Schnlstratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gieße«. Fernsprechanschluß Nr. 51 Nr. 171 Arschetut täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien» blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l/sehen Untvers.-Buch-».Stein- druckerri (Pietsch Erben) Redaktion. Expedition Erstes Blatt. 153. Jahrgang Freitag 24. Juli 1903 /BW & VezugSpretSr V d monatlich75Ps.,viertel- Giehener Anzeiger General-Anzeiger ” ** SBf: AmK- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MWZ ________ zeigenteil: Hans Beck. KeKmntmachung. Die durch Bekanntmachung vom 9. Juni I. Js. angeordnete Sperre der Kreisstraße am Peterssee bei Arnsburg wird, da die Wölbuugsarbeiten an der Bahnunterftihrung beendet find, wieder ausgehoben. Gießen, den 24. Juli 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen- __ I. B.: Dr. Heinrichs. Kekanntmachung. Wir bringen folgende Mitteilung des Polizeipräsideitten zu Hannover zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 28. Juli 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen- I. V.: Dr. Heinrichs. Der Bezirks-Ausschuß zu Hannover hat durch Beschluß vom 17. Juni d. Js. — B. 1867 — in Gemäßheit des § 142 Absatz 2 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 die vorläufige Schließung der Krankenkasse Union (Eingeschriebene Hilsskasse Nr. 87) zu Hannover angeordnet, wobei es bis zur rechtskräftigen Entscheidung im Verwaltungsstreitverfahren verbleibt. Nach § 30 des Gesetzes über die eingeschriebenen Hilfskassen vom 7. April 1876 1. Ium 1884 ist Abwickelung der Geschäfte der Krankenkasse Union mit der der Polizersekretär Wahrmann zu Hannover, dessen Dienstzimmer sich im Hause Calenbergerstraße Nr. 43 befindet, beauftragt. Mr die Zeit nach dem Tage der vorläufigen Schließung der Kasse, dem 17. Juni 1903, können nach § 31 Absatz 2 des Gesetzes über die eingeschriebenen Hilsskassen Unterstützungsansprüche nicht mehr geltend gemacht werden. Nach Absatz 1 des § 31 des angezogenen Gesetzes besteht die Verpflichtung dec Mitglieder zur Zahlung von Beiträgen noch insoweit, wie das Kaffenstatut sie für den Mll ihres Austrittes aus der Kasse vorsieht. Diese Beiträge werden von den Mitgliedern erforderlichen Falles gerichtlich beigetrieben werden. Nach § 5 Absatz 2 des Hilfskassengesetzes hastet den Kassengläubigern für die Verbindlichkeiten der Kasse nur das Vennögen der Kasse. Deutschland und England. Im englischen Unterhause führte am Donnerstag bei Beratung des Etats des Auswärtigen Amtes Dilke (lib.) aus, der Austausch von Besuch,en zwischen dem englischen Liönig und!diem Präsidenten Louüet, sowie die Rede Balfours an die französischen Delegierten ständen in seltsamem« Widerspruch zu der Politik, die die britische Regierung Deutschland gegenüber verfolge. Redner hob hervor, die Politik hegen Deutschland sei außerordentlich unbeständig und überraschendem Wechsel unterworfen. Sie schädige die britischen Interessen. Die Regierung habe in der Venezuela-Angelegenheit und in der Bagdadbahnfrage Deutschland geschmeichelt. Der Traum von Deutscblands Hilfe gegen Rußland habe stets die Politik der Regierung beunru/higt. Jetzt, da es zu spät fei, habe man erkannt, daI dies ebenso ein Traum gewesen sei, wie der Gedanke eines Bündnisses mit Italien gegen Frankreich es gewesen sei. Obgleich die Regierung erst Deutschland geschmeichelt habe, stimmte sie später doch in das Geschrei gegen Deutschland durch die plötzliche Entdeckung der kanadisch>en Beschwerde ein. Bowles erklärt hieraus, England sei ein Opfer der aggressiven Politik Deutschlands. C r a n b o r n e lehnt es in Beantwortung yrehrerer Anfragen ab, sich darüber zu erklären, ob ein geheimer Vertrag mit Deutschland bestehe oder nicht. Mit Ausnahme von Portugal sei von keinem Minister ein Bündnis mit irgend einem europäischen Staate befürwortet worden, das schließe aber nicht ein freundschaftliches Zusammentoirken mit den europärschen Nachbarn aus. Der Besuch des Königs auf dem Kontinent gestaltete die freundschaftlichen Beziehungen, welche zwischien England und den vom Köing besuchten Ländern beständen, nur noch enger. Im weiteren Verlauf seiner Rede wendest sich Cranborne lebhaft gegen die heftigen Angriffe Bowles gegen Deutschland und sagt, die Sprache, wie sie Bowlest gebrauche, könne nur Schaden anrichten. Redner bestreitet, daß die Beziehungen zu Deutschland nur eine Reihe von Fehlern gewesen seien, und fühxü die Zanzibar-Angelegenheit an, mit deren Regelung unzufrieden zu sein, für England kein Grund bestehe. Er glaube auch nicht, daß das deutsch-eng lische Uebereinkommen bezüglich dies Iangtse ein Mißgriff gewesen sei. Es sei z»ui bedauern, daß dieses Uebereinkommen von Deutschland nicht ebenso ausgelegt werde, wie von England, oas Uebereinkommen habe aber nur Gutes hervorgebracht. Dte englischen und die deutschen Eisenbahnsyndikatein China scheinen auf gutem Fuße miteinander zu stehen. Keine oer beiden Parteien habe bei dem Wettbewerbe besseres errungen, als die andere. In der Frage der Räumung Schanghais habe die deutsche Regierung gewisse Forderungen gestellt, die vondereng lisch en zurückgewiesen worden seien. Die chinesische Regierung habe den e n g,- lisch.en Standpunkt sich zu eigen gemacht. Schließlich zur Ranadischen Frage übergehend, sagt Cranborne, England wünsche mit allen fremden Böslkern in gutem Einvernehmen zu leben, stelle aber seine Kolonien vor jede einer fremden Nation. Sobald Deutschlmrd und andere Länder zugaben, daß Englands fiskalische Beziehungen zu den Kolonien eine innere Angelegenhcht Englands seien, an der sie keinen Anteil hätten, werde Englands Haltung bei p»en Handelsvertragsverhandlungen mit Deutschland so entgegenkommend sein, wie der größte Freund Deutsch lands es nur wünschen könnte. Nach Cranborne führt Grey aus, das Zusammengehen Englands und Deutschlands in Chi,na war ein Fehlgriff. Deutschland ließ England keinerlei Unterstützung an ged eihen. Grey tritt dann für eine Verständigung mit Rußland ein. Auf die Frage, warum die Regierung nach vierjährigem Schweigen in der kanadischen Angelegenheit jetzt vorgehe, giebt Chamberlain einen historischen Rückblick über die Angelegenheit und sagt, die neuen Umstünde lägen in der Drohung der deutschen Regierung, welche in der Depesche des Staatssekretärs Frhrn v. Richthofen enthalten ser. Nach dieser Depesche gewann die Frage unendlich größere Bedeutung, weil die englische Regierung von der deutschen benachrichtigt worden sei, daß Deutschland nicht allein die Politik id er Wiedervergeltung gegen Kanada noch strenger gestalten wolle, sondern daß Derrtschland das tun wolle zu dem besonderen Zwecke, jede andere Kolonie zu^verhindern, Kanadas Beispiel zu folgen. Da aus der Kolonialkonferenz, so fährt Redner fort, deutlich hervortrat, daß alle Kolonien gewillt sind, uns zukünftig eine Vorzugsbehandlung zu gewähren, so war es eine offene gegen uns gerichtete Drohung, daß, wenn wir nicht die Kolonien verhindern, uns eine Vorzugsbehandlung zu ge>- währen, wir dafür leiden müßten. Ich habe darüber keinen Unwillen oder Ueberraschung ausgedrückt, wie behauptet wurde, ich habe im Gegenteil erklärt, daß es mir durchaus natürlich schien, daß, solange Deutschland glaube, unsere Politik sei nur solche passiven oder überhaupt gar keinen Widerstandes, es wahrscheinlich sei, daß die deutschen Staatsmänner die Politik fortsetzen werden, die nach ihrer Ansicht im Interesse des deutschen Handels liegt. Chamberlain schließt: Ohne rrgendwelche Ueberraschung oder Unwillen auszudrücken, machten wir uns vollständig klar, daß wir in Zukunft soweit wir als Regierung in Betracyt kommen, eine Fortsetz- ung dieser Vergeltungspolitik nicht zu lassen werden, ohne alle in unserer Diacht befindlichen Schritte zu tun, ich' ein Ende zut bereiten. Ich freue mich, daß wrr durch diese Erklärungen, die, wie ich annehme, von der großen Masse des englischen Volkes gutgeheißen werden wird, schon dm Erfolg erzielten, daß wir jetzt zu Verhandlungen über die Angelegenheiten aufgefordert wurden, tne wahrscheinlich zu einem befriedigenderen Ergebnis führen dürsten, als die früheren, die vollständig fehlschlugen, toetl wir zugeben mußten, daß wir keine Waffen in der Hand hatten, um den Handel abzuschließen. (Beifall.) Nach Chamberlain führt Asquith aus: Die Dro- ung Deutschlands, von der jetzt gerade, bevor die Regierung in den neuen fiskalischen Feldzug ein getreten sei, soviel gemacht werde, sei dieselbe, die viel schärfer im Juni 1900 im deutschen Reichstage ausgesprochen, von der Regierung aber unbeachtet gelassen wurde. Er gebe zu, die Drohung des Freiherrn v. Richthofen sei unvereinbar mit Deutschlands Behauptung, es habe das Recht, Kanada als unabhängiges fiskalrsches Wesen zu behandeln. Würde der Kampftarif ohne Berechtigung auserlegt, so könnte das als feindlicher Akt bezeichnet werden. Die Meinung, daß wir erlauben sollen, daß man uns tritt, einfach weil die feindliche Haltung nicht das Land, sondern den Handel angegriffen habe, ist ein Wahn und nicht in der Freihandels- lehre enthalten. Worin die Opposition .sich wesentlich von denen unterscheidet, die von einer Wiedervergeltung reden, das ist die Frage der Art des Vorgehens. Die Wiedervergeltmrg ist die Waffe, die oft das Volk am meisten schädigt, das sie anwendet. Im Mlle mit Deutschland befinden wir uns nicht einer solchen Ljage gegenüber. Ich hoffe fest, die Angelegenheit wiÄ durch freundschaftliche Verhandlungen geregelt werden. Die Ansicht, wir würden unser Fiskalsystem einer gründlichen Aenderung unterziehen, um einer Lage, wie der fraglichen, begegnen zu können, ist ein Gespenst, uiti) nur geeignet, unwissende und nervöse Personen zu erschrecken. 9lad). Asquith ergreift Balfour das Wort. Er sagt, er wolle auf die BeschuldigUTrg, daß die Regierung nichts tat, mit der Erklärung antworten, daß Deutschland Vorstellungen gemacht wurden, welche den Verhandlungen ein ganz anderes Aussehen gaben. Er bestreite, daß im Jahre 1899 dieselbe Drohung fiel wie im Jahre 1903, und die früheren Bemerkungen, die übrigens nicht in der Depesche, sondern im Reichstage gemacht wurden, bezogen sich auf das Vorgehen in Barbades, daß mit Kanadas Vorgehen nicht zu vergleichen sei. Es würde behauptet, die Regierung tat zwei Jahre nichts, man müsse aber bedenken, daß dies Jahre waren, in denen England den furchtbaren Krieg mit Südafrika zu führen hatte und deshalb nicht in der Lage war, sich in Streitigkeiten mit den tontinentalen ^Nachbarn einzutassen, und daß Kanada damals finanziell durch das Vorgehen in Bar bad es, das mit Kanadas Vorgeheir gewesen wäre, würde die Regierung verpflichtet geroeijen sein, um jeden Preis zu Giulsten Kcuradas einzuschreiten. Er könne nicht ersehen, welche Politik Asquith vertrete. Sei er für durchaus passive Haltung, wenn gegen eine der englischen Kolonien Ausgleichszölle zur Geltung gebracht würden, weil sie dein Mutter lande Vorzugsbehandlung gewähren? Wie ich ihn verstand, müßten mir es als unfreundlichen Akt auffassen, Krieg zu beginnen, wenn nur fiskalisches Vorgehen gegen uns unternommen wird! Aber ein Wiedervergeltungstarif ist weniger kostspielig und weniger zu tadeln als Krieg. Kaiser Wilhelm und die Vereinigte« Staate«. Unter dem Titel „Der Traum des Kaisers^ widmet der Londoner „Daily Expreßa dem Verhältnis Deutschlands zu den Vereinigten Staaten einen Leitartikel, der weniger wegen seiner in das Bereich der Bierbankpolitik zu verweisenden Zukunftsinusik, als vielmehr durch seine Bemerkungen über die Person und die Absichten des Deutschen Kaisers ein gewisses Interesse besitzt. „Man hat seit einiger Zeit bemerkt", heißt es in dem Artikel, „daß der Deutsche Kacker keine (Gelegenheit versäumt, seiner Achtung vor den Vereinigten Staaten Ausdruck zu verleihen und ihnen eine Höflichkeit zu erweisen ..... Des Kaisers Haltung den Amerikanern gegenüber entspringt teilweise einer aufrichtigen Bewunderung ihrer Energie und ihres Unternehmungsgeistes, und anderer Eigenschaften, die er gern in seinem eigenen Volke mehr entwickelt sehen möchte. (Man muß hierzu bemerken, daß ein englisches Blatt eigentlich keine Ursache hat, den Deutschen noch inehr Unternehmungsgeist und Energie zu wünschen, während man in England eben im Begriff steht, sich vor diesen Eigenschaften der teutonischen Vettern durch einen Zolltarif zu schützen. Vgl. den heutigen Artikel „Deutschland und England".) Aber, heißt es weiter, sie hat auch eine politische Ursache. Se. Majestät ist der Ansicht, daß die Tendenz der internationalen Affaireu dem Abschlüsse neuer Bündnisse zuneiat, in denen Deutschland keinen Platz sinden dürfte, und in dieser Meinung hat ihn die kürzliche Annäherung zwischen Frankreich und Italien, sowie zwischen Frankreich und England natürlich bestärkt. Deutsche Staatsmänner sowohl wie der Kaiser rechnen mit der Bildung einer neuen Quadruple - Allianz, bestehend aus Großbritannien, Frankreich, Italien und Rußland — eine Kombination, der gegenüber Deutschland isoliert dastehen wurde." In Anbetracht dieser und anderer Möglichkeiten erzählt das Blatt seinen Lesern weiter, wünscht der Kaiser — vorsichtig wie immer — durch ein Bündnis mit den Vereinigten Staaten den Mangel an europäischen Freunden auszugleichen. Außerdem rechne der Kaiser darauf, daß zu der Zeit, da all dies passieren könnte, die Flotte der Vereinigten Senaten einen, wenn auch nicht entscheidenden, so doch wichtigen Faktor in der Weltpolckik bilden werde. Die Zeitung ist aber der Ansicht, daß ein Bündnis zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten außerhalb des Bereiches der Möglichkeit liege, da die beiden Völker als solche zu wenig Berührungspunkte hätten. Die Kinder und Enkel der nach Amerika ausgewanderten Deutschen seien Amerikaner und nicht Deutsche, und die „Preußen" wiederum hätten eine unüberwindliche Antipathie (I! Red.) gegen die Amerikaner und bezeichneten die Erzählungen von ameri* kanischen Errungenschaften mit Achselzucken als „amerikamschen Humbug". Demnach sei es so gut wie ausgeschlossen, daß die Bemühungen des Kaisers von Erfolg gekrönt würden. (Der „Daily Expreß" wuß das wohl wissen. Red.) Molitische Tagesschau. Das angebliche Attentat auf Kaiser Wilhelm. Die Attentatsgeschichte des „New Pork Herald" über den Anarchistenbesuch in Kopenhagen u. s. w. wird' in der dänischen Hauptstadt mit gesunder Skepsis ausgenommen. Denn 1. weiß man dort vorläufig nichts von einem bevorstehenden Besuch Kaiser Wilhelms bei König Christian; 2. erscheint es lächerlich, daß Anarchisten nach Skandinavien fahren, um den Kaiser in Kopenhagen zu ermorden; 3. erklärt die Kopenhagener Polizei, überhaupt keine Jnforma- ttonen von der amerikanlschen Polizei echalten zu haben. Die ganze Fabel scheint dadurch entstanden zu sein, daß eine Amerikanerin, die als Anarchistin bekannt sst, sich ihrer Gesundhett wegen in dem norwegischen Kurort Halling- dal niedergelassen hat. Einer New-Porker Nachricht des Londoner Standard zufolge erklärte indes der Ches der Chicagoer Polizei O'Neill, daß an dem Gerüchte von einem geplanten Attentat gegen den Kaiser Wilhelm etwas Wahres fei. Man habe eine Warnung nach Berlin ergehen lassen. Der Polizeichef fügt hinzu, daß die Anarchisten heutigen Tages bemüht seien, ihr Ziel dadurch zu erreichen, daß sie durch die Arbeitervereine Unzuftiedenheit verbreiteten. Er sagte wörtlich: „Der Tag der Bombe, der Kugel und des Dolches als Mittel zur Vernichtung des Regierenden ist vorbei. Statt dessen hat eine eifrige Propaganda in der ganzen Welt begonnen, deren Ziel die Proklamation des Weltslreiks ist. Nach diesem Streik streben die Anarchisten. Statt sich in den Hinterhatt zu legen und Königen und Präsidenten aufzickauern, treten sie Arbeiterverbänden bei, indem sie gleichzeitig ihren inneren Verband beibehallen. Sie erwecken bei den Arbeitern die Ueberzeugung, daß der Arbeiterstand niedergetreten ist, und daß die Arbeiter deshalb auf den allgemeinen Streik hinarbeiten müssen. Es sind viele Anzeichen ba- ür vorhanden, daß der Tag dämmert, an dem Amerika mit dieser Frage zu tun haben wird." Erweiterung des Arbeiterschutzes in der Tobakindustrie. Ter bereits gestern von uns erwähnte erste Entwurf erstreckt s!ci> uid)t nur auf die Anlagen für Zigarrenfabri- kation, sondern auch auf solche gewerbliche Anlagen, in )enen Zigaretten, Ranch , Kan- und Schnupftabak hergestellt und fertige Tabakwaren s notiert werden, lief affen sind von den neuen Bestimmungen alle Anlagen, in denen nicht zur Familie des Unter- nehmers gehAvige Personen beschäftigt werden. Koller- und Tachrämne sind lediglich zum Trocknen des Tabaks zu ver- wenden; Arbeits-, Lager- und Trockenraume dürfen nicht crls Wolin- Schlaf, Koch- oder Vorratsräume benutzt werden; alle Arbeitsräume müssen mit genügenden, rmnuttelbar uio Freie führenden Fenstern versehen fern; dn Mrndest-Lust- raum in ihnen muß für jede Person 10 Kubikmeter betragen ; Spuckiiäpfe, Waschv o rrichtun g mit Handtüchern müssen vorhanden sein. In Anlugen mit mehr als z^hn Arbeiter:! müssen Arbeiter und Arbeiterinnen mindestens nach Arbeitstischen getrennt sein. Die Hebergangszeit wahrt bis zum 1. Ianua? 1907. Ausnahmen bei Arbeitsraumen unter drei Meter Höhe uni) mit kleinerem Ärindest-Luft- raum sind zulässig, wenn Linnchtungen für ausreichenden Luftwechsel vorhanden sind. ... . Damit diese Regelung der Verhaltnrue in rZ-abrrken und Werkstätten die Zigarrenindustrie nicht ui oie Heimarbeit drängt, ist gleichzeitig der Entwurf eines Gesetzes ausgearbeitet worden, der die T a b a ß v e r a r b e i t u n g in der Hausindustrie regelt, deren Verbot aus wirt- schaftlichen Gründen nicht angängig ist. Der neue Gesetzentwurf erstreckt sich auf alle Familieuwertstätten, in denen Zigarren hergestellt oder sortiert werden, und ist der oben behandelten Vundesratsverordnung tunlichst an- aepaßt. Für Keller- und Tachrüuine gelten dieselben Vorschriften wie bei den Werkstätten. Auf Schlafräume darf nch keinerlei Verarbeitung von Tabak erstrecken; in Wohn- und Arbeitsräunien, in denen ^Zigarren gewickelt, gerollt und sortiert werden, muß der Tabak feucht sein, und darf nur in einem Quantum gelagert werden, das an einem Tage verarbeitet werden kann: die Höhe dieser Räume muß 21/g Meter betragen, und ihre Fenster müssen unmittelbar ins Freie führen, der Mindest-Luftraum jeder beschäftigten Person muß 10 Kubikmeter groß sein. Die Beschäftigung von Kindern unter 13 Jahren sowie der zum Besuch der Vol-ks- schule noch verpflichteten, ist in Arbeitsstätten mit Motor- betrieb, sowie an Sonn- und Festtagen untersagt. Verboten ist ferner die Beschäftigung von Kindern unter 12 Jahren überhaupt, von Kinderm über 12 Jahren und von jungen Leuten bis 16 Jahren in der Zeit von 8 Uhr abends bis 8 Uhr morgens und vor dem Vormittagsunterrichte. Den Kindern inuß eine zweistündige Mittags- und eine einstündige Pause nach dem Nachmittagsunterrichte gewährt werden. Die Beschäftigung von Kindern unter 12 Jahren ist auch dann verboten, wenn sie für Dritte erfolgt. Mit einer Ekel erregenden Krankheit behaftete Personen sind von der Arbeit auszuschließen. Ausnahme von Luftrauni und Höhe können, wie bei den Werkstätten, gestattet werden; die Aufsicht über die Durchführung des Gesetzes steht den Gewerbeaufsichtsbeamten zu. Beide hier skizzierten Entwürfe unterliegen zurzeit, wie schon nritgeteilt, der Beratung bei den Einzelregierungen. _______ Ergänzung des Viehsenchengesehes. Der „Kreuzztg." zufolge liegt ein Gesetzentwurf betreffs Ergänzung des Viehseuchengesetzes den landwirtschaftlichen Vertretungen zur Begutachtung vor. Aus dem Inhalt teilt das Blatt mit: Ter Entwurf erweitert die Zahl der anzeigepflichtigen Tierkrankheiten durch Hineinbeziehung der Schweineseuche und Schweinepe ft, des Schweinerotlaufs, der G e - flügelcholera, Geflügelpest und der hochgradigen Tuberkulose des Rindviehs. Er sieht ferner eine intensivere Ueber- wachung des Viehverkehrs vor. Neben den Schlachtbäusern, Vieh- böfen u. s. w. sollen auch die Abdeckereien, die Geflügelmästereien, der Geschäftsbetrieb der Viehkastrlerer und der Fellhandel einer Aufsicht unterstellt werden; es soll angeordnet werden Können: amtstierärzrllche Untersuchung im Eisenbahn- und Schiffverkehr, Treibeverbor aus öffentlichen Wegen, Beibringung von Ursprungs- at teilen für Marklvieh, Regelung des Marktverkehrs, Meldepflicht für Fremdenställe, und speziell für die Maul- und Klauenseuche, Verbot der Abgabe von Magermilch aus Sammelmolkereien ohne vorgängige Sterilisation. Nach dem Ausbruch einer Seuche soll eine Beschränkung nicht nur des Liehverkehrs, sondern auch des Personenverkehrs innerhalb der verseuchten Räumlichkeiten zulässig sein, in gewissen Fällen als äußerstes Mittel sogar die Tötung der verseuchten Bestände auch bei Maul- und Klauenseuche, bet Schweine- und Geflügelkraiikheiten. Als Aequivalent für die weitergehenden Eingriffe in das Privateigentum ist eine Ent sch ädigung f ü r getötete Tiere, wie sie bisher schon bei Roy usw. gewährt wurde, auch bei den Schweinekrankheiten und der Rindertuberkulose vorgesehen. Dem Aus lande gegenüber sind die Vorschriften infosern verschärft, als nicht nur die Einfuhr von seucke- kranken Tieren, sondern auch von deren Tellen und von seucyc- verdächtigen Tieren verboten ist. Es ist die Errichtung von Grenz-- quaranlänehöfen geplant. Deutsches Keich. Berlin, 23. Juli. Man schreibt aus Digermulen ^Lofoten): Der deutsche Kaiser ist in der vergangenen Nacht vor Digermulen eingetrosfen. — Prinz Eitel Friedrich wird dem Vernehmen nach in diesen Tagen Bonn verlassen.und sich zum Besuch! der Kaiserin nach Cadinen begeben. — DerAusschußdes Bundes der Landwirte hat einstimmig erklärt, daß er mit der Führung der politischen Geschäfte durch den engeren Vorstand vor und während der Reichstagswahlen durchaus einverstanden sei und nacy wie vor treu zu ihm stehe. Der Ausschuß bedauert lebhaft, daß „einige der hervorragendsten Vertreter des Bundes bei den Reichstagswahlen unterlegen sind", erblickt aber trotzdem in dem allgemeinen Ausfall der Wahlen einen erfreulichen Erfolg des Lundes, der sich sowohl in einem erheblichen Zuwachs der Stimmen für die auf das Programm des Bundes gewählten Abgeordneten aussprechen soll, als auch darin, daß die Zahl der „entschieden agrarisch gerichteten" Abgeordneten im neuen Reichstag größer sei als bisher. — Aus Oysterbay wird telegraphiert: Der amerikanische Botschafter in Berlin, Tower, besuchte gestern den Präsidenten Roosevelt und übermittelte ihm persönlich die Versicherung hoher Werschätzung seitens des deutschen Kaisers. — Der Verband polnisch-katholischer Arbeitervereine hielt in Berlin seine Hauptversammlung ab. Es wurde beschlossen, einen Agitationsfonds ins Reben zu rufen. Ein Antrag, in der Bezeichnung des Verbandes das Wort „katholisch" zu streichen, wurde abgelehnt. — Es darf als sicher angenommen werden, daß auch Dem Ausschuß zur Begutachtung wirtschaftspolitischer Maßnahmen Gelegenheit gegeben wird, an den Vorarbeiten für die n e u e n Handelsverträge mitzuarbeiten. — Nach einer Meldung oberschlesischer Blätter wird das butte schlesische Dragoner-Regiment Nr. 15, welches rn Hagenau i. E. steht, nach Beut Yen i. Schl, verlegt. — Der 30. Gastwirtetag, welcher kürzlich in Bromberg tagte, hatte u. a. gefordert, daß den Warenhäusern und G r o ß b a z a r e n die Schankerlaubnis untersagt, der Kleinhandel mit Bier und Wein in Flaschen beschränkt und der gesetzliche Ladenschlußzwang auch für die konzessionierten Schankraume der Kaufleute eingeführt werden solle. Dazu bemerkt die „Kreuzztg.", die konservative Partei wende es nicht ablehnen, diese Forderungen zu unterstützen. Ausland. Paris, 23. Juli. Wie an der Börse verlautet, wurde die russische Eisenbahn-Anleihe 20fach gezeichnet. 17 fach in Frankreich. Agram, 23. Juli. Die Polizei verhaftete wegen Verdachts, an den Dynamitattentaten beteiligt zu sein, echs Individuen, darunter einen Advokaturkandidaten und zwei Söhne des bekannten Bildhauers Redic. Petersburg, 23. Juli. In Soeul sollen einige Würdenträger und Minister eines Komplotts gegen die Kaiserin verdächtig sein; man erwartet Verhaftt- ungen uno Entlassungen. Aus Stad! und Sand. Gießen, den 24. Juli 1903. L. U. Professor Dr. Erich Jung wurde zum a.-o. Prof, bei der juristischen Fakultät der Landesunioersität mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. an ernannt. ** Das Vorlesungsverzeichnis der hiesigen Universität für das Wintersemester ist erschienen. Danach beginnen die Immatrikulationen am 19. Oktober, die Vorlesungen am 26. Oktober. Von allgemein interessanten Vorlesungen sind erwähnenswert: Die Kirchengeschichte des 19. Jahrhunderts von Professor Dr. Krüger; Entwicklungsgeschichte von Prof. Dr. Strahl; das Seelenleben des Kindes von Prof. Dr. Groos; die Vegetation der Erde von Prof. Dr. Hansen; Deszendenztheorie von Prof. Dr. Wagner: Gewerbe- und Sozialpolitik von Dr. Liefmann; Italienische Malerei von Pros. Dr. Sauer; Ge- chichtc der Romantik von Pros. Dr. Eollin; Geschichte der französischen Literatur I von Prof. Dr. Behrens; Erklär- ing von Shakespeares Macbeth mit Einleitung in das Studium des Dichters von Prof. Dr. Horn; W. A. Mozart und seine Werke mit Beispielen am Klavier von Univcr- sitätsmusikdirektor Trautmann. ** Landwirtschaftliche Ausstellung Gießen. Wie wir hören, ist beschlossen worden, die elektrische Beleuchtung des Ausstellungsplatzes nicht durch eine eigene Anlage herzustellen, sondern im Anschluß an das städtische Elektrizitätswerk durchzuführen. Die Herstellung der Arbeit wurde dem Jngenieurbureau Rich. Fertsch hier übertragen. — Von gestifteten Ehrenpreisen sind hauptsächlich zu nennen: Von der Großh. hessischen Staatsregierung 1200 Mk., vom Landespserdezuchtverein des Großh. Hessen 500 Mk., von der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Kassel 325 Mk. Die Stadt Gießen stellte bekanntlich 300 Ml. zur Verfügung, ebenso die vereinigten Brauereien Oberhefsens. Auch viele Körperschaften, Vereine und Private haben Preise gestiftet. ** Eine Gasentweichung, welche leicht ernstere Folgen hätte haben können, machte sich heute nacht, wie uns amtlich geschrieben wird, in dem Oktroihäuschcn am Walltor bemerkbar. Zum Glück erwachte der Oktroierheber infolge Unwohlseins kurz nach Mitternacht und tonnte rechtzeittg die Fenster öffnen und mit seiner Familie das Haus verlassen. Einige dem Herrn Rolofs gehörige Vögel sind infolge des an die höchsten Stellen in den Räumen gestiegenen Gases verendet. Seitens des Gaswerks wurden des nachts unverzüglich Maßnahmen getroffen, um heitereren Schäden abzuwenden. Als Ursache der Gasenü- weichung haben die sofort vorgenommenen Ausgrabungen den Bruch des Zuleitungsrohres für das chemische Untersuchungsamt ergeben. Das Gas ist durch das infolge Ausführung der Kanalisationsarbeiten gelockerte Erdreich und über den die Walttorstraße und das Oktroihäuschen unterkreuzenden Schoorgraben in das Haus gelangt. Bei dieser Veranlassung sei erneut darauf hingewiesen, auch bei unbedeutend erscheinenden Gasgerüchen, wenn auch, wie im vorliegenden Falle, in das Haus selbst kein Gas eingeführt ist, dem Gaswerk stets unverzüglich Mitteilung zu machen und unter allen Umständen Flammen von allen .Gasan- sammlungen femzuhalten. ** Krieg im Frieden. Gestern nachmittag rückte unsere Garnison aus zu einer Felddienstübung. Das Regiment hat die Nacht über draußen biwakiert und zwar in der Gegend bei Großen-Linden und wird heute mittag wie- >er in die Stadt cinrüden. — Auf- dem Gelände der Wilson'schen Ziegelei an der Straße nach Leihgestern lag eine Kompanie im Biwak; man hatte die Rinds müh le mit einer Feldwache belegt. Zahlreiche Landbewohner waren jerbeigefommeu, um dem militärischen Schauspiel zuzu- chauen. ** Die hiesige Kaufmännische Fachschule untersteht bekanntl-ich, seitdem sie den Charakter einer taattid) anerkannten Unterrichts an st alt im Sinne des § 120 der Gewerbeordnung und des § 76 Albs. 4 des Handelsgesetzbuches besitzt, der oberen Auflicht und Leitung der Großh. Handelskammer. Gestern wohnten daher die beiden Vorsitzenden, sowie der Syndikus der Handelskanimer dem Unterrichte in der Schule bei. Die Teilnehmer waren.' von dem Unterrichte uno seinen Ergebnissen durchaus be- friedigt und sprachen den Lehrern ftir chre ersprießliche Tättgkeit chre warme Anerkennung aus. ** Das Dünsberg-Wetturnen findet am 30. August statt. Dieses von der Gießener Tumerschaft vor einigen Jahren ins Leiben gerufene Wetturnen erfreut fich bereits einer regen Beteiligung des gesamten Gaues Hessen; im vorigen Jahre beteiligten sich 200 Turner an den volkstümlichen Hebungen. Tas Wetturnen wird auf der Höhe des Dünsberges am Aussichtsturm abgehalten. Es beginnt vormittags 11 Uhr und wird von dem 1. Gauturn- toart Will geleitet. Geturnt wird: Freiweit, Freiweithoch, Steinstoßen und Stemmen einarmig. Diejenigen Turner, welche 20 Punkte und darüber erreichen, erhalten Preise. Außer Diplomen erhalten die 10 ersten noch Eichenkränze. **Von der Turner schäft. Der zu Ehren des vom Deutschen Turnfest in Nürnberg zurückgekehrten Siegers, des Turners Earl Müller, veranstaltete Konuners war sehr zahlreich besucht und verlief für Turner und Freunde der D e u t s ch e n T u r n s a ch e recht erhebend unh in jeder Hinsicht befriedigend. Der Vorsitzende der Gießener Tumerschaft eröffnete den Kommers mit einer Begrüßung der Erschienenen und brachte dem Sieger ein dreifack) donnerndes Gut Heil aus, womit die Anwesenden mit begeisterten Zurufen einstimmten. Aus dieser Ansprache des Vorsitzenden war zu entnehmen, daß dieser Sieg der Gießener Turnerschaft |cit 1863 nicht mehr beschieden war, und daß deswegen der errungene Sieg nicht hoch genug dem Sieger Müller und der Gießener Turnersd)aft angerechnet werden könne. Die bis jetzt größte Teilnahme am Wettbewerb bei dem Deutschen Turnfeste stellte aucb ganz besondere Ansprück)e an den Wetturner. Es erhielten im Sechser-Kampf, worin unser Turner Müller turnte, nur 197 Turner Preise, und davon entfielen auf den IX. Mittelrheinkreis, dem die Turnerschaft Gießen angehört, nur 14 Preise, und unter diesen nimmt Müller dre 6. Stelle ern; gewiß eine Leistung, welche dem Sieger hock), anzurechnen ist. Auch wurde den mit hoher Auszeichnung bestandenen Gcm- und Vereinssiegern mit einem dreifachen Gut Heil gedacht. — Turner Müller dankte herzlich für ine chm dargebrachten Glückwünsche und bemerkte, daß er bei dem abgelaufenen Deutschen Turnfest so recht eingesehen und gelernt habe, loie hock) die Ideale der deutsck)en Turnerei im Volke wurzelten, und vom Auslande als eine große deutsck)e Sache bewundert und gewürdigt würde. Hochangesehene Männer und Greise führten das Ruder der deutschen Turnerei und die Vertreter aus allen zivilisierten Ländern Europas, welche zu dem deutsck^en Turnfest gekommen waren, legten Zeugnis ab, wie groß unsere Turn- sache geachtet und zur Nacheiferung benutzt würde. —Möchten die guten Eindrücke des gestrigen Kommerses unfern jungen Turnern ganz besonderen moralischen, immer mehr durch Wort und Tat für die gute Turn fache einzutreten und neue Freunde zu gewinnen fudjen! — Musik- und Ge- sangsvorträge und Ansprachen wetteiferten um die Verherrlichung des schönen und genußreichen Kommerses. — Unserer Turnerfchaft wünschen wir fernerhin immer mehr wackere Turner, die es ern st mit ihren turnerischen Leistungen meinen, und daß das gemeinschaftliche freundschaftliche Zusammengehen der beiden hiesigen Turnvereine (T.-V. und M. T.-V.) aud) ferner so wie jetzt erhalten bleiben möge. ** Eine geographische Glanzleistung. Die „Biebricher Tagespost" reproduziert aus einem Aussatz, den eine dreizehnjährige Schülerin als Hausarbeit lieferte, folgende Sätze: „Die Grenzen Europas I Das deutsche Reich begrenzt Aßinien. Tas Acrmel Ateer liegt mitten in Aßsnien. Wir haben fünf Meere das inittelländische Nieer, stiller und ruhiger Odzjan. Der Odzjan welcher in London liegt. Der salziger Odzjan mündet in das Mittelländische Meer. Das Kuralen Tier (soll heißen: Korallen- tier- baut gern sein Nest in das Meer. Es sind immer mehrer und wachsen immer höher. Wenn ein Schiff davor bei fährt so kann es pazieren daß das Schiff ein Loch bekommt und es dann unter geht. Das kleine Kuralen Tierchen kann tausend Vrelen (soll heißen Zerlen) machen daß so ein schlimmes Unglück pazieren kann, indem es doch so ein kleines winziges Tierchen ist". R.B. Darmstadt, 23. Juli. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten kamen u. a. verschiedene Wünsche der städtischen Arbettersd)ast zur Erörterung. Stadtv. Cramer bemängelte, daß die Arbeiter, bevor ihnen der vor mehrereyi Jahren bewilligte S o m ni e r u r t a u b von 5—6 Tagen gewährt würde, erst eine Art Jnguisitorinm erdulden müßten darüber, wozu sie denn diesen Urlaub verwenden würden. Oberbürgermei-ster Morne n>,e g legte dar, daß dies sowohl im Interesse der Arbeiter, wie der städtischen Betriebe geschehe, um eine zweckmäßige Verteilung der Beurlaubungen zu ermöglichen. Dem weiteren Verlangen, den Angestellten der elektrischen Straßenbahn auch freie Sonntage zu gewähren, wurde von den verschiedensten Seiten widersprochen. Der Oberbürgermeister legte dar, daß aud) an Sonntagen, namentlich vormittags, Urlaub gewährt werde; vielen fei aber aud) ein freier Wochentag noch erwünschter. Uebrigens bemühten sich fortgesetzt Hunderte um Einstellung, die angebliche Ueberlaftung könne also doch wohl nicht so groß sein. Darmstadt, 23. Juli. Eine Abteilung des 115. Regiments hatte die Aufgabe, einen Dauermarsch nach Gernsheim zu machen und dabei den Kilometer in zehn Minuten zurückzulegen. Die Abteilung brauchte jedoch pro Kilometer nur acht Minuten. Mainz, 23. Juli. Das Vermögen des verstor- st o r b e n e n 83 j ä h r i g e n R e n t n e r s und ftüherewBud)- tzändlers Simon Kapp hat die Höhe von 710 000 Mark. Die Stadt ist befanntlid) als Universalerbin eingesetzt worden, mit der Bestimmung, daß die Zinsen zu gemeinnützigen Zwecken Verwendung finden. Weiter hat die Stadt 100 000 Mark an die israelitische Religionsgemeinschaft auSzuzahlen, dieses Kapital soll den Titel: „David und Simon Kapp'scher Sttstnugssonds" erhalten und die Zinsen ür das zu gründende israelitische Pfründnerhaus verwendet werden; so lange es noch nicht gebaut, sollen die Zinsen zum Kapital geschlagen werden. Je 1000 Mark erhält ferner der israelitische Kränkenderem, der israelitische Waisenverein und die christlichen Armen der Stadt ohne Unterschied der Konfession. 500 Mark sind für die jüdischen Armen der Stadt und 500 Mark für den Verschönerungsverein bestimmt. 200 Mark erhält^ auch das Dienstmädchen des Verstorbenen. Ferner hat die Stadt 10 000 Mark auf der Sparkasse verzinslich anzulegen, die Zinsen sollen alljähr- lid) dem „Zigarrenspitzenverein zur Bekleidung armer Kinder" üb erwiesen werden. Außerdem wird die Stadt verpflichtet, die Grabstätte sorgfältig zu unterhalten und einen Grabstein für mindestens 3000 Mark anzuschaffen. Das Vermögen des Verstorbenen besteht vorwiegend aus Wertpapieren und Hypotheken. In seiner Wohnung wimmelte es' von Ungeziefer und die amtlich dort verkehrenden Personen hatten daher viel auszuhalten. Die nächsten Verwandten sind in dem Testament überhaupt nicht, der Friseur Meurer mit nur 200 Mark bedacht. Dafür tzat er Herrn Kapp sieben Jahre lang umsonst frisiert, gepflegt und spazieren geführt. Zum Erben der Möbel ist ein pensionierter städtischer Beamter eingesetzt worden. Die Verwandten beabsichtigen, das Testament, das erst vor einem Jahre ausgesetzt worden ist, anzufechten, weil Herr Kapp schon seit Jahren nicht mehr im Vollbesitze seiner Geiftesttäste gewesen. (,,M. TM") Bretzenheim, 23. Juli. Gestern abend e n t a lei st e kurz vor unserem Ort die Maschine des um halb 8 Uhr hier einlaufenden Zuges und lief gegen den an die Schienen angrenzenden tiefen Graben, blieb aber glücklicherweise kurz davor stecken. Die Arbeiten zur Flottmad)ung der Masdsine nahmen vier Sttmden in Anspruch. („M. Tgbb") Mainflingen, 22. Inti. Der Fuhrmann Alois Eh» mann von der Aschaffenburger Bavaria-Bierbrauerei stieß am Dienstag abend auf seiner Rückfahrt mit einem Bi erwägen zwischen Seligenstadt und Stockstadt bei der hessisch- bayerischen Landesgrenze auf eine am Waldesrand lagernde Zigeunerhorde. Einer der schmutzigen Gesellen trat an das Gefährt heran und begehrte von dem Fuhrmann ein Zündholz, worauf dieser dem Zigeuner seine ganze Schachtel Zündhölzer hingab. Als nun der Zudringliche aud) die Uhr des Fuhrmanns verlangte, hieb dieser auf die Pferde ein und suchte das Weite. Vom Waldessaum her drang nod) der Rus an sein Ohr: „Schießt ihn tot!" Unmittelbar darauf krachte aud) ein Revolverschuß, der indessen sein Ziel' verfehlte. Chmann erhob alsbald m Stockstadt Anzeige von der Affaire, worauf dre dorti-ge Gendarmerie die aus drei Farnilien mit zusammen etwa 15 Personen bestehende Bande verhaftete und nach Seligenstadt eskortierte, wo sie gestern früh gegen 4 Uhr eintraf. (Offb. Zeitung.) Frankfurt, 24. Juli. Justizrat Dr. Joh. Valentin M a y und Frau feierten am Donnerstag das Fest der govdenen Hochzeit. May ist ein alter „Achtundvierziger. Wie sein Schwiegervater Dr. Hepp, der Mitglied der provisorischen Regierung in der Pfalz war, wurde auch er 1849 zum Tode verurteilt. Er flüchtete und weilte bis 1864 in der Schweiz. Dann kam er nach. Deutschland zurück und ließ sich in Frankfurt nieder. Frankfurt, 23. Juli. Die Frankfurter Nationalsozialen schließen sich denjenigen ihrer Parteigenossen, an, die die pessimistisch e Auffassun g, welche Naumann und Gerlach von der politischen Zukunft des nationalsozialen Vereins haben, nicht teilen. In einer Besprechung der hiesigen und benachbarten Nationalsozialen herrschte einmütig die Ajnsicht, daß nur durch eine politische Organisation, die unter allen Umständen, lvenn auch in bescheidenerem Umfange, aufrechtzuerhalten sei, der nationalsoziale Gedanke erfolgreich wirken könne. Betreffs der Parteiorgane wurde vorgeschlagen, sie in den Besitz eines Konsortiums von Garantiezeichnern übergehen zu lassen. In diesem Sinne wollen die Frankfurter auf ihrem dem- nächstigen Parteitag Stellung nehmen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Frankfurt ist der Druckereibesitzer K. £. Stritt durch einen Fehltritt von der Treppe seines Hauses herabgestürzt. Er ist an den Verletzungen gestorben. — Ueberfüllen wurde in Frankfurt der auf dem Heimweg begriffene 26jährige Metzger Lichtenauer von einer Rotte junger Burschen und so schwer durch Messerstiche verletzt, daß er ins Bürgerhospitat überführt werden mußte. — In Obernau bei Aschaffenburg brannten am Mittwoch drei Scheunen mit S^eu nieder, wobei auch leider ein vierjähriges Kind verbräunte. — In Mainz wird seit etwa 14 Taigen ein Kaufmann vermißt, der Spuren von Geistesgestörtheit gezeigt haben soll. — Seit Anfang Juni wird in L a n g e n l o n s h e i m der Schuhm ach erweist er Paulus vermißt. — Der Heizer Friedel von Ludwigshafen stürzte von der Maschine eines Personenzuges und: war sofort tot. Friedel war erst ein halbes Jahr verheiratet. — Däe seit Jahren in Mainz bestehende Zwangs-Innung der Spengler hat sich aufgelöst; nur drei Mitglieder haben sich für Beibehaltung ^ausgesprochen. Die Mitglieder der Innung waren in ihrer Mehrheit der Ansicht, daß sie gar keine Vorteile von der Zwangsinnung hätten, sie koste nur Geld. Wieder eirre Unterschlagung in Berlin! Man schreibt uns aus Berlin, 23. Juli: Wieder wird heute von einer gewaltigen Unterschlagung gemeldet, die die Berliner Getreide- und Bankfirma Ka m p- ner u. Co. in Höhe von mehr als 200 000 Mark erlitten hat. Der Täter ist der Kassierer Moritz Levy, dem unbegrenztes Vertrauen gewährt wurde. Er ist natürlich flüchtig. An der Berliner Börse erregte das Ereignis großes Aufsehen. Auch diesmal haben Spekulationen erheblichen Umfangs den Anlaß zu den Veruntreuungen und Fälschungen gegeben. Es scheint fast, als ob den Defraudationen nicht eher ein Riegel vorgeschoben sein wird, bis die Geschäftswelt organisierte Bemühungen zur Verhütung dieser Verbrechen trifft. Das „Berl. TagÄl." regt zu gemeinsamen Beratungen der Geschäftsleute an, wie sie Defraudationen wirksam begegnen können. Solche Besprechungen erscheinen in der Tat geboten, denn im Publikum verbreitet sich bei diesen rasch aufeinanderfolgenden Nachrichten allmählich ein Mißtrauen, das dem geschäftlichen Verkehr sehr nachteilig ist. Noch mehr aber wird man außerhalb Berlins zur Vorsicht und Zurückhaltung veranlaßt. In diesem Falle sind zwar keine Verluste von Depotgläubigern entstanden. Wenn die Geschäfte sich von der Gemeinsamkeit der Interessen leiten ließen, wenn sie sich gegenseitig auf die auffälligen Erscheinungen austnerksam machten, die nachher, üachdem das Verbrechen aufgedeckt worden, mancher „längst bemerkt" haben will, dann könnten nicht so viel unliebsame kleberraschungen sich ereignen. Ein „Zopft in unserem kaufmännischen Leben ist auch noch das „unbegrenzte Vertrauen". In dieser Uebertreibung Liegt geradezu ein Moment der Verführung. An die Firma ist ein Schreiben des Wuchtigen eingegangen, in dem er seine Schuld bekennt und mittei.lt, daß er sich das Leben nehmen wolle. Levy hat die Veruntreuungen im Wesentlichen durch Fälschung von Schlußscheinen und durch Unterschlagung ihm anvertrauter Gelder zuwege gebracht. Der Rendant der „Genossenschaftsbank' Berliner Restaurateure", Gustav Gehrandt, wurde verhaftet. Er hat eingestandenermaßen ein Depot von über 1500 Mark unterschlagen und Urkundenfälschungen begangen. Vermischtes. * Berlin, 23. Juli. Zum Falle Schindler-Jakobus wird heute mitgeteilt, daß zu den Betrogenen ein Techniker aus Mittweida i. S. gehört, der 40 000 Mk. ein- büßt; ebensoviel verliert ein Berliner Käufman. D'er Nachlaß des Jakobus enthielt nur wertlose Papiere. Was irgendwie von Wert war, hat er mitgenommen. Bei der Bank wurden nur einige tausend Mark vorgefunden. * Berlin, 23. Juli. Der „Berl. Korr." zufolge ermächtigte der Minister der öffentlichen Arbeiten die königlichen Eisenbahndirektionen, freiwillige Gaben an Lebensmitteln, Kleidern, Decken, Betten, Hausgeräten usw., die zur Unterstützung der durch die Ueber flutun g en getroffenen Bevölkerung im Stromgebiet der Oder bestimmt und von Privatpersonen, den Unterstützungskomitees oder den staatlichen Kommunalbehörden an die mit der Verteilung der Liebesgaben betrauten Komitees oder Behörden gerichtet sind, auf den Staatsbahnen bis 30. September frachtfrei. zu befördern. Ebenso werden die Eisenbahnkommissare ermächtigt, den ihrer Aufticht unterstellten Privatbahnverwaltungen die Gewährung der gleichen Frachtftei- heit zu gestatten. * Trier, 23. Juli. Von der Mosel-Kleinbahn wurde bei Kenn ein Fuhrwerk überfahren. Der Wagen wurde zertrümmert und der Fuhrmann getötet. * Hamburg, 23. Juli. Das Schiff „Svithiod" sank /m Kanal nach einem Zusammenstoß mit dem englischen Dampfer „Middleham castle". Sechs Personen sind ertrunken. * Metz, 23. Juli. Nach einer Meldung aus Mör- chingen werden dem Unteroffizier Dunkel von der 4. Kompagnie des Jnfanterie-Regts. Nr. 17 Soldatenmißhandlungen in 576 Fällen zur Last gelegt. Dunkel wird sich m nächster Zeit vor dem Kriegsgericht der 33. Di- vifion zu verantworten haben. * Großwardein, 24. Juli. In der Nähe der Festungswerke, in der Klausenburger Gaffe, ist das ganze Innere dreier Häuser eingestürzt: die Außenmauern erhielten Risse, der Boden unter den Häusern ist ganz unterminiert. Die Bewohner räumten die Häuser. * Hochwasser in Posen. Nach einem Telegramm aus Posen sind bei dem Hochwasser im Dorfe Ostritz der Dammeister Greiser, dessen Frau und ein Pferdeknecht ertrunken. In Posen ist ein Schüler bei dem Hochwasser ums Leben gekommen. * Aus den Alpen. Auf dem Schlnirnerjoch stürzte der 18jährige Fabrikbesitzerssohn Walter Stear aus Nürnberg vor den Augen seines Vaters ab. An den erhaltenen Kopfwunden starb er nachmittags. Die Familie weilt in Steinach !in der Sommerfrische. — Am Morgenkofel' stürzte durch Abgleiten von einer glatten Platte der Student Nikolaus Resedow aus Petersburg ab und erlitt schwere Verletzungen. — Im Mendelgebirge suchten zwei junge Bozener Edelweiß. Dabei stürzte Anton Baumgartner, Zögling der Lehrerbildungsanstalt ab und blieb tot. *Unangenehme Folgen dürfte ein Scherz haben, den sich zum Deutschen Turnfest in Nürnberg fahrende Turner erlaubten. In dem zur Beförderung derselben abgelassenen Extrazuge befanden sich ganz neue, spiegelblank lackierte Personenwagen und an diese malten die Turner mit Kreide und Buntstift allerlei, wie z. B. den Vater Jahn, das Turnerwappen, den Ort der Herkunft usw. Nun sind die Wagen wieder in Mainz eingetroften und sollten von den Aufschriften gereinigt werden, wobei sich ergab, daß der Lack unter dem Bemalen so gelitten hat, dalß die die Spuren davon nicht durch die Reinigungsversuche zu beseitigen waren. Die Wagen gehen nun wieder üt die Werkstätte nach Darmstadt, um neu lackiert zu werden. Für die Kosten werden wahrscheinlich die betreffenden Turner haftbar gemacht, da diese trotz vorheriger Warnung die frischlackierten Wagen in oben angedeuteter Weise be- handeAen._____ Kunst und Wissenschaft. Nach einem Telegramm aus Braunschweig ist in Bad Harzburg die geplante Aufführung von Heyses „Maria von Magdala" polizeilich verboten worden. Gerichtssaal. — Wegen Herausforderung zum Zweikampf mit tätlichen Waffen hatten sich am Donnerstag vor der neunten Ferienstrastammer des Berliner Landgerichts I der Student Johann Petzel und der Referendar Max Kreuzberg zu verantworten, während ein dritter Angeklagter, der Kaufmann Franz Petzel, Bruder des Erstgenannten, der Kärtell- trägerei beschuloigt war. An einem Februar-Abend gerieten die Angeklagten im Kasino in Charlottenbura mit einem Herrn wegen einer geringfügigen Veranlassung in Meinungsverschiedenheiten. Wie Petzel behauptet, habe Kreutberg sich in unbefugter Weise hineingemischt und sein Verhalten m einer Art kritisiert, die ihn zu einer schroffen Erwiderung hingerissen habe. Nun sei es zwischen ihnen zu gegenseitigen Beleidigungen gekommen. Am folgenden Morgen habe er dann seinen Brudsr, der Reserveleutnant sei, zu Kreuzberg geschickt mit dem Auftrage, denselben auf geschliffene Säbel zu fordern, falls er sich nicht zu einem Widerruf der aus- gestoßenen Beleidigung bereitfinden laffe. Kreuzberg habe seinen Widerruf davon abhängig gemacht, daß er, Petzel, sich vorher bei ihm entschuldige, und daran fei der Vergleich gescheitert. Kreuzberg habe darauf die Forderung anaenommen. Sie sei aber nicht zum Austrag gekommen, denn durch ein anonymes Schreiben sei die Polizei benachrichtigt worden, die dem Duell hindernd entgegengetreten sei. — Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Kanzow, versuchte noch im Termin vergebens, eine Einigung zwischen den Parteien herbeizuführen. Das Urteil lautete gegen Johann Petzel und Kreuzberg auf je 14 Tage, gegen Franz Petzel auf drei Tage Festungshaft. Eisenbahn Zeitung. Preußisch-HessischeEisenbahn-Gemeinschaft. Im Juni wurden vereinnahmt Mk. 119 949 600 oder Mk. 7 173 000 mehr, und per Kilometer Mk. 3761 oder Mk. 164 mehr. Aus dem Personenverkehr resultiert ein Mehr von Mk. 3 632 000, aus dem Güterverkehr von Mk. 3 325 000 und aus den Extraordinarien von Mk. 216 600. Die Gesamteinnahmen voni 1. April bis Ende Juni beziffern sich auf 358 529 000 oder Mk. 17 983 000 mehr und per Kilometer auf Mk. 11157 oder Mk. 386 mehr als in derselben Zeil des Vorjahres. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 7. Sonntag nach Trinitatis, den 26. Juli. G 0 t t e s d i e n st. In der Stadtttrche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vormittags 9V2 Uhr: Pfarrafsistent Vogt. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Euler.. Abends 8 Uhr: Geistliche Mufikanfführnug des Evangel. Kircheugesangvereins. Die Mitglieder der Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matchäusgememde werden eingeladen, Montag abend 8yd Uhr, zu einer Besprechung wegen des Ausflugs in dem Konfirmandensaale zusammenzukommen. Nächsten Sonntag, den 2. August, findet im Hauptgottesdienst Beichte und heiliges Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde statt. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde (für die Markusgemeinde bei Herrn Pfarrassistent Vogt, Goethestr. 27) erbeten. In der Joharruesttrche. Vormittags 8 Uhr: siehe Stadtkirche. Vormittags 9