Nr. 17L Erscheint ««glich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien» blätter viermal in der Woche betgelegt. Rotationsdruck u. Verlag der BrühUlchen Untvecl.-Buch- u. Stein- druckerei (Pietsch Erben- Redaktbon^Expeoirron Schnlstratze 7. Adresie für Depeschent «lrrzetger Gtetze«. Frrnsprechanschtuß Nr. 51. Erstes Blatt. 153 Jahrgang Samstag 25.J«li iyO3 Giehener Anzeiger ° General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis: monatlich 75 Ps., otertel- jährlich Mk. 2.20; durch Avhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pi.; durch die Post Mk. 2.—viertel- lährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür öie Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zettenprr«: total 12 Pl^ auSwärtt 20 Psg. Verantworrltch >ür den polit. und altgem. TeU^ P. Wittko: füc .Stadl und fcanb* und .GerichtSsaalE: August Götz; sür den An- -etgentetl: HanS Beck. Nach dem Tode des Napstes. Rom, 24. Juü. Heute vormittag fand in der Peterskirche der zweite Lrauergottesdienstfür den Pap st statt. Monsignore Eonstantini zelebrierte unter Assistenz des Kapitels der Basilika die Messe. Auch, in der dem italienischen Hof gehörenden »königlichen Kirche Delsudario wurde eine Trauerfeier ab^ehalten. Me Messe wurde unter Assistenz zweier Almosenier vom Hosalmosenier Monsignore 9titi zelebriert. Kardinal Kozielsko-Puzyna, Bischof von Krakau, ist an- 'gekommen. Trotz, des Siroccos begab sich, heute das Volk in großen Mengen zur Peterskirche, um die Leiche des Papstes zu sehen, mittags besonders Arbeiter, welche aus den Fa- brrkeu kamen. Gestern abend fand tu der Sixtinischen Kapelle die Probe zu den Dotengesangen statt, welche bei der Beisetzung des Papstes und während der Dotenamter gesungen werden sollen. Die vierstimmige T r a u e r h y m n e ist von Monsignore Perosi komponiert. In der heute morgen stattgehabten vierten Versammlung der Kardinale wurden die neu eingelaufenen Beileidstelegramme verlesen, darunter das des Königs von Rumänien. Sodann wurde an Stelle Pifferis, der gestern zum Beichtiger für das Konklave gewählt wurde, aber wegen seines vorgerückten Alters die Wahl ablehnte, ein anderer Prälat bestimmt. Der Versammlung wurde hierauf zur Kenntnis gebracht, daß der Papst 50000 Frcs. für die Armen Roms, 30 000 Frcs. für die Armen Perugias und 10000 Frcs. für die Armen Carpi- netos bestimmte. Dann befaßte sich die Versammlung mit den von einigen kränklichen Kardinälen vorgebrachten Bitten und willfahrte u. a. dem Wunsche, daß einige dieser Kardinäle Wohnräume für das Konklave im gleichen Stockwerk mit der Sixtinischeü Kapelle erhalten sollen, um ihnen das Treppensteigen zu ersparen. Es bestätigt sich, daß die Eröffnung des Konklaves auf den 31. Juli festgesetzt ist. Morgen wird das Kardinalskollegium außer dem diplomatischen Korps auch die Mitglieder des Malleserordens empfangen. Nach der „Tribuna" ging der heutigen Kongregations- sitzung eine Vereinigung der Kardinäle, Ordenshuupter und Kawerlengos voraus, in der die Eröffnung des Konklaves auf den 31. Juli festgesetzt wurde. Wie die „Tribuna" hinzufügt, nahm auch Kardinal Kopp an der Kongregations- sitzung teil, dem ein äußerst warmer Empfang bereitet wurde. Nach der Kongregation hatten der „Tribuna" zufolge die Kardinäle Oreglia und della Volpe eine längere Besprechung mit dem Kardinal Kopp. Der Empfang der Mllglieder des beim heiligen Stuhle beglaubigten diplomatischen Korps durch das Kardinalskollegium wird morgen vormittag 11 Uhr im Konsisto- rialsaale stattfinden. Der portugiesische Botschafter als Doyen des diplomatischen Korps wird' sich hieÄei darauf beschränken, die Kollegen vorzustellen und in ihrem Namen den Kardinälen das Beileid aussprechen. Sämtliche in Rom anwesenden Kardinäle werden bei dem Empfange zugegen sein. Die Kandidatur des Kardinals Götti, die noch vor einigen Tagen so viel Aussichten hatte, hat an Chan- -en verloren. Orealia und Rampolla haben zwar noch viele Anhänger, jedoch sind gegenwärtig Agliardi und Vanutelli die bevorzugten Papabili. £$re Anhänger machen eifrig Propaganda für Gewinnung der nichtitalienischen Kardinäle. Die Eiuküuste des päpstliche« Stuhles. Tie gesamten Einnahmen des vallkanischen Budgets oerden auf rund.71/4 Millionen Lire veranschlagt. Ebenso groß sind, so teilt Kürschners Jahrbuch vor: 1903 mit, die Ausgaben. Mit diesen Millionen im Jahre- hat der Papst die Regierung der Kirche zu bestreiten, -der be- lanntlich 260 Millionen Menschen (in Wirklichkeit dürften '.s 30 Millionen weniger sein. D. Red.) in mehr als 1000 Diözesen angehören. Die Einnahmen ergeben sich zum zroßen Teil aus der freiwilligen Selbstbesteuerung der Katholiken, welche durch die Spende des Peterspfennigs zeigen, daß sie die Ausgaben würdigen, welche die Regierung der Kirche erfordert. Zur privaten Verfügung »es Papstes stehen nur 500000 Lire; der Rest von 53/4 Millionen geht auf für die verschiedenen Kongregationen, für die Galerien, Museen, für Unterstützung armer Diözesen, für Schulen und Almosen. Der Posten zur privaten Verfügung des Papstes, 500 000 Lire, ist entsprechend >er Zivilllste unserer weltlichen Monarchen. Aber es begreift diese Summe von V2 Million Lire, noch nicht in sich alle weiteren Ausgaben, welche der Papst personluh nacht z B. durch Geschenke an Souveräne usw. Ferner Nüssen von dieser Summe bestritten werden tne Ordens- insignien, welche ausnahmsweise vom Papst selbst über- ändt werden. Die halbe Million Lire muß sodann dem !lapst dienen zum Anlauf von Kunstaegenständen, ferner die Spendung von Almosen, welche der Papst stets in so reichem Maße, besonders aber an seinem Namenstage, zu Weihnachten und Ostern, wie auch bei größeren Unglücks- fällen spendet. Der Papst kann mit dieser Summe von 500 000 Lire nur deshalb so reiche Spenden zu Gunsten der Armen, der Künste und Wissenschaften machen, weil er selb i äußerst bedürfnislos lebt. Dürfen ja doch für feine oer fön lieh en Bedürfnisse im Tage nie mehr als 5 Lire (4 Mark) ausgegeben werden. (?) — So Kürschners Jahrbuch. Der Wert von Geld und Geschenken, Die der Papst in diesem Jahre wie bei anderen Gelegenheiten erhielt, beträgt ungezählte Millionen. Schwer auf vem päpstlichen Budget lastet dagegen die Unterstützung des klerikalen römischen Adels. Viele dieser Familien haben Mher irr Saus und Braus gelebt, haben sich in die neuen Verhältnisse nicht fügen können, haben sperullert, sind verarmt und liegen jetzt dem Vatikan auf dem Halse. An den hohen kirchlichen Festtagen, so teilt die „Frkf. Ztg." mit, häufen sich die Bettelbriefe in der vatikanischen Kanzlei zu Bergen auf. Der eine verlangt 1000, der zweite 15000, der dritte 30 000, der vierte gar 40 000 Lire. Es ist gar nicht so lange her, daß im Vatikan ein Brief folgenden Inhalts einlief: ,Lch brauche sofort 35 000 Lire, aber wohlverstanden: die ganze Summe oder gar nichts." Der Briefschreiber war ein heruntergekommener Fürst. Der Beamte, dem damals die Erledigung solcher Sachen oblag, um sie dann dem Kardinal Oreglla zur letzten Entscheidung zu unterbreiten, erwiderte darauf: „Also nichts, da Sie Ihr Gesuch in dieser Form zu stellen beliebten." Als er dann aber gleich darauf diese Angelegenheit seinem Chef vortrug, rief dieser: „Um Himmels willen, das darf nicht sein! Die Familie des Fürsten hat den Päpsten in früheren Zeiten 100 000 Lire aus einmal zur Verfügung gestellt, er muß daher die volle Summe und zwar sofort haben!" Es hängt mit den Illusionen der Wiederaufrichtung des Kirchenstaates zusammen, daß man die Verbindung mit diesen welllichen Adelsgeschlechtern nicht aufgeben mag. — Dazu kommen die hohen Ausgaben für den päpstlichen Hofhalt. UMische Tagesschau. Eine Geuertüoersarmnlrmg der Nutzgeflügelzucht» und Der- weriuugs'Geuosseaschast war für den 30. d. Mts. zu Berlin anberaumt worden. Hauptmann a. D. W. Cremat seht in der Zeitschrift Nutzgeflügelzucht" auseinander, worauf es ankommt und zu welchem Zweck die ungeheure Erhöhung der Haftpflicht von 50 auf 150 Mk. kurz vor der Liquidation vorgenommen werden soll. Er schreibt: Bei der im Februar stattgehabten Vesiarnrnlung wurde die Bilanz vorgelegt, welche mit einem Verlust von 4187.92 Mk. abschtoß. Arn 17. Mai wurde in einer neu anberaumten Bor- ftandssitzung eine Bilanz vorgelegt, welche mit ca. 14000 Mk. Verlust abschloß. In der kurzen Zeit von wenigen Monaten war also die Schuldenlast um 100 00 Mk. gestiegen! Wie das gekommen, vermochte niemand anzugeben!! Am 12. Juni fand eine weitere Vorsta.idssitzung statt, in welcher oeschwssen wurde, die Hast pflicht von 50 Mk. auf 150 Mk. zu erhöhen. Man argumentierte dabei folgendermaßen: »Das Gesetz bestimmt, daß wenn die Ueberschuldung ein Viertel der Gesamt- Haftsumme übersteigt, Konkurs anzumelden ist." Es waren ca. 400 Anteile vorhanden, die Haftsumme betrug also 20 000 Mk. Es hätte also Konkurs angemeldet werden müssen. Dieser Konkurs hätte wahrscheüüich schon früher angemeldet werden müssen, da die Bilanz vom Februar unrichtig gewesen ist, was schon daraus hervorgeht, daß die Buchführung nach dem Revifwns- bericht vom 20. Januar „vollständig in Unordnung gewesen war". Es wurde in der Sitzung vom 12. Juni betont, daß man die ca. 4000 Mk. betragenden Konkurskoften sparen könne, roeim man die Haftpflicht schleunigst so weit erhöhe, daß die Ueberschuldung unter einem Viertel der Gesamthastpflicht verbliebe. Da 14 000 Att. Schulden vorhanden waren, so müßte also die Haftpflicht auf ca. 60 060 Mk. erhöht werden. Bei 400 Anteilen also auf 150 Mk. pro Anteil. Jnzwischeri hat das Aufsichtsratsmitglied Herr Mars in Dobrilugk aber feftgesiellt, daß bereits 17 000 Mk. Schulden vorhanden sind, wovon 5000 Mk. gar nicht nachzuweisen — vorläufig also einfach verschwunden sind!! Jetzt muß also die Gesamthastpflicht bereits aus 70 000 Mk. erhöht werden, wenn der Konkurs vermieden werden soll, falls es überhaupt angängig ist, ihn durch solche Mittel zu umgehen. Man kann bei der lüderlichen Buchführung aber ja gar nicht wissen, wie viel »och hiuzukommen wird! Schließlich erklärte Cremat, daß er als Gläubiger der Genoffenschaft den Konkurs angemeldet habe. Heer rurd Flotte. Chalons für Marne, 24. Juli. 2Sor dem hiesigen Kriegsgericht fand gestern die Verhandlung gegen den Major Per rod vom 3L Dragonerregiment stall, welcher angellagt ist. vor fünf Monaten den Kabrnellsdllettor im K'riegsministerinm Gen eral Perzin, ch einem anonymen Briefe mit dem Tode bedroht zu haben, well Perzin angeblich sein Avancement verhinde rt habe. Ter Angeklagte, welcher während der langen Untersuchung und während des Verhörs trotz zahlleicher belastender Momente und llotz des Gutachtens des Schreibsachverständigen die Tat geleugnet hatte, fegte anr Schlüsse der Verhandlung plötzlich ein Gejhändnis ab, indem er hinMsügte, daß er die Tat bereue, welche er nur in einem Anfall von Getstes- gestörthell begangen haben könne. Das Kriegsgericht, auf welches diese Erklärung großen Einfluß ausubte, billigte dem Angeklagten mildernde Umstände zu, und verurteille ihn zu einem Franken Geldstrafe. Budapest, 24. Juli. Nach einer Meldung des „Magyar Orszag" sollen bei den bosnischen Korpsmanö- vern währerrd eines fünfzehustündigen Gewaltmarsches nach Bllek neunzehn Infanteristen gestorben und vierzig schwere Verletzungen erlitten haben. Infolge der Hitze und lleberanstrengung sollen 450 Mann zusammengestürzt sein. Tic Kompanien wären angeblich fast dezimiert, da über den Verbleib einer großen Anzahl von Soldaten nichts bekannt sei. Eine Bestätigung diestr unwahrscheinlich klingenden Nachricht liegt noch nicht vor. Aus Studl und Kanü. Gießen, den 25. Juli 1903. ** Von der Landesuniversität. Der erste Assistent am zoologischen Institut, Dr. phil. Julius Groß, der sich auf Grund einer Schrift: „Untersuchungen über die Histologie des Jnsektenovarlltms" als Privatdozent für Zoologie an der hiesigen Universität habilitiert hat, ist geboren am 29. Dkärz 1869 zu Riga in Livtarrd. Er studierte ui Dorpat (1888—1893) Zoologie, in München (1894—1895) und in Jena (1896—1900). Naturwissenschaften und promovierte in Jena am 5. Mai 1900 mit einer Dissertation: „Untersuchungen über das Ovarium der Hemipteren, zugleich ein Beillag zur Amilosenjrage^'. Vom 1. April 1900 bis 1. April 1901 war er Assistent am zoologischen Institut in Jena. Seit 1. April 1901 wirkte Groß als erster Assistent am zoologischen und vergleichend-anatomischen Institut in Gießen unter Profejsor Spengel. Seine Abhandlungen er- B"ienen in der „Jeuaischen Zeitschrift für Naturwisseu- aften", in der „Zeitschrift sür wissenschaMche Zoologie" und in den „Zool>ogischen Jahrbüchern". ** Eine neue Regierungsvorlage bellifftGesetz- Entwurf, die Lostrennung Gustavsburgs von Ginsheim. ** Die Wahl Hies Abg. Orb. Eine Vorstellung des Karl Döring in Bieber an die 2. Kammer erhebt wiederum Protest gegen die Wahl des Sozialdemokraten Orb in Bieber im 16. Liandtags-Wahl- bezirk. Es wird die Ansicht ausgesprochen, daß ohne eine in den gesetzlichen Grenzen stattsindende U eberwach- ung der Wahl seitens der Behörde keine Wahl in Bieber ohne Unregelmäßigkeiten vor sich gehen wird. Vor allem protestiert man gegen die einseitige Zusammensetzung der Wahlkommission. Im Gemeinderat war mit Stimmengleichheit beschlossen worden, daß die Kommission zur Hälfte anS Anhängern der Bürgerpartei, zur anderen Hälfte aus Anhängern der Sozialisten bestehen solle. Das wäre gerecht gewesen und hätte den Verhältnissen entsprochen. Der Bürgermeister aber hat „natürlich" (sic!) durch seine Abstimmung veranlaßt, daß die ganze Kommission aus Sozialisten bestand. Ferner wurde nach einer neu aufgestellten Wahlliste gewählt am 9. Mai, 5 Uhr 55 Mru., also fünf Minuten vor Schluß der Offenlegung s f r i st, der Zeit, in welcher gegen jene Liste Einwendungen vorgebracht werden konnten, brachten dieSozia- listen einen Nachtrag von 38 Namen, welche alle von dem Bürgermeister in diesen letzten Minuten der Liste angesügt wurden. Eine Einsicht, eine Rellamation war dadurch unmöglich gemacht. Gegen diese Zufügung dieser 38 Personen in der Liste wird Protest erhoben, umsomehr, als diese tellweise nicht 25 Jahre alt waren, andere Bayern sind usw. Der Bürgermeister hat, wie es in der Eingabe heißt, willkürlichundohneRechtAender- ungen in der Liste vorgenommen. In der neuen Liste, nach welcher gewählt wurde, sind jedenfalls mehr als 60 Personen, ja wohl 100 Personen, welche nicht Wahl- und stimmberechllgt waren. + Garbenteich, 24. Juli. Der Bau einer Kreisstraße von hier nach Lich ist jetzt beschloffen. Mll dem Bau wird einem längst empfundenen Bedürfnisse endlich Abhilfe geschaffen. Als direkter Verbindungsweg Lich—Gießen mit sehr gutem Terrain dürste die Straße regen Verkehr bringen und Steinberg zum Teil entlasten. — Gestern abend 717 Uhr kam das 2. Bataillon des Regiments Kaiser Wilhelm von Gießen nach hier und bezog Biwak in der Nahe des Dorfes. Heute morgen ya9 Uhr rückte es zum Felddienst aus. )(^ Dorf-Gill, 23. Juli. Im Juni ist hier eine Molkerei. errichtet worden. Sie zeigt bis jetzt einen recht flotten B-ellieb. — Mll dem Bau unseres neuen Schulhauses hat man bereits begonnen. Es kommt an den Ausgang des Dorjes, links der Sllaße Dorf-Gill—Garbenteich zu stehen, und wlld ans Schulsaül und Lehrerwohnung bestehen. R. B. Darmstadt, 24. Juli. In chrer gestrigen geheimen Sitzung haben die Nesigen Stadtverord- neten^einen bemerkenswerten Beschluß gefaßt. Es war bisher Sille, den Kereinen und Gesellschaften hiesiger Stadt, die ihr Jubilärrm feierten oder eine größere festliche Verran- staltung unternahmen, aus der Stadtkasse einen Bellag von 100 bis 300 Mk. zu bewilligen. Nun hat sich aber das Vereinsleben üi Darmstadt von Jahr zu Jahr immer fruchtbarer gezeigt, sodaß wir bei einer Einwohnerzahl von etwa 76000 Seelen jetzt bereits 478 Vereine aufzuweisen haben. Wenn nun die Stadtverordnetenversammlung (ort* fahren wollte, allen diesen Vereinen bei besonderen Gelegen- hellen Ehrengaben All. bewilligen, jo würde dadurch der Stadtsäckel gewiß ganz erheblich erleichtert werden, was wiederum den städtischen Steuerzahlern etwas unangenehm werden könnte. Die Stadtverordneten verständigten sich, deshalb gestern dahin, diese Ehrengaben nur noch in ganz besonderen Ausnahmefällen zu belvilligen. Sie genehmigten eine Ehrengabe für den Gesangverein „Teutonia" aus "Anlaß seines 50jährigen Jubiläums, lehnten aber die Gesuche des Schützenvereins und des Radsahrvereins um (Stiftung städtischer Ehrenpreise mll bimmenmehrheit ab. () Neues aus dem Z00lo gisch en Garten. Man schreibt uns aus Frankfurt: Trotzdem ohne Unterbrechung an den Erweiterungen und Vermehrungen der Ställe und Käsige gearbeitet lvird, vermag die Neubeschaffung der Behälter nur schwer mit der der Tiere Sa-ritr zu halten. Am 16. d. M. wurden verschiedene Affenarten, darunter weißohrige Pinseläffchen, eingereiht, der 17. d. M. brachte unter einer Sendung Kreuzottern eine völlig schwarze Siovität dieser Giftschlangen, die sogen. Zöllennatter". Am 20. Juli kam eine Sendung aus der tunesischen Sahara, die einen l y b i s ch e n H e r m e I i n, gestreifte W ü st c n m ä u 1 c, Springmäuse, die sehr giftige St ülpn asenotter (eine große Seltenheit«, Hnseisen nattern und verschiedene gelvöhinichere asrikartische Reptilien enthielt. Am 23. d. M. traf ein reizendes Ezelzrplar eines jungen Orang-Utang ein, das durch fein munteres Wesen sich bereits -um Landwirtschaft. der Neutralen. Gerichtssaal. Höchste Temperatur am 23.-24. Inti 19,9- C. Niedrigste „ „ 23.-24. „ 15,3U C. ES senkt sich der Sag, J-lut stciyt auf Flat, die ®e- - J - •---------c, dre Leute strengen Marienberg. * Lyon, 24. Juli. Bei Neuville schotterte gestern eine Harke. Tie drei Insassen ertranken. * Basel, 24. Juli. Heute abend ereignete sich aus zier Rheinbrücke ein schwerer Automobiluns all. Ein mu Dr. La Roche und dem Gipshändler Ruof beje^le» | Automobil fuhr, da die Steuerung verloren war, gegen das gußeiserne Geländer, zerschlug es und stürzte in ben, Rhein. Glücklicherweise gelang es dem Pontonierverein, der gerade Fahrübungen abhielt, die Verunglückten, die beide aus Basel stammen, lebend, aber schwer verletzt, zu bergen, während das Automobil in den Wellen verschwand. y , ,,, , * Innsbruck, 24. Juli. Der berüchtigte Hoteldieb and Hochstapler Georg Monolescu ist am hiesigen Bahnhof verhaftet worden. Er wohnte seit dem 16. Juli als George Arthuro aus London in einem hiesigen Hotel 1. Klasse. Er wollte mit dem Wiener Schnellzug abreisen und hatte eine Karte bis Woergl gelöst. Tas Hotelpersonal, dem der hochelegante Fremde durch das einem Steckbrief gegen Monolescu im „Interessanten Blutt" bei-! gefügte Bild aufftel, verständigte jedoch die Polizei, und Monolescu, der bereits in einem Wagen erster Klasse saß, wurde kurz vor der Abfahrt des Zuges verhaftet. Auf dem Weg zur Polizei machte er einen Fluchtversuch, der aber mißlang. Anfangs leugnete er, legte aber dann cm Geständnis ab. Es wurden nur 210 Kronen bei ihm vorgesunden. Ter Verbrecher wurde dem Landesgerichte ein- geliefert. Moiivlescu ist 1881 in Rumänien geboren und bestahl in den verschiedensten Hotels die Fremden in großer Zahl. Am 10. Juli war er aus der Berliner Irrenanstalt Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Nächsten Sornitag, den 2. August, wird die alljährliche Kollekte für innere Mission erhoben werden. licherweise für das Dorf entstehen müßte, sprach er zu dem neben ihm stehenden Leutnant: „Mögen die Klein- T s ch ir n e r Bauern ersaufen, sie haben mich \ chon oft Weinig geärgert! Es sollte mir eine Freude sein, wenn ich im Kahne durch die Tschirner Dorsjtraße fahren und Klein-Tschirn e im Wasser anseheu könnte!" Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. «WS S« and eS tft nod) nicht gelangen, das Drer von feiner. H-effei seiner Kapelle j, benreten Mumm'sche Palai81len ! Mehr«lS einmal wollte G Vermischtes. * Berlin, 24. Juli. Nach einer Mitteilung des „Berl. Taaebl." hat der bei der Maschinenfabrik für Muhlenbau vorm. Kapler A-G. angcstellte Buchhalter Reinke durch Fälschung und ^oornichtung vonI Lohnlisten 1586 Mk. unterschlagen. Reinke ist seit 8 Tagen angeblich wegen Krankheit dem Geschäft fern geblieben, in Wirklichkeit aber flüchtig. * Erfurt, 24. Juli. Eines Attentates im Gezickt ss aale machte sich vor der Strafkammer der Dachdecker Schreier aus Erfurt schuldig. Nachdem er wegen Tiebstahls zu 2 Jahren 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden war, beschimpfte er Staats an walt wie Gerichtshof in gemeinster Weise, bog sich nach dem Gerichtsschreiber hin, ergriff eine sch w er es Duck und warf es nach dem Vorsitzenden, Landgerichtsdirektor Rieß. Zuni Glück wurde nur dessen Schreibzeug getroffen, sodaß die Tinte umherspritzte. Der Gerichtsdrencr hatte seine Not, den Wütenden zu bändigen. * Dresden, 24. Juli. Ter frühere Schutzmann Claus erschoß aus Eifersucht seine von ihm getrennt lebende Ehefrau und beging darauf Selbstmord. * Chemnitz, 24. Juli. Auf deut Haltepunkt Buchholz bet Annaberg entgleiste heute nachmittag dcr von Weipert kommende Personenzug 'Dtr. 1387. Drei Wagen stürzten um, vier Personen wurden getötet, eine schwer und sechs leicht verletzt. Getötet sind Unteroffizier imid Musiker Paul Aanger-Großenhain von dem dort garni',0- nierenden Königshusarenregiment Nr. 18, Herr Grund- Baerenstein, Vertreter der Firma Gebrüder Katz, Frau Post- Verwalter Otto-Schmcrsch und Frau Witwe Emilie Meyer- Wegen Mißhandlung und widerrechtlicher Behandlung eines Untergebenen wurden vvm Kriegsgericht in Aachen ein im 12. Dienstjahr stellender Feldwebel D. vvm 40. Infanterieregiment zu 7 Wochen Gefängnis, ein Feldwebel K. wegen Zeugenbeeinflussung zu 3 Tagen gelindem Arrest verurteilt. Als Zeuge erklärte nach dem „Echo der Gegenwart" ein Füsilier, daß er am 25. März sein Gewehr mit Petroleum geputzt habe. Der Feldwebel D. habe ihn dabei angetrosfen uiid in das Gesicht geschlagen, dann habe der Feldwebel ihm das Fläschchen Petroleum an den Mund gehalten und ihn 10 bis 15 Tropfen Petroleum trinken lassen. Sodann habe !der Feldwebel zu einem anderen Soldaten gesagt: Kerls, scheert Euch fort von dem, der hat Petroleum gesoffen und wird gleich explodieren. Am Abend hierauf ist der Füsilier, als er über den Zapfenstreich aus der Kaserne fortgeblieben war, aus Furcht vor Strafe fort- gelaufen. Als er 15 Tage später von der Polizei ergriffen wurde, habe der Feldwebel K. ihn abgeholt und unterwegs zu ihm gesagt, wenn er vor Gericht käme, solle er die Petroleumgeschichte nicht erwähnen. In Aachen habe auch der Feldwebel T. ihm geraten, nichts zu sagen, denn das! wäre für beide Teile das Beste.. Neun Füjiliere, die als Zeugen vernonrnien wurden, erklärten sämtlich, weder gesehen noch gehört zu haben, daß der Feldwebel D. den Füsilier mißhandelte oder ihm besohlen habe, Petroleum zu trinken. Nachdem der Verhandlungsleiter den Zeugen das Verbrechen des Meineides und dessen Folgen eindringlich vorgehalten, zogen fast sämtliche Gemeine und Unteroffiziere, die zu Gunsten des Feldwebels ausgesagt hatten, ihre Bekundungen zurück und erklärten nunmehr, daß sie gesehen hätten, daß Feldwebel D. den Füsilier ins Gesicht geschlagen und ihm das Fläschchen an den Mund gedruckt habe. Auf die Frage, weshalb sie zuerst gelogen, erklärten die Zeugen, daß sie aus Angst gelogen hätten. entwichen. * Bozen, 24. Juli. Hauvtmann Putzdar vom 102. Regiment ist bei einem Gebirgsmarsch von seinem Pferd in einen Abgrund geschleudert worden und wurde tätlich verletzt nach Trient gebracht. * B u d a p e st, 24. Juli. Bei der polizeilichen Abnahme der Automobilverbindung ins Tatragcbict versagte gestern während der Fahrt die Bremse. Das Automobil stieß gegen einen Felsenvorsprung, wobei drei Insassen, darunter der Oberstuhlrichter Ujfalujy, schwere Verletzungen erlitten. Die Konzession wurde nicht erteilt. *Die schlesischeHochwasserkatastrophe. Wie uns aus Breslau gemeldet wird, wurden im Regierungsbezirk Oppeln 10000 Hektar Acker und Wiesen überschwemmt.' 8 Ortschaften waren ganz, 27 teilweise unter Wasser. Im Kreise Cosel sind 15000 Morgen überflutet worden. Im Kreise Oppeln wurden 15000 Hektar überschwemmt. Der Schaden, der allein an Deichen,' Brücken und Wegen angerichtet ist, beläuft sich aus 7u0 000 Mk. Im Kreise Falkew- berg sind in 7 Orten Gebäude eingestürzt. — EinStimm- ungsbild aus Klein-Tschirne, dem Wohnsitze des vielgenannten Grafenauckler, veröffentlicht der „Nieder-! schief. Anz." in einer Schilderung der Hochwassergefahr. Es heißt darin: „Die Gefahx war groß, sie war größer als in dem Wasser-Unglücksjahr 1854. Seit jener Zeit ist der Damm, der unser Dörflein, unsere Fluren schützen soll, mehrfach zerstört worden, wenn nicht in aller Eile und mit alleräußerstem Fleiß bei Tag und Nacht, fort und fort an der Erhöhung und Befestigung des TammeS gearbeitet morden wäre. Wir Tschirner wären aber trotz der tatkräftigsten Unterstützung aus allen, zum hiesigen Teichver-! bände gehörigen Ortschaften nicht im stände gewesen. Den Tamm zu halten, wenn nicht zur rechten Zett das Militär aus Glogau eingetrofsen wäre. Am gesahrdeften war das Torf wenn der Tamm am Schloßpart brach Mit bewun- oemsweriem Fleiße arbeiteten hier Zivil und Militär. Graf Bückler erscheint, sieht zwei Herren, denen er nicht besonders gnädig gesinnt zu sein scheint, verbietet ihnen den ferneren schast konstituiert worden. . . Homburg d. b. H., 24. Juli. Em Brand bat bc, bei dem Schneidermeister Funk in der ^.homasstraße Schaden angerichtct. Dcr Sohn des Abgebrannten Kellner Otto Funk, ist noch in derselben Nacht verhaftet worden. Er soll durch Fallenlassen einer Lampe den Brand verursacht haben. Die EUern wären beide bald verbrannt und konnten nur mit Mühe aus der brennenden Wohnung geschafft werden. Funk ist gegen Brandschaden versichert. — Der Vertrag mit den Direktoren des Hanauer Ettadtthcatcrs, Jantz und Oppmar, betr. die Pacht unseres Kur hauL-Theaterö, wird auch für den kommenden Winter wieder erneuert. Geborene. Juli. 13. Dem Schneider Heinrich Stein IV. dahier ein Sohn, Heinrich Lorenz August. 14. Dem Schlosser Wilhelm Lenip dahier ein Sohn, Karl 'Martin Ernst. 14. Dem Schneider Johannes Find dahier em Sohn. 17. Dem Hoboisten Johannes Vomend dahier em Sohn, Otto Ciriax Johannes. 17. Dem Hausburschen Philipp Eisenhuth dahier em Sohn, Joseph Heinrich Adam. 18. Dem Schlosser Wilhelm Noll VI. dahier eine Tochter. 19. Dem Bierbrauer Heinrich Weber dahier ein Sohn, Friedrich Wilhelm Karl 20. Dem Jligenienr Paul Ludols Mulen ein Sohn, Otto Michael Ludols. 20. Dem Taglöhner Friedrich Schnierle eine Tochter, Marie. 20. Dem Hilfsheizer Adolf Gabriel dahier em Sohn. 22. Dem Taglöhner Justus Sauer dahier eine Tochter. Gestorbene. Juli 17. Elise Katharine Sieglinger, 8 Monate alt, Tochter des verstorbenen Bäckers unb Gemüsehändlers Heinrich Sieglinger. [18 Philipp Schneider II., 59 Jahre alt, Taglöhner dahier. 18. Karl Hermann Douglas, 69 Jahre alt, königl. Eisenbahnbeamter, Ritt- meister a. D. dahier. 21. Minna Becker, 21 Tage alt, Tochter des Taglöhners Ludwig Becker IX. dahier. 21. Emma Jung, 3 Monate alt Tochter des Taglöhners Balthaser Jung II. dahier. 23. Adam Hossarth, 22 Jahre alt, Taglöhner, z. Zt^Musketier dahier. 24. Karl Adolf Martin Pfeffer, 4 Monate alt, Sohn des Taglöhiiers Karl Pfesser dahier. (!) Garbenteich, 23. Juli. Der Schnitt des Kornes hat begonnen. Selten hat man hier eine so vorzügliche I Korn e rntc gehabt. Ueberyanpt steht die gesamte Winterfrucht recht gut. Sommer frucht dagegen ist aus Mangel au Regen etwas kurz geblieben. Tie H a ck f r ü ch t e stehen ebenfalls sehr gut, und dem sich seit einiger Zeit bemerkbar machenden Futtermangel dürfte durch das reichlich eingetretene Regenwetter auch etwas abgeholsen werden. Obst gibt es sehr wenig; Aepsel gar keine, Mr neu wenig, während Zwctschen eine ziemlich reiche Ernte versprechen. Lieferung für die Heeresverwaltung. Die Heeresverwaltung forberi von neuem die Landwirte zur b i r^e k t en Lieferung ihrer Erzeugnisse an die Provlalitämter auf. toie will I hierdurch den Interessen der Landwirtschaft dienen und in erster I ! Linie den Zwischenhandel vermeiden. In Betracht kommen vor I I allem neben Haier, Roggen, Weizen, Heu und Stroh Hülsenfrüchte, wie Erbsen, Bohnen, Linsen, und Blattgewürze, wie Mohren, Zwiebeln, Sellerie, Petersilie und Lauch. Es wird nn Interesse der Lieseranten liegen, wenn nur gute Produkte angeliefert werden, andernfalls die Heeresverwaltung genötigt sein wird, wieder wie früher mit Großhändlern in Verbindung zu treten. Bubapest, 24. Juli. Nach dein S a a t e n st a n b s b e - richt des Ackerbauministeriums vom 20. Juli wird der Ertrag des Weizens auf 39,45 Millionen Meterzentner geschätzt gegen 39,39 am 10. Juli, der Ertrag des Roggens auf 11,97 gegen 11,72, der Gerste auf 12,64 gegen 12,40, des Hafers auf 11,60 gegen 11,20 am 10. Juli. Tie Hackfrüchte und die Hülsenfruchte versprechen gute Ernte. Zuckerrüben und Tabak stehen befriedigend. Nach dem ^Reichsanzeiger- war der S a a t e n st a n d im Deutschen Reiche um Mitte Juli (1 bedeutet sehr gut, 2 gut, 3 mittel, 4 gering): Winterweizen 2,7, Sommeriveizen 2,6, Wimer- spelz 2,1, Winterroggen 2,5, Sommerroggen 3,5, Sommergerste 2,5, Hafer 2,7, Kartoffeln 2,6, Klee 2,8, Luzerne 3,0, Wiesen 2,6. Die entsprechenden Ziffern des Vormonats roareu: 2,8, 2,5, 2,3, 2,5, 2,5, 2A 2,5, 2,7, 2,5, 2,7, 2,5. Hierzu wird bemerkt: Die Winter- I saaten litten im allgemeinen unter der Trockenheit nid)t erheblich. I Roggenernte hatte zur Zett der Berichterstattung schon ^hier und' Oa begonnen und dürfte jetzt in vollem Gange sein. Die Sommer- Halmfrüchte, die unter dem Regenmangel und Schädlingen zum Teil sehr gelitten haben, sind in der Entwicklung noch zuruck, kurz im Halm uiid vielfach statt verunkrautet. Doch hoffen biejneiften Berichte, daß die Niederschläge der letzten Tage manchen Schaden wieder beheben werden. Die Kartoffeln sind durch Dürre vielfach im Wachstum zurückgehalten; sie entwickeln sich jetzt nach dem Regen zusehends. Tie Frühkartoffeln liefen! meist nur geringe Erwäge. Ter erste Kleeschiiitt lieferte vielfach nur mittleren Ertrag; auch der Nachwuchs verspricht zeitweise nur geringes Erträgnis. In Süddeutschtand macht sich strichweise schon Futter-nrangel bemerkbar. Ter erste Wiesenschnttt lieferte befriedigenden Ertrag, der Nachwuchs ist meist noch sehr gering. Kttnalur. — Selma Laaerlöf: Eine Herrenhofsage. Erzählung. Geheftet Mk. 1.50. Verlag von Albert Langen m München. In vornehmster Ausstattung und zu einem sehr billigen Preise erscheint Selma Langerlöfs berühmte „Herrenhossage" hier m einer neuen | glänzenden Uebersetzung aus der bewährten Feder Pauline Kiaibers, i was sicher alle Verehrer der großen schwedischen Dichterin mit der lebhaftesten Freude begrüßen werden. „Eine Herrenhofsage" ist eine Dichtung, voll des keusckesten Stimmungszaubers und der lautersten Poesie, und dabei mit einer fast männlichen Kraft der Charakteristik und Handlungsführung geschrieben, wie sie die be- [ rühmte Schwedin wohl als die emsige unter allen lebenden Schrist- ftcllerinneit besitzt. Vergebens wird man m allen Litteraturen nach einer zweiten so innig ergreifenden Frauengestalt sucheii, wie es die Heldin dieses Buches ist, die kleine Ingrid, die der verrückt gewordene Studeiit vor dem Tode des Lebendigbegrabemverdens rettet, und die dann den heimlich in ihren Erirmerungsträumen geliebten Atann von dem gelingen Tode der seelischen Umnachtung erlöst. Jii cmer leichten Stilisierring, die sie mit ihrem Hinter- gründ, der herrlich geschilderten Landschaft von Talarne zu einem gewaltig künstlerischen Eindruck verschmelzen läßt, stehen diese Atenschen doch so lebendig und real vor uns, daß wir mit ihnen zittern und jauchzen. Diese „Herrenhofsage" sit das Mesitenverk einer großen und warmsühlenden Dichterin, ein erschütterndes und | erhebendes Buch. Grundzü g e des V ö l ke r r c ch ts von Dr. 2llbert Zorn. Zweite, vollständig neu bearbeitete Auslage. Z Originalleinenband 4 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. - Der von Dr. Albert Zorn verfaßte und vom Geh Justizrat Pros. Dr. Philipp Zorn (1899 Delegierter auf der Friedenskonferenz im Haag- bevorwortete Grundriß ist eine allgemein verständliche Darstellung des Völkerrechts in möglichst gedrängter Kürze für wertere Streife. *2)aä immerhin noch den Umfang von 20 Bogen erreichende Werk ist hinsichtlich des Ausgangspunktes und der lunsti- schen Konstruktion ganz selbständig. Dos erste Buch hat les mit den Rechtssubjekten des Völkerrechts (Staaten, Staatsgewalt, Staatsvolk, Staatsgebiet) zu tun, das zweite wendet sich den Organen des völkerrechtlichen Verkehrs zu, wobei die internationalen ständigen Kommissionen, die Aemter der internationalen Verfvaltungsgemeinschasien und die internationalen Gerichte Berücksichtigung finden. Die folgenden Bücher behandeln die Formen des völkerrechtlichen Verkehrs, den Inhalt der völkerrechtlichen RechtS- verhältnisse (der umfang- und stvffreichste Abschnitt), die Staatenstreitigkeiten uno deren friedliche Erledigung, das Land-iu itd Seekriegsrecht (u. a. die Blockade) und d-as Recht h re letzten Kräfte an, da - horch!, - lustigeÄ -----c.*™ t Gr af Pückler laßt __________ »um Konzert aufspi e- . ™ " r «Ilen > Mehr «lö einmal wollte Gams Päckler, als der Damm, Frankfurt, 28. Just. DaS Mumm 1 che PalalS lenSchloßpartumgiebt, zu rutschen oder durchzubrechen auf der Zeil ist, wie jetzt gemeldet, an em belgljches "on- . ^en Schutzdamm an einer vom Schloß und Park 1’ortium verlauft worden, das nunmehr den Betrieb onus > entfernten Stelle durch,stechen lassen. Warenhauses bezw. eines großen BazarS mit einem Gesell- aufmerksam gemacht, die dadurch begreif- ,'chaftSkapUal von 1800 000 Mk. handelsregisterlich angemel.' - ----- --------* ----------- "" bet hat. Zu diesem Zweek ist eigenS eine inländische Gesell. Handel und Verkehr. Vallibwirlschast. Getreide. Wir haben heute wieder von einem recht ruhigen Verlauf des Geschäftes auf dem Weizenmarkte zu berichten; die Mühlen zeigen sich sehr zurückhaltend, und wollen auf spatere Termine nichts unternehmen, obwohl Rumänien und Rußland in neuer Ware mit recht preiswerten Offerten am Markte sind. Die amerikanischen Forderungen sind etwas billiger gegenüber der Vorwoche. Argentinien ist für Weizen nicht mehr Abgeber und offeriert nur noch AtaiS. Die Erntearbeiten in der Pfalz sind durch die häufigen Geivitterregen verzögert. Roggen ivenig Geschäft; Rußland 'ist mit neuer Ware auf Aug./Septbr.°Abladung ziemlich stark am Markte. Futtergerste ruhig. Die bis jetzt von Ungarn emge- gangencn Muster 'von Braugerste zeigen alle eine gelbe tfarbc, auch die Pfalz und Elsaß dürften dieses Jahr nur gelbe Qualitäten ernten. Hafer fest, umsatzlos. Mais immer gut gefragt und insbesondere guter Platamais, da Mixed immer noch m geringer kranker Qualität ankommt. Petroleum. Tie Preise hielten sich m gleicher Hohe wie m der Vorwoche. Da in der letzten Zeit ziemlich belangreiche Eindeckungen per Winter stattfanden, ist eine gewisse Ruhe im Ge° I schast eingetreten, die indessen nicht von langer Dauer sein dürfte, demi der größte Teil des Bedarfs der Winterkanrpagne ist noch zu decken. Dio Labak- und Zigarrenfabrik Karl Gräff, G. m. b. H., Kreuznach, gegründet 1798, errichtete am 20. Juli in I R ü ni melsh c i m bei Bingerbrück eine Zigarrenfabrik. Auszug sus dru Stsurrssmisregistnu brr StiM Sietzru. Aufgebote. Juli 17. Karl Wilke, Schlosser dahier, mit Susanne Geller, Köchin dahiee. 20. Ludwig Stichler, Kaufmann dahier, mit Elisabeths Hof dahier. 20. Georg Valentin Reinhard Kling, Lehrer an der Stadtknabenschule dahier, mit Emma Elisabethe Senßfelder dahier. 21. Reinhard Kröll, Kaufmann zu Offenbach a. M., mit Elise Marie Hofmann dahier. 20. Otto August Friedrich Ullmer, prakt. Arzt zu Lachsenberg, mit Auguste Amalie Elisabethe Nord- mann dahier. 20. Fritz Otto Alfred Liersch, Feilenhauer dahier, mit Elisabethe Naumann dahier. 20. Friedrich Wilhelm Burk, Futtermeister zu Heuchelheim, mit Katharine Margarete Schulze, Dienstmädchen dahier. 23. Ernst Georg Karl Ludwig Rohde, Rechtsanwalt zu Darmstadt, mtt Louise Wilhelmine Sturmfels dahier. 24. Franz Göckler, Mechaniker zu Frankfutt a. M., mit Elisabethe Günther dahier. Eheschließungem. Juli. 18. Johannes Möller, Lokomotivheizer zu Gießen, und Marie Schättler, Tochter des Lokomotivführers Ludwig Schältler zu Gießen. 18. Christian Köhler, Schneider dahier, mit Anna Elise Marie Weiß, Tochter des verstorbenen Schneidermeisters Kaspar Weiß dahier. 22. Johann Friedrich Wilhelm Mettenheimer, Apotheker zu Vilbel, mit Wilhelmine Auguste Lma Elli Atetten- Heimer, Tochter des Kaufmanns Hermann Mettenheimer dahier. aber nur in Flaschen, wo Plakate aushängen. Juli 1903. Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 24. 215 i 744,2 18,6 11,3 71 W. 4 bem. Himmel 24. 9" 747,2 15,4 10,7 82 WNW. 4 beb. Himmel 25. 726 749,3 14,5 10,6 87 w* 2 tr n \ MKWDWM Nach Beendigung meiner Arbeiten stelle ich hiermit folgendes, vor einem Jahre neu beschaffte Material, zum Verkauf: 3000 in Schienen, 80 mm hoch, ca. 14 kg schwer, 800 m Schienen, 03 mm hoch, ca. 16 kg schwer, 50 St. stählerne Muldenkipper,, 1 cbm Inhalt, 750 mm Spurweite, 1 Lokomotive, 50 Pferdekräfte, 750 mm Spurweite. 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Näheres MljMti Wefla.ilage ü, Nih. 03538i Mädchen sucht Aushilfs stelle. Näh. Hmt. d. Westanlage 9. Kroßes Internationales Radrennen Gicht«, Mmibch u) Tpnchlch u der Karst. Grosser Preis von Giessen. Dem Sieger 500 Mark in bar, dem Zweiten 850 Mark — dem Dritten 185 Mark. 5712 Dauerrennen mit Motorführung für Berufsfahrer. Amateur-Rennen und Biannschaftsfahren. 99* Hierauf: j)veiKr>erteilnn9 und Konzert der Artillerie-Kapelle aus Fulda. Eintritt: Logen, Dorverkauf 1.50 Mk., Kaffe 2.- Mk. I. Platz, Vorverkauf 0.60 Mk., Kaffe 0.80 Mk. Xnbüne „ 1.20 , „ 1.50 , IL w , — , 0.50 w Satrelvla« w 0.60 „ ,, 0.80 „ Stehplatz und Terrasse ... 30 Pfg. Bor verkauf bei «oll, Buchbmderei, Mäusburg, im ttaf6 -lmeud und Eafe Hettler. «ach dem Rcuueu: Konzert und Tanz bet freiem Eintritt. vumibuSverbtudnng von '.,4 Uhr ab. Gesangverein Heiterkeit. Sonntag den 26. Juli: Großes Sommerscst mit Konzert und Kinderspielen auf der Schönen Aussicht. Anfang nachmittags 3 Uhr. Der Vorstand- Gesangverein Karmonie. Sonntag den 26. Juli: Großes Sommerfest Großes Radfahrerscst verbunden mit 15 Kilometer - Straßenrennen findet statt am 26. Juli 1903 in Wissmar. Programm. Morgens 7 Uhr: Weckruf. | Morgens von 9 Uhr ab: Früh-Konzert. 8 , Beginn der Rennen. i Mittags 2 Uhr: Festzug durch den Ort. von 3 Uhr ab: Konzert, PreiSverleilung, Lanz und Volksbelustigung auf dem Festplatz bei Herrn Korsthüfcr, vorm. L. Lautz. Meldungen zu den Rennen sind bis spätestens 25. Juli an Will). Bittendorf, Metzger, daselbst zu richten. Einsatz 2 Mk. Als Preise sind 4 wertvolle Ehrenzeichen ausgesetzt. 03506 Zu zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein Der Vorstand. WDn-Clud Mulm, Gardkutch Sonntag den 9. August, morgen» 7 Uhr: 25 Kilometer-Strassenrennen. 3 Ehrenpreise im Werte von 30, 20 und 10 Mark. — Einsatz 2 Mark. 5798 Nachmittags von 4 Uhr ab: Großes Radfahrer • Somiiierfest bei Kastnnrt Stumpf, Zur ^Liude. Melduugeu sind zu richten an Herrn Georg Laag, Garbeuteich. — Meldeschluß 8. August. in den neu ijklgcrilhtttcn Lokaülnti'n der Liebigshöhe (Inhaber: I. G. tzcipp) 5886 bestehend in Kinderspielen, Gesangs-Vorträgen und Tanz. Eintritt für Herren 20 Pfg., für Damen 10 Pfg., für Militär 10 Pfg. Anfang 4 Uhr. »er Vorstand. Zwicbklkuchen jede» Montag, Mittwoch und Freitag von 9 Uhr ab (5339 Friede*. Soli Hosbäckcr. Higlich frische 4630 Krdbeerbowlk. Schott's Weinstube, Bahnhosstr., gegenüb. Schanzenstr. Täglich von morgens 9 Uhr ab frische Keidelbeeren. 5492) I. Haukel,^Sch lo ßg asse_6. Neue heiiäuii. Mhennge sind wieder zu den bekannt billigen Preisen eingetroffen bei (5765 L. Steinhäuser, Neuenbäue 17. Reiskirchen. KßsiimizcKer GesangVcrcm. Dienstag den 28. Juli, abends 8 Uhr: Achmrststlilhk Kemst-LttMmlW. Tages-Ordnung: Aufnahme inaktiver Mitglieder. 5673 Der Vorstand. MinlEh 6tjlt $»glings(niä|tiin! L. Seif, Hofgut Afsenheim, IÄL hibifflroDji des Evautf. Kireheiigesangfereins Sonntag, 26 Juli, abends 8 Uhr in der Stadtkirche unter Mitwirkung der Frau Prof. Mathilde Schmidt, geb. Haym, aus Sonntag den 26. Juli 1903: 5701 Zx Lanz.nufik wozu freundlichst einladet JtiSttlS ESiei*mani1a Volks- und Zugendsest Sonntag den 2. August 1903 3T im Philasophenwald veranstaltet von der b797 Vtrdeigiog der 4 WohlthätigtdiS'Vtrefat Giessen. Telephon Friedberg 5. (5235 0V Niederlage in Gießen: Hirschapotheke. Allen voran SdhutzmAras steht Fiedemamr's Bernstein- Fußbodenlack mttFarbe. — Durchaus unschädlich. — AV Weltausstellung Paris 1900 gol-rnr Medaille. Niederlage in Gießen bei: JGmil Fischbach, Seltersweg 24; Georg Wallenfels, Marktplatz 21 in Lollar bei: August Zimmermann.2789 Grosse Halle (Mezzosopran) u. geschätzter hiesiger Kräfte, u. unter Leitung seines Dirigenten, des Herrn Univ. Musikdirektors 6. Trautmann. Programm. 1. Orgel - Phantasie über das altniederländische Volkslied „Wir treten zum Beten“ G.Beckmann 2. Christ ist erstanden, Chor a ca- pella, altkirchl. 3. Zwei biblische Szenen f. Chor u. Soli mit Begl. der Orgel u. Streichquart. H.v.Herzogenberg a. Der Seesturm. b. Das kanaanäische Weib. 4. Intermezzo f. Orgel C. Kistlet 5. Herr, hör’ mein Flehen, Hymne 1. Chor u. Sopransolo i’. Mendelssohn G. Soli t. Mezzosopran. 7. Ach Gott vom Himmel sieh’ darein, Kantate f. Chor, Soli mit Urgel- begl. u. obl. Violine J. S. Bach. Eintritt frei I Für die inaktiven Mitglieder werden Plätze auf den Emporbühnen und am Altar reserviert. tzages-Wcveille. Großer Kestzug. Kinderspiele. Wreisverteilung. Illumination des Iestplahes. Lampionzug. Karussell. Schießbude. Alles Nähere folgt. Kinder ohne Begleitung Erwachsener können nicht zugelassen werden, Neue Frühkartoffel, Wetterauer la. gelbe Perle von Erfurt, liefert unter Nachnahme ab Echzell ä Etr. zu 3,75 Ntt. Ludwig Erb zu Echzell, (5711 Kartoffel-Versandtgeschäft. 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