Donnerstag 24. September 1903 Zweites Blatt. 153. Jahrgang Gießener Anzeiger XxS General-Anzeiger v ve,ng»pre,»L monaMch7b W, üUrtel* jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pj.; durch die Post M.2.—viertel- jährt. ausschl. Bestell«. Annahme von Anzeigen ür dle Lagesnununer dis vormittags 10 Uhr. ZeUenpretsr Lokal 1LPU auSwLttS 20 Pig. lÜeraatmoetLLch fite Nr. 224 Srfchetut täglich nutzer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem KeMscheu Landwirt die Siebener Familien« blätter viermal in der Woche dergelegt. RototümSbruct n. Verlag der Brüh l' scher, Untverp-Buch- u. Stein- drucke reitPietschErbech SS Amis- md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MGZ KerniprechanschlußNr.51. tF -w " zetgenteilr t>an« Beck. PolMschr Tagesschau. Landtagswahle« in Preußen. Ern Erlaß des preuß. Ministers des Innern vorn 20. September fe&t sür die Wühlen zur zwanzigsten Legislatur- Periode des Hauses der Abgeordneten als Wahltermüre und zwar für die Wahl der Wahlmärmer den 12. November, und für die Wahl der Abgeordneten den 20. November. Es ist also Zeit genug für die Entfaltung der Agitation der Parteien. Vorläufig scheint in diesem Falle die Sozialdemokratie am weitesten mit der Borberett- rmg zu sein. Durch die Beteiligung der Sozialdemokratie wird wohl auch etwas Leden in den Wahlkampf kommen, der sonst nicht eben bewegter Art zu sein pflegt. Die erste Programmkundgebung ist von uationalliberaler Seite zu erwarten. Der Hauptacceut des Entwurfes soll, wie verlautet, auf der Abwehr der bekannten konservativen und klerikalen Forderungen liegen. Von der Regierung wird, worauf kürzlich die „Nati-onall. Korr." hurw-ies, die schleunige Inangriffnahme des Mittellandkanals verlangt werden. Dies „Fraktur-Sprechen" hat freilich auf einen praktischen Erfolg nickt zu rechnen, denn die große Kanalvorlage ruht vollständig. Die Arbeiten in den ministeriellen Bureaus gelten m wasserwirtschaftlicher Hinsicht ausschließlich den Projekten, die eine Wiederkehr der schlesischen HochwasserkatastrvpHeu zu verhüten bestimmt sind. Die Reichskassr. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Einer Zeitungsnachricht zufolge soll Bebel auf dem Dresdener sozialdemokratischen Parteitag erklärt haben, die Finanzlage des Reichs sei nach einer ihm zugegangeneu Nachricht so ungünstig, daß die Reichsküssen ihre Lieferanten nicht gleiche bezahlen könnten, sondern sie einige Wochen warten lassen müßten. Es ist selbstverständlich (und nur zur Verhinderung von Legendenbildungen heben wir es hervor), daß die Annahme, als ob das Reich fernen Verpflichtungen wegen ungünstiger Finanzlage nicht pünktlich Nachkomme, völlig unbegründet ist. Die Reichshauptkasse wirtschaftet mit eurem regelmäßigen Bestände von mindestens 10 Millionen Mark und hat im laufenden Jahre von den: gesetzlich bewilligten Kredite zur Verstärkung dieses MLuLmalbestan- deS noch nicht in Höhe des zehuten Teils Gebrauchs gemacht. Tie Regierung läßt also dies „nur zur Verhinderung von Legendenbildungen" Loustatieren. Wo ist aber doch nur der Ansatz zu einer solchen Legeudenbildung aufgetreten? Nirgends m der Presse, soweit wir gesehen haben. Denn der Gedanke, daß die Reichstasse in Verlegenheit sein konnte und gewissermaßen Frist nachsuchen müßte, war von vornherein so urrwahrscheinlich daß er, selbst auf dir Autorität Bebels hin, nicht einmal in der sozurldemo kritischen Partei Glauben gefunden haben dürfte. Etwas anderes ist, ob etwa die Prüfung der Forderungen an die Reichskajse auf dem Hasterigana in Bezug auf das Zeitmaß zu tauschen läßt. Hierüber sind aber Beschwerden in neuerer Zeit nicht laut geworden. Iie Herttige Wummer umsaßt 8 Seite«. Deutsches Keich. Berlin, 23. Sept. Auf die telegraphische Meldung von der Taufe des Kreuzers ,Mrlin" ging dem Oberbürgermeister Kirschner folgendes Telegramm des Kaisers zu: ,Hch danke Ihnen für die Mitteilung von dem Stapellauf des Kreuzers „Berlin" und freue mich, daß nunmehr ein Schiff meiner Flotte diesen Namen trägt. Ich hofft, dies wird ein neues Band zwischen der Reichshauptstadt und der Marine bilden. Berlin kann stolz sein, daß ein Schiff der kaiserlichen Marine seinen Namen trä'gt." Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge empfing der Reichskanzler Graf Bülow nach seiner Rückkehr aus Danzig den italienischen Geschäftsträger Pasqualiui, der ihm das lebensgroße Bild König Emanuels überreichte. In einer sozialdemokratischen Versammlung in dem Berliner Vororte Lichtenberg wandte sich der zum Dresdener Parteitage delegiert gewesene „Genosse" Mogler in scharfen Worten gegen die Revisionisten. Ein anderer Redner erllärte, die Einigkeit sei mir scheinbar hergestellt, über kurz oder lang würde doch eine reinliche Scheidung erfolgen müssen. Auch Bebel wurde in der Diskussion angegriffen. Es wurde ihm vorgeworfen, daß er sich unfehlbar dünke und habe doch schon oft genug Böcke geschossen. Es sei unerhört, daß Bebel dieselben Leute, die' er gewissermaßen öffentlich b ack- pseife, vorher habe agitieren und wählen lassen. Die Versammlung gab schließlich chr Einverständnis mit der Haltmrg ihres Delegierten Mogler und den Beschlüssen des Parteitages kund. — In Bayern hofft man, die in Nürnberg zusammen- getretene Konferenz werde sich Wer die M'aönkanali- sieruug bis Aschaffenburg "einigen. Der „Fränk. Kur." sagt: Die Mainstrecke Offenbach —Hanau —Aschaffenburg ist 46 Kilometer lang. Bei der Frage, diese ftirze Strecke für Großschiffahrt auszubauen, sind ver- kehrspolitische Verhältnisse hervor getreten, die geradezu typischer Art sind; sie erweisen sich in der einen oder der anderen Form wirksam überall im Deutschen Reiche, wo die preußisch-hessisch e Eisenbahn gerneiu- schaft befürchten zu müssen glaWt, daß ihrer Machtstellung Eintrag geschehen könnte, durch Wasserstraßen und mittelstaatliche Eisenbahnverwaltungen oder durch die Verbindung beider. — Amtlich wird daraus aufmerksam gemacht, daß in England alljährlich große Mengen von James (Diarmeladen) Apfelbutter usw. hergestellt werden. Zwei Drittel davon bilden einen lohn end en Haus b e trieb für die Verwertung der im Garten gewachsenen Johannisbeeren. Auch in Deutschland soll eine ähnliche Lohnende Verwertung der heimischen Beerenprodulliou angestrebt werden. Königsberg, 23. Sept. Der Kronprinz ist heute nachmittag von der Elchjagd im Ibenhorsterforst hier eingetroffen. Er machte einen Besuch bei dem Offizierkorps des Grenadier-Regiments Kronprinz, nahm au einem ihm zu Ehren veranstalteten Festmahl teil und reifte nach Aufhebung der Tafel nach Schloß Preyl, um dem Generaladjutanten weiland Kaiser Wilhelms L General der Kavallerie Grafen Lehndorff einen Besuch abzustatten. An den ostpreußischen Aufenthalt des Kronprinzen schließen sich Iagdausflüge in den Harz au Keer und Motte. Berlin, 23. Sept. Auf gerichtliche Verfügung wurde Heft 5 des Jahrganges 6 der „Kriegstechnischen Zeitschrift", im Verlage der Hosbuchhandlung von Mittler u Sohn, Berlin, erscheinend, beschlagnahmt, da das Heft nach Ansicht der Staatsanwaltschaft einen Artikel enthalte, der gbgen Paragraph 7 des Reichsgesetzes vom 3. Juli 1893 verstoße. Ein gerichtliches Mchspiel wird erwartet. Loudon, 23. Sept. Es verlautet bestimmt, der König Wernehme demnächst formell selbst das Oberkommando der Armee. Ausland. Rouen, 23. Sept. 12. In lern ationaler Frie^ deuskougreß. Erne sehr lebhafte und teilweise stürmische Debatte ttrüpste fidp an den Vorschlag einer Resolution zu Gunsten der sranzös isch- deutschen Liga, sowie an den Vorschlag der deutschen Friedensvereine, den in Europa bestehenden Zustand anAuerrennen, um unter Ausscheidung aller Rasfensragen aus eine friedliche Ab - rü stu u g hinzuarbeiten. Besonders die französischen Delegierten widersprachen allem, was einer Anerkennung des Frankfurter Vertrages gleichkommen würde. Der deutsche Antrag wurde verworfen, dagegen soll dem Kongreß eine Resolution vor geschlagen werden, welche die Freude über die Gründung der ftanzösisch-deutschen Liga ausspricht und die Annäherung der beiden Lager für wünschenswert häll; dagegen die Debatte über den Eharakter dieser Annäherung für einen späteren Kongreß zurück gestellt. In öffentlicher Sitzung verhandelte der Friedenskongreß über die armenischen Greuel und den Venezuela -Konfllkt. In den einstimmig angenommenen Resolutionen fordert der Kongreß die Großmächte zu einer Kooperation im Sinne der Durchführung von Reformen entsprechend dem Berliner 93ertrag auf. Betreffs Venezuela bedauert der Kongreß die von der englischen und deutschen Flotte begangenen Gewaltakte und ist der Ansicht, daß der dadurch veranlaßte Schaden von der Entschädigung der beiden Mächte abzuziehen sei; andererseits ist der Kongreß jedoch erfreut, daß der Konflikt dank der Intervention desPräsi- denten Roosevelt teilweise vor das Haager Schiedsgericht gelangte. Schließlich berichtete Gräfin Brazza über das Wirkeri amerikanischer Frauenvereine für den sozialen und internationalen Frieden, und Frau Severine sekundierte chr. Rom, 23. Sept. Aus dem Vatikan wird offiziell gemeldet, daß der Papst den Zaren in Audienz empfangen werde, dagegen den Besuch Loubets definitiv ablehne. Wien, 23. Sept. Wie endgilttg festgesetzt ist, trifft der Zar am 30. September vormittags in Wien auf dem Westbahnhofe ein, wo offi^elle Begrüßung ist. Der Zar begibt sich direkt nach Schönbrunn, von wo nachmittags beide Kaiser mit den geladenen Gästen zur GemsenjaA Darmstädter Aries. R. B. DaUmstadt, 23. Sept Die allaemeine Ferienstimmnng hat in der Politik noch nicht ihr En^erreicht, aber auf dem gesellschüftlichen rmd künstlerischen Gebiete läßt sich die Saifon ber uns dafür schon desto munterer an. Tre L^disturum urw Dam«r- schneider, sowie alle sonstigen Toilettenkünstler, bie für ine vornehme Well den „Staatt^ zu liefern haben, srnd m emsiger Tättgkeit, um die in Angelegenherten chr^ Galakostüme durchaus nicht immer besonders lredeuswurdigen Vertreterinnen des zarten Geschlechts nach d^gi^chkett zufriedenzustellen. Denn das steht fest: dre nahender Hof - sestlich ketten und die sich dazwischen schabenden Spe- zialgesellschasten, Reunions re. werden urtfcre hiesigen ersten Gesellschaftskreise in den näck).sten 14 Tagen mehr auf dre Beine bringen, als in den letzten drei Zähren zusammen- geuommen. Das Hofmarschallamt ift schon ^ngst m eme Art mobilen Krie^Ausland versetzt, denn es gilt- sur dreses nicht nur, alle die unz/.ihligen zeremom^len 6e>ellschast- lichen Arrangements in minutiöser Werfe ^stönlegen, sou-- dern auch die große Zant der answa^gen Gastews ^fes in bequemster umd der Wurde ryrer Person entsprechenden Weise^ für die ganze Dauer der Festlichkerten mch darüber hinaus häuslich unterAubringen. 9Jtit dem ru H if chen Kaiser paar trifft ftmch ein ganzes Kornett hoher ruffr- scher Würdenträger hier ein, unv-dle gr^chen Herr scbaften haben ebenfalls eine sehr satttliche Zahl von Hof- !md Staatsbeamten angemetbet, deren ^nauartter^g in de» 5aotels uni> Privatlog^s erfolgen muß, da dre ver- firgbaren Räume in den Grotzh. Schtaffern von de» melen f1irft(irben ^-ocbeeitsaästeu voll in Anfprucy genommm Lm Es ist^n Gwek, daß der alte Darmßa^ mit seinen zahlreichen Raumen, der am 1. Okt^ ab ocrifien werden sollte, noch sur die -rauer £>er ^rmayc ungsseierlichkeiten mit zu die in sonst würden zaylrerche anstokratffche yerrichüflen,, oie^in anderen Hotels nicht abzusteigen belieben, geradezu ,^.uf Me NtzWL Sii, Kaiser paar wahrscheinlich wieder sür einige ^eit jum atijeiu-- hall dienen wird, urrd das jetzt außer den wenigen dort noch beschäftigten Beamten und Handwerkern kern Sterblicher mehr betteten darf, ist alles zum Enipf^nge vor- Me Zukunft ist doch hier recht wenig am Platze sür diejenigen, die in einem Hofth-eater einen vollen Kunstgenuß erwarten zu können glauben. Mll einem nicht geringen lotalpattiotischen Interesse verfolgt mau schon seit längerer Zeit die Ansttengungen, die von einem einheinrischm Kunstenthusiasten unternommen werden, um Darmstadt mit einem zweiten ständigen Theater zu beglücken. Der neue Konzertsaal am Woogplatz wäre dafür gewiß sehr geeignet, wenn nur auch das entsprechende Publikum dafür vorhanden wäre. Bis jetzt haben aber alle Versuche damit, von: bunten Brettl und den elf Scharfrichtern angefangen bis zu den pikantesten französischen Schwänken oder den fadesten Rühr- stiüken a la Birch-Pfeiffer nicht vermocht, ein volles Haus herbeizusichren; auch die jetzt dort stattfindenden Gastspiele der Tegernseer mit ihrem luftigen „Dr.Zanger 1 auf der Gemsjagd", der „Eoldhex" und denc „Bergfexen" finden zwar viel Beifall, werden aber dem! mutvollen Unternehmer kaum Freude machen in Gestalt klingender VLunze. Prof. v. Behring hegt, wie uns aus Marburg geschrieben wird, gutgegründete 5^offtiung, daß die Verhütung der Schwindsucht möglich sei. Die Hoffnung schöpft er aus den Erfahrungen bei seinem Rinder- schutzimpfungsverfahren. Das Verfahren bezwecke möglicherweise schon durch zweimalige unschädliche Einspritzung des Inlpfstoffes einen das ganze Leben anhaltenden Schwindsuch-tschutz zu verschaffen. Das Verfahren baut sich auf die Voraussetzung auf, daß die Tuberkulose des Menschen und des Rindes gleichartige Krankheitsprozesse darstellen. Eine Hauptqu elle für Schwindsuchts- ent stehn ng sei die Säuglings milch Behring sucht eifrig nach einem Mittel gegen Ansteckung. Die Erfahrungen und bisherigen Fortschritte lassen solche erhoffm. GroßesJnteresse erregen die in ber Ortelsburger Gegend in Ostpreußen von Geheimrat Prof. Bezzenberger und Rektor Prof. Hollaa vorgenommenen Ausgrabungen. Vor nicht allzulanger Zeit sind in den Waldungen recht ausgedehnte Begräbnisstätten ans dem zweiten Jahrhundert n. Ehr. gefunden worden.. Eine ganz besonders reiche Ausbeute ergab sich am Kopkuther See, wo große Urnenfelder aufgedeckt wurden. bereit et Oberhofmarschall v. Westerweller hielt gestern dort eine Art Generalinspektton ab. Die durchaus nicht luxuriös, aber sehr behaglich eingerichteten Raume des Schlosses sind jetzt gerade von einer idyllischen Spätsommerpracht umgeben ; das duftende Blumenparterre entsendet seine zartesten Wohlgerüche, und unter der allen, bald tausendjährigen Eiche mit ihrer mächtigen kernigen Krone in der Nähe des Wol^oingers wird selbst der Herrscher aller Reusseu, dem geistigen Getriebe der Weltpolitik enttückt, manch Mckliche Minuten ber Alldacht oder Erholung genießen. Zurzeit ist man noch damit beschäftigt, die verheerenden Spuren des letzten großen Sturmes zu be- feitigeu, der auch hier in der prächtigen Laubwaldung, die Schloß und Park dicht umgibt, mehrere starke Eichen gebrochen und verschiiedene ber dicksten Buchen entwurzelt hat. Ganz allerliebst nimmt sich inmitten dieses herrllchjen Waldidylls das reizende Palaischen der kleinen Prinzessin Elisabeth aus, das im vorigen Jahr unter Meister Olbrichs Leitung im modernsten Stil dort aufgeführt wurde. Das Ganze macht den Eindruck eines vornehmen Puppenheims oder eines Knusperhäuschensi; es ift mit einer nach Olbrichs Zeichnungen ausgestatteten Wohn- einrichtung versehen und dürste auch den kleinen russischen Prinzessinnen, wenn sie es betreten, eine Helle Freude bereiten. Von diesem paradiesischen Stimmungsizauber ist zurzett in Darmstadt auf den Brettern, die die Well bedeuten, herzliche wenig zu verspüren. Gerade die ersten Wochen der neuen Theatersaison werden hier vielmehr manchem zur reinen Höllenqual. Da hat man eine Anzahl neuer Kräfte engagiert, die nun in meist nur toemg günstigen Rollen herausgestellt werden un-b natürlich eine mehr oder minder herbe Krttik erfahren, mag sich der Künstler noch so geschickt vor dem Publikum verneigen. Mtt den neuen Schauspielengagements hat unser 5)ostheater wohl im allgemeinen einen guten Griff getan, dagegen lassen die neuen Opernkräste, die man an die Stelle bewahrter und beliebter Buhnenmitglieder gesetzt hat, bis jetzt noch sehr zu wünschen ül^ig. Was nützt dem Lohengrin z. B. eine Elsa, die tm Glanze voller Jugendschönh!eit steht, wenn sie ihre gescnigliche Aufgabe infolge ungenügender Ausbildung nur mangelhaft durchzusühren vermag? Oder ein König Heinrich, dessen Organ trotz aller Mühen nicht die Höhenlage der Partte erreichen kann? Ein Wechsel auf' I in der Hoh strahe, 9eß' Gießt von 2000 Mk. auf Nr. 11304 14357 16056 18576 20953 25837 28321 38740 42989 54425 57251 59041 61202 65017 74023 83254 83325 85390 85561 87090 92489 Freust Die an Ob^atm ab an unse und Bankfi zur Kapita Empfang g Mo, Sei abgehali Bedmgui 21. <5ep: Lich greift werben bie Ausstellung Regiment ,Kaiser Wilhelm" v , ,bie dritte, 1901 die zweite und dies Jahr die a ch t e Ko m- «* Hessisch-Thüringische Staaislotterie. Bei -er heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse fielen zwei Gewinne von 10 000 Mk. auf Nr. 18974 und 61751 (beide nach Offenbach), Gewinne von 5000 Mk. auf Nr. 51913 (nach Oldenburg) 30608 (nach Heldenbergen) 58454 (nach Darmstadt) 80029 (nach Gotha), Gewinne von 3000 Mk. auf Nr. 13248 22048 44851 53131 53389 57064 58830 (nach Gießen in die Kollekte Hochreuther u. Töpelmann), 61233 62700 64620 74605 83657 86304 96494 97935, Gewinne Aus MM uns Land. Gießen, 24. Sept. 1903. nach Mürzsteg abreifen. ‘ Tie Rückreise nach Darm, ftabt am 3. Oktober erfolgt, ohne in Wien Aufenthalt pagnre. ** Der Einzug unseres Regiments in unsere1 Stadt hat sich unter vielen Kundgebungen des Interesses gestern vollzogen. Den zahlreichen Neugierigen, die sich zum Empfang ausgestellt hatten, erschienen die Zurück- kehrenden durchweg frisch und stramm. Hat man da draußen auf dem ungastlichen Manöverselde auch mit 3-eiertidifp.it einem kleinen Zimmer 16,50 Mk. zahle. »Das ist noch zu Eisenbahn-Zeitung. BetriebSergebuisse der deutsche» Eisenbahnen. Dir. August-Einnahmen der deutschen Bahnen, mit Ausnahme der bayrischen, betragen 174 200 000 AU., das ist 3 540 000 Mk. mehr als in der gleichen Periode des Vorjahrs. Der Güterverkehr lieferte abermals den Beweis einer andauernden Besserung aus dein Gebiete der Industrie, er betrug um 5 970 000 Mk. mehr als in der gleichen Periode des Vorjahres. Die 53 Betriebe, deren Betriebs- rahr mit 1. April begann, haben in den 5 Monaten April—August eine Einnahme von 710 701 000 Mk. erzielt, 36 610 000 AU. mehr als im Vorjahr. Die Mehreinnahme des Güterverkehrs betrug 23 170 000 AU. . — Die vereinigten preußischen und hessischen Staatseisenbahnen vereinnahmten im August d. Xs* aus dem Personenverkehr 44 560 000 Mk. (gegen den gleichen Monat des Vorjahres 4- 2 093 000 AU.), aus dem Güterverkehr 83 410 000 AU. (+ 4 802 000 AU.), aus sonstigen Quellen 7 131 000 M. (— 27 000 AU.). Demnach betrug die Einnahme im Monat August aus sämtlichen Einnahmequellen 135 101 000 Mk. (4- 6 868 000 Mk.) oder per Kilometer 4074 AU. (4- 151 AU.) und die Gesamteinnahme seil April dieses Jahres 632 768 000 Mk. (4- 32 002 000 AU. in der gleichen Periode des Vorjahres) oder per Kilometer 19 386 Mk (4- 695 AU.). _ Unioersitäts-Nalyruhtru. — Der Syndikus der Breslauer Handelskammer, Dr.Riesem selb, ist an die Universität in Breslau berufen worden, um das neugegründete Lektorat für landwirtschaftliche £>anbel6» kunde zu übernehmen. Kleinasien. Türkische Telegramme ans den Wilajets Monastir, Saloniki und Uesküb berichten über zahlreiche Zusammenstöße türkischer Truppen mit Komitadjchis, in denen letztere eine große Anzahl Toter verloren. Seit Samstag sind weitere 308 junge Offiziere abgereist, und zwar 67 nach Saloniki und 241 nach Adrümopel. " Aufständische Bulgaren sprengten die Moschee des Dorfes Boternan mit Dynamit in die Luft. t»e; Kit 6,iAtr SP** 1 machen- ßf1 Privat'' Deuksch Tavn! Kochur parpen di0] M«s, find d lluche und fi, --^iaber( Wohnung an I ^Wjlabe Snietai wle 1 4u öenllle[eii Mieten. W «s* Zweien, W iuh vL _ " . ,. ' — Lieh von Battenberg wird am 1. Oktober aus England Kom Gnentvrauoe. kier eintreffen. — Wie bekannt, treffen dieser Tage außer Rach einem Telegramm der Londoner „Time^ aus bem russischen Kaiserpaar noch viele andere Fürstlichkeiten am Sofia haben England und Italien das letzte Rundschreiben G^ßb. Hofe zu Besuch ein, und der Spielplan im Großh. der bulgarischen Regierung noch nicht beanttvortet. ^ottbeater ist mit Rücksicht auf die Allerhöchsten Herrschaften sw* etwaiger Krieg würde lokalisiert werden und nach seinem Ausführung beiwohnen. _ Schlüsse würde der status quo ausrechterhalten und derj Offenbach, 23. Sept. ReichStagsabg. Dr. Becker östreichisch-russische Res ' Lamsdorsf fugte j sicht des Grafen Bülow, tat. <-* *.<- v-w Türkei als suzeräue Macht befugt, Truppen nach^dern Vasallenfürstentum zu senden, um t zuerhalten; unter diesen Umständen sei für Bulgarien Vor- von -formplan durchgeführt werden. Graf wurde, wie die »Offenb. Ztg." mitteilt, vorgestern auf der seiner Anwort hinzu, nad) ber ^V ^auiee von Dreieichenhain nach Sprendlingen gelegentlich * OQ-’ir-tn. die er teile, sei dieI Abendspazierganges, den er mit seiner Frau und seiner "s- aus Besuch anwesenden Nichte unternahm, von einer Schar dre. Ordnung ausrecht-1 sozialdemokratische Lieder singenden Leuten in der die'Ansicht aus, dieTötung von2000macedonischen meinsten Schimpfworten überschüttet. Em ^eil Bauern rechtfertigt noch nicht die Beschwerde, daß das c «un-fc-r« <> <> ' AAnr M1 bulgarische Element in Maeedonien ausgerottet werde; die deutsche Regierung erkläre ihren völligen Beitritt zur Politik Oesterreichs und Rußlands. Das Ausnahmegericht in Adrianopel verurteilte drei Komitadschi zum Tode, 11 zu 15 Jahren Festungshaft in teuer für Arbeiter", erwiderte der Kaiser, und fragte den Ober-Werstdirektor, ob in Danzig etwas für den Bau von Arbeiterwohnungen getan werde. Ans die Antwort, daß hur Baugenossenschaften gegründet und tätig seien, bemerkte der Kaiser: „Aber auch gesunde Wohnungen und möglichst in der Nahe der Arbeitsstätten". Weiter erkundigte sich der Kaiser, ob für die Arbeiter auch ein ordentlicher Speisesaal und Wärmevorrichtungen vorhanden seien, um das Mittagessen auszuwarmen. Er habe jetzt solche Einrichtungen gesehen, die sehr praktisch seien. Die Fran brauche dann nicht das Mittagessen zu tragen, sondern könne zu Hause bleiben und etwas anderes in der Familie machen. Der Arbeiter habe einen ebenso feinen Magen wie wir und esse Eisbein auch lieber, wenn es warm ist. Der Oberwerftdirektor antwortete, daß solche Einrichtungen vorhanden seien und noch weiter ausgebaut werden sollten. Der Kaiser erkundigte sich dann nach dem Danziger Hauptgericht und wie es zubereitet werde. „Pomuchel in Senfsauce" war die Antwort. Bekanntlich hat der Kaiser auf der kaiserlichen Werft vor einigen Jahren einmal den Arbeiter Bonnetain angesprochen, der 1870 als französischer Kriegsgefangener nach Danzig kam und dort blieb. Nach diesem Werftarbeiter erkundigte sich der Kaiser und meinte, der sei wohl schon alt. Herr Heinrich erwiderte, daß Bonnetain noch rüstig arbeite. „Das freut mich", meinte der Kaiser. Herrn Heide fragte der Kaiser, wo er sein eisernes Kreuz bekommen habe und für welchen „tollen Streich", wie viel Franzosen er denn totgeschossen habe und ob er verwundet worden sei? Als der Kaiser Herrn Mittendorf mit dem Düppeler Kreuz sah, fragte er ihn nach dem Sturm auf die Schanzen, seinem damaligen Kommandeur usw. Zum Schluß reichte der Kaiser Herrn Glashagen die Hand und dankte ihm nochmals für seine Huldigungsworte. * Paris, 23. Sept. In der hiesigen Wohnung der in Aix-les-Baines ermordeten Halbweltdame Fougsre wurde Haussuchung vorgenommen. Atan entdeckte KorrespondenzEen mit Lebemännern aller Nationeu. Tie Mörder sind, wie die Polizei jetzt als bestimmt annimmt, zwei berüchtigte Individuen aus Montmartre, die seit acht Tagen aus chrer Wohnung verschwunden sind. Wahrscheinlich haben sich die Berbred)er mit chrer reichen Beute ins Ausland geflüchtet. * Budapest, 23. Sept. Der Geldbrrestrager Stefan Booa wurde heute vormittag im Hause Josefs- ring 44, wo er eine Geldsendung ab liefern sollte, auf der Treppe von einem unbekannten Individuum mit einem Beil niedergeschlagen und die Geldtasche mit 4000 Kronen Jnhall geraubt. Der Attentäter entkam, der Briefträger ist tödlich verletzt. __ m unserer Stadt verübt worden. Die näheren Umstände, auch die Persönlichkeiten der Täter sind noch nicht festgestellt V 44111 normen. ; - Ueber den Verlaus der von den Arbeitern ** D er Kaiserpreis sür ca^ beste Schießen im per staatlichen Werkstätten in Danzig dem Kaiser 18. Armeelorps ist in den letzten Jahren wiederholt im dargebrachten Huldigung teilt die Danziger Zeitung noch gewesen: 1899 erhielt ihn folgende Einzelheiten mit: Nach seiner Ansprache unterhielt sich der Kaiser mit den Arbeitern, wie diese selbst sagen, in „zutraulicher Weise". Der Kaiser fragte Herrn Urban, bei welchem Negiment er gestanden habe, was dieser beantwortete. Der .^-.aiser erkundigte sich dann bei den Arbeitern, ob die Wohnungsverhältnisse gut seien und wie hoch die Miete komme. Herr Urban sagte, daß er für eine Wohnung mit zu nehmen. , a , — In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses führte Körber aus, er sei von der Krone zu der Erklärung ermächtigt, daß in allen^Fragen der Armee der Einfluß der gegenseitigen Rmchshulften vollauf gewahrt bleibe. Weiter bemerkte Körber, die Entscheidung sei gefallen, die Armee bleibe wie sie ist, einheitlich und a em eins am. Wir wollen keinen Kamps, sondern trachten nur danack, die grundlegenden Prinzipien der Gemeinsamkeit zu erlhiltciL Der Eintrag des Abg. Pernerstorffer aus Eröffnung der Debatte über die Erklärung des Minister- [ Präsidenten wurde abgelehnt. Für Behandlung der Bor-, tage wird Tringlichkell ohne vorherige Beratung im Ausschuß gefordert. Dieser Dringlichkeitsantrag gelangt gemeinsam mit den Dringlichkeitsanträgen der Juiigtschechen, radikalen Tscheck^ und Alldeutschen betreffend Enllassung des dritten Jahrganges am 30. Sept, zur Verhandlung. — Im Einlauf des Abgeordnetenhauses befindet sich eine Interpellation des Abg. Lhlvester an den Ministerpräsidenten, in welcher unter HiMveis darauf, daß die Ausübung des Vetorechts seit en s Oesterreichs bei der Papstwahl von der offiziösen Presse zwar uicht in Abrede gestellt, jedoch die authentische Bestätigung bis jetzt seitens der Regierung nicht erfolgte, der Ministerpräsident befragt wird, ob er von der Ausübung des Vetorechtes bei der Papstwahl, sowie von einer diesbezüglichen, vom katholisch-politischen Volksverein beschlossenen Protest- Die Hofsä-gerkap-llel D'ar mst'a d t' 23. Sept. Ihre Großh. Hoheit die Frau -rst nnt i^em vollen Bestände nach Darmstadt abgererst. Prinzessin Ludwig von Battenberg wird morgen mit Athen, 23. Sept. Prinz Nikolaus und Prin- ch^r Familie von Schloß Heiligenberg hierher übersiedeln zessin Helene sind heute nach Darmstadt abgereist, ^d im Alten Palais Wohnung nehmen. — Ihre Künigl. um der Vermählung! Dies Prinzen Andreas beizuwohnen. Hoheiten Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen Die Reise des Kronprinzen ist verschoben. ! werden am 2. Oktober, Ihre Kgl. Hoh. Prinzessin Heindes feigen Gesindels entblödete sich sogar nicht, die in der Begleitung unseres Abgeordneten befindlichen Damen zu insultieren. Es scheint fast, als sollte die staalliche Autorität i bem schmutzigen Treiben gewisser Hetzapostel in Wort und Schrift gegenüber nachgerade versagen. Es ist doch gewiß ein Zustand, der schon mehr an türkische Zustände erinnert, wenn anständige Damen, die mit der politischen Lage im Wahlkreis doch wahrlich nichts zu tun haben, das Haus nicht mehr verlassen können, ohne Gefahr zu laufen, von i derartigen Buben insultiert zu werden. Mühlheim, 22. Sept. In Sachen des von dem Hülssdahnwärter Kaiser aus Dietesheim vor 14 Tagen ausgeführten Attentats auf den O-Zug Frankfurt- Berlin weilte heute der Untersuchungsrichter des Groß- herzoglichen Landgerichts der Provinz Starkenburg hier, um bie Untersuchung vorzunehmen. Zu biesem Termine war auch der in Offenbach inhaftierte Bahnwärter von einem Offenbacher Gendarmen vorgeführt worden und mußte an Ort und Stelle genau beschreiben, wie er bei seiner verhängnisvollen £at zu Werke gegangen ist. Um V,2 Uhr wurde Kaiser wieder nach Offenbach in das Amtsgerichtsgefängnis abgeliefert, von wo er in den nächsten Tagen in das Unter- suchungsg/sängniS nach Darmstadt verbracht wird. Mainz, 23. Sept. Ein sensationeller Beleidigungsprozeß wird am nächsten Montag vor der hiesigen Strafkammer verhandelt. Ein wegen Meineids in Untersuchung befindliches Frauenzimmer hat einen höheren Justizbeamten und einen Polizeikommissar beim Ministerium verklagt, daß jene unter Mißbrauch der Dienstgewalt sich an ihr vergangen hätten. Wie man dem ,M. Tgbl.* mitteilt, hat sich jedoch 98988. (Ohne Gewähr.) , völlige Haltlosigkeit dieser Beschuldigung ergeben, worauf ** Das Gießener Stadttheater wird, wre wir die Denunziantin Anklage wegen wissentlich falscher bereits mitteillen, am Dienstag den 29. September feine Anschuldigung und verleumberischer Beleidigung erhoben ist. Spielzeit 1903/04 eröffnnen. Wir wollen hoffen, daß es eme nunmehr, wie bereits bemerkt, am Montag vor ernste, hochstehende Kunst ist, die uns diesen Winter geboten | hiesigen Strafkammer zu verantworten haben, werden wird, und daß die richtigen Kräfte bafür gefunden! Worms, 23. Sept. Eine schwere Explosion erfolgte worden sind. Die Direktion hat das Personalverzeichnis und I Hause des Kappenmachers Hermann in der auch einen interessanten Auszug aus dem Spielplan bereits @QUrtra^ Der Sohn des dort wohnenden Missionspredigers veröffenllicht. Es werden, wie man daraus^ ersehen ($reiner wollte in einer Dunkelkammer photogrnphische Aus- gute Neuheiten und alte, bewährte Stücke über bie Bretter nQ^nien entwickeln, als auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise gehen. Auch klassische Werke werden oertreten fern. Hoffen Explosion erfolgte, die dem Manne schwere Brandwunden wir, daß das Gießener Publüum die ihm gebotenen günstigen I ffiopf Armen zufügte. (Worms. Ztg.) Abonnementsbedmgungen, die nach den vorhandenen Bedürf- Kassel, 23. Sept. Der 75. Kongreß deutscher mssen sorgfältig und entgegenkommend festgesetzt worden frnbJ^Qturfor^ec unb Aerzte beschloß, den nächstjährigen reichlich m Anspruch nimmt. Kongreß in Breslau abzuhalten. Zu Geschäftsführern Biebertal bahn. Die bisher unbesetzten Stationen Geheimräte Ponfick unb Ladenburg gewählt. Heuchelheim und Rodheim werden vom 1. Oktober d. I. ab Steine Mitteilungen aus Hessen und den 'ständig mit einem Stationswärter besetzt. Die Ausgabe ber Nachbarstaaten. Wie aus Weilburg geschrieben wird, Fahrkarten findet nicht mehr wie bisher im Zuge, sondern ^bigte bas Manöver mit schweren Unglücksfällen. Zwei auf den Stationen statt. Personen, die ohne Fahrkarte im Reservisten, barunter ein verheirateter Unteroffizier, vom Zuge angetroffen werden, werben bestraft. Auf ben Halte- Regiment, starben am Herz- oder Hitzschlag. Ein dritter punkten Krofdorf, Gleiberg, Windhof werden indessen auch Soldat stürzte vom Pferde unb wurde schwer verletzt in das ferner ferne Karten ausgegeben, sondern in ben Zügen. Weilburger Hospital gebracht. •* Einbruch sdiebstäh le sind in ben letzten Tagen — — ■ - -- ।' -- Sy sfto® 1,90^2: bas .Löffelbegraben" besorgt, so wird doch dies Instrument und Symbol des Glückes und Wohlstandes jetzt lieber im trauten engen Kreis der Freundschaft und Liebe hervorgeholt. Möge es nur Teine Entfremdungen und Mißstimmungen gegeben haben. Nidda, 22. Sept. Bor acht Tagen verließ uns unsere seitherige Krankenschwester Luise Ufer auö Klein- Linden. Sie hat in den sechs Jahren ihres Amtes hier so segensreich gewirkt, daß allersetts ihr Scheiden bedauert wird. Ihr Geschick in der Behandlung Kranker, ihre Ausdauer und auch ihr tätiges Zugreifen, wo es fehlte in den Haushaltungen Erkrankter, machte sie allen lieb und wert. Der Vorstand des Vereins Krankenpflege überreichte ihr nebst einem glänzenden Zeugnis einen Regulator als Andenken. sd. Darmstadt, 24. Sept. (Eigen er Drahtb er.) Tie Disziplinaruntersuchung gegen Geh. Oberbergrat Prof. Dr. Lepsius wegen unreeller Handlungen beim Ankauf von Knnstgegenständen für das Landesmuseum ist beenbet Es wird demnächst die Verhandlung vor dem Verwaltungsgerichtshof stattfinden. R. B. Darmstadt, 24. Sept. (Eigener Draht- bericht.) Die Ankunft des russischen Kaiserpaares erfolgt aus dem hiesigen Main-Reckar-Bahnhof nachmittags um 3.15 Uhr. Es ist kleiner Empfang vorgesehen. — Gestern trafen ca. 50—60 russische Sanger hier etn, die bei der Vermählungsfeier in der russischen Kapelle die Gesänge ausführen werden. Die Gesamtzal)l der nach Ankunft des Kaiserpaares anwesenden Russen wird 350—400 betragen, darunter rund 100 Eisenbahnbeamte. Gerichlssaal. Darmstadt, 23. Sept. Vor der Strafkammer stand gestern die 30 Jahre alle Ehefean des Fabrikarbeiters Heinrich Wolf von Offenbach, eine jähzornige Person, die eine Zengin als sehr robust bezeichnete, wegen fortgesetzter empörender Mißhandlung ihres eigenen Kindes. Das Weib hatte vor der Eheschließung ein 'Mädchen, Auguste Benzing, geboren, welches ursprünglich in Nieber-Gründau unlergebracht, im vorigen Jahre aber heimgeholt worben war. Nun begann die Leidenszeil des armen Würmchens, bas auf alle Weise mißhandelt wurde. Der Lehrer der Kleinen merkte eines Tages, was los war, und nahm sich der Sach an, nach ihm schritt auch bie Polizei ein. Die Mutter wurde vor Gericht gestellt, wo sie dreist behauptete, nur von dem ihr zustehenben Züchtigungsrecht Gebrauch gemacht zu Haden. Auch ihr Ehemann stellte ihr m der Hauptverhandlung ein gutes Zeugnis aus und das Kind erklärte seine früheren Klagen für Lügen. Alles das half jedoch nichts, bie Angeklagte würbe zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Als sie bies hörte, wurde sie wütend, sie stieß bas Kind zurück und entfernte sich mit dem Bemerken, daß sie die Strafe nicht annehme. Im Jiüereffe der Sicherheit des Kindes dürfte gelegen fein, dasselbe möglichst rasch der Gemalt der Wütenden zu entziehen. Hanau a. M., 23. Sept. Der 34jährige Schutzmann Joh. Lutter vvn hier stand vor der Straflammer, angeklagt der Erpressung, des Er pr es s un g s v er suchs und der N ö t i g u n g. Der Sachverhalt war folgender: Als der Schutzmann, der bisher ein völlig einwandfreies Leben geführt hatte, im Mai d. I. in Erfahrung brachte, daß er von feiner Frau hintergangen wurde, erpreßte er von ihrem Verführer, einem hier beschäftigten 22 jährigen Kaufmann, der bei seinem Schwager wohnte, eine Schuldanerkenntnis von 2000 Mark in bar «oder 2500 Mark in monatlich zu. zahlenden Raten von 20 Mark. Als der Kaufmann aussagte, baß er kein Vermögen besitze, schrieb der Schutzmann an dessen Tante in Fulda, sie möge fid) für ihren Neffen verbürgen, da er ihm die Wahl lasse zwischen Zuchthmis oder Zahlung von 2000 Mark. Die Frau lehnte das Ansicknen rundweg ab. Als die Behörde Kenntnis von den Vorgängen erhielt, wurde der Schutzmann aus bem Dienste entlassen und bann auch in Untersuchungshaft genommen. Das Gericht erkannte auf acht Monate Ge- fängnis wegen Erpressung und Erpressungsversuchs. Handel und Verkehr. Kolksivittschast. Deutsche Reichsbant. Rach den neuesten Meldungen sind bie Anlagen bei ber Reichsbant keineswegs groß. Der Aletall- bestaub hat bebeutenb zugenommen, weitere Golbsendungen ans Lonbon sinb avisiert. Es liegt baher keine Veranlassung zu einer . Diskonterhöhung vor. Auch bann nicht, wenn Loiidon seine Bank- warten und dem deutschen Geldmarkt so lange als möglich den Telephonischer Kursbericht. u. 4% Oesterr. Goldrente . . 101.75 Anfangs- 199.70 210.80 135.75 181.90 Franktnrt . . 101.06 . . . 89.07 . . . 101.65 . . . 89.08 . . . 100.15 . . . 99.02 Briefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) .1." Wir wollen die Sache halten rote seither, indem Reicheanleihe do. Konsole . do. . . Heesen Oberhessen eu 23. Sedtember 1 8% Mexikaner . . . 4l/r,/o Chinesen . . . Electric. Schuckert . * Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . . Lombarden .... Gotthardbahn .... Lanrahütte ..... Bochum ...... Harpener Tendenz: fest. Märkte. Gießen, 24. Sept. Marktbericht. Aus heutigemWockenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1,00—1,20 Mk., Hühnereier 1 St. 6—8 Psg., 2 Stck. 00-00 Psg., Gänseeier 00—00 Psg., Enteneier8—0 Psg., Käse pr.Stck.5—8 Pf., Käsematte2 Stck. 5—6 Psg., Erbsen pr. Liter 21 Psg., Linsen pr. Liter 32 Psg., Tauben pr.Paar 0,70—09,0Mk., Hühner pr. St. 1,30—1,80 AL, Hahne pr. Stück 0,70—1,50 Ntk., Enten pr. Stück rikanischen Universitäten. roir Innsbruck , 24. Sept. Der Le h r er Ach l eitner stürzte vor den Augen seiner Gattin im Pustertale in eine der 12 Meter tiefe Felsspalte und blieb tot. Schlußkurse. 199.10 211.50 136.00 18L50 184.37 Harpener Bergbau . . 184.10 Schluß-Teridenz: ziemlich fest. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. L. Berlin, 24. Sept. Auf der e l e ktris ch en V er - suchsbahn für Schnellfahrten zchischen Marienfelde und' Zossen wurde die bisher noch nie erreichte Geschwindigkeit von 175 Kilometer in der Stunde erreicht. Der Oberbau der Bahn und die Einrichtung d^r Deft Kredit. . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Haier 6.00 Mk., aufs beste bewährt. ------ Chicago, 24. Sept. Der Präsident der Uniuersttät erklärte, der preußische Kultusminister begünstige einen regeren Verkehr der deutschen mit den ame- hoffen, daß Sie, soviel Sie können, das Ihrige tun. P. St. Im Gothaischen Generalogischen Taschenbuch Gräflichen Häuser ist die sozialdemokratische Gräfin Adele — v. O r i o l a geb. Gräfin v. Wengersky (geboren 1869) aufgesührt als Gemahlin des in Dresden lebenden preußischen Rittmeisters a. D. Grasen Joachim v. Oriola, eines Vetters des Friedberger Reichs- 3y2o/o tagsabgeordneten. Auch die Herzogin Pauline von Württemberg, go/o dte sich 1880 mit dem praktischen Arzt Dr. Melchior Willim in 37,0/0 Breslau verheiratete und damals nach Ablegung des Titels Her- go/o zogin den Namen v. Kirbach erhielt, zeigte'Sympathie für die 3* 1/2% sozialdemokratischen Bestrebungen und soll seiner Zeit auch den sozialdemokratischen Parteitag in Breslau besucht haben. 1903. . 27.01 . 91.09 . 95.05 . 101.08 . 199.09 . 185.05 . 135.09 . 145.02 . 152.00 . 137.05 . 16.04 . 189.00 . 227.00 . 182.06 . 185.01 bisherigen Zinsfuß erhalten. Rheinisch ° Westfälisches Kohlenshndikat. Die nächste Zechenbesitzerversammlung ist nun definitiv aus den 1. Oktober einberufen. Gs soll u. a. Beschluß gefaßt werden über Geltung des neuen Vertrags, auch wenn die Zeche „Freie Vogel & Unverhofft" nicht beitreten sollte. Ferner über Kündigung des alten Vertrages, sowie über Ernennung eines Ausschusses für die Verhandlungen mit den bisher außenstehenden Zechen. Türkeu-Lose. Der Umstand, daß die Vereinheitlichungsanleihe in nicht zu ferner Zeit zur Subskription gelangen wird, wirkt günstig auf den Kurs der türkischen Werte. Die Spekulation, die doch in erster Linie auf diesem.Gebiete in Betracht kommt, ist auch wieder zuversichtlicher geworden, weil die Gefahr eines bulgarischen Krieges stark in den Hintergrund getreten ist und bald wieder ganz verschwinden dürfte. Insbesondere wird auch die Bewertung der Türkenlose für zu niedrig erachtet und es durften die Bestrebungen der Spekulation sich auf diesem Gebiete geltend machen. Berliner Börse vom 23. September 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 38,4 Prozent. rate neuerdings erhöhen sollte. Man will unter allen Umständen 11,80—2,40 Mk., Gänse pr. Pfd. 00—00 Pfg^ Ochsenfleisch pr. Pfund die weitere Entwicklung der Inanspruchnahme der Reichsbank ab- 68—78 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—-66 Pfg., Schweine- • " ■ ..... ' fleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 56—74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—7,00 Mk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg^ Zwiebeln pr. Zentner 4,50—5,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Pfd. u—00 Pfg., in Körben 00—00 Pfg. Surcfr. reicht. x« -uoerv-u oet --my° um, -..... schnittsprli"pr. Maller. Roter Weizen ä.lOfflt., alles Korn 00.00 Wagen haben sich auch bei dreser hohen Geschwindrzkeit Wtk., neues Korn 10.00 Mk., Gerste 0.00 Mk., C ' "M """ neuer Hafer 0.00 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. 4\i5% Oesterr. ßilberrente 99.09 4% Ungar. Goldrente . . 98.45 4°/j Italien. Rente . . . 102.08 4,/a % Portugiesen . . . 50.00 8°/ Portugiesen 30.09 1% C. Türken .... 36.15 Türkenlose 152.04 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 43.06 41/, % äussere Argentiner 42.— Hottrsdlrnü der israelitischen KeliglonsgesrUschast. Sabbathfeier am 26. (September 1903. / Freitagabend 5.50 Uhr. Samstag Vormittag 8 Uhr. Predigt. Nachmittag 4 Uhr. Sabbathausgang 7 Uhr. • Wochengottesdienst: morgens 5.15 Uhr, abends 5.30 Uhr. LRdmtMW MWmg 8wjen. Freitag den 25. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, werden die bis jetzt nicht abgeholten Gewinne der landw. Ausstellungs-Verlosung und zwar: 2 Bienenvölker, 3 Stämme Hühner, 4 Paar Tauben in der Hofraite des Oekonomen Nebe dahier, Rodheimer- straße, gegen gleich bare Zahlung meistbietend versteigert. Gießen, den 24. September 1903. [7193 Die Verlosungs-Kommission. SchweinemarktzuLich Montag den 28. September wird ein abgehalten unter den von Großh. Kreisamt Gießen erlassenen Bedingungen, Gießener Anzeiger Nr. 221, 2. Blatt, vom 21. September 1903. Lich, den 23. September 1903. Großh. Bürgermeisterei Lich. Heller. 7180 Preussische Pfandbrief-Bank Berlin. Die am 1. Oktober fälligen Zinsscheine unserer Hypotheken-Pfandbriefe, Kleinbahn-Obligationen, Kommunal- Obligationen (mündelsicher) werden bereits vom 15. September ab an unserer Kasse sowie bei der Mehrzahl der deutschen Banken und Bankfirmen kostenfrei eingelöst. 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