Erstes Blatt. Dienstag 25. August 1903 153. Jahrgang Teil: P. Witiko: Mr , Stadt und tianir und .Gettchtssaatt. August Götz, Mr den Anzeigenteil: Pan« Beck, Giehener Anzeiger General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen Nr. 198 Erscheint tägltft außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'sehen Untvers.-Buch-u.Stem« druckerei (Pietsch Erbens Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. ^crnsprechanschluß Nr. 51. BezngspretSr monatltch75Ps., viertel- täbrltd) Mk. 2L0; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Vs.; durch diePost Mk.2.— otertel- jährl. ausschl. Beftellg. Annahme von Anzeigen ür dte Tagesnummer >iS vormMagS 10 Uhr. ^etlenpreiS: lokal 12 Ps^ auSwättS 20 Psg, Z>er Kaiser in Mainz. Die Stadt bietet ein festliches Bild. Fast die meisten Häuser haben geflaggt und viele, darunter auch manche Geschäftshäuser, außerdem für eine besondere, mitunter sehr schöne Ausschmückung Sorge getragen. Der WeinwirtMondri on auf dem Schillerplatz begrüßte den Monarchen mit folgenden Versen an seinem Hause: Du edler Herrscher, sei gegrüßt, Heil Dir auf allen Wegen, Es fliegen Dir im goldnen Mainz Die Herzen stets entgegen. Dem goldnen Mainz scheint Glück zu blühn, Dem Kaiser gesällts immer mehr; Am End' noch kündigt er in Berlin — Und zieht dann ganz hierher. Es tranken einst die alten Germanen An den Usern des grünen Rheins. Die Jungen hier folgen ihren Ahnen, Auch sie trinken immer noch eins. Während das Ulanen-Regiment schon seit einigen Tagen hier weilt und hier und Kastel untergebracht ist, trafen heute früh die Regimenter Nr. 115, 116 und 168 ein und zogen mit klingendem Spiel nach dem großen Sand, wo an der Truppenschau heute 21 Bataillone, 10 Eskadrons und neun Batterien teilnahmen. Folgende Truppen exerzierten: die 41. Jns.-Brig. (87er und 88er), die 21. Kav.-Brig. (Husaren 13 und Ulanen 6), die Feldart.-Regt. Nr. 27 und 63, die 49. Jns.-Brig. (Regimenter 115, 116 und 168), das Jnf.-- Regt. Nr. 117, die Unteroffizierschule Biebrich, das Fußart.- Regt. Nr. 3 (G.-F.-Z.) und das Pionier-Batl. Nr. 12. Ueber die Truppenübungen schreibt das „Mainz. Dgbl.": Als Ordonnanzoffizier meldete sich beim Kaiser Oberleutnant Schröoer vom 116. Regiment. Sofort nachdem der Kaiser aus dem Uebungsplatz eiu- traf, wurde ihm und dem Gefolge die Fronttapporte überreicht, worauf sofort das Exerzieren der 6. Ulanen begann. Tie Ulanen führten zunächst den Parademarsch aus und dann verschiedene KavÄlerieübungen, die mit einer schneidig gerittenen Attacke endeten. Nach der Kritik nahm das Gefecht seinen Anfang. Auf der einen Seite standen unter dem Kommandeur der 41. Jnfanteriebrigade, Generalmajor 0. Wachter, die Infanterieregiment er 87 und 88, die 1. und 5. Eskadron der 13. Husaren und die 1. Abteilung des 27. Artillerieregiments Gegner waren unter dem Kommandeur des Infanterieregiments Nr. 117, Oberst von Gersdorff, dessen Regiment, die zweite und dritte Schwadron der 13 er Husaren und die zweite Batterie des Artillerieregiments Nr. 63. Der Angriff und die Durchführung des Kampfes bildeten J>ci dem goldenen Sonnenschein, der über den großen Sand flutete, ein überaus eindrucksvolles Bild rriegerischen Lebens, besonders als es mit klingendem Spiel, unter dem Geknatter der Gewehre und dem Donner der Geschütze zum Sturmangriff ging. Als Schiedsrichter waren tätig: Generalmajor von Pachplcke, Generalmajor von Kanitz, Generalmajor Freiherr von Ledebour und Oberst Schneider vom Artillerieregiment Nr. 21. Mit einem Sturmangriff fand das interessante Gefecht seinen Abschluß. Während dann die Kritik tätig war, und sich die Truppen mit dem Rücken nach der Jägerschanze und mit der Front nach Mombach aufstellten, wurde die strenge bis dahin gehandhabte Absperrung aufgehoben und das nad); Tausenden zählende Publikum zum Paradefeld zugelassen. An die Gefechtsübung auf dem großen Sand schloß sich ein Parademarsch, an dem die Jnfanterieregimenter Nr. 87, 88, 115, 116, 168 und 170, die Unteroffizierschule Biebrich, das Artillerie-Regiment Nr. 3, das Pionier-Bataillon Nr. 21, das Husarenregiment Nr. 13, das Ulanenregiment Nr. 6, das Feldartillerie-Regiment Nr. 27 und die zweite Abteilung des Feldartillerie-Regiments Nr. 63 teilnahmen. Der erste Vorbeimarsch, erfolgte in Kompagnie- bezw. Eskadron- und Batteriefront, der zweite Vvr- beimarsck) in Regimentskolonnen. Die berittenen Kolonnen gingen im Trabe vorbei. Beidemal führte der Kaiser das Gießener 116. Regiment, dessen Uniform er trug, und der Großherzog das 115. Regiment vor. Ein Privattelegramm aus Mainz meldet uns folgendes: Seine Majestät hat gestern zweimal das 116. Regiment vorbeigeführt und seine vollste Zufriedenheit über bie Haltung des Regiments ausgesprochen. Seine Majestät hat der 8. Kompagnie das Kais er - abZeichen verliehen. Die Haitptleute Mohr, Hoß und Großmann erhielten den Roten Adler-Orden 4. Kl. Oberlt. Schröder im Regiment 116 den Kronen-Orden. Nach dem Parademarsch bildeten die Truppen Spalier. Der Kaiser und der Großherzog setzten sich an die Spitze der Jahnenkompagnie und der Standarteil-Eskadron, die vom 116. Infanterie-Regiment und dem 6. Ulanen-Regi- ment gestellt wurden, und führten unter dem Geläut der Glocken sämtlicher Kirchen von Mainz und dem Jubel einer zahlreichen Menge die Fahnen durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt nach dem Groß herzoglich en Schlosse. Nach Einbringung der Fahnen begrüßte Oberbürgermeister Dr. Gaßner den Kaiser im Vestibül des Schlosses namens der Stadt Mainz. Der Kaiser dankte in wannen Worten. Die beiden Töchter des Oberbürgermeisters überreichten dem Kaiser und dem Großherzoge Blumeilsträuße. Hieraus fand im Großh. Schlosse eine Fr ü h st ü ck s t a f e l statt, an der außer den anwesenden Fürstlichkeiten das beiderseitige Gefolge, die Generalität, der hessische Staatsminister Dr. Rothe und die höheren militärischen Chargen teilnahmen. Bei der Frühstücks täfel saß der Kaiser zwischen der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen und S. K. H. dem Groß her zog. Neben dem Großherzog saß Prinz Friedrich Karl von Hessen, neben der Prinzessin Prinz Andreas von Griechenland. Gegenübler dem Kaiser saß der hessische Hofmarschall v. Westerweller. Die Tafelmusik führte die Kapelle des 117. Infanterieregiments aus. Nach dsr Tafel besichtigte der Kaiser mit dem Großherzog und den anwesenden Fürstlichkeiten die unlängst eingeweihte neue Chriftuskirche, zu welcher der Kaiser seinerzeit einen namhaften Beittag gespendet hat. Der Kaiser besichtigte das Gotteshaus unter Führung des Geh. Kirchenrats D. Frohnhäuser und des Architekten Fredriks- sohn. Insbesondere betrachtete der Kaiser die elektrische Beleuchtung der Kirche und die vom Großherzog gestifteten Altar- inrt) Kanzel-Paramente, sowie die Sakristei, die Tauf- kapelle und die Pfarrhäuser. Während des Aufenthaltes des Kaisers wurde die Orgel'gespielt. Der Kaiser sprach sich über den Bau und die Ausschmückung sehr lobend ans. Er begab sich darauf unter Führung des Großherzogs und der Fürstlichkeiten zum Bahnhof nrld fuhr um 3 Uhr 15 Minuten mit Sonderzug nach Cronberg. Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen fuhren mit dem Kaiser im Sonderzuge. Aus dem hiesigen Bahnhof waren zur Verabschiedung die Spitzen der staatlichen, städtischen und militärischen Behörden erschienen. Es sind noch, folgende Ordensausze i ch n u n g e n verliehen worden: Staatsminister Rothe bekam den Roten Adlerorden 1. Klasse; Herzog v. Urach, Kommandeur des 6. Ulanen-Regts., das Großtteuz des Roten Adlerordens 1. Kl. mit Eichenlaub; der Kommandeur der 25. Division Frhr. v. Gall und der Kommandeur der 21. Division v. Hagen erhielten den Stern zum Roten Adlerorden 2. Ä. mit Eichenlaub und der Kommandeur der 41. Brigade Generalmajor v. Bredow, sowie der Kommandeur der 49. Brigade Graf Kanitz den Roten Adlerorden 2. Kl. mit Eichenlaub. S. K H. der Großherzog bleibt noch bis morgen mittag hier, um sich alsdann direkt in das Manöverfeld bei Friedberg zu begeben. Ker Kaiser in Kronberg. Cronberg, 24. August. Der Kaiser ist 4 Uhr 47 Minuten von Mainz hier eingettoffen. In seiner Begleitung befanden sich das Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen, sowie das persönliche Gefolge. Am Bahnhof waren zur Begrüßung erschienen der Landrat des Obcrtaunustteises Regierungsrat Ebbinghaus und die Stadttäte von Cronberg. Die Feuerwehr-, die Militär-, Krieger- und Schützenvereine und die Schulen hatten Aufstellung genommen. Die Auffahrt nach. Schloß Friedrichshos erfolgte in drei Wagen durch die Qrtssttäßen von Cronberg. Im ersten Wagen saß der Kaiser mit seiner Schwester. 10 Wagen und vier Reichferde aus dem kaiser- lichen Marstall sind hier eingettoffen. Der Kaiser nahm bald nach seiner Ankunft in Schloß Friedrichshos bei Cronberg den Tee ein und spielte dann mit seiner Schwester und seinem Schwager Lawn-Tennis. Als Schloßwcvche ist eine kombinierte Kompagnie des Homburger Füsllierbataillons aufgezogen und ein Beritt von 20 Husaren der 13. leistete ums Schloß Pattouillendienst. Dem führenden Offizier, Hauptmann Frhrn. v. Lüttwitz von der 11. Kompagnie des 80. Regts., gab der Kaiser sofort Befehl, die Husaren in den Stall zu schicken. Es genüge die Gendarmerie. Vom Flaggensttick des Schlosses weht die Kaiserstandarte. Cronberg ist von Fremden außerordentlich gut besucht. An der »aus 16 Gedecken besteherrden Abendtafel, die um 8 Uhr begann, nahmen außer dem Kaiser und dem Prinzenpaar das beiderseitige Gefolge teil, sowie auch Baurat Jacoby, Oberbürgermeister v. Marx-Homburg und der Führer des Wachtkommandos, Hauptmann v. Lüttwitz, und Oberleutnant v. Holzhausen. Cronberg, 25. Aug. (Originaltelegramm des Gieß. Anz.) Heute vormittag ritt der Kaiser mit dem Prinzen und der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen nebst Gefolge nach der Saalburg. Wagen zur Rückfahrt waren vorausgefahren. Das Frühstück nahmen die Herrschaften beim Oberbürgermeister v. Marx in Homburg ein. — Nach der gestrigen Abendtasel unterhielt sich der Kaiser eine Stunde lang mit Baurat Jakoby und ernannte ihn zum Geheimrat.________ Volitische Tagesschau. Die Spezialschiffe. Man schreibt uns aus Berlin: Zur Bewilligung von Schiffsnertbauten über den Rahmen der durch das Flottengesetz feftgelegten Forderungen hinaus bestand im alten Reichstag wenig Neigung. Tas machte sich fühlbar bei den Versuchen der Marineverwaltung, den Bestand an Sp e zi a l s chi f f e n auszufrischen, die teils dem Vermessungsdienst, teils Versuchszwecken der verschied-ensten Art oder audi dem Schutz der Hochseefischerei dienen. Im allgemeinen finden hierfür ja Fahrzeuge Verwerrdung, die für den Frontdienst nicht mehr brauchbar sind. Doch das Sparjamkeitsprinzip läßt sich nur' bis zu einem gewissen Grade eüihalteu. Bei den Ver- messmlgsschifsen z. B., die auch in ausländischen Gewässern tätig sind, ist eine Erneuerung des Materials am Ende unvermeidlich, soll Deutschland nicht hinter anderen Staaten zurückbleiben. Der nächste Aäarineetat wird deshalb auch die Forderung für ein neues Vermenungsfahrzeug enthalten. Zu den Baukosten treten dann allerdings noch^ die Kosten für Indienststellung, die aber, da es sich um kleinere Fahrzeuge handelt, nicht sonderlich hohe sind. Deutsches Keich. Berlin, 24. Aug. Aus Anlaß der Ernennung des Staatsrats v. Stengel zmn Staatssekretär des Reichsschatzamts hat nachfolgender Depeschenwechsel zwischen dem Prinzregenten und dem Kaiser stattgesunden: Linderhof, 20. August. Ich freue mich, meinen Staatsrat v. Stengel, den Du an die Spitze des Reichsschatzamts zu berufen gedenkst, dem Dienste des Reiches zu überlassen und hoffe, daß es dessen bewährter Tüch- tigfeit gelinge, an jener Stelle sich den großen Aufgaben des Reiches gewachsen zu erweisen, welche für das fernere Gedeihen des Reiches wie der Einzelstaaten heute von dringendster Wichtigkeit sind. Luitpold. Ter Kaiser erwiderte: Altengrabow, 22. August. Für Tein ftenndliches Telegramm sage ich Dir innigsten Dank. Du hast wieder einmal Deine bewährte treue deutsche Gesinnung betätigt, indem Du berellwilligst Deinen tüchtigen Beamten dem Reich zur Verfügung gestelll hast. Möge das Opier, welches Du unb Bayern dem Reiche bringst, den beioen Ländern zum Segen gereichen. Deine Beamtenschaft aber möge mit Stolz erfülll fein, zu einem so hohen verantwortungsvollen Amte einen der Ihren haben stellen zu können. Ter Prinzregent hat dem Frhrn. v. Stengel in Genehmigung seines Gesuches um Elttlassung aus dem bayerischen Staatsdienst den Rang und Titel eines bayerischen Staats- rats belassen und ihm den Michaelsorden erster Klasse verliehen. — Tas preuß. Staat sm inisterium trat heute zu einer Sitzung zusammen. — Turch kaiserliche Verordnung vom 23. August wird das Verbot bettesfend die Ausfuhr von Waffen und Kriegsmaterial nach China aufgehoben. — Das Zustandekommen des Kartell s derZucker- raffineure erscheint gesichert, da dem Vernehmen nach 95 Prc^ent der Weißzuckersabrikanten der Zuckerraffinerie beitreten werden. Heber den Syndikatsvertrag verlautet, daß für den Zentner Weißzucker für die Ausfuhr 20 Psg. für die Händler der Schokoladesabriken vergütet werden sollen, während 5 Psg. ip die Syndikats kaffe für Kartellzwecke ab geführt werden sollen. Trebnitz, 24. Aug. Aus Anlaß der 700jährige n Jubiläumsfeier der Hedwigskirche, die gestern mit einem Fackelzuge eingeleitet wurde, wurde heute ein Telegramm an den Kaiser gerichtet, in dem darauf hin- gewiesen wird, daß die Kirche die sterblichen Ueberreste der heiligen Landespatronin §ebtoig, der Urahne desKaisers, berge. Als Vertreter des Kaisers traf heute morgen Prinz Friedrich 5zeinrich^ von Preußen hier ein. Nach der Begrüßung durch den Weihbischof Aiarx-Breslau sand ein Festgottesdienst statt und hierauf Besickstigung des Klosters. Mittags wurde im Pfarrhaitse ein Frühstück gegeben, an dem auch Prinz Friedrich Heinrich teilnahm. Weimar, 24^ Aug. Das Gr 0 ßhe rzoglichePaar wird bei Gelegenheit seines Besuches am Kaiserlichen Hose in Berlin am 30. August eine Nagelung der Fahnen sowie am nächsten Tage au der Kaiserparade auf dem Tempel- hoser Felde tellnehmen. Stuttgart, 23. Aug. Eine national -s0ziale Landesversammlung nahm heute nachmittag Stellung hu der beabsichtigten Fusion mit dem liberalen Wahlverern bezw. mit der Freisinnigen Bereinigung. Die Versammlung war aus allen Tellen Württernbergs zahlreich besucht. Tie Landesverbände Baden und Bayern waren durch Delegierte vertteten. Vom Parteivorstand nahmen Pfarrer Naumann und der ftühere Settetär des national-sozialen Vereins, Wenk, an den Verhandlungen teil. Pfarrer Naumann entwickelte die Grunde, die ihn veranlassen, dem Parteitage in Göttingen die Fusion zu empfehlen. Wenk sprach sich gegen die Verschmelzung aus. Tie Debatte, in der Für und Wider zur Geltung kamen, gestaltete sich äußerst lebhaft. Schließlich wurde ein Antrag angenommen, der auf die V er ein ig un g, jedoch unter Beibehaltung der süddeutschen national-sozialen Organisationen, hinzielte. Ausland. London, 24. Aug. Unter den anläßlich des Ablebens Salisburys ein getroffen en Kondolenz-Telegrammen befinden sich solche des deutschen Kaisers, Kaiser Franz Josefs, König Eduards, König Viktor Emanuels und des Präsidenten Loubet. Das von Salisbury hinterlassene Vermögen wird auf 4 Millionen Pfund geschätzt. Ter größte Teil des Vermögens fällt dem Vicomte Cranborne zu. — Der Korrespondent des „Standard" in Odessa behauptet, daß dort aus offizieller Belgrader Quelle die Nachricht eingelaufen sei, König Peter habe in den letzten zehn Tagen zweimal ausdrücklich gedroht, nicht nur für sich selbst, sondern für die Dynastie abzu danken, wenn die Lage in der serbischen Hauptstadt sich nichst bessere. Es sei außerordentlich sraglich, ob die neue Skuptschina das Vertrauen der Bevölkerung lviederher- stellen und die Dynastie Karageorgiewitsch stützen werde. Es sei jeden Augenblick eine neue Militärrevolte zu erwarten, die vielleicht noch vor ben Wahlen an-5brechen werde. Paris, 24. Ang. Der Minister für Poft und Telegraphie plant die Herabsetzung des Portos für Briefe und Postkarten im Jnlandsverkehr von 15 auf 10 respektive von 10 auf 5 Centimes. Ferner sollen in ÄÄrze 30 Automobile für denPostdienst eingestellt werden. Rom, 24. Slug. T-ie 25jährige Tochter des ver- storbenen Minetto Garibaldi versuchte in eineni Anfälle von Schwemmt, sich aus dem Fenster zu stürzen, konnte jedoch noch rechtzeitig daran verhindert werden. Wien, 24. Aug. In Oesterreich wird durch eine besondere Verfügung das gewöhnliche RekrutenkonLingent eingestellt werden, sodaß die Einberufung von Ersatz- reservisten vermieden wird. Nur in Ungarn wirdj die Ersatzreserve in der Stadt von 40 000 Mann einberufen werden. — Wie die „Neue Fr. Presse" aus London erfährt, stehe nunmehr fest, daß der r u s s i s ch e K eifer Ende September zum Besuche des Kaisers Franz Josef in Wien ein treff en werde. In seiner Begleitung werde sich Graf Lamsdorff befinden. Für die Dauer dieses Besuches seien fünf Tage in Aussicht genommen. P e t e r s b u r g, 24. Aug. Die Delegierten der deut sch- russischen Handelsvertragsverhandluugen gingen in der heutigen Sitzung zur Prüfung des allgemeinen Teils über, nachdem die Besprechung des russischen Zolltarifentwurfs, welcher nach dem deutschen Taris durchgesehen wurde, beendet ist. Nach Erledigung derselbeti kehren die Delegierten nach Berlin zurück, wo im Oktober die 2. Lesung stattsindet. S e m l in, 24. Aug. In der Nacht zum Sonntag kamen hier zehn desertierte serbische Soldaten an, welche in einem Kahn über die L>ave gesetzt waren. Sie meldeten sich bei der Polizei, wo ihnen die Seitengewehre ab genommen wurden. Die Deserteure erzählten, sie hätten keinen Sold erhalten und seien mißhandelt worden, weil sie ihr Bedauern über den Königsmord ausgesprochen hätten. Belgrad, 24. Aug. Oberst Prinz Arsen Kara- g e o r g i e w i t s ch, der Bruder des Königs, übernimmt demnächst das Kommando der Reiterdivision in Nisch, und wird daselbst dauernd residieren. Er erhält eine Apanage von 200 000 Francs. Eine seiner wichtigsten Aufgaben zielt auf die Milderung des serbisch-albanesi- schen Gegensatzes wb. Aie Lage im ©tunt gilt für wesentlich gebessert, seit durch die Zurückziehung der russischen Flotte auch nach außen hin, namentlich aper für die Bulgaren und Macedonier, ein handgreiflicher Beweis dafür gegeben ist, daß die russische Regierung aus dem beklagenswerten Zwischenfalle in Mo- nastir keinen Anlaß nehmen will, von der bisher befolgten Politik abzuweichen oder gar mit bewaffneter Hund einzuschreiten. Der russische Admiral hat den Befehl, nul seinem Schiff nach Sebastopol zurückzukehren, bereits aus- geführt, und der russische Botschafter erklärte, daß die russische Regierung mit der Antwort der Pforte zufrieden sei, jedoch sofortige Durchführung der Versprechungen verlange. Ter Sultan hat telegraphisch dem Zaren, und die Pforte ebenfalls telegraphisch dem Grafen Lamsdorff für die Zurückziehung des russischen Eseadres gedankt. Tas russische Stationsschiff „Terez" ist mit der Leiche des Konsuls Rosrkowski in Konstantinopel eingetroffen. Nach dem Gottesdienste an Bord des Schiffes ging die „Terez" wieder in See, um die Leiche nach Rußland führen. Aber ein neuer Zwischenfall hat nicht lange auf sich warten lassen. Der italienisch e Konsul in Mona st ir ist nun vor dem Konsulatsgebäude von Soldaten mit dem Zuruf „Giaur" (Gottesleugner) beschimpft worden, ohne daß angeblich zusehende Offiziere einschritten. T-ie italienische Botschaft unternahm deswegen energische Schritte bei der Pforte. Trotzdem jedoch sollten in Konstantinopel diplomatische Kreise dyrch die Fortdauer der mazedonischen Unruhen zwar beunruhigt sein, aber einhellig die Fortdauer des Einvernehmens zwischen Oesterreich- Ungarn und Rußland, jotoie deren Ueber'einstimmung mit den übrigen Großmächten als beruhigende Gewähr dafür betrachten, daß die Bewegung keine politischen Verwicklungen Hervorrufen werde. Als günstig wird auch der bevorstehende Abschluß der Unifikation angesehen, der der Pforte sofort genügende Geldmittel einbringen wird, um auch größere Streitkräfte längere Zeit hindurch zu verwenden. Das Bandenunwesen aber hört nicht auf. In Vasiliko am Schwarzen Meer und im Jstrandschagebirge sind neue Banden aufgetaucht. 800 Muhammedaner und 60 griechische Flüchtlinge aus den von den Aufständischen niedergebrann- ren Törfern Wasilito, Potaßnae und Juiada am Schwarzen Meer liegen auf Kosten des Sultans im Lazarett von Ko- wak. Untontrollierbaren Meldungen zufolge versuchte eine Freischar einen Bombenangriff auf das Ad r ia- nopler Fort I l d u r a m, wurde aber abgeschlagen. In der Stadt selbst wurde unter den Christen ein Gemetzel cmäerichtet. Ter Aufstand im Bezirke KirtUisse ist in Hellen Flammen. Die Aufständischen sollen alle strategischen Punkte halten und in zahlreichen Dörfern die türkischen Besatzungen aufgerieben, die Kasernen zerstört, Gewehre und Munition erbeutet haben. In der Stadt Kirkilisse selbst herrsche eine Panik. Ter Markt ist geschlossen. — Aus Küstendil wird gemeldet, daß" die im Gebirge stehenden Truppen in die Städte Kra- lowo, Kotschcmi und Jstip zusammengezogen werden. Von montenegrinischer Seite wurden bei der Pforte bezüglich der Lage in Skutari, sowie wegen neuerlicher Einwanderungen nach Montenegro und die Haltung der türkischen Grenzbehörden Schritte unternommen unter Hinweis au die Folgen dieser Umstände. Tie neu einberufenen Retz ie sm aun schäften in Prizren gebärden fich sehr unbotmäßig. Sie feuern Schüsse in den Straßen der christlichen Bevölkerung ab. In großer Besorgnis wandte sich der Konsul an den Mutessarif. Nach Ansicht der maßgebenden diplomatischen Kreise war die Einberufung der atbanesischen Retziefbataillone ein Fehler und eine gefährliche Maßregel der Pforte, denn die Mannschaften sind stets unbotmäßig und zu Ausschreitungen geneigt, wofür Ausschreitungen in Kruschewo, Pristina uüd Projchowa Beispiele bieten. Eine bei Pineti zwischen Viza und Midia am Schwarzen Meer aufgetauchte Bande der Aufständischen bedrohte Pineki, dessen Bewohner telegraphisch um Hilfe baten. Eine zur Verfolgung der Insurgenten ausgesandte Abteilung von 20 Mann geriet in einen Hinterhalt und wurde aufgerieben. Es wurden Hilfstruppen abgesandt. Nach einer Konstantinopeler Depesche soll der Ort Btrgos von den Bulgaren angegriffen und fast gänzlich zerstört worden fern. Tas Gouvernements- gebäude ist angeblich mit Dynamit in die Luft gesprengt. In Konstantinopel treffen täglich! Verwun- deten-Transporte aus Maeedonien zu Wasser ein. Wie der „Frist Ztg." aus Konstantinopel gemeldet wird, besetzten bulgarische Insurgenten gestern die Bucht von Midia, 60 Kilometer vom'Bosporus entfernt. Unwetter. Aus allen Richtungen von nah und fern lausen Meldungen über verheerenden Sturmwind, Regengüsse und Hagelschlag ein. Wir lassen folgende Berichte sprechen: )( Rainrod, 24. Aug. Gestern nachmittag ging hierein fürchterliches Unwetter nieder. Ein wolkenbruchartiger; Regen, verbunden mit etwas Hagel und einem orkanartigen Sturm richtete großen Schaden an. Viele zum Teil reich beladene Obstbäume wurden vernichtet. Kirschbäume von 1/2 Meter Durchmesser p.nd eine große Anzahl teils recht kräftiger Zwetschenbäume wurden 1—2 Meter hoch über der Erde wie Streichhölzer geknickt. Schrecklich sah es auf dem in diesem Jahre so viel versprechenden Fruchtfelde aus. Ein Bild bot sich hier dem Auge, wie es auch die ältesten Bewohner noch nicht gesehen haben, erianb doch in einem großen Teil des Feldes auch nicht ein einziger Fruchthaufen mehr. 100 bis 200 Meter weit waren bie Garben fortgeschleudert, alles wild durcheinander. Es sah aus wie aus einem Schlachtfelde. Ein großer Teil der Körner lag auf dem Botzen. Ein schmerzlicher Anblick für den gerade nicht auf Ros en gebettelten Land mann, der die Früchte sauren Schjweißes schon in sicherem Besitz zu haben glaubte. h. Kaulstos, 24. Aug. Gestern abend gegen 6 Uhr zog ein schreckt!ches Unwetter, wie es tzce ältesten Bewohner noch nicht erlebt Haden, durch das obere Niddertal. Es war förmlich Nachts ein wolkenbruchartiger Regen ging nieder, heftig prasselten die Hagelkörner wider die Fenster. Ein orkanartiger Sturm hat viele alte, dicke Bäume entwurzelt, Aeste abgeschlagen und weit fortgeschleu- bert, Dächer ad ged eckt, besonders in dem hochgelegenen Herchenhain. Hier in K. warf der Orkan die neuer baute Kegelhalle des Gastwirts H. um und zertrümmerte sie. Tas Wasser drang bis in die Häuser, und die Ortsstraßen glichen einem magren See. Vieles Obst liegt auf dem Boden und im Felde steht kein Kornhansen mehr. Ter Hagel hat nur geringen Schaden angerichtet. Tas Vieh war größtenteils noch ’.aiuf der Weide, lief zusammen und brüllte ürchterlich. Leute, die in den nahen Wäldern Schutz suchten, mußten schleunigst wieder ins Freie, da fortwährend Bäume niedersausten. In der Gemarkung Burkhards wurde eine Kuh von einem stürzenden Baume zu Booen geworfen und mußte alsbald abgeschlachtet werden. z. Eiche ls tz o r f, 24. Aug. Hier sind viele Obstbäume umgestürzt; drei Apfelbäume lagen quer über den Schienen der Strecke Nidda-Schotten, die sofort wieder für den Verkehr freigemacht werden mußte. Massenweise lagen die unreifen Aepfel und Birnen unter den zerzausten Cb ft bau men; in großer Menge konnte man das schöne Obst nach dem Gewitter in den Chaussee grüben und auf allen Wegen inden, wohin es der starte Regen geschwemmt hatte. Auch im Dorfe selbst hat der Sturm mancherlei Unheil angerichtet. Und dabei war Kirchweih im Orte! Frankfurt a. M., 24. Aug. Bei Langendiebach sind ganze Wald st re den von dem aus Südwest kommenden Sturm niedergerissen worden. Die strömenden Wassermassen haben die Sttaßen und Platze in Seen verwandelt. Auch in Altenau stiftete der Hagelschlag viel Schaden an. Heute morgen lagen in den Gärten und auf den Sttaßen zahlreiche Singvögel tot am Boden. — Gleichlautende Meldungen über Unwetter kommen aus zahlreichen Ortschaften der Umgegend. R. B. Darmstadt, 24. Aug. Bei Kranichstein, Dieburg und Messel zeigte sich heute nachmittag eine mächtige Windhose, die dien Horizont im weiten Umkreise aschgrau färbte, während Donner und Blitzzucken stundenweit vernehmbar waren. Der Sturm heulte laut mit vehementer Kraft durch die herrlichen Waldungen und richtete fast überall, wohin er kam, ungeheuren Schaden an. Sv wurden in der Hauptschneise der Gemarkung Altheim bis Dieburg ca. 10 0 starke Tannen etwa mannshoch über der Erde vom Sturm abgebrochen, ebenso hat er viele Bäume an der hohen Ackerschneise, der Haupt- und Wiesenschneise vernichtet. Neben den großen Regenmassen ging auch an vielen Stellen ein starker Hagelschlag nieder, der Körner von der Größe eines Hühnereies brachte unb im Nu Feld und Wiese mit einer dichten weihen Decke überzog. Beim Messeler Forsthaus wurden sämtliche Scheiben eingeschlagen, an einer anderen Stelle eine Scheunenm au er um geriffelt. Natürlich sind die im Felde stehenden Früchte vollständig verloren. — Aehnlich verheerend wirkte das Unwetter auch im Nodgau und am Mittelmain, namentlich zwischen Babenhausen unb Groß ft ein heim; auch in den Ausläufern d es Spessart soll das Unwetter gewütet haben. Im südlichen Nodgau verfinsterte sich der erst blaue Himmel ganz plötzlich und ein Sturm begann, der hunderte von Bäumen zu Boden riß, während diejenigen, die feststanden, von den Hagelf chlofsen aller Früchte unb Blätter beraubt wurden. In vielen Ortschaften sind fast an sämtlichen nach Westen gelegenen Häuser dieScheiben zertrümmert, selbst die Ziegel von den Dächern wurden vielfach weit fortgeschleubert und die Essen umgerissen. Fast sämtliche der betroffenen Ortschaften bieten ein trostloses Bild der Verwüstung. Der Schwaden wird in vielen Gemeinden auf 6000, 8000, 11000 Mark unb mehr geschätzt. Görlitz, 24. Aug. Ein hefttges, mehrere Stunden andauerndes Unwetter richtete in der Umgegend bedeutenden Schaden an. Ter Blitz schlug mehrfach ein. In Daubitz vernichtete ein schweres Hagelwetter die Futteremte, Gartengewächse unb Obstbäume. Beladene Wagen wurden mit den Pferden umgeioorfen. In Walbitz wurde ein alter Mann vorn Blitz getötet. Wien, 25. Aug. (Telegramm.) In Joachimstal in Böhmen ging in der Nacht eine Windhose nieder, die großen Schaden anrichtete. Die Stiftskirche ist teilweise abgedeckt, mehrere Häuser sind stark beschädigt. Aehnliche Meldungen liegen vor aus Sachsen und der Schweiz. Aus AM und Amd. Gießen, den 25. August 1903. ** Zum Namenstag Sr. König 1. Hoheit des Großherzogs haben heute die öffentlichen Gebäude Fahnenschmuck angelegt. ** „Die Entstehung und Entwickelung der Gießener Tabakindustrie" betitelt sich die Jnaugural- Tiffertation zur Erlangung der Doktorwürde der philosophischen Fakultät der Ludwigs-Universität, die den früheren Gießener Handelskammersekretär Otto Kehm zum Verfasser hat. ** Maschinen bauer-Gesangverein. Am Samstag abend tagte eine vom Maschinenbauer-Gesangverem einberufene Versammlung, an welcher, durch eine Deputation vertreten, der „Bäuerische Gesangverein", „Concordia", „Bürgergeseu« schäft", „Genmtlichkeit", „Harmonie", „Sängerkranz" und „Sängerchor des Turnvereins" sich beteiligten. Die Versammlung verlief zur größten Zufriedenheit allerseits; die Vertreter der einzelnen Vereine gaben die Zusicherung, mit besten Kräften zur Verherrlichung des Festes (Gesangs-Wettstreit im nächsten Jahre zu Pfingsten) beizusteuern. * Zur Kirmes in Wieseck konnte man gestern ohne Regenschirm gehen. Von Gießen waren viel Gälte gcionunen. Die Ortsstraße mit ihren Verkaufsbuden bis zum Platz, wo das Karussel stand, mar schon mittags sehr belebt. Interessant war der Festzug, der mit Musik das Dorf durchzog und in welchem viel züchtige Jungfrauen und muntere Burschen wohlgeordnet emhergingen. Alan benutzte das in unseren Tagen bei solchen Anlässen geradezu unentbehrliche Karussel reichlich und suchte bann die Tanzplätze auf, die in Wieseck genügend vorhanden sind und in denen Alt und Jung, ob selbst Tänzer oder nicht, sich vorzüglich vergnügen konnte. Die schwermütigen und dann wieder luftigen Volkslieder fanden, wenigstens int festlich bewegten Garten des „Gambrinus", auch bei den städtischen, vornehmen und liebenswürdigen Damen Anerkennung, die übrigens auf dem Nachhauseweg ebenfalls Gelegenheit hatten, ihre Lieder zu erproben. — Von einem änderen Besucher gehen uns noch folgende Verse zu: Je hohler die Trommel, Je lauter der Rummel 1 Dickleibig sitzt Oer Herr Musikant Und führt den Schläger mit lauter Hand, Dazu bläst die Trompete wirtlich schon Und unten sieht man Oie Pärchen im Tanze sich dreh'n. „Grüß Gott! Herr 9iachbar, es freut mich zu sehn, Daß wenigstens heute das Wetter ist schon. Denn gestern, weiß Gott, der Regen und Wind Durchnäßte ja Later, Frau, Mutter und Kind. Wahrhaftig Herr Nachbar, ich hält' nicht gedacht, Was so eine Kirmes bei den Städtern ausmacht. Das zieht ja bei den Jungen und Alten, Da läßt vom Besuch sich keiner abhalfen. Alariechen bestellt sich ihren einzigen Schatz Und 's Annchen nimmt schüchtern beim Karlchen Platz, Da werden Bällchen und Aefschen geschenkt „ Und Bänder und Schleifen ums Mieder gehängt. Und unten am Juxplatz, beim Karussel, Da sieht man die Damen und Herren charmieren, Grad' wie die Kinder auf den Pferdchen herumbalancieren. Das ist ein Gewoge, ein Festesjubel, Oie Dorfstraß' erfüllt ein mächtiger Trubel. Ich bitt’ auch, Herr Nachbar, das Glas zu erheben, Ein Prost I Die Wiesecker Kirchweih foll leben! Je hohler die Trummel, Je großer der Rummel. /X Friedberg, 24. Aug. Der Geschichts- und Altcrtumsveretn aus Frankfurt weilte gestern zum Besuch des hiesigen Vereins hier. Die AUtglieder trafen morgens kurz vor 9 Uhr ein und besichtigten die umfangreiche Altertumssammlung im neuen Gymnasium. Hieran chloß sich ein Gang um die Westseite der Stadt in die Burg; dabei wurden die alten Befestigungen der Stadt und der Burg und andere Sehenswürdigkeiten in Augenschein genommen. Nach dem Mittagessen im Hotel „Drei Schwerter" wurden die Stadtkirche und das Judenbad eingehend be- ichtigt unter der Leitung des Architekten Kratz. Die Heim- ahrt der Frankfurter erfolgte um 6 Uhr. RB. Darmstadt, 24. Aug. Das 50. Feldberg- est, das schon im Juni d. I. des schlechten Wetters wegen verschoben werden mußte, fand gestern statt, hatte aber wiederum unter der schlechten Witterung zu leiden. Mit dem Wetturnen wurde erst 9’/4 Uhr begonnen. Zum Wetturnen waren 775 Turner angetreten, während vorigesmal 1200 angemeldet waren. Darmstadt war mit 16 Turnern angetreten, von denen 11 Turner Preise erhielten. Als Wettübungen waren Freihochweitsprung, Stabhochsprung, Weit- prung und Steinsioßen bestimmt. Die höchst erreichbare Punktzahl bildet 40. Von den Wetturnern wurden bis zu 24 Punkten erreicht. Die besten Leistungen erzielten: Turner Bär, T.-V. Frankfurt, beim Steinstoßen und Müller- Fechenheim beim Stabhochspringen. Am Nachmittag heitette ich zeitweise das Wetter mehr auf, und es fanden Turn- piele statt, die bis 6 Uhr abends andauerten. Von den uns Preisen erhielten: 1. Preis Adolf Schirmer, T.-V. Pforzheim, 2. Preis Georg Heck, T.-V. 9tted, und Gustav Müller, T.-V. „Vorwärts", Fechenheim, 3. Pr. H. Berger, T.-Gem. Frankfurt, Brodbeck, T.-V. Eßlingen, Max Gaß, T.-V. Niederrad, W. Stenger, T.-V. Nied, 4. Pr. Phil. Lenz, T.-V. Kelsterbach, Karl Zuleger, T.-Gesellsch. Worms, 5. Preis Otto Klein, T.-V. Oberstein, A. Stoll, T.-V. Pforzheim. Im Dreisprung erhielten den 1. Preis Justus Müller-Fechenheim, Jean Krast-Bornheim, Karl Schwarz- Gießen und Robert Braun-Frankfiirt. r. Mainz, 24. Aug. Vor etwa 14 Tagen hat eth sich „Fürst Grant" nennender Gauner in einem hiesigen Hotel einen mißglückten Raubversuch auf eine Engländerin gemacht, nach welchem es dem Gauner leider gelungen ist, zu entweichen. Nach einer von Karlsruhe hierher gelangten telegraphischen Nachricht hat man dort den Gauner dingfest gemacht, wobei festgestellt wurde, daß sein richtiger Name Frank ist, daß er aus Nordhaus bei Königsberg flammt und seines Zeichens ein bereits mit Zuchthaus mehrfach bestrafter Schreiner ist. Mainz, 24. Aug. Der Buchhalter Hermann, der zur Prüfung seines Geisteszustandes nach Gießen in die Klinik überführt wurde, befinbet sich dort schwer krank; er leidet an Gehirnerweichung und dürfte seiner Auflösung entgegengehen. (Mzr. Tgbl.) Mainz, 24. August. Zum 11. Verbandstag des Zentralverbandes der deutschen Uhrmacher sind zahlreiche Teilnehmer hier eingetroffen. Gestern abend fand im Wartburgsaal des Heilig Geist zu Ehren der Delegierten ein Festkommers unter Mitwirkung des Mainzer Dilettanten-* Orchestervereins statt, unter Leitung des Vorsitzenden des hiesigen Uhrmachervereins, Hrn. Reisner. Hr. Schmidt (Gießen) dankte für den freundlichen Empfang; sein Hoch gatt dem anwesenden Direktor der deutschen Uhrmacherschule in Glasbütte, Prof. Straßner. Der Vorsitzende des Zentral- ’ DanSel und Uerkeyr. Uoinswlnuyasl. fllnfangs- u. Schlußkurse. August. Gestern 24. Landwirtschaft. Vermischtes. -24. Äug. 20,4° C. Höchste Temperatur am 23. Niedrigste „ » 23. 23.-24. 13,9" C. Wetter. worden. Alle an Bord befindlichen Personen wurden gerettet. j Seidenstoffe August. Gestern 3 Insassen um, . 201.25 . 211.10 . 135.50 . 182.80 201.25 211.12 135.75 182.75 182.25 24. mit 4u/j Italien. Rente 4*/a% Portugiesen SO/ Portagiesen. . 1% C. Türken Türkenlose . . . 4% Griech. Monopol 378% 3% 37.0/v 3% 372% Reichsanleihe do. Konsole « do . . Hessen Oberhessen geklagt ist. * Lüttich, Curthe ein Boot tranken. werden soll; 4) daß ein besonderer Verwaltungsbezirk und Reichstagswahlkreis geschossen werden soll, in dem nur königliche Angestellte wohnen sollen und der bestehen würde aus der Insel, dem Bezirk der staatlichen Werkstätte in Spandau, der Domäne Ruhleben, den Bezirken Döberitz Kiu fürchterliches Wrandunglück. Budapest, 24. August. Das größte Budapester Warenhaus, das so-z genannte „Pariser Warenhaus" in der Kerepeser Straße ist total niedergebrannt. Um ca. 7 Uhr abends entstand im ersten Stock ein Feuer, das rapid um sich griff. In wenigen Minuten ergriff das Feuer auch das obere Stockwerk, wo sich auch Wohnungen befinden. Von dort sprangen viele Personen auf die Straße, da eine andere Rettung unmöglich war. Der Brand entstand in einem Aus- lagefenster durch Kurzschluß und Explosion eines Gasrohres. Es spielten sich schaurige Szenen ab, da die Menge nach den Ausgängen drängte und aus den oberen Stockwerken keine Rettung möglich war. 17 Personen, die aus den Fenstern sprangen, sind tot. In dem gegenüber liegenden Rochus-Spital, von wo sofort ärztliche Hilfe kam, entstand unter den Kranken eine schreckliche Panik. Von dem aus über 200 Personen bestehenden Personal des Warenhauses Goldberg retteten sich zunächst nur diejenigen Angestellten, welche m den Parterreräumen beschäftigt sind. Der Feuerwehr war es der großen Hitze wegen nicht möglich, in die oberen Stockwerke zu dringen. Sie spannte daher das Sprungtuch aus, mittelst dessen sich bis 8 Uhr 15 Personen retteten. Ein Dame verfehlte den Sprung, stürzte aus das Pflaster und blieb tot. Auch zwei Kinder sind tot. Rach 8 Uhr fing auch ein dem Warenhaus benachbartes Musikgeschäft Feuer. Das Feuer wurde spät abends lokalisiert. Die benachbarten * Dortmund, 24. August. In Habinghorst erkrankte am Samstag eine polnische Bergmannsfamilie nach dem Genuß von Pilzen. Drei Kinder sind bereits gestorben, zu haben. Es wäre aver möglich, oap einer njrer tötuntrr, der in Frankreich als Militärflüchtlina geführt roiro, haftete heute auf Nachsuchen der Staatsanwaltschaft in München einen aus Nürnberg gebürtigen Mann nainens Johann Greißmayer, der zahlreicher Fälschungen an- Ueuelte Welöuugeu. DrrginaldrahLmeLdrrngen des Gießener Anzeigers. Richtung von Nordost und Südwest verspürt. * Krakau, 24. Aug. Ein russischer Grenzsoldat erschoß bei Mielnica an der Weichsel einen Bauern, der die Hergabe eines Trinkgeldes verweigerte. * Eisenbahnunfälle. Aus Kassel wird berichtet: Als Montag früh gegen 8^ Uhr der Waldkappeler Personenzug Nr. 263 den Bahnhof Bettenhausen verlassen hatte, entgleiste infolge Bruches eines Weichendrehstuhles die Maschine und der letzte Personenwagen. Personen sind nicht verletzt.! Der Schaden ist nicht sehr erheblich. — In der vergangenen Nacht entgleiste zwischen Rostock und dem nahe daran gelegenen Schwaan der Schnellzug Nr. 56 Warnemünde-Berlin. Zwei Waggons sind schwer beschädigt worden, jedoch sind Menschenleben nicht zu beklagen. Der Unfall ging ohne besondere Verletzungen von Personen ab. * Automobilunfall. Nach einer Brüsseler Meldung fuhr in der Nähe von Namur ein Mann auf einem Motorfahrrad an dem Ufer der Maas entlang, prallte auf einen Lhausfeestein und stürzte über das Geländer in den Fluß, wo er ertrank. Eltern sind schwer krank. * Braunschweig, 24. August. In der letzten Woche ist, wie amtlich gemeldet wird, die Zahl der am Typhus erkrankten Kinder auf 208 gestiegen, die Zahl der erkrankten Erwachsenen auf 32. Todesfälle sind 5 vorgekommen. Ob die Krankheit durch Milchinsektion entstanden, ist noch nicht Berliner Börse vom 24. August 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) TeSephomscher Kursbericht» ij'raeiktnrr u. n., 25. August 1303. . 26.70 . 92.30 . 95.40 . 101.40 . 202.20 . 186.20 . 135.70 . 146.40 . 153.20 , 138.90 . 16.40 . 189.00 . 225.00 . 183.00 . 182.50 und Hahneberg. Berlin, 2d. Aug. Wie die „Nat.-Ztg." mitteilt, hat Ern st von Wilde ubruch ein neues dramatisches Werk soeben in Weimar abgeschlossen. Tas im modernen Leben sich bewegende Stück, das den Namen: „Der unsterbliche Felix" führt, eine „Haus-Komödie in vier Akten", soll im Laufe der bevorstehenden Spielzeit an einer Berliner Bühne zur Erstaufführung gelangen. Köln, 25. Aug. In der e r st e n ö f se n t l i che n General-Vers ammlung des Katholikentages ver- I las Präsident v. Orterer ein langes von P a p st P i u s X. eingegangenes Schreiben. Er erklärte, die deutschen Katholiken seien stolz, dem neuen Papst unter allen Nationen als erste eine Huldigungs-Ovation darbringen zu können. Redner schloß seine Ausführungen mit den Worten: „Sollte man aber auch weiter uns das, was wir für unser heiliges Recht halten, versagen, so müssen wir an geeigneter Stelle energischer auftreten." — Kardinal Fischer schilderte, wie Papst Leo ihm bei seiner Ernennung zum Kardinal seine Liebe zu den Deutschen dargetan habe. Pius habe kürzlich mit ihm darüber gesprochen und chm Grüße und Segen überttagen. Der Kardinal überbrachte auch die Grüße des deutschen Episkopats und erteilte zum Schluß den Segen. Rechtsanwalt Stumpf aus München sprach über die römische Frage. Lübeck, 25. Aug. Der Vertreter tagderNatio» nal-Sozialen von Schleswig-Holstein und den Hansestädten beschloß, der Fusion mit der freisinnigen . . 101.65 . . 90.20 . . 101.50 . . 99.20 . . 100.80 . . 99.20 Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Privat-Dist'ont 3% Prozent. Oest. Kredit. . . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Schiss und Ladung sind verloren. * Paris, 24. Aug. Romain und Emile Danrignac erklärten, die Strafe sofort antreten zu wollen. Therese und Fredsric Humbert gedenken, wie Fr6- deric seiner Mutter mitteilte, das Kas sa tionsb eg ehren heute zu unterzeichnen. Zwischen Therese Humbert und der Familie Regnier bestanden insofern Beziehungen, als die Tochter Regniers, Frau Philipps, auf dein Schlosse Boisjiese an der Seine wohnte, das dem Humbertschen Besitz Vioes Eaux benachbart ist. Frau Philipps erklärte, wie der ,,Ma- tin" berichtet, persönlich nicht mit Therese Humbert verkehrt ermittelt. * München, 24. Aug. Zwei Söhne des Tabak- /abrikanten Weilmersheimer, 22 und 16 Jahre alt, sind bei der Besteigung des Hochvogels bei Obersdors abgestürzt. * Metz, 24. August. Heute vormittag wurde m Gorze eine Plenarsitzung des Metzer Gemeinderats anläßlich der dort ausgebrochenen Typhus-Epidemie abgehalten. Es wurde beschlossen, die Bouillonquelle, welche die Wasserleitung von Metz speist, besser zu sassen und außerdem sanitäre verdanbes, Röb. Freygang (Leipzig), dankte ebenfalls für den herzlichen Empsang; er wünschte dem Verbandstag einen guten Verlauf. Am Sonntag vormittag wurde im Kasino Hof zum Gutenberg der Verbandstag von dem Vorsitzenden Freygang eröffnet. Nach einer Begrüßungsansprache, m welcher er besonders Negierungsrat Dr. Steeg, Kommerzienrat Beigeordneten Haffner und den Vertreter der hessischen Handwerkskammer, Sekretär Engelbach (Darmstadt), herzlich begrüßte und für deren Erscheinen dankte, brachte er auf den Kaiser den Großherzog und die übrigen deutschen Bundesfürsten ein Hoch aus. Die genannten Vertreter der Behörden wünschten den Verhandlungen besten Erfolg. Nach Erstattung des Geschäftsberichtes wurde der Kassenbericht vorgelegt, welcher einen Kassenbestand von 3855 Mk. aufweist; hinzu kommt noch die Unterstützungskaffe mit 1100 Mk. Professor Straßner erstattete den Bericht über die deutsche Uhrmacherschule in Glashütte (Sachsen). Am Montag vormittag werden die Verhandlungen fortgesetzt. a. Marburg, 24. Aug. In einer Vertrauensmänner- Versammlung der nationalliberalen Partei wurde heute abend einstimmig Geheimrat Prof. Dr. Lehmann als Kandidat für die demnächstige Landtagswahl aufgestellt. [] Marburg, 23. Aug. Die Fabrik pharmazeutischer, chemischer und therapeutischer Präparate von Dr. Siebert und Dr. Ziegenbein hier hat vom 15. ds. Mts. ab den Alleinvertrieb von Behrings Tetanus- Heilserum übernommen. Dieses wird in Marburg von Geh. Rat Prof. Dr. v. Behring hergestellt und ini kgl. Institut für experimentelle Therapie zu Frankfurt a. M. (Leiter Geh. Rat Ehrlich) im Auftrage des kgl. preuß. Medizinalministe-! riums staatlich geprüft. Kassel, 24. Aug. Die Familie eines pensionierten Obergendarmen, der hier in der Landaustraße wohnt, erhielt von Verwandten aus Ostpreußen eine größere Fischsendung. Nach dem Genuß der Fische, an dem noch eine Reihe von Bekannten im Hause teilnahmen, erkrankten die Betreffenden so heftig, daß ärztliche Hilfe m Anspruch genommen werden mußte. Es wurde festgestellt, daß die Erkrankungen auf Fisch gift zurückzuführen sind. Während die übrigen Kranken wieder hergestellt werden konnten, verstarb der 54jährige Obergendarm an den Folgen des Fischgenusses. n Wir verweisen nochmals aus den Artikel „Das Welter" in der leisten Donnerslagsnnnuner. Darin sind Anweisungen gegeben, wie die Wetterberichte zu verstehen sind. 3% Mexikaner . . 4%% Chinesen . . . Electric. Schlickert . . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatobahn . Lombarden . . . Gottliardbahn . . . Laurahütte .... Bochum ..... Harpener .... Tendenz: fest. Humbert mit der Führung seiner Angelegenheit betraut habe. ^Matin" veröffentlicht ein Faksimile des angeblichen, vom 20. August datierten Passagierscheines für Regnier. Unterzeichnet ist dieser Schein v. Bismarck, gegengezeichnet von Podbielski. Regnier habe sich bamit nach Deutschland begeben wollen. — Infolge der langen Dauer des Humbert- Prozesses wird die Frage erörtert, ob es nicht angebracht sei, den Geschworenen für den erlittenen Zeitverlust eine Entschädigung zu gewähren. * Paris, 24. August. Der Sicherheitsdienst ver- 31/a% 4% Oesterr. Goldrente . . 102.90 L. Berlin, 25. Aug. Zu der Angelegenheit der „Kaiserinsel" schreibt heute der „Vorwärts" ür einem Prozeß gegen ihn werde er durch das Zeugnis abend kippte auf der Herrn v. Trotha unter Beweis stellen: 1) daß das welche sämtlich er- Schloß auf Pichelswerder in höfischen Kreisen ein in Aussicht genommenes Projekt ist, das beretts viel greifbarer kenterte auf dem ist als in der abgeschwächten Darstellung des „Vorwärts"; k. Wieseck, 24. August. Bei der heute in Wieseck abge- haltelien Ziegenschau mit Prämiierung wurden folgende Resultate erzielt; In der 1. Klasse erhielten den 1. Preis Philipp Möser V., den 2. Karl Seibert; eine Anerkennung Hoffmann. — 2. Klasse: 1. Karl Seibert, 2. Th. Müller Wtw.; eine Anerkennung Ph. Roden- hausen. — 3. Klasse (Landziegen): 1. Adolph Rau, 2. Aug. Weller. — 4. Klasse (Lämmer): 1. Adolph Rau, 2. Aug. Weller; An-,. , ... - - • erkennungen: Jakob Oßwald, H. Erb, Kramer Wtw. Außerdem Vereinigung zuzustimmen. - , erhielt Karl Seibert für die beste Haltung feiner Ziegen den Ehren- München, 25. Äug. Generalintendant Frhr. voy preis, welcher von dem Ziegenzuchwerein Gießen gestiftet war. Per fall, Intendant v. Pos) art und General-Musit- Für ganz vorzügliche Pflege der Gememdeböcte erhielt Johann direkkor Z u m p e haben die Teilnahme an der Onthüllungs- Deibel von dem Ziegenzuchtverein Wiefeck 5 Alk. Belohnung. feier des Berliner Richard Wagner-Denkmals m. Kinzenbach., 24. Aug. Von den Kaninch-enzuch- nefeljnt. Die Herren von Perfall und Possart bildeten kern, sowie deren Freunden aus Kinzenbach und Umgegend ^em Grafen Hochberg zusammen das Ehrenpräsidium ist am 16. August 1903 ein Verein gegründet worden, welcher vereiniaten Denkmals- und Fest-Komitees. dre Bezeichnung: Ka n r n ch e nz u ch tve rein für Kin- London, 25. Aug. Die „Morningpost" berichtet aus zenbacy unü Um geg end führt. Bis jetzt fuid ihm Shanghai: Im Kas chmir-Distrikt richteten Ueber- 15 Personen aus den Orten Kinzenbach, Atzbach, Rodherm m mun g e n g r o ß en Sch ad en an der Schantung- und Abendstern beigetreten. Der Beitritt rann j.ederu Ka- Eisenbahn an. Der gelbe Fluß unterhalb Trinanfu ist über ninchenzüchter aus der Umgegend Kinzenbachs aus das nördliche Ufer getreten und hat das Gebiet zwischen wärmste empfohlen werden, da er durch dw Unterstützung, Trinanfu und dem Meere überflutet. welche ih.u oer Bewein zuteil werden läßt, in uie -age London, 25. Aug. Einige Matrosen vom deutschen versept wird, seine Kaninasenzucht „rationell zu betreiben. Schulschiff „Stosch", die an der S chl ägerei mit Artilleristen ^M^bie^?iclMze"Pfle^^de?bTiere^ beteiligt nmren, erschienen in Queenstown °°r dem Bagatell- erfahrunasmäßig auch die Züchter weder Freude noch gencht, um sich wegen des Vorfalles zu entschuldigen. Nutzen von der Zucht ernten. Um die Kaninchenzuchsi, | Wie n, 25. Aug. An der Pfriemes-Wand au§ ! welche immer mehr Bedeutung gewinnt, auch wirklich der ^aile bei Innsbruck v e r st i e g s ich am Samstag der QSnnpnh w gestalten muß sich der Züchter mit den Sohn eines Innsbrucker Universltats-Prvtessors. Er hing, I g7nau ZXt Sn » 1 sich nur an einer Wand festhaltend, von Mittag bis zum kann jedoch seitens des einzelnen Züchters nur unter ver- Abend über einem Abgrunde. Dauern, die ibn um Hlsi hältnismäßig bedeutenden Aufwendungen erfolgen. Tritt rufen hurten, kamen mit Zeilen h erb er, ^dte sich jedoch als der Züchter jedoch dem Vereine bei, so sind ihm die Zu kurz erwiesen. Wahrend nun nach Innsbruck telepho- ------ z i die Hand gegeben, die Zucht mit Erfolg zu be- merk wurde, ergriff den jungen ^erzweislung. ist er in der Lage, an Vorträgen und Aus- wagte den Sprung in die Biese, der auch ,7 Künlgl. iJrouss. Siaats-keäaiiie yöaicmsto jeder Art, in jeder Farbe, zu jedem Preise, der Meter von 75 Pf. an. Gebäude sind gerettet. Nach amtlicher Feststellung sind durch Sprung aus den Fenstern 13 Personen umgekommen und 16 verletzt, davon 9 schwer. 40 bis 50 Menschen sollen den Tod in den Flammen gefunden haben. Unter den Toten befinden sich auch die Frau und der Sohn des Geschäfts-! Mittel an - -- M"»< L”“1" »-°—--1SSÜSJ MUSS, W Ä? SA «t ««r ' ‘ "“„„SU Beim £ wxä Äfflis »• Ä'dba’dkE Aufschluß geben, genaue Kenntnisse verschaffen, welche ihm Jagdgebiet von Nellye begeben und im dortig gds hl b <5. Aug, Hier traft« aus Deutschland 3 v ' auch dem wenig bemittelten Züchter möglich ist, dem Ver- Kisten ein, die Telle einer Guil lottine^ enthielten und auf ein beizutreten ' welchen die Worte standen: Für die Hinrichtung der Belgrader Königsmörder. Oran, 25. Aug. Waldbrände nehmen^einen ungeheuren Umfang an und dehnen sich aus eine Strecke von 25 Kilometer aus. Der Schaden ist ungeheuer. Trotz aller Anstrengungen der Bevölkerung ist ein Ende des Brandes nicht abzusehen. ___________________________________ -jürichc?"Se?'«Shr'end"7in°s heftigen Stürme? eiÜ'BoütP) daß die Hofherren di^Notwendigteit"dieses Baues aus- X ? ; Z „rtrnnfpn Idrücklich Mit der persönlichen Sicherheit des Königs be- Em Herr und gwer -amen . * gründet haben; 3) daß die Insel zu dem Zwecke enteignet Agra m, 24. August. Heute nacht 11 Uhr 40 ^n-|mpr^pn soll: 4) daß ein besonderer Verwaltungsbezirk wurde em drei Sekunden dauerndes Erdbeben m der Maßnahmen zu treffen. * London, 24. August. Einem Lloydtelegramm aus. Verlauf der Witterung von Freitag bis Mon- Kapstadt zufolge ist der deutsche Dampfer „Gertruds - Die Witterung stand unter dem Einfblsse rasch aufeinander Woermann" bet Port Nollorth vollständig wrack ge- solgender Telltieis, welche auf der Süd- und Südostseile großer, ~ - *■ 'im 9torden vorüberziehender Tief's sich entwickelten. Sie verursachten, über unsere Gegend ziehend, einen Wechsel zwischen südlichen mid westlichen Winden, sodaß zeüweise heiterer Hinimel mit Bewölkung und Regenivetler wechselte. Am ^omitag gmgeli starker Gewitterregell nieder, als em Teil Tief von Westeii nach Osten imser Gebiet durchzog. Heute, Alontag, har sich das nn ^ud- often lagernde Hoch etlvas verstärkt und sich uns genähert, sodaß die Niederschläge nachgelassen haben. Doch ist ein neues ^ref südlich voll Irland erschienen, welches nach Nordoslen wrlschrettend zunächst noch unser Gebiet beeinflussen dürfte, doch ist dann Aus-- breituiig des Hoch's wahrseheiiilich. Harpener Bergbau . . 181.70 Schluß-Tendenz: ziemlich fest. ------- Muster portofrei. --- ® Fertige seidene Kostüw-Röcke, Jupons, Blusen, halbfert. Hoben. E' Deutschlands grösstes Spezial-Seiden-Geschäft w» Seidenbaus Michels L 0!L, Berlin SW. 19 43 Leipziger Strasse 43 Ecke Markgrafen-Strasse. Mechanische Seldonstoffweberel In Krefeld 41/s% Oesterr. Silberrente 100.30 4% Ungar. Goldrente . . 100.35 " . . 103.00 . . 50.10 . . 30.95 . . 3490 . . 128.60 ,-Anl. 44.10 4bo % äussere Argentiner 41.45 August 1903. Barometer aus 0° reduziert Temperatiir der Lilit Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Wiiidrichtuiig Windstärke Wetter 24. 2" 747,3 20,3 10,3 58 "WSW. 4 Sonnenschein 24. 926 746,9 15,2 10,9 85 s. 2 Hell. Himmel 25. 746,3 14,3 11,0 92 L. 2 Bed. Hinimel Schwedische preisselheerea m feinster Qualität eingetroffeu. JB W, Schulhof= Prompter Versandt nach auswärts. [6230] Telephon 119. Zum Fußboden-Anstrich empfiehlt alle Ingredienzien in bester Qualität 6358 ,Fischbach. 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Kalthof Nachs. versteigert. 6384 6403 Der Vorstand N Dcrfchiedoni ü____—___ . . iankel, «chloßgasse Die in Nr. 126 d. Bl. veröffentlichte Bilanz wird dahin berichtigt, daß in 1902 = 7 Mitglieder abgegangen sind und daher der Stand der Mitglieder Ende 1902 == 304 ,^'v Treis a.Lda., 24. August 1903. Großh. Oberförsterei Treis. I. V.: Nicolaus. Grnmmetgras- I Versteigerung. Freitag den 28. August, nachmittags von y23 Uhr ab, wird bei Gastwirt Schäfer in Daubringen das diesjährige Grummetgras von der fiskalischen Sorauwiese Für die uns bei unserem schweren Verluste in so reichem Masse bewiesene Teilnahme, für die überaus zahlreichen Blumenspenden, sowie allen Denen, welche dem uns so teuren Entschlafenen durch Begleitung zum Grabe die letzte Ehre erwiesen und dem Herrn Pfarrer Euler für die trostreiche Grabrede sprechen wir auf diesem Wege unseren innigsten, tiefgefühlten Dank aus. Bauer'scher Kesaugveiem Heute, Dienstag abend bei Mitglied Die Beerdigung findet Donnerstag den 27. August, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. ^Linmachfäffer, Wein- und Bierflaschen werden billigst abgegeben. Bahnhofstraße 11. Reue FrWckffel, gelbe Perle von Erfurt ä Etr. 3 Mk., rote Frührosa ä Etr. 2,75 Mk. und Ruhm von Haiger ä Etr. 2,50 Mk., alle Sorten la. Wetterauer liefert unter Nachnahme ab Echzell mit Sack [5711 Ludwig Erb Kartoffel -- Versandtgeschäft. Heuchelheim, 24. Aug. 1903. Der Borstand des Creditvereins Heuchelheim Hösbacher Imeral-Brunne^ für Gießen und Umgebung. Agenturen gesucht. — Niederlagen werden überall errichtet. Zunebellüchen jeden Montag, Mittwoch und Freitag von %9 Uhr ab bei [5837 K. Willi. Gengnagei, __________Neustadt 45. heute nacht um 2 Uhr nach langem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen: Famitie Schmitt odes-Anzerge Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß unsere liebe, gute Tochter und Schwester Für Herzte! 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