Nr. 171 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Vekfischen Landwirt die Siebener Zamtlien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck tu Verlag der Brüh lffchen Untvers^Buch-«.Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion. Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gieße«. Fernsprechanschluß Nr. 51. Zweites Blatt. 153. Jahrgang Freitag Ä4. Juli 1903 GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen BezngSpretK» monattich75P^vtertei^ jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 6d Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- fährt, ausschl. Besteltg. Annahme von Anzeigen ür die Tagesnummer l)t8 vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Pf, auSwärtS 20 Pfg. Brrantworrlich für den polit und allgem. Teil: P. ötttto: für »Stadt und Land* und .Gerichtssaat": August Götz; ftir den Anzeigenteil: Vans Beck. Aie heutige Kummer umfaßt 8 Seite«. Aach dem Tode des Kapstes. Rom, 23. FiM. Die päpstliche» Leichenseierlichkeiten. Das Wetter ist herrlich. Es herrscht große Hitze. Seit dem frühen Morgen sind die Polizeibehörden auf dem Petersplatze beschäftigt, um Vorkehrungen' für txie AufteM- erHaltung der Ordnung und die Regelung des Verkehrs zu treffen. Zwei Regimenter Soldaten sind unter den Säulengängen des Platzes aufgestellt, eine Kompagnie steht unter dem Säulengang der Kirche. Karabinieri versehen den Dienst im Innern derselben. Um 5y2 Uhr begannen die Glucken zu läuten. Tausende von Menschen erwarteten die Oeffnung der Tore. Diese erfolgte um- 6 Uhr, und die Besichtigung der Leiche begann. Die Füße des Papstes befinden sich innerhalb des Gitters her Käpelle, sodaß es unmöglich ist, diese zu küssen. In der Umgebung der Kirche herrscht lebhaftes Treiben, die Straßenbahnwagen sind überfüllt. Man schätzt die Menge, die von 6 bis 8 Uhr an der Leiche vorüberging, auf 15 000 Personen. Nobeirund Schweizergarden verrichten den Dienst in der Kapelle. Die Sakramentskapelle der Peterskirche ishdurch Wachskerzen matt erleuchtet. Nobelgarden mit gesenktem Schwert halten die Totenwacht; zwei Kardinalshüte mit goldenen Quasten hängen rechts und links vom Totenbett. Die Pönitentiare der Peterskirche verrichten am Altar der Kapelle Gebete. Einzelne Kardinäle und andere hervorragende Persönlichkeiten betraten das Innere der Kapelle. Heute vormittag begannen die Novemdialien, die neuntägige Leichenfeier für den Papst. Sechs Trauergottesdienste finden an Den ersten sechs Tagen in der Chorkapelle der H^ters- kirche seitens des vatikanischen Kapitels statt. Es folgen drei Gottesdienste namens des Kardinalskollegiums in der Sixtinischen Kapelle. Ter heutige Gottesdienst wurde um 10 Uhr vormittags in der Chorkapelle abgehalten. In der Mitte der Kapelle war ein herrlicher, von der Tiara überragter, von zahllosen brennenden Kerzen.umsäumter Katafalk errichtet. Einer der dem Kapitel von Sankt Peter angehörenden Bischöfe zelebrierte die Trauermesse und erteilte den Segen. Ter Feierlichkeit wohnten die Kapitelsmitglieder und eine Anzahl' besonders zugelassener hervorragender Persönlichkeiten bei. Die Kirche war, da die öftentliche Ausstellung der Leiche sortdauert, von Gläubigen dicht gefüllt. Morgen finden in den zahlreichen Kirchen Roms Trauergottesdienste für den Papst statt. Die Umgebung des Vatikans ist sehr belebt. Eine zahlreiche Menge begibt sich zur Leiche des Papstes. Es ereignete sich kein Zwischenfall. Auf dem Petersplatze verkaufen zahlreiche Händler Zeitungen, Ansichtskarten und Nadeln mit dem Bildnis des Papstes Leo. Zahlreiche Photographen machen Aufnahmen. Unter den Kvlönaden sind mehrere Unfallstationen errichtet. Während der heißesten Stunden nahm die Zahl derjenigen, welche die Leiche des Papstes sehen wollten, etwas ab, wurde dann aber bald wieder ebenso groß, wie vorher. Ta man ohne Eintrittskarte keinen Einlaß in die Basilika erhielt, bestürmte die Menge das Polizeigebäude und die Bureaus des Vatikans, um solche zu erhalten. Sowohl in wie außerhalb der Peterskirche wird ein äußerst schprfer Polizeidienst durch geführt. Im Kirchenschiff sieht man glänzende schwarze und rote Uniformen, und zahlreiche königliche Karabinieri. Tie Menschenmenge, die sich aus den Plätzen, besonders in der Nähe der Kapelle, an- sammelie, besteht größtenteils aus Frauen, Geistlichen und Ordensangehörigen. Um allzugroße Ansammlungen au vermeiden, lassen die Polizisten und Karabinieri die Menge nur kurze Zeit vor dem Gitter, hinter dem der Papst aufgebahrt ist. Das Antlitz Leos ist schrecklich anzusehen. Stumm und entsetzt eilt das Volk nach dem Borbeizug aus der Kirche. Die königlichen Offiziere lassen die Soldaten gruppenweise an der Leiche vorüberziehen. Verschiedene Meldungen aus den Provinzen besagen, daß dort die Militär- und Zivilbehörden an den Trauerfeierlichkeiten für den Papst teilnehmen. Am Samstag um 11 Uhr wird das heilige Kollegium das diplomatische Korps offiziell empfangen. Der Doyen des diplomatischen Korps wird eine Ansprache halten, die der Kardinalkämmerer erwidert. Während der Feierlichkeiten in der Peterskirche wurde Kardinal Oreglia gestern abend infolge der Hitze von einem Unwohlsein betroffen, und mußte nach Hause gehen. Hier hat sich ein Komitee gebildet, um einen Appell an die ganze Welt zur Errichtung eines Kolossal-Monu- ments Leos auf dem Capreo-Berge ber Carpineto M erlassen. Das Konklave. In der heute vormittag unter dem Vorsitze Oreglias stattgehabten dritten Sitzung des Kardinals- Kollegiums wurde die Kommission für die materiellen Arbeiten des Konklaves ernannt, welcher bte Kardinale Macchi, della Volpe und Casali angehören. Lapponi wurde zum Konklavearzt gewählt, ferner noch em anderer llrzt, ein Chirurg und ein Apotheker. Kardinal Svampa äußerte im Gespräch mit einem freunde, das Konklave werde 24 bis 48 Stunden dauern. Danktelegramm an Kaiser Wilhelm. Kardinal Oreglia hat auf das Beileidstelegramm des Deutschen Kaisers mit einer Depesche geantwortet, dre tn Uebersetzung wie folgt lautet: , .. , s. Ich danke Eurer Majestät für die Beüeldvkundgebung, die Sie an das Heilige Kollegium beim Tode Leos XiII. ä" richten geruht haben. Die Kardinäle, denen die zwischen Eurer-'imestat und dem verewigten Pontifex gepflegten guten Begehungen wohl bekannt sind, werde« sich stets von denselben Gesinnungen leiten laße«, um die Freundschaft zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich zu erhalten. Der Kardinal Oreglia/ Eine Uropyezeiung auf das Jahr 1913. Das sozialdemokratische Zentralorgan erzählt eine Geschichte, die der» Vorzug hat, sehr gut erfunden zu sein. Es heißt da: Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen, hatte im Jahre 1849 eine Verordnung erlassen, durch welche die Zigeuner sich hart getroffen fühlten. All ihr Streben ging danach, diese Verfügung aufzuheben oder mindestens abzuschwächen. Listig, rote die braunen heimatlosen Kinder sind, gelang es einer Zigeunerin, die unter den Ihren als zuverlässige Wahrsagerin Ansehen genoß, eines Morgens dem König auf einem Spaziergange ganz plötzlich gegenüber zu stehen, um ihm das Anliegen ihrer Genossen vorzutragen und den König milde zu stimmen. Sie bat sich schließlich beim König die Gnade aus, ihm eine Prophezeiung sagen zu dürfen, und der König, in guter Laune, ging daraus ein. Die Zigeunerin bat den König, die gegenwärtige Jahreszahl in Ziffern auszuschreiben und der König schrieb also . 1849 nun sollte er dieselben Ziffern der Reihenfolge nach 1 unter die 9 stellen und dann hinzuzählen, und dies 8 geschah. Die Zigeunerin sagte, daß die sich ergebende 4 Summe die Jahreszahl sei, in dein Preußen ein 9 Kaiserreich wird, und zwar ....... 1871 Nun möge der König diese Ziffern ebenso unter- 1 einanderstellen und zusammenzählen, und es er- 8 gebe sich die Zahl des Jahres, in welchem 7 der erste deutsche Kaiser st i r b t und 1 zwar ................ 1888 jenes Jahr, in welchem Kaiser Wilhelm I. starb. 1 Abermals sollte der König diese letzte Summe, 8 sowie die früheren untereinanderstellen und zu- 8 zusammenzählen, und als es geschehen war, ergab sich 8 die Summe .............. 1913 Um die Bedeutung dieser Ziffer besragt, erklärte die Zigeunerin, dies sei jenes Jahr, in welchem das Deutsche Reich eine Republik werde. Der „Vorwärts" bemerkt dann zu dieser Anekdote: Bis zum Jahre 1913 haben wir bekanntlich noch zwei Reichs- tagswahlen, und wenn diese so überraschende Resultate ergeben wie die letzte, dann dürfte die Prophezeiung der Zigeunerin wenigstens insofern wahr werden, daß sich dann die Mehrheit des Volkes zur republikanischen Staatssorm bekennt. So ganz unbescheiden ist der „Vorwärts" also doch noch nicht. An die wirkliche Republik um 1913 glaubt er selbst nicht. Politische Tagesschau. Wahlrechtsreform und Nationalliberalismus. Zur Wahlrechts-Reform bringt das nationalliberale ,Leipz. TageW." einen Artikel, der die Ueberschrift „Quous- que tandem?" und das Motto trägt: „Es scheint, daß man uns nicht versteht, deshalb wollen wir deutlicher reden." Der Artikel' führt eine ganz ungewohnt scharfe Sprache wider die serienmäßige Zauderpolitik der sächsischen Na- tionalliberalen, die zum Erfassen der ausgeffreckten Regierungshand aufgefordert werden. Mit der konservativen Majorität wollte die Regierung nicht mehr wirtschaften, der gemäßigte Liberalismus müsie von der Sachlage den Nutzen haben, wenn er nur wolle. Die Ermöglichung der parlamentarischen Vertretung der Arbeiterschaft sei nur ein Sicherheitsventil', nicht der Sozialdemokratie, sondern der Bevöllerung und ber Gerechtigkeit zu Liebe. Der Artikel'schließt: Mr verlangen ein Parteiprogramm, nicht nur eins für die Wahl- rechtskonserenz und den Wahlrechtslandtag, sondern auch eins für me Agitation im Lande. In großen Zügen soll lwi dieser Gelegenheit dem Volle gesagt werden, daß in un- sererParteiPlatz ist für jedes ehrliche, freie Wort, das das Wohl' des Vaterlandes m Ziele hat, für jede Idee, die uns vorwärts bringt und dem Ganzen dient. In unserem Kwgramm hat der soziale Fortschritt so gut seinen Platz, wie in irgend einem anderen, aber wir müssen das auch sagen und danach handeln. Das Voll will wissen, was mit seinen Stimmen und Steuern geschehen soll, deshalb! muß ihm ein festes Programm gezeigt werden. Seit dem denkwürdigen 14. Juli rufen und warten wir vergebens. Die Polltik kennt keine Ferien! Müssen wir noch deullicher werden? Aus Stadt und Land. Gießen, 24. Juli 1903. •* Universitätsbibliothek. Laut der Bekanntmachung im Anzeigenteil sind alle vor dein 25. Juli d. Js. aus der Universitätsbibliothek entliehenen Bücher, auch solche, deren Benutzung weiter gewünscht wird, bis spätestens 10. August zur Musterung einzuliesern. '* Gutes Deutsch. Aus den Kreisen der Friedberger Gewerbe-Akademie liegt uns folgende Satzarchitektur vor: Auf der am Dienstag hierselbst stattgesirndenen allgemeinen Studentenversanunlung wurde von den studierenden der hiesigen Gewerbe-Akademie gegen die ständigen, bald versteckten, bald offenen Anzettelungen und Agitationen eines nahegelegenen, übermittelten Berichten gemäß, allerdings in seiner Frequenz zurück- aegangeuen „Privattechnikum* mit Entrüstung protestiert u. a. eine Resolution dahin gefaßt, unsere Stadtbehörden zu ersuchen, darauf binzuwirken, daß durch das Großh. Ministerium zu Darmstadt diesem Technikum, woselbst man zu behaupten wagt, nach einem allerdings nicht patentiertem Muster, aus einem einfachen eben erst, wenn auch nur privatlm examinierten Techniker mit Volks- schulblldung, schon innerhalb eines einzigen Semesters (18 Wochen) einen Ingenieur machen zu können — es endlich untersagt wird, durch diesen „Schnellbetrieb", sowie durch unwahre Behauptungen im Programm über Staatsbeteiligung rc. das nicht orientierte Publikum auch fernerhin zu täuschen. Dieses Musterdeutsch verdiente auch patentiert zu werden. Mit der Lektüre dieses ersten Satzes hatten wir genug. Königstein, 23. Juli. Der zwischen unserm Städtchen und Eppstein gelegene Rettershof geht in den Besitz der Landgräfin von Hessen über, die ihn für ihren Schwiegersohn Freiherrn v. Vincke gekauft haben soll. Der Hof war ursprünglich ein Kloster des Augustiner-Ordens und wurde bereits 1146 vom Grasen Gerhard von Nürings gestiftet. Anfangs war derselbe nur für Mönche bestimmt, denen sich schon 1191 Nonnen zugesellten. 1222 zogen die Brüder jedoch aus, um den Nonnen das Kloster allein zu überlassen. Das Kloster hatte schon sehr srühe ansehnliche Besitzungen in der Gegend und stand unter Aussicht des Abtes von Rommersdorf. Nur adelige Töchter fanden dort Aufnahme. Graf Ludwig von Stolberg hob 1559 das Kloster aus und verwandelte es in ein Hofgut, das im Laufe der Jahrhunderte sehr häufig den Besitzer wechselte. Kleine Mitteilungeti aus Hessen und den Nachbarstaaten. Das Hess. Regierungsblatt bringt zur Kenntnis, daß vom 1. August d. Js. an das Steueramt Alzey vom Bezirk des Hauptsteueramts Worms abgetrennt und dem des Hauplsteueramts Mainz zugeteilt wird. — Die erste Tagung des Verbandes der Portefeuiller und Leder- galanterie-Arbeiter Deutschlands, die vom 14. bis 16. September in Ossenbach stattsinden sollte, wurde aus die Oster- tage 1904 verschoben. Straßenbau. In der Absteilung I der Deutschen Städte aus» stel'lung in Dresden, die das gesamte Verkehrswesen umfaßt, dürste die Straßenbaugruppe zu den interessantesten gehören. Namentlich kann man dort die verschiedenartigen Konstruktionen der Oberflächenbefeshigung studieren. Es handelt sich dabei um Fahrbahnen oder Gangbcchnen. Erstere werden bei offener Bauweise und auf Landstraßen noch immer mit Schotter hergestellt. Die Vorteile dieser Bauweise sind Billigkeit, leichte Unterhaltung und Geräuschlosigkeit; bei stärkerem Verkehr aber zeigen sich die N a ch t e i l e d e s S t a u b e s bei t r o ck e n e r W i t t e r- ung und derSchl'ammbildung bei Regen. Inden inneren Teilen der Städte sind die Hauptverkehrswege in der Regel gepflastert. Ursprünglich benützte man hierzu Steine, wie sie zur Hand waren, z. B. Feldsteine aller möglichen Form, später ging man zu Bruchsteinen über, wodurch eine etwas ebenere Oberfläche hergestellt wurde, jetzt aber wird das Pflaster meist aus bossierten Steinen hergestellt. Da diese ost aus weiter Entfernung bezogen werden müssen, werden auch vielfach Kunststeine, KliEr- und Schlackensteine verwendet. Alle diese Befestigungen sind aber nur bei mittlerem Verkehr verwendbar, während bei sehr schwerem und lebhaftem Verkehr die Pflastersteine noch auf eine Betonunterlage in Zementmörtel gesetzt werden. In den Städten ist aber auch Geräuschlosigkeit des Fährverkehrs wünschenswert, ohne daß auf die Festigkeit der Fahrbahnen verzichtet werden kann. Das Steinpflaster wird in solchen Fällen durch Asphalt oder eine Pflasterung mit Kiefernholz oder australischem Hartholze ersetzt, deren Fugen mit Asphalt und Zement ausgefüllt werden. Beide Befestigungsarten bedingen eink starke, sorgfältig geebnete und profilierte Betonunterlage Nahezu geräuschlos sind auch die Zementmatädambahnen aus einer Betonunterlage mit einer festgestampften Deckschicht aus feinem Steinschlag und Zement. Tie Firma Roscher in Dresden, hat in der hochinteressanten Straßenbaugruppe eine Probestreae dieser Befestigung vorgeführt, die bei ihrer Neuheit noai nicht zu sehr ausgedehnter Anwendung gelangt ist. Diese Gruppe bietet dem Besucher Gelegenheit, die Art bei. Straßenbefestigung der Neuzeit in vollständig natürlicher Herstellung zu studieren und zugleich einen Blick in noch größere Tiefen zu werfen, in denen die Kanäle, die Wasser- und Gasleitungen, die Tag- wasserabfiihrungen, die Reinigungsvorrichtungen, die Kabel- l«eitungen mit ihrem verzweigten Röhrennetze sichtbar sind. Namentlich von Breslau und Dresden sind hier Musterstrecken der verschiedenen Konstruktionen vorgeführt, während im Ausstellungspalasl selbst und zwar im nordwestlichen Hauptflügel desselben die Modelle und bildlichen Darstellungen untergebracyt sind. Pflastermaterial wird von Bremen und Letpzig ' ausgestellt. Erstere Stadt führt Holzpflasterung in verschiedenen Baustadien und eine Probe in Zementmakadam vor. Uermischter. * Gleiwitz, 23. Juli. Bei einem Häuer auf bet Grube „Konkordia" sind echte schwarze Pocken festgestellt worden. Der Erkrankte wurde in einer Seuchenbaracke isoliert, ebenso seine Frau und zwei Kinder. Für die Arbeitsgenossen und alle anderen Personen, die mit dem Erkrankten in engere Berührung kamen, wurde eine Schutzimpfung an- IL und Gaskoks Verkaufsstelle: 1,10 Mk. Sei Eutuahme voa mindestens 200 Zentnern Mk. nur ™ I Für die Reise Taschenapotheke, Blattseife, Zahnpasta, Zahnbürste, Stangen-Po- Beweis ist, dass alle Fabrikanten heute dieses System nachzuahmen bestrebt sind. 4688 III I I III ■ empfiehlt 5695 III I 4 IIII C. Roth II. Nacht., Q99 Wrtfltnrftrniip & 5695 9 Erbsen Walltorstraße 5. Telephon 322. den mit und und 1.60, Flasche Mk. 1.50 nur in der Adler-Drogerie, Seltersweg 39. SSIg* ’MaxEm ssenx Stückkoks . . . Stutzkoks 9Lr. 1 . Nutzkoks Rr. 2 . Anfangs- . 209.10 . 210.60 . 136.60 . 177.00 . 181.70 Räumungsi Verkauf 1,25 Mk. 1,25 DU. den 2105 Stückkoks . . Ühißfofe Nr. 1 Nutzkoks Str. 2 Gewinn an Zeit und Geld hat Adler-Drogerie Seltersweg 39. Otto Schaaf, 1,20 1,20 Tafel-Essig,naturell oder weinfarbig, 1 Mk. In Gießen echt zu haben bei Emil Fischbach PH. Herrmann Wilhelm HaaS Earl Schwaab Georg Wallenfels Ehr. Wallenfels. [4095 geordnet. Mc Maßregeln zur Verhinderung der Ausbreitung der Seuche sind getroffen worden. • Der AuSdruch deö VesuvS dauert fort unter marken Erplofionen und Auöwurf von ExplosionSstoffeit. Ein Lavastrom m der Höhe und Breite von einem Meter wälzt sich auf der nach Pompeji führenden Straße abwärts. Öeft Kredit. Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau (Hessen) zw. Darmstadt u. Heidelbg. Hotel z. Krone. Pens. 2UKIUUUJ p. Bit. 3.50 ab. Prospekt u. Führer gratis. G. Diefenbach. Frau M. I. Rühl. I. M. Schulhof, Marktstraße. R. Schlabach Rachf., Ludwigsplatz. Ehr. SchoenhalS, Nordanlage. Fos. Seeler. 4140 Julius Bräutigam, Bleichstraße 21. bei: A. Zimmermann; H. Geißler VI. In Steinbach bei: H. Krämer 1. Zur Selbstbereitung des gesündesten Tafel- und Einmache-Ejsig. Man verlange und nehme nur die seit 1875 bestbewährte Elb's ßsstg-tzssenz. made, Fußschweißspiritus, Fuß- schweißseüe, Saltcylvaselme :c. Kognak (in Taschenflaschen), Brausebonbons, Jnsektenslsite, Lederschmiere, Stoffimprägnier- mittel, Kofferfarbe, Lederlack re. Hermann Katz 5 Mäusburg 5. Schiffsnach richten. Red Star Linie. Der Postdampfer „Rhyuland" der Red Star Linie in And ivcrpeii ist laut Telegramm am 21. Juli wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Caramelisierte ä Mk. 1.—, 1.20, 1.40, 1.50, Otto Schaaf, Eietzen f abrih chcmifcbcr u.coemctircbcr . praeparate 11 ~ - 1453 _ Wf i Zur Anfertigung von ...... Puddings müssen stets zilsammen genannt iverden, da nur durch dieses vorzügliche, nahrhafte und leicht verdauliche Maismehl alle Arten voll Mehlspeisen und besonders Rachtisch-Gerichte ihren angeiiehmen Wohlgeschmack und schönes Aussehen erlangen. Gencral-Depot bei Türk u. Pabst, Frankfurt a. Main. in Hoch und tziseukonflruktion empfiehlt sich 5584 Carl Germer in Heichelheim Garantie für guteti Gaiig und höchste Leistung. Ateparatureu gut und billig. Hetos Kopf- u Äaarwaffer i das beste der Welt. 1 Reinigt die Kopfhaut und erhöht ihre Tätigkeit, wirkt stärkend auf den Haarwuchs und verhütet das Ausfallen der Haare. Dieses Haarwasser, nach langjähriger Erfahrung hergestellt, ist als das denkbar beste Kopf wasser erprobt und anerkannt Handel und Verkehr. UolkLwirtschast. berliner Vitrsc vom 23. Juli 1903. (Mrtgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Greven.) Der Verkehr an der heutigen Börse gestaltete sich auverst /rage, da einerseits keine besondere Anregung vorlag und man andererseits bereits mit der Ultünoregulrerung begonnen hat. ö‘ur Schaaffhausensche Bankverein-Aktien zeigte sich and) heute wieder reges Interesse und ersuhr der Kurs gegen gestern eine Steigerung von ca. 2 pEt. Montanwerte und Bankaktien lagen gut behauptet. T~cr Kasiaindustrieniarkl zeigte ebenfalls wenig Veränderung. Prioat-Drskont 3% Prozent. ° - Schlußkurse. 209.00 210.60 136.37 177.25 181.70 für die Vorzüglichkeit und Sparsamkeit des Gasherdsystems Prometheus Verkaufsstellen in Gießen bei: Chr. Bieter, Neustadt 55. Emil Bender, Wallthorstraße. L. Kalthos, Westanlage. (£. G. Kleinhenn, Bahnhofstraße. Trageser & Mäher, Grünbergerstr. In Lich bei: A. Bing. In Lollar In Krofdorf bei: H. Rinn.______ Ä1£kt Fritz Eccarius M"kt Gasbadeöfen neuesten Systems mit Sicherheitsfeuerung. Landwirtschaft. — Rentable Hühnerzucht int Kleinen und Großen von Landwirtschallslehrer Haug in Michelstadt i. £)., Verlag von F. Rarnann in Aiichelstadt. 50 Pfg Sfrtra und bündig stellt der Verfasser in fernem Werkchen bic: uer|d)iebenen Leitsätze einer rentablen Hühnerzucht nad) eigeiister (Erfahrung cnp Grund selbstbetriebener Hühnerhaltung zusaniinen, unabhängig und frei von allem. sd)ablonenmäßigen und ungeprüft Ueberlieferten. Aian kamt das Werkchen empfehlen; jeder wird sich ilber seinen Inhalt erfreuen und etwas lernen können. Früh-Kmtoffelll billig abzugeben Frührofeu und Paulfens Juli Ockono« H. Gottmann Marburgerstraße 65. 5741 3n Wageuladuugeu rum mmdesteus 36 Zentnern: — —• —** . 1,05 Mk. 9963 Beniner Mclasic mit Verwertung von 2,43 Mk. pro Zentner. — Die Durchschnittsverarbeitung auf den -tag betrug 6260 Ztr. aeqen 6120 Zentner im Vorjahr. - Das finanzielle Ergebnis stellt uch wie folgt: Nach Vornahme der bestnnmllngsmatZlgen Abschreibungen verbleibt ein Reingewinn von 48 985,78 Atk., über dessen Verteilung die Generralversammlung, welche am 18. August statt' findet zu bestimmen hat. Es ist dies ein recht schöner Gewuin und der Zuckerrübenbau ist also nock) nicht der schlechteste. Berlin, 23. Juli. In der heutigen letzten Sitzung der W ä h r u n q s k o m misslon standen die Vorschläge der tnexika- nischcn Delegierten auf Einschränkung der Schwank- n n g e n des S i l b e r p r e i s e s zur Erörterung. Allgemein wurde anerkaiint, daß eine gewisse Stabilität dcS Silberpreises den Ländern mit Silberunilauf die Einführung und Aesthaltiuig einer bestimmten Goldparität erleick)tern würde, eine solche Stabilität auch aus anderen Gründen wünschenswert erscheine. Ebenso hcrrsck)te Uebereinstimmung darüber, daß zur Erreichung dieses Zweckes den Goldländern weder eine Aenderung des Biünzsystems nock) Silberankäuic, die das Blaß des monetären Silberbedarss übersd)rciten mürben, zugemutet werben sollten; dagegen wurde eine gewisse Regelmäßigkeit in der Deckung des Silberbedarfs zu Münzzwecken als wünschenswert bezeichnet. Von den amerikanischen uiid mexikanischen Delegierten wurde nick)t bestritten, daß Deutschland auf Grund der Münzgesetzgebung und des Ueberschusfes an Talersilber noch für eine Reihe von Jahren nid)t in der Lage sei, als Käufer auf dem Silbermarkt aufzutreten. Das Gesamtergebnis der Verhandliingen, als deren Zweck die unücrbinblidjc Aussprad)e ber wichtigsten Probleine der interiiatioiialeii Geldverfasfuiig wiederholt betont wurde, ivurde m vier Refolutioiicn niedergelegt, die von den deutschen und ausländijd)en Delegierten einstimmig angenommen wurden. Das Blatt teilt deren Wortlaut, sowie die Erklärung der deutsd)en Regierung bezügl. des oben erwähnten deutschen Silbcrverbraud)s mit. Reichsbankpräsideut Dr. Kod) sck)loß die Verhandluiigen uiid sagte, wenn auch der unmittelbare praktisck)e Erfolg der Kommissionsarbeiten vielleid)t nur gering ist, dürfte' dock) die Zustimmung der von der deiitsck)en Regierung er- Für Koksabnehmer, welche zwei und mehr Doppclwaggons beziehen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. für den Zentner. Für Anfuhr an das Haus werden 5 Pfennig für den Zentner berechnet. NB. Sofern das Verbringen der Koks — bis zu 6 Zentnern — auf die betr. Lagerplätze (Keller, Stall rc.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Zentner Koks stau; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der lltimttaf der Gaskoks von 1 bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich bei den Herren: Bachenheimer & Schaumberger, Marburgerstraße 22, Andreas Euler, Steinstraße 11, Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34, Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Marttstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, August Struck, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskoks samt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Zentnern. Tie Preise unserer Gaskoks für die Abnehmer außerhalb >er Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag ber ^ktroirückvergütuug von 4 Pfg. für den Zentner. 63 Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. zur Stoppclsaat zu haben bei (5593 A. Katz. Salat- und Speise - Kartoffeln von Mk. 4.50 an per Zentner empfiehlt 5685 I. Hankel, LOWjsc ö. werden schnell und gut 2715 reputiert ii. iitubtjigtii (Wer HniiiM Gießen. Seltcrsweq 9. Schluß-Tendenz: still. sz. StotfDci», 23. Juli. Die hiesige A k t i e n . Z u ck e r - f a b r i k hat soeben ihren Verwaltungsbericht herausgegeben. Daraus ist zu ersehen, daß im verflossenen Geschast^ahre 362 500 Zentner Rüben zu einem Kaufpreise von -J4ol-,40 JJit. verarbeitet wurden, welche von 2500 Morgen geerntet worden waren. Die Durchschnittsernte betrug 145 Zentner pro Morgen gegen 185 Zentner im Vorjahr. Produziert wurden 31 '04 »Jtx. Krystollzucker mit Verwertung von 12,85 pro Zentner, 1^ 616 Zentner Rohzucker mit Venvertung von 8,70 Mk. pro Zentner, Gegenwärtige Preise: Für den Zentner ab Stuck-Koks .............. Nutz-ÄokS, ausschließlich trocken gelagert, m zwer verschiedenen Korngrößen frir Stubetiheizung mrd für weite und enge O f ens ch ä ch t e paßend zerkleinert: . Größe Nr. 1, etwas großer als durchschnittliche Korrigröße des Anchracit, g an g- darste Sorte......... Größe 9h:. 2, kleiner als durchschnttttiche 5lonrgröße des Anchracit...... Melallvutz ,,Muzzi" verwendet, da demselben am schnellsten sch öner- trockener Glanz erreid)t wird. Dosen h 10 Pfg. sind zu haben in meisten Kolonialwarengeschaften. Verlangen Sie MI brannte KütfcCS Stahlpanzer- Heldschränke, Teuer- unb sturzsicher, thermit- unb diebessicher. J. C. Pelzold, Geldschraiikfabrik, Magdeburg. Preise äußerst billig. 355 Illustrierte Kataloge kostenfrei, Vertreter: Joh. Fr. Schaaf, Gießen. Packeten mit vollem Firmen - Ausdruck A. Juutz sel. Wwe., Kgl. 2C. Hofl., Bonn, Berlin, Hamburg. hellglasierte Röstung 1.70, .1.80, 1.90, 2.— per 1/2 Kilo. nannten Mitglieder zu dem wesentlid)en Teil der VLrschläge der ausländischen Delegierten als moralische Unter,tutzung von W.-t sem. Zum neuen Saalbau. Montag den 27. Juli 1903: Grosses Militär-Konzert ausgeführt von der Kapelle des I. Hannover. Dragoner-Regiments unter Leitung des Herrn Gehrmann, Königl. Musikdirektor. 5759 Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pfg. Es laden ein Trescher & Schrödcl. blS 5576 50% Rabatt. IIAIZEVA ~ Ullliy UHU pi Uixtiuun. 3UchfufToileettese|Cfeeundals überall., erhältlich.