Ar. 9 i Gthulftratze V. Adresse für Depeschen, «nzttger Gieße«, tzernfprechanlchlriß Nr. bl. trieben, schte er fid) in einen Münchener Zug; er fuhr in einem an Unzurechnungsfähigkeit grenzenden apathischen Zustande nach Enchen, und nur so ist es zu erklären, daß der Künstler nicht nur die Strecke von Garmisch nach Innsbruck, sondern auch die von München nach Garmisch, jür die der Schnellzug drei Stunden braucht, im Wagen zurücklegte. Vor Garnrisch wurde er vo'n solchen Herzbeklemm- ungeu befallen, daß der Kutscher ihn auch an Ort und Stelle nicht verlassen durste; aus Garmisch trieb ihn sein krankhafter Zu,land weiter nach Innsbruck, woselbst er physisch und seelisch ganz zusammenbrach. — Der Hausarzt des Künstlers hatte schon vorher den Direktoren des Ber- liner Theaters ein Äeft geschickt, in dem es heißt: Harry .rage nach besonderen Wünschen. Die t Anliegen vor und erhielten wohl- ägung zugesagt. aus die Auffassung des Charakters ., und diese „Unklarheit" sollte zu Mißverständnisse führen. Die unglüa- liche Frau, deren „Würmer" bekanntlich nach Brot schreien, fleht den Tyrannen Geßler um Freigabe ihres gefangen gehaltenen Mannes an. Harras fragt: „Wer ist Euer Mann'?" Da tritt die Schaujpieterin Frau Vt vorn an die Rampe: „Ein armer Wildheuer vom Rigiberge, Der überm Abgrund weg das freie Gras Abmäht an den schrofsen Felsenwänden, (und mit donnernder Stimme uno aus den Darsteller des Geßler zeigend) Wohin aas Vieh sich nicht getrau: zu steigen." Unter dem unaif,hör Lichen Gelächter des Publikums ist Geßler an jenem Abend erschossen wvrden. und Frl. K o ch als Bülaus Tochter Erwartungen. Auch Frl. Ziegler t y schlossen sich dem bewährten Schau- r Weise an. Le,sing-Theater soll am 3. Oktober lle Sokrates", Komödie in vier Sudermann zur Erstaufführung re Direktion Stein g ötter kündig: elzeit diese ddovitä: an. Es wird über ides ge,chrieoeu: „Sudermanns dra- iesmal jenen Idealismus zum Vor- r, aus gesundem Boden jrammend, ege seiner felbst im Lause der Zeiten Wirklichkeit und damit seine Dasems- Jn einer Heinen Stad: innerhalb Achtundvierziger spielt sich in dem und Söhnen jenes Weltschickjal des ntum schließlich in Donquixoterie ver- omödie des Idealismus und in dem -ugleich ein typisches Md für bie s freisinnigen deutschen Bürgertums. Auffassung. Än einem kleinen wurde unlängst Schillers „Wilhelm Künstler hatten sämtlich ihre Rollen auf die Darstellerin der Armgard; nicht allein in Bezug auf die Worte l Monak-Beilage 1 ZAM Siebener Anzeiger k (903. lichen Verpflichtungen nachkommen könne. R. B. Darmstadt, 22. Sept. Im Ho st Heater kam heute abend Felix P h i l i pp i s neues Schauspiel „D e r Dornenweg" zur ersten Aufführung. Die Ausnahme des Stückes war beifällig, aber keineswegs begeistert. Man sieht schon in der ersten Viertelstunde den Ausgang voraus und wird auch durch den Gang der Handlung, die ziemlich matt uno wenig originell ist, keineswegs zu besonderer Aufmerksamkeit veranlaßt. Die Ausführung war glatt und abgerundet; mit Freude ist zu konstatieren, daß sich die neu engagierten Schanspielkräfle auch heute vortrefflich bewährten. Herr Lehrmann war als Ernst Bülau in jeder Nr. S8%4 Grfchrint täglich außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kessischen Landwirt die Siebener Familien» blätter viermal In der Woche betgelegL Rotationsdruck e. Verlag der Brüh l'scheu Uutoer^Buch- u. Stein- bTucke«ü(Pietich Erders zirken zu einem Verband zusammen zur Förderung der Vogelsberger Rindviehrasse. Dadurch wurde das Zuchtgebiet um das vielfache größer und die sorgfältige Auswahl geeigneter Zuchttiere, der Austausch und der Ausgleich da, wo sich Mängel in der Zucht zeigten, möglich. Heute, nach reichlich 25 Jahren, hat unsere landw. Ausstellung gezeigt, daß wir das alteinheimische Vogelsberger Rind mit allen seinen aut en Eigenschaften wieder gewonnen haben, sodaß es nun durch sorgfältige Weiter^ucht möglich ist, die guten Eigenschaften der Rasse weiter zu entwickeln. Die Vereinsleitung ist also nicht tätig gewesen, die einheimische Rasse zu verdrängen, sondern zu fördern und in der Provinz zu verbreiten. Diesen Beweis hat die Ausstellung geliefert gegenüber den irrigen Behauptungen, die vor ca. einem Jahre von Worms herüberklangen. Das gerade Gegenteil von dem, was den Vereinsleitungen zum Vorwurf gemacht wurde, ist richtig. Die Vereinsleitungen bemühen sich heute noch, zuweilen vergeblich, die Gemeinden, besonders die im hohen Vogelsberg, zu veranlassen, auf ihren rauhen Höhen, aus denen der Rotklee nicht mehr gedeihen will, bei der Haltung der Vogelsberger Rasse zu bleiben. Mit Eifersucht sehen diese Gemeinden auf andere, die mit so großem Erfolg das anspruchsvollere Simmentaler Rind züchten. Sie wollen -aiuf ihren Höhen dasselbe erreichen, was in den fruchtbaren Tälern viel weiter unten der Landwirt mit der Zucht des Simmentaler Rindes erreicht: großes Körpergewicht verbunden mit hohem Nutzungswert. — Daß das nicht möglich ist, sehen viele ein, andere nicht. Nicht die Vereinsleitung verdrängt das einheimische Vogelsberger Rind von unseren Gebirgshöhen und strebt die Einfuhr des Simmentaler Rindes an, sondern die Landwirte des Vogelsberges die neidvoll auf die Erfolge der Simmentaler Züchter sehen. Und wenn nun die Züchter des Simmentaler Rindes auf fruchtbaren Böden und unter günstigen klimatischen Verhältnissen so gute Erfolge haben, daß sie dadurch den Neid ihrer höher im Gebirge lebenden Züchter des Vogelsberger Rindes erregen, dann kann es doch nicht wahr sein, was von Worms aus im Lande verbreitet wurde: das Simmentaler Rind tauge für unsere Verhältnisse nicht, es degeneriere, bringe dem hessischen Landwirt nur Nachteile, das Geld, was die Regierung den Vereinsleitungen auch zur Förderung der Simmentaler Zucht alljährlich hergebe, sei zum Fenster hinausgeworfen zu Lasten der Steuerzahler! Auch für die Haltlosigkeit dieser Behauptung hat die Ausstellung in Gießen den Beweis geliefert. Er konnte ruckt besser geführt werden^ Die Preisrichter hatten, ein Lhweres Amt übernommen. Die wenigen Preise konnten oft nur wegen unwesentlicher Unterschiede wenigen Tieren zugesprochen werden, fast die e Judenuuruhen in Homel rsjifchen Zeilungsnouzen folgendes: 3, jde-n 11. September, war in Dornet ein : und nur durch die jüdische „Selbst- n. Solche Selbstwehren yaven fich nach eltaten in verschiedenen Städten Vluß- )ie Metzeleien zu hintertreiben. Tat- Frühjahr dieses Jayres an zahlreichen 2neu Plünderungen und Nndennetzel- nterblieben. Jetzt hat die Selbstwehr getan. Die Einzelheiten des Homeler 'weit bis jetzt uetunnt ist, folgen.de : chmittag um 5 Uhr em Dauer mit inen Heringshanöel in Streit geriet, ern Oie)en Zwischenfall, der sofort zur 'arteten Anlaß gab, auszunützen uni> ^rechte Plü über uug ve s jüdi- ;. Infolgedessen liefen viele Juden, e r m e i st e r, herbei, und es entstand Schlägerei. Erst später tarn die Die Leute auseinander und verhaftete hrend der Schlagerei waren verjchie- stten verwundet worden. Einer der r i st e n st a r b am nächsten Tag. Tie 'Mm Samstag und den Samstag hinten in den Straßen umher uno verputz en. Auch am Sonntag, an dem die eilen geschlossen waren, wurde die Unterdes arbeiteten Agitatoren daran, Juden aufzuwiegeln, daß sie an den jotlten. Bis Montag verhielt sich die still. Ta kam am Montag M i L i t ä r damit war das Schicksal der Inden be- Tage begannen um 12 Uhr mittags ans den Eisenbahiuverkstütten kamen, aja-Straße eine Plünderung im di e judi scheu Hauser, zer- ster, zertrümmerten die Möbelten wehrlose Juden. Als He der Stadt den Geplünderten zu Hilfe en das Militär den Weg, während die scheu in zwei andere Straßen einge- Arbeit ungehindert fortsetzen durften, ur Verteidigung herbeigeeilten Juden m durchbrechen, um ihren bedrängten ommen. Da das Militär ihnen gegenvorging, tarn es zn einem heftigen fielen Schüsse und verschi ebene ndete blieben auf dem Platz. So Jude nh ä user zerstört wurden, n Toten christlicher- und jü- es heißt, acht Christen und sieben neler Schlachtfelde blieben. uuo schule. scheint geneigt zu sein. Neuer- n einzuführen, Die vielleicht noch die .tzen. Wie römische Blätter melken, Erstes Matt. 183. Jahrgang Donnerstag 24. September 1903 BezugSpretSr monat uch75Pst viertel- Gießener Anzeiger EÄ Äy Ä • MM QciUnprtt»:total 12^ ™ General-Anzeiger äiä • w *** bep poltt. txn* aUgcm> Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Metzen MDZ _____________________________________ -eigentetl: Han« Beck. Die landwirtschaftliche Ausstellung des Provinzial-Vereins für Oberhessen. Eine tüchtige Berichterstattung im Gießener Anzeiger Bat dafür gesorgt, daß die Erkenntnis des auf der Ausstellung Geleisteten in weite Kreise gedrungen ist. Trotzdem erscheint es nötig, in kurzer Zusammenfassung die für den Landwirt der Provinz Oberhessen besonders wichtigen Ausstellungsabteilungen zu besprechen. Es hat im verflossenen Jahre besonders nicht an harten rUteilen gefehlt, die auf die landwirtschaftliche Bevölkerung der Provinz nicht ohne Eindruck bleiben konnten. Harte Urteile, die die Vereinsleitungen allgemein bezichtigten, besonders in der Rindviehzucht auf falschen Pfaden zu wandeln, zum Nachteil der Landwirte und des ganzen Landes. Es wurde die Beschuldiaung erhoben, die Vereinsleiter suchten die einheimischen Rindviehrassen zu verdrängen zu Gunsten einer fremden Rasse, der Boden, Klima, die veränderte Haltung nicht zusage, daher degeneriere. Eine Million sei auf solche Weise zum Fenster hinausgeworfen rc. 2C. Vom grünen Tische aus hat der hessische Landwirtschaftsrat diese von Grund aus irrtümlichen Behauptungen, die die Mnge geradezu auf den Kovf stellten, zurückgewiesen — die landwirtschaftliche Provinzial-Aus- tellung in Gießen bat das noch viel wirkungsvoller getan, ndem sie dem Lanoe und der Regierung zeigten, was ge- chehen ist, um die Rindviehzucht in der Provinz zu heben zu Gunsten der kleinen und der größeren Landtvirte und im Interesse des ganzen Landes. Die landwirtschaftliche Provinzial-Ausstellung hat den Nachweis erbracht, daß das einheimische Vogelsberger Vieh durch 25jährige züchterische Arbeit wieder geboren ist, nachdem diese ailte einheimische Rasse durch falsche züchterische Maßnahmen zu jener Zeit nur noch dem Namen nach bestand. Als der damalige Präsident des landw. Provinzial- vereins Freiherr Adalbert von Nordeck zur Rabenau zu Friedelhausen immer und immer wieder die Herstellung der Vogelsberger Rasse im Interesse besonders unserer Kleinbauern forderte, da hörte ich von eingeborenen Landwirten wiederholt die Aeußerung: es wird schwer werden, die Vogelsberger Rasse wiederherzustellen, sie existiert nickt mehr. — Mit Hilfe der Staatsregierung wurde damals mit der schwierigen Arbeit, reine Vogelsberger Zuchttiere in allen Gcken und Winkeln des Vogelsberges zusammenzufinden, begonnen. Es wurden Zuchtviehhöfe gegründet und in diesen reines Vogelsberger Vieh durch sorgfältige Zuchtanswahl herangezüchtet. Es bildeten sichZuchtveremechie dasselbe anstrebten. Der Provinzialverein mit den nachfolgenden Präsidenten an der Spitze unterstützten mit allen Mitteln diese Bestrebungen. Vor sieben Fahren trat der Provinzialverein mit den benachbarten preußischen Be- 34 seuschaft bet Der Ban- : 7147 Unübertroffenes W gewflsen Warme- chiedeu hoch sind) Kältegraden ab- Man fordere überall zurechnungsfähigen Person zu tun hat allen Nachforschungen Motive für Gatten, des Bruders und der Groß: nicht ermittelt werden konnten, währe ist, daß in ihrer Familie von Mutters und epileptische Anfälle sehr häufig 1 ein Arzt zur Untersuchung ihres @ worden, der bereits nach den erste geistige Defekte schloß. 8andw. Aus Die noch vorhandenen Gerippe vor und Festhalle, für Backsteinbrennereie. eignend, werden billig abgegeben. R dem Ausstellungsplatz und Regierum Paris, 22. Sept. Der Gruben-Jngenieur Eombe hat dem Chemiker Moiffau eine Aufforderung zugehen lasten, vor einem Ausschuß zu beweisen, daß er auf künstlichem Wege Diamanten Herstellen könne. Als Belohnung hat er 5000 Francs ausgesetzt, wenn ihm seine Versuche gelingen. • Aix les Bains, 22. Sept. Die Untersuchung wegen der Ermordung der Madame de Foug^re ist noch nicht abgeschlossen. Es ist nunmehr festgestellt, daß das Kammermädchen gegen 11 Uhr abends vor der Rückkehr ihrer Herrin ermordet worden ist. Man glaubt, daß der Täter ein ehemaliger Liebhaber der Ermordeten war. * Selbstm o rd eines Arztes. Wie aus Kiel gemeldet wird, tötete sich der Marine-Stabsarzt Dr. M a t t h i s s o n von der Ostsee-Station durch einen Revolverschuß in den Kopf. Mmmg Ser MW Die Erneuerung der schadhaften (• wird voraussichtlich Anfangs nächste werden. Da hierdurch eine Absperru wird und während einiger Tage dase verkehr stattfinden kann, so empfehlt uehmern von Koks, welche demnä, zu entnehmen beabsichtigen, erfordert Laufe dieser Woche ihre Fuhrwerke Gießen, den 21. September 1903. Städtisches GaS- und Waste Otto Bergen Gerichtssaal. fl Marburg, 22. Sept. Das Schwurgericht be- Ueber den Vorgang des Erfrierens der Pflanzen, ihrer Teile, der Knospen, der Blüten, der Blätter usw. mag man denken, wie man will, eins ist 'gewiß, mancher Obst- -..... """ ‘ ~ ‘ ' die Früh- Obstv ersteig« Freitag, 25. September 1903, v Minuend, soll die Zwetschen-, Aepfel- städlischen Bäumen bei der neuen Univ Südcnllage, an der Johannesstraße, aus Garten, an den Bahnhöfen, am Krofdorfe. Weg öfferrllrch meistbieterrd versteigert wer Die Zusammenkunft ist an der ne' in der Stephanstraße. Gießen, 22. September 1903. Der Oberbürgermest Mecum. Geschäfts-Ve Meiner werten Lllmdschast zur gefL ' Buch- und Uapie 6oxi Sonnenstraße 25 nach Bekanntmar Am 1., 2. und evtl, nach Bedarf non nachmittags 2 Uhr an, wird die Ver deS städtischen Hospitals, des noch vorha' Wine, Handtücher u. f. w. imb der Küch Gießen, den 2L September 1903. Städtisches Armena' Cursch mann. betroffenen Teile. Anders ist aber der Vorgallg bei den Bäuluen. Die Erscheinung, daß selbst kräftige Baumstämme ersriereu, erklärt sich aus dem Umstande, daß Eis ebenso wie Wasser verdunstet. Die gefrorenen Zellen der Stämme dunsten im Winter aus; richtiger gesagt, verdunstet das zu Eis gewordene W-asser, das sich in den Holzzellen angesammelt hat. Tas Holz wird dadurch wasserarm, es trocknet aus. Ist qber in diesen: Prozeß ein gewisser Grad erreicht, so verliert auch die Holzzelle infolge ihrer Veränderung die Fähigkeit, Wasser zu leiten und stirbt ab. Das ist in rohen Umrissen der botanisch-physiologische Erfrierungsvorgaug. Dazu seien nun noch einige Momente erwähnt, die uns der Frage, wie schützen wir die Pflanzen vor dem Erfrieren, näher bringen. Man beobachtet, daß der Zellsaft meist nicht bei null Grad, sondern in der Regel erst eimge Grade unter 9wll gefriert. Das erklärt sich daraus, daß der Zellsaft kein reines Wasser, sondern: eine mehr oder weniger konzentrierte Lösung ist. Also ist es möglich, daß die Außentemperatur etwas unter Null liegt, ohne daß die Pflanzen zu erfrieren brauchen. Nun hat man aber auch beobachtet, daß z. B. wasserreiche Pflanzen oder Teile dieser Pflanzen schon bei Null Grad und sogar ein wenig darüber, bei einigen Zehntelgraden Wärme, erfroren sind. Diese Erscheinung rst auf die Ausstrahlung zurückzuführen. Die Pflanzen strahlen Wärme aus. In kalten Nächten kann der durch Ausstrahlung erfolgte Wärmeverlust so groß sein, daß die Pflanze sich unter Null abkühlt, während die Außentemperatur über Null liegt. Weiter ist festgestellt, daß 'wasserreiche, saftstrotzende Pslanzenteile viel leichter erfrieren, als saftarme. Trockene Samen können sowohl die größte Hitze loie die schärfste Kälte ohne Schaden überdauern, während saftige Pslanzenteile bei gewissen Wärmegraden (die für die einzelnen Pflanzen verschieden hoch sind) wärmestarr werden und bei bestimmten Kältegraden absterben. Demnach kommen bei dem Vorgang des Erfrierens vor allem die Wärmestrahluna und oer Saftreichtum der Pflanzen in Betracht. Der Wärmeverlust durch Ausstrahlung ist in klaren, wolkenloser: Nächten bedeutend größer als bei bedecktem Himmel; daher sind klare, helle Wi n t e r - und klare,kühle Frühlingsnächte sehr gefürchtet. Daraus ergiebt sich ein Schutzmittel gegen die Frostgefahr. Man deckt die Pflanzen zu, u m i h r e A u s st r a h l- una zu vermindern. Das läßt sich aber meistens nu^ * Paris, 21. Sept. Während die Netze der Beweisführung sich immer enger um die Giftmischerin Frau Galt i6 zusammenziehen, hat diese bisher im Gefängnisie ihre Ruhe und selbst ihre Lebensfreude zu bewahren gewußt. Das ist aber anders geworden. Der Untersuchungsnchter legte ihr nämlich die Schmuckstücke vor, die sie vor mehreren Jahren Frau Larrieu entwendet hatte. Zuerst leugnete sre entschieden ab, daß diese fremdes Eigentun: seien, geriet aber plötzlich in große Aufiegung, als der Richter ihr ankündtgte, er werde sie mit Frau Larrieu konftontieren, und hinzufügte, daß, wenn Frau Galtw nicht die Diebin wäre, ihr toter Gatte dieses Vergehens bezichtigt werden muffe. Sie brach fast zusammen und wurde von einem wahren Weinkrainpfe erfaßt. Sie gestand den Diebstahl ein, bat aber dann, sie für diesen Lag zu lassen, da ihre Kräfte erschöpft seien. Sie leide unsäglich und fürchte, wahnsinnig zu werden. Man führte sie m ihre Zelle zurück, wo sie einen heftigen Nervenanfall hatte, um nach d:esem vollkommen gebrochen und teil- nahmlos vor sich hinzustarren. Man V* deshalb immer fester davon überzeugt, daß man es mit ei* aus fall im Herbste ist in der Hauptsache durch lingsNachtfröste bedingt. Seit die Msj , , . Pflanzenphysiologen von Jahr zu Jahr neue Entdeck- uugen fördert, seit die Forscher den pslanzenphysiologischen Vorgang des Erfrierens ergründet, sucht mau Mittel und Wege zu finden, die Möglichkeit des Erfrierens zu verhiudern. Hebet den Vorgang des Erfrierens selbst werden noch immer Versuche angestellt und neue Momente der Erklärung gesunden. Fest steht, daß sich bei starken Frösten in den Zellen der Pflanzen Eiskrystalle bilden, mit anoeren Worten, daß der Zellsaft, das Protoplasma, gefriert. Weiter steht fest, daß gründlich durchgefrorene Pflanzen absterben. Äurch das Gefrieren wird der Zellsaft chemisch und physikalisch so verändert, daß die Zellen nicht mehr:m stände sind, Wasser zu leiten, für einen Teil der Pflanze also die Zufuhr der Nährstoffe abgeschnitten ist. Die Folge davon ist natürlich das Absterben der für den Reservefonds bestimmten Gelder sicher anzulegen. Er war heute geständig, das Geld für sich verbrauchit zu haben. Bezüglich der 800 Mk., die er aus der Gerrchts- kasse nahm, aber später wieder ersetzte indem er ber Privaten Anleihen machte, fälschste er Bucher und tauschte so seine Vorgesetzten. Die Witwe GieS gab ihm vor 3 Jahren etwa 4000 M., um ausstehende Verpflichtungen ihres Mannes zu begleichen und den Rest verzmsüch, anzulegen. Auch hier kam Florian nicht seinen Verpfl:chtungen nachsondern verbrauchte das Geld. Er gab zu se:ner Entschuldigung an, daß er durch Krankheiten in der Familre und durch fortwährende Zuwendungen, die er an bedürftige Angehörige gemacht habe, in so schlechte pekuniäre Verhältnisse geraten sei. Die Geschworenen bejahten sämtliche Schuldfragen, worauf das Gericht auf 4 Jahre Gefängnis erkannte. , , Leipzig, 22. Sept. Das Reichsgericht v er w ar j heute die Revision des früheren Redakteurs der „Dresdener Rundschau", Götz, der am 17. Februar 1903 wegen Beleidigung der Dresdener Poli^eidirektion, begangen durch einen Artikel zu Gunsten der ehemaligen Kronprin- gesamteu vorgesührten Tiere waren prämiierungswürdig. Zu diesen Tieren gehörten nun nicht etwa nur die aus dem Simmental eingesührten Tiere, sondern in der Mehrzahl solche, die aus der Nachzucht stammten. — Die Reinzucht des Simmentaler Rindes, das soll hier nicht verschwiegen bleiben, hat eine Anzahl Gegner auch in Ober- Sen. In unserer Provinz hat sich oas Molkereiwesen erordentlich entwickelt, man will milchreiche Tiere züchten und im allgemeinen gilt das Simmentaler Rind nicht als milchreiche Rasse. Aber durch Zuchtwahl läßt sich gar nicht so schwer aus der reinen Simmentaler Rasse ein Milchtier herauszüchten, das allen Anforderungen entspricht. Wir wollen nicht ein überaus schweres, alänzendes Simmentaler Rind für den Metzger züchten, sondern leichtere feingliedrige Tiere, von denen wir wissen, daß sie gute Milchgeberrnnen sind. Standen doch auf unserer Ausstellung Simmentaler Kühe, die bis 26 Liter Milch gaben! Gelingt es uns aber, in der Folge durch sorgfältige Zuchtauswahl Tiere zu züchten, die 18 bis 20 Liter guter gehaltreicher Milch geben, so können wir uns sehr wohl damit begnügen. Für die Fortentwickelung unserer Rindviehzucht in der bisherigen Weise, auf den bisher eingeschlagenen Wegen hat unsere Ausstellung ausschlaggebend gewirtt. Ich habe die Heberzeugung, daß die Vertreter unserer Regierung aus eigener Anschauung erkannt haben, daß wir auf dem Gebiete der Rindviehzucht den richtigen Weg eingeschlagen haben, und daß sie es im Interesse des Landes halten werden und in unseren Bestrebungen weiterhin ju unterstützen. So werden wir Sprosse um Sprosse erre:chen, um dem hochgesteckten Ziel im Lause der Zeit näher zu kommen. Viel langsamer arbeiten wir aus dem Gebiete der Pferdezucht. Hier ist es der Landespserdezuchtverein, der erfolgreich sich bemüht, die Landwirte zu der bisher ziemlich vernachlässigten Pferdezucht anzuregen und ihnen die Ziele zu stecken. Aus unserer Ausstellung herrschte das warmblütige, temperamentvollere Pferd vor, während das kaltblütige, phlegmatische belgische Pferd nicht reichlich aus-- gestellt war. Das gab kein richtiges Bild von den Bestrebungen, die auf dem Gebiete der Pferdezucht bei uns herrschend sind. Mit Vorliebe wird seit Jahren das kaltblütige, früh reifere, für schweren Zug brauchbare Pferd aezüchtet uud in der Landwirtschaft nicht selten auch deshalb, weil man nicht mehr Leute hat, denen man das temperamentvolle, warmblütige Pferd anvertrauen kann. Dies Pferd erfordert eine kundige, sichere Hand. Es wird verdorben und richtet Hnheil an, wenn man es anderen Händen anvertrauen muß. Man darf daraus gespannt sein, wie sich die Pferdezucht bei uns und im Reiche in den nächsten Jahrzehnten weiter entwickelt. — Die Schweiueausstellung war gut beschickt. Neben der Zucht des weißen Edelschweines war auch die des heimischen Londschweines vertreten. Das sollte so bleiben; die Zucht des Landschweines sollte weiter gepflegt werden, wenn auch das weiße Edelschwein den ersten Platz behaupten wird. Sehr gut war die Ziegenzucht vertreten. Der Provinzialverein wird es sich zur Aufgabe machen, die Ziegenzucht in der Provinz zu heben und die Zucht der milchreichen Saauerzieae im Interesse der Minderbe^üterten zu sördevn. Die Geflügelzucht war gut und re:chlich vertreten. Der Bienenzuchtverein zeigte den Interessenten altes m:f diesem Gebrete bisher Erreichte. Glänzend war nach dem Urteil aller Sachkundigen wieder die Obstausstellung und alles Ausgestellte, was Beziehung zum Obstbau hat. Die wissenschaftliche Ausstellung konnlle nur von den Wissenden r:chtig eingeschätzt werden: sie erforderte für den Laien einen sachku:wigen Fiihrer und zum wirklichen Ver- stM:dnis ein Studium, das aus einer Ausstellung unmög- Retchlich und gut war auch die Ausstellung der Produkte des Ackerbaues. Hnd ganz vorzüglich die Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte. Sie bewies, wie hoch entwickelt diese Industrie ist, wie sie sich bemüht, den Ansprüchen der Landwirte gerecht zu werden und wie sehr ihr darum zu tun ist, dei: Landwirt als Ab- neh:uer zu gewinnen. 4^rotz Regen und Sturm, der unsere Ausstellung störte, dürfen wir doch mit dem Erfolg zuftieden sein. Erleidet der Verein auch materielle Einbußen, so lassen Heb dieselben durch vorsichtige Wirtschaft in den kommenden Vereinsjahren wieder ausheilen. Aber die Oberhessischen Landwirte haben auf dieser Ausstellung wieder erkannt, was sie leisten könne::, wenn sie einig und zielbewußt arbeiten. Sie haben auch erkannt, daß uns noch viel zu tun übrig bleibt, daß nur Beharrlichkeit besonders auf dem Gebiete der Tierzucht uns unseren Zielen näher bringt. Die Zeiten sind ernst und schwer für den Landwirt, aber trotzdem den Kops hoch und nicht verzagen! Hnser Herrgott wird's auch mit uns noch wohlmachen. S ch l e n k e. Obstschäden durch Nachtfröste. Eine Herbstbetrachtung für den Frühling. (Orig nalartikel des hessischen Landwirtes.) ((Sete Sonnenstraße) verlegt habe. — ( bei Bedarf von Zeitschriften unb B. Schul- und Schreibartikelu bestens em> Gießen, September 1903. H. S< $5 Ich habe mich hier als M H Bitichtsanwa.lt | W niedergelassen. M Kissner, Rechtsanwalt. W Butzbach, 10. September 1903. Weiselerstrasse 36. 6839 MWWWMMWWWWMWWU ZO in meinem Hause Neuenweg 18 nachverzeichnele, sehr gut erhaltene Schmiedewerkzerrge versteigern: 2 Blasbälge mit Feuerung, 1 Ambos, 2 Sperrhorner, eine Stauchmaschine, eine Bieg- maschure, eine Bohrmaschine, 2 Wurden, 10 Schireidkluppen und vieles andere Werkzeug solvie eine Partie brauchbares Eisen und 1 Stoßkarren. Heinrich Thomas. Reizend! i erscheinen alle, die eine zarte weiße § aut. rosigen jugendsrischen Stint u. ein Gesicht ohne Sommersprossen und gantnnrtinigheiten haben, daher gebrauchen Sie nur: Radebeuler SteünpsMilieuinilch Leise v.BergrnannLEo.Radeb.-Dresden ä St. 50 Pfg. bei: P.Jos. Möbs. Ludwig Schmitt, Inh. Willi. Lchmitt, Masermstr. 7 Kanzleiberg 7._________[40471 _______Am Brand. Meinen werten Kunden und einem geehrten Publikum die ergebene Mitteilung, daß sich meine Wohnung und Geschäft jetzt Grünbergerstratze 13 bennben. — Empfehle mich bei Bedarf von prima Nußkohlen, Anthrazitkohlen, Briketts und Holz bestens. Bei Bezug von größeren Quantums zu billigsten Tagespreisen. 6092 Og. Unverzagt beiSpaU bekanntlich, hi Stheinh Mdet sta M bild jvird ein einer chemt Seisenh lvorden, d, bet Manz kommt em lvird: das Wurzelt verhütet, । erwärmt, Säume un wdecken d und Laub oänge, vor Lage hin eine st ge und Nacht Lerzägeru: ausgesck genügt, u1 Wir l befürchten lierobst d Erzeugung Safttteibei mittel noc Eins J verständlich gut aenähr linMöjle Venn bnüchichlig Sm an vielen Lüe meist erst einzige stört ha Daru: hinaewiese wieder so i eine Statt। Wie fön u Aus dem i Wa auf v Als tzin «« meint ei Wer mü mit der j ff: $ie i wenentoeibe ^tuny * unb f, ,leAen SS de.. 7° tc^e'4; Ält i ■ m ein' i die bet l°Ste A»e Ul>9eu -telie $ ,a,lc i