Nr* 302 Zweites Blatt. 153. Jahrgang Donnerstag 24. Dezember 1003 Erschetni täglich mit Ausnahme de- Sonntags. Dt „Gtetzener Kamiltendiätter" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der -hessische Landwirt" erscheint monatlich emmaL Gietzener Anzeiger verantwortlich Kk den eflflemftM» tffll U ÖtUto; tüt den Anzeigenteil' H» RotaNonSdrrick und Verlag der BrÜ-ltch« UnwersuätSdruckerei (Pietsch Ltd«)» »letzen. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. f l,|| || II ■ I । ■ . । । Zie ycutige Hiummer umfaßt IG Seiten. KcKaunllmrHuug. Die am 20. August lf. Js. angeordnete Sperre deS Schiffenbergerivegs, zwischen Licher und Bergstraße, wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 24. Dezember 1903. Großherzoglicye^ pottzeiamt Gießen. ________________I. B: Roth.___________ Damische Tagesschau. Aus der Marine. Man schreibt uns aus Berlin: Ein neuer Vorstoß gegen den Marinestaatssekretär b. Tirvitz wird in der „Bert. Morgenpost" von einer anscheinend den Mavine-Jngenieurkreisen nahestehenden Seite unternommen. Er ist insofern bemerkenswert, als aus ihm hervorgeht, daß in der Anerkennung der Verwaltung des gegenwärtigen Staatssekretärs die Angehörigen der verschiedenen Cpezialgattungen des Marinewesens nicht einmütig sind. Alan macht Herrn v. Tirpitz zum Vorwurf, daß er in allen Zweigen seiner Verwaltung das im Seeosfizierkorps sich darstellende militärische Element bevorzuge vor dem technischen und der Beamtenschaft. Besonders wird bemängelt, daß der wichtigste technische Posten in der Marine, der des Chefkonstrukteurs, einem der technischen Vorbildung ermangelnden höheren Seeoffizier übertragen wurde. Auf den ersten Blick erscheint Dieser Einwand nicht unberechtigt, und es müssen wohl besondere Gründe den Staatssekretär veranlaßt haben, von der Berufung eines Schiffbauingenieurs Abstand zu nehmen. Es ist wünschenswert, daß bei der Beratung des Marineetats in der Budgetkommission diese Angelegenheit zur Sprache gebracht wird. Unberechtigt ist dagegen der Vorwurf, daß die Leitung der Etatsabteilung des Reichs mar ine am ts in den Händen eines Kapitäns und nicht in denen eines im Etat-und Rechnungswesen erfahrenen Regierungsrats liege. Im Reichstag gibt es mit dem Budgetwesen wohl vertraute Männer, und diese fanden gegen die Amtsführung des Leiters der Etats- abteilung, Kapitäns z. S. Capelle, bisher nichts zu erinnern. Was im übrigen die Stellung des Herrn v. Tirpitz zum Marineingenieurkorps betrifft, so nruß darauf hingewiesen werden, daß unter seiner Verwaltung die Neuorganisation des Jngenieurkorps erfolgt ist, durch die die Befürderungs Verhältnisse grade dieser technischen Ossiziere verbessert werden. Dce völlige Trennung der Ingenieur- von der Maschinistenlaufbahn bewirkt unzweifelhaft auch die Hebung der Ingenieure in gesellschaftlicher Hinsicht, die so lebhaft und mit Recht gewünscht wurde, da an die Bildung des Marineingenieurs jetzt nicht geringere Anforderungen gestellt werden als an die des Seeoffiziers. Im allgemeinen also läßt sich wohl sagen, daß Staatssekretär v. Tirpitz das Jngenieurkorps nicht stiefmütterlich behandelt hat. tB ist deshalb Uebertreibung, wenn von einer „Kluft" zwischen Secossizier- und Jngenieurkorps gesprochen wird, wie das in dem Artikel der „Morgenpost geschieht. Im einzelnen mögen die Ingenieure begründete Wünsche haben aus Gleichstellung mit den Seeoffizieren — auch diese Wünsche werden mit der Zett berücksichtigt werden. Tie beteiligten Kreise dürfen nicht außer Acht lassen, daß das Jngenieurkorps eine jüngere Institution ist, als das Seeosfizierkorps, also in die „Uniform" des letzteren erst allmählich hineinwachsen kann. Derjenige Staatssekretär, der es darauf anlegen würde, den Ingenieuren eine inferiore Stellung im Marineverband zuzuweisen, würde keinen Berus zum Ver- waltungschej haben. Es fehlt gerade noch, daß auch in der Marine Unterschiede gemacht werden, wie sie in der Armee zwischen Garde und Linie, zwischen Kavallerie und Train gang und gäbe sind trotz aller Versicherungen der Heeresverwaltung, daß das gesamte Ossczierkorps eine Familie sei. Jeder Versuch, solche Tendenzen in der Marine zu verbreiten, verdient Zurückweisung. Deutsches Deich. Berlin, 23. Tez. Ter Kaiser hörte heute im Neuen Palais die Vorträge des Kriegsministers, den Chefs des Militärlabinetts und des Eisenbahnministers. — Ueber ein Scherzwort des Kaisers wird dem Berl. Tagebl." aus Hannover berichtet: Ter Minister v. Hamm er stein hatte im Oktober in einer Ansprache in Hannover einige Morte gegen die welfische Partei gerichtet. Er sagte il ie der „Staatsanzeiger" mitteilt, wird auch bei den smlten eine Neuregelung des Titelwesens erfolgen. Ktrche uno schule. Hamburg, 3. Tez. Eine kirchliche Angelegenheit, die hier im letzten Sommer sehr viel Staub ausgewirbelt hat, ist nunmehr nach verschiedenen Richtungen hin erledigt. In einer der beliebiesten der hiesigen Gemeinden, Der St. Johannis Gemeiitde, war ein Pastorat erledigt und Die Orthodoxen wollten dem Vorstand der hiesigen inneren Mission, Pastor Mahling, ein geborener Frankfurter, diese Stelle verschassert. Aber dem stand als Hindernis entgegen, daß, wie wir seinerzeit bereits mitteilten, nach dec Ansicht der meisten hamburgischen Geistlichen Pastor ülcahling nach der Kirchenversa.sung nicht wählbar war, denn diese erklärt als wählbar nur „hiesige Geistliche" und solche, welche auswärts bereits ein Pfarramt bekleidet haben. Mahling ist aber nach dieser Aussassung als „hiesiger Geistlicher" nicht anzusehen, weil er sich lediglich in einer Privat- ftelluuA nicht aber in einem verfassungsmäßigen Amt der dwmburgischen Kirche befindet, und auch auswärts hat er bisher ein solches Amt noch nicht bekleidet. Trotzdem wählte ihn der Kirck-envorstand. Als aber der Kirchenrat die Wahl zu bestätigen beab.ichtigte, mad) (D. Z.) Prüflinge emgefunden hatten. unb sprechen: Trum Jesu, schöne Weihnuchtssonne, Eestrahle mich mit deiner Gunst: Tem 2id)t sei meine Wett^mchtssonne, Und lehre mich die Wechiiachtskunst, Wie ich im Lichte wandeln soll, Und sei des Weih^iachtsglanzes voll. R. B. Darmstadt, 23. Dez». Im Ernst-Ludwigha.us aus der K ü n st l e r ko lv n ie ist neben der^Uusstettung der drei Musterzrmmer-Einrichtungen des Pros. Olbrich von morgen ab ein neues hochinteressantes Wert biäjclben Künsilers der allgemeinen Besichtigung überlassen, ein großer, kostbarer Wandteppich aus Seidenstickerei, der den Musiksalon im Grosch Neuen Palais zieren soll. Ter Großherzog Halle dem Künstler die Ausgabe gestellt, eine stille Symphonie durch das Ornament zu bilden und zwar unter Zugrundelegung der ersten acht Zeilen des „Prologs im Himmel" aus Goethes „Faust": Tie Sonne tönt nach alter Weise, In Brudersphären Wettgesang rc. Tiese Idee hat Pros. Olbrich in ganz genialer Weise veranschuw- licht. Es tont hier in der Tat alles wie eine gewattige Symphonie, der Ton wird durch die Farben ausgedrüctt, deren Zartheit und Zusammenwirkung bewundernswert sind, der Rhythmus durch die Zeichnung und den Reichtum der Ornamentik, die bis in die kleinsten Details sinnvoll durchgesührt ist. AlS Hauptmotiv hat der Künstler die vier Elemente: Feuer, Wasser, Erde, Lust verwendet, in der Mitte erblickt man drer ideale Frauengestalten, deren Augen sich offnen, Sopran, Mezzosopran nno Alt, und oberhalb derjelben symbolisieren sich die Tageszeiten. Zu beiden Seiten sind in summender, klingender Gloclen-Ornamenlik die Lieblings- orle und -Gedankenkreise des Großherzogs in zarten Farben angedeutet und das Ganze ist so innig durchdacht, baß inan würfe misck)en, die wir uns selbst machen müssen, daS nie der beugen de und beschämende Gefühl, daß wir aus Sclmiäc!)e des Willens oder aus mangelndem Pflichtbewußtsein untreu gegen unseren Gott und gegen uns selbst, und unserer Lebensaufgabe innerlich und vielleicht auch äußerlich nicht gerecht aeworden sind, dann Ijat bte Meihnachkssreude einen schweren Stand. Und doch ift sie gerade dafür voc allem da, bringt sie gerade die rechte Salbe für solche Wunden. D. h. die rechte und echte chrisllicl-e WcttinachtSfreude! Ter freundliche Hausgeist, den wir gemeiniglich meinen, wenn wir von Weil/nachtssreude reden, der jefct zur Adventszeit und am heiligen Abend bei uns einkehrt, kann mit seinem leichten Geschütz von Gaben und Bräuchen, und mit seiner glänzenden Rüstung von leuchtenden Lichter bäumen und strahlenden Äinder- augen und Ningenden Liedern, wohl des üblichen Griesgrams in Haus und Herz Herr werden und die Sorgenfalten für ein paar Stunden glätten. Aber die Kraft, uns einen dauernden inneren Aufschwung zu geben, hat er doch nur, wenn er vor allem die frohe Botschaft mit sich bringt, und wenn wir sie mit empfänglichem Herzen annehmen: „Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren ist; denn euch ist heute der Heiland geboren". Tas ist's, was uns not tut: einer der Macht hat, die Gebrechen in Gemüt und Willen, die Schäden im Gewissen zu heilen, ein Ausleuchien der Liebe Gottes, das stark genug ist, uns innerlich zu überwinden, uns aus unserem ttotzigen Eigenwillen und aus unserem Sorgengeist herauszu- briugen und uns ermutigt, uns im Tun und im Le io en vertrauensvoll der Führung Gottes und seines Willens hinzugeben. Und darum kann Weihnachten allem Volk, auch den Traurigen, auch den mit Gott und sich seltzit in Zwiespalt Legenden, Freude verkündigen, weil Jesüs der Mann ist, in dem Gott solch Rettungswerk beschlossen a (ein, daß er den Hoffärtigen, den ans ihre ib Kraft so stolzen Menschen, denen, die sich fertig' dünken, für die es keine anälenden Fragen und keine Selbstanklagen mehr gibt, nichts zu sagen hat. Wir wollen diesen kalten Hal-bgötlern des Reichtums und der sogenannten Bildung ihre eisige Herrlichkeit lassen, und wollen ganz ehrlich und ganz bescheiden zur Krippe gehen ♦* Personalien. S. K. H. der Großherzig haben den Koinmerzieiirat Ferdinand Jakobi, den Kommerzienrat Louis Röder, den Kaufmann Konrad E g e n o l s und den Kaujmanu Ludwig Frölich in Tarmsladt zu Handelsrichtern; den Kaufmann Ludwia Trier unb den Kauf mann Rudolf L. Wittich in Tarmstadt zu Ergänzungsrichtern bei der Kammer für Handelssachen mit dem Sitz in Tarrn- stabt; den Kommerzienrat Hermann Wecker unb die Fabrikanten Otto Mohr und Eduard Sievers in Offenbach zu Handelsrichtern, die Fabrikanten F-rik Aß mann, Fer- Dinand Böhm, Philipp Heim und Robert Weintraub in Offenbach zu Ergänzungsrichtern bei der Kammer für Handelssachen mit dem Sitz in Offenbach; den Kommerziell- rat Sigmund Heichelheim und die Fabrikanten Gustav Mueller und Heinrich Schirmer in Gießen zu Er- gänzungsrichtecn bei der Kammer für Handelssachen mit dem Sitz in Gießen; den Geheimen Kommerzienrat Dr. Ludwig Strecker, den Kommerzienrat Paul Melchers, den Kommerzienrat Wilhelm Preetorius, den Kommerzienrat Karl Andreas Probst, die Fabrikanten Hermann Heß und Karl Geora M i ch e l in Mainz ux Handelsrichtern, jden Bankier Tr. Franz Bamberger, den Rentner Karl Tiegel, den Tiretdor Tr. Otto Jung, den Kaufmann August Feine, den Kaufmann Joses Reinach und den Kaufmann Heinrich S ch io a r z in Mainz zu Ergänzungs- richtern bei der Kammer für Handels jachen mit dem Sitz in Adainz; den Geheimen Kommerzienrat Wilhelm Joses Va lckenberg, den Bankdirekcor August Schöneck, den Fabrikanten Wilhelm Kölsch und den Kaufmann Johann Karl Stockhausen in Worms zu Handelsrichtern; den Fabrikanten Fritz Dörr und den Kausniann H. R. Hü 11e n- bach in WormS zu Ergänzungsrichtern bei der Kammer für Handelssachen mit dem Sitz in Worms — sämtlich mit Wirkung vom 1. Januar 1904 bis 31. Tezember 19u6 ernannt — S K. H. der Großherzog haben den Notar mit Kindergemüt angepaßte Werk hat bis jetzt überall einen durchschlagenden Erfolg erzielt. Am Stadttheater in Erfurt ging es in vergangener Saison nicht tocniger als 13mal ui Szene. Auch die Stadttheater zu Hanau, Zwickau, Guben usw. haben es bereits zur Ausführung gebracht, und an einer Anzahl größerer Bühnen ist es von neuem zur Anführung angenommen worden. — Sonntag, den 27. Tez., geht nachmittags als Fremdenvorstellung „Pension Schöllet, abends die Schwanknovität „Der Hoch- toutift" zum erstenmale in Szene. Das lustige Werk von Krantz (Autor von ,Logenbrüder' u. a. Stücken) und Neal geht augenblicklich über die meisten deutschen Bühnen und erweist sich als Schlager der Saison aus dem Gebiete des Schwankes. ** Sektion Oberhessen d. D. u. Oe. Alpenvereins. Am 19. d. 3JL hatte sich eine stattliche Gesellschaft in dem mit Tannengrün, Emblemen und alpinen Bttdern prächtig ge,chmucklen großen Saal des Easö Ebel zusammengesunden, nm das siebenjährige Stiftungsfest der Sektion Oberhessen des D. u. Oe. A.-V. festlich zu begehen. Ein ausgezeichnetes Festtnal, kostbare Tropsen heimatlichen Weines, humorgewürzte Rede unh Gegenrede sorgten von Ansang an für die angeregteste Stimmung. Nach dem von dem ersten Dor- jitzeiiden erftaticicu Geschäftsbericht pro 1903 schloß die Sektion mit einem Mitgliederbestand von 10.5 ab. 12 Hauptversammlungen wurden abgehalten, sieben Vorträge er- reutcn sich zahlreichen Besuches, 12 Sektionstouren in die nähere uno weitere Umgebung Gießens wurden unter reger Beteiligung der Mitgiieoer unternommen, ungerechnet der zahlreichen impvovisierten Spatteeaänge, zu denen sich Ein- zeliie zusarnmenfanoen. Tie Bibliothek, der alpiiie Lesezirkel, Bacher- und Kartensammlung fanden reiche Benutzung und gaben neue Anregung zu alpiner Betätigung. Zu der Generalversammlung des T. u. Oe. A.-V. waren seitens der Seklioii zwei Vertreter entsandt worden. Etwa 50 Mitglieder durcystreisteil un verflossenen Jahr das eigentliche Arbeitsgebiet des Atpenvereins. Tie K.issenverhältnisse der Settion sind andaueriid günstig. Sieben den lausenden Ausgaben war es möglich, ein Scherflem zur Lilioerung des Wasserschadens in Tirol be»zutragen, und ein namhafter Betrag konnte dem Fonds für die geplante Schutzhülle zu- gefuhrt werden. Nalch Erledigung des geschäftlichen Teiles entwickelte sich ein munteres und angeregtes geselliges Treiben. Ein fideles Singspiel, Vorttäge aller Art lösten sich in ununterbrochener riechen folge nacheinander ab und durch die Nienge drängte sich ein martialisch ausschanender Gerichtsdiener, der jedem eine Zustellung zu muajcn halte, deren Verlesung Stürme von Heiterkeit hervorrief. Es war schon früh am liächsten Tag, als der erste sich anschickte, den heiniatlick>en Pennaten zuzustreben. ** Hilfszug. In der verflossenen Nacht fand eine Probeallarmierung des Heer stationierten Hiisszugs durch den aus Frankfurt a. SJL hier eingetroffenen Dtrer- tionsprasidenten T h o m s stall. Angenomnien wuroe: ,Ln Lollar e n t g l e i st e der Schnellzug ardt und den Gerichtsassessor Heinrich Zwilling aus Worms äuhi Notar mit dem Amtssitz in Bechtheim als Nachfolger des Notars Franz ernannt. ** AuS dem heutigen Militärwochenblatt. Befördert zu Leutnants der Reserve die Vizefeldwetzel, bezw. Vizewachtmeister: NoßlL (Rheydt), Selck (Frankftill a. Nt.) des 3. Großh. Hess. Feldartillerie-Regiments 3lr. 25 (Großh. Art.-Korps), Lamberts (Rheydt), Pleßer (Meschede) des 2. Großh. Hess. Feldart.-Regts. 9lr. 61, Andreas (Frankfurt a. M.) des 1. Großh. Hess. Drag -Regts. (Garde-Drag.) Nr. 23, Behrens (II Altona) des 2. Großh. Hess. Drag - Regiments (Leitz-Drag.) 9lr. 24, Reiß, Leuchs (Frankfurt a. M.) des Großh. Hess. Train-Bat. Nr. 18, Scherer (Mainz) des Nass. Plon.-Bats. 3lr, 21. ** Die Sammlung für den Fonds, welcher Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog zur Förderung der Kunst zur Verfügung gestellt werden soll, ist in der Stadt Gießen beendigt und hat annähemd die Summe von 2 2 00 Mk. ergeben. Um auch denjenigen, die von den Boten übersehen oder nicht zu Hause angetroffen worden sind, Gelegenheit zu geben, sich in die Liste einzutragen oder einen Beitrag zu leisten, wird für nächsten Montag, den 28. d. Ntts., auf der Bürgermeisterei — Zimmer Nr. 16 — eine Liste aufgelegt und eine Sammelbüchse aufgestellt sein. Am Montag abend wird die Sammlung endgiltig geschlossen. Das Promenadenkonzert findet am Sonntag, den dritten Feiertag um 1/212 Uhr in der Südanlage statt mit folgendem Programm: 1. Ouvertüre zur Oper ^Norma^, von Bellini. 2. Maiblümchen! Gavotte von Krauße. 3. In lauschiger Nacht! Walzer von Zickner. 4. Finale aus der Oper ,Aida^, von Verdi. — Unsere Negimentsmusik spielt am zweiten Feiertag nachmittags 4 Uhr, am dritten Feiertag abends 8 Uhr im neuen Saalbau. Am dritten Feiertag findet im Philosophenwald nachmittag Konzert statt. *♦ Aus b e m Bureau des Stadttheaters. Am SamStaa nachtnillag 3y2 Uhr (2. Weihnachtsfeiertag) geht als Kindermärchen „P l a p p e r m ä u l ch e n" von iH ermann Steingvetter in Szene. Tas heitere, dem bei tieferem Hineinversenken immer neue Schönheiten daran entdeckt. Auch die daneben ausgestellten einzelnen Skizzen und Studien zeugen von der lebhaften Begeisterung des Künstlers für feine Aufgabe. Das neue Prachtstück, das von der kunstbegabten Lehrerin an der Aliceschule Frl. Appel mit Hilfe von 7 SckMlerinnen mit größter Sorgfalt unb eigenartigen, stickereitechnischen E,fetten ausgesuhrt wurde, soll am 1. Januar zur Geburtstagsfeier bcs Graß-> Herzogs im Neuen Palais ausgestellt sein. Dann kommt es kurze Zeit im Frankfurter Kunstverein zur Ausstellung; päter soll es eine Zierde im Haupts aal der deutschen Austeilung in St. Louis bilden. • r. Mainz, 23. Dez. Infolge der eingetretenen kälteren Witterung ist gestern nachmittag hier ein Teil eines Neubaues eingestürzt. Während der Katastrophe befanden sich mehrere Arbeiter in dem Neubau, die sich jedoch sämtlich in Sicherheit bringen konnten, sodaß es nur einige Hautabschürfungen bei dem einen oder andern absehte. — In einem hiesigen Warenhaus sind in der letzten Zeit bedeutende Dieb- tähle verübt worden. Ter Verdacht richtete sich gegen verschiedene in dem Warenhaus angestellte Arbeiter, bei denen eine polizeiliche Haussuchung stattfand, die das Vorhanden- ein zweier Wagen voll der gestohlenen Waren ergab. Mainz, 23. Dez. Vollständig aus dem Häuschen geraten war am 18. November der 28 Jahre alte Blumenverkäufer Joh. Schreiber von hier. An diesem Tage hatte ihn die Strafkammer von einer Anklage wegen Diebstahls freigesprochen und aus der Untersuchungshaft entlassen. Natürlich ging er sofort in eine Wirtschaft und nach kurzer Zeit war der Rausch fix und fertig. Nun wurde der Mann aber chon mehr wie ungemütlich. Zuerst wollte er einer jungen Katze das Genick umdrehen. Als die Wirtin dagegen ein» schritt, beschimpfte er sie in gemeiner Weise und schlug von außen mit seinen Fäusten sämtliche Fensterscheiben der Will- chaft, in der gerade Konzert stattfand, ein. Dann schwang er sich aus ein Fensterbrett, ergriff die Biergläser auf dem Tisch unb warf sie in die Stube, so daß die Gäste auf die Straße flüchten mußten. Die Wurst auf dem Buffet, Brot usw. warf er zu den Fenstern hinaus. Als die Polizei ihn verhaftete, leistete er heftigen Widerstand und war nur mit Mühe zu bewegen, sich seine Wunden verbinden zu lassen, die ihm das Einschlagen der Fenster eingebracht hatte. Gestern stand er wegen dieser Geschichten vor dem Schöffengericht, das ihn zu 4l/2 Monaten Gefängnis und 3 Wochen Haft verurteilte. (Dl. Tgtzl.) Wiesbaden, 23. Dez. Der 57 Jahre alte unverheiratete Privatier August Steinbach aus Frankfurt a. M. ist nach seiner eigenen Darstellung in einer der letzten Nächte in Wiesbaden beinahe da§ Opfer eines räuberischen Ueberfalles geworden. Da er öfters nach Wiesbaden lam, hatte er im Hause der Marktstraße ein möblirtes Zimmer gemietet. Er giebt nun an, er sei plötzlich aus dem Schlafe erwacht, da ihn jemand am Halse würgte und ihm einen harten Gegenstand in den Mund zu schieben suchte. Beim Ringen mit dem Einbrecher sei er aus dem Bett gefallen, auch sei ihm ein Zahn abgebrochen. Auf seine Hilferufe hin habe der Einbrecher von ihm abgelassen und sei wahrscheinlich durch ein Flurfenster über ein Glasdach des Hofes geflohen. Steinbach tzeivahrte in seinem Bette 960 Mk. auf, wovon der Einbrecher vielleicht gewußt habe. Steinbach schildert den 2lngreifer als einen schwächlichen, etwa fünf* imdzwanzigjährigen Mann mit bleichem Gesicht und schwarzem Bärtchen. (Jrkf. Kl. Pr.) tc. Frankfurt a. M., 23. Dez. Die 24 Jahre alte Gelegenheitsarbeiterin Schönbusch überfiel in der vergangenen Nacht die 16jährige Arbeiterin Johanna Haupt und brachte ihr drei Stiche in den Rücken bei, von denen eine die Lunge traf. An dem Aufkommen der Haiipt wird gezweifelt. Sie hatte der Schönbusch ihren „Schatz" abspenstig gemacht.' verrnijehteD. * Brüssel, 23. Dez. Wie aus Quevy berichtet wird, kam es unweit der Eisenbahnlinie zwischen belgischen Schmugglern und französischen Grenztzeamten zu einem Zusammenstoß, wobei von elfteren auf die Grenzbeamten mehrere Revolverschüsse abgegeben wurden; diese erwiderten das Feuer, wobei einer der Schmuggler schwer verletzt wurde. * Der Kronprinz auf dem Weihnachtsmarkt. Der Kronprinz wurde, als er kürzlich in Potsdam einen Ausgang unternahm, von der mit Weihnachtsschäfchen auf der Straße handelnden 11 jährigen Tochter Klara der Waschfrau Heinrich, die ihn nicht kannte, mit den Worten angesprochen: „Herr Leutnant, foofen Sie mir doch ’n Schäfchen ab for 10 Pf.!" Der Kronprinz blieb stehen und erstand den ganzen Vorrat der Kleinen, den er mit 6 Mk. bezahlte; dann gab er dem Mädchen den Auftrag, die Schäfchen nach dem Kabinettshaus zu bringen. Die kleine Händlerin tat, wie ihr geheißen war und erfuhr dort er|t durch einen Offizier, daß der Kronprinz der Käufer war. Auch einem Händler mit Weihnachtsbämnen hat der Kronprinz auf der Straße eine große Tanne abgefauft für die 2. Kompagnie des 1. Garde-Regiments z. F., deren Chef der Kronprinz ist. • Weiteres von der Fran Professor Meyer. Von den Eigenarten mancher Bazare und ihrer Veranstalter aus der sog. guten Gesellschaft des Tiergarlenviertels zu Berlin gibt folgende Schilderung einer Dame im „B. T." ein Bild. ES heißt da: „Die Affäre „Professor Dleyer und Frau" bringt mir einen Atzend auf einem der vielen großen Bazare in Erinnerung bei denen die beiden eine gewisse Rolle spielten. Seit zivei Jahren „grassierte" Frau Professor Dleyer. Jede Vorstandsdame des abzuhaltenden Bazars riß sich nach ihrer Dtttwirkung beim Verkauf, ohne sich weiter über das „Woher" der fabelhaften Toiletten und das „Wie" ihrer unverhältnismäßig hohen Einnahmen zu orientieren. Ich selbst bin bei vielen dieser Bazare tätig gewesen und hatte, ivie schon öfter, wieder ein Büffet übernommen. Da die Vorstandsdamen es sich vorbehalten, einige Damen selbst aufzufordern, so widerfuhr mir diese Ueberraschung, an meinem Tische Frau Professor Meyer fugieren zu sehen, und zwar in einer schwarzen, sehr tief dekollettierten Palllettetoillette. Sie uerfaufle Chokoladen und Liköre. Bald ertönte vom Ende des Tisches, ivo sie ihren Stand hatte, ein alles Geräusch übertönendes Lachen. Eine Schar Herren war um sie ver- sammelt. Als ich mich der Gruppe näherte, bemerkte ich, daß die erfinderisch junge Frau aus dem Ausschnitt ihres Öffentlichkeit statt. von Franz von Telephonischer Kursbericht* Hessische Landes-Hypotheken-Bank. 8446 WiBhehiQ ESe© Hstaw. empfiehlt [9483 Ei). Dort, Walltorstr. 45. Cours 100 % Cours 100.30 % W/o 3 7o 37,°/° ö°/g ö1/e% 102.35 91.85 102.25 91.90 101.10 99.80 102.55 101.20 100.25 103.65 63.75 32.35 37.65 140 20 44.40 43.00 . 216.90 . 224.40 . 146.80 . 192.— . 204.75 sowie Matz. 7460] Depositenkasse Giessen (Darmstädter Bank). 217.50 224.25 147.- 192.20 204.75 leutnant d. Res^ Regierungsaffeffor Schmidt RartelltragcnS zu einem Tag Festungshaft. R o l m a v, 23. Dez. Ter (pauptint Oest. Kredit. Deutsche Bank Tarinstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau Handlung Untergebener zu 4 Wochen Stubenarrest ver- urteilt. Es ljanbelt sich um den Fall Ebble, der als Reser-vist am 3. September auf dem Manche an Hitzschlag starb. Ein Unter- Offizier, der dem Hauptmann nicht rechtzeitig meldete, daß Ebble wegen Unwohlsein austreien wolle, erhielt 4 Tage Arrech Die Verhandlung und Urteilsfällung sanden unter Ausschluß der Israelitische Religionsgemelnde. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Samstag, d e n 26. D e z e m b e r 1903. Vorabend 4.30 Uhr. Morgens 9,00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterklärung. Sabbathausgang 5L0 Uhr. Gottesdienst der israelitischen Deligionsgestllschast. Sabbathseier a m 26. D e z e m b e r 1903. Freitagabend 4.00 Uhr. Samstag Vormittag 8L0 Utzr. 9lad)mutag 3.30 Uhr. Sabbalhaiisgang 5.15 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 7.10 Uhr, abends 4.00 Uhr. von Herrengarderobe nach Wilhelm Stumpf, Gießen, Sonnenslraße 9. Krankt art a. 1., 24. Dezember ...m.«...................... Ms-,«Sä (Eaffimone vom JnIanlerie-Regin.-nt 91t. 171 rourbe vom qenMer 1.Z0-1 M Mk., Zwiebeln pr. Zentner! Kriegsgericht wegen B e l e i d i g u n g und ^>orsu;riftswidriger Be- << 5 no WM* Wich ver Liter 18 Psg., Äepsel per Zentner 16 hnnhhnm llntprnphpnec »u 4 Wochen Stubenarrest ver- 4,50—5,00 Atk^ Milch per Itter io Ma. trunken. Christiania, 24. Dez. Hendrik Ibsen war neuerdings wieder ernstlich erkrankt. Jetzt kann er sich aber bereits wieder einer sehr befriedigenden Genesung er- Im Konkursverfahren über das Nermögen des Heinrich Kühne, Inhaber des Hotels „Zum Einhorn" in Gießen, wird Terinln zur Anhörung der Gläubiger - Versammlung überden vom Konkursverwalter gestellten Antrag aus Einstellung des Konkursverfahrens mangels Vorhaltdenseins einer den Kosten entsprechenden Masse, über die Höhe der dein Gläubigerausschutz zu gewahrenden Vergütung sowie §ur Prüfung der nachträglich angeineldeten Forderungen beslimint auf Dienstag d. 19« Ban. 1904, vormittags 10 Uhr. Gießen, 21. Dezember 1903. Großh. Amtsgericht. [9536 Reicheanleihe do. Lonsots . do. . . Hessen Kleides kleine Chokoladentäfelchen herausholte, die von den Herren aufgefangen und mit Goldstücken bezahlt wurden, die man dort hineinwarf, wo die Täfelchen gesteckt hatten. Ich verfügte mich zur Arrangeurin des Festes und bat sie, die Dame zu veranlassen, den Tisch und den Platz zu verlassen, da ich ein derartiges Treiben nicht dulden könnte. Die Antwort war: .Aber meine Gnädigste, gerade diese Dame bringt uns doch viel einl Sie ist jung und scherzt doch nur!" Ich übergab meine Kasse sofort und war bet dieser Vorstandsdame überhaupt nicht mehr tätig. Jetzt, wo die Bazare in Blüte stehen, wäre es sicher geboten, eine sorgfältigere Auswahl der Damen zu treffen, mit denen wir unsere Töchter zu- fammenkommen lassen. Ist es vielleicht angenehm, nach den veröffentlichten Tatsachen sich sagen zu müssen: Mtt dieser Fraii habe ich so und so viele Abende verkehrt — ihr die Hand geschüttelt — mit ihr gesprochen — -Auf der Station Eberhausen stieß nachts bei starkem Mbel ein Personenzug mit einem rangierenden Güterzuge zusammen. Zwei Reisende wurden, wie gemeldet wird, bei dec Kollision erheblich verletzt. 1903. » 26.05 . 91.50 , 106.10 . 105.54 . 217.76 . 198.06 . 147.06 . 159.34 . 165.24 . 146.16 . 17.25 . 194.00 . 239.80 . 192.60 . 205.90 Verzinsung vom hessischen Staate garantiert und im ganzen deutschen Reich mündel- sicher. ’ Als direkte Verkaufsstelle der hessischen Landes-Hypotheken-Bank in Darmstadt halten wir vorstehende Werte stets in grossen Beträgen auf Lager und berechnen solche franko Provision. Bank für Handel und Industrie 31/i% Oberhessen . . « 4% Oeaterr. Goldrente . , 4l/B% Oeaterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . < 4u/0 Italien. 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Eine gestern abend abgehaltene General-1 Versammlung des Vereins der n i e d e r r h e i n i s ch e n Tex t t l- Industrie und ihrer Hilisindustrien bewilligte einstimmig den I Antrag des Jndustrievereiiis in Werdau auf Unter st ützungl der vom Streik betroffenen Krim mitschau er Fabrikanten durch Barmittel und beschloß, dem Vorsitzenden des Vereins, Vogel, 10 000 Mark zu überweisen. Gleichzeitig wurde bei et)loh en, dem großen Jnduslrieverbande beizutreten. __ Die Weihiiachtsfeiern der C r i m m i t s^ch a u er A u s st ä n d i g e n, die morgen nachmittag in Gößnitz und Schmölln stattfinden sollten, silid in beiden Ortschaften von den Behörden verboten worden. t Berlin, 23. Dez. Die Aussperrung der Berliner Taxa - meter-Droschkenkutfcher ist heule morgen vorläufig auf einen Tag in Wirksamkeit getreten. Die Verbandsmitglieder beschäftigen' über 3000 Kutscher. Bis 1 Uhr mittags hatten sich etwa 400 Kutscher auf dem Streik-Bureau als ausgesperrt gemeldet. Bisher ist der Verkehr vollauf aufrecht erhalten worden. Bei der Ailssperrung ist es auf allen Wagenhösen ohne jede Storung zugegangen. Den neuen Arbeilsverlrag (40 pEt. Tages-Emnahme) bat noch kein Kutscher unterzeichnet. London, 23. Dez. Infolge des Streiks der Hafenarbeiter imb der Einstellung des Schleppdampferdienstes ruht die Arbeit im Hafen vollständig. rc Paris, 23. Dez. Ter Sekretor des Generalsyndikates der Arbeiter der Nahrungsmittelbranche hat von fast allen Syndikaten der verschiedenen Departements, worunter sich allem 50 Backer- Syndlkate befinden, die Zustimmung zum Generalstreik erhalten Sämlliche Arbeiterverbände der Nahrungsnuttelbranche m Baris haben sich zu Gunsten des Ausstandes ausgesprochen. Ate Friseure und Hotel-Ange stellten beabsichtigen, die Be- j roeaung zu unlcrsliitzm. Falls sich sämtlich- Arbetter dem AuZ- stände anschlietzen wurden, dürfte sich die Z a hl der streiken den auf ca. 400 000 belaufen, darunter 40000 Kellner und o0000 Bäcker Tie Pariser Bevölkerung wird durch Maueranschlage ersucht, den Verrätern unter den Kellnern kein Trinkgeld zu verabreichen. Der PoUzelpräfekt hat umfassende Maßregeln zur Sicherung der Arbeitsfreiheit getroffen. Tie Brodbäckereien werden nachts von Kavallerie-Patrouillen bewacht, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Heute sind zu gleichem Zwecke 4000 Polizisten, die ge- samte republikanische Garde und Kavallerie-Abteilungen ausgeboten. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 23. Dezember 1003. (Mitgeteilt von der Bank für Handel unb Industrie, Gießen.) Nachdem nun auch aus London beruhigendere Meldungen über die Situation in Ostasien einlaufen, gewinnt unsere Börse, im Ginklang mit den ausländischen Börsenplätzen, wieder das feste Aussehen, das sie bis vor einigen Tagen hatte. Tie von den fremden Börsen abhängigen Werte - in erster Reihe Argentinier und unl- ruierte Türkei: — konnten sich wesentlich von den sttngsten Rückgängen erholen. Unsere 3proz. Reichsanleihen zogen ebenfalls an, uldem man auf siüssigeren Geldstand im Januar rechnet. Kohlen- und Eisenwerte wurden von guten Kreisen bei steigenden Kursen getauft, letztere wohl im Hinblick auf die Verhandlungen betr. des Stahlwerksverbandes. Aiif dem Kassaindustriemarkt machte sich ebenfalls durchwegs feste Tendenz geltend. Privat-Diskont 38/. Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. 8% Mexikaner . . . 4,/g% Chinesen . . . Electric. Scbuckert • * Nordd. Lloyd . . • Kreditaktien . . . « Diskonto-Kommandtt. « Darmstädter Bank • » Dresdener Bank . . • Beniner Handelsges. • Oeaterr. Staatabalm . « Lombarden • • • • Gottbardbahn « . . • Laarahütte Bochum Harpener ..... Tendenz: fest. Vorzügliche frische Vogelsberger Eandbtttkr Sützrahm-Tafelbiüter Siedeier soeben eingetroffen bei [8091 H. E. lughardi Inh : August Wallenfels Alarktplatz 15. Telephon 390. Märkte. Götzen 24 Dez. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkt kosteien: Butter pr. Pfd. 1,10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 8-10 Big. 2 Stck 00-00 Psg., Gänseeier OO—00 Psg., Enteneier8—0 Psg., Käse vr Stck. 6—8Pf.,Käsematle2Stck.5—6Psg., Erbsen pr.Liter 21M., "insen vr Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 0,80—1,002)1?.. Hühner pr. St. 130-140 ält, M)ne pr. Stück 0,80-1,70 Alk., Snteu pr. Stück l'70—2,20 Alk., Gänse pr. Psd. 60—70 Pig., Ochsen fleisch pr. Pfund Hanau, 23. Dez. Vor der Strafkammer hatte sich heute der Freiherr Siegmund von d e r T a n n, aus Tann in der Rhon, wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Sachbeschädigung zu veraiitWorten, -ter Vetter des Angeklagten, Freiherr Melchior von der xaun sollte gejagt haben, er (drh. Siegmund) sei entmündigt worden, und iver ihm etwas borge, der bekomme sein Geld nicht wieder. Siegmund von der Tann ließ sich deshalb seinen Vetter in seine Wohn- ung rufen und prügelte ihn mit einem Lattenstück, wobei er die Drohung ausstieg: „Tu mußt noch verrecken." Auch zerriß er ihm seinen Rock und warf ihii auf der Strafte mit Sternen. Tas Schöffengericht in Hilders verurteilte den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung. Bedrohung und Sachbeschädigung zu einer Gesängnisstrate von 14 Tagen und 25 Mark^ Geldstrafe. Dagegen legte der Verurteilte Berufung ein. Die L-traskammer verwarf aber die Berufung und bestätigte das erste Jnstanzenurteil. Saarbrücken, 23. Dez. sJlaet) dreitägiger Verhandlung wurde heute von der Strafkammer der große B e l e i d i g u n g s° Proze'g zu Ende gejührt, den der Vorsitzende der hiesigen Berg- werks-Tirettion, Geheimrat Hit g er, gegen die ZentrumS-Presje rvegen schiverer beleidigender Vorwürfe von Wahl-Beeiii- j l u | j u n g e n angestrengt hatte. Unter Anklage gestellt war eine Reihe von Artikeln der Tasbach'schen Presse unter dem Titel: Und Geheimrat Hilger sprach". Etwa 200 Zeugen waren zu dem Prozesse gelaoeu. Ter Staatsanwalt beantragte gegen den verantwortlichen Redakteur der „^teuiikircher Ztg.", ^ehneii, eine Geiangms,träfe von 4 Moitaten. Das Gericht verurteilte den An' geklagten zu der wegen Beleidigung höchst zulässigen Gel d - ftraje von 900 Alk. und Tragung der Kosten unter Veröffentlichung des Urteils. ~ . M a g d e b u r g, 23. Dez. Die Strafkammer verurteilte den Redakteur Aiarkwardt von der hiesigen „Volkssnmme" wegen Al a i e st ä t s b e l e i b i g u n g, begangen durch zwei Artikel m dem genannten Blatt, zu 5 Monaten Gefängnis und Tragung der Höften. Leipzig, 23. Dez. Nach elftägiger Verhandlung vor dem Schwurgericht ivurde heute im Prozesse gegen Rechts a n walt Tr. W e r t h a ii e r wegen 9)1 e i n e t d e s und Beihilfe z u m W ii ch e r, foivie gegen die Kaufleute Ossipowitsch und Strauß wegen Wuchers, das Urteil gesprocheii. Weithauer wurde sreigesprocheti; Ossipowitsch und Strauß zu je 6 ^.coiiaten Gesängins und je 3-jOO Alk. Geldstrafe verurteilt. Tie Gejangms- strafe ivird durch die Untersuchungshaft für verbüßt erachtet. Xie Kofteu des Verfahrens trägt die Staatskasse. (S, h e m n i tz, 23. Dez. Wegen Herausforderung zum Z w e i- kampf nut tätlichen Waffen hat das Kriegsgericht der 40. Tivision den Veutiiant d. Ref. He in icke in mchtössentlicher Sitzung zu einem Wionat Festungshaft verurteilt. Wegen des gleichen Deliktes verurteilte dasselbe Kriegsgericht den Rechtsanwalt Beutler ut Aiierbach, Leutnant der Landwehr, zu einem Tag und den Sber- Cilltzcliüng mh Nctijschmall.__________ freuen. . . Odessa, 24. Dez. Gestern abend 8 Uhr wurde daS Urteil im Kischinewer Prozeß verkündet. Nominell wurde die Oeffentlichkeit wieder hergestellt, tatsächlich aber war das Gerichtsgebäude von Polizei eingeschlossen, die nur mit Eintrittskarten versehene Personen einließ. Die jüdische - ----------------—-----। Bevölkerung ist außerordentlich beunruhigt, da in den letzten D°s Mich? Hochk°">7 nennL«° A'°nd°rung. Dos Togen in persch.edenen Teilen der Stadt die Fenster ein- westliche Tief ist großenteils abgezogen und bringt uns heute, geschlagen wurden. Da auch die Osterhetze so begonnen Mittwoch, rote vorausgefagt, Aufheiterung. Soweit die heute recht jetzt Aehnliches befürchtet. Die Behörden scheinen spärlichen Depeschen ertennen lassen, scheint ein Tiek von Dud° , nicht entschlossen zu sein, etwas zu tun. Es ist blo4 s'-s'ä ss"" T'äsrs w* «V »U« 'M. ^reitaq- Zunächst noch heiter, dann Trübung und etwas Schnee, Die Begründung des Urteils soll am 12. Februar erfolgen« windig,'kälter. . QY m r Auch alle Schadensersatzklagen sind abgewiesen worden. Dtö Wetterdienst m Gießen : A. P e p p l e r^, Zivilkläger werden dagegen Berufung einlegen. Kunst und Wijscuschüst. 7?rl 9 r e n e Triesch wird Ende Januar ein längeres Gastspiel'am Frankfurter Schauspielhaus absolvieren. Paris, 23. Dez. Tie Akademie der I n s ch r i, I e n und W i s e ii s ch a f t e n wählte an Stelle Mommsens den Berliner Uiiiucrfilälsptoiellor Otto Hir,chs°ld jum auSipäingen Mtt- gliede Au Stelle Hirschfelds wurde der Straßburger Universitals- professor Adolf M i ch a e l i s znm korrespondierenden AiitgUede gewählt.Beteiligung an den wiffenschaftlichen Arbeiten des ersten St n t e r n a 11 o na l e n S ch ul hy g ie i n e k o ng r e s s e s in 91 um berg vom 4. bis 9. April 1904 scheint ivie man uns Schreibt lebhaft zu werden. Ans den verschiedensten Landern liegen bereits'sReldungeii zu Vorträgen vor. Jii den allgemeinen Ver- lammlungen werden folgernde Vorträge gehalten werden: 1. Pros. Dr Herrn. Eohn-Breslan: /Was hat die Augenheiltmide für die Schullwgteine geleistet und was muß sie noch leisten? 2. Prof. Dr.' Ar et Zohannesen- Ehrisliama: „lieber den Stand der Schul- hygieuie ui Nonvegen.' 3. Dr. Le Gendre-Pans, Vorsitzender des Bundes der Aerzte und Familien: „Heber dieJ^gieine und die persönlichen Krankheiten der Lehrer unter dem Gestchtspimkte ihrer Beziehungen zu den Schülern/ 4. Dr. Sickmger, Stadtichulral° Atamiheim. .Organisation großer Volksschullorper nach der natürlichen Leistungsfähigkeit der Kinder." 5. Kg.. Rat Professor Dr. Liebermann-Budapeft: „Heber di e Aufgaben und Ausbildung von Schulärzten/ 6. Prof. Dr. Hueppe-Prag: .Verhütung der Jniek- tionskrankheiten in der Schule/ 7. Prof. Dr. Eulenburg, Geh. Nted.-Rat-Berlin: „lieber Schülerselbstmorde. Vuwersltüls-VuHrichkrn. — Rockefeller Schenkte der Universität in Ehieago 1850 000 Dollars. Sw.« Kürll-N M-ÄP'g. W 100 et. 3fr-4O Psg. Limbura a. d. 23. Dezember. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pr. Alalter. Roter Weizen 13.40 Mk., alles Rom 9.80 Mk., neues Korn 00.00 Mk., Gerste 8.87 9)IU ^m?;09 Hafer alter 0.00 SDlt., Erbfen 0.00 Alk., Kartoffeln 0.00 Alk. Preussische Pfandbrief-Bank. Die am 2. Januar 1904 fälligen Z.nsscheine unserer HvpotlieKen-Pfandbriefe, Kleinbaiinen-Obligationen Md Kommunal-Obligationen werden vom 1O Dezember und hei der Mehrzahl der deutschen Banken ab an unserer Kasse und , Daselbst sind obige Papiere nud Baukfirmen totenfrei t- . fnform^ioH S UÄ pJndbriei-BunK. Stöbt. Schlachthaus. Freibank. Nächsten Montag: 9445 Gesch. Ochitufinsch 40$Ifg. -Sgr Winterjoppen, felbftgefertigte, sowie Sportjoppen zu billigen Preisen. Anfertigung v. Militär- u. Beamtenuniformen, Tendenz: Fest. n 1/ 0/ Pfandbriefe * Köln, 23. Dez. Zu der heute staltgehabten Generalversamm- 0 k /o riauaui iüaü . (una der Aktiengesellschaft für E l e k t r i zl t ä t s - '21 hl ag en Köln waren 8664 Aktien mit ebensoviel Stimmen ver- 3 i/2 o/0 COMMUllLl-OdUg 21101162 ' treten, hiervon allem durch die elektrischen Licht- und Kraftanlagen I A.-G. Berlin 8660. Sämtliche Punkte der Tagesordnung bis auf die Wahlen zum Aufsichtsrate wurden von der Tagesordnung ab- aesetzt. ^u diesem Punkte erklärte der Vorsitzende, daß der G e - i a m t v 0 r ft and unter den gegebenen Umständen z u r u ck t r e t e. Tarauf wurden durch Attiamation in den Aiissichtsrat gewählt: Kommerzienrat Schmalbem-Kölii, Freiherr S. Alfred v. Sppen- Heim-Köln, Tirektor Feldmann-Berlin, Direktor I. H. Atuller-Berlln und Bankier Dyrenfurth-Berlin. DsjskWckn empfiehlt in grosser Auswahl 0554 Die trauernden Hinterbliebenen. Um stilles Beileid bitten 9547 Dammstrgße 46. 06228 Gießen, den 24. Dezember 1903. UM Gegr. 1787. Telephon 15. ^o' Gießen, den 23. Dezember 1903. 9519 Siiiiiilidic Comptoir-Artikel. hellte ein bei 7582 Grünberg, 9520 Statt besonderer Anzeige. meines neuen Unternehmens empfehle ich mich 06233 Ludwigslraße 6, I. 9491 Gießen, den 24. Dezember 1903. S -.7" • I— ♦ V SM-MMM W L<> W Grossen-Linden, den 23. Dezember 1903. Die Beerdigung findet Freitag den 25. ds. Mts., nachmittags 3y2 Uhr statt. Em nur wenige Fahre ge brauchtes Speugler-Werrzeng i nebst 3 Ma,chiucu ist wegen Todesfall preiswürdig zu ver° kauien. Karl Iörlcl MI. Wwe., 06193] Gartz kleines, gelbeS Hündchen fofort zu vertäuten. Löwengasse 34, 1 Treppe. Kathinka Sack Fritz Flimm Verlobte. Giessen, Weihnachten 1903. Tauksagung. Für die zahlreichen Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Piarrer D. Schlosser sagt innigsten Tank Familie Friedrich Peil, taim^oH zu verkaufen BH Georg Wallenfels Markkplau 21. Telephon 46 Schellfische lebelldfrisch in Eispackltng, treffen Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer teueren, unvergeßlichen Gattin, Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante grau Chariötte Brüh! geb. Friebel wie für die zahlreichen Blumenspenden, insbesondere für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Schwabe sagen innigsten Dank Die tiestrauernden Hinterblievencn Familie Aug» Brühl. Hochachtlmgsvoll Carl Böley. 06227 Allein-Verkauf bei Todes-Anzeige. Heute Morgen 4 V» Uhr verschied nach langem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante FM Katharine Mooh, geb. Lsvllild im Alter von 49 Jahren. Gießen, den 24. Dezember 1903. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet SamStag den 26. Dezember, nachmittags 12*/4 Uhr, von der neuen Friedhofskapelle aus statt. 06234 Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass heute morgen 12i/y Uhr nach kurzem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden unser geliebter Vater, Schwiegervater, Grossvater, Urgrossvater, Bruder und Onkel Herr Georg Weiss III. Maurermeister im 78. Lebensjahre sanft in dem Herrn entschlafen ist. Emilie Weber Georg Zörb Verlobte. 06220 Giessen, Weihnachten 1903. Ernst Balser 11 Mänsburg 11. Vollständiges Lager aller Formate und 9455 Liniaturen. । Aastwirtschafts-Eröffnung.* Einem verehrlichen Publikum zur gefälligen Kenntnisnahme, daß ich mit dem J heutigen Tage in der | Walltorftratze Nr. 24 eine | Gust- und ComerwiHfdjaft unter dem Namen I „Alte Post“ eröffnet habe. Auf vorzügliche Bedienung und Verabreichung nur guter Speisen und Getränke werde ich jederzeit bedacht sein. Meine Stallungen stehen zur Aufnahme von $ etwa 30 Pferden stets bereit. Mit der höflichen Bitte um freundliche Unterstützung ,.£Ä. 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