Nr. 302 Wr$d>etnt täglich outiei Sonnlags T>etn (Siebener Anzerger werden tm 'lüechiel mit dem hessischen Landwirt dle Lietzener Zamilie». dläNrr oiennal in der ^cxche bestiegt Stolanoa«bfud u. Ber- w« 6*1 >8r üb liehen Umved -euch-u eiem- drr»d^erBretsch Erben) Stebattton ticrvebitton und Druckerei: Schnlyrntze Adre,^ für Deichenl Anzeiger Wietzen. ^rvmvtnhanicbiuß'Jh 51 Erstes Blatt. 153. Jahrgang Donnerstag 24. Dezember 1903 Abbate* u. Rivetgfteller moiiuthcb ß5 Pi., durch öie’Voll PU 2.— viertel» läbrl ausldjl BeNeÜg. Annahm« von Anzeigen üi Oie iuae»numinei jtS vvimtuag# IU 11 bx, / CUtnptrifl auÄiodrie 81 4je iaai w* ttlt db *ftc bei« pvlti uiii adgern. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MWZ » *■* seiuentetl Von* tftet monuiiich7k>Pi^ viertel» täbilid) Ml 2.20. durch >d) unser guter alter sich trotzdem die Gegensätze verschärft. Das lehrten uns ißenpflaster, aber all-- leider noch die letzten Vorgänge in unseren Parlamenten. Und manche wohlgemeinten Gesetze, Verordnungen und Unrast hinein. v_. . Mer ein Heim hat, der sucht es am he-iligen Abend bald zu erreichen. Wohl huschen noch Wanderer an den Häusern vorbei, wohl rumpelt nod- “~r~“ Omnibus über das holperige Stra^ , , , . gemach wird es stiller, ganz still'. . - EhristtagsgedanKen. Gießen, 24. Dez. 1903. Wieder waltet über der Welt der wundersame Weih nacht^rraum — wieder wurden die Wälder wach und wan- oerren weite Wege der Menschen winterlichen Wohnungen. rüstiges Tannengrün durchweht unsere stillen Stuben und der feierliche Don der Weihnachtsglocken weckt ein Cctyo tn jeder Seele. Tie Erinnerung pocht und pickt wie ein he im kehr end es Vöglein and) an das vereiste Herz. Uno ote Eisblumen schmelzen, das Herz tut sich auf und das fyeungeteilte Vöglein zwitschert eine alte, süße Me- 110DIC • • • ist der Zauber des Christbaumes, daß er das Verstreut sammelt, daß er die einander fernsten Familienangehörigen, daß er Eltern und Geschwister und Kinder zusammen führt, daß er sie vereint um den gemeinsameii samen Tannenbaum im Mernhause, und wenn auch nur in Gedanken. Von Geschlecht *u Geschlecht schlägt er aufs neue sein unzerreißbares Band der Liebe. Indem wir dankbar in wonniger Wehmut jener Christ- /lbende gedenken, wo schimmerndes Licht unsere Kindheit erteilte, ergreift unsere Seele ein Sehnen, gleidje Seligkeit, wie die einst war, um uns hier zu verbreiten, ein Verlangen, zunächst in unserer Nächsten, dann aber auch in anderer Menschen Herzen wenigstens ein Keimkörnchen der Freude zu versenken, aus dem — and)> wenn wir selber längst nicht mehr sind — die Blume der Erinnerung erblüht! Und darum, weil wir heute mehr als sonst Liebe versd-enken, weil die Freude an Anderer Freude uns besser und uneigennütziger macht, als wir das ganze Jahr über zu sein pflegten — darum ist das Weihnachtsfest das schönste unter allen Festen des Kalenders, das heiligste, das segensreichste. . . Traußen beginnen die Kirchenglocken ihr Weihnachts- lieb, die alten, mahnenden Glocken, auf deren Stimme viele so selten frören . . . Tie Glocken! Klingt es nickst dorther wie altes, liebes Weihnachtssingen von dem Feste aller fröhlichen Feste, von der seligen, gnadenbringenden Zeit? Nun ist es herangezogen, lieb und lockend, mahnend und ernst, verschwim- menb und wieder zusammenklingend, wie ein Hauch aus seliger, ferner, unvergessener Zeit: das Weihnachtsläuten ..... Tas klingt mcht nur im weltfernen Dörfchen des B o g e l s b e r g e s so lausckstg und lieblich- das klingt auch durch die Straßen unserer Stadt, in die geschäftliche Heilige Glocken! Gesegnete Stimmen! Ihr singt die Legende der Liebe, das Evangelium des Friedens. Ihr rüttelt das träge Mensthenherz aus dem 9Ma es schlummer; der gestirnte Himmel öffnet sich, und seine Engelsscharen steigen zu denen herab, die „guten Willens" sind. Viel tausend Eisenbahnzüge sind an diesem Tage unterwegs nadj allen Richtungen der Erde, und afPc sind sie angefüllt mit Geschenken, mit Briefen voll' Liebe, mit Menschen voll ungeduldiger Sehnsucht. Viel tausend Botschaften schwirren jetzt an den elektrischen Drähten entlang weit über die Laude und weit über das Meer, und alle, alle tragen sie ein zärtliches Wort, einen Kuß, eine Liebkosung hinaus in die Ferne. . . Viel tausend Mütter stehen an diesem Abend, voll der zartesten Gedankeü im still sorgenden Herzen, am kerzeuheilen Christbaum, ihr Kindlein im Arm, das da jauchizend hascht nach den strahlenden Lichtern und dem glitzernden Flitter, und weich legt sich die sonst vielleickst manchmal rauhe Vaterhand auf die Stirn des Kleinen, gleichsam zur Beschwichtigung des unerforschlichen Schicksals. . . . Viel Tausende, die seit Jahrzehnten das (beschick in weiter Ferne vom Elternhause festgebannt hat, die in der Fremde alt und grau werden und verhärtet, ergreifen im Geiste zu dankbarem Kindeskusse der greisen Eltern faltige Hände, die ihnen den ersten Christbaum anzündeten. . . . Und wer sie verlor, die Eltern, her legt heute in stiller Trauer aus den Hügel, der das Beste umschließt, was er besessen hat, ein Tannenzweiglein als schlichten, innigen Weihnachtsgruß.... Beendet sind alt die Vorbereitungen zum Feste, die selbstlose, still vergnügte heimliche Arbeit, die die dem Weihnachtsseste jene warme, natürliche und sinnige Poesie verleiht. Selbst das ärmlichste Heim ist in diesen Tagen blank und behaglich, die Großmütter backten Kuchen für alle ihre Liebem deren Duft nun, mit dem der Tanne vereint, süß und würzig durch die warmen Zimmer schwebt. Der sonst oft durch die Sorgen des Berufs verstimmte und verärgerte Vater hat allen Mißmut draußen gelassen. Doch gemach! Das ist nicht überall so! Leider nicht bei jenen Aermsten, denen Not und Arbeitslosigkeit die kargen Bissen in den Mund zählt, bei denen als Hausgenosse die Ungewißheit weilt, ob sie auch nach dem nächsten Mietstermine noch dasselbe Dach über dem sorgenschweren Haupte haben werden. Manches jugendliche Herz muß auf eine Weihnackstsfreude so gut wie ganz verzichten, in das sich auch der goldene Weihnachtstr-aum schleickst, aber verstohlen, ganz verstohlen. Gewiß, die Veranstaltungen zur Linderung des Glends werden immer mehr und mehr ausgestaltet. Aber es haben Veranstaltungen sind schabtonenfrast und verfehlen ihr würdigstes Ziel. Tenn dieses ist die verstimmte Armut, ist die vielleicht vorübergehende bittere Notlage dieser oder jener, durch besondere Ungunst um ihren Erwerb gebrachten Familie. Was man machen sott? 2lls ob das gar so )d)toer wäre! Helsen wir jetzt zur Weihnachtszeit nach Kräften unaufgefordert dort, wo wrr Not vermuten; widmen wir allen denen, die den Bedürftigen und ihren Kindern eine Weihnachtssreude bereiten wollen, unsere auftichtige Unterstützung; bemühen wir uns, selbst eine Stätte verschämter Armut oder stolzer und verborgener Dürftigkeit zu ent> decken und persönlich zartfühlend zu beglücken — nach Vermögen. Mitzufühlen und mitzuteilen ist Menschenpflicht, die Gegensätze und Unterschiede wenigstens dort überall zu mildern, wo eine Annäherung möglick) ist, wo vielleicht gegenseitiges Helfen und Verstehen oft sdunerz- lich, aber lautlos herbeigesehnt wird. Tas „Fest der Liebe" bietet uns Gelegenheit. Wie hie Christbäume milde flammen in der Hütte unv im Schloß, in dem waldvertoreneu Weiler, wie in der steinumhegten Stadt! Was will das trübrote Flackern des ,Gases, was das den Tag heuchelnde Licht der elektrischen Lampe gegen das zauberhafte Sckp'mmern der Christbaumkerzen! Tie wecken ein seliges Leuchten in den Augen, die überhaupt noch leuchten können: den Glanz hoflender Freude im Auge des Kindes, den Schimmer mildfroher Erinnerung auf dem Antlitz der Alten. Unter dem Christbaum findet sich alles, zum mindesten in Gedanken, wieder zusammen, was sonst sich verlor. Ter Haß schweigt, die Liebe eint, sucht, beglückt, beseligt. Das .Hangen und» Bangen ist auf kurze Zeit zur Ruhe gebracht; tvas das arme Herz quälte und müde machte, zerschmilzt unter den Strahlen des Weihnachtsttchtes. Das Surren und Murren der Werktagsarbeit drängt nicht in die Stille des Festes. Und still wird's auch in den Herzen drin. Die Glocken läuten der friedebangen, ruheheischenden Seele zum Feierabend. Heilige Mocken! Gesegnete Stimmen! Ihr rufet ringsum alles Mite wach akies Kindliche und Reine und Wahre in diesem sündigen Leben. Und niemand vermag sich heute eurer Macht zu entziehen. VoUtische Tagesschau. Die Hesien in Sens. Auch ein früherer Offizier der 2. Kompagnie des 1. fress. Garde-Jägerbataillons, der jetzige Major a. D. Mickel, Gefängnisdirektor in Metz, bestätiat gegenüber den von seiner Tochter publizierten Briefen des Generals von Kretschmann, daß van irgend welchen Zwistigkeitew viiöi ,uv Arn?vrtTnencrn nnb rnate er wolle ,.Jcr, ja, Mutter, nur einen Knaben! ^er Vater wurde gab w eit geh en 33er sich sehr darüber freuen. Einziae, liebe Mutter, kaufe 9e8e£ sFr annft ^er armen Eltern! Jetzt teuren sie aus doch einen kleinen Jungen aus dem Weihnachtsmarkt! ihrem Kummer gerüttelt worben, um in einen neuen 5u Seine Eltern können ihn ja so schwer ernähren, und er blick hatte vergessen können. Bittend sah das Kind die Mutter an. „Warum gerade einen Sohn, Arini?" ,.Ja, ja, Mutter, nur einen Knaben! Ter Vater würde andere. _ r Nun war man schon im November, und i>er letzte traurige Gedenktag war vorübergegangen. Bereite krümelte erster Sdmee langsam und gehetmnisvoll hernieder; und ein einförmig grauer Himmel blickte auf die zum W.nter- schlaf ich vorbereitende Erde. Mit den ersten «chnee- locken trat eine ungünstige Witterung ein, und mancherlei Erkältung und Krankheit machte sich in der S.aot breit. Zuerst war auch dies unbeachtet geblieben; als aber Annr eines Tages über Halsschmerzen klagte und gegen ihre Gewohnheit ein weinerliches ^en zeigte, erschraken die Eltern. Sie schickten soglerch nach dem Arzt und verbrachten die Zeit, die bis zu seinem Erscheinen vergehen mußte, in größter Auflegung. x _ Ter Arzt erschien und machte ein ernstes Ge^id)t. Er Annis Weihnachtswunsch. Novellette von Ch. Philipp. Annis Ettern lebten in einem schönen großen Hause, bas im besten Teile der Stadt lag, und ihnen selbst gehörte. Hinter dem Hanse zog sich em hrrbsch angelegter und sorgfältig gepflegter Garten bte Uferterrasse hinab wo er den breiten Strom erreichte, der aus weiter Feme beranraufrbte um nact) einem weiteren langen Wege dem Mee« zuzneilen. Alle Leute sagten: Ja, die haben s gut' Die brauchen nicht zu reisen, um Abwechselung und Lcholnng zu "suchen, die haben eben alles: Geld in Menge, ®eflSeiteinlSe sie: bis e^^ ^piel zu Ende war. seufzten d.e Svazrergang od^ brü(fenbe Sck;weigen hatte wieder bte a iniSmufe — in dem schönen großen Haufe, viele mit Neid blickten! Jcir der Winter dahingegangen mtt feinen kurzen Oo w°r oe reinem Schneegestöber und D°gen und taug Schlitten gefahren und auf der Eisbahn lausen dürfen, und zu. ihrem Ge- hatte auf ’ Menge der entzückend,ten Sprel- burtstage hatte es ei^e wceng ^Überschlag Frühsachen fiegebem X ffiett freute Hd». Rur Annis Atern^aingen ' durch die wiedererwachte Pracht still und Eltern gl 9 widmeten wohl nach wie vor dem traurig dahins^wwmeten ^^igten aber keine hwfrne für die köstlichen »üten und das uPP-g 9anb rinasum Nur bei diesem oder jenem Anlaß, grüne?°ub ringm verstorbenen zu ammen- «ch."■ von Otta selbst angelegt worden! Solche Kränzchen von Wiesenblumen hatte Nelly so o geschickt gewunden! Hier war das Lieblingsplätzckien von Fritz und dort der Puppengarten v»on Hedwig! Und nun war das alles, aues vorbei. So ging der Sommer vorbei. Im Herbst aber kam der erste traurige Gedenktag und während der nächsten Wochen jährten sich die Todestage der drei anderen Lieblinge. Tränen und wieder Tränen! Wie elend die Mutter ausfafr! t , Eines Tages sagte der Vater in Gedanken vor sich hin: „H^ätten wir wenigstens einen Sohn behalten!' Er hatte nicht beachtet, daß Anni neben ihm stand. Noch weniger hatte er bemerkt, wie sich das Gesidstchen der Kleinen veränderte. Dem Ausdruck unverkennbaren -Erschreckens — als wäre ein Sohn so unendlich viel mehr ate sie — folgte ein Sinnen und Grübeln, das mit dem zarten Mter des Kindes garnicht zu vereinbaren war. Seit diesem Tage blieb Anni verändert. Still und leise lebte sie ihr kleines Leben inmitten des Kreises der Erwachsenen, sinnend und grübelnd —, -ohne daß dem indessen nad)-geflrsd>t wurde, so wenig wie ihre flüheren Bemühungen, die Eltern zu erheitern, beachtet worden waren. , . _ Wohl bewies die junge Erzieherin ihrem Zögling herzliche Teilnahme, und die Dienstboten trugen Anni sozusagen auf den Händen. „Wenn das noch lange so fort- qeht", saqte die Kinderfrau, die eiaenilich nur aus Gewohnheit nrch im Haufe verblieb, „können wir auch noch die Anni begraben. Sie ist schon so unheimlich ernst geworden, garnicht wie ein Kind. Die zehr! sich noch auf. Und die Frau und der Herr sehen's nicht einmal." Nein, die sahen es nicht. Hs bfleo ein ^ag wie der stürzen. War denn kein Erbarmen mehr im Himmel? Sollten sie viett-eicht das letzte Kind cherg>eben rnüssen? Anni lag im Fieber, das ihren kleinen Körper sdMttelte, und die Ettern saßen am Bettchen und blickten voller Ber- zweifliiNA drein. Was für Tage, und was für Nächte? Es war ein Ringen mit dem Tode und — zuletzt — ein Sieg über die tückische Krankheit. O Tank! Innigsten ttefsten Dank! Aber noch lag Anni matt da. Der kleine Mund, sonst so plauderlusttg, war geschlossen, und noch zeigte sich kein Läck)eln, das sonst unzertrennlich von Anni gewesen war. Mle Liebe, welche die armen geprüften Ettern in verstärktem Maße für das wieder geschenkte Kind empfanden, kam jetzt zu voNstem Ausdruck; und langsam, ganz langsam folgte endlich die Wirkung auf Anni. Ein wundersani belebendes Vertrauen zog in ihr Herz und gab ihr nach und nach die alte Art wieder. Eines Tages saß die Mutter allein an Annis Bett, welches das Kind vorläufig immer nur erst auf Stunden verlassen durfte. Sie erzählte ihrem Liebling, wie nahe totebentm Weihnachten sei und fragte nach den besonderen Wünschen. Tie Kleine seufzte. Dann sagte sie flüsternd: „Ich habe nur einen Wunsch, einen großen, sehr großen Wunsch!" „Sprich ihn aus, mein Schatz!" Anm schwieg-. „Nun?" „Ach, Mutter, sag mir doch, gehst Du wieder auf den Weihnachtsmarkt wie damals?" „Damals! Mein Gott, das war vor zwei Jahren gewesen, und alle fünf Kinder hatten die Eltern begleitet. Welche schmerzlichen Erinnerungen! Tie Mutter rang nach Gleichmut. „Warum fragst Tu das, mein Kind?" „Weißt Tu nod), Mutter? Da waren so arme kleine Kinder auf der Sttaße; ganz arm. Der Vater sagte: ,Ach, wie schwer werden die Eltern die Kinder ernähren können! Tie sind den Leuten gewiß zur Last.' Mutter, kannst Tu nicht hingehen, und die Kinder suchen? Könnt ihr md)t den Leuten einen Sohn abkaufen?" Mit unbesd)reiblichen Empfindungen sah die Mutter ihr Kind an. Sie fchwieg bestürzt, obgleid) sie keine Erinnerung an jene Worte hatte, die Anni keinen Augen- zwischen den Bewohnern der Stadt und den deutschen Sol- baten nicht die Rede gewesen ist. Er schreibt: „Cümtliche Offiziere unseres Detachements waren in dem Hotel de l'Ecu auf Kosten der Stadt einquartiert und verpflegt. Unsere Ansprüche waren dort gewiß nicht übertrieben. Als wir später im Laufe des Abend-- einige Flasä-en Sekt tranken — Sens bot in diesem Feldzuge die erste Gelegenheit zu solchem Genuß —, geschah dies nicht auf Kosten des Stadtsäckels; wir b eza h l te n ihn bar und richtig. Nach dem Essen erschien der M a i r e an unserem Tisch, nahm Platz und sprach in seiner Unterhaltung dem Teiachementsjührer seinen D an k aus für die nicht e r tu ar t e t c freundliche Haltung des gefürchteten Feindes gegen die Stadt und ihre Bewohner. Bei einem Gange durch die Stadt, aus dem ich meinen Hauptmann begleitete und wobei wir einige kleine Einkäufe machten, waren wir stets von neugierigen Einwohnern jedes Alters, jedes Geschlechtes uno ftbes Standes umringt und gefolgt, die über alles, was wir taten, ihre harinlosen Bemerkungen machten und chrer Beruxunderung Ausdruck gaben, wie: „ils parlent fran-ais, ils ont de l'argent fran^ais, le Petit Lieutenant fume" usw. Eine durch Requisition und Plünderung, mitgenommene" Bevölkerung wäre gewiß nicht so arg* tos ausgetreten. Eine in der Nacht von Hauptmann Balser und mir vorgenommene gemeinsame Revision der Wachen und Alarmquartiere verlief ungejiört. Die Stadt war vollkommen ruhig, die Mannschaften waren sämtlich in den ihnen zugewiesenen Unterkunftsräumen. Wo bleibt die Plünderung? Wo bleiben 'Mord, Raub und Totjck)lag? Ueber die von der Stadt willig geleistete Tagesoerpflegung h.nausgehende Anforderungen wurden unsererseits nicht gesteckt Die Mannschaflen waren mit dem ihnen Zugewiesenen durchaus zufrieden. Daß von ihrer Seite Ausschreitungen oder Gewalttätigkeiten verübt worden seien, ist niemals bekannt geworden und war außerdem bei dem Geiste der Truppe ausgeschlossen." Diese Aussagen lassen zur Genüge erkennen, welche Bewandtnis es mit den Beschuldigungen hatte, und sie lassen es verstehen, wenn General v. Kretschmann die Vernichtung seiner hinterlassenen Briefe wünschte, ein Wunfch- bem seine Tochter leider nicht nach^am. Dem Frankfurter Arbeiterkougreß widmet der bekannte ^oz ^Politiker Lanogerichtsrat Kul e- mann-Braunschweig in der „Soz. Praxis" einen Artikel, dem wir nachstehende Ausführungen entnehmen: Plötzlich erjcheint auf der Bild stäche ein Konkurrent der Sozialdemo kratie, der stark genug ist, um Beachtung, zu verdienen. Seb sage mit Vorbedacht „Konkurrent", nicht „Gegner". Tas neue Arbeitsheer, das in Frankfurt eine Musterung hielt, ist imstande, einen Krrstallijierungsvuntt für alle diejenigen Arbeiter gruppen zu bilden, die sich bisher der Sozialdemokratie gegenüber noch ihre Selbständigkeit gewahrt haben. Tas bedeutet eine völlige Veränderung der Sage. Wie oft wünscht man im Leben mit heiger Sehnsucht, man könnte das 'jtab der Zeil zuruadrehen, ist ihnen nur eine Last. Aber bei uns hat er alles, was er braucht, und alle werden sich über ihn freuen." Weinend umarmte die Mutier ihr uind, und auf dessen dringend wiederholte Bitten gab sie das Verfprechen ab, mit dem Vater zujamnien auf den WeihnachtS markt zu gehen, und den „Bruder", wie Anni den unbelannlen Knaben jetzt schon nannte, zu lausen. Möglich wäre dergleichen schon. Indessen — so aus dem sJJuirtt das „er,te beste" Kind erhandeln! Nein, das war doch ausgeschlossen. Mochte Anni das in ihrem kleinen Kopse denken, große Leute müssen die Sache anders onsasjen. Der Vater hatte zuerst gleichfalls bestürzt Annis Weihnachtswunsch angehört, uno feinen der Gevanken, die über ihn herfielen, tvnnte er zu Ende denken; es war ^.auch ein zu seltsamer Vorschlag — nein, mehr als das: es )var die unabweisbare Bitte eines ünnner noch nicht völlig genesenen Kindes, des letzten Krudes! In dem Wirrsal von Gedanken und Empfindungen kam er immer wieder auf den einen Punkt zuruck, daß man jetzt einen armen verlassenen Knaben ausfindig machen mus,e. Wir wollen die Leser nicht langweilen mit Schilderung Ser Beratungen uno Gänge, die die,em Zwea gewidmet waren. Bald kam der Wechnachtsabenb heran, mit Tannenduft und Kerzenschein und all den liebevoll aus- gewahlteu Gaben. Anni, schon seit vierzehn Tagen wieder wohlauf und mehr und mehr die alte Fröhlichkeit gewinnend, hatte sich auch ein paar kleine tleberrajchungen für die Eltern ausgebucht Doch ihr ganzes Sinnen war un übrigen auf das große, wichtige Ereignis, den Bruder, gerichtet. In ihrem.n-etchen Herzchen hatte dieser längst einen gesicherten Platz, und bet allem treuen Gedenken der dayingegangenen Geschwister muhte sich Anni jetzt schon ab, den neuen Bruder zum Gefährten all chrer Freuden zu machen. Es war ein trauliches Halbdunkel im Zimmer, worin Anni mit der alten Kinderfrau au/- das Ertönen der Weihnachtsglocke wartete. Die junge Erzieherin war zu den Shrigen gefahren. Snr Nebenzimmer legten die Eltern die letzte Hand an den Aufbau von Gaben aller Art; und vorsichtige Schritte ließen sich vernehmen. Noch wenige Augenblicke, uno Oie Glocke ertönte. Tie Tür ward geöffnet, uno strahlendes Kerzenlicht drang in Fülle von dem großen Tannenbaum, vor dem ein auffallend großes Stuct — so eine Art Wagen oder Aehnliches — stand. Anni konnte es nicht gleich erkennen, aber ihr Herz erriet alles. Fabelnd eilte sie geraden Weges darauf zu: richtig, ein Kinderwagen! Die Vorhänge waren zugezvgen; aber die Mutter schob sie zur Seite und ließ Anni in den Wagen schauen. „Tein neues Brüderchen!" sagte sie unter mächtig hervordringenden Tränen. „Sa, Anni", setzte der Vater hinzu, „Du wolltest ja zu l Weihnachten einen Bruder haben! Bi,t Du nun zufrieden?" Ein Umarmen und Herzen uno Danken schier ohne Ende folgte! Und das Bübchen schlief dabei ruhig weiter. So ein nettes, gesundes und offenbar schon recht vernünftiges Bübchen. Vor einem Jahr hatte es seine eigenen Eltern zu Weihnachten überrascht; nun war es Waise geworden und wäre zu kaltherzigen Leuten gekommen, wenn sich nicht alles so wunderbar gefügt hätte. „Ist unsere Anni nun zufrieden?" fragte der Vater noch einmal. Und zwei kleine Arme umschlangen chu stürmisch und noch einmal vor einem Entschlüsse stehen, den man jetzt ganz gewiß anders fassen würde, als man es getan ljat. §n der Regel ist das ausgeschlossen, aber hier ist es bis zu einem gewissen Grade möglich geworben. Führt die Sozialdemokratie drei Millionen Anhänger gegen Reich und Staat ins Feld, so kommt hier plötzlich eine freilich nicht eben so große, aber doch beachtenswerte Arbeiterschar und bietet Krieg oder Frieden, je nachdem man sie aufnehmen wird. Sie will gern auf dem Boden der staatlichen Ordnung stehen, aber sie fordert, daß man ihr alles dasjenige gewähre, was man bisher der sozialdemokratischen Arbeiterschaft wegen ihrer Staatsfeindlichkeit verweigert hat. 9tun wohl! Sst wirtlich die Slaatsseindlichkeit Oer Sozialdemokratie der Grund, weshalb man sie bekämpft, so muß man die neue Truppe als Bundesgenossen behandeln und ihre Forderungen bewilligen. Tut man das nicht, jo zeigt man, daß die angeblich im Staatsinteresse erforderliiye Betäuipfung der Sozialdemokratie nichts war als ein Vorwand, um die Emanzchaiionsbestrebungen des vierten Standes abzulehnen, daß man die Sozialdemokratie schlug, aber die Arbeiter!) eweg'ung meinte. Tie Forderungen des Frunksurter Kongresses lauten: Sicherung und ©..Weiterung des Koalitionsiecqies, Gewährung eines freiheitlichen Vereins- und Ver.ammlungsrechts der Berufsvereine und Einrichtung von paritätischen 2lr* beitskammerii. Keer uno — Ter Kaiser hat eine besondere Erinnerungsgabe für alle an der Subelfeier in Hannover beteiligten ehemaligen Aiigehorigen und aktiven Mannschaften der 'Jiegimenter in Form eines Buches gestistet, die bei der Parade auf dem Waterloosnatze verteilt worden ist. Tas Buch ist bezeichnet als ein Geoenkbiatt zur Feier des 19. Dezember luu3 und hat auf dem Bitelknall Oie Aufschrift: „Zur Erinnerung an die königlich hannoversche Armee", uno das königlich Hannover,che Wappen. Si.rzeu.el zeigt auf buntelbiaueui Grunde den goidenen preußischen Adler. TaS Buch enthält die Ge,chichre der hannoverschen Truppen von lbu3 bis heute uno zahlreiche Abbildungen ix)n Szenen aus den Schlachten, von Uniformen, oon hervorragenden Führern, sowie den Königen Ernst August, Georg V., Wilhelm I. und ein Bild Wichelms 11., das ihn an der Spitze seiner Konigsulanen, zur Attacke reiteno, darstellt. Kolonialpost. Berlin, 23. Duz. Telegramm des stellvertretenden Kommandeurs der Schutztruppe in Windhuk, Techow, lieferten die Witbois uiuer oem Bezirtsanit- mann Burgsdorff am 10. Dezember den Eingeborenen am ouorano Oer Kurasberge ein siegreiches Gefecht. Ter diesseitige Verlust der Eiligeborenen beträgt drei Tote und zwei Verwundete. Mit Beginll des ntntn Zchres 1004 wird Oie parlamentarische Tätigkeit in Berlin und Darmstadt aufs neue eugegen und augeroiOentlid) interessante Verhanolungen im Reichs- und im Landtage flehen bevor. Der Hicßmer Anzeiger steht unter den Blattern pessens mit an erster Stelle in Bezug auf Reichhaltigkeit, Schnelligkeit und Zuverlässtgkeit gerade der parlamentarijd)en Berichterstattung. Er gewahrt ein erschöpfendes, gut orientierendes Spiegelbild des politischen und wirtschaftlichen Lebens. Wir bitten, bei unseren Bezugsstellen ober bei der Post sofort zu abonnieren, um Verzögerungen in der Zustellung zu vermeiden. yiiltH Ulli) iUllÖ. Gießen, 24. Dezember 1903. — Im Lesesaal der öffentlichen Lesehalle am Selterstor hat diese Woche em Wechsel der Bilder stattgefunden. Die diesmalige Serie enthält Nachbildungen von Werken folgender Künstler: Dürer, Tizian, Murillo, Watteau, Richter, Schivlndt, Makart, Gabriel Max, Boecklin u. s. w. Der Stereoskop-Apparat zeigt gegenwärtig Ansichten von Paris, joime Skulpturen aus den Sammluligen des Louvre- unb des Luxemburg-Palais. Die Handbibliothek wurde in jüngster Zett durch neue Bücher und Nachschlagewerke erweitert. In der Kunstabteilung würben soeben vor den Feiertagen, am Schluß des Ludwig Richter-Jahres, die beliebten Sammlungen des genannten Künstlers, „Erbauliches und Beschauliches, „Fürs Haus", „Richter-Album", „Aus der Jugendzeit", „Aus dem Volksleben", neu ausgelegt. Der Lesesaal ist an den bevorstehenden Feiertagen wie alltäglich von 10 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends ununterbrochen geöffnet. Zutritt hat jeder Erwachsene, die Benutzung ist kostenfrei. Jni Lesesaal steht auch ein Schreibtisch zur Verfügung. ** Folgende oxingneye jo. u । r a g e hubm die Abgg. Schmalbach und Genossen, betreffend die Schädigung des Publikums durch den Zwischenhandel mit Schweinen und Schweinefleisch an Oie Kammer gerichtet: Zu gegenwärtiger Zeit weroen nach Angabe von Gastwirten unO Privaten in Darmstadt bezahlt bei den Metzgern: für 1 Psuno Schweinefleisch 0,<6 Mk., 1 Pfund Speck 1,— Mk., 1 Pfund Schmalz 0,<0 Mk. Im allgemeinen erhält zu gegenwärtiger Zeck der Landwirt unseres Landes: für das pfund Leoenogi-wicht 1. Qualität 3b—40 Pf., Schalchtgewicht 1. Qualität 43—50 Pf. Dazu Jommt noch, daß bet diesen Preisen Oie überfüllten Bestände an fetten Schweinen uno F-erkeln zu einem großen Teile uliverkauflich sind und nur schwer Abnahme finden. Im Rückblick aus das vor kurzer Zeit durch die Handler- uud Metzgerpresse in Szene gefetzte Fleischnot- Geschrei, sowie im Hinblick au, Oie durch die ungerechtfertigt hohen städtischen Verkaufspreise des Schweinefleisches drohende Unterernährung des arbeitenden Volkes sowie des f leischkon s umierend en Publikums überhaupt, halten wir es ,ür eine Pflicht der Großh. Regierung, hier m irgend einer Weise vermittelnd einzugreifen, uno fragen hiernach an: 1. Was geoeult die Groph. Regierung zu tun- um das gegenwärtige Mißverhältnis zivischen den Einkaufs- und Verkaufspreisen des Schweinefleisches baldmöglichst beseitigen zu Helsen? 2. Ist die Großh. Regierung bereit, Oie allgemeine n Einkaufspreise auf dem platten Lande und auf oen- großen täd tisch en Viehmärkten und Viehhöfen, in Ge genüber- tellung mit den am Orte jeweils geltenden Verkaufspreisen von Fleischund Fleisch Produkten, in den großen Städten des Landes allwöchentlich öffentlich a n s ch l a g e n zu lassen?" *• Silberne Hochzeit feiern am 3. Weihnachtsfeiertag Metzgerrneister Adolf Ntöhl und Frau. Puppen. Den meisten kleinen Mädchen geht nichts über das Spielen mit Puppen, und eine Weihnachtspuppe gehört zu ihren Lieblingswünschen. In allen Jahrhunderten ist mit Puppen gespielt worden. Man sagt, die Puppe sei altägyptischen Ursprungs, aber vielleicht ist sie noch älter. Bei den Germanenkindern spielte sie eine große Nolle. Man hak altgermanische Kindergräber gesunden, wo neben den sonstigen Ueberresten auch Puppenspielzeug lag. Im 14. Jahrhundert waren tönerne, im 16. Holzpuppen beliebt. Manchmal wurde ein ganz unsinniger Aufwand getrieben. 1544 schenkte Kurfürst August von Sachsen seinen Kindern einen ganzen Puppenstaat; die Puppenküche enthielt 71 Schüsseln, 106 Teller, 36 Löffel, 28 Eierbecher usw. Zuweilen müssen die Puppen recht groß und schwer gewesen ein; wird doch aus dem Jahre 1567 von einem Kinde in Abtnaundorf berichtet, das mit seiner Puppe im kindlichen Streite ein anderes erschlagen habe. Eine der kostbarsten Puppen, die es jemals gegeben hat, verehrte Herzog Alfonso von Ferrera im Jahre 1448 seiner erst elfjährigen Braut sDlaria Sforza von Mailand; die dazugehörige Puppenstube war von den hervorragendsten Nteistern der Ntalkunst mit Bildern reichlich auSgcschmückt. Aus dem 17. Jahrhundert werden, z. B. im Germanischen Museum zu Nürnberg, noch einige glänzend ausgestattete Puppenhäuser aufbeivahrt. Nicht selten war früher die Puppe auch em beliebtes Spielzeug der Erwachsenen, und manche Fürstin vertrieb sich dainit die niüßigen Slunden. Eine der berühmtesten Puppenindustrien ist heute die Sonneberger im Thüringer Wald. )( Grünberg, ^3. Dez. Mit oer m der letzten Ge-- meinOerats,itzung be,chl>ossenen pvobeweisen Beleuchtung der Straße u durch Spiritus glüh licht hat man niioweit einen Fehlgriff getan, als bie,e zwei angeb^aa-ien Spiritusbrenner fick), nur für geschbos,ene Räume eignen, aber nicht zu öffentlichen Anlagen. Tie hierzu erforderlichen bejonberen Apparate aber würben, ba sich erfreulicherweise der G>emeinderat nun einmal für eine Verbesserung der öffentlichen B-eleuchtung ausgesprochen hat, auf etwa 40u0 Mk. für unsere 6u Larernen zu stehen kommen, eine ^xumme, die löenu ooch für eine andere Deleuchtungsart anzu- legen wäre. Unter der richtigen Erwägung, daß btr Gkmemoe teine allzu großen Lasten erwachsen, macht sich eine Bewegung für ein Gas- ober ein Elektrizitätswerk geltend. w. Nidda, 21. Dez. Am Sonntag abend fand im Gasthofe zur „Traube" die Bescherung für unsere Kleinkind e r s ch u 1 e statt. Gegen 70 Kinder wurden mit Kleidern, Spiel werk und Süßigkeiten reich beschenkt; ein prächtiger Tannenbaum war im Saale ausgestellt. Die Feier würbe geleitet von dem Vorsitzenden Pfarrer Werner, der auch den Gebern und Geberinnen herzlich Dank sagte. Die Schule sieht auf ein nahezu 25 jähriges Bestehen zurück und wirkt hier mit reichem Segen. Worms, 22. Dez. Oberbürgermeister Köhler teilte eingangs der heutigen Stadtverordnelensitzung mit, daß nach 'Mitteilung der preuß.-hess. Eisenbahndirettion der Bau der ^Nebenbahn Lampertheim-Weinheim infolge einzelner Schivierig- keiten, die dabei sich ergaben, verzögert und die Fertigstellung infolge davon bis zum 1. Oktober 1004 hmausgejchoben wurde. — Weiter teilt der Vorsitzende über die Kosten unserer Arnienp siege mit, daß im Jahre 1897—98 die Einwohnerzahl von Worms 38 000 Einwohner und der städtische Zuschuß zur Armenverwaltung 68 000 Mark betrug ; heute haben wir 44 800 Einwohner und sind für 1904—05 136 000 Mark Armenverwaltungszuschuß vorgesehen. Die Einwohnerzahl hat demnach in diesem Zeiträume um 18 Prozent zugenommen, während die Arinenlaslen sich um 100 Prozent erhöht haben. (Worms. Ztg.) [] Marburg, 23. Dez. Ter frühere Diretoor der kgl. llniversitätsbibli0i.yet zu Halle, Geh. Regsierungsrat Dr. Otto Hartwig, ein bekannter hessischer Schriftsteller, ist im Alter von 74 Jahren gestorben. — Die Ein- ivohiierzayl unserer Stabt beträgt 18 <44 gegen 18 351 im Voriahr. — GelegenUich einer Schlägerei in Oem nahen Goß,eiben wuroen einem Wlris,oyn 2o Stiche ueigebruujt. Der junge Mann schwächt in Lebensgefahr. r. Biedenkopf, 23. Dez. In Oer Sitzung des Kreis- ft r i e g e r 0 e u t m a 11" o m i t e e 5 am letzten ^oniuag wurde ieirgejtelrt, bag ber Bausonbs baut oer Unterstützung einiger gemeimmtziger Snsti^ure sowie unserer hiesigen uno haupt- jächlich unserer Ameritaner Mitbürger die flatrUche Hohe von 9000 Mk. erreicht hat. Ais Tag der Enryullung wurde Sonntag, der 19. Sum 1904, festge,etzt; bie,e Feier wiro in Berbinoung^ mit dem Kreistriegeoverbanosie,ie fiatrfinben. Da die beiden Seitentafein die Namen lämilicijer gefallener und geftorbener Krieger aus den S-^6^ rejp. 18.0//1 führen werden, so fallen diese von den Bürgermeistern ber Gemeinden in den nächsten Tagen feftgejieut werden. „bugendfnfches Ausjeyen". Wir versäumen nicht, unsere verehrten Leser und Leserinnen nut Beginn der rauhen Fahreszett aui die Vorzüge von titjrotm unb Byroliu-Sefte auimertfam zu machen. ES gievt teilt anderes Mittel für die Haut- und Schönheitspflege, ivelches sich auch nur annähernd einer gleich glanzenden Bewahrung und Empiehlung jeuens aller arzlUchen Autoritäten erfreut. Vlicyt tmrd) marktschreierische Reklaine, sondern durch ihren wirtlichen Werl haben Bhrolin und die Bhroliu-Seife sich in Palast und Hülle, bet Arm und Reich Eingang zu verschaffen geivußr. , 8v85 Wer einmal Byroli« und Bhroliu-Seifc versuchte, verwendet sie ständig.^ Falls ui einschlägigen Geichäfteii iiicht erhältlich, wende man sich direkt bezüglich Zusendung von Prospekten über die bewährten Dr. Gras'schen^ Präparate mi die, Firma Dr. Gras u. (Som., Kgl. rumänische Hoslieieranten, Berlin O. 112 HAIZEVA Wer gern Puddings, Torten und mibere Alehljpeiieii ml, sollte, nicht versehlen „Alaizena" zu versuchen. Ein Universalmittell Ausgiebig, sehr nahrhasl, außerordenlllch leicht ücrbaidid) und garantiert absolut rem! Aerzttich empiohlen. Seit 50 Jahren bekannt und beliebt (tzg. Merkel. mieten. 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Am dritten Weihnachts-Feiertage: Grosses ausgeführt von der Kapelle des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Grossh. Hess.) Nr. 116 unter Leitung des Grossh. Musikdirektors Herrn C. Krausse. Splelplan. 1. Sternbanner-Marsch, Sousa. 2. Volkslust-0u verture, Herold, 3. Sonntagskind- Quadrille. Millöcker. 4. Finale a. Maritana, Wallace. 5. Ouvert. Die lustigen Weiber, Nicolai. 6. Salon-Perlen, Krausse. 7. Martin-Walzer, Zeller. 8. Fantasie a. d. 0p. Das Glöckchen des Eremiten, Maillart. 9. Der Ko bürget, Der Braunschweiger Armeemarsch (mit Heroldstrompeten). 10. In der Hpinnstube, Eilenberg. 11. Aus der Ferne, Mazurka, Strauss. 12. Berliner Plaudereien, Potp., Klein. Anfang abends S Uhr. Eintritt 35 Pfg. Liehigshöhe. 1. Feiertag: W Große “W UchnchtSWmW Eintritt frei! Eintritt frei! 2. Feiertag: TsuzbckWiig. ________Eintritt frei! O6232 Solmser Hof. Am 3. Feiertag 06230 Frühkonzert. _______Wiih. Wagner. ESe&tauratBon Zaam Tlnr 2. und 3. Feiertag großes Entenkegeln (lebende Erricu) ivozit frenndiichst entladet [06225 ____________Wilh. Dreher. Gesangverein Harmonie. Am 1. Feiertag, abends 8 Uhr Weihnachtsfeier im Lenz'schen Felsenkeller. ------ 1 " Edelstes, krystallhelles Bier, rein wie Gold, leicht und wohlschmeckend, nur aus bestem Malz und Saazer Hopsen!!! tob der ersten Kulmbacher Aktien ■ Exporibraueres gebraut zapft SW* Einzig in seiner Art! । Hierzu ladet ergebend ein [9544 ______ Der Vorstand. HW.Wmein Wsije»jlhtz. Zweigverein Gießen. Die verehrt. Atitglieder werden zur Weihnachtsfeier des Vereins Contentia am 1. Feiertag in der Turnhalle freundlichst eingeladen. [9543 Der Borstand. Heine Weine im AusschüllK. Diners von y2l kis 3 Mr. . , . . ä Reichhaltige Abendkarte. (fyqut)tte ^ln)d)Clltt)CinC* . All« SaisonNpeisen. - - Hess. Fechtverein „Waisenschutz". Zweigverein Gießen. Smtiig he» 2L Trzewber, 3. MMWscikckZ, ßtos 8 Uhr, Weihnachtsfeier in Lonys MierKeller. Bescheerung von 30 Halbwaisen. Freunde und Gönner des Vereins, durch Mitglieder eingeführt, sind herzlich willkommen. 0521 Der Vorstand. Die drei Feiertage über geöffnet! Siiftr-$M8reae Hircheuplah 15. Geöffnet täglich bis 10 Uhr. Bon heute bis Sonntag den 27. Dezember: Reise in den Alpen. Aul vielfachen Wunsch habe ich diese GlaSphotos erworben. Es tft das künstlerischste, was existiert und bilden Die Fortsetzung der seinerzeit mit so vielem Beifall auigenommenen Serie „Tirol". Durch i)tc hohen Kosten i|’t es mir unlnöguch, diese Serie länger als 5 Tage auszustellen. Es versäume daher niemand beit Besuch. Bitte bte Bcreinsbittcts zu bemiijcn. Rodbe^gkiub Siesse^. SamStag den 26. Dezember (2. Feiertag) im Saale zur „Stadt Marburg Weihnachtsfeier. "UM Tanz, Verlosung, Borträge. Anfang 4 Uhr. Gäste sind willkommen. Eintritt frei. 06188______________________________________Der Vorstand. Bauer scher Gesangverein Am zweiten Feiertag, abends 8 Uhr: Weihnaohts - im 5-otcl Einhorn. Herr Nenk hat für dtesen Abend die Wirtschaft übernommen. Am ersten Feiertag, abends: Kemüllichc ZusammevKunst im K-reins.oKal. 9509_____________________________________Der Vorstand. Jechweröand Hießen-Layr. (WohlthätigteilS-Verein.) Am ersten Weihnachts-Feiertag, abends 7i/i Uhr: 8ksr;e WeilnaWeier im Saale des Cafe Ebel. Theatralische Weihnachtsvorstelluuzeu. Vorträge, lebende Bilder usw. Verlosung und Tanz. Bemerkt wird, datz Eintritt uub Lanz frei ist. Indern iür einen recht genußreichen Abend bestens Sorge ge= trogen ist, ladet ircundlichst ein Scr Freunde des Vereitts sind willkommen. 9465 ________________________Bier tut GlaS.______________________ Wieget Zn® GanMins. Am zweiten Weihnachts-Feiertag: 66208 Hutöesehte HanzmußK wozu freundlichst ernlader Baith. Wacker. Oemoia-Saa! Lollar. Sonntag den 27. Dezember: Hutbesehte Tanzmusik sowie Preis- WZ KonkmTenzschiessen 1. Preis: Ein fetter lebender Haurmcl und mehrere wertvolle Gegenitände. Es ladet freundlichst ein 9526 G„ 8Gto!es-« Biessener Zither-Club (W ohltätigkeits-Verein). Aw ersten Weihnachts-Feiertag, abends 8 Nhr: Grosse leihet-Boschm? für 45 hiesige bedürftige Kinder im Saale des Caf« Leib. 9488 Weater, Dorträge, lebende Ailder dc. W* Ball, Freunde und Gönner des Vereins, sowie die Spender zu diesem cdlen Zweck ladet ergebend ein Der Vorstand. Eintritt frei. Fiiilosophenwald., Am dritten Feiertage: Grosses Konzert ausgeführt von der 9510 Kapelle des Inf.-Reg. Kaiser Wilhelm (2. Grossh. Hess.) Nr. U6 unter Leitung des Grossh. Musikdirektors Herrn €• Krausse. Anfang nachmittags 4 Uhr. Eintritt 35 Pfg. Zuv Lttdwigsbuvg. mit Violine und elektrischem Piauino. 9531 Arn dritten Weihnachts-Feiertage: 3E1Zi Vorzügliche Speisen und Getränke. L Qi^sener Stemm- u. Ring-Club 1893 Am dritten Feiertage: Weihnachts-Feier aus der Liebigshöhe. Abends 8 Uhr: Lebende Bilder, Musterriegen, Pyramide« und darauf folgende Verlosung. Von 5 Uhr ab: Tanz. Eintritt frei. 9522 _________________________Der Vorstand. Brauerei AüsschMkAd.D8flaiBghoff Am dritten Feiertag (Sonntag): 06201 Friih-Konzert. Nordanlage 38.___________________Spuck. . U Kutscher Verein r Gietzeu. Am dritten Feiertage abends 8 Uhr: BL Weihnachtsfeier T bei Herrn Sauer, Neustadt. Freunde des Vereins sind tvillkornrnen. Zu zahlreiche,n Be- such ladet ergebenst ein . (95171 _ Der Vorstand. Kaninchenzucht-Verein Gießen und Umgegend, Am dritten Feiertage, abends 7 Uhr bei Gastwirt Kahnefeid: Krjie WeipnachLs-Zäescherung verbunden mit musikalischer und komischer Unterhaltung. Freunde und Gönner des Vereins von Nah und Fern find sreundltchsl eingeladen. , [9516j________ Der Vorstand. Mmeii-Kttck. Am Sonntag dem 27. Dezember abends 8 Uhr: Weihnachts-Feier bet Stamerub Bourgeois. 9525 Um zahlreiches Erscheinen bittet -__Der Vorstand. ... J.-L 7 . Tonntag den 27. Dezbr., abends Uhr, in der Turnhalle an der Nordanlage 9477 ÄMdkteier. MGGGGOMSGGGOMOGGMDGM Wänner-Hurnverein. t , Unsere Weihnachts-Feier verbunden mit Veriosuug unO Tanz findet bestimmt am zweite« LLeihuachtS-Feiertag (26. Dezember) im „Neue« Saalbau" stall. 9549_________Der Vorstand. Schützengarten Wetzlar. Am ersten Feiertag: Grosses Konzert tiusgeführt von der 9548 Kapelle des Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 116 unter persönlicher Leitung des Groash. Mubikdirektors Herrn C. Krausse. Aniang 4 Uhr. Eintritt 50 Vtg.