Nr. 71 Eriche,», tSgktch aufen Sonnlage. Dem Gietzener Anzeiger »erden im Wechlkl mit dem kesßfche» tandwtN btt •lettener Samilitn- Milet viermal in bei fBodx beigclcgt Roiaiioueörud u. Oer- log bei t) « Ü h l lcden ttnipfti.-thid>- u Sifin- frrudfrri (ihetld)lirb#n) UeOaftion *iu«0uioe unb Trudrtfl. Cd) al (Ira ft« 7. tlöirflt tüt Tevettdeni Anzeiger Gieße». ^rrniprr<6anid)lu6'ftt 51 Zweites Blatt. 153. Jahrgang Mittwoch 25. Marz 1S03 MetzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen e«pui(«iit eionathapbtM. oieti* tdbrhd) Ml. LSO. durch fllbbole- u. Rro«igfieQra monatlich tiO O, . durch die Pott Mi L— pienck |äbrl aueldll Bettels Annahme oaa Anzeige« |üi bi« iagrenummel bti pormiliagl 10 Uhr. ßrlmpiei» UTal II’M, •ueipdrti tu t'ig v«,«««»»,,licht tOi brn poln •. eQgem teil 0 Willi« tüi ,€iaöt und Kanb* uni c^nid)ifllaale Teil Plato, Kit den Hip «fiUfnlfll Don« V • d $He heutige Kummer umfaßt 12 Seiten. (Jvhs. Rädt in Berlin) zu tun. abfüiben will, bet hat es neben chren vor allem mit A. D a m a f d) - andere als Utopisten. Wie lonuiit der Mietpreis zu stände? 6t kommt au stanbe — wie bet jeder andern Ware — burd) bie Vage deS Marktes, durch Angebot und Nach;rage in Wohnungen. Ist die Zahl der Wohnungen bauernd größer als bie Der Wohnungsuchcnden, so lveid)cn bie ^rci|c; andernfalls aber muß der Wohnnngskonfumenl sich eine steigende Bc. lastung gefallen ldffen, gewinnt die „älasernierungsrenle" die Tendenz, die arbeitenden Klassen aus das l>£1115115» Minimum ju drücken; wie die Berichte der G.ioerdeinspel- toren übereinstimmend erweisen, das; die Lohnerhöhungen der letzten Ausschivungsperiode fast allenthalben burdj die gesteigerten Mieten absorbiert worden sind. 9iuu besteht aber zwischen der Ware „Wochiung" und jeder andern Ware der Unterschied, daß die Produktion der letzteren beliebig vermehrbar ist, die der ersteren aber — und mag man aus Q>runD fragwürdiger Bauordnungen bie Menschen nod) so sehr übereinanDerjchachieln — nur unter Inangriffnahme neuer Bobenslaci-en. (gelingt es also, ben für den Wohnungsbau in flteiradjt kommenden Boden dem Verkehr zu eiuziel-en, ihn „vom Martt zurück- zuhalten" und dauert dabei die Nachfrage nach Wohn- ungen an, so steigen die Mieten; beiläufig der heute tDpijdjc Zustand. Parallel mit diesem Steigen der Mie» ten nächst natürlich Der Wert des künstlich zurückgehal- tenen Bodens, weil sich auf diesem nun je länger, je mehr, „teurere Wohnungen" errichten lassen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß die Wohnungen gar nicht teurer geworden waren, wenn die Bautätigkeit dem Wachstum der Bevölkerung sich hätte anpas,en lonnen. (Geling, cs nun einen Modus zu finden, die,es Zurückhalten au sich „baureifen" Außenbvd^ns zu verhindern, seine tünst- lick-e Werlsteigerung in gewi.sen Schranken zu halten, so ist damit die eigcntlidje Quelle der Wohnungsnot verkopft ; dann roiro genuig dem Steigen der Menschenzahl dem Hersteller neuer Wohnungen stets ein genugenoer Qkiuinn stch bieten, um ein Stocken der Bautätigkeit aus- zuschtteßeii, denn jede bauernbe Erhöhung der Nachfrage nach Wohnungen macht auch ein Höheres Angebot an solchen rentabel — wenn eben nicht das an den Markt- Ho in men des dazu erforberlidjen Terrains künstlich Der- hindert wird. Dagegen ist kein Einwand möglich Ter normale Kreslaus wäre also: Steigen der Beoölkerungs zahl, steigende Mieten, erhöhtes Wo.stiungsangebot, -hinten der Mieten — wenn eben lern Monopolinhaber, den Preis diktierend, dazwischentritt. Tie Wohnungsfrage ist al|v wesentlich eine Bodenfrage, die Bodenspekulation eine Dor- auSsetzung des Wohnungselends. Dementsprechend bezweckt nun bas Programm der Bodenreform in erster Linie dieses Monopol des Boden- bejitzers zu brechen, um dadurch das Gleichgewicht au| dem Wohnungsrnarkt wiederherzustelckn. Dieses wäre na- türlid) bann am besten gewahrt, wenn die.kommunen selbst im Besitz der erforderlichen Boden- fläd)en wären und diese den Bedürfnis,en gemäß suo cessive an Baulustige (Baugenossenschaften) zu einem festen Zinssatz in Erbbaurecht abgäben, ein Bersahren, _ wie cs in Frankfurt a. M und Mannheim im großen Maßstabe geübt wird, ebenso vom Reich, z. B. am Kaiser Wil- Helms-Kaiial und ganz neuerdings aud) vom preußischen Staat auf der Domäne Dahlem bei Benin; aud) für Posen ist bezüglich des durch die bevorstehende Entfestigung fni werdenden Bodens eine derartige Losung der Wohnungs- frage geplant. Die Form des Erbbaurechts soil Der hindern, daß das von der Staat zu Bebauung abgegebene ßklanbe biciem seinem Zwecke vorenthalten, alS Cbjcft der Prwatspekulation mißbraucht wird; ferner soll der durch die 'Arbeit der (Skfamtl)eü gesteigerte Wert des nackten Bodens nid>t dem zufälligen Inhaber, sondern durch den nach achtzig und mehr Jahren erfolgenden RücksaN an die Gemeinde der organisierten Gesamtheit zugute kommen. Daß, wenn Boden zu festem Preis sich jederzeit dem Baulustigen darbietet, eine Wiederherstellung des Gleich- aeibichts von Angebot und Nachfrage auf dem Woh-.ungs- markt und damit ein Weick-cn oder doch ein Stillstand der Mietpreise die Folge ist, das suchten unsere bisherigen theoretischen Ausführungen über das Wesen des Zustanoe- lommcn-* der Wohnungsnot »u erweisen, unb diese werNodenbesthr form und stadt lchc' ^Soßnungsfragt. Will man neben Henry George einen deutschen „Apostel" der Bodenreform nennen, so ist eS der alte Hermann Hemrick) Gossen, der lange vor dem Amerikaner, dessen Ruhm ihn heute so weit überstrahlt, seine wick)- tigiien Oebanlen bereits ausgesprochen hat; fein Wen „Entioicklung der Gesetze des menschlichen Verkehrs" erschien tm Jabre 1852. — Wer aber mit der modernen Beweguna sich 1 ' akademischen Verfechtern, k c S „B 0 d e n r e s o r m" Sehen wir ganz davon ab, daß in den sozialpolitisch fbrlgefd)riiten[lcn Ländern, wie z. B. in Neuseeland, für eine größere VolkSgemeinsd)aft diese Ziele verwictl.cht sind; der Fiskus des deutschen Reick)S, das keinen Jußbreit Bodens mehr aus der Hand giebt und in Tsingtau sofort nach der Besitznahme die Bodenreform eingeführt hat, der preußisck-c »iaat, der soeben mit dem Berliner Leam- ten-WohnungSverein seinen ersten Erbbauvenrag abschließt, die Stadtverwaltungen von F r a n k s n r t a. M. und Mannheim, die bereits über die Hälfte ihres WeiclchildeS in städtischen Besch gebradjt, die üuer 8U Kommunen, die die Steuer nach dem gemeinen Wert schon eingeführt haben, die Hess.sehen Gemeinden, die Den Boden auizukaufcn beabsichtigen zum Haus.rbau — sie sind alles den bisher von aller praklisd-cn Erfahrung bestätigt. Wie steht es aber mit dem angeblich durch das Erbbaurecbt gesoffenen erhöhten Risiko? Es liegt auf der Hand, daß der Inhaber dieses Rechtes genau in derselben Lage ist, wie der heutige Haus- und Bodenbesitzer, denn aud) dieser hat mit seinen Hypothckenzinsen als einer festen, den zukünftigen Mieten als einer mehr oder weniger unbetdiuucii Größe zu rechnen; nach dieser Richtung ist also keine DiTschicd)terung des bestehenden Zustandes zu erwarten. Vollends ist aber für den Bodenbesitzer, die Gemeinde, von einer Aussicht aus Verlust durch künftiges Sinken des Bodenwens nickst die Rede, denn dieser hat [ür jedes wachsende Volk die historische Tendenz, zu steigen, ^e mehr Menschen auf gleich bleibender Fläche leben und arbeiten wollen, je produktiver die Arbeit wird, die sich auf ihr verrichten läßt, je Häher steigt ihr natürlicher Wert; und sollte gegen alle Voraussicht ie eine gegenteilige Tendenz sich geltend machen, auf wem wurde dieser Verlust bann schwerer lasten, auf privaten Besitzern oder auf der organisierten Gesamtheit? — Gegen mißbräuchliche Verwendung der „der Bewilligung durch die Volksvertretung nid)t unterliegenden Einnahmen bildet den besten schütz das aud) in unfern Selbstverwallungs- turpem hensu/ende — allerdings noch ühr ausbaufähige unb aiisoaulu durstige — konstitutionelle Prinzip; unb baß es mindestens möglich ist, die in Frage kommenden, bedeutenden Summen in Händen der Gemeinschaft pro- buliiuer und sozialer zu oenvenben, als in Händen Privater, wird niemand bestreiten. Vergessen darf man aum nicht, daß die größte Stadl der Welt, London, sich unter der Herrschaft einer dem Erbbaurecht ganz analogen Bvdeiirca)isordniing er.liDidvln konnte, während die auch hier sich breit machende Wohnungsnot gerade auf eine Durchbrechung des Prinzips, der sogenannten Zwischenrentner, zuruckzuführen ist. — So viel vom Erbbaurecht. Menn NUN aber, wie cs nach der sinnlosen Land- vcrschleuberungspraLis dcS vorigen JahryundertS beute leider vielfach der Fall ist, die Stabte nickst mehr selbst im Besitz der nötigen Flädstn sind, um nach Frankfurter unb Mannheimer Muster bie Wohnungsnot zu bekämpfen, so müssen andere Mittel Verwendung finden, unb zwar bietet sich nach allen Erfahrungen bisher ber Weg ber Besteuerung als ber gangbarste bar. Es handelt sich zunächst um bie teilweise Wegsleuerung bis,en, was ber Engländer incarneb iiicremcut nennt, b. h. bes vom Besitzer nicht selbst geschaffenen, sondern von der Gesamtheit der Steuerzahler erzeugten Wertzuwachses des Bo- dens. Wenn burch die Arbeit von Tausenden, durch die Verkehrs- unb Kulturanlagen der staatlickstn und kommunalen Gemeinschaft dem privaten Bodenbesitzer über Nacht Gewinne in den Sclwß geworfen iverden — wie stark auf solche Weise in den letzten Jahrzehnten die Bodenwerte gestiegen find, das bedarf wohl nicht erst eingehender Darlegung —, fo ist es nicht mehr als billig, daß ein Teil dieses auf fremde Arbeit zurückzusührenben Gewinnes ber Gesamtheit wieder zugeinhrt wird. Die lo- ßijd/e Konieqnenz bufer Auffas,ung ist, daß in ben verein- zelten 0 Pfennig kaufen kann. — Rechtsanwalt Dr. Thiele: Halten Sie es für mö^ich, daß die Angeklagte alle diese Gegenstände wie in einer Tüte unter ihren Kleidern verborgen hielt und sie dann einzeln durch den Kleiderschlitz heroorholte. — Zeugin: Nein, das halte ich nicht für möglich. — Rechtsanwalt Tr. Schwindt: Waren die Blumen noch frisch? — Zeugin: Jawohl, eine Tulpe habe ich sogar eingepslanzt. Die folgende Zeugin, die 69jährige Frau Dellmer, hat eine Sitzung im Klubhause zu Schö n e b d r g veranstaltet Es seien gegen 30 Personen anwesend gewesen, welche je 3 Mark bezahlt haben. Die Zeugin hat an Ientsch 60 Mark Reisevorschuß geschickt und ihm nach der Sitzung noch 40 Mark gezahlt. Ties sei aus eigenem Antriebe geschehen, gefordert habe Ientsch nichts. — Zeugin Frau Marten Hal mehreren Sitzungen beigewohnt Frau Rothe habe die Blumen einfach aus der Luft geholt. Die Zeugin kann nicht glauben, daß die Blumen in den Kleidern verborgen waren, denn sie habe nie einen verdächtigen Griff gesehen. In den Aernieln könne die Angeklagte Die Blumen auch nicht verborgen gehalten haben, denn sie habe ganz eng anschließende Aermel getragen. Tie Blumen seien auch nicht gedrückt gewesen, sondern hätten so ausgesehen, als seien sie soeben ge- gepslückt worden. Wenn die Geister durch die Angeklagte ceDcten, so sei stets ein tiefer Sinn Darin gewesen, und Diese ReDen hätten einen weit höheren Bildungsgrad verraten als Der Angeklagten eigen sei. — Präs.: Wenn Die Angeklagte nun alle D.efc Rcoen auswendig gelernt hat? — Zeugin: Ja, Das fann ich freilich nicht wissen. Zeuge Kaufmann Tomitzsch giebt an, Daß er überzeugter Spiritist sei. Er habe sich im Auftrage einer Spiritistengesellschaft mit Ientsch in Verbindung gesetzt, um ihn zu veranlassen, mit Dem MeDium nach Berlin zu kommen, um hier einige Vorstellungen zu geben. Ientsch habe zugesagt und nur Reisespesen und freien Unterhalt gefordert. Tie erste Sitzung habe in des Zeugen Wohnung stattgefunden. Um Das Mcoium möglichst genau beobachten zu können, habe er in Dem Sitzungsjaale Oberlicht anbringen lassen. Unter Der Lainpc Hobe Das Medium gesessen, und alle Anwesenden hätten den Eindruck gehabt, daß sie Die Blumen direkt aus der Luft herausholte. Bei einer späteren Sitzung sei die Rothe kurz vor der Sitzung auf das genaueste untersucht worden. Seine Ehefrau habe Das Paar von Der Bahn abgeholt, sie seien zusammen direkt nach der Wohnung gefahren, sodaß jede Gelegenheit ausgeschlossen war, noch vorher Blumen zu besorgen. Frau Kaßler, die folgende Zeugin, hält es kaum für möglich, daß Ientsch in unbewachten Augenblicken vor der Sitzung im Saale Vorbereitungen getroffen habe. Es fei dies auch um Deswillen unglaubhaft, weil Das Paar kein Gepäck milgcbracht hatte. Unter Den Nippsachen, welche von der Rcolhe als angebliches Geschenk von Den Geistern verteilt wurden, spielte besonders eine kleine Porzellanfigur, Christus vorstellend, eine Atolle. Aus Befragen des Rechtsanwalts Dr. Thiele bestätigt Die Zeugin, Daß auch das Sitzungszimmer vor Der Sitzung unter,ucht worDen sei. Sie Halle es für unmöglich, daß Ientsch die Christus- figur vorher irgendwohin gestellt haben könnte. — Verteidiger: Welchen Eindruck hatce die Zeugin von den Trancereden? — Zeugin: Ich habe Die Ueberzeugung, daß die Angeklagte diese Reden nicht aus sich selbst heroorbringen konnte. Diese haben keineswegs einen eingelernten Eindruck gemacht. Oft habe Die Angeklagte auch in sehr schönen, harmonisch Hingenoen Versen gesprochen. Rentier Keßler ist Der festen Ueberzeugung, Daß es sich um echte Trance gehandelt habe und Betrug ausgeschlossen sei. Sehr charakteristisch fei es z. B. gewesen, oaß Die Angeklagte in einer Sitzung einen Herrn Möckel dadurch in großes Staunen versetzte, daß D?r diesem bekannt gewesene Prof. Cyriax, Der wissenschaftliche Vertreter des Spiritismus, als Geist durch ihren Mund zu ihm sprach. Gap- in Der Art Des alten Cyriax weckte Der Geist alte Erinnerungen. Professor Cyriax hatte Die Angewohnheit, sich beim Erzählen häufig an den Bart zu fassen und auch Diese Eigenart brachte Die Angeklagte zum Ausdruck, indem sie sich beim Reden mehrfach ans Kinn faßte. Seines Wissens habe Die Roche Den Prof. Cyriax vorher nie aesehen und auch nichts davon gewußt, daß Möckel mit ihm bekannt war. Letzterer sei ganz baff gewesen. — Tie Angeklagte versichert, daß sie Den Professor Cyriax nie gesehen habe. Bäckermeister Wilhelm Große hat an einer Sitzung teilgenommen, für Die er für sich und feine Frau lu Mk. bezahlt hat. Er hat auch bei sich selbst eine Sitzung abgehalten, zu Der er Die Rothe und Den Ientsch aus Chemnitz hat tommen lassen. Die Roche hat hierfür 140 Mk. erhalten. In Der ersten Sitzung haben Der Reformator Zwingli unD das kleine „FrieDchen" gesprochen, in Der zweiten Sitzung habe ein alter Schweizer LanDsknecht eine ReDe über Recht und Unrecht in der Welt gehalten. Während des Abend- krotes verfiel Frau Rothe nochmals in Trance, und das „Heine FrieDchen" meldete den Geist eines „alten Stein- Hopsers" an. Dieser sprach fein Bedauern Darüber aus, Daß er nicht auch einmal an solchem Tisch sitzen könne." Das sei chm zum ersten Male verDächtig vorgekommen; er habe Jentfch in Den Laden genommen und ihm gesagt: Herr Ientsch, Sie sind doch nicht etwa Betrüger? Ientsch habe sich dabei verfärbt und nur gesagt: Sie werden doch so etwas nicht denken. Man habe ihn Dann aber später nicht mehr zu einer Sitzung zugelaufen, und auch das sei ihm verdächtig vorgckommen. Der Zeuge erklärt sich dadurch für geschädigt, Daß er Die Kosten für das AbenDbrot geleistet habe. „Man ißt doch bei solcher Gelegenheit besser als sonst!" Der Zeuge hat sich nach jenem Vorfall vom Spiritismus abgewendet, während seine grau und seine fünfzehnjährige Tächter iwch Dem Spiritismus zu- geneigt find. „Ob fie sich selbist betrügen, weiß ich nicht!" Rechtsanwalt Tr. Schwindt: Die Angettagte behauptet, daß Ihr Kind auch ein Medium sei. — Zeuge: Das Kind ist ein „^schreib"^Medium. Es ist ja wunderbar: das Mädchen schreibt songt schlecht, aber wenn fie am „Tisch" fitzt, schreibt sie sehr schnell und gut. Die Apporlen halte ich jetzt für Schwindel! Ein anderer als Zeuge vernommener Handwerksmeister hat mit seiner Ehefrau Den Produktionen Der Angeklagten mit ganz gläubigem Gcrnüt beigewohnt. Schließlich ist ihm Die Sache aber doch verdächtig vorgekommen. Denn einmal hat er bemerkt, daß Frau Rothe sich die Blumen ans ihrem Kleid zu nehmen schien, ein anderes Mal hat ihm Frau Rothe als Slpport einen Myrten- -weig überreicht, und er hat nachher festgestellt, daß der Zweigvvneinem Myrtentopfabgebrochen war. Der auf Dem Fensterbrett eines Nebenzimmers in seiner Wohnung stand. Auf Den Aberglauben wirst dieser Prozeß grelle Streiflichter Was schon jetzt an Aussagen überzeugter Wundergläubigcn vorgetommen ist, überbietet die bisher dagew.sencn Vctrugsprc-esse gegen Medien. Wie immer der Prozeß ausgeht, wir bezweifeln, daß er irgendwie Der Sacys Des Spiritismus Abbruch tun wird. Es mag noch so viel enthüllt und als handgreifliche Täuschung bewiesen werden — der Magnet des Wahnes ist stärker, cB alle polizeilichen und gerichtlichen Feststellungen es find ^lniocrlttüts Nachrichten. Geheimrat Tr. H. Ui euer, Professor der klassischen Philologie in Bonn, tritt, nachdem er schon vor längerer Zeit von der Pflicht der Abhaltung der Vorlesungen entbunden worden war, mit dem kommenden Semester eudgiltig in den Ruhestand. — Ter Professor der Theologie u. Ecke in Königsberg hat einen Ruf nach Bonn erhalten und angenommen. — Man schreibt aus Jena: Amtlich wird bekannt gegeben, daß der a. o. Professor an der medizinischen Fakultät der hiesigen Universität Tr. Felix S k u t s ch die nachgejuchte Entlastung aus seiner Stellung zum 1. April erhalten hat. — Wie weiter aus Jena gemeldet wird, wiirde der langjährige Tlrektor der dortigen Frauenklinik Geh. Rat Prosestor Tr. Schultze bei seinem Eintritt m den Ruhestand zutn Wirklichen Geheimrat mit dem Prädikat Exzellenz ernannt. Stuttgart, 24. März. Nach einer Verfügung des Kultusministers weiden weibliche Personen, welche die für das Studium der Medizin oder Phai-mazie geforderte Schulbildung besitzen, als Hörerinnen zu akademischen Vorlesungen un d Ueb ungen zu gelassen unter der Voraussetzung, daß die Lehrer sür den Besuch ihre dauernde Emivilligung geben. In besonderen Fallen ist die Genehmigung des MimstermmS erforderlich. Rom, 22. März. Heute empfing der Pap st die Vertretung d es Kartellverbandes der katholischen deutschen Studentenverbindungen in Privataudienz. Ter Präsident des Vorortes, Kraft von Norica-Wien, überreichte dein heiligen Vater eine Adresse und hielt eine lateinische Ansprache, welche der Papst in zehn Minuten langer lateinischer Rede beautivortete. Jeder Vertreter erhielt aus der pand des Papstes eine filbeme Medaille. Leo Xi 11. mar über die Huldigiing sehr erfreut und spendete allen Verbinduiigen und den Familienangehörlgen ihrer Mitglieder den apostolischen Segen. Von Berliner Verbindungen waren die Suevia, Borusso-Saxoma und Hanjea vertreten. Roch der Audienz beim heiligen Vater besuchte die Abordnung den Kardinalstaaissekretär Rampolla. fianiifl und Verkehr. tJiUluwiitfdjaft. Berliner Börse vom 24. März 1908. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Glegeii.) Tas Heraunahen der Ultmio-Liquidation mochte sich bereits heute recht fühlbar, indem größere (ticivmutealqationen aut fast sämtlichen Markten vorge- iiommcn wurden. In Anbetracht dessen lann, obgleich die Kurse gegen gestern niedriger notierten, die Tendenz doch als recht lest bezeichnet werden. Tas Geschält in Ultimo-Effekten bewegte sich in den bescheidensten Grenzen. Kanada logen matt im Anschluß an die Rewhorker und Londoner Notierungen; italienische Bahnen und Henry leicht nachgebcnd, doch immerhin gut behauptet. Für Turkeulose zeigte sich lebhaftes Intereste, lvährend Serien-Turlen vernachlässigt wurden. Montamveite bei kleinen Umsätzen wenig verändert. Auf dem Kassamarkt Dielt die günstige Stimmung auch heute an. In ciiier Reihe wurden heute wieder oberichlestsche Eisenaklien und Cementwcrte beachtet, welche bei lebhaftem Verkehr mehrprozentige Kursavancen zu verzeichnen haben. Privat-Tislont 3 Prozent. u. Ceft. Kredit. . Teutsche Bank Tarmitadter Bank Bochumer Guß . Schlußkurse. 217,87 217,50 141,87 193.U0 180,70 Anfangs- 217,00 217,60 141,76 . 192,76 Harpener Bergbau . . 18u,90 Schluß-Tendenz: Ziemlich fest. Rcichsbank. Am 1. April werden tn Wongrowitz (®e- zirk Bromberq) und »n Kosten und G r ä tz lBezirk Posen) von der Reichsbantstelle Bromberg, bezio. Reichsbank-Hauptstelle Posen abhängige Reichsbonknebenstellen nut Kostenemrlchtuug und beschränktem Giroverkehr eröffnet ivorden. Die uamhaftcfteu verltner Eig^tetrensaortkanle« be- absichligen sich zu einem Verein zujammenzuschlieven. Zun» Programm dieses Verems gehören vor allem die Betampsung der Be- muhungcn des amerikamichen Tabaktrusts, die deutsche Eigarelten- industric zu (oiutolliereu und die Bekämpfung einer eventuellen Erhöhung der Tabaksteuer. Märkte. Pferdemartt. Der gestrige Tag stand schon unter dem Zeichen des henkigen Pferdemarktes. Beim Pferdehändler Alichel in der Alicestraße und ebenso beim Pferdehändler FrenSdori in der Frankiurterstrabe wurde von zahlreichen Kaufliebhabern Musterung unter den Pierdebeständen abgehalten, ivelche heute von bieieit zu zu Markt gebracht werden. Aber auch in anderen Hosraiten, wo aus Veranlassung der Marktkommistion schon gestern Gäule eingestellt waren, wurden diese den Tag über oorgesiihrt und gemustert. Gestern abend herrschte in allen Wirtschauen em überaus reges liebe». Es besteht eben ein Unterschied zwischen einem Rindvieh- »md einem Pferdemartt. Die Pferdehändler, deren Ware rweisel- los zu dem edleren Gelier gehört, losten eher etwas braut gehen, wenn sie zu Alarkte ziehen und dos gab uiiferem gestrigen lieben m den Restaurationen das eigenartige Kolorit. Bei dem günstigen Wetter hosten die Pferdehändler em gutes Geschäft zu machen. Darmstädter Möbelfabrik (160 Zimm.-Einricht.), PreiSl. grat. 291 Czibniz 'Waffeln Hunker Hats als Arn für bk Schulkinder macht Ik üräftia und aclunü. Dieses ist die einzige Quaker Oats Packung. Alles andere, somit ausgewogene Waare ist Nachahmung. GUTEN DAS BESTE. MD m «rb?it6n^ fln ben «erf» 37 Tievd .Swarts) b J schreiner V hoheniLostn« '1 juaiiteng ivaina«" y Prvener, « e Köchinnen, 5 laiiOiviM 1 Eärtn i 1 fQl z Mjer, 11 r Lau-' L Schreiner, 1 hrnschM okr tluiiehtl arbeitet, Ü" ieuichaiteiin, l Waid)' un 1 Schn! bett, tn yiadjöe vom 12. iJtti nachivenes < Reiuum», dc samten;rei( Tie W Anmeldung M U,2U , 0,00 , 1,00 Ter Ä erfolgte ikn vermittelt ob iuiö i|t bei l hinterlege«, i unrichtigen A buchten der - besuche sönlich. teleph uachiveis er! Zmimer 14, i vorzubrmgen Wieutn G Souucr fitfiijtin Cri9(] lufitljtnbtn Olli ausgesegt werd 0«t frrei klMich obere Tie neue Geteilt. 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Aller aus den Wartweg Acker über dein Schaierbrunnen Acker am Rain huner der Warte (neuer Friedhof). Arthur Koppel Industriebahn n-Fabriken DUsSELOORK 3—6 Uhr nachrniuag« vorzubringen. Gieven, am 20. März 1903. Der Cbcibürgermeifler: Mecum. Ilcrbingnng von 3d)rcincratbcit Die Anfertigung von Sargdeckeln in verschiedenen Gröben für die Leichenkammern auf dem neuen Friedhof soll öffentlich vergeben werden, wozu Termin auf Montag den 30. d. Ml*., vormittags 11 Uhr, anbciauml ist. Muster und Bedingungen liegen bei unS auf Zumner 9k. 3 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zmn genannten Termin bei uns einzureichen. — ZuschlagSfrisl xicibgefleriier Weg Acker hulier dem Slembrunnen aus den immpien Weg Acker daseldn Acker z>vi|ll)en dem Aulweg und dem üeihgesleruer Weg Wiese am pccgfl rauch bei der Schivalbachischeii Wiese Wiese hmer dem Wallbrunnen an der Wies eck Wiese daselbst Acker unter dem Wiesecker Weg Acker baielbft Acker au| Dein Sand Wiese daielbsl Acker m der Schwarzlach, links der ILhaufiee Acker daselbst Acker in 5er Schwarzlach Acker auf dem ennb N Arbeitsnachweis der Stadt (tzies;en Sartenftrafce 8 (99ürafnnrirtertiqebdube) flimmer Wr. 14. Der Arbeitsnachweis bat die Auwabe. zwilchen Arbeuaebern und ttebeirnebmem ttlrbrltere jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. fin den Werktagen von 8 bi« I Uhr und von 8 bi« 8 Uhr geöffnet. (2o können eingestellt »erden: 37 Dienstmädchen für sofort und später (hier und and- auöiuarte) bei hohem Lohn, 1 Sattler, 2 ed,reiner (hier), 2 Schreiner tanSwarts», einige Tapezierer iür baucvnbe Arbeit bei hohem Lohn nach aueiuäri«, 1 Vaufchlofier sanSwäns), 1 Alasclnnen» schlofjer (auaiuartej, 2 Schneider lhier», 1 Schneider (aueivane), 1 Krankenpfleger, 1 jüngerer Kellner, 1 längerer Rutscher für auswärtigen Arzt, 1 Gönner, 7 landnnrtsch. Unechte, 2 laiidwirlschastl. Arbeiier, 2 Pferdeknechte, 5 pansbnrschen, 1 Weibzengnäheriit, 2 Aochinnen, 1 paushaUerm, 8 Haufirauen bezw. Putzfrauen, 5 UmbiumidjaftL Mag de. Lehrlinge: 1 Gärtner, 1 Spengler, 3 cajuuebe (1 hier, 2 auSwärtS), 1 Wagner, 1 Rufer, 4 Schlosser, 1 Schreiner larisioart«), 1 eteU- mad)er und Wagenbauer (auswärts), 2 Buchbinder, 8 Backer (1 hier, 2 aueioaite), 2 Schuhmacher, 4 Schneider, 1 Friseur, fritz jlifiller, Cassel Maschinen-Fabrik 962 927 844 1850 912 175 82 2400 4094 4987 Fabriken in J2235 Bochum u. Camen i. 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