'^ber ^ebt iu daß N vor do?^l°L rLZ^Kr LKrr ' di-S'!'haben S,?ygS MiÄ?* ttÄeftcI,t' d°ß g toül^^er, der rsrZr i Pr r,. ,UL nur alb ber ßm-Qher eines “Lo wt Laserne, wurde 1 -Mnde ob, Mb kw 7 MÄ Ä £ W"° daß-s'gM, ?*" 5-5 Rundeofsiziers leine kw Sachen gegen ben toit feiner jeit bc. ' Zeuge gehört wurde, ahren dieser nicht der- uwnen einen ungüuib ^ucht sowohl, wie out ^N- Ter UnteroMec W der Berhandlunq sslM der Runde burti- reschl, stehen zu bleiben, ■ gegeben habe. Daraus n unglückseligen Trieb ig gegen Weiland laute: den Unteroffizier ober «hen Mittrlarrest. Ter rossizier Nhling wegen es Untergebenen, sowie eine Gejamtgesängnis- adation zum (^meinen, 'd auf 14 Tage strengen Khling wird dahin bc »Gerichtshofes, nachdem Mißhandlung bestraft g>- emals an einem Unterschon allem unwuröig >e anzugehören. Dazu 'chreitung und die de. Dieser M allein raß K. nicht das Bei einen BorgeMn bc. le, gegen den Lyruw MW. Gießener Anzeigers. hen Seeganges mußten LmienjchG Mb jen. Sic liefen am Nach« Pchk» fielen d-rM» ’S. Sie E .menfftft I°»d « "* ( Beim ^„„jtobtfol eint». 2000 *® l*tT M"?Ä * wurden Kl ilft tsSs Wt «ra» ' A»«izw°U-' birimal aul» -7 ch wewsstw- * rach 0014 f r Gesches. ic bat« das » Ctrl. Stdgbk n(Ut ^ch°^P-nlS"E' „8 dem 1 iieben Sel 5h# fS * Nickis- M- eon$ü i «"»>»- VÄS* * / bat611 ^*£*sf* •Ai^. *s$r- |ÖÖ »u 6 Nr. 96 trltictil tSgltch äuget Sonntag«. Dem Gießener Änzetger werden im ’ÖJertilel mit dein Kesfilche« tonbrolrt die •Itßtier Kamillen- 11411er oiermal in bet Wocde betgelegL Rotattonfbrud u. ’ßer« lau bei Brühl 'leben UniDt d.'tlud)* u.6iem> biudecei('Üiedd)unidilii69/r 61. SamStag 2S. jurtltstOOS 153. Jahrgang bestes Blatt. Z337 9 & AA SlehenerAMger« General-Anzeiger 67 —S- Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen MW Girßcnrr ^taöllljcnter. Orpheu» in der Unterwelt. Von JacqueS Offenbach. In Offenbachs Wirken laffen sich drei Perioden unterscheiden, die ungefähr mit den 60er, 60er und 7Oer Jahren deS vor. Jahrh. zusammenfallen. Die erste Periode umfaßt seine einaktigen Singspiele und zeigt unS sein Talent von der liebenswürdigsten und anspruchslosesten Seite. In der zweiten sehen wir Offenbach zu größeren Formen schreiten, seine musikalische Erfindung üppiger, seine Technik sicherer, seine Effekte raffinierter werden; eS ist die Periode, die mit .OrpheuS in der Unterwelt' rc. daS Stoffgebiet der auSge- l'affenen Travestie und Parodie betritt und bis an den AuSganq der 6Oer Jahre reicht. Don da an verläßt Offenbach daS Feld der Travestie und wendet sich wieder mehr der eigentlichen Komödie zu; er schreibt im Anfang dieser 8. Periode einige zwischen Poffe und Lustspiel sich bewegende allerliebste Stücke — darunter .Pariser Leben' — ermattet jedoch in seinen letzten Lebensjahren (er starb 1880) und bringt, bei noch immer erstaunlicher Fruchtbarkeit, nur noch einen schwächeren Aufguß seiner früheren Munken. Am Freitag wurde auf unser Repertoire .OrpheuS in bet Unterwelt' gebracht, ein Langschläfer, der ein sehr aufgeweckter Bursch wohl nicht mehr werden wird. Die Parodie, diese komplizierte Form deS HumorS, in der Nch das Antlitz der komischen Muse hinter eine doppelte Maske, eine wirkliche und eine fingierte, versteckt, ist ja zweifellos aut der Bühne der neueren Zeit nie prominenter in Szene gesetzt worden, als durch den unterweltlichen OrpheuS und die schöne Helena. Ob der Komponist es war, der sich dabei für sein pikantes Musiktalent die litterarischen Berhelfer Nichte, oder ob lustige litterarische Köpfe in seiner Musik das richtige Medium für die burleske Satir- laune witterten, wer weiß eS jedenfalls hat juerit Adolf Trömieux, der berühmte Lppositionsredner deS zweiten französischen Kaiserreiches und nebenher der erste Gatte der mach berühmteren Adelina Patti, und später das gewandte ^chriftstellerpaar Meckhac und Halsvy im Bunde mit der ^ermäßig leicht, aber graziös geschürzten Muse Offenbachs i„g Wunder zu stände gebracht, s. Z. länger als em Jahr- ^hnt das ganze lachlustige Frankreich zu beherrschen und diese Herrschaft von Paris über die zivilgierte Welt auSzu- vehnen. Als Offenbachs,OrpheuS' zum ersten male m Paris austauchte, sah man in der travestierten Götterwirtschaft deS OlyrnpS das Abbild deS napoleonischen hofeS mit dem läster- haften, aber daS Dekorum ängstlich hütenden Donnerer an der Spitze Die aufs tiefste dekollettierte .Schöne Helena' wurde wenige Jahre später mit noch gesteigertem Enthusiasmus begrüßt, in den sich allerdings schon der Wehschrei jener überlauteren Seelen mischte, die sich im Zuschauerraum in Abwesenheit unerwachsener oder weiblicher Personen oft schon als die neugierigsten erwiesen haben und die man heute Lex Heinze- Männer zu nennen pflegt. Aber ob Bewunderer oder Zeloten: daß diese unfrommste aller Helenen und daS musikalische Spitzengewebe, mit dem sie zur Not ihre reizende Blöße bedeckte, ohne geistreichen Chic sei, wagte niemand zu behaupten. Don dem Cancan der Offenbachiaden mögen vor 80 bis 40 Jahren in den Salons der .monde oü l’<»n «’ennuie* wohl ungefähr ähnlich schauerliche Dinge erzählt worden sein wie heute etwa von heyseS ernster Dichlimg .Maria von Magdala', ©eitern haben wir einen dieser CancanS im letzten Akt deS .Orpheus' wieder gesehen. Ach, wie harmlos sind doch diese mythologisch oben und unten kurzen und kuriosen fliegenden Röckchen und was ist an ihnen anderes als an irgend einer Balletsigur l Wir find heute in der weit überwiegenden Mehrzahl gegen gewisse Neizungen mehr abgekühlt, so übereifrig auch heute wie einst von Dunkelmännern die Glut geblasen wird, und mit oielrm Wichtigeren haben doch gar Diele von unS in der großen Schule der neuen Zeit nicht nur die ernsthaften Naturalisten in der Kunst unb die um die erhabensten Stoffe sich fünft- lerisch Mühenden unter allen Umstünden schätzen, sondern auch die alten Offenbach'schen Buffonenen mehr unter dem Gesichtspunkte bet Kunst, als mit der kurzsichtigen Brille beS SittenkommiffariuS anzusehen gelernt. DaS HauS amüsierte sich über die parobistischen Schelmereien beS.OrpheuS' recht gut unb öffnete ben feinen Zierlichkeiten wie bem bacchantischen Ooloppabcntrubel seiner in ihrem Genre unübertroffenen Musik nicht ohne Genuß daS Ohr. Dem Söttermumpitz dagegen können wir Heutigen natürlich nicht daS aktuelle Interesse der um ein halbes Jahrhundert jüngeren Stadt Paris entgegenbringen. Tie drastischen Anspielungen auf Napoleon III. und Eugenie liegen un5 heute weltenfern. Tazu kam, daß die ganze Auf- Führung nicht auf den prickelnden unb moussierenden französischen, sondern auf einen — sagen wir gemütlichen ost- elbischen Ton gestimmt war. Mit leitendem Beispiel ging der Jupiter deS Henn Regisseurs Druck voran, der den in die Enge Die NeichStagSwahlen in Hessen. Nur nach sieben Wochen trennen unS von ben Neu- wählen zum Reichstag unb ba ist e« benn selbstoerstänblich, baß sich auch bei unS zu Lanbe bie verschiebenen Parteien ^u rühren beginnen. Die Situation in bet Wählerschaft ist im Allgemeinen durchaus feine stimmungsvolle, denn die vielen aufregenden Reichstagsdebatten der letzten Monate, sowie manche anderen Ereignisse haben ihre Einwirkung auch auf die Wählerschaft ausgedehnt und fast überall Mißmut unb Unluft an ben politischen Dingen erzeugt. Dasselbe Bilb ber Zerfahrenheit oder Verfahrenheit, daS im Kampfe um den Zolltarif im Schoße der Parteien zu Tage trat zeigt sich auch heute noch in weiten DolkSkreisen unb besonders in Darmstadt. Dort hatte man vor Monaten mit Zuversicht gehofft, baß eS gelingen würbe, eine kanbibatur zustanbe zu bringen, bie von allen bürgerlichen Elementen acceptiert unb gegen ben Sozialbemokraten unterstützt werben würde. Die Anregung zu einem solchen Zusammengehen war von Vertrauensmännern sehr rechtsstehender Parteien aitÄgcgangen, bie sogar auS freien Stücken für einen zuerst von nationalliberaler Seite in AiiSsicht genommenen ftnnbibaten ihre Unterstützung bestimmt zugesagt hatten. Leiber war bie betreffenbe Persönlichkeit trotz aller günstigen Chancen für bie Kanbibatur nicht zu gewinnen, unb so sah man sich genötigt, eine anbere Wahl zu treffen, bte weber ben Beifall ber Bauernbünbler, noch ben der Antisemiten gefunden hat. ES ist charakteristisch für die Herren, baß sie, um mit einer Sonberkandidatur g'änzen zu können, sich einen hoben pensionierten Offizier au« Preußen verschrieben haben, der rüdem auch noch im ObertaunuS, also in zwei Kreisen, kandidiert. Dir glauben kaum, daß diese Kandidatur die Billigung vieler unserer ländlichen Wühler finden wird. Wenn die Herren in einer in den „Reuen hessischen Dolksblättern" mit großer Wichtigtuerei erlassenen Verteidigung dieser Wahl eine hämische Bemerkung der „Frkf. Ztg." aufgreifen und den jetzt von nativnalliberaler Seite in Aussicht genommenen Kandidaten, Rechtsanwalt Dr. Stein, «lks ein „unbeschriebenes Blatt" bezeichnen, so wird man doch an sie einmal die Gegenfrage richten müssen, wo denn wohl die beschriebenen Blätter ihres Kandidaten eigentlich stecken. DaS Frankfurter Blatt hat übrigens mit dieser Bezeichnung den von ihr so sehr verhätschelten bisherigen sozialdemokratisck)en Vertreter für Darmstadt gewiß keinen guten Dienst geleistet, denn dieser war und ist doch zweifellos das letzte aller „unbeschriebenen Blätter", die inan im Reichstag aufzutreiben vermag — er hat dort stets nur durch feine Abwesenheit geglänzt! Denn irgendwo in Deutsck>lanb eine günstige Gelegenheit geboten war, den bozialdemokraten daS Feld streitig zu machen, so war das im Darmstädter Wahlkreis ber Fall. Dort ist nur eine geringfügige und dabei günstiger als in den meisten anderen Tellen deS Reichs situierte Fabrik- bevälkerung vorhanden, daS GroS der Wühler stellen Bürgerschaft, Beamte unb die seßhafte ßanbwirtfrfjajt. Die Wahl deS Sozialdemokraten Cramer ist nur möglich geworden durch das traurige Parteigezänk bei der Stichwahl, der ja die Sozialdemokraten überhaupt zwei volle Dutzend ihrer fämtWn RcichStagssitze verdanken. Hätte die extrem agrarifd)e Richtung nicht ihre Sondergelüste in den Vordergrund gestellt, — die bürgerlich gesinnte Wählersck-ast hätte wohl eine glänzende Mehrheit auf einen gemeinsamen Kandidaten vereinigt. Unter den jetzigen Umständen werben wir bei ber ReichötagSwahl wieder das Schauspiel erleben, daß der Sozialdemokrat trotz feiner „Unbeschriebenheit" von neuem als Vertreter der hessischen Residenz in den Reichstag seinen Einzug hält. Die bie Dinge jetzt liegen. Wird bei den neuen Reichs- tagSwahlen in unserem Großherzogtum wohl kaum eine wefentlidjc Verschiebung zu erwarten sein. Den sichersten Wahlkreis im Lande bildet für die Rationalliberalen bekanntlich Worms, wo trotz aller Anstrengungen und Angriffe der Sozialdemokraten wie der ZentrumSmanner — bte Freisinnigen finb bort nur sehr dünn gesät, —eine glatte SBiebcr- wahl bes Frhrn. Heyl zu Herrnsheim keinesfalls vereitelt werben kann. Auch bie Wiederwahl deS Abg Haas-Darm stabt im Wahlkreis BenSheim-Erbach bars als zweifellos gelten, nachdem sich jüngst ber Bunb ber Canbwirte ebenfalls für bie Unterstützung bieser Kan- bibatur entschieben hat. Die sozialistische Kanbibatur beS Gemeinberats Rauh, bie ihm gegenübergestellt ist, Wirb wohl von bereu Parteileitung selber nicht sehr ernst genommen. Der britte nationalliberale Wahlkreis, Friedberg-Bübingen, erscheint für ben bisherigen Vertreter, Grafen Oriola, ebenfalls sicher, wenn ber Wahlkampf mit dem sozialistischen Kandidaten, B u s o l d-Friedberg, allein ausgefochten und nicht etwa eine noch in letzter Stunde etn- tretenbe Stimmenzersplitteruna herbeigeführt wirb, bie zu einer Stickstvahl führt. In O f f e n b a ch-D i e b u r g ist bie Wieberwahl bes Abg. Ul rill' „trotzbem unb alledem" nicht ernstlich in Frage zu ziehen, bie Aufstellung des nationalliberalen LandtagSabg. Schönberger als Kandidat für ben Dunb ber Canbwirte wirb kaum einen großen Stimmenerfolg zu verzeichnen Haden. Weniger sill)er erscheint bie Wahl in ben vier anberen Wahlkreisen des Lanbes. In M a i n z hat sich das Zentrum an Stelle bes früheren Ma. Dr. Säjmitt als Kanbidaten den Geh. Oberpostrat Dr. König aus Berlin geholt, xu dessen Gunsten auch eine große Agitation entfaltet wird; ber Wahlkreis ist indessen auch von den Sozialdemokraten, deren beide Vertreter ja in der hessischen Kammer sitzen, stark umschwärmt. Bei und in Gießen hat man bekanntlich Herrn Köhler wieder ausgestellt, ben Nachfolger des wüsten Herrn Picken- doch. Herr K. erhielt daS letzte Mal in der ganzen Stabt nur etwa 40 Stimmen. Ebenso fleißig in ber Agitation wie deS Herrn Köhler Freunde sind bie sozialistischen Anhänger deS Herrn Krumm, unseres redseligsten Stadtverordneten. Die Freisinnigen und die Nationalliberalen bemühen sich unausgesetzt, einen gemeinsamen Kandidaten zu finden, leider bisher immer noch nicht mit Erfolg. Justizrat Dr. Gut fleisch hat, wie wir hören, zum Bedauern einet (ehr stattlichen Anzahl von Wühlern ein Mandat mit Ent- chiebenheit abgelehnt; wir wollen trotz allebem hoffen, baß er angesichts deS ostentativen liberalen Ännbibatenmangell sich schließlich boch noch zur Annahme ber Kanbibatur bereit finden läßt ES werben sonst noch hier und da Namen genannt, aber eine Entscheidung ist bisher noch nicht getroffen worben unb steht erst für bie nächste Woche in AiiSsicht, in der sich definitiv entscheiden muß, ob eine liberale Sammelkandidatur zustande kommt ober nicht. In Bingen-Alzey mar bisher der freisinnige Abg. Schmidt-Elberfeld in den Reichstag entsandt; erwirb einen harten, aber boch wohl siegreichen Kampf mit bem Zentrums- kanbidaten Senfter unb dem Sozialdemokraten Peter Reichert zu bestehen haben. Am erfreulichsten gestalten sich endlich die Aussichten für die liberale Sache im Wahlkreis Alsfeld - Lauterbach. Hier ist zuletzt der Antisemit Bin bewald Vertreter im Reichstag gewesen, ber gestern im Reichstag zweimal Gelegenheit genommen hat, vor seinen Wählern, nicht vor bem Parlament sein trübe« Licht leuchten zu lassen; im Landtag ist eS für Alsfeld der freisinnige Rechts- anwalt unb Notar Reh, für Lauterdach-Schlitz ber nationalliberale Bürgermeister StÖpler. Jetzt haben sich nun bie Freisinnigen unb Nationalliberalen zusammengetan unb eine gemeinsame Kandidatur in ber Person beS KreiSratS Dr. Walia u ausgestellt. Wir bürfen hoffen, baß biete einzig rationelle Wahloerdinbung zwischen ben beiden liberalen Parteien von Erfolg sein unb zum Siege führen möge. Die Aussichten für bie ReichStagSwahl sinb also, wie bet oorftehenbe Ueberblirf zeigt, bei unS in Hessen im großen unb ganzen, wenn auch nicht im einzelnen, für bie liberale Sache nicht ungünstig. Die Hauptsache ist, baß sich bie bürgerliche Wählerschaft mehr auS ihrer früheren Lethargie aufrafft unb geschlossen burch ben neuen Cloeet room zur Wahlurne schreitet. per Jass LMtner im Reichstag. Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 24. April: Es war zu erwarten, daß der an den „Fall Brüsewitz" erinnernde und wie dieser die Gemüter tief bewegend« folgenschwere Zusammenstoß zwischen bem Marinefähnrich Hüssener und dem einjährig-freiwilligen Artilleristen Hartmann in Essen alsbald jum Gegenstand der parlamentarischen Erörterung gemacht werden würde. Das entspricht getriebenen Raus de« OlympS wie einen biederen alten Onkel Bräsig, ober ben burch ben ostpreußischen Rezitator Johanne- bekannt gewordenen braven Klempnermeister unb Handwerker- oereinSoorfitzenden Kadereit auS Jnsterb»irg, plauschte unb miemte. Gleichwohl wirkte seine olympische Ruhe brollig unb erregte Heiterkeit. Den unterirdischen Nebenbuhler deS großen Donnerers, ben Höllengott Pluto, gab Herr Nolte nicht ohne Humor, aber mit besserem Tenor. Herr Sommer war em antiker Bierfiedler unb gekrönter Ehemann von echtestem .Aldingsch'. In ben Armen eines solchen Jammergesponse- müßte selbst die tugenbßaftefte unb — häßlichste Frau ber Teufel holen, unb nun gar biese Eurybice, bie bie frisch- fröhlichen Züge unb ben üppigen Koloraturschmuck deS Frl. Stöger trug. Es gelang ber temperamentvollen Sängerin, unS auch ein wenig an bie Lüberlichkeit ber Offenbach'chen Musikantengattin glauben zu machen. Im Höllenreiche wirkte ber lethetrunkene Prinz von Arkabien beS Herrn Ganzert wie eine rote Siegellackstange possierlich genug; im Himmel winkte unS bie ganze (9ötter-haut*'-rol6e unb zwischen Himmel, Erde unb Hölle oermittelnb schritt Frl. Hartmann als .öffentliche Meinung' auf sicheren Versfüßen, aber ohne Ausübung ber ihr vorgeschriebenen Altpartie einher. Diese gefürchtete Göttin sagt jeboch selbst, baß sie mit Strenge bie Kritik übt, und von Kollegen hat man bie Pflicht unb baS BebürsniS, nur Gutes zu reben. P. W. R. B Darmstadt, 24. April. Felix Philippi- neue« Schauspiel „Tas große Licht", das seit zwei Jahren an vielen deutschen Bühnen und auch in Gießen zur Aufführung gelangte, hat heute abend im hiesigen Hoftheater endlich auch feine Premiere erlebt und eine sehr freundliche Aufnahme gefunden. Der Haupterfolg galt den Darstellern. Den Baumeister Ferleitner, die eigentliche Hauptrolle, spielte Herr Hacker mit Temperament und Routine, während der iunge Maler Rasmussen, der an Größenwahn und Eiferzucht zu Grunde geht, in Herrn Loehr einen sehr angemessenen Vertreter hatte. Eine hervorragende Darstellung fand die Nichte Rasmussens in Frl. Eichelsh eim, die Mutter Ras- muss.'ns wurde von Frau MöbiuS -Kuhn Würdig repräsentiert, ebenso der Oberbürgermeister durch Herrn Friedrich. In der humorgewürzten Partie des Organisten und Chordirigenten Gr>ldner bewährte sich Herr Wagner wieder vortrefflich. — Seine Koni gl. Hoheit ber Grobherzog und die gräfl. Erbach-Schör. .rrgschen ^'rrfchaseen wohnten der Aufführung bei dem Beruf einer Volksvertretung und ebenso dem DolkS- empfl'nden. F-Srmlich kommt die Initiative zu der Interpellation dem Vertreter Essens im Reichstage, dem Abg. Stößel (Btr.) zu. Wenn dessen Fraktionskollege, Abg. Gröber, die Interpellation als erster unterzeichnet hat, fo ist darauf zurückzuführen, daß Gröber Berusszurist ist und in Sachen der Militärgerichtsbarkeit als Autorität gilt. Daß die Tribünen starke Besetzung aufwiesen und besonders das Offizierkorps vertreten war, bedarf kaum der Hervov- Hebung. Die Beantwortung der Interpellation hatte der Chef des Marineamts, Admiral v. Tirpitz, übernommen. Städel unterzog sich seiner Aufgabe, die Interpellation zu oegründcn, in einer kurzen, jeoe unnötige Schärfe vermeidenden Rede. Der Erregung und Erbitterung der Bevölkerung über den unseligen Vorfall tat er gleichwohl Erwähnung. Kurz faßte sich auch Admiral v. Tirpitz in seiner Antwort. In der Sache selbst brachte er nichts Neues von Belang bei; er betonte aber, daß der Fähnrich bei dem olgenschwecen Gebrauch seiner Watte den bestehenden Be- timmunaen direkt zuwidergehandelt habe. Fest- sestcllt fei ferner, daß der erstochene Hartmann im Zustande )or Trunkenheit sich befunden, und daß der Fähnrich von ihm einen Stoß erhalten habe. Der Staatssekretär lehnte es durchaus ab, die brutale Tat irgenowie zu beschönigen; er ersuchte aber, diesen auch von der Marine tief brklagten Fall doch nicht zu verallgemeinern. Zm übrigen möge man die weiteren Ermittelungen und die gerichtliche Verhandlung abwarten. Abg. Lenzmann (freif. VolkSp.) nahm indessen keinen Anstand, das Verfahren Hüsseners schon jetzt aufs schärfste zu kennzeichnen. Er stellte ihn noch unter Brüsewitz, meinte, daß die Tat von Dummheit, Rohheit und protziger Ueberhebung zeuge und gab der Erwartung Ausdruck, daß Hüssener aus dem Ofsizlerkorps, dem er Unehre gemacht habe, entfernt werde. Es empfehle sich bei der „symptomatischen" Bedeutung des Essener Falles, den Soldaten das Waffentragen außerhalb des Dienstes oder weiiigstens für die Zeit d.es Urlaubs zu verbieten. Der SraaLs- sekretär hatte die letztere, auch in der Interpellation erwähnte Forderung nur gestreift, jedoch unter lärmenden Zwischenrufen der Liiiken, auf die Konsequenz hingewiesen, den Soldaten überhaupt das Wafsentragen zu verbieten. Nach den Worten des Staatssekretärs ist die Verwaltung der Marine, und natürlich aucb der Armee, nicht geneigt, eine Aenderung der Bestimmungen über das Wafsentragen herteizusühren. Dagegen sollen die bestehenden Bestimmungen den Angehörigen der Flotte und des Heeres erneut, wiederholt und auf das eindringlichste eingeschärft werden. Abg. Bebel (Soz.) verspricht sich davon geringe Wirkung; er wünscht radikales Verbot des Wassenlragens außer Dienst, auch für die Offiziere. Zm übrigen erhob er Anklagen gegen das „System", gegen den „militärischen Größenwahn", der solche Zustände gezeitigt habe. Abg. Dr. Paasche (nl.j bestritt, daß ein „System" vorliege; man dürfe die psychologischen Momente nicht außer Acht lassen, und überdies seien die im dritten Jahre dienenden Ma- rinesähnriche keine „unreifen Jungen". Der Essener Vorgang sei gewiß aufs äußerste zu beklagen, aber es handle sich Gott sei Dotrk um einen Ausnahinefatl. Stürmischer Widerspruch IlnkS, gegen den Dr. Paasche mit großer Lebhaftigkeit immer von neuem ankämpfte. Wie Abg. Bebel zu pessimistisch so beurteilte der naiionalliberale Redner die Angelegenheit, von seiner Sympathie für die Marine hingerissen, wohl doch etwas zu optimistisch Die Mitte hiett Abg. Gröber inne, der den Fall in längerer, wirkungsvoller Rede nach der militäcgerichtlichen und psychologischen Seite hin zergliederte, und dem Abg. Dr. Bachem (Ztr.) später beipslichtete. Daß Abg. Gröber mit seiner Charakterisierung Hüsseners das Richtige traf, gab Admiral v. Tirpitz selbst zu. Er verlas nämlich ein Telegramm der Marinebchörde, wonach die Entlassung Hüsseners schon früher in Erwägung gezogen worden sei, weil Hüssener leicht erregbar ist und dec Selbstzucht entbehrt. — Vielleicht wäre es am besten gewesen, wenn, wie Abg. Gröber an- deutete, Hüssener beizeiten aus dem Seekadettenkorps entlassen worden wäre, da ihm die moralische Qualifikation zum Offizier offenbar fehlte. Dem Bedauern der Zwnservatwen über die Untat gab Abg. v. Normann Ausdruck. Daß die Konservativen die parlamentarische Erörterung des gerichtlich nocl) nicht zum Austrag gebrachten Falles ungerne sehen, ist bei ihrer grundsätzlichen Auffassung erklärlich. Emen anderen als moralischen Erfolg kann die Zentrums-Interpellation natürlich nicht haüeiu Daß ihr dieser m möglichst ausgedehntem Maße bt.schieden sei, ist aber sicherlich der Wunsch aller, die eine Spannung zwischen dem Bürgertum und der bewaffneten Macht vermieden sehen wollen. yolitildje Äagesschau. Englands „Revanche". Triumph und aberma.s Triumph schreien die Londoner Mütter, daß es geglückt ist, die englische Regierung von der Bagdadbahn abzuschrecken. Mit den Glückwünschen mischen sich die bekannten Freundlichkeiten gegen Deutschland. Da ist von „hinterhältigen, gefährlichen Vorschlägen der deutsckjön Gründer" die Rede, da lobt man die Weisheit der Regierung, daß sie den Plan rechtzeitig durchschaut habe, und verkündet als „Entschluß der britischen Nation", nach der venezolanischen Episode nicht wieder mit Deutschland zu liebäugeln. Der lang gehäufte Groll entladet sich in elementarer Weise. Hier war eine herrliche Gelegenheit, die Buren-Sympathien heimzuzahlen. Der überheftige Ton beweist, daß sachliche Gründe so gut wie gar nicht mitgesprochen haben. Tenn ein Niann, wie Balfour, der eine ganze Reche von Vorteilen in der Beteiligung an der Bagdadbahn erblickte, ist doch sicherlich urteilsfähig. Daß der Ministerpräsident innerhalb kurzer Zeit zu einer ganz anderen Auffassung gekommen ist, das stellt der Stärke der englischen Regierung, die nicht gegen den Strom zu schwimmen vermocht hat, kein günstiges Zeugnis aus. Mindestens hätte Balfour den Umfall geschickter motivieren sollen; die Bedenken, die er im Unterhaus, als Resultat „sorgfältiger Ueberlegung", gegen die Mitwirkung der englischen Regierung vorbrachte, sind dürftigster Art. Die englische Regierung gibt sich den Anschein, als sei sie überrascht von dem Abtommen über die Bagdadbahn;- sie spielt den Gekränkten, daß sie von den Verhandlungen mir Der rnrrqcpcn Regierung moji wnunr- digt, nicht zu Rate gezogen worden ist. Die Unterlassung wird jedenfalls guten Grund gehabt haben! Wer weiß, in welchem verfahrenen Stadium die überaus schwierigen, mit ebensoviel Umsicht wie Eifer geführten Konzessions-Unterhandlungen sich jetzt befänden, wenn die englische Regierung um Unterstützung bemüht worden wäre. Balfour hätte die Ablehnung der amtlichen Beteiligung an dem Unternehmen auf den einfachen und ehrlichen Satz zurücksühren können: „Tie ganze Richtung paßt uns nicht". Es sagt der englischen Regierung nicht zu, daß die deutsche Kontrolle über die Dahn gleichberechtigt der englischen und französischen ist; in unverblümter Weise gibt Balfour zu verstehen — genau nach dem Rezept der „Times" —, daß die deutsche« Teilnehmer die Oberhand gewinnen könnten: Das Abkommen biete England keine genügende Sicherheit für die Durchführung der Grundsätze des gleichen Anteils an ber Kontrolle, dem Bau und der Leitung. Also ein Miß- trauensvotum in acker Form. Nun, gebaut wird sie doch, die Bagdadbahn. AVer man wird sich noch allerlei Schwierigkeiten von der englischen Regierung zu versehen haben. TaS übrige besorgt die englische Presse. „Daily News" sind bereits dabei, Rußland gegen die Bagdadbahn zu alarmieren und es so darzustelien, als ob die englische Regierung Berwicklungen mit Rußland zu vermeiden wünsche. Dem Zarenreich werde durch diese Bahn der Weg nach dem Persischen Golf versperrt. Rußland wird umworben durch den Hinweis einer Verständigung in Asien. Riögen stch England und Rußland nur verständigen! Bei dem Versuch wird die engtische Diplomatie bald erfahren, daß Rußland als Verständigung nur anerkennt, was ihm den Hauptvorteil sichert. Als em Muster solcher Verständigung erscheint gerade gegenwärtig der von Rußland China angebotene, mit Bedingungen reich gespickte Vertrag über die Räumung der Mandschurei, den die chinesisch Regierung sehr begreiflicher Weise ablehnt. Es wird nicht überrasck)en, wenn m Rußland, auf die englische Anrufung, sich wiederum Stimmen erheben gegen die Bagdadbahn. Nur muß der Protest dann auch gleich an die Adresse des verbündeten Frankreich gerichtet werden, das bisher keinen Anstoß an der Möglichkeit von Verwicklungen mit Rußland genommen hat und die wirtschaftliche Bedeutung der Bagdadbahn anders und vorurteilsloser zu würdigen weiß, ats die „größte Handelsnation der Welt". Verlobte verlangen von der Tarmftävter Möbel-Fabril, Darmstadt. Offerte nebst Katalog und Preisliste. Bedemelidües unö grovkes Einrichtungshaus Mittel- und Süddeutjchlands iur alle Stände. 160 Zimmer - Einrichtungen wohmnigsferng, einschließlich Küche. Lchcnowürblgkcit 1. Raugco. Lpeziaiitat: Brautausstattungen in jedem Genre und Preis. 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