Nr. 228 Erscheint täglich außer SomnagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamiliew blätter viermal In der Woche deigelegt. NotationSdruck n. Verjag bet Brühl 'schon Lbr wert.-Buch» ».Stein» druckerri (Pietsch Erdens jNedaMon. Expedition und Druckerei: Gchnlpraße 7. -kbresie für Depeschenr «n-etger Gießen. Aerniprrchanschluß Nr. 6L Freitag 28. September l«03 Erstes Blatt. 153. Jahrgang GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Netzen VezugSvretSr monarl1ch75Ps„ viertel» iädrltch Mk. 2.20; durch Avhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk. L— vtertel- jätjrL auSschl. Bestellq. Annahme von Anzeigen für bie Lagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS. lokal ILPid auSwürtS 80 Pfg. Verantwortlich für den polst, tmb aOgern, Teil, U Wittko- für »Stadt und Land* und »GerichtSsaalE; August D 2 tz; Hh den Anzeigenteil: Van4 Beck. VoMische Tagesschmt. Die Ansprache deS Kaisers Ku der Abordnung von Arbeitern der Danziger Reichs- und SlaoMWertftätien hat selbst auf den ,Mor- wärts" durch die Ruhe und Schlichcheit, mit der der Kaiser sprach, ihre Wirkung nicht verfehlt. Wenn, so schreibt jetzt die „Nationallib. Karr.", das soKialdemokratische Zentralorgan das Gewicht der kaiserlichen Worte dadurch herabzumindern sucht, daß es schreibt, der .Kaiser habe etwa dasselbe gesagt, was man in nationalliberalen Reden zu hören betornme, die auf die Ablenkung der Arbeiter von der nachdrü-Äichen Vertretung chrer Interessen ausgingen, so glauben wir es uns versagen zu können, den Vergleich kaiserlicher und nationalliberüer Reden in die Debatte zu ziehen. Aber unwidersprochen darf die Behauptung, solche Reden liefen auf die Ablenkung der Arbeiter von der nach- drticilichen Vertretung ihrer Interessen hinaus, nicht ins Land gehen. Kein Riensch im Deutschen Reiche und am allerwenigsten der Kaiser hat im Laufe der letzten Jahrzehnte die Arbeiter an der nachdrücklichen, ja nachdrüalich- sten Vertretung ihrer Interessen gehindert; kein Mensch und am allerwenigsten der Kaiser hürdert sie jetzt und in Zukunft daran, wenn sie sich in gesetzlichen Schranken halten. Tas allgemeine Reichstagswahlrecht wird unangetastet bleiben, und wie den Arbeitgebern, so ist auch den Arbeitnehmern durch stetige Sozialreformen die Möglichkeit zur Wahrnehmung ihrer Interessen immer mehr erleichtert worden. Daß aber auf die andere Seite der Wagschale der Anspruch gelegt worden, die deutschen Arbeiter möchten, wie in allem chrem Tun, so auch besonders in der Art, wie sie ihre wirklichen oder vermeintlichen Rechte wahrnehmen, nimmer chre Zugehörigkeit zur deutschen Volksgemeinschaft vergessen,, und die Mahnung: „Gedenke, daß Tu ein Deutscher käst", höher bewerten, als vielfach von ihrer Seite geschieht, ist nichts Unbilliges. Bei der Aufklärungsarbeit für die arbeiteirden Klassen, in der nichjt zu ermüden ein dringende und zwingende Notwend-^keit sür alle bürgerlichen Parteien bleibt, wird Leider so häufig der Hinweis unterlassen, welche unschätzbaren Vorteile und Erleichterungen allen Schichten der Bevölkerung, so besonders auch den arbeitenden Klassen die Wiederaufrichtung des Reiches hinsichtlich der Erwerbs Möglichkeit gebracht- Um so dankenswerter ist es, daß der ftaifer durch seine Ansprache in Danzig ein Beispiel gab, das eine möglichst umfassende und nachdrückliche Nachahmung finden möge." Heber die Stellung des Kaisers zur Sozialdemokratie tischt die „Saaleztg." ihren Lesern eine Zukunftsphantasie auf, die man mit Zweifeln zu begleiten hat. Daß diese Rede in versöhnlichem Ton gehalten war, haben wir selbst bereits hervorgehoben, aber es scheint doch sehr gewagt, daraus zu weitgehende Folgerungen zu ziehen, wie es das erwähnte Matt tut. Es erzählt zunächst, daß der Kaiser nach dem sozialdemokratischen Wahlsieg eine ganze Reihe nicht verantwortlicher Persön» lichkeiten auch aus dem Bürgerstande um ihre Meinung be KN al ich der nunmehr einzuschla- a end en Politik befragt hat — über den Kopf Bülows über anderer offizieller Ratgeber hinweg. Er selbst würde nach seinem Charakter auch einer liberalen Politik keineswegs abgeneigt sein. Ja, es gebe eine Reihe von Stellungen, z-B. im Reichsamt des Innern, im Reichsversicherungsamt, wo auch „Genossen" von Wissen und Talent arbeiten könnten, ohne politisch glar zu viel Unheil anrichten zu können. Aber es arbeiteten in dieser Hinsicht so viel G e g e n w i r k n n g e n, daß der Kaiser selbstverständlich den Mann in der Regierung nicht finden würde, der stark genug wäre, ihn bei einer solchen Politik -n decken. Zum Schluß heißt es: ,., , ~ . „Freilich müßte erst eine liberale Stefan- struition der Regierung geschaffen werden, denn höchstens in einem liberalen Regiment würde ein Revisionist a la Vollmar Raum haben. Und hierzu fehlt es dem Grafen Bülow an Energie und an Mut. Der Kronrat hat seinerzeit tatsächlich eme UmMbung der Regierung in diesem Sinne bringen sollen Kurz vorher besann man sich- eines anderen und schwenkte von neuem mit kräftigem Rucke nach rechts. Trotzdem wird man"die^gegenwärtige Stellung des Kaisers zur Sozial- demokratie sorgfältig int Gedächtnis behalten müssen. Vielleicht en hält sie Motive, die eher, als man es glaubt, m einem teuer kaiserlichen AngmiblickentschlÜsse führen Ln n ^or denen sämtliche heutigen Minister bis herauf tum Grasen Bülow in beständiger Furcht schweben/« Der Jahresberichts des bayerischen Landwirtschaftsrats bezeichnet die Bewertung der landwirtschaftlichen Erzeug- Nisse infolge der niedrigen Getreibepreise als minder be- fr edigend, da die Selbstkosten kaum aedeckt würden. Daß unter solchen Umständen, heißt es in dem Bericht, die Lust am sorgenvollen landlvirtschaftlichen Berufe immer mehr schwindet und die Land-Flucht in auffteigeudem Grade zu- nimmt, ist ebenso begreijlich wie bedauerlich. W wird aber nicht eher ein Umschwung zum Besseren emireten, als bis die Landwirtschaft eines wirksamen dauernden Schutzes ftcher ist, und ein die Produkttonsbosten und ine ftmab uns der landwirtschaftlichen Erzeugnisse ausgleiclMdeS Verhältnis durch eine sie nicht sqadigenbe Bkrtschafts- poZik erreicht fein wird. In dieser ^ehE se«n d« Landwirte ihre Hoffnung auf den neuen Jolliar f. T e enbgiuiac Gestattung ünjcrcr zottpolttrjcken Verhattniise zum Auslande wird allcrdrugs..noch von.hem'Inhalte der zu erwartenden Handelsverträge anhängig sem, allem der neue Zolltarif bringt, wenn auch manche berech.ttgte Wünsche der deutschen Landwirtschaft noch nicht erfüllt worden sind, gegenüber den derzeitigen Zolltarifbestimm- unaen für die Landwirtschaft immerhin nicht unwesentliche Verbesserungen. Der Bericht beklagt daun, daß die Viehzölle nicht gesetzlich gebunden wurden, gibt aber zu, daß die Entwickelung der deutschen Viehzucht zurzeit eine günstige ist. ßyriMch-sozialer Karteitag. Mülheim a. d. Ruhr, 23. Sept. Tie christlichf-soziale Partei hielt heute hier ihren siebenten Parteitag ab. Organisation, Taktik und Anträge wurdet: in geschlossener Sitzung verhandelt. Ter öffentliche Teil der Verhairdlungen bot in politischer Hinsicht nur zwei Darlegungen von allgemeinerem Interesse. Ter Führer der Ehristlich-Sozialen, Hosprediger a. D. Stöcker, hatte den ersten Vortrag mit b-em Thema: „Die politisch e Lage" übernommen. Stöcker kleidete in denkbar gemäßigter Form seine bekannten Ansichten über äußere unb innere deutsche Politik, die Geißelung der „Judenkulis" überließ er für später seinem Generalsekretär Dr. Burkhardt, und sonst troff er von Nächstenliebe unb Frieden. Stöcker führte aus: lieber den lieber» mut der Sozialde m okra tie ist chr Parteitag gekommen wie em Reif in der Frühlingsnacht. Es ist eine schwere Niederlage, die die Sozialdemokratie in Dresden erfahren hat. Die einen, aus dem Proletariat hervor gegangen, wollen das Volk beständig in Nevolutionsgedauken halten und glauben, das stets fortsetzen zu können. Diese Partei, die immer so unabhängig tut nach oben, nach Fürsten und Regierung, zeigt sich schpn jetzt plötzlich abhängig von bau Instinkt der Massen. Die Speichelleckerei -nach unten ist noch viel gefährlicher als die nach oben , und der Byzantinismus vor oem Pöbel ist noch gefährlicher als der vor den Monarchen. Und die anderen haben sich gefügt, ihre Hoffinmgen sind verronnen, und diese Liebeoien er ei nach unten werden sie m Reden und Handlungen bewähren müssen. Wie kommt es, daß wir in Deutschland mehr Umsturz, haben, als die gesamte übrige christliche Welt? Ich sehe die Sozialdemokratie für eine Volks krankheit an, und Uv ar für eine Kinderkrankheit, denn wir sind erst im Einfang der sozialen Bewegung, Ich habe immer behauptet, daß die Sozialdemokratie eher eine revolutionäre, als eine sozialistische Partei ist. Ihr Bestreben läuft darauf hinaus, den Pöbel immer bei Appetit zu erhalten. Das ist ein Frevel. Gegen die Sozialdemokratie giebt es nur eine Rettung, das ist das Ehristlich- Soziale. Dabei brauchen wir nicht an unsere Organisation zu denken, denn um dien Geankert handelt es sich, um die Turchdringung des Volkes mit praktischem lebendigem Christentum. Im Anschluß an Stöckers Vortrag über die politische Lage wurde in der Besprechung eine Aeußerung des Vicepräsidenten des Oberkirchenrats Dr. Frhr. v. d. Goltz am Grabe des Präsidenten des Oberpräsiden Bark Hausen aufgegriffen. Die Aeußerungl lautete nach dem „Volk": „Tie lebhafte Erregung der sozialen Bestrebungen erschwerten das .Amt der obersten Kirchenleitung. Seine ganze Kraft hat ».er Entschlafene eingesetzt, um Frieden und Vertrauen h-erzustellen, jeder ernsten Ueberzeugung mit Achtung begegnend, unnötigen Zwiespalt und Eifer mäßigend und die Kirche gegen das Eindringen mehr politischer als religiöser Strömungen schützend." Pfarrer Pfahl, ein Hesse, knüpfte daran folgende Betrachtungen: In leitenden evangelischen Kreisen will man die politische Mitarbeit den Geistlichen unterbinden. Ich« will nicht schildern, welche Wandlungen man oben durchgemacht hatte. Das sollen vergangene Zeiten sein, besonders da die Gegenwart uns erinnert hat, wie diese feindliche Strömung gegen die Mitarbeit der Geistlichen am inner politischen Leben eine Stärkung erfahren hat. Es wird immer mehr betont, daß in politischen Äugen die Moral nicht mitzureden hat, daß da lediglich Opportunitätsrücksichten zu entscheiden haben. Deshalb ist es die Aufgabe unserer Partei, unbekümmert um Widerspruch und Anfeindungen, es uns nicht verwehren zu lassen, daß wir die politische Arbeit beeinflußt sehen wollen durch die Religion. Gerade am Grabe des Präsidenten des Oberkirchenrats Barkhausen hat der Vicepräsident des Oberkirchenrats das politische Gebiet sehr gestreift und gesagt: Barkhausen habe dem. Eindringen mehr politischer als religiöser Strömungen in die Kirche zu wehren gesucht. Das „Volk" hebt hervor, daß das gegen uns gerichtet ist. Ließen wir das Ideale, das Religiöse aus unseren Bestrebungen, dann würden wir bald das Schicksal der national-sozialen Partei teilen. Die national-soziale Partei ist nicht mehr. Sie ist von den Idealen herabgeglitten und dann immer tiefer gesunken, bis sie bei Pelta- sohn und Barth' 'angekommen war. Wir müssen uns dagegen verwahren, daß man einen großen Führer der evangelischen Kirche rühmt und lobt, nkeil er dem Eindringen politischer Strömungen entgegen zu wirken gesucht hat. Wir müssen den Finger darauf legen und sagen: Mehr Religion in die Politik, mehr religiöse Grundsätze in die innere und äußere Politik! Ich hoffe, daß man, ehe es zu spät ist, auch oben erkennen wird, daß der christlich-soziale Geist im Volke die einzige Möglichkeit noch ist, die Macht des Umsturzes zu bannen. Es ist dem Abgrund zugejagt, wenn man der katholischen Kirche alles zugesteht, alles zrtbilligt, und auf der anderen Seite die Kräfte der evangelischen .Kirche niederdrückt nnb mundtot machen will. Das sind außerordentlich billige Sachen, wenn man ab und zu einmal mit außerordentlichem Pathos sogenanntes Zeugnis ablegt. Nein, wir müssen immer durchdrungen sein voll religiösem Geiste. Ich möchte es Bar-Hausen nicht als Ruhmesblatt anrechnen und ihm aufs Grab legen, daß er damals bre Bewegung gegen unsere christlich-soziale Sache unternommen hat. Das imissen wir als Anklage aussprechen. Wir vermissen bisher zu sehr, daß unsere evangelischen Behörden, wo es not tut, den Mund auftun rmd sich an die Spitze der evangelischen Begeisterung stellen. Die Herren wissen gar nicht, welche Resoncurz sie im evangelischen Volke finden würden, loenn sie sich auch einmal hinstellen und sagen würden: Bis hierher nnb nicht weiter! Wir brauchen politische Strömungen, die von religiösen Idealen getragen sind. Lassen Sie nns die Religion in die Politik hineintragen. Das ist auch christlich-soziale Arbeit! (Der Redner fand mit diesen Ausfi'chrrmgen sehr lebhafte Zustimmung in der Versammlung.) Im nächsten Vortrag behanoelte Rektor Schrnell aus Lculgerfeld die Stellung der christlich-sozialen Partei znr evangelischen Volksschule. Der dritte Vortrag über „Unsere Presse", den Reichstagsabg. Dr. Brrrckhavdt hielt, war kurz und bündig. Nach einer kräftigen Abkanzelung der Jilden- presse und der Jndenkulis wurde als einzig lesbares Organ Stöckers „Volk" gepriesen. Kitzunff der Stadtverordneten. Gießen, 24. Sept. 1903. Anwesend: Oberbgm. Mecnm, Beig. Georgi und die Stadtv. Brück, Emmelius, Gaffky, Gut- fleisch, Hanau, Haubach, Heichelheim,, Helfrich, Huhn, Fann, Jug h ar dt. Krumm, Leib, Löber, Loos, Orbig, Petri, Pirr, Dr. Schäfer, Schaffstaedt, Schm all und Wallenfels. Es hatten sich entschuldigt: Beig. Heyligenstaedt und Curschmann, Kirch, Keller und Schiele. Oberbgm. M e eum eröffnet die Sitzung mit der Ver» lesung eines Schreibens von KanzleiratDernuth vorn 20. September, worin dieser sich für die Aufmerksamkeiten, die ihm aus Anlaß seiner Pensionierung entgegengebracht worden sind, bedankt und Die Stadtverwaltung bittet, ihm ein freundliches Andenken bewahren. Dann verliest Oberbgm. Mecum die von uns schotl mitgeteilte Ab- rechnnng der Wohltätigkeitsvereine über das Jugendfest dieses Sommers und die ebenfalls bekannte Ber- wendnng der darans gewonnenen Mittel. An den Verein hat Oberbgm. Mecum ein entfprechendes Antwortschreiben gerichtet, das er ebenfalls verlas. Stadtv. Löber richtete an Oberbgm. Mecnm das Ersuchen, über die Ausführungen einer Flugschrift „Wahrheit und Klarheit in der Angelegenheit der Gießener Friedhofsweihe", die den. Standpunkt der Krrchenbehörde in dieser Aufsehen erregenden Angelegenheit vertritt, sich zn äußern, woraus Ober* bgm. Mecum erwidert, er werde darauf in der nächsten Stadtverordnetensitzung in acht Tagen cnttworten. Nächsten Donnerstag müsse nämlich schon wieder eine Sitzung stattfinden. Als Stadtv. Heichelheim den Wunsch äußert, die Sitzung mit Rücksicht auf den jüdischen Feiertag nickt Doriuerstags abzuhalten, wird sie mit dem Einverständnis der Versammlung auf den daraus folgenden Freitag verlegt. Es erfolgt daraus die Auslosung zurückzuzahlender Schuldverschreibungen der 1893 er, 1894 er und 1895 er Anlehen. Von dem 1893er Anlehen wurden 6 Stück 2 ä, 2000 Mk. gezogen, nämlich: L 47, 96, 71, 54, 76 und 11; 8 Stück Di zu 1000 Mk.: M 166, 392, 350, 372, 274, 237, 272, 386; 16 Stuck N zu 500 Mk.: N 87, 728, 734, 467, 398, 204, 662, 373, 577, 518, 772, 749, 141, 644, 224, 375; 6 Stück O zu 200 Mk.: O 180, 281, 93, 66, 136, 75; 8 Stück P zu 100 Mk.: 359, 157, 130, 21L 76, 150, 266, 322. Von dem 1894erAnlehen: 2 Stück L L2000Mk.^ L 371, 370; 2 Stuck M ä 1000 Mk.: M 415, 464; 6 Stück N äöOOMk.: N 1031, 975, 1045, 860, 967, 1068; 3 Stück C a 200 Mk.: O 396, 354, 378; 4 Stück P ä, 100 Mk.: P 499, 570, 477, 558. Von dem 1895er Anlehen: 1 Stück ä. 2000 Mk.: L 431; 1 Stuck ä 1000 Mk.: M 522; 2 Stück ü, 500 Mk.: N 1103 und N 1106. Der Wirtschaftsplan der Gießener Stadtwaldungen, der diesmal im ganzen 700 Mark Differenz zugunsten der Einnahmen aufweist, wird genehmigt. Die Lieferung der für das Schlachthaus im im Rechnungsjahr 1903/04 erforderlichen Braun- und Steinkohlen wird teils an die Grube Frielendorf, teils an die Zeche Hamburg vergeben. Die Genehmigung vonRechnnngen dreier Firmen in Limbrrrg, Hannover und Gießen gingen ohne Weiteres von statten. Die R e ch n u n g der Gemeind eki: anken - Versicherung für 1902 wurde geprüft, richtig befunden und der B'etrag von 252,89 Marn — das ist der Vorschuß, der sich für den Betrieb der Kasse seit einigen Jahren angesammelt hat — auf die Stadtkasse übernommen. Ter im Sommer genehmigte Geländ etaus ch vcr» trag am Riegelpsao mit Heinrich Winn muß rektifiziert merben, da ein Teil des Geländes, das damals vertragsmäßig an die Stadt fallen sollte, dieser schon gehörte, wie sich nachträglich' herausstellte. Ter Betrag, den H. Winn zu zahlen hat, erhöht sich daher von 1820 Mark auf 1837 Mark. Beim Ankauf der Ockelscheu Wiesen an der Rodheimersrraße hcu.delt es sich um eine Fläche von 997 und 1178 Quadratmeter, bereu Ankauf durch bie Stc.^' für ben Preis von 3 Mark für beit Quadratmeter, alp für den Gesamtbetrag von 6525 Mark, von der Versammlung genehmigt-wurde. Arn Ankauf der Grundstücke Neuen Wea 2 nnt> 4 bot die Stadt insofern ein Interesse, als das Hinterland dieser Grundstücke zur Vornahme einer Ver- brciteninq des Seltersweges in Betracht kommen kann. Beide Grundstücke werden mit Genehmigung der Versammlung erworben, s)tr. 2 fiir 38 000 Mark, Provision eingerechnet, Nr. 4 für 23 500 Niark, beide also für zusammen 61500 Mark. Das Gesuch der Firma Gebr.Pletz um Abtretung städtischen Geländes an der Klinik- oder Crednerstraße wurde von der Tagesordnung abgesetzt. Im Sommer schon war die R e p a r a t u r d e r Ei n - fahrt zum Gaswerk beantragt aber nicht genehmigt worden. Der Zustand dort ist inzwischen so schlecht geworden, daß für diese Herstellung von der Baudeputation neuerdings ein Kredit von 130 Mark beantragt worden ist, den die Versammlung gewährte. Vom Vorstand der Fr e i e n Turn er s ch a fL Gi e ß en ist ein Gesuch um lleb erlassun g einer städtischen Turnhalle für deren Turnzwecke eingelaufen, in welchem bemerkt wird, daß kein anderer geeigneter Saal für diese Zwecke zur Verfügung stände, daß die Freie Turnerschaft eigene Geräte besitze und somit kein Bedenken bestände, daß das fremde Eigentum geschädigt würde. Rektor Hahn hat sich geäußert, die städtische Knabenschule könne dafür zu bestimmten Zeiten zur Verfügung gestellt werden unter verschiedenen Bedingungen, so daß Labakrauchen und Schädigungen der Geräte verboten seien und dem Schuldiener für die Inanspruchnahme seiner Dienste etwas vergütet werden müßte. Der Schulvorstand befürwortete die lleberlassung dieser Turnhalle. Es entsteht in der Versammlung eine Debatte darüber, ob man eine Pauschalsumme festsetzen solle, die der Verein zu leisten habe, oder ob es sich empfehle, Diiete, Heilung und Licht noch, dem Verbrauch besonders auszuschlagen. Stadtv. Löber schlägt der Einfachheit halber die Festsetzung einer Pauschalsumme vor, Heichelheim versuchsweise die lleberlassung für 120 Mk. und den Gaspreis; Stadw. Orbig wirst bei der Gegenüberstellung der lleberlassung der Turnhalle der Realschule an den Männerturnverein den Gesichtspunkt auf, daß man nicht dieselbe Forderung, die man au jenen stelle, festhalten könne, da es ein Unterschied sei, ob man die Turnhalle an 2, 3 oder 4 Abenden in Anspruch nehme. Stadtv. I a n n sprach für eine Pauschalsumme, die Stadtv. Brück und Heichelheim ebenfalls mit Berücksichtigung der Zeit der Inanspruchnahme der Turnhalle. Schließlich macht Oberbürgermeister Mecum den Vorschlag, man möge für den Abend 50 Pfg. für Miete, 1,20 Mk. für Heizung und 60 Psg. für Licht berechnen; übersteige diese Berechnung indessen den Betrag, den jetzt der Mrännerturnverein bezahlt (120Mk. und die Kosten für Gas), so möge mein an diesem Betrag von 120 Mk. und den Kosten für Gas festhalten. Nach verschiedenen Aeußerungmr hier^i wurde der Antrag angenommen. Das Baugesuch des Ludwig Huhu für die Goethesttaße wurde genehmigt, ebenso das des Prof. Dr. Pfeiffer für die Liebigsrraße. Auch das erneute Gesuch von Karl Becker für den Schiffenbergerweg wird nach Abänderung des von diesem geplanten Fachwerkes an seinem Hause nun befürwortet und genehmigt. Nachdem Oberbgm. Mecum bei dem Gesuch von Heppeler u. Meyer für ihr Haus an der Goethestraße die Befürwortung des erforderlichen Dispenses ausgesprochen hatte, stellte er auf eine Anregung aus der Versammlung anheim, diese Befürwortung nur zu gewähren unter der Voraussetzung, daß der Nachbar des Grundstückes mit der geplanten Fensteranlage einverstanden sei. Darauf entgegnet Stadw. Petri, dann werde jedenfalls der Nachbar sein Einverständnis nicht gewähren, und die Gewähr- • ung des Dispenses werde so unmöglich gemacht. Oberbgm. Mecum antwortet, die Äadwerordneten würden in der Frage nur gehört, die Entscheidung stunde dem Ministerium zu, und der Dispens könne doch erteilt werden. Stadtv. Schmoll meinte, es hätten doch in erster Linie die Stadtverordneten das Recht, zu befürworten, nicht aber der Nachbar des Grundstückes. Bei der Abstimmung wurde die Befürwortung des Gesuches ohne Klausel mit großer Majorität ausgesprochen. Ein erneures Gesuchdes Rechtsanwalts Jung für die Bahnhofstraße, wobei es sich eines Erkers und Balkons wegen um Genehmigung eines Dispenses handelt, wird befürwortet. Auch mit dem Baugesuch von Jul. Puckstuhl für den großen Steinweg war man einverstanden. Das Gesuch von Karl Loos für den Kirchenplatz wurde von der Tagesordnung ausgesetzt. Bauerlaubnis wird Dr. Caesar für den Marktplatz 11 erteilt, und auf Antrag der Baudeputation von der Durchführung der Fluchtlinie dort Abstano genommen. Eine längere Aussprache rief die Verhandlung über die Feststellung des Fluchtliuienpl anes für die Neuen Bäue hervor. Gegen die Verbreiterung der Straße nach der, wenn man von der Bürgermeisterei aus- geht, linken Seite hin, sind verschiedene Proteste eingegangen. So von Ferdinand Weber, Besitzer der „Krachenburg", für I. Gg. Weber Erben. Oberbm. Mecum verlas ein Schreiben, unterzeichnet von H. Bourgeois Wwe., Jak. Krämer, Ludw. Keil, Direktor Gebhard (für den Gesellschaftsverein) undH ch. Gengnagel, in welchem gegen die einseitige Verbreitung der Straße nach der genannten Seite hin Widerspruch erhoben und dafür eingetreten wird, daß eventuell beide Seiten der Straßo zur Verbreiterung herangezogen würden. Es liegt auch, ein Einspruch von Justizrat Re atz vor, wozu das Ties- bauamt und die Baudeputatwn beantragte, ihn abzulehnen. Stadw. Löb er sieht nicht ein, warum man auf der einen Seite 2 Meter fordere, auf der anderen nichts. Man könne doch auf jeder Seite um einen Meter die Straße verbreitern. Nach der Ansicht des Stadw. Schmal! sollte der finanzielle Vorteil der Stadt nicht zu sehr hervorgekehrt werden und die eine Seite nicht ganz leer ausgehen. Stadtv. Wallenfels spricht für den Antrag der Baudeputation, die Verbreiterung auf der „linken" Seite vorzunehmen. Stadw. Petri ist auch dieser Meinung und äußert, es gebe bedeutende Kosten, wenn man auf beiden Seiten mit der Verbreiterung beginnen würde. Außerdem handle es sich nicht, wie Herr Löber gesagt habe, um 2 Meter, sondern nur um iy2 Meter. Stadtv. Pirr stellt zunächst fest, daß er kein persönliches Interesse an der Angelegenheit habe, da er und seine nächsten Nachkommen an seinem Besitztum nichts zu ändern gedächten. Er wolle aber feststellen, daß, wenn man die Besitzer darum angehe, einen Meter abzutreten, man im ganzen finanziell vorteilhafter abschließe, als wenn man 2 Meter fordere. 2luherdem Hütten alle Besitzer mit einer Ausnahme auf der rechten Seile — immer von der Bürgermeisterei aus gedacht — genügend Gelände, um zurückzuweten. Stadtv. Löber tritt dieser Ansicht bei und wäscht event. eine Berechnung der Kosten. Stadw. Petri meint, wenn man auf beiden Seiten abschneide, tue man zweimal weh, und eine Berechnung der Kosten sei wohl vorderhand gar nicht möglich Stadw. Huhn erklärt, eine Berechnung der Kosten sei vielleicht doch möglich, und die nordöstliche Seite der Straße, auf der ziemlich viel baufällige Häuser ständen, sei zur Verbreiterung der Straße wohl geeigneter als die andere. Stadtv. Schaff st aedt will einen Vermittlungsvorschlag machen und empfiehlt, auf der südwestlichen Seite 1 Meter zu fordern, auf der anderen 1/2 Meter. Oberbgm. Mecum spricht dagegen, daß man auf zwei Seiten die Verbreiterung vornehmen könne und widerlegt die Meinung, es sei eine Berechnung der Kosten möglich Man könne gar nicht ab seh en, was für die Gelände gefordert werde. Es sei auch nicht richtig, daß man von den Eigentümern auf der „linken" Seite" bie Abtretung von V/2 Dieter fordere, sondern die Stadt sei ja in der Lage, hinter den Häuserreihen von ihrem Gebiete den Besitzern einen Meter breites Gelände vom Flutgraben zu überweisen, sodaß es sich also nur um die Abtretung von Va Meter handele. Schließlich könne man auf der linken Seite auch eher mit der Verbreiterung vor- gehen. Tie Mstimmung über diesen Punkt ergibt, daß die Majorität für den Antrag der Baudeputatwn ist, wonach man auf der linken Seite, von der Bürgermeisterei gedacht, die Fluchtlinie sestlegen solle. Tie Kündigung eines Darlehens aus der Landeskulturrentenkasse und Uebernahme auf die Landeshypothekenbank, wobei 12 Mark Zinsen weniger zu zahlen sind, wird durch ein Schreiben des Großh. Ministeriums veranlaßt und von der Stadwerordnetenversamm- lung genehmigt. Die Baugenossenschaft des Evangelischen Arbeitervereins hat für ihre Zwecke ein Darlehen nötig. Sie ersucht die Stadt entweder um Gewährung der Garantie, die sie braucht, um bei der Landeshypothekerrbant ein Darlehen aufzunehmen, oder um lleberlassung eines Darlehens von der Stadt selbst Das letzte wird von Oberbgm. Mecum vorgeschlagen, aber die Fincmzkommifsion hat sich diesem Vorschlag nicht angeschlossen, da sie dies nicht für die Aufgabe der Stadt erachtet, und beantragt nur, die gewünschte Garantie zu übernehmen. Stadtv. Löber ist auch dieser Meinung, während Stadw. Petri, der übrigens Vorstand der Baugenossenschaft ist, sich dem Vorschlag des Oberbürgermeisters anschließt Stadtv. Schm all erklärt, die Stadt habe andere Aufgaben, als solche finanziellen Pläne durchzuführen. Stadtv. Heichelheim verweist darauf, daß die Stabt nicht, wohl aber die Hypothekenbank einen Fonds für solche Zwecke besitze. Auch Stadtv. Wallenfels will von der Gewährung eines Darlehens nichts wissen, und Stadtv. Hanau fragt Herrn Petri als Vorstand der Baugenossenschaft, ob es erlaubt sei, daß Häuser der Baugenossenschaft an Dritte verkauft werden könnten, worauf Stadw. Petri erwwert, ein derartiger Handel an Dritte sei ausgeschlossen. Darauf wird nach dem Antrag der Finanzkommisswn nur die Bürgschaft, um die die Genossenschaft ersuchte, gewährt. Auch die vom Evangelischen Arbeiterverein geplante Errichtung einer Kleinkinde rbewahran st alt, wofür der Verein die Unterstützung der Stadt in Anspruch nehmen will, ruft eine kleine Debatte hervor. Zunächst verlas Oberbgm. Mecum ein Gutachten von Pfarrer Naumann, in dem dieser die Notwendigkeit einer zweiten Kleinkinderbewahranstalt bestreitet. Es gebe Außenteile der Stadt, die für die Beschickung einer solchen Anstalt am Watzlarerweg garnichl in Bewacht fämen._ Die jetzt bestehende Anstalt liege im Mittelpunkt der Stadt, nehme von allen Stadtteilen Kinder auf und sei keineswegs überfüllt. Diese Anstalt sei für die Armen bestimmt, während die geplante neue Anstalt offenbar andere Zwecke verfolge. Die Finanzwmmisfion hat sich, wie Oberbgm. Mecum mitteilte, dieser Ansicht angeschlossen und befürwortet eine Unterstützung nicht. Stadtv. Petri betont den humanen Gedanken der Anstalt; allerdings solle sie zunächst nicht unter die Aussicht der Geistlichkeit gestellt werden. Stadtv. Löber ist nicht für die von dem Verein geforderte Unterstützung; vorerst sei die Anstalt kein Bedürfnis. Auch Stadw. 3 an n meint, man solle in der Bewilligung von Geldern vorsichtig sein und lieber warten bis sich zeige, ob die neue Anstalt als lebens- und leistungsfähig sich erweise. Stadtv. Gaffky meint, die Frage sei ausschlaggebend, ob es sich bei der Errichtung der neuen Anstalt um arme Kinder handele. In diesem Falle würde er unbedenklich für eine Unterstützung stimmen. Als über das Gesuch des Vereins abgestimmt wurde, ergab sich seine Ablehnung. Zum Verkehr der Radfahrer auf den öffentlichen Wegen wiro nach dem Anwag der Baudeputation ein Kredit von 150 Mark für Aufstellung von Warnungstafeln bewilligt. Zwischen Krofdorf und der alten Kaserne in Gießen wird für das Dr 0 schkensuh r w esen ein neuer Taris eingeführt; bis zum Friedhof ani Rodberg soll die gleiche Taxe gelten wie nach Textors Hardt. Der Unterricht an der Fortbildungsschule, der seither am 15.'Oktober begann, soll fortan mit dem 1. Oktober beginnen und ein ytachwagskredit von 260 Mark dafür bereit gestellt werden. Tas Gesuch des Reichskomitees zugusten der durch Hochwasser Geschädigten um Unterstützung wurde einstweilen zurückgestellt. Zum Verein für Hessen-Nassau zur Beschäftigung Arbeitsloser ist die Stadt beigetreten. Es folgen Wirtschaftsgesuche. Die Erlaubnis zum Wirtschaftsbewieb wurde erteilt W. Louis Schäfer für Schanzenswaße 18; August Wallenfels für Marktplatz 15; Phil. Rupp für Schützenswaße 1. Die Gesuche von Georg Kraft für Hildebrandswaße 2, Wilhelm Schröder für Vrandplatz 13, Jak. Muth für Frankfurter swaße 36 wurden abgelehnt. Zum Schluß der Sitzung wurde beschlossen, derSchutz- Mannschaft für ihr 25'jähriges I u b i l ä u m am nächsten Donnerstag als Fe st lokal die Turnhalle der höheren Mädchenschule zur Verfügung zu stellen, und ferner, das Kabel für die elektrische Beleuchtung des Gießener Volksbades auf städtische Kosten zu übernehmen. Danach trat die Versammlung in die geheime Sitzung ein. Darin wurden Personalangelegenheiten erledigt. Die Stelle des städtischen Vollziehungsbeamten (Pfandmeisters) ist dem Steueraufieher G e r - ^mann ans Groß-Gerau übertragen worden. — An der Volksschule wurde als weitere H a n d a r b e i t s l e h r e- r i n Frl. Ella Müller von fyter, die bisher als Volontärin tätig war, ernannt. Die Versammlung deutscher Yaturforscher und Aerzte. in. Kassel, 24. Sept. In der Abteilung für Neurologie sprach Dr. Rolf Wichmann aus Harzburg über die Ner vosität derLehrer und Lehrerinnen. Der Vorwag stützt sich auf die Ergebnisse einer Umfrage, welche der Referent vor zwei Jahren bei den Lehrern und Lehrerinnen ganz Deutsch- lands anstellte. Zu dem Zweck versandte er 10 000 Fragebogen an die Lehrerinnen und veröffentlichte Fragebogen in den Fachschriften der Volksschullehrer. Bon 780 Lehre« rinnen und 305 Lehrern sind ihm beantwortete Fragebogen zugesandt worden. Es waren unter den Einsendern 259 wanke Lehrer und 540 wanke Lehrerinnen. Ein größerer Teil war erblich nervös belastet. Nervenwankheiten kamen bei den wanken Lehrern und Lehrerinnen zu 68 v. H. vor, ferner bei den Lehrerinnen Bleichsucht zu 42 v. H. Organische Herzwankheiten sanden sich bei Lehrern zu 3 v. H., bei Lehrerinnen zu 0,9 v. H. Das Vorwiegen der Herzwankheiten bei den Lehrern erklärte' sich wohl aus dem größeren Alkoholgenuß bei ihnen. Dr. Wichmanns Statistir ergab, daß sämtliche Lehrer und Lehrerinnen, loelche während ihres Examens an nervösen Beschwerden gelitten haben, später dauernd nervenwank geworden sind. Sehr oft leidet der Unterricht durch die Nervosität der Lehrer und Lehrerinnen. 54 v. H. der nervenwanten Lehrer haben ihre Ferien verlängert, 41 v. H. der Lehrerinnen desgl. Es setzen nach dieser StatisM die nervenwanken Lehrer den Unterricht öfter aus als nervenwanke Lehrerinnen. Dr. Wichmann fand ferner, daß die Gefahr, an Nervosität zu er Wanken, in den ersten fünf Jahren nach dem Examen besonders groß ist. Die Sorge für die Angehörigen spielt bei den Lehrern, weil sie meist verheiratet sind, eine größere Rolle als bei den ledigen Lehrerinnen. Interessant ist, daß die nervösen Lehrer etwas schneller abgenützt werden, als die nervösen Lehrerinnen. So unterrichteten z. B. die nervösen Lehrer einer Gruppe im Durchschnitt 13,8, die nervösen Lehrerinnen der entsprechenden Gruppe 14,8 Jahre. Dagegen sind nervöse^ Lehrer doch tagsüber geistig etwas leistungsfähiger als nervöse Lehrerinnen, denn die nervösen Lehrer vermögen täglich einige Stunden mehr zu unterrichten ohne zu ermüden als nervöse Lehrerinnen. Der Kongreß nahm nach einem mit Beifall aufgenommenen Vorwag Professors Conwentz-Breslau einstimmig eine Resolution an, in der die Besttebungen des preuß. Kultusministers zur Erhaltung der Naturdenkmäler freudig und dankbar begrüßt werden und die Hoffnung ausgesprochen wird, daß die vorgeschlagenen Maßregeln zu baldiger Durchführung gelangen. Heber Deutsch - Südwest - Asrika als klimatischer Kurort'für Lungenkranke erstattete Dr. Katz, Berlin, ein sehr interessantes Referat. Er enUvickelle ein Programm, welches mehr für die wohlhabenden Klassen berechnet ist. In unserer Kolonie herrscht eine sehr gleichmäßige Jahrestemperatur, die Tages- und Nachtschwanrungen sind bewächtlich, so daß dort die Nachtluft kühl und erquickend ist. Während des Winters kann man den ganzen Tag im Freien sitzen. Die Luft ist rein und trocken, der Himmel ewig heiter und blau wie in Griechenland; kurz unsere Kolonien sind das geeignetste Land für Lungenkranke. Besonders wäre die Ansiedlung schwächlich gebauter junger Leute mit Tuberwilose-Disposition anzuraten. Die Kolonisten kaufen sich dort eine Farm, die zum Preise von 40—50000 Mark erworben werden kann. Tie Zahlung des Kapitals kann ratenweise erfolgen. Weniger kapitalwästige Leute können als Verwalter, Beamte, Arbeiter in solche Farmen eintreten. — Wie Ihr Berichterstatter von zuverlässiger Seite erfährt, hat sich hier heute vormiwag ein Komitee von hervorragenden Aerzten und Professoren gebildet, um die Anregungen des Vorwagenden in die Praxis umzusetzen. Heute vormittag fand im Sitzungssaale der hygienischen Abteilung dieJahresversammlungdesdeut- jchen Vereins sür Bolkshygiene statt, die von sehr zahlreichen Mitgliedern, insbesondere auch Damen, besucht war. Den ersten Vorwag hielt Herr Äiedizinalrat Pros. Dr. Breitung aus Koburg über das Thema: „Tic sozialpolitische B e b eu t u n g der Volks- Hygiene". Mehrfach von Beifall unterbrochen führte der Redner ungefähr folgendes aus: Jede hygienische Frage ist zugleich eine moralische und soziale. Schon das alte Testament sagt: Auf daß es Dir wohl ergehe und Tu lange lebest. Das Wohlbefinden des Einzelnen ist aber die Vorbedingung für das Wohlbefinden des ganzen Volkes. Aus minderwertigen Individuen kann sich kein vollwertiger Staat zusammenfetzen. Vian muß unterscheiden zwischen der sozialen und der s 0 zi a l i st i - sch en Bewegung. Letztere ist zerstörend, revolutionär; erstere aufbauend und erhaltend. Die soziale Reform Der trägt sich mit jeder Regierungsform, von der Republik bis zur Despotie. Auch unsere Könige und Fürsten sind von sozialem Geiste durchdrungen. Am weitesten sind wir in dieser Beziehung in Deutschland! wir werden von der ganzen Welt um unsere soziale Gesetzgebung beneidet. Toch bleibt noch aus diesem Gebiete viel zu tun. Eine der wichtigsten Fragen, die wir noch zu lösen haben, ist die Wohnungsfrage. Ferner muß eine G ast wirt- schastsrefiorm herbeigeführt werden. Cs ist ein unwürdiger Zustand, daß freie Männer, die sich sonst gegen jeden Zwang aufbäumen würden, gezwungen werden, alkoholische Getränke zu sich zu nehmen, sobald sie in einer Wirtschaft essen wollen. Redner befürwortet keine Zwangsgesetzgebung gegen die Gastwirte, wie sie manche erstreben, aber die Gastwirte sollen uns ebenfalls nicht zwingen, Bier oder Wein zu winken, wenn wir nicht winken wollen. Zum Schlüsse befürwortet Redner die Abtrennung der Medizinal-Angelegenheiteu vom preuß. Kultusministerium und die Schaffung eines eigenen Ministeriums der V 01 k s g e s u n d h e i t mit einem hervorragenden Arzt und Hygieniker an der Spitze. Ten zweiten Vortrag hielt Dr. K. Beerwald aus Berlin, Generalsekretär des Deutschen Vereins für Volkshygiene über: „Die Verbreitung der Volkshygiene, das wirksamste Mittel im K a m p f e gegen die Kurpfuscherei." Er führte aus, daß der eigentliche Kampf gegen die Kurpfuscher dem Staate obliege, der seine Angehörigen, wie gegen jeden Betrug und Schwindel, auch gegen die Schädigung und Ausbeutung durch die Kurpsu)cher zu schützen habe. Den Aerzten könne man nicht zumuten, in die Volksversammlungen zu gehen und nut den gänzlich ungebildeten Kurpfuschern über wissenschaftliche Fragen zu diskutieren, luic man dem Kunstmaler nicht zumuten werde, sich mit einem Anstreicher über die Prinzipien der Malerei auseinanderzusetzen. Aber Durch die weiteste Verbreitung von hygienischen Kenntnillen Me hmger Genossin dem wollte Bahnhof t daß mca gewijjerma bis in lhv trug zur l intern er Die W eifer von sie nahm Injurie' Für 11 Lieserum 2b Cen. 550 , 10 , 6 , 2 , 3 , 2 . • Po Mnner hl Di- R°u -d Kcpäcku>^ sie und 1 einen u* du----. .urd- * «onduu Edoner, " Mch>°"" Bsschu» beurteilt« j nicht baten °njch-»7, höchst, >. trug d-r l 7 Sohn eme- Devonfhae 1 nach London ’Ne bi teitag- Woche in1 neben, \ zureben; 2 , 35 , 100 St 500 , 100 , aus dem missionsw Die Li liegen nad 0 ühr aus buceau off« Angebot, Ausschr Gemüseliese nut den ’ 19- Lktobn t»gs 11 Ity punkte die ( geböte srari dem ^cvmn zugeben. Zusc zum 2( Gießen, de Nk Verr Mitargilij -Poppen Ufa Montag ,^aens 10 M das etl Auuerod D J^tob.a tembev 1 u"> 10 u;. bas ber 0 Mr>ge D 4ePteln >'9ttt Wito m aU11 tm Bolle können auch die Aerzte zur Bekämpfung des gemeingefährlichen Kurpfuschertums beitragen. Vermischtes. * Portland (Oregon), 24. Sept. Vier maskierte Männer hielten 21 Meilen östlich von hier den Schnellzug der Oregon Railway and Navigation Company an. Die Räuber zwangen den Lokomotivführer, sie zu begleiten und sprengten den irrtümlich für den Postwagen gehaltenen Gepäckwagen mit Dynamit. Ein Bahnbeamter schoß auf sie und tötete einen. Die übrigen entkamen beutelos. Durch einen unglücklichen Zufall wurde auch der Lokomotivführer durch einen Schuß tätlich perwundet. * Eine der geößten Baby-Ausstellungen wurde am Samstag in der Murphy Memorial Hall in London abgehalten. Nicht weniger als 430 Babys, alles Londoner, im Alter von drei Monaten bis zu zwei Jahren machten in den Armen ihrer Mütter ihre Aufwartung und wurden dann gewogen, ärztlich geprüft und von einem Damenausschuß weiter auf ihre Schönheit, körperliche Pflege ujw. beurteilt. Zum allgemeinen Bedauern waren Drillinge gar nicht vertreten, und die ausgestellten 27 Paar Zwillinge baten dafür keinen ausreichenden Ersatz. Die Babys waren anscheinend sehr wohlerzogen, benahmen sich sehr gut, und höchstens hundert schrien zu gleicher Zeit. Den ersten Preis trug der 12% Monate alte und 33% Pfund wiegende Sohn eines Kehrichtkärners davon. Der Vater stammt aus Devonshrre und die Mutter aus Norfolk, beide vom Lande nach London verzogen. • Redeblüten vom sozialdemokratischen Parteitag. Der sozialdemokratische Parteitag, der in der vorigen Woche in Dresden tagte, hat vielen Rednern Gelegenheit gegeben, sich den sprichwörtlichen Stein vom Herzen herunterzureden; dabei ist aber auch manche schöne Redeblüte zu Tage gefördert worden. So sprach Walter-Coburg, vom Eifer der Rede hingerissen, von dem „leider zu spät verstorbenen Genossen Liebknecht". Derselbe Redner behauptete von dem wohlbeleibten Singer, er sei „schlank" durch den Coburger Bahnhof hindurchgesahren. Dr. Quarck-Frankfurt tadelte, daß man die Genossen (er meinte Franz Mehring damit) gewissermaßen unter Polizeiaufsicht stelle, daß man „ihnen bis in ihre spätesten Tage nachgehe". Grünwald-Hamburg trug zur Erweiterung der geographischen Terminologie bei, indem er feststellte: „Breslau-Land liegt uni Breslau 'rum". Die temperamentvolle Genossin Zetkin sprach in ihrem Feuerelfer von dem bösen Harden als dem „Genossen Harden"; sie nahm diesen Ausdruck allerdings alsbald als „Real- Injurie" gegen den Parteitag zurück. Wenig orientiert in den Himmelsgegenden zeigte sich Gewehr-Elberfeld, der behauptete: „äßic haben tm Rheinland viel Zuzug aus dem Westen, aus Ostpreußen u. s. w." Dem Dr. Heinrich Braun lief im Eifer der Rede ein Rechenkunststück unter, daß er behauptete, unter 100 000 Sozialdemokraten würden mindestens 999 000 von den revisionistischen Streitigkeiten nicht berührt. Bernstein sprach schnöderweise von „Bebels materialistischer Geschäftsauffassung". Er meinte „natürlich" Geschichtsauffassung. Ganz unmotivierte Heiterkeit erregte die Genossin Rosa Luxemburg, als sie von der Liebe sprach, die sie mit dem Parteivorstande verbinde. Ein Parteivorstand ist doch in gewissem Sinne ein Abstraktum. Kautsky, das „Gehirn" der orthodoxen Sozialisten Deutschlands, stellte dem pommerschen den „Münchnerschen Grenadier" entgegen. Aber auch deni alten Parlamentarier Bebel schlüpfte ein schiefes Bild durch. Von Harden behauptete er: „da er sich mit der feinen Nase, die ihn als Journalisten zweifellos auszeichnet, sagte usw." Mit den Fremdwörtern steht Bebel, obwohl er sie mit großer Vorliebe anwendet, auf Kriegsfuß. Es passierte ihm der lapsus linguae, daß er von einem lapsus lingae sprach, und mehreremal behauptete er, er wäre mit diesem oder jenem ganz d’encor (d’accord). Gegen die Fremdwörterleidenschaft des alten Herrn erhob sich aber auch aus der Versammlung Widerspruch, denn als er von dem testimonium paupertatis sprach, das Bernhard sich ausgestellt habe, wurde ihm zugerufen: „Wir sind doch keine Franzosen! Deutsch reden!" Gut verdaut hat dagegen seine Fremdwörter der Genoffe Timm, der Bernstein allen Ernstes als das „Jnsanterie-Uebel der Partei" bezeichnete. * Heiteres. Ein Optimist. Student (in seine Stammkneipe tretend, wo eine Schar Studenten versammelt ist): „Wer von euch kann mir zwei Mark pumpen, aber schreit nicht alle so durcheinander". — — Vor der Badereise. Hausarzt; „Ich muß Ihnen eine unangenehme1 Eröffnung machen, gnädige Frau . . . Sie haben die Krankheit wirklich, die Sie sich einbilden."--Ersatz. Zimmervermieterin: „Wie, Sie küssen mein Dienstmädchen?" —Herr (auf das Kaffeegeschirr zeigend): „Ja, Frau Müller, Sie hatten nämlich vergessen, den Zucker beizulegen." Kunst und Wissenschaft. FrankfurterTheater. Ein bemerkenswertes künstlerisches Ereignis war die Siegfried-Ausführung am Montag abend, in der Ejuar Fvrchhammer den Siegfried sang. Der junge dänische Sänger kann in Bezug auf künstlerischen Instinkt und Intelligenz h-eute an die Spitze der berühmtesten Siegfriede gestellt werden; nicht minder aber auch in musikalischer und gesangstechnischer Beziehung. Das volltönende, durch ein gewaltiges Forte ausgezeichnete Organ Forchhammers ermöglicht eine tatsächlich sieghafte Interpretation des jungen Helden, der das Fürchten nie gelernt und der doch so tief und stark empftndet. Wir werden Forchhammer eines Tages in Buyreuth hören, vorerst danken wir dem glücklichen Zufall, der diese interessante künstlerische Persönlichkeit nach Frankfurt führte. Ungetrübten Genuß gewährte das Orchester, das Dr. Kunwald mit feinfühliger, temperamentvoller Umsicht leitete. Ein ausgezeichneter Mime war Herr Schramm mit seiner prägnanten Deklamationssähigkeit, auch Herr B-reitenfeld als Alberich bot eine ungewöhnlich gute Leistung. Am Freitag abend geht der zehn Abende umfassende Wagner-Zyklus mit der „Götterdämmerung" zu Ende. — Im S ch a u s p i e l h a u s e hat man die Som- merpause zu allerlei b au t i ch en Ve r än o e r u n ge n benutzt. Das in der ersten Begeisterung so viel gepriesene neue Haus hat bekanntlich bei der Benutzung eine Anzahl von Mißständen gezeigt. Tie Stadtverordneten haben la 000 Mark zu baulichen Verbesserungen, Vergrößerung der Kleiderablagen, Veränderungen in oen Sitzreihen usw. bewilligt. Außerdem wird mir einem Aufwande von 32 000 Mark auf dem Hose des Scyaüspielhau,eS ein besonderer Lagerraum für die Dekorationen errichtet, da die bisherigen Raume nicht ausreichen. Der ^pwlplan brachte zur Wiederkehr von Goethes Geburtstag eine Goethe- Woche, wobei unter anderem auch D a s I a h r m a r kS- f e st z u P l u n d e r s w e i l e r n und das Schäserjpiel D i e Laune oes Verliebten gegeben wurden. Als erste Neuheit wurde dann Der hocyrourist porgeführt, der die Zuschauer zum Lachen und oer Theaterkasse reiche Ein- Hihmen bringt. Die Titelrolle spielt Herr Diegelma- . ganz vorzüglich. Als neues Miiglied ist Frl. Hedi. Lange in den Verband des Schauspielhauses getreten > hat sich in zwei Sudermannschen ^tüaen, als Marikkc . Johannisfeuer und als Adah in Sodoms Euv^, recht vorteilhaft eingeführt. Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) I» Frage: Ich habe als laudwirtschaftlicher Arbeiter aus dem Felde einen schweren Unfall erlitten und bin dadurch erwerbsumähig geworden. Die Beruisgenossenschaft, die mir eine Unfallrente gewähren sollte, hat mich zunächst ui eine Krankenanstalt schicken wollen. Ich habe dieser Aufforderung aber nicht Folge geleistet. 9tun hat man lyir gejagt, daß ich durch meine Weigerung jeden . Anspruch auf rlnfallrente verloren habe. Ist das richtig? —Antwort: Sofern Sie sich deii Anordnungen der Berufs- genoßenschafl ohne gesetzlichen oder sonst triftigen Grund entzogen Haden, kann Ihnen die.Unsallrente zwar nicht für immer, aber doch auf Zeit ganz oder teilweise versagt werden, joserii Sie auf diese Folgen hingewiesen sind und nachgewiesen wird, daß diirch Ihr Verhalten die Erwerbsfähigkeit ungünstig beeinflußt ivird. Submission. Für unsere Kliniken soll die Lieferung von: 25 Centner Aepfeln 550 fr Kartoffeln 10 w Zwiebeln 6 w roten Rüben 2 n weißen Rüben 3 w gelben Rüben 2 w unterird. Kohlraben 2 w Meerettig 35 w Weißkraut 100 Stück Rotkraut 500 r Sellerie 100 w Lauch auf dem öffentlichen Sub- Missionswege vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen liegen nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf dem Verwaltungs- bureau offen. Angebote, versiegelt und mit öer Aufschrift: „Angebot auf Gemüselieferung" versehen, sind mit den Mustern bis zum 19. Oktober d. Js., vormitt- tags 11 Uhr, zu welchem Zeitpunkte die Eröffnung der Angebote stattfinden wird, auf dem Verwaltungsbureau abzugeben. 7173 Die Zuschlagssrist erfolgt bis zum 26. Oktober d. Js. Gießen, den 23. Sept. 1903. Großh. Verwaltungs-Direktion der chirurgischen u. Augenklinik. Popp er t. Voss ins. LWerfteigemg. Montag den 28. d. M., Morgens 10 Uhr anfangend, soll das Obst der Gemeinde Annerod versteigert werden. Zusarnmentünst bei der Kirche. Annerod, am 24. Sept. 1903. Gr. Bürgermeisterei Annerod. Horn. 7200 WHechizekM Montag den 28. September l. I., vormittags UM 10 Uhr anfangend, soll das der Gemeinde Bersrod gehörige Obst, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen, versteigert werden. Der Anfang ist im Ort. 7209 Bersrod, am 24. Sept 1903. Gr. Bürgermeisterei Bersrod. I. V.: Zimmer. Rauchhse Troisdorfer Jagdpafirone Vorzügliche Deckung bei sehr gutem Durchschlag, größte Gleichmäßigkeit des Schusses, für jedes normale Gewehr verweist) bar. Verkaufspreis: Mk. 9.-— für Kal. 16 pro 100 Stück. Schwarzpulver, prima gasdichte Hülse, Mk 7,— für Kal. 16 pro 100 Stück. Gewehre und Jagdausriistungen in großer Auswahl. 6258 BCiSbiaiger1, ÄltttMg 19. Emchillst dks mkk FckW st Sikh« Der Evangelischen Gemeinde teilen wir mit, daß wir beschlossen haben, die Weihe des neuen FriedW am niWen Smtag hu 27. September nachmittags 4 Uhr vorzunehmen. Da die Weihe, ohne Anschluß an eine Beerdigung, als besondere kirchlich» gottesdienstliche Handlung stattfinden soll, so wird zu derselben um Uhr nachmittags mit den Glocken der beiden Kirchen geläutet werden. Wir laden alle unsere Gemeinde-Mitglieder zur Teilnahme an der Weihefeier hierdurch freundlichst ein. Gießen, den 25. September 1903. Der Evangelische Gesamt-Kirchenvorftand. Dr. Naumann. 7217 L 3 11. Kessisch-ZsiürmgisHe Staatslotterie (Mitteldeutsche Staatslotterie) ? Mhung VI. Klaffe. (12. Tag) 24. September 1903. Alle Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, sind mit 200 Mark gezogen. *2 ? (Ohne Gewähr.) 101 73 215 [400] 395 [1000] 479 766 801 [400] 910 1065 201 371 --- 400 45 89 636 59 780 833 2078 130 [400] 97 211 17 20 [400] 69 372 459 «5 505 6 23 78 668 [400] 73 97 [400] 706 32 34 [400] 831 33 80 909 45 S’Z 3031 39 69 218 20 39 326 73 423 94 [400] 686 726 35 67 803 935 [4001 (9^67 4159 225 64 360 [400] 433 86 537 75 94 [400] 95 647 791 815 41 50 'C77 907 27 [400] 74 £ 5003 93 1400] 165 201 [1000] 34 86 317 86 438 91 [400] 596 603 Z 720 58 66 801 62 904 98 6011 62 [1000] 76 169 1400] 249 83 84 347 401 713 89 [400] 7072 171 301 3 47 69 514 694 [400] 707 30 8005 47 48 Ö9[IOOQ] 97 [400] 123 240 78 [400] 84 94 320 [400] 59 89 458 533 [400] ""610 11 66 708 19 [400] 838 978 9068 164 [400] 76 454 70 90 869 10026 63 154 223 306 9 446 508 25 70 637 68 725 71 84 [1000] 896 922 33 94 11053 188 96 [1000] 225 57 70 304 [2000] 461 81 643 78 727 [4001 845 979 12028 [400] 33 116 263 415 93 515 17 [400] 99 616 27 38 [4001 80 [1000] 83 708 817 [1000] 979 13011 70 76 89 155 [400] 80 224 48 [3000] 54 378 632 34 62 905 89 14099 176 357 [2000] 68 78 92 535 48 76 610 15 98 857 947 15034 250 83 427 [400] 83 608 95 753 78 96 [1000] 866 94 900 7 [400] 16001 [400] 56 [2000] 62 131 212 49 330 34 419 72 522 45 [400 630 784 99 110001 822 91 973 79 17102 47 220 353 57 426 400) 91 [400 534 51 [400] 742 [400] 81 955 96 18065 146 [4001 201 322 42 576 [2000 610 [1000] 47 706 [1000] 8 12 84 87 99 809 [400] 937 [1000] 50 74 [10 00(1 o 19217 63 90 334 81 98 429 542 735 77 835 914 30 91 [400] c 20197 213 367 430 528 716 [1000] 89 836 [400] 903 53 [2000] £21080 189 [400] 226 49 [400] 320 1400] 427 97 505 60 77 84 [400] 646 L 843 975 85 2 2048 [3000] 68 120 [400] 33 237 99 336 65 95 443 503 34 §641 57 788 92 880 81 82 995 23102 69 91 210 [400] 22 36 86 [4001 370 419 529 696 [400] 752 919 20 24056 [400] 95 192 237 56 378 449 586 ~ 018 6025070J 84 2914°568 84 91 724 41 837 [2000] 46 933 41 [1000] 26037 "'41 56 62 277 420 [400] 37 [1000] 38 [400] 556 90 640 78 803 58 933 - & 27043 179 241 357 432 83 665 715 828 905 95 28078 186 200 [400] 90 ® ö 321 [2000] 95 [400] 523 91 655 86 964 70 72 29011 88 138 60 220 52 1400] 56 368 75 406 608 62 80 753 884 30036 193 259 317 35 547 604 [5000] 89 704 86 861 937 31120 24 45 316 39 440 67 642 757 32021 88 281 303 409 77 534 607 67 78 88 727 97 873 900 70 87 33105 12 25 260 68 309 11 [4001 486 514 78 732 43 94 96 900 1 34086 87 [1000] 107 206 25 [1000] 52 [400] 442 64 [400] 600 [400] 5 89 [400] 775 849 69 L 35004 ! 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Bekanntmachung. Cs ist die Badnhofswinschait in Fulda, Strecke Frankfurt a.M.— Bebra, vorn 1. Januar 1904 ab zu verpachten. Die Bedingungen mit Angebotsformular können in unserer Kanzlei — Arntsgebäude Frankfurt a. M.—Sachsenhausen, vedderichstrape 67 — sowie beim Stationsvorsteher m <\nlba etngesehcn, auch gegen portofreie Ern- sendung von 80 Pf. in bar bezogen werden. Bewerber wollen ihre 'Angebote unter Angabe des Pacht- preises, Beifügung ihrer Befähigungsnachweise und einer kurzen Lebensbeschreibung in Brief»,nschlag verschlossen mit der Aufschrift: „Angebot auf Pachtung der Bahnhofswirtschaft zu Fulda" portofrei bis zmn 14. Oktober 1903, vormittags 11 Uhr, an uns einsenden. Die Oeffnung der Angebote erfolgt zur angegebenen Zeit in Gegenwart der erschienenen Bewerber. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Frankfurt a. M., den 19. September 1903. ________________königliche Eisenbahn-Direktion._____________7204 Gaskoks. Neues* Saalhaw, Zur Eröffnung der Winter-Saison Sonntag den 27. September, nachmittags 5 Uhr: 7222 Grosses Militär-Konzert Reizende Neuheiten Heute prima frisch geräucherte in bekaniiter Güte per Paar 25, 30 und 35 Psg. empfiehlt 6188 Friedrich Schreiner Metzgermeister, SclterSweg 65. Echte 7203 in fetter, frischer Ware empfiehlt fieorg Wallenfels Marktplatz 21, Telephon 46. Gegenwärtige Preise: Für der, Zentner ab Verkaufsstelle Stück-KokS .............. 1,10 Mt. Nutz-Koks, ausschließlich trocken gelagert, in zwei verschiedenen Korngrößen iur Stubenheizung und nir weite und enge O k e n s ch ä ch t e passend zerkleinert: Größe -tr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbar st e S o r t e ...... . . . 1,25 2)11. Größe Rr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit......1,25 Mk. Zn Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern: Stttckkoks.......1,05 Mk. Nußkoks Nr. 1.....1,20 r SiutzkokS Str. 2.....1,20 , Hei Entnahme von mindestens 200 Zentnern: Stückkoks.......1,— sm. Nutzkoks 9h-. 1.....1,15 , Nutzkoks Nr. 2.....1,15 Für Koksabnehmer, welche zwei und mehr DoppelwaggonS beziehen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Psg. für den Zentner. Für Anfuhr an das Haus werden 5 Pfennig für den Zentner berechnet. -NB. Sofern das Verbringen der Koks — bis zu 6 Zentnern — auf die betr. Lagerplätze (Keller, Stall zc.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Gergütung. Fm Gaswerk finbet nur ein Verkauf von über 5 Zentner Koks statt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der gkiniitrtaf irr Gusdoks von I bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich bet den Herren: Bacheuheimer & Schaumberger, Marburgerstraße 22, Andreas Guter, Steinstraße 11, Foh. Fischer, Alieestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34, Gebr. stahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinket, Bahnhofftraße 10, . Emil Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Marttstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, August Struck, Bismarckstraße 6, Georg Nuverzagt, Grünbergerstraße 13. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskoks samt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Zentnerti. Die Preise unserer Gaskoks für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oktroirückvergütuug von 4 Pfg. für ben Zentner. 63 Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. M Der Zirkus ist bei ungünstiger Witterung geheizt. H Buten höflichst, miser Unternehmen nicht mit amerika- g mschen Hunibug'-Uiiternehmungen oder einigen hier ge- ivesetien mmbenüecriflen Zirkussen zu vergleichen. I Zirkus Lorch Nur 7 Tage. Auf dem Oswalds Garten, Gießen. ÄrSM nnh flcgantrßrr deutscher Zelt-Jirkus. Eigene elektrische Anlage. 100 Personen. JöRF“ 70 Pferde. Freitag den 25. September abends 8 Uhr: I Gala-Eröffnungs-Vorfteüung mit großstädtischem Programm. ■ Kas Scnsationellfle auf dem Heöiete der höheren Gymnastik. M Die phänomenalen 7 Geschwister JLorch. ■ Die Stars der englischeii Varistö-Theater ,nährend des B verflogenen Winters. Tie 7 Geschlster Lorch hatten die ea oohe Ehre, zweimal vor der verstorbenen Königin von B ^"Pand auftreten zu dürfen und rourben während des B verflossenen Winters in allen großen Städten Englands ■ iwd Frankreichs mit beispiellosem Beifall aitsgezeichnei. Die Fahrt im Todesring, B Tas Tollkühnste, das im Fahrradsport bisher gezeigt wurde B ausgeführt von drei Mitgliedern der deutschen Aennfahr- Kouipagnie (1 Dame und 2 Herren). 3 Das Beste auf dem Gebiete der Reitkunst. g3 Mrs. Alfons Althof in seinem Origiual-Musikal-Akt B zu Pferde. B Außerdem Auftreten aller Spezialitäten und des gesamten B Zünftler-Personals in feinen Glaiiznuinmerri; sämtliche H Clowns und die zwei dummen Auguste treten in neuen hochkomischen Intermezzos auf. B Die wunderbaren Original-Freiheits-Dressuren des Direktors Adolf Lorch B 'die solche bisher hierorts fein Zirkus gezeigt hat. H (tiite halbe Stunde vor Beginn einer jeden Vorstellung- W Konzert der eigenen Zirkus-Kapelle Niiter Leitung ■ " '1 des Kapellrnetsterß Herrn Martan. ■ Samstag den 20. September und folgende Taae abends 8 Uhr: f177 Grosse Vorsteiiungen. Sonntag den 27. September: 2 grosse Fexit-Vorsteiiungen 2 Nachmittags 4- Uhr und abends 8 Uhr. 3 Das PrograiiiNi der Nachmittags-Vorstelluiig ist ebenso reichhaltig, ivie das der Abend-Vorstellung. in Kinder-Konfektion Wc M. WSrße! Neue Hcllerlinfe» empfiehlt 7019 L. Kalkhof Nacht. trafen zu bekannt billigen Preisen in reicher Auswahl ein. Modewarenhaus A. 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