Diendtag 24. März 1903 153. Jahrgang Erstes Blatt. Äbirlie tüt rfpetdxni fr'nlprrdiani*hi6 th 61 m g beispielsweise auf die Behandlung tzland nicht auöbleioen. Qhaj Bülow TT r ynlilildje Tagesschau. Zum ntuc(itn DlMtfierwechsel in Bayern. Wir teilten bereits m unjerer heutigen Parlaments- auögabe nul, daß, w»e bestimmt verlautet, der bayerische Muuiier des Innern, Frhr. v. Feilltzjch, an, 22. d. Bi. lern Entlassungsgesuch emgereicht habe. Die Enlfcheidung darüber iU noch nicht erfolgt. Schon nach dein Rücktritt de» Biintlterprälldenten Grafen Crailsheim hieß eö, daß auch «Zrhr. v. FeiUtzich demnachlt aus dein Amte jcheiden werde. Auch er gilt als centrumsjeindlich. Er scheint aber auch noch andere Gründe zum Rücktritt zu haben. Man nannte ihn vielfach in Verbindung nnl der verurteilten Biünchencr Lllftsobcrm Elise v. He u Ster. Rach den .Münch. 91. Rachr.* soU es jedoch nicht an ihm, sondern an der Prin. zejjtn Ludwig Ferdinand gelegen haben, wenn die Oberin so lange in ihrem Amte belassen worden sei, aus ivclcheni der Munster sie längst habe entfernen 'vollen. Die Prinzessin habe den Taibeiiand auch öffcnllid) in der Presse leststellen wollen, sei aber an der Veiossenilichung gehindert ivorden. Doch nehme die Pnnzessin jede Gelegenheit wahr, ihrem Inhalte mündliche Verbreitung zu verschaffen und damit den Minister vor ungerecht,ertiglcn Vorwürfen Nr. 70 • rieftet tlgfie auun Bonniad*. t*n\ tÄiebmrr Hnötiger werden im fBedüel mll dein hessische» taebeirt bir •ie|cntr jaallle«* dlüNtk oifnnal in bet tbodx beigelegL ftoioiioneörud u. Berta« bei Blüht iitze, btud»iei(’Vieild) sättigt und zufrieden daliegl, stülpt ein laiholijcher Geistliche den Farbtopf über den Löwen und färbt ihn pechlohlraben ichwarz zum Lohn. Diese Stummer ist dem Prinz Regenten Luitpold am vergangenen Freitag in die Hand gegeben Hoden. Der alte Herr hat das Bild Heines auf» merksam studiert und war davon sehr betroffen. ®i bcn pelu M jUqtnv teil B Wulfe tüf unb Van#' unb l»end)i6laar lull Piaio 'ui Oe* tliw ifkieuifil t*one Ard. < eordnctcnhaufe und überreichten dem Präsidenten einen ‘frolrst gegen die Vehrvorlage. k£3 zeigt sich übrigens, baß die SteNungnahme des Grälen Bülow bezüglich der Deutschen in Ungarn nicht allgemeine Billigung findet. DaS Tank-Telegramm, welche» die magyarischen Ltudeilteii dem RcichSlanzier nach der betreffenden ReichSlaaSrede sandten, h.tt auch die Kreise etniget- a0en bedenkt ich gestimmt, die den Bestrebungen der „rlll- dcutschen" fern stehen. ISS gewinnt in der Tat den An- djein, als faßten Die Magyaren Die Erklärung de» Grafen Bülow im Sinne einer PiciSgabe der Deittfd^n in Ungarn auf, und die Möglichkeit liegt vor, baß die letzteren den Rücksichtslosigkeiten der Maayarcn künsttg noch mehr aufr» gefetzt sein werden. Droht aber derartiges am grünen Holze eines dem Trerbund angeschlossenen Staate», dann lann die üble Nachwirkuni ' " * u:‘ »i Mi. »fcn, gSsi «'M« I". > über Lehr ssf*** um 500 006 Kf, bewilligt Zuglt.j a& die Derthchsch^^ i« ■troaltung unter Ku, Wnden habe rotzen Mehrmisgabkn m M nur bas $m ?abe Denn bet AnegS. lUMrung gegeben bäne, « Truppenplah bttoübat ntlter? muß ii >fr kMl ist so rein. Unflat albbranb fast bet ganze Ic. Fälle aber batte btt sschatzamt früher btnad).- 6t die Resolution : bet Beschluß bet flom :t Schiffe .Irene' unb sehen, genehmigt, ganze Summe zu br- tauchssteuetn" bat tr um 15 Millionen, von t sei, daß ein sübbeutsLtr öhung bet Bietsteuet halb erwidert,. datz ikrhanb- ifühtung einer ScüWbiet' (ärt diese Auslmist für m« schm einer SRciiSbieritfiiet ncrbalb bet Btausleucr- i die Industrie schon zwei worden. an LandeS-AuS,-bub ß- B. Schtmit aus ernt besteuern dH die mist meldet Regierung m« ba Brausteuer vomebm, Aeichkbierstmer W. Sozialdemokratie brauchte die Konservativen Men . «HeiÄien'teuer, ll'>ehen rehiber baldigen # **« *26 000 ®ad g a* {feg? Jahre '#» iaS. rS «d *eÄ»w. toM ien „Antipoden", dem Vertreter Potsdam», Abg. Pauli (wildkons.l. Tas „Do pp e l d u e 11" ging beim auch in Szene, und wenn Herr Zubeil sich den Sieg zuschreiben sollte, so würde er es aus dem Gefühl „rührender DeschcidenheU" heraus tun, das, wie Herr v. Einem satirisd) meinte, Herrn Zubcil glauben macht, daß lediglid) seinen ReidMagSredcu die sozialen Fortschritte in den Wilitärwerkslatten danken feien. Immerhin bewies Herr Zubeil heute, dag auch er Sinn für Humor hcn Nachsolger wählen, daß kein Venezolaner mehr Hinneigung zu den Fremden zu empsindeu braudje, die ohne Rechtsgrund gewaltsam über das unglückliche Land hersielen zum Schaden d e r Z i v i l i s a t i 0 ii und der Errungeuschasten des Recht». Er wünsche lediglid), Venezuela geachtet und glücklich zu ^^ne Depesche de» Newyork-Herald" au» Port of Spain meldet: Der englische K r e u z e r „P a l l a s" nahm das venezolanische K r i e g s s ch i s s „3i e st a u r a d 0 r" unter ber Beschuldigung der Seeräuberei weg. Rach Reuter ist der „Re,laucabor" bald nad)t>em er von den Verbündeten zurüclgegeben war, auf Seeraub ausgegangen, indem er die Ladungen wcgnahm, bie Schiffe abtakclte und alLdann sick) selbst üoerließ. Aud) sür unsere diploinatischen Kreise bedeutet der Rücktritt des PräsidiNten Castro ledenfaUS eine Ueberraschnng Daß man nach keineswegs am Ende der venezolanischen Sdnvierigleitcn sei, daraus war man freilich gefaßt. Bowen, der arncrilanische Gejandle und Vertrauensmann Easirvs, hatte bereits durch seine bekannte SteUungnahrne sür die „Vorbereitung" gesorgt. Eastto will nach seiner obigen Spraä)e — das ist gar nicht anders auhujaffen — die mit Deutschland unb England getrvsjenen Abmachungen und ZahlungSvcrjprcchungen als null und nichtig behandelt sehen. Ter ganze Grtmm Eastros Über die Mächte spricht aus dieser tioifujaft, unb der Wunsd), daß den „ungeiechten Forderungen" Dibersurnd geleistet wird. Es müßte bei einem Mann von solchen Ergensd-osten Dcrwunbci.., wenn die Verdächtigung schien wurde: die Mää>te hätten ,,tn heimlid/em umverftändnis mit Malo s" gcl/andcltl Castro geht offenbar von der Meinung au», nur er versönlich sei zuc EinyaUung der Abmachungen verpflichtet. Mr erinnern uns, dag »vährend der Verhanblungen mit Bowen, Venezuelas beglaubigtem Vertreter, etwas dem ähnliches aus Caraeas gemeldet wurde. To hieß es, der Kongreß könne „einfach alles wieder umstoßeii". Die man ficht, Haven die guten Venezolaner gleich ntehrere TricbS in Vereil,ci)ast gehalten, um die Riäd-te zu prellen. Aber bet alledem ist doch Bowen, dem eben erst ein filberncr Becher als Taiileszeichen für feine Dieitste gespendet »vurde, der „bla- niierte — Amerikaner". Auf ihn entfällt bie moralisd>c Verantwortung, wenn die intcrejsante "Republik bie -oer- eiiibaruimcu beicht, denn Boiven Hal daS Protokoll an erster Stelle unrerzeichnct, als Vertreter Venezuelas. Eder oute Boivcn nicht so überrascht von der Dendung sein, als er sich den Anschein flibt? sollte Castro seinem Buienfreunbc nicht das mindeste von diesem Plan enthüllt haben, bestimmt, den 'JJuia>tcii ein Schiitppchcn zu schlagen . Aber auch die Bereinigten Staaten sind iiiiiverantworittch. Tie Dafhingiolier Ri.nierung lyu ivochreiid ^s Verlaufs der Vcrhanolungcn eine so übergroße ^ipsindlichleu an ^cn Tag gelegt und durch das Ausziehen der Iconroc-Flagge Vcnczircla Derart 111 Men Schutz genommen, dag die PrnRee, baupiiächliäx um einen Kvujtikt nut den crem. Staaten zu vermeiden, nidxl auf das u m s a s s en d e Maß von Gcnxrhrleinungen drangen, das einem so böswilligen Siüuldner mie Venczuela gegenüber burujand anßejC 191 u-ac Tw bamals beschlagnahnuen K^iegsschi,,e z. B. hätten btS zur vollen Zahlung bsen der Ver. floaten stört, nicht zum zweitciunale in Bcirad)t kommen; dann mug mit fester Hand zugegriffen werden, um ein Exenipel bet Deutschen in Rußlanb nicht ausblei den. Graf Bülow luirb natürlich eine solche Wirkung iticht beabsichtigt Haden. Immerhiii wäre wünschcnsivert, ivenn ber Kanzler, sei cS -ersönlich ober in einer offiziösen 'Jhtij, einer Mißbeutung feiner Rebe entgeaenträlc. LcutsdMnd kann beaiuprudjtii, oaß man seine Bolksgeiwssen in fremden Lunden ebviijo gerecht behandelt, wie es solbst solches den sem Gastrecht genießenden Ausländern gegenüber tut. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger v ** Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Dtuisches Ulrich. Bc rlin, 23. März. Ter Kaiser besuchte heute früh das Atelier dos Bildhauers Brütt, um em xonmobell zu einer IünglingSslalue naifer MÜH lmS L zu berichtigen, inachie einen Spaziergana im Tiergarten, spiach beim Reid) Stan zier vor, empfing im Schloß den Bildhauer B ö r m a 1, der das Modell einer für den Platz am Branben- bürget Tor in Potsdam bestimmten Statue für Kaiser Friedrich HL vorstellte, unb hörte ben Vortrag bc» Stell- Vertreters beS Ehcsö beS ZivilkabinettS, Geheimrats von Valentinü — Ter Kronprinz ist, wie au» Kairo schon ge- inelbet, nunmehr vollftänolg genesen, lieber bad weitere R e i s e p r 0 g r a m m erfährt Die „9laL<)tg." von unterrichteter Seite, baß ber Besuch ber beiben Prinzen in Kvii- lantinopel unb Athen eisolgen wirb, währeno aus den Abstecher nach Palästina verzichtet werben bürste. Ursprünglich sollten bann bie beiden Prinzen nicht mit dem Kaiserpaare zugleich in Rom ibren Besuch machen. Im Hinblick auf die durch die Erkrankung herbei- geführte Acnderung der Zeiteinteilung erscheint eS jetzft nicht ausgeschlossen, daß bie beiben Prinzen nun buch mit ihren Eltern in Rom zusammentreffen. — Der Kaiser wirb bei seiner Anwesciiheii in Rom auch die uralte Abtei von Grotta Ferrara in bcn Albaner Bergen befudjcn, bie al» letzter beulschcr Kaiser Euo 11. im Jahre 9Uä besucht bat Dte Mönche werben bem Kaiser eine aus Pergament aufgezeichnete Geschichte des alten Klosters überreichen. — An ber Hoch-eit bc» Grostherzogs Wilhelm Ernst von Sad)seniWeimar mtt ber Prinzessin Karoline R e u ß ä. L., meld« am 30. April er. am Bückeburger Hof fiatlfinbet, wirb, neueren Bestimmungen zusolge, ber Kaiser tetinehmen. Wie bie „B. B.-Z." hierzu weiter erfährt, trifft ber Monard) am 30. April in Bückeburg ein. — Heber die Durchführung deS Fleisw- b e f d> a u g e s e tz c S b u r ch bie Po st hat das Reichspost.- amt foeben aussührlick-e Bestimmungen erlassen. ES wirb darin u. a. bestimntt: Postsendungen mit befcyoutzflichtigem Inhalt sind von den Postanstalteit, bei denen bie zollamtliche Vorabsertigung erfolgt, durch die Bezeichnui^ „Fleisch- beschau" kenntlich zu madjen. Alsdann sind die Sendungen zum Zwecke der b^schauamtlichen llnierfuchung einem Zolloder Steueramte zuzusühren, an dessen Spitze sich eine sür die Untcrfud/ung zustäiidige Beschaustelle befindet. Die Untersuchung erfolgt bei dem GrenzeinganaSamte, wenn der Absender es beantragt hat unb wenn baseloft eine Untersuchungsstelle vorhandeit ift, anbernsalls bei einer Unter- suchungsstelle im Jnncm. Im Falle am Bestimmungsorte ber Sendung eine zuständige Uniersuchunasstclle nicht vorhanden ist, hat die Grenzcingangspostanstalt die am nächsten und günstigsten gelegene UnterjuchungSstelle zu ermitteln und deren Namen unter Voraussetzung der Buchstaben „U. O." (Untersuchungsort) auf dem Paket unb ber Postpaket- abresse zu vermerken. Tie Senbung ift Dann ebenso zu leiten, als wenn sie nach bem Unterfuchungsorie leibst bestimmt wäre, und selbst dem Zoll- oder steuer amte zuzuführen, bei bem sich bie Befchaustclle besinbet. - Sie „Nordd. Allg. 818" mclbet: Set lai|eriit&e (Se- [tbäfletrüaet in Sern mlk bem i^roeiötritocn Sunbeita« am 21. i'iürj mit, baß bas Deutsche Reich dem Pariser Verbanbe zum Schutz be» gewerblichen Eigen- tu MS in Der Fasiung ber Beul,der Zu «aparte vom 14. Dezember IVUO mit Rech.Swirkung ab 1. Mat beitritt — Bei bcn Feiern zur Einsetzung bc» Erz - bjsch 0 ss von Köln hat Domprobst B e r 1 a g e in einet da» große Deutsche Reick beschützt von oerküubenin Rtgtmcniein, bie v rsch^edene Falben tragen. Ieb.s ber Rcg.meuter hat Treue gelobt uno wird sie halten. Ein.s bitf.c ^guiiciuct fajet unser Herr Erz- Lisckof. Denn cs gelt, bann werden die s ch w a c ze n H u - faren ihm zur Sette stehen unb fämp.en für Kaiser unb Reich. Unb einer soll es wagen, bie Treue ber schwarzen Husaren anzuz.veifein! Wit finb treu wie eile anoercn Regimenter unb ba 11 e n treu 5 u Kaiser u 11 b Si e i cf). Bitte Dachen ft. ycu am Rhein; Qn ber Sp.tze der e.ncn Wacht st.h. unser neuer Eberhirt, und dttse Wackt wird er zu allen Stunden zu verteidigen wissen. ) DeulE r. unhSnal- Delbru^ b.M^^enL .bürg) ®; * [ Prozent g. 5Ü- MS- rhei'N u- ZES-! Diebenhofen, 23. Marz. Nach einer in der heutigen Versammlung des Gemeinderats zu Dietenhofen von dem Stadtkommandanten General Mülenz verlesenen Depesche wird die Stad tumwallung von Tiedenhosen auf dem linken Mosclufer mit Ausnahme der Bastionen 1 und 3 au fgelassen. Der Gemeinderat sprach in einer an den Kaiser gesandten Depesche seinen Dank für diesen Erlaß aus. Heer und Flotte. Der Deutsche Flottenverein verschickt soeben seinen Jahresbericht für 1902, aus dem wir entnehmen, daß das Berichtsjahr am 31. Dezember 1902 mit einem Barvermögen von 129 281,05 Mk. und einem Reservefonds von 38 00t) Mk. abschließt. Die von dem gerichtlich vereideten Bücherrevisor, Julius Doerck, sowie den Rechnungsprüsern des Gesamtvorstandes geprüfte Bilanz für den 31 .Dezember 1902 balanziert mit 390 257,78 Mk. Die Gesamtmitgliederzahl ist von 625 000 auf 630 000 Köpfe gestiegen. Tie Gliederung des Vereins an Ortsverbünden und Vertrauensmännern hat sich von 2558 Stellen im Vorjahre auf 3588 am 31. Dezember 1902 vermehrt. Aus dem Jahresbericht heben wir besonders hervor, daß aus dem Ehina-Fonds im Jahre 1902 13 758,80 Mk. an Unterstützungen gezahlt wurden. Das Kapital des Fonds betrug am 31.Dez. 190j 150 412,75 Mk. Der Verein wandte im Berichtsjahre für Wohltütigkeits- bestrebungen den Betrag von 5200 Mk. auf, sodaß insgesamt für diese Zwecke bis jetzt über 40 000 Mk. verausgabt finb. Das Monatsblatt „Die Flotte" erschien in einer regel- mäßigen Auflage von 276 000 Abdrücken und wird allen Mitgliedern des Vereins kostenlos zugestellt. Durch die Präsidial-Geschäftsstelle wurden 327 Vorträge veranstaltet, außerdem in 89 Ortsgruppen kinematograpi)sche Vorführungen mit einer Besucherzahl von 57 OOo Köpfen, sowie in 28 Ortsgruppen Biograph-Vorsührungcn mit einer Besucherzahl von 3<3180 Personen. Schließlich erwähnen wir noch, daß drei Marincausstellungen und eine ganze Reihe von Sonderfahrten zur Löasserlante stattgefunocn haben. Dem Jahresbericht sind in sechs Anlagen ausführliche Bilanzen und tabellarische Uebersichtcn beigegeben. 5iolonialpoft. Durb an, 23. März. Die oeutsche ReichSregierung hat einem Deutschen eine große Konzession zur Ausbeutung von Goldfeldern im Vikto ria-Ryanza- Gebiet erteilt. Eine in das betreffende Gebiet entsandte Schliefgesellschaft hat einen sehr günstigen Bericht erstattet. Der in Betracht kommende Bezirk ist mit der Uganda-Eisenbahn zu erreichen. Ausland. Stockholm, 23. '-uiär^. „Aftonbladet" meldet aus Hin land: Sämtliche Polrzeichefs in den Regierungsbezirken Wiborg und Nyland, zusammen in elf Städten, darunter die Polizeichefs von Helsingfors, Wiborg, Hangoe und Borgao wuroen ihres Amtes enthoben, ebenso zehn Mitglieder des Oberlandesgerichtes Wiborg und drei des Oberlandesgerichtes Wasa. London, 23. 'März. Unterhaus. Labowshire behauptete, Graf Bülow habe im deutschen Reichstage er- Hält, es sei Grundsatz der englischen Handelspolitik, daß die Engländer ihr Kapital im Auslande auf eigene Gefahr anlegen und fragt mit Bezug hieraus, ob die Regieruiig diesen Grundsatz hinsichtlich Vciiezuelas an- nehmen werde. Lord Cranborne erwioert, die Grundsätze der englischen Handelspolitik in diesem Punkte seren durch die jüngste Aktion der Regieruiig im Streitfälle nut Venezuela sowie durch ihre Erkiä.rungen im Parlamente genügend tlargelegt. Die Regierung tonne keine Verantwort- lichlett für die dem Grafen Bulow zugeschriebenen Er- lläningen übernehmen. — Sodann berät das Haus über den Bericht der Kommission, meld)er sich für Festsetzung der M a n n s cha f ts siä r l e der Marine auf 127 lOu Manrl ausspricht. Der Liberale Lough verlangt Vermiiider- ung um 4b00 Mann, lieber diesen Antrag enlspinnt fidj eine längere Debatte, im Verfolg deren Lough fd)licßlid) seinen Antrag zurückzieht. Kapstadt, 23. Äurrz. Der Gouverneur hat in die Freilassung aller politischen Gefangenen gewilligt. Es wurden sofort Anstalten getrosfeu, um dieselben in ihre Heimat zu besördern. Eine Anzahl ist bereits entlassen worden. Bis Ende dieser Woche werden alle frei- aelajjen werden. Die Amnestie umfaßt auch die eingeborenen Gefangenen, meld)« bei den verschiedenen Erhebungen beteiligt waren. Newyork, 23. März. Nach einem Telegramm aus S a u t o D o m i n g o ist die Stadt vollständig in den Händen von Aufständischen. Aus unü £ani). Gießen, am 24. März 1903. — In Sachen der gesetzlichen Neuregelung her Schlacht oieh- und Fleischbeschau findet, wie wir erfahren, morgen, Mitlivoch nachmittag, im SländehauS zu Darmstadt eine gemeinsame Sitzung des Gesetzgebungsausschusses der Zweiten Kammer und mehrerer Sachverständiger statt. Zu diesen gehören u. a. Oekononnerat Sehlen ke- Hardthof und als Vertreter der hessischen Metzger-Innungen die Metzgermeister Lau tz-Darmsladt und Falk-Mamz. Diese beiden Herren hatten bekanntlich öic an die Ständekammer gerichtete Eingabe unterzeichnet. ” Hessisch-Thür. Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse mürben folgende Gewinne gezogen: 30 000 Mk. auf Nr. 79624, 10 000 Mk. auf Nr. 91612, 3000 Mk. auf Nr. 6464 8514 34258 42322 76910 93462, 2000 Mk. auf Nr. 26470 51155 60030 61646 69906 75663 83446 87132 87537 88286. Ohne Gewähr. — Pferdemarkt-OmnibuSoerkehr. Wie bei den früheren Pferdemärktcn wird auch in diesem Jahre zwischen Pserdemarktplatz und Bahnhof ein ständiger Omnibusverkehr eingerichtet werden und zwar zu allen ankommenden unb abgehenden Personcnzügen. Die Wagen sind durch Fahnen kenntlich gemacht. Nach dem Pfcrdemarkt vereinigen sich die Mitglieder der PrämlicrungS- und Pferdemarkt-Kommlssion sowie die Gäste um */22 Uhr zu einem gemeinen Mittagessen im Hotel Großhcrzog von Hessen. — Tw Verlosung findet am darauf folgenden Tag, den 26. März, nachmittags 2 Uhr, in der Turnhalle der Stadtknabenschule statt. — Tie Lose find vergriffen. -h. Klein-Linden, 23. Marz. TaS SS. StistungS- fest feierte am SamStag abend der älteste hiesige Gesangverein „Eintracht" im Rinn'schcn Saale. Nach einer Ansprache brachte Sänger Luh, der Gründer deS Vereins, ein Hoch auS auf daS deutsche Lied und die deutschen Männergesangvereine. Auf dem Prograuim standen zwei Theaterstücke und mehrere Kouplets, die sämtlich großen Beifall im Publikum fanden. § Griedel, 23. März. Heute vormittag, als kaum unsere Feuerwehr nut der Spritze von der Brandstätte des Nachbarortes Gambach zurück war, entstand in der Hofraite unseres Mitbürgers A. Bär ein Schadenfeuer, welchem die Scheuer und deren Inhalt zum Opfer fiel. DaS Bär'sche Wohnhaus ist ebenfalls angebrannt und auch an dem Giebel eines Nachbarhauses hatten die Funken schon gezündet. Den vereinten Bemühungen unserer Bürgerschaft, wie der hiesigen und benachbarten Wehren gelang es, das Feiier auf seinen Herd zu beschränken und die Nachbaranwesen zu retten. Es wird Brandstiftung angenommen. Der beträchtliche Schaden wird meist durch Versicherung gedeckt. w. Friedberg, 23. März. Der Evangelische Arbeiterverein veranstaltete gestern abend im Saalbau eine Erinnerungsfeier an den Kaiser Wilhelm I. Rechtsanwalt Windecker feierte denselben in seiner Festrede als Gründer des einigen deutschen Reiches. Eröffnet wurde die Feier durch Vorträge der Gesangsabteilung des evangelischen "Arbeitervereins. Auch ein Festspiel mit mehreren lebenden Bilden aus dem Kriege 1870/71 und daran anknüpfenden Beschreibungen kamen zur Aufführung. — Lauterbach, 23. März. Im „Lauterb. Anz." lesen wir folgenden Hymnus auf die Lauterbacher Bürgerschule : „Ter Oberprimaner List von hier bestand am Gießener Realgymnasium, der Oberprimaner Stumpf von hier an der Tarm- Itäbter Oberrealschute die Maluriialsprüsung. Beide mären Schüler unterer hiesigen höheren Bürgerschule. Ter Unter- tetunöaner Koch von hier bestand an der Realschule in Alöteld die Prüfung für den Eiujähr.-Frelw. Dienst. Es darf wohl hier aus das Urteil eines angesehenen Tarmstadter Schillbirettors hln- gewiesen werden, welches dahin lautet, daß die Schüler, welche nach Absolvierung unserer Anstalt andere höhere Schulen besuchen, sowohl durch ihre Kenntnisse als auch durch allseitige "Ausbildung die Zöglinge anderer Anstalten gleid)en Ranges erheblich übertreffen". „Wenn das wahr ist, so schreibt man uns dazu, müßte man alle derartige Anstalten in Oberhcssen schließen und sämtliche Schüler nach der Musleranstalt in Lauterbach schicken*. Im übrigen ist das mit dem Eigenlob immer eine eigene Sache; es giebt ein kleines Sprichwort darüber, das das Lauterbacher Blatt sich ad notam nehmen sollte. L Erbach i. O., 22. März. Zur Hebung der Wohnungsverhältnisse der minderbemittelten Klassen ist hier infolge einer Anregung des Kreisrats Schlicphake die Gründung eines gemeinnützigen Bauvereins bcschloffen worden. Um das Projekt iu weiteren Kreisen der Bürgerschaft bekannt zu machen, fand heute im Gasthof „Zum Adler* eine von Arbeitgebern, Arbeitern und sonstigen Bürgern sehr zahlreich besuchte Versammlung statt, in welcher der Kreisrat ebenfalls den Vorsitz führte. Der aus Darmstadt erschienene Landesioohnungsinspeklor erläuterte in eingehendem Vortrage Zweck und Wesen der gemeinnützigen Baugenossenschaften und >vieS darauf hm, daß sich in einem solchen Unternehmen Angehörige aller Stände zu gemeinsamer 9lrbeit zusammenfinden müßten, und daß dasselbe angesichts seines großen gesundheitlichen, sittlichen und sozialen Wertes auch die Unterstützung der Gemeinde verdiene. Ter Kreisrat, sowie Stadtpfarrer Scriba betonten insbesondere die Notwendigkeit eines Vorgehens zur Erstellung guter und billiger Kleinwohnungen, auch gab ersterer der Hoffnung Ausdruck, daß die Stadt sich beteiligen werde. Eine große Anzahl der Anwesenden erklärte sich sofort zum Beitritt zu der Genossenschaft bereit. Die endgiltige Konstituierung derselben soll in den nächsten Tagen erfolgen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Oberbiel (Kreis Wetzlar) feiern Lehrer a. D. Jakob Ebing und Frau am 25. d. Mts. in voller Rüstigkeit ihre diamantene Hochzeit. Bestellungen auf den Gießener Anzeiger — während der Parlamcntstagungcn täglich zwei Ausgaben in der Stadt — nehmen alle Poftanftalten, Briefträger, unsere Zweigstellen und unsere Expedition entgegen. Neu eintrctende Bezieher erhalten gegen Einsendung der Quittungskarte den Anzeiger unentgeltlich und portofrei bis Ende März durch die Geschäftsstelle zugesandt. Kauplv.rsummlung dis landwirtschaftlichen A.zuksvereins Kietzen. Original-Artikel deS „Gießener Anzeigers. fe. Grün berg, 24. März. Gestern fand hier im Gasthaus zum Hirsa> die Hauptversammlung des landwirtschaftlichen Be- zirkSvereinS Gießen unter dem Vorsitz des Herrn Provinzialdirektors Dr. Breidert statt. Der Saal deS GasthoseS war bis auf den lebten Platz besetzt. Ter Hauptversammlung ging eine AuSschußsitzuug voraus, in der für verstorbene oder verzogene Mitglieder andere gelvählt wurden. ES handelte sich um vier neue Mitglieder. AlS solche wurden vorgcschlagen die Herren Gg. B i ck l e r an der Hardt b. Gießen, Bürgermeister Köhler-LangS- d orf, ee. Durchlaucht der Fürst Lich-H0hens0lmS- Lich und der Bürgermeister Zimmer-Grünberg. Nach Eröffnung der Hauptversammlung gab der Vorsitzende die für den Au§sa)uß Dorgischlagenen bekannt, sie wurden auf Antrag auS der Versammlung durch Zuruf gewählt. Danach erteilte der Vorsitzende Herrn Kre.Svetertnärarzt Schmidt-Gießen daS Wort zu feinem Vortrag über Schweinezucht. Besonders wurde betont, daß c5 nunmehr P,licht der deuiscye» und damit der hesiischen Landwirte |d, noch mehr al? bisher die Schweinezucht zu sör- oeru, tu.un chre berechtigten Wünsche, die Grenzen des „.eiu/.S toegen der Seuchengefahr in der bisherigen Leise tür D.e uno.grenzte Einfunr fetter Schweine gesperrt zu aufrcciyi erhalten bleckren so.».en. Die AuSe.nander- icur düsen Vortrag währten über eine Stunde, zahlreiche Mitglieder des Vereins meldeten sich zum Dort unb gaben so ihr lebhaftes Interesse an dem Gehörten kund. — Inzwischen war Ministerialrat Braun aus Darmstadt eingctrofsen. Da die Tagesordnung vor Mittag nicht erledigt werden konnte und der Wirt daS vorbereitete Mittagessen nicht kalt werden lassen wollte, ließ der Vorsitzende eine Pause eintreten. Der Wirt ließ die Tafel rüsten und die Mitglieder ergingen sich inzwischen im warmen Frühlingssonnenschein und ließen sich dabei die Hengste, die in Grünberg aufgestellt sind, vorführen. Unter diesen erregte ein brauner belgischer Hengst von tadellosem Bau besonderes Aussehen. 23ei Tische brachte der Vorsitzende einen Toast au» auf unseren Kaiser und den noch in der Feme weilenden Landesherrn, gedachte des vergangenen Tages, dcn 22. März, an dem wir so oft unseren greisen Kaiser Wilhelm I. feierten, begrüßte den Ministerialrat Braun und andere Herren, auch die als Gäste erschienenen Mitglieder des Stadtoorftandes von Grünberg. Bei Tische entspann sick) eine angeregte Unterhaltung, die in fest parla- mentarisä)en Formen sich abjpiclte, über die Auslegung deS Körgesetzes. Man kam allgemein zu dem Schluß, daß den Gemeinoen, die sich für zwei Zuchtrickstungen enisu/ieden hätten, das Recht zuerkannt werden müßre, bauet zu bleiben. Daß aber die Gemeinden, die sich setnerzeir für eine Zucht- ridjmng erklärten, auch gehalten seien, dabei zu bleiben, wenn nicht erhebliche wirtschaftliche Veränderungen in der Gemeinde eine Abweichung von dem ursprünglichen Zuchtvieh gebieterisd) forderten. Nach Tische rourucn die Verhandlungen fortgesetzt. DaS im Lanotage in den nächsten Tagen zur Veryanolung kommende Fleischbeschau- g e s e tz wurde befprod)cn, welches schon am 1. April in Kraft treten soll. Alles frisd)e Fleisd) von warmblütigen Tieren, auch zubereiteteS Fleisch, wie Därme, Schweinespeck, sonstiges Fleisch re. unterliegen sämtlich der tierärztlichen Besclstiu, zubereitetes Fett einer damischen Untersuchung. Tie Kosten betragen für ein Stuck Rindvieh 2,50 Mark, für andere Schlachttiere entsprechend weniger. Ta, wie ausgesührt wurde, die Unterfua)ung im Interesse der Konsumenten geschehe (richtiger wohl: der allgemeinen Volksgesundheit. T. Red.), so erscheine es billig, daß dieselben aud) die Kosten tragen. Am sichersten uno rasa) e st en würde der Verläufer des Fleisches an die Konsumenten die Untersuchungskosten auf jene ab wälzen. Tas sei der Metzger. Ta die Kosten p. Kgr. nur einen Bruchteil von einem Pfennig au»mad)cn, so würde der Metzger den Preis des Kgr. Fleisches nad) oben abrunben, also bei der Abwälzung der Kosten ein Geschäft machen. Die Versammlung »prach sich einmütig dahin aus, daß aus diesen Gründen der Metzger Die Untersuchungskosten vorzulegen haben werde. (5kmad) stünde also ein allgemeiner Fleischpreisaufschlag infolge des neuen Gesetzes bevor! D. Red,) — Zum Schluß kam nod) die Frage der Errick-tung einer Landwirtschaftskammer zur Spraa-e, die Art der Wahl zur Landwirtschasis- fammer. lieber die letzte Frage hatte der Reichs-- und Landtagsabg. Bürgermeister Kohler- Langsdorf Wunsche geäußert, die heute von ihm begründet locrDcn sollten, irine Depesche meldete jedoch, daß er durch Krankheit am Ersdjeinen verhindert fei. Ter Voriitzende schloß danach die Versammlung mit den besten Wünsd)en zum Gelingen der unmittelbar bevorstehenden ober schon im Gange bc» findlichen Frühjahrsbestellung der Gärten und Felder. Kon der Ualnzer Ko.KsvunL. Mainz, 23. März. Am Samstagabend fand, wie wir in Ergänzung unseres gestrigen Berichtes nutteüten, im Bankett«aal der Liedertafel die Generalversammlung der Mainzer Volksbank statt, die anläßlich der Unterschlagung des Kassierers Hermann einberusen worden war. Im wesent- lid)en wurde der von uns bereits dargelegte Sachverhalt bestätigt. Am Freitag den 13. März wurde beim Abschluß sesigestellt, daß Kasse und Hauptbuch nicht übereinstimnien, lonoern man sand eine vorläufige Differenz von 265 000 Mark. Es sollte nuninihr eine gründliche Nachprüfung des Kassenkolit>ok!orrentbud)es statlfinden. Arn Samstagmorgen überreidjtc Hermann dem Direktor Reins das bctannie Expose, das die lleberschrift trägt: „Meine Revanche für 19cO" und in dem Klage geführt wird, daß als Direkwren der Mainzer Volksbank, die doch eine Mainzer Institut sein solle, auswärtige Herren angestellt seien. Tas sei beschämend für Arninz. Als er sich seinerzeit beschwert habe über die Zurücksetzung, sei ihm erividert worden: „Sie |mb ein guter Kassenbeamter und weiter nichts." Es müßien infame Lügen über ihn verbreitet worden sein. Mit dem Einzug in das neue Haus habe er gehofft, daß auch die (i)e- red)tigLit einziehen werde, aber nicht einmal eine Gehaltserhöhung sei ihm zu teil geiuorbcn. Da habe er geglaubt, daß der Moment gekommen sei, um Racl)e zu nehuien. Lr verlange 50 000 Mk. Entschädigung und Peii,ionierung mit jährlichem Gehalt von 3600 Mk., da sein Leben doch verpfuscht sei. Dafür wolle er die unterschlagenen 28000) Mk. zuruckgeben. Auch für zwei andere im Dienst befindliche Beamte verlangte er besondere Vergünstigung. Mil seinem Gewissen könne er es nicht vereinbaren, das Geld, an dem so viele Freunde von ihm Teil hätten, zu behalten. Vom 1. Oktober 19u2 bis zum 31. Dezember hat Hermann 265 00) Mk. unterschlagen und im jal^c Wu3 vom 1. bis 10. Januar noch weitere 15000 Mk. Bei den Auseinandersetzungen betonte er stets, daß er Rache für die nicht erfolgte Wahl nehmen wolle. Direktor ReinS crflärte, daß er bei den llnterhandlunben den Eindruck gewonnen habe, es mit einem Wahnsinnigen zu tun zu haoen, und bern- gemäß habe man auch d.e Maßnahmen getroffen. Hermann reduzierte seine Forderung sofort auf 2jOOO Mk., als man ihm eventuelle Erfüllung »einer Dünsche zusicherte. Er erstattete sodann am Samstag 200 000 Mk. zurück. Er müsse verreisen, um das übrige Geld zu holen. Am Montag lieferte er 55 000 Mk. ab. Damit glaubte sich Hermann „libe- riert". Für die Direktion aber lam eS darauf an, festzu- ftellen, ob Hermann auch in der Lage sei, die restlichen 25000 Mk. zuruckzustellen. AlS sich schließlich heraussteltte, daß er das nicht konnte, wurde eS klar, daß er nur die größere Summe genommen hatte, um einen Truck auszuüben. Die Dedenken, daß man eS h.er mit einem wahnsinnigen Menschen zu tun habe, fielen Damit zusammen, unb cS erfolgte am Donnerstag feine Verhaftung, ckedner teilte sodann mit, daß Hermann 1875 bei bet Bolisbank als Lehrling eingetreten fei unb seit 90 Iobren eine Vertrauensstellung lnnegehabt habe. Von 18Ö7 fliegen feine Einkünfte von 4512 blS ;j247 Mk. Andere Unterschlagungen als in barem Gelbe habe Hermann nicht machen können unb Veruntreuungen in früheren Zetten feien nahezu ausgeschlossen. D^ch solle in dieser Hiki.icht gründlich nachge- forscht werden. Oie formte Hermann die Unterschlagungen machen? Die AuS- unb Eingänge wurden richtig gebucht, doch wurde es ichrn durch falsche St*itum m den Haupt- summen bei der «lerrtanifdjen Suchsührmrg möglich, bic Unterschlagungen zu verschleiern. (FS sei die« nur erklär- llch aus dem grauen Ums ad. Die lebhaftesten Tage, z. D L unb 2. CFtober habe er fick gewählt, um große Belräae beiseite zu fduffen und zu anderen Zeiten habe er viellcichi zwei- oder dreitausend Mark täglich veruntreut. Hermann habe bei der Volksbank Wertpapiere im Betrage von 25 000 Mark, die mit etwa 12000 Mk. Schulden belastet seien. Uuberdein sind 2000 Mk- in Tantiemen nicht verrechnet und 600 Mk. Etammanteil. Aus die wirtsd-astliche Lage der Ban kwerde das Defizit, das stch auf 10- ins 12000 Mk. beziffert, keinen Einfluß ausüben. Tte Volksbank werde trotzdem eine Dividende von 6 Pvs^ut zur Verteilung bringen. . , , . ,, ist jetzt entschieden, daß Hermann einer Heil- anstalt überwiesen wird, damit er aus seinen Zustand untersucht werde. Zeugenvernehmungen haben schon in der Richtung fiattgtf anDen, ob Hermann einen Teil deS von ihm unlersd-lagenen ii^tdkS im Sp cl verloren hat. Diejenigen Pcrionen, die mit ihm gespielt haben, haben Vorlaoui. c eihdlken. ~ -ÖiTiiiilrt)lr&. • Von Professor Huber, der am 12. d. MtS. in Pa stau starb, war gemeldet worden, daß er kurz vor seinem Tode den Pfarrer der allkatholischen Geiuemde habe zu sich rufen lassen und seinen Beitritt zur altlalholischen Huche erklärt habe. 9tad) einer Notiz der klerikalen »Augsb. Poitzlg.' soll Prof. Huber bereit» ,m den Stürmen der siebziger Jahre den Benediktinerhabit angelegt unb zugleich der katholischen flirdje den Rücken gelehrt haben. Er hat stch nut der Mullerkirche nicht mehr auSgesöhnt, sondern dem AltkatholiziS- mu» sogar Legate gemacht, nachdem er sich von dem alt- katholischen Pfarrer RemkenS auf dem Tod bette das Abendmahl Halle reichen lastend ^.Iruflte yirluiiiuini. vriginaldrahtmeldungcu des Oließcner Anzeigers. Ber ln, 24. Wlärj. Dr. Vlüller-Meinrngen teilt nut, baß ihm über feine angebliche Beförderung nichts bekannt ist. Tie beiden Leib-Husaren-Negim enter hielten ihr Fest- unb GedüchtniSmahl anläßlich bc6 Geburtstages Kaiser Wilhelms I„ zu welchem 78 Generale unb Offiziere erschienen waren, gestern Abend im Monopol-Hotel ab. Berlin, 24. März. Beim Kaiserpaar findet heute Abend ein Vortrag über bie Ausgrabungen in Baal - deck statt, zu bem bieiemgen Rreife Einladungen erhielten, zu denen der Reifer infolge der ArbeUen der Onentgesellschaft näher getreten war. Berlin, 24. März. DaS .Berl. XagebL' hört, der Posizeipräsident m Schöneberg, Ham mach er, verlasie in der nächsten Zeit feinen Posten und gehe ollS RegierungS- prüf ident nach der Rheinprovinz. Danzig, 24. März. Förster Schmalz auS Zoppol wurde be> Pieustifch-Stargard vom Berliner Schnellzug über- ahren und getötet Saarbrücken, 24. März. In Querschieb ist ein Lustmord an einem 10 jährigen Mädchen verübt worden. 9)lan and die Leiche des ttmdeS mit durchschnittenem Hals unb anberen Verletzungen. Unter anderem war eine Hand ab- gefchmtten. Von bem Täter fehlt jebe Spur. London, 24. März. Ter .Standard* meldet aus Johannesburg, die Zollkonferenz gewährte eine große Ermäßigung der Frachtsätze zum Rand auf notwendige Lebensmittel vom 1. Juli ab, ferner fei ein britisch-füdasrikanifcher Zollverein gesichert. Neapel, 24. März. Zu der Verhaftung deS rusf ifchen Studenten Michael Gotz, der der Teilnahme an der Ermordung deS rusiifchcn Ministers Ssipiagin beschuldigt ist, wird gemeldet: Gotz ist ein 2chahr. Millionärssohn, der seit dem Vlorde im 'jluslanbc, zumeist in der Schweiz lebt, wo er cm revolutionäres Blatt hcrausgiebt Als er zum Besuch seines hier weilenden Va- ierS hierher kam, wurde er auf Veranlassung des russischen Konsulats durch einen aus Petersburg hier emgetroffenen höheren Polizeibeamten verhaftet Tie Polizei hat einige Papiere beschlagnahmt, die höchst wichtig fern sollen, da sie nach der Erklärung des Verhafteten, welcher bringenb bat, sie dem russischcn Konsul oorzuenthalten, viele russische Familien bloß st eilen würden. Die Papiere mürben dem ilalienifchen Ministerium bc8 Innern auSgcliefert. Rom, 24. Aiärz. Der ebenfalls verhaftete Vater beS russischen Studenten Gotz wurde wieder f r e i g e l a sse n. Derselbe protestiert entschieden dagegen, daß er und fein Lohn mit der Mordaffäre des russischen Ministers Ssipjagm in trgenb einer Verbindung stehe. 9tom, 24. Liärz. Ter Generaltarif für die neuen Handelsverträge wurde gestern befinitio festgesetzt Bern, 24. Atärz. Eine russische Studentin ist bei einem GedirgSausstug bei Locarno in eine Felsschlucht gefallen und schweren Verletzungen erlegen. • Innsbruck, 24. März. Von der Reither-Spitze sind drei Touristen, ein Gymnasiast, ein Schriftsetzer und em Kanzlist, abgestürzt. Man befürchtet, daß sie tot sind. (Line Rettungsaktion wurde eingeleitet Preßburg, 24. Mürz. Die Aufführung von. »Maria vonMagdala* hat in der Bevölkerung einen Sturm der Entrüstung beroorgerufen. Für die nächste Zeit werden große Theater-Demomtrationen befürchtet. Es hat sich eine Vereinigung gebildet, welche erklärt baß bie Aufführung vom Direktor erzwungen werden muffe, da bie» bie Deputation ber Stabt, bet freisinnige Geist, bie Gesetze unb ber konfessionelle Fncbe unbedingt erforderten. Trinidad, 23. Marz. In Port of Spain sind ernste Unruhen auSgebrochen. Der Pöbel legte Feuer an dem Regierungsgebäude an, welche» vollständig cm» geäschert wurde. Auch die Polizeibaracken rnuiben beschädigt. Der Gouverneur und der Stadnat wurden unter militärischer Bedeckung auS dem brennenden Regierungügebäude durch die aufrührerische Menge geleitet, nachdem sich die Polizei, welche auf die Menge feuern mußte, den Weg gebahnt halte, sichrere Personen wurden hierbei getütet und verwundet. Es herrscht noch immer eine bedenkliche Erregung unter dem Pöbel Ter englische Kreuzer »Pallas* landete eine bewaffnete Abteilung. Telephonischer Kursbericht. fr rnwKiuri .. 24. Man iv. 3 3*/»®/o BeiohMioleibe . . 102 55 1-/, do. ... 92.50 3•/,•/„ Konnol* .... 102.50 J«/O do.....92.05 <• ,»/. Hcbboo .... 101.40 ll,H Oberbeeien . . . 100.20 4 O' Bierr. Gu drei to . 1U3.80 Ueoiorr. bhberrente 101.20 4^ Ungar. ooldr«nie . . 102.25 4», haken Rente . . . 103.50 V Purtugio». n ... 50.40 .•/ i'ortug wen, .... 81.00 194 C. Türken .... 8310 I Orkenluee .... 134.60 4°/e uriech. 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Stfininetzarbeiten (Lungsteinstufen unb Sandsteinwerkstücke) zu .... . 4342 , 20 , 3. Zunincrarbciten zu 8381 » 54 » 4. Schmiede- und Eisenarbeiten zu . . 407 , 20 , 5. Dachdeckerarbeiten (Schiefereiiideckungen) 2386 » — , 6. SUenipnerarbciten 233 , 89 » Die Pläne, riostenanschläge unb Bedingungen liegen im hiesigen Pfarrhaus zur Einsicht aus, woselbst auch Rosten» anschlagS-Auszüge als Angebotsformulare gegen Erstattung der Kopwlgcbuhren in Empfang genommen werden können. Die schriftlichen Angebote sind bis zum 6. April d. I., vormittags 10 Uhr, an den evangel. Kirchenvorsiand em» zureichen, zu welck;er Stunde die Eröffnung der Angebote in Gegenwan der etwa erschienenen Bewerber erfolgen soll. Zujchlagfrist 8 Tage. > 3U Wcifjtcr, Gerichtsvollzieher^ Stabt. Sd}lad)ti;au$ Freibank jpen^: 2496 Z^snuhkilq • 4 p!S- GlsPsis-Empsthllliig. Hiermit zur gefL Kenntnis, baß ich das Geschäft meines Mannes in unveränderter Weise weiterführe und empfehle mich daher im Alllcgcil doh ©arten nnb AaWten, foroie kiiisctzttl voll Ltjkltttstcilteli nnö Unterhalten öerfelbcn ztt zivilctt Preist«. Bestellungen können im Laden, Tchulstraffe 10, entgegengenommen werden. Frau Georg Holl u. Sohn _________Strifölioßqärfnrrei. 25»? Uesch w. Heerz, üitnfnwtü < empfehlen ihr Lager in 2518 fertiger ^amcn=, Hcrreil- nnb KillderivSschc Epra-Bestellungen hierin werden entgegeugenomineu, diesiiben iQ'd) unb pünktüch besorgt. Große AuSwahl in Ltoneu, ^pt-cn, ttirfercien usw. Tauen mürber in reicher '2iutivahl; das Sticken und Zeichnen derselben wird rolcb unk' ''' cr2L 3n uri hiiufvit Wvmona^a^n zu vcitmi-eii. tz^corg Hermann, [U1327 Restoiirat on, Hlein-t‘inben. (Eine Dir.it' iburiiamii £ ju »ktlauseu. •Grtem'nofce 14, ...m leichter Lekonomiewagen, v’ em- u. zwetso. emgendjtet, zu verkauf. Zu erfr. L d. Exp. 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