strack. Predigt: Lic. Gaul. Nächstkünftigen Sonntag, den 4. Oktober, findet Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde, gemeinsam im Hauptgottesdienst statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Iohauneskirche. Vormittags 9l/2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Einführung und Verpflichtung der neu gewählten Kirchen» Vorsteher der Johannesgemeinde. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 4 Uhr auf dem neuen Friedhof, Kirchliche Weihe des Friedhofs. Sonntag abend 8 Uhr: Versammlung und Bibelbcsprechung im Konsirmandensaale der Iohauneskirche. Matth. 11, 25—30. Katholische Gemeinde. Samstag, den 26. September 1903. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit jut hl. Beichte. Sonntag, den 27. September. 17. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselbe* Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. „ um 9 72 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2% Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Donnerstag, Freitag und Samstag abend um 6 7, Uhr ft. Roseiikranzandacht mit Segen. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge, Siidaulage. Samstag, den 2 6. September 1903. Vorabend 6 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 6.55 Uhr. Briefkasten. I. Sch. Nein, das können wir nicht veröffentlichen. Eisenbahn-Zeitung. xl Bahnprojekt Grünberg —Lich. Man schreibt uns aus Grünberg: Das unter dem Vorsitz des Herrn L. Moll in Grünberg in Tätigkeit tretende Eisenbahnkomitee wird die einleitenden Arbeiten sofort aufnehmen und zunächst bei den irtteressierten Gemeinden anfragen, wie viel diese von den Kosten der Vorarbeiten zu tragen bereit sind. Diese letzteren werden sich für die etwa 15 Kilometer lange Strecke auf 130 bis 150 Mk. pro Kilometer ----- 2000 Mt. stellen, wovon die Stadt Grünberg auf Gruiid ihrer Einwohnerzahl etwa die Hälfte zu übernehmen hätte. Tie projektierte Bahnlinie soll die Orte Nieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Münster, Ettingshausen und Queckborn berühren und am geeignetsten vor G r ü n b e r g am sogenannten Surbach in die Oberhessische Bahn einmünden. — Infolge der Wiederaufnahme der Arbeiten für das Bahnprojekt Lich—Grunberg wird das Eisenbahnkomitee seine Aufmerksamkeit auch der dann noch fehlenden Verbindungslinie nach Marburg über Londorf zuwenden, rvofür sich schon im Jahre 1896 eine Reihe interessierter Gemeinden aussprach. — Die Neubau st recke Laubach—Mücke wird am 1. Oktober dem Betrieb übergeben. Damit ist die direkte Verbindung Friedberg—Hungen —Mücke hergestellt. Arbeiterbewegung. Berlin, 24. Sept. Die Zahl der ausständigenOmnibus- Angestellten beträgt etwa 800, vornehmlich Kutscher. Sie beabsichtigen, das Einigungsamt des Gewerbegerichts anzurufen. Die verkehrenden Wagen sind mit nichtausständigen und zurückgekehrten ausständigen sowie zahlreichen eingetretenen Arbeitswilligen, welch letztere Armbinden anstatt Uniform tragen, besetzt. Die Wagen verkehren mibelästigt. Die Ruhe ist nicht gestört. Die Polizei besetzte die Depots, sowie die Endhaltepunkte. Das Straßenbild ist unverändert, da der Omnibusverkehr hinter den elektrischen Bahnen zurücktritt. Landwirtschaft. Bukarest, 24. Sept. Nach dem offiziellen statistischen Ausweis lieferte die Getreideernte im Jahre 1903 folgenden Ertrag: Weizen 25 971 000 Hektoliter, d. i. 16 Hektoliter pro Hektar; Roggen 2 7, Millionen, Gerste 10 7, Millionen, Hafer 11 Millionen, Naps 40 000, Flachs 727 000 Hektoliter. Das Ergebnis der Mais- ernte ist bis jetzt nicht bekannt. Gerichtssaat. Kassel, 24. Sept. Heute wurde hier vor der D i s z i p l i- narkamrner gegen denPostbeamtenRichardWagner verhandelt. Die Disziplinarkammer erkannte, auf Dienstentlassung, weil Wagner außer Dienst sich der Achtung unwür° d i g gemacht habe, die sein Amt verlange. Wagner, der persönlich erschienen war, erklärte, Sozialist und Atheist zu sein und bat darum, ihm Pension zu gewähren, da er 14 Jahre im Postdienst gewesen. Seine Bitte wurde unberücksichtigt gelassen. M a g d e b u r a, 24. Sept. Die Arbeiterfrau Melzer aus Hobeck, welche ihr 3 7, lähriges außereheliches Kind in brüt al ft er Weise zu Tode mißhandelt hatte, wurde zu 4 I a h r e n Zuchthaus verurteilt. Hamburg, 24. Sept. Wabersky, der Redakteur des sozial- denwkralischen „Hamburger Echo" wurde wegen Majestäts- beleidigung zu drei Monaten Festungshaft verurteilt. Freiburg (Schweiz), 24. Sept. Der sozialdemokratische RechtsanwaltNaine aus Lhaux-de-Fonds, der der schweizerischen Miliz als T r a i n s o l d a t angehört, hatte gelegentlich der jüngst abgehaltenen Manöver sich g e w e i g e r t, dem Marsch - b e f e h l z u g e h o r ch e n. Er wurde zu drei Monaten G e- f ä n g n id, Degradation und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer eines Jahres, soivie Zahlung der Prozeßkosteri verurteilt. Entmenschte Eltern. Tie Eheleute Johann und Eva Linhardt von Breitenlesau (Bayern) batten einen Sohn, der im Jahre 1891, damals 17 Jahre alt, geisteskrank wurde. Sie Übergaben 1901 ihr Anwesen einem Schwiegersohn, wobei dieser sich verpflichtete, die nötige Nahrung für den Geisteskranken^zu verabreichen. Als das Haus im Juli 1901 umgebaut wurdA fand der Geisteskranke Unterkunft erst in der Scheune, dann im Stall. Erst Neueste Wewuutzeu. Ovigiualdrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Marburg, 25. Sept. In einer bis in die späten Abendstunden dauernden Sitzung verurteilte das Schwurgericht gestern deu Schneidermeister Heckeroth von hier, der am 31. August seinem Pflegesohn, einen 7 jährigen Knaben, den Leib eintrat, wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit tötlichem Erfolge, zu 3 Jahren Gefängnis. Zimmersrode (Bez. Kassel), 25. Sept. In Borkern wütet seit heute früh ein Großfeuer. Bis 8 Uhr sind vier große Bauernhöfe und sämmtliche Nebengebäude in Flammen aufgegangen. Wiesbaden, 25. Sept. In verflossener Nacht erschoß in der Kirchgasse auf offener Straße ein hiesiger Kellner einen berüchtigten Zuhälter, der ihn bedroht hatte. Der Täter wurde verhaftet, dürste aber bald wieder entlassen werden, da er in Notwehr gehandelt haben soll. Potsdam, 25. Sept. Der Kronprinz traf um 7 Uhr 30 Miu. morgens hier ein und trat nach kurzem Aufenthalt die Fahrt nach Aachen an. Paris, 25. Sept. In Marseille stehen. 4000 Mann bereit, mit Kriegsmaterial und Proviaitt für ein halbes Jahr versehen z.ur Einschiffun g n ach Creta, wo sie weitere Befehle abroarfcen sollen. Diese Expedition sei unabhängig von der Entsendung einer Division des Mittel, meer-Reser ve geschjv aders. Paris, 25. Sept. In der Mord fache von Aix les Bains ergab die gerichtliche Obduktion der beiden Opfer Vergiftung als Todesursache. Die Tücher, welche den Opfern auf Nase und Mund gepreßt worden waren, sind mit narkotischem Gift getränkt gewesen. — Die Polizei in Lyon verhaftete als des Mordes verdächtig in einem vornehmen Hotel einen Mann, der sich Vincent nannte, in Wirklichkeit jedoch ein Graf H. L. sein soll. Derselbe hatte viele Schmuckfachen und einen Revolver bei sich. Auf seinen Visitenkarten bezeichnete er sich als päpstlicher Kämmerer. Es ist jedoch^ noch nicht feststehend, ob diese Verhaftung mit der Mordtat in Verbindung steht. Belgrad, 25. Sept. Durch die bisherigen Aussagen der verhafteten Offiziere wird bestätigt, daß in fast allen Garnisonen der inkriminierte Aufruf verbreitet, später aber vernichtet wurde. Tie Offiziere weigern sich bis auf einen, die Namen der höheren Offiziere zu nennen, die den Aufruf mitunterHeichnet haben. Dieser eine Offizier belastet namentlich den General Ma gd a lenit sch, der heute verhaftet werden soll. Einige der Offiziere erklärten, die Ermordung des Königs Alexander sei eine patriotisch e Tat gewesen, sie hätten sich jedoch durcü das spätere Verhalten der Offiziere verletzt gefühlt. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt 3Vi% Reiohsanleihe . . 101.06 8% do. ... 89.06 3Vi°/c Konsols .... 101.45 3% do......89.07 372°/o Hessen .... 102.12 372% Oberhessen . . . 99.02 4% Oesterr. Goldrente . . 101.05 4l/s% Oesterr. Silberrente 100.05 4% Ungar. Goldrente . . 98.15 4% Italien. Rente . . . 102.09 41,'a% Portugiesen . . . 50.00 b0/ Portugiesen.....30.09 1% C. Türken .... 3655 Türkenlose......151.09 4% Griech. Monopol.-Anl. 43.06 47-?% äussere Argentiner —.— a. jö., 24. Sedtember 1903. 3% Mexikaner ... 27.25 47z7o Chinesen . . . . 91.08 Electric. Schuckert . . . 95.05 Nordd. Lloyd . . . . 10105 Kreditaktien .... 201.02 Dißkonto-Kommandit. . . 186.00 Darmstädter Bank . . . 135.95 Dresdener Bank .... 145.08 Berliner Handelsges. . . 152.09 Oesterr. Staatsbahn . . . 138.01 Lombarden .....16.06 Gotthard bahn .... 189.00 Laurahütte...... 227.00 Bochum ....... 181.08 Harpener......185.05 Tendenz: fest. Todes-Anzeige Heute morgen V,4 Uhr verschied unser lieber Gatte, Vater, Grossvater, Schwiegervater, Schwager und Onkel im 64. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten 7223 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Giessen, den 25. September 1903. Die Beerdigung findet Sonntag den 27. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Ein Dienstmädchen alsbald gesucht. 7156 Von der Reise zurück Neustadt 45. mieten. 7206 vergeben Ctr. Kreuzplatz 13 7189 10 Stück 7224 it. l. Ludwigstraße 8J. 6990 sofort gesucht. 04574 Bleichstratze 2. 04576 sucht von 7202 Verschiedene Unifocmitüde ÄkMkll, ÄkUkl für einjährigen Arzt ,' * ei) Siriei billig zu verkanten 7198 045*511 Schlacht Hühn er zu ver kaufen Vmüenplalj 4. 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