Erstes Matt. Donnerstag 24. September 1903 183 Jahrgang d«ack«rei(PteÜch (trben) 35 Gchnlstratze V. Adresse für Depeschenr «nzeiger Gieße«, ^ernjprechanlchluß Rr.bl. yrage nach besonderen Wünschen. Die ______-.».ßverständnisse führen. Die unglna- liehe Frau, deren „Würmer" belanntuch nach Brot schreien, fleht den Tyrannen Geßler um Freigabe ihres gefangen gehaltenen Mannes an. Harras fragt: „Wer ift Euer Mann?" Da tritt die Schouspieterin Frau sJt vorn an die Rampe: „Ein armer Wildheuer vom Rigiberge, Der überm Abgrund weg das freie Gras Abmäht an den schroffen Felsenwänden, (und mit donnernder Stimme uno ans den Darsteller des Ge^er zeigend) Wohin u a y Xaeh sich nicht getraut zu steigen." Unter dem una^hörlichen Gelächter des Publikums ist Geßler cm jenem Abend erschossen tvorden. trieben, setzte" er sich in euren Münchener Zug; er fuhr in einem an UnZ-urechnungsfähigkeit grenzenden apathischen Zustande nach München, und nur so ist es zu erklären, daß der Künstler reicht nur die Strecke von Garnrisch nach Innsbruck, sondern auch die von München nach Garmisch, für dre der Schnellzug drei Stunden braucht, im Wagen zurücklegte. Bor Garmisch wurde er von solchen Herzbetlemnr- ungerr befallen, daß der Kutscher ihn auch an Ort und stelle nicht verlassen durfte; aus Garmisch trieb ihn sein trallthafter Zustand weiter nach Innsbruck, woselbst er physisch und seelisch ganz zusammenbrach. — Der Hausarzt oes Künstlers hatte schon vorher derr Direktoren des Ber- (itier Theaters ein Attest geschickt, in dem es heißt: Harry kichen Verpflichtungen nachkommen könne. R. B. Darmstadt, 22. Sept. Int. Hoftheater kam heute abend Felix P h i l i p P r s neues Schauspiel „D e r D o r n e n w e g" zur ersten Aufführung. Die Ausnahme des Stückes war beifällig, aber keineswegs begeistert. Man sieht schon in der ersten Viertelstunde beu Ausgang voraus und wird auch durch den Gang der Handlung, die ziemlich matt uno wenig originell ist, keineswegs zu besonderer Auf- merksamt'eit veranlaßt. Die Aufiuyrmlg war glatt und abgerundet; mit Freude ist zu konstatieren, dag sich dre neu engagierten Schauspielkräfte auch heute vortrefflich bewährten Herr Lehrmann war als Ernst Bülau in jeder Haupttracht zum großen Teil wieder absorbieren, anzubahtien? Der einzelne kann ja manches dazu beitragen, indern er an ihm geeignet erscheinende Plätze eine Akazie, eine Linde, eine Kastanie usw. pflanzt. Hast Tu, lieber Jmkerfreund, an Deinem Bienenstand einen Garten, dann bist Du sicher bestrebt, durch Stachelbeer-, Johannisbeer- oder Himbeersträucher Deinen eigenen Bienen etspas Nahrung zuznsühren. Auch Honigende Ziersträucher, tvük Schneebeere, bereu roten Blüten fast das ganze Jahr von den Bienen beflogen werden, werden Vielleicht auf eigenen Grund und Boden, wenn er in der Nähe Deines Bienenstandes sich befindet, gepflanzt. Aber, meine Herren, das ist Egoismus. „Einer für alle, und alle für einen" muß auch für uns Bienenzüchter gelten. Gib Deinen Freunden, Bekannten Ableger von Honigenden Ziersträuchern, Stachelbeeren usw., teile Samen von honigspendenden Blumen aus! Für solche Tinge finden sich immer Abnehmer, besonders wenn sie nichts kosten. So könnte der einzelne schon vieles zur Verbesserung der Bienenweide beitragen, aber unendlich mehr kann erzielt werden durch Korporationsgeist. Unitis viribus! Gehen wir hiernach zu den einzelnen Gebieten über, aus welche die vereinte Tätigkeit zur Verbesserung der Bienenweide sich zu erstrecken hat, so nennen wir zunächst: Das Feld mit seinen Ackerflächen, Gewannwegen, Erdrainen, Mauern, Baumanlagen, Abzugsgräben (Weideplätze und Wüstungen eingerechnet). Wir können unseren Landwirten nicht zumuten, daß sie zu ihrem Schaden und Nachteil bloß unseren Bienen zuliebe Raps bauen sollen in so ausgedehntem Umfange, wie sie eö früher taten, ehe das Petroleum aus Amerika zu uns kam. In unserer Umgebung, wo der Weißklee, welcher um diese Zeit Ersatz bieten könnte, nicht kultiviert wird, sondern nur wildwachsend vorkommt, wüßte ich keinen anderen Ersatz zu finden, als in der fleißigeren Anpstanz- una von Akazien und der großblätterigen Linde, welche um Johanni blühen und reichlich honigen. Was dann die , Rapsfelder nicht mehr in so ausgiebiger Weise: wie früher unseren Bienen liefern, müßte durch die Obstkultur einigermaßen ersetzt werden, da Raps- und Obstbaumblüte in der »■tif L SSfiÄM. i-- Achter bezüglich einer guten Sommertracht hauptsächlich auf den Kleebau gerichtet sein müssen. Die Rheinhessen vilan^en ihre Esparsette und weim das Wetter zur Blütezeit günstig ist, bann hat der Bienenzüchter Rheinhessens sein Geschäft gemacht- In wenigen Tagen Stöcke voll Honig! Hier müßten vor allen Dingen die Großgrundbesitzer ui das Interesse gezogen werden. Meine Herren! Der Zweigverern Lauterbach hat sich in den letzten Jahren so vergrößert, wie fein anderer. Lauterbach zählt zu seinen Mitgliedern einen Großgrund- besitzer, einen adligen Herrn, der Mühe, Zeit und Gew nicht scheut, um die Bienenzucht zu heben. Es ist etn Zug der Zeit, immer nach oben zu sehen und was oben gemacht wird, das machen die anbern nach. Dieser Herr treibt bie Bienenzucht praktisch, anbere adlige Herren aber kenne ich, die bekimden ihr Interesse an der Bienenzucht dadurch, daß sie ihre Gärtner in der Bienenzucht ausbilden und durch diese ihren Bienenstand bedienen lassen. Wir begrüßen dies mit Freuden, denn den Gärtnern wird es am Herzen Uegen und ein leichtes werden, die Menenweide in ihren Schloß- gärten und Parkanlagen zu Pflegen und zu verbessern. Gelingt es uns, immer mehr Großgrundbesitzer zu den Unserrgen zu zählen, und durch ihren überwiegenden Emflutz aus die Kleinbauern die Interessen der Landwwtschafi mit denen der Bienenzucht in Einklang zu bringen, darin rst ein aroßer Schritt vorwärts zur Verbesserung der Bienen- weide geschehen, wonach die Mittel mtb Wege im einzelnen sich leicht finden lassem Zunächst wird man den Bauinanlagen in den Feldern, dann den Vizinalwegen, die das Feld durchschneiden, ferner Weideplätzen und Wüstungen eine größere Ausmerksamkert widmen als seither. Man ivird an Kreisstraßen, der Staalt geht in jetzt mit gutem Beispiel voran, nur Obs bäume, Linden oder Akazien (keine Pappeln u. dergl.) pflanz«,, die den Bienen im Frühjahr reichliche Nahrung bteten. Wo edlere Arten nicht mehr sortkomineu, da gedeiht immer noch die unverdrossene Kirsche, welche ich auch ganz be- I sonders noch für WiMunaen empfehlen mochte. W,e viele bei S p a l t e r o b st verwirklichen. Weinberge schützt man bekanntlich, indem mau künstliche Wolken erzeugt, wie das in Rheinhessen alljährlich zu beobachten ist. Man verwendet starken Rauch, aber wenig Hitze erzeugende Stoffe, Pech, dürres und grünes Kraut usw. In neuerer Zeit wird ein eigens zu diesem Zwecke bergestelltes Fabrikat einer chemischen Fabrik verwandt. In der Versuchsstation zu Geisenheim sind mit dem Präparat Versuche angestellt worden, die sehr gut ausgefallen sind. Zu dem Verhängen der Pflanzen und dem Erzeugen von künstlichen Wolken kommt ein drittes Schutzmittel, das viel zu wenig beachtet wird: das Verzögern der Wiederaufnahme der Wurzeltätigleit bei den Pflanze n. Wenn man verhütet, daß die Sonne im Frühjahr bte Erde zu sehr erwärmt, verzögert man bas Safttreiben der Bäume und Pflanzen. GS ist nachgewiesen, daß man durch Bedecken des Bodens mit schlechten Wärmeleitern wie Stroh und Laub das Safttreiben, folglich auch die übrigen Vorgänge, vor allem das Treiben der Kwospen, um v i e r z e h n Tage hinausschieben kann. Und man wird finden, daß eine so geschützte Pflanze den Temperaturwechsel von Tag und Nacht leichter übersteht. Ueberdies wird durch die Verzögerung des Safttreibens die Zeit der Blüte hin- ausgeschoben, und oft schon haben die vierzehn Tage genügt, um eine ganze Obsternte zu retten. Wir können also, solange noch Frühlingsnachtsröste zu befürchten sind, die Pflanzen durch Verhängen, das Spalierobst durch Verhüllen, die Weinberge durch Rauch-- tzrzeugung und die Bäume durch Verhinderung zu ftühen Safttreibens schützen. Leider aber beachtet man diese Schutzmittel noch zu wenig. Eins Jet noch erwähnt, obwohl es manchem als selbstverständlich erscheinen mag: alle Pflanzen, die kräftig, d. h. gut genährt sind, überwintern uno überdauern die Frühlingsfröste leichter als schwache kränkliche Pflanzen. Menn alle diese Gesichtspunkte, wie es sich gehörte, berücksichtigt würden, könnte mancher Herbst reicheren Segen an Obst bringen, als es geschah und dies Jahr an vielen Orten wieder geschieht. Aber im Frühjahr denkt man meist erst an den Herbst, wenn es zu spät ist, wenn eine einzige Frost nacht Millionen von Blüten zerstört hat. Darum sei jetzt einmal im Herbste auf den Frühling hin gewiesen. Jetzt, da die Obsternte in vielen Gegenden wieder so mager ausfällt, finden beachtenswerte Worte sicher eine Stätte! G. O. Wie können die Imker die Tracht verbessern und die Bienenzucht heben? tAus dem Vortrag vom 10. Sept. 1903 von Lehrer Hotz- Nidda auf der Wanderversammlung der Bienenzüchter Oberhessens in Gießen.) Motto: „Immer strebe zum Ganzen! Und kannst du selber kein Ganzes werden, Schließ als dienendes Glied an ein Ganzes dich an! Als Einleitung zu meinem heutigen Vortrag frage ich: Tut es not, die Bienenweide zu verbessern? Ta meint ein Bienenzüchter: Seitdem' die Monomen die Felder mit allen erdenklichen Maschinen bewirtschaften, ist es mit der Bienenweide rückwärts gegangen. (£in anderer sagt: Tie Bereinigungen find schuld am Niedergang der Bienenweide. Ein dritter sagt: Die Zuckerrüben, die bei den Großbauern ganze Fluren einuehmen und die, wenn der Ertrag ein lohnender fein soll, vom Unkraut peinlich gewissenhaft befreit werden müssen, verringern unseren Bienen bie Nahrung. Auch durch die Einführung des Petroleums, des Gases, der Elektrizität, des Acetylens zu Beleuchtungszlvecken werden keine Oelpflanzen mehr gezogen und somit den Immen viel Nahrung entzogen. Gegen all diese Ansichten ist nichts zu sagen, alle sind mehr oder weniger berechtigt und wir können behaupten: Die Bienenweide ist durch intensivere Betreibung der Landwirtschaft zurückgegangen. Ich stelle nach dieser einleitenden Frage die Hauptfrage: Was ist zu tun und was muß zunä chst in Angriff genommen werden, um eine Vermehrung der Nayrungs^ quellen für unsere 93i epi en und zw ar in d er Weise, daß keine Trachtlücken entstehen, welche die Vorräte einer v o r aus g e g a u g e n en monallich75Ps^ viertel« M WL W MW" n W W Z W W NZM I II W M Annahme von Anzeigen iv i iviivi' Vrii’ ivmvi K > Ä < aw • 6mlr ZeUenprr«: lokal 12Pt» General-Anzeiger ..■ss.t.s-» • v bep poltt uni augem» Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MWZ ___" -eigenteil: Han« Beck. ie Judenuuruhen in Homel usjischeu Zeitungsnotizen folgendes: g, jden 11. September, war in Homel ein n und nur durch die jüdische „Selbsr- n. Solche Selbstwehren yaven sich nach .el'taten in verschiedenen Städten Vtuß- die Metzeleien zu hintertreiben. Tat- Frühjahr dieses Jayres an zahlreichen 2neu Plünderungen und Ni^dermetzel- aterblieben. Jetzt hat die Selbstwehr getan. Die Einzelheiteli des Homeler «weit bis jetzt uetunnt ist, fotgen.de: .chmittag um 5 Uhr em Dauer mit inen Heringshandel in Streit geriet, ern diesen Zwischenfall, der sofort zur Parteien Anlaß gab, anszunutzen und lrechte Plünderung des )üdi- ?. Infolgedessen liefen viele Juden, r e r in e i e r, herbei, und es entstand Schlägerei. Erst später tarn bie die Leute auSeinanber und verhaftete chrenb ber Schlagerei waren verschie- isten verwunbet worden. Einer der r i ft e n starb am nächsten Tag. Tie )nm Samstag und den Samstag hin- oen in den Straßen umher uno ver- ruhen. Auch am Sonntag, an dem bie eilen geschlossen waren, wurde bie Unterdes arbeiteten Agitatoren daran, Juden auszuwiegeln, daß sie an ben sollten. Bis Montag verhielt sich die still. Da kam am Montag Miliiär damit war das Schicksal ber Juden be- Tage begannen um 12 Uhr mittags aus den Eisenbaymvertstätten kamen, 'ija-Strahe eine Plünderung im bie jüdi scheu Häuf er, zer- ä,er, zertrümmerten die Mp- betten wehrlose Jude u. Als •ie der Stadt den Geplünderten zu Hilfe )n das Militär den Weg, während bie jchen in zwei andere Straßen einge- Arbeit ungehindert fortsetzen dursten, nr Verteidigung herdeigeeUten Juden a durchbrechen, um ihren bedrängten ommen. Da das Militär ihnen gegen» oorging, kam es z^i einem heftigen ieien Schüsse und Verschi ebene nbete blieben auf dem Platz. So I u b e ni) a u {e r zerstört wurden, n Toten christlicher- und jlies heißt, achit Ehristen und sieben teler Schlachtfelde blieben. che uno schule. . scheint geneigt zu sein. Neuere n einzufüyren, Die vielleicht noch bie tzen. Wie römische Blätter metben, und Frl. Loch als Bülaus Tochter Erwartungen. Auch Frl. Ziegler t y schlossen sich dem bewährten Schau- c Lüeije an. Lefling-Tyeater soll am 3. Oktober Lle Sokrates", Komödie in vier Sud ermann zur Erstausführung ■e Direktion Steingötter kündigt elzeit diese dlovität an. Es wird über wes geschrieoeii: „Sudermanns dra- iesmal jenen Idealismus zum Bor- :, aus gesundem Boden flammend, :ge seiner selbst im Laufe der Zeiten lvirklichkeit und damit seine Daseins- Jn einer kleinen Stadt innerhalb Achiundvierziger spielt sich in dem und Söhnen jenes Weltschicksal des ntum schließlich in Donquixoterie ver- omödie des Idealismus und in dem ugleich ein typisches Bild für die' j freisinnigen deurschen Bürgertums. Auffassung. An einem kleinen wurde unlängst Sa-illers „Wilhelm Wnstler hatten sämtlich ihre Rotten auf die Darstellerin der Armgard; richt allein in Bezug auf bie Worte Meinen werten Kunden und einem geehrten Publikum die ergebene Mitteilung, daß sich meine Wohnung und Geschäft jetzt Grünbergerstratze 13 befinden. — Empfehle mich bei Bedarf von prima Nußkohlen, Anthrazitkohle«, Briketts und Holz bestens. Bei Bezug von größeren Quantums zu billigsten Tagespreisen. 6092 ÄW. ÜBiverzagt. • Paris, 21. Sept. Während bie Netze der Beweis- führnng fich immer enger um die Giftmischerin Frau Galtiö zusammenzichen, hat diese bisher im Gefängnisse ihre Ruhe und selbst ihre Lebensfreude zu bewahren gewußt. Das ist aber anders geworden. Der Unterfilchungsrichter legte ihr nämlich die Schmuckstücke vor, die sie vor mehreren Jahren Frau Larrieu enüoendet hatte. Zuerst leugnete sie entschieden ab, daß diese fremdes Eigentum seien, geriet aber plötzlich in große Aufregung, als der Richter ihr ankündigte, er werde sie mit Frau Larrieu konfrontieren, und hinzufügte, daß, wenn Frau Galtie nicht die Diebin wäre, ihr toter Gatte dieses Vergehens bezichtigt werden müsse. Sie brach fast zusammen und wurde von einem wahren Weinkrantpse erfaßt. Sie gestand den Diebstahl ein, bat aber dann, sie für diesen Lag zu lassen, da ihre Kräfte erschöpft seien. Sie leide unsäglich und fürchte, wahnsinnig zu werden. Man führte sie in ihre Zelle zurück, wo sie einen heftigen Nerven- ansall hatte, um nach diesem vollkommen gebrochen und teil- nahmlos vor sich hinzustarren. Man‘ davon überzeugt, daß man es mit ei" zurechnungsfähigen Person zu tun hat allen Nachforschungen Motive für Gatten, des Bruders und der Großr Paris, 22. Sept. Der Gruben-Jngenieur Gambe hat dem Chemiker Moisiau eine Aufforderung zugehen lasten, vor einem Ausschuß zu beweisen, daß er auf künstlichem Wege Diamanten Herstellen könne. Als Belohnung hat er 5000 Francs ausgesetzt, wenn ihm seine Versuche gelingen. * Aix les Bains, 22. Sept. Die Untersuchung wegen der Ermordung der Madame de Foug^re ist noch nicht abgeschlossen. Es ist nunmehr festgestellt, daß das Kammermädchen gegen 11 Uhr abends vor der Rückkehr ihrer Herrin ermordet worden ist. Man glaubt, daß der Täter ein ehemaliger Liebhaber der Ermordeten war. • Selbstm o rd eines Arztes. Wie aus Kiel gemeldet wird, tötete sich der Marine-Stabsarzt Dr. M a t t h i s s o n von der Ostsee-Station durch einen Revolverschuß in den Kopf. __ _____________ Gerichwsaal. n <22 Senk rh tri n r rr e * t cf)i f bc- für beit Reservefonds bestimmten Gelder sicher auzulegxu. Er war heute geftäitibig, das Geld für sich verbraucht zu haben. Bezüglich der 800 Mk., die er aus der Gerichtskasse nahm, aber später wieder ersetzte, indem er bei Privaten Anleihen machte, fLlschjte er Bücher und täuschte so seine Vorgesetzten. Die Witwe Gies gab ihm vor 3 Jahren etwa 4000 Mk., imt ausstehende Verpflichtungen ihres Mannes zu begleichen und den Rest verzinslich auzulegen. Auch hier kam Florian nicht seinen Verpflichtungen nach, sondern verbrauchte das Geld. Er gab zu seiner Entschuldigung an, daß er durchs Krankheiten in der Familie und durch fortwährende Zuwendungen, die er an bedürftige Angehörige gemacht habe, in so schlechte pekuniäre Verhältnisse geraten sei. Die Geschworenen bejahten sämtliche Schuldfragen, worauf das Gericht auf 4 Jahre Gefängnis erkannte. , Leipzig, 22. Sept. Das Reichsgericht verwarf heute die Revision des früheren Redakteurs der „Dresdener Rundschau", Götz, der am 17. Februar 1903 wegen Beleidigung der Dresdener Poli^eidirektion, begangen durch einen Artikel zu Gunsten der ehemaligen Kronpriu- Bienenzüchter ist eine Verfügung des preußischen Eisenbahnministers lt. „Mene" Nr. 6, wonach alle Betriebs- inspektionen und Bahnmeister angewiesen sind, auf Bahn- böschungen Bienennährpflanzen zu kultivieren und ev. die Vorschläge der Jmkervereine zu beobachten. Vielfach empfiehlt sich die Saalweide. Ich möchte für unsere Bienenzucht die Wälder nicht als Kunstprodnkt, sondern als Naturprodukt wieder vor mer sehen. Damit will ich aber beileibe nicht den Urwäldern das Wort reden, aber einige Jahre könnte man der Natur des Waldes freien Lauf lassen. Warum ist die Bienenzucht in Amerika so einträglich? Dort gehören Bienen- hüchter, die viele Hunderte, ja Tausende von Bienenvölkern rhr eigen nennen, nicht zu den Seltenheiten. Es sind die vielen Weid- und Grasflächen und die Natur-Wälder. Damit bin ich anr Ende. Ich Hütte zuletzt noch den Wunsch, daß auch die Verschönerungsvereine, die sich in Städten, namentlich in größeren Städten, gebildet haben, mit in das Interesse gezogen werden, und daß städtische Bienenzüchter ihnen beitreten möchten und sie nut ihrem guten Rare, wie die Bienenweide zu heben sei, bedienen. Berichte aus nah und fern. § Butzbach, 17. Sept. Gegenwärtig herrscht hier ein sehr bedeutendes Zwetschenaeschäft. Mehrere aus- wärtiae Obsthändler kaufen seit gestern in jeder Mlenge Zwetschen zum Durchschnittspreis von 4 ML pro Ztr. an und versenden solche ab hier sofort nach größeren Städten, sogar in das Auslands Das meiste Angebot stellt Butzbach, weil in hiesiger Gemarkung die diesjährige Zwet- schenernte!ganz enorm ist. h. Aus dem SchlitzerlaNd. Die Ernte ist in hiesiger Gegend seit 10 Tagen vollständig zu Hause. Der Ertrag an Körnern ist s e i t 2 5 I a h r e n der beste. DaH ist sicherlich auf die viele Feuchtigkeit des Jahres zurückzuführen, die der SaichLoden besser vertragen kann als alle übrigen Bodenarten. Im Vogelsberg dagegen ist die Ernte noch nicht beendet. Der schwere Basaltboden hält Wasser sehr lange fest, und es dauert daher lang, bis das Getreide schnittreif ist. Der Ernteertrag ist dort auch nicht so gut wie hier, ist aber noch imtnerhin gut zu nennen. — lieber die Kartoffeln hört man aber hier wie dort klagen. Es aibt nicht so viel wie im Vorjahre, und außerdem tritt die Fäulnis sehr stark auf. — Kernobst gibt es nicht besonders viel. Man rechnet auf ein Achtel Ernte. Zwetschen gibt es dagegen in Menge. h. Vom nördlichen Vogelsberg, 18. Sept. Wer in der Bahn die Strecke Lauterbach—Alsfeld fährt, erhält ein richtiges Mld von dem Schaden des letzten ungünstigen Wetters. Während in anderen Gegenden die Ernte vorbei ist, sieht man hier, daß noch ein großer Teil derselben draußen ist. Das Korn ist ganz zu Hause, aber die meiste Gerste und viel Weizen liegen noch. Der Hafer steht auch meistens noch,. Durch das nasse Frühjahr konnten die Leute in dem schweren Basaktboden erst spät aussäen — bis Ende Mai — und infolgedessen war oer Hafer bis jetzt grün. Die Aehren sind längst reif, aber die Halme nicht, und diese müssen doch auch ausreifien, wenn man g.utes Stroh erhalten will. Der Sturm hat die Aehren so gepeitscht, daß viele Körner ausgeflogen sind. Es ist noch ein Glück, daß die nassen Tage auch kalt waren. Von -gewachsener Frucht hört man daher wenig. Aber das Stroh hat durch die Nässe gelitten; es ist ganz mürbe geworden. Das Grummet ist erst teilweise zu Hause, vieles liegt vollständig im Wasser. Manche Wiesen finb1 nun schon eine Woche in Seen umgewandelt. — Besonders« angst ist es den Leuten mit den Kartoffeln. Diese müssen buchstäblich aus dem Wasser gezogen werden, viele sind faul, und es wird vermutet, daß sie sich auch im Keller nicht halten werden. — Die Obsternte war schon im Sommer nicht aussichtsvoll; seit dem Sturmwetter ist sie aber gleich Null. Eine Beseitigung des freien landwirt- chaftlichen Vereins wesens strebt der Minister v. Podbielski an. Er will, daß die landwirtschaftkichen Haupt- Vereine den Landwirtschaftskammern untergeordnet werden. Aehnliche Versuche sind bereits früher in der Provinz Ostpreußen gemacht worden, dort aber bei den Landwirten auf erheblichen Widerstand gestoßen. nicht ermittelt werden konnten, währe ist, daß in ihrer Familie von Mutter! und epileptische Anfälle sehr häufig v ein Arzt zur Untersuchung ihres ß worden, der bereits nach den erste geistige Defekte schloß. Bekanntmal Am 1., 2. und evtl, nach Bedarf jm» nachmittags 2 Uhr an, wird die Der des städtischen Hospitals, des noch vorhw Se^üge, Handtücher u. s. w. und der Küch Gießen, den 2L September 1903. Städtisches Armen o- Cursch mann. Obstv ersteig« Freitag, 25. September 1903, p ginnend, soll die Zwetschen-, Aepsel- städtischen Bäumen bei der neuen Univ Südanlage, an der Johannesstraße, aus Garten, an den Bahnhöfen, am Krosdorfe Weg öffentlich meistbietend versteigert wer Die Zusammenkunft ist an der ne' in der Stephanstraße. Gießen, 22. September 1903. Der Oberbürgermeis Mecum. Wemiiz Ser Nnschrt Die Erneuerung der schadhaften (• wird voraussichtlich Anfangs nächste, werden. Da hierdurch eine Absperru wird und während einiger Tage dase verkehr stattfinden kann, so empfehl« uehmern von Koks, welche demnä, zu entnehmen beabsichtigen, erfordert Lnufe Vieser Woche ihre Fuhrwerke Gießen, den 21. September 1903. Städtisches GaS- und Waffe ______________Otto Bergen Landw. Aus Die noch vorhandenen Gerippe vor und Festhalle, für Backsteinbrennereie. eignend, werden billig abgegeben. N dem Ausstellungsplatz und Regierum 7147 Der Ban- : Geschäfts-Ve Unübertroffenes W Man fordere überall Meiner werten Kundschaft zur geft ' Much- und Mpie oon Sonnenstraße 26 nach W 3 Neuenbä (Ecke Sonnenstraße) verlegt habe. — (' bei Bedarf von Zeitschriften und B. Schul- und Schreibartitelu bestens ent* Gießen, September 1903. H. Sc 36 Wüstungen liegen noch brach, nackt und leer da, die als Weideplätze für das Schasvieh wenig Mitzen abwerfen, weil sie nnbcschattet sind. Damit komme ich auf die Weideplätze, d. h. auf solche Bodenslächen, die teils ihrer Bodenbeschaffenheit, teils ihrer Lage wegen zum Anbau sich nicht eignen und daher nur als Schafweide benutzt werden. Solche Weideplätze gibt es namentlich im Vogelsberg sehr viele. Unten auf dem Boden gibt es freilich für die Bienen da nichts zu suchen, weil die Schafe jedes Blütenknöspchen, welches sich hervorwagt, sofort abftessen. Aber durch Baumpflanzungen mit Kirschen, und wenn es auch nur Vogelskirschen sind, oder wo das Klima auch für diese zu rauh sein sollte, mit der kleinblätterigen Linde, könnten auch solche Bodenflnchen, die mitunter eine bedeutende Größe einneumen. ftir die Bienenzucht nutzbar gemacht werden und nebenbei würde sie den Schafzüchtern alsdann noch den Vorteil bieten, daß durch die Beschattung des Bodens auch in heißen und trockenen Sommern noch etwas Graswuchs zum Vorschein kommen kann. Außerdem wäre es, wo Krrschen und Linden nicht mehr fortkommen wollen, mit der Akazie zu versuchen, welche unseren Bienen jedenfalls noch nützlicher sein würde. Ich komme nun zu den Wiesen, Gärten und Anlagen. Tie zahlreichen^Wiesenblumen geben eine herrliche Bienenweide. Die Gärten können unseren Bienen gar vieles bieten vom Frühjahr bis zum 5-erbst hinein. Blumenbeete, teils für sich, teils an Einfassungen, Gartenlauben, allerhand blühendes Gesträuch und lebende Zäune, sogen. Heckeil, können für die Bienen nutzbar gemacht lveroen. Ich nenne Ihnen zuerst Arabis alpina; zu den Einfassungen der Beete muß der Reseda der Vorzug gegeben Werdern, und unter den Ziersträuchern verdient die Schneebeere ganz besonders genannt zu werden, denn sie blüht von Johanni bis in den Herbst hinein. Gartenlauben von Weißbuchen sollte kein Menenwirt mehr dulden, sondern dafür Lauben von Bocksdorn (blüht bläulich), wildem Wein u. dgl. ziehen, die sehr schnell in die Höhe gehen und von den Bienen, besonders der erstere, den ganzen Sommer hindurch beflogen werden. Daß in einem größeren Garten die Stachelbeere, Johannisbeere und Himbeere fleißig kultiviert werden müssen, habe ich früher schon erwähnt, zumal sie auch einen praktischen stützen gewähren. Nicht vergessen darf ich fenier den Boresch. Auch mit schwedischem Klee habe ich in meinem Garten einen ergiebigen Versuch gemacht. In neuerer Zeit lvird die Phazelia, aus Mexiko ein- geführt, sehr gerühmt als Bienennährpslanze. Tie Bienenzüchter einer Gemeinde sollten sich zusammentun, einen Acker pachten, Samen der Phazelia zu verschiedenen Zeiten säen, damit sich auch die Blüten zu verschiedenen Zeiten entlvickeln und Ackerpacht und sonstige Auslagen auf die Anzahl oer Völker auswerfen. Für lebende Umzäunungen empfehle ich immer wieder die Schiieebeere oder die wilde Stachelbeere. Nehmen wir jetzt die Gärten in größerem Stile, so kommen wir an die Anlagen. Ich meine damit die Anlagen^ um die größeren Städte und die großen Parks in den Schloßgärten der hochadligen Herren. Me viel sich auf diesem Gebiete tun läßt, beweisen schon manche Gärtner, die zugleich Bienenzüchter sind. Ich beneide die Jänker Gießens, wenn ich einen Gang durch ihre Anlagen mache und sehe die vielen Linden, Kastanien usw. und höre das Gesumme der Bienen in ihren Zweigen. Gerade, wenn rn dürren Sommern die anderen Bienenpflanzen ver- troanen und verkümmern, spenden die Linden beit meisten Honig. Wenden wir jetzt unser Augenmerk auf die Staats- str a ß e n, V izi n a l w e g e und Eisenbahnen. Auf den Staatsstraßen sollte man statt der langweiligen Pappeln Linden, Obstbäume, Akazien, Ahorn, Kastanien und andere für Hebung der Bienenweide geeignete Bäume pflanzen. Auch die Böschungen an den Staatsstraßen können ftir die Bienenzucht etwas abwerseu, welin man ihnen dieselbe Aufmerksanlkeit widmet, wie den Erdraiiien im Feld. An Vizinalwegen wird sich durch Pflanzen besonders von Kirschen- und Ztvetschenbäumen schon rnanches noch tun lassen. Auch auf Dämmen und Einschnitten der Eisenbahnen jollteii Vereine den Behörden Samen von Honigenden Pflanzen zum Aiibau empfehlen. Erfreulich für die Nedaltion: August Götz. — Notatieusdruck und Verlag der Brühl'schcn Universitäts-Buch- und Steindruäerci. R. Lange, Gießen« 6839 Butzbach, 10. September 1903. Weiselerstrasse 36. Ich habe mich hier als ® Bechtsanwalt W niedergelassen. W Kissner, Rechtsanwalt. U ----•!>-----7' r in meinem Haufe Neuenweg 18 nachverzeichnete, sehr gut erhaltene Schmiedewerkzeuge versteigern: 2 Blasbälge mit Feuerung, 1 Ambos, 2 Sperrhörner, eine Stauchmaschine, eine Biegmaschine, eine Bohrmaschine, 2 Winden, 10 Schneidkluppen und vieles andere Werkzeug sowie eine Partie brauchbares Eisen und 1 Stoßkarren. Heinrich Thomas. Reizend! I erscheinen alle, die eine zarte weiße Haut, rosigen jugendsriscken (leid u. ein Gesicht ohne Lommersttoffell und goduareinigheiten haben, daher gebrauchen Sie nur: Radebeuler AeüupstrMicmilchLeisc v.BergmannLCo.Radeb.-Dresden ä St. 50 Pfg. bei: P. Jos. Möbs. Ludwig Schmitt, Mh. Wilh. Schmitt, Hlascrmstr. 7 Kanzleiberg 7. 140471 Am Brand.