153. Jahra 8r1* fuat sei. Daß sei bei imferm Konsul im BiräuS nicht der Fall. UebriaenS könne eS sich immer nur um AuSnahmefälle, um ein Kavitalverbrecke?'. wie diese?, bandeln, wenn man einen besondern 8 s3: ff ' p w *2.ß S z5?. S> Beim (Etat beß Auswärtigen Amts wünscht Abg. Dr. Halle snat.-lib.), baß bie Regierung sich bet Deutschen annehme, die ihr Vermögen im südafrikanischen Kriege verloren hätten, man müßte einen eigenen Kommillar dorthin schicken, um die Beschwerden der Deutschen zu untersuchen. Beim Kolonial-Ttat bemerkt Abg Dr. Halle, allgemein sei der unfreundliche Ton aufgc- fallen, mit dem Oberst Leutwein über die Boeren gesprochen habe. | Die Regierung hätte doch alle Veranlasiung. die vielen Unfreundlichkeiten wieder gut zu machen, die Deutschland gegen die Boeren verübt hätte. Der Boer sei in Afrika der einzige Träger der Kultur. Bedmierlich seien die Verträge mit den großen Ansiedlungs- Gesellschaften, die Schuld daran liege nickst in der gegenwärtigen Verwaltung, sondern an dem verstorbenen Direktor Kavser, der nur t Jurist gewesen so, und von Kolonialvolitik nichts verstanden habe. Die Kontrakte mit den großen Gesellschaften dienten nur zu Sveku- lattonSzwecken imb zögen keineswegs da? Kapital in? Land. Höchst leichtsinniger Weise seien weite Ländereien verschenkt worden, man müßte deshalb den Gesellschaften eine Desitzwechsel-Abgabe auf-; «legen. Dringend nothwendig sei der Bau der Bahnen in Afrika. Beim Etat deS ReichSamts des Innern bedauert Abg. Ballermann snat.-lib.l, dast auch in diesem Jahre der Entwurf üb« die kaufmännischen Schiedsgerichte nicht zur Erledigung komme. Dieser sehnliche Wunsch aller HandelSanaestellren müßte endlich erfüllt werden. Der Vorschlag, die kaufmännischen Gerichte den Amtsgerichten anzugliebern, sei bedenklich, da man da | durch die eben abgeschlollenc Reform der Civilvro-eßordnung wieder 1 durchbreche. Wichtig sei auch die Frage, ob die Entscheidung über die Konkiwren-klausel von den ordentlichen Gerichten, oder von den Gewerbeaerichten getroffen werden solle. Staatssekretär Graf PosadowSkv erwidert, daß der Reichs kanzler einen Entwirrt über die kaufmännischen SchwdScmrichte vor- gelegt habe, der auch per nefas veröffentlicht sei. Im Bundesrath I seien aber die Meinungen darüber sehr getbeilt. einzelne Regie rungen seien für den Entwurf, einzelne dagegen. Der Bündel ratb werde sich wohl schwerlich so schnell schlüssig machen, daß d"' Di ,Ble|er ^amtlleebianer* werden dem H.i^eiger v erma wöchemlich beigelegt T« Qt(||d}< tulelr!* erscheuu monadid) emmaL § 15 untersagt die Beschäftigung von Kindern unter 12 Jahren mich nicht wieder aus den Fingern gelaßen hätte. bi Gastwirihsckaften 1 batte ich auch den aktenmäßigen Beweis für die Wahrheit meiner Abg. Graf Bernstorff (Rp.) befürwortet einen Antrag, daß bie Behauptung liefern können. Am 1. Dezember würbe bie Denun- untere Verwaltungsbehörde in Orten unter 20 000 Einwohnern ziation Rormann-Schumann „alß unbegründet zurückgewiesen*. Ausnahmen gestatten kann für Betriebe, in welchen in der Regel sHörtl hört!) Dagegen waren die Ergebnisie meiner Beweise der- — > artig, dast gegen Normann-Schumann eine Anklage wegen Majestätsbeleidigung erhoben werden mußte. (Hört! hört!) Der Prozeß konnte aber nicht geführt werden, weil Normann-Schumann in der Schweiz war, und man hat sich nicht bemüßigt gefühlt, ihn einzuleiten, obgleich, wie ich genmi weiß, Normann-Schumann in der Zwischenzeit mehrfach sich in Berlin aufbielt und bei der Polizei sehr gut bekannt war. sHört! hört!) Bei der Einweihung deß Nordostseekanalß hielt er sich sogar in bet nächsten Nähe ber Allerhöchsten Herrschaften auf unb sprach mich darüber in ber un- ^er ^Tba^ trenbet sich gegen den Abg. Zuteil. Die Sozialdemokraten müßten . ”enn er noch so oft i$n fgeebnet) jetzt ja angreifen, da die Dahlen vor ber Thür ftönben widerlegt wird, findet et raunet noch ein Dort der Rechtfertigung UT1b cr für bie Arbeiter wirksich schon hier etwas durchgeseht hätte, und Entschuldigung. “ Krieok^erichtSratb entsendet In bicfrai Falle sei es jedenfalls berechtig! gewesen, die Untersuchung an Ort und Stelle mifnehmen Vicepräsibent Graf Stolberg: Ich kann die beibm Worte .Dreistigkeit" unb .Unverfrorenheit", di- mrf beiden Seiten gefallen sind, nicht für parlamentarisch zulässig erklären. Abg. Stöcker: Wenn Herr Bebel davon redet, wie baß Volk über mich urtheilt. so kann ich nur sagen: Leibet haben wir in Deutschland »wei Völker, em sozialdemokratisches, daS wenig mehr vom Deutschtbinn an sich bat, imb ein anderes Volk WaS daS Volk, -u dem ich gehöre, über mich denkt, weiß ich, was daß andere Volk über mich denkt, daraus macke ick mir gar nichts. Abg. Singer: Mit diefem Volk meint H-rr Stöcker wahrscheinlich seine Zeitung .Daß Volk". Demi Abg. Stöcker sick heraus- nimmt, einen Mann, wie Normann-Schumann, als sittlich höbet stehend -u bezeichnen. al5 mich, so -eiat das nur. w-lch"i Grad von Detworfenb-it der Abg. Stöcker für sick in Anspruch nimmt. Dicevräsident Graf Stolberg: Den Ausdruck .Verworfenheit" ist unvarla^entarifck. Ick rufe Sie zur Ordnung. Abg. Stöcker: Ter Abg. Sina« bat mich neulich mir geaen über von Ekel gesprochen. U-brin-n? sage ick. man sollte dock meinen, für die dritte Lesimg des EtMß ist -S nun mit diesen per- d 5 n V A" fl Gesetz nafi in di-f« Session zur ^rnrlage kommen werde. Die, Alles gebilligt, waS die Firma Siemens in Dresden ihren Arbeitern gegenüber getban hätte. Er kenne die Firma nicht und habe auch keine Veranlasiung für sie einzutreten. Et habe nur eine Erklärung aus Ttteßdener Blättern mitgetheilt, daß Alles, was die Sozialdemokraten gegen die Firma angeführt hatten, nicht auf Thatsachen beruhte. Abg. Zubell (Soz) hält seine Debmipttmg von d« Ausnutzung d« Berliner Kurrende gegenüb« dem Abg. Stöcker aufrecht. Abg. Brömel sfreis. Vgg ) wendet sick gegen bie in der zweiten Lesung vom Abg. Lucke getbane Aeußerung über den Deinhandel in den Secstäbten, befonberß in Stettin. He« Lucke habe seine Erinnerung nur miß bet Zeit, wo « Hosenmatz war. Eine berartiae Beweisführung könne dock nur zur Erheiterung beitragen. Die Behauptung deß Abg. Lucke, daß der Rothwein in Stettin sich durch schleckte Qualität außzeickne, sei bereits von den Aeltesten ber Stettiner Kaufmannschaft zurückgewiesen worben. Auch er müsse dagegen Verwahrung einlegen, da solche Redensarten geeignet seien, den Stettiner Weinbandel. bet eines großen RufS sick erfreue, schädigen. ES sei sehr bedauerlich, trenn bi« unter dem Schutz der Immunität Verdächtigungen unb Verleumdungen gegen einen ebrsamen Stand gerichtet werden, der nichts weiter verlange, als sein Gewerbe in Freiheit üben zu können. Solche Verdäckttgungen müßten ein bitteres Gefühl erregen. (Präs. Graf B a ll e ft r e m rügt den Ausdruck „Verdächtigungen" alß nicht parlamentarisch.) Abg. Wallenborn (Ttt., schwer verständlich) scheint den ab« wesenden Abg. Lucke in Schutz nehmen zu wollen und spricht üb« den V-rschnitt deutscher Weine mit italienischem Rothwein. Abg. Franken snat.-lib.) erklärt, daß zur Bekämpfung d« Wurmkrankheit Alles geschehe, iraß überhaupt geschehen könne. Das einzige, waS eventuell noch übrig bleibe, wäre eine zeitweilige Beschränkung ber Freizügigkeit. Abg. Sachse sSoz.) findet die Maßregeln zur Bekämpfung btt Durmkrankheit ungenügend. Beim M i X11 ä r e t a t kommt Generalleutnant v. Tivpelökirck auf den ht der zweiten Lesung vom ?lbg. Südekum angeführten Fall von Mißhandlung im Hannoverschen Trainbataillon »irriirf. Die Untersuchungen hätten et« geben, daß irgend eine Mißhandlung nicht festzustellen gewesen sei. Älich die anderen Behauptungen beß Abg. Sübekum beruhten auf irrthümlichen Informationen. Abg. PevS sSoz. beleuchtet in Vertretung seines abwesendes Parteifr-'undeS Stadthagen, den Erlaß beß Generalkommandos, ber bie sozialdemokratische Gesinnung verbietet und durch folgende« Fall inuftrirt werde, ber ihm von einem Parteigenosien in Desto« mitgetheilt fei: Ein Landwehrmann in Destau kommt bet feinem Hauptmann Sckimmelvfeng von d« Ohe um Urlaub ein. Dieser fragt ibn, welche politische Gesinnung er habe. „®ar keine" ist die Antwort. Der Hauptmann fragt ihn dann weit«, wen « gewählt habe. „Friedberg." Daraus ber Hauptmann: „Also national-liberal!" Da hatte d« Mann ja auch ganz recht. Denn trenn man gar keine politische Gesinnung hat, dann wählt man thctt- sächlich national-liberal. sHeit«keit bei den Soz.) Der Landwehrmann, der mir dieses mittheilt, fügte dann hinzu: So werden durch jenen Erlaß direkt Lügner gezüchtet. Denn wenn man bie Wahrheit lagt, fliegt man inß Loch! Der Bildungsgrad jenes Hauvtmanns wird auch noch durch seine Umgangssprache charatterisirt. „Lumpen! Hallunken! Schweinehunde! Macht die Schnauze zu!" So und ähnlich pflegte « sich auSzudrücken. Dadurch liefert man uns immer nru-n AgitationSstoff. Wir wären eß aber zufrieden, wenn er unß fehlte und man die Soldaten lieb« anständig behandel« wollte. sLebh. Beifall bei den Soz.) Abg. Büsing snat.-lib.) befürwortet hi«auf einen Anttag, bk in der zweiten Lesung gesttichenen acht Militärg«ichtsschreiber- I geniertesten Weise. sHört! hört!) Trotzdem hat die Polizei ihn I nickt gesehen!! Mir war die ganze Angelegenheit sebr toib«- Abg Molkenbnhr sSoz) ist gegen beibe Anträge unb bittet, eß trartig. Normann-Sckmnann war. wie auß Polizeiberichten er- Sei dem Beschluß der zweiten Lesung zu lasten. Man solle baß sichtlich, ein Schwindler und Hochstapler, überall hint-rliest « bischen Kinderfckutz, daß daß Gesetz biete, nickt noch verkürzen. ' Spuren von Derbrecken, « war einer der verlogensten Menschen, Frage ber Konkurrenzklausel könnte nur von geschulten Juristen ge- lost werden, es sei bedenklich, sie den Gewerbegerichten zu über- lasten. Abg. Sing« sSoz.) tritt dafür ein, daß die Konkuttenzklausel m daß Gesetz einbezogen wird, ferner, daß bte Kaufmannsgerichte den Gewcrbegerichten angegliedert werden, unb nicht ben Amtsgerichten. Geschehe letzteres, so würbe bem Gesetz von vornherein ein groß« Tbeil seines WertheS genommen. An Ausgaben bürfe hi« nickt gespart werben, wo eS sich um eine Materie von solcher Bedeutung hcnidle. Abg. Bebel sSoz.) kommt auf die am 8. Februar vom Abg. Stöcker gegen ihn gerichteten Angriffe zurück. sAbg. Stöcker, der bis jetzt auf dem Sopba im Hintergründe geschlummert, schnellt empor, als fein Name an fein Cbr bringt, unb begiebt sich auf feinen Platz) Ter Abg. Sköck« lat damals gesagt: „Kümmern Sie sick um Herrn Bebels Meineid! . . . Ich habe den Muth gehabt, zu flogen. Lasten Sie Herrn Bebel dastelbe thun!" He« Stöcker hat zuerst so gesprochen, alß glaubte er selbst an meinen Meineid, später hat er seine A-uß-rungen erheblich abgesckwäckt. I ES ist auffällig, daß Herr Stöcker so fremd von einem Sckwefzer । Schumann gesprochen. Er wußte dock, daß dies der bekannte I Normann-Schumann war, mit bem er intim zu thun gehabt bat. Denn irgenbtoo ber Verdacht bestehe, daß Mißbrauck getrieben । ___.... "... 17.'.'. to«be, so könnte sie bem einfach dadurch Vorbeugen, baß sie bie verdächtigt,sondern leb'iglich" eine^ Verdächtigung mein-r Perfon Erlaubniß zu Ausnahmen nicht gestatte. Er bitte baß Hauß, bem abgewiesen. Ich habe auch keineßwegS meine --iT-rotb r rr Fnfw n'e-aalS hier im ^aufe ! 2 a S 5 s- B 5 CT p 3 62 b lg3-.*ae- ■5 ^>5'-2. °LS &V'» Kirche und Schule. Bozen, 23. Mürz. Die ganze Bewohnerschaft der Ortschaft Villa im Snganertale beschloß wegen Differenzen mit der Geistlichkeit, zum Protestantismus überzutreten. Wismar. Tie „Mecklenb. Nachr." schreiben zu der Frage der Derzichlleistung der schwedischen Regierung auf die Wiedereinlösung Wismars: (Seit einem Jahrhundert haben sich in Deutschland und Schiveden die staatsrechtlichen Verhüttnisse vötltg geändert. Die einstige Zugehörigkeit Wismars zu Schweden ist nur noch eine historische Erinnerung, aus der beiderseits keine Ansprüche irgend welcher Art hervortreten werden. Nichtsdestoweniger werd mit Freude und großer Anerkennung nicht nur in Wismar uno nicht nur Mecklenburg, sondern auch in ganz Deutschland der hochherzige Entschluß der kgl. schwedischen Regierung begrüßt werden, aus eigenem Antriebe die Bande zu lösen, die nach internationalem Recht eine heute deutsche Stadt in Beziehung zur Krone Schwedens setzen. Werden damit rechtliche Bande gelöst, so werden bannt andere neue geknüpft, die dauernder als jene sind, nämlich Bande sreund- fchaftlicher nachbarlicher G.sinnung, aufrichtiger Hoa-schätz- ung und dankbaren Gedentens au jene ernsten Tage, da Schweden und Mecklenburg in schweren Zetten religiösen und politischen Kampfes eng miteinander verbunden waren. Parlamentarisches. Berkin, 23. Marz. Die Beerdigung des Frhrn. v. Heereman n wird voraussichtlich in seiner Heimat Münster erfolgen. Tie näheren Festsetzungen über die Zeit der Ueberführung stehen noch aus. Tie Abendblätter widmen dem Verstorbenen ohne Unterschied der Partei ehrende Nachrufe. Die „Germania" erscheint mit Trauerrand. Tie ^Nordd. Allg. Ztg." sagt u. a., mit dem Verstorbenen sei ein Mann dahingeschieden, dessen vornehmer und unantastbarer Charakter sowie seine sympathische Persönlichkeit von allen Parteien anerkannt und hochgeschützt wurde. — Gegenüber einer von neuem auftauchenden Angabe, wonach als Wahltermin der 9. Juni bestimmt sein soll, erführt die „Nat.-Ztg.", daß darüber noch kerne Beschlußfas sung erfolgt ist. — Dem Reichstage ging die Vorlage betr. Sicherung des Wahlgeheimnisses zu. Die Bekanntmachung besaßt, daß die Stimmzettel aus weißem Papier und mit keinerlei Kennzeichen versehen sein dürfen. Sie sollen neun bis zwölf Zentimeter groß und von mittelstarkem Schreibpapier sein. Sie müssen von dem Wühler in einem mit amtlichem Stempel versehenen Umschläge, der sonst keine Kennzeichen haben darf, abgegeben werden. Tie Umschläge sollen zwölf bis fünfzehn Zentimeter groß und undurchsichtig fein. Es ist entweder durch Bereitstellung eines oder mehrerer Nebenräume, die nur durch das Wahllokal betretbar und unmittelbar mit ihm verbunden sind, oder durch Vorrichtungen an einem oder mehreren vom Vor- ftandstische getrennten Nebentischen Vorsorge zu treffen, daß der Wähler seinen Stimmzettel unbeobachtet in den Umschlag zu legen vermag. Der Wähler nimmt bei der Wahl seinen Umschlag entgegen, tritt an den Nebentisch, steckt den Wahlzettel unbeobachtet hinein und übergibt dann den Umschlag unter Namensnennung an den Vorstand, der den Umschlag uneröfsnet in die Urne legt. Stimmzettel, die nicht entsprechend obigen Vorschriften abgegeben werden, sind ungiltig. — Im preuß. Ab g e or d ne ten h au se wurde heute die dritte Beratung des Etats vorgenommen und eine ganze Reihe von Etatstiteln erledigt. Eine längere Debatte veranlaßte der Etat der Domänen und Forstverwaltung sowie der Etat der direkten Steuern und der Etat des Finanzministeriums. — Wie dem „Berl. Tagebl." gemeldet wird, ist der sreis. Reichstagsabg. Dr. Müller-Meiningen, der bisher Amtsrichter in Fürth war, zum Landgerichtsrat in Aschaffenburg ernannt worden. Infolge dieser Beförderung muß er sein Mandat niederlegen. Berlin, 23. März. Dem preuß, Abgeordneten- hause ging ein Gesetzentwurf zu betr. den Erwerb der Ostpreußischen Süd bahn, sowie ein Gesetzentwurf betreffend den Erwerb der Marienburg-Mlawkaer, der Altdamm-Kolberger, Stargard-Küstrmer, Kiel-Eckern- sörde-Flensburger und Dortmund-Gvonau-Enscheder Eisenbahn. Ans § teilt uiti) £aiü). — Aus dem Mikitärwochenblatt. v. Dewitz, Oberst, beauftragt mit der Führung der 52. Jnf.- Brig. (2. Königl. Württemberg.), behufs Ernennung zum Kommandeur dieser Brig. zum Generalmajor befördert. — Frhr. v. Ledebur, Oberst von der Armee, mit der Führung der 50. Jnf.-Brig. (2. Großh. Hess.) beauftragt. — Pavel, Oberst von der Armee, zum Kommandeur des 7. Bad. Jnf.-Regls. Nr. 142 ernannt. -- Die Majore: Prinz Friedrich Karl von Hessen, Hoheit, ä l. s. des L Kurhess. Jnf.-Regts. Nr. 81, unter Enthebung von dem Kommando zur Dienstleistung beim Gen.-irtommaudo 18. Armeekorps, Clö ßner, aggregiert dem Ins. Regt. Kaiser Will).km (2. Großh. Hess.) Nr. 116, unter Versetzung in das 5. Rhein. Jns.-Oiegt. Nr. 65, Walter, aggregier^ dem 5. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168, unter Vorsehung in das Jnf.-Regt. Graf Kirchbach (1. Niederschles.) Nr. 46, zu Bat.-Kommandeuren ernannt. — d e Rainville, Lberlt. im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zur Dienstleistung als Miliiärlehrer beim Kaoetten- bause in Wahlstatt koilimaiidiert. — v. Bernuth, Major, beauftragt mit der Führung des 1. Großh. Hess. Drag.- Regts. ^Garde-Trag.) Nr. 23, zum Lberstlt. befördert. — Heuser, Oberlt. im Ostpreuß. Train-Bat. Nr. 1, in das Großh. Hess. Train-Bat. 9er. 18, v. Mülmann, Hauptm. und Militärlehrer von der Hcmp.kadettenanstalt a.s aggreg. zum 4. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Prinz Carl) Nr. 18 — versetzt. — v. V i e h b a h n, Gen.-«Major, Kommandeur der 50. Jnf.-Brig. (2. Großh. Hess.), in Genehmigung s. Abschiedsgesuches zur Tisp. gestellt. — Bei der Mobcti n-«Ver teilung 1903 wurden die Portepeeunterossiziere: v. i i s e n- Hart-Rothe dem Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. ^oßh Hess.) Nr. 116, v. Freyhold, dem 2. Großh. Hess. Draß.-Negt. (Leib-Drag.-Regt.) Nr. 24, als Leutnants zu geteilt ♦ ♦ Der treue Kamera d. Uns wird geschrieben: Bei Metz erhielt ein junger Offizier Namens Budde im Kugelregen eine schwere Verwundung. Ei» Kamerad vom 81. Jnf.-Regt, dem Budde angehörte, der jetzige ige Stein Hauer Seibert aus Koblenz, t.ng den Bei. . icii ans dem Gefecht und brachte ihn nach mancherlei vifsen in Sicherheit. Seibert ist nun alt geworden; zur Steinhauerei, seinem Lebenserwerb, reichten die Kräfte nicht mehr aus, und so wandte sicb der Mann an seinen Kriegskameraden, den jetzigen Eisenbahnminister Budde, mit der Bitte, ihm zur Erlangung einer anderen, leichteren Beschäftigung behilftich ru sein. Der Eisenbahnminister hat sofort angeordnet, daß der alte Mann im Eisenbahndienst als Bureaudiener angestellt wird. Seibert hat sich gestern in Koblenz zum Dienst gemeldet und dabei mitgeteilt, was es mit der Fürsorge des hohen Chefs für chn für eine Bewandnis habe. Hl Homburg v. d. H., 22. März. Ter Kaiser, der wahrend des Frankfurter Gesangwettstreites im hiesigen Schlosse Wohnung nehmen wird, trifft am 2. Juni hier em. Bis zur Ankunft des Kaisers werden im hiesigen Schlosse umfangreiche Veränderungen vorgenommen, an denen zur Zeit über 100 Arbeiter beschäftigt sind. Vermischtes. * Leipzig, 23. März. Alwm Ackermann-Teubner, Seniorchef der weltbekannten Bvchdruckcrftrma B. G. Teubner, ist heute im Alter von 77 Jahren gestorben. • Lübeck, 23. März. In Schwartau wurden gestern die Leichen eines jungen Mannes und eines jungen Mädchens aus Hamburg gefunden. Die beiden hatten sich in der Nacht zuvor unter dem Namen eines Ehepaars Krause in einem hiesigen Hotel aufgehalten. * Stuttgart, 23. März. Gestern abend ereignete sich auf der Filderbahn inmitten des Dorfes Degerloch ein schwerer Unfall. Der letzte Wagen des Zuges Degerloch—Vaihingen entgleiste bei der Ausfahrt auf dem Zahnradbahnhof und stürzte um. Von den 15 Reisenden, die sich im Wagen befanden, wurden sieben mehr oder minder schwer verletzt. * Nürnb erg, 23. März. Der „Fränk. Kurier" bringt von „unterrichtetes Seite einen Artikel, worin gegenüber Dresdener Dementis konstatiert wird, der Erlaß des Königs Georg in Sachen der Eheirrung sei dessen eigener Initiative entsprungen. Zweimal sei der Erlaß geändert und dann erst nach Einfügung der schweren Worte gegen die ehemalige Kronprinzessin durch den König selbst der Oeffentlichkeit übergeben worden. * Brüssel, 23. März. Giron protestierte bei der Polizei gegen den Verkauf von Photographien, welche ihn mit der ehemaligen Kronprinzessin von Sachsen darstellen. * Brüssel, 23. März. Aus St. Trond wird gemeldet, daß das dortige Schloß des Grafen d'Oultremont total niedergebrannt sei. Der Schaden beläuft sich auf mehr als eine halbe Million Franks. * Cuneo, 23. März. Heute morgen wurde hier und in der Umgebung ein Erdbeben verspürt. • Bozen, 23. März. Die Familie Busatti in Stenico wurde vergiftet durch den Genuß von Salat, der Wurzeln von Tollkirsche enthielt. * Newyork, 23. März. Der Zahn arzt O'Dr ian, dem angeblich geraten worden ist, Dresden zu verlassen, ist mit seiner Gaitin hier eingetrofjen. Beide bestreiten, daß O'Brian sich eine Verfehlung mit der Prinzessin Luise habe zu Schulden kommen lassen. Der amerikanische Konsul in Dresden, Cole, hat O'Brian eine Bescheinigung mitge- gegeben, indem er sagt, derselbe fei das Opfer der Verleumdung und eines willkürlichen Aktes. O Brian erklärt, unter den Effekten der Prinzessin hätten sich Gedichte an dreiundzwanzig Männer gefunden, darunter auch solche an ihn, indessen seien diese nie abgesandt worden. Er erklärt, daß die Prinzessin Luise augenscheinlich infolge ihres Zustandes zeitweilig geistesgestört gewesen sei, da früher keine Escapaden vorgekommen seien. * Erderschütterungen. Ueber das in Karlsruhe und Umgegend wahrgenommene Erdbeben liegt eine Reihe Nachrichten aus dem Lande vor. Es wurden zwei Erdbeben bemerkt und zwar in wellenförmiger Form, von denen das am Morgen 6.15 Uhr das stärkere gewesen ist. Ein sturmähnliches Geräusch begleitete den Stoß. Aus Teutschneureuth wird mitgeteilt, daß wenige Minuten vor 2 Uhr mittags der Erdstoß vernommen wurde, der ungefähr acht Sekunden dauerte. Die Bänke gerieten ins Schwanken, und die Fenster zerbrachen, sodaß die Menge aus die Straße floh. Auch in Knielingen wurden starte Erdstöße verspürt und spielten sich ähnliche Szenen in der Kirche ab. Nach weiteren Nachrichten sollen fajon morgens 3 Uhr zwei kurze leichtere Erdstöße verspürt worden sein. — Aus 9c e u st a d t a. H. meldet man vom 23. d. M.: Den Erderschütterungen, durch welche gestern früh 6 Uhr die Bewohner recht unsanft aus den Betten gerüttelt wurden, folgten um 7 Uhr, Vs 10 Uhr und nachmittags 3 Uhr weitere, zum Teil ebenjo heftige, mehrere Sekunden andauernde Erschütterungen, die vielfach bedeutenden Schaden anrichteten. So wird aus Kandel gemeldet, daß eine größere Anzahl Schornsteine eingeslürzt sind, Mauern und Zimmerdecken bekamen Risse, der Verputz an den Häusern fiel ab. Fast in jedem Haus findet man Spuren des Naturereignisses. Die Haustiere zeigten den ganzen Tag über große Unruhe. Aus Sicbeldingcii und Maximiriansaii wird berichtet, daß die Bilder in den Häusern von den Wänden fielen und sogar Schränke umgefallen sind. Tie Erderschütlerung ging in der Richtung von Westen nach Osten und erstreckte sich auch auf die Ortschaften Bandau, Lftenbach^Oltersheim, Knittelsheim und Bellheim. — Auch in Südfrankreich, namentlich in den Städten Tarascon, Foix und Aix les Bains wurden gleichzeitig kurze Erdstöße Deqpurt. Zu derselben Z.ck fanoen oie ermähnten Vulkanismen Ausbrüche oes Sous friere und des Monc Peläe statt. * Einem Pariser Sachverständigen zufolge sollen sich die Schulden der Familie Humbert im ganzen auf 100 Millionen Frcs. belaufen; andererseits wird behauptet, daß die Gesamtfchuld von 100 Millionen Frcs. durch 80 Millionen Frcs. in Wertpapieren gedeckt ist und bau 16 Millionen in Bar ausgczahlt worden seien, sodaß nur 4 Millionen FrcS. übrig blieben, die durch einen bei dem Verkauf der Mobilien und Jmmobilitn erzielten Betrag von 2 300 000 Frcs. verringert würden, sodaß die Hiimbens nur noch wegen Veruntreuung von 1 700 000 Frcs. gerichtlich verfolgt werden können. • Die junge Zarin hak die Teilnehmer eines großen Kostümfestes am Zarenhofe aus bei Epoche des Zaren Alexis Michailowdich, des zw.i.en Romanoff, aufgesordcrt, ihre Pholographien in ihren glanzvollen Trachten elnzusenden. Tie Bilder sollen von bedeuienden Künstlern koloriert und alSdann zu einem großen Album zusammengeslellt werben, das niit 300 R . l für das Exemplar zu wohltätigen Zwecken verlaust ivcibcn soll. Genchtssaal. Berlin, 23. März. Dor der ersten Straffammer de? Landgerichts II begann heute die Verhandlung gegen das sogenannte Blumen-Medium, die Witwe Anna W o t b e, die des vollendeten Betruges in 61 Fällen und des verinchten Betruges in 91 Fällen beschuldigt ist. Ter Andrang des Publikums ist ungewöhnlich stark. Auw viele Tarnen befinben sich im Zuhörerraume. Ueber 80 Zeugen sind zur Stelle. An dieselben ist beme eine Broschüre geschickt worden, um sie zu Gunsten der Angeklagten zu beeinflußen. Tie Angeklagte schiebt alle Schuld auf ihren Impresario Jentsch, der flüchtig ist. Ueber den Verlauf der bei ihr slaltgehabten Sitzungen will die Angeklagte nichts wissen, auch davon nichts, daß man ihr bei der Entlarvung eine Menge Blumen, Apfelsinen und andere Gegenstände, die sie in ihren Kleidern verborgen hatte, abnahm. Tie Angeklagie erklärt wiederholt, daß sie um die Geldoerhältnisie sich nicht gekümmert habe. Tie Polizei- Kommissäre Leonhardt und Kracht bekunden ausführlich über dre Sitzungen der Angeklagten, denen sie beigeivohm haben, sowie über die Entlarvung der Rothe. Fen,er wurden außer einigen Entlastungszeugen zwei gerichtliche Sachverständige oenionunen, die ausfagen, daß die Rothe zwar krankhaft veranlagt, aber nicht unzurechnungsfähig fei. In der NachmlUagssitzung mürbe die Zeugenvernehmung fortgesetzt. Zunächst wurden die Teilnehmer an jener Sitzung verhört, m der die Rothe verhaftet wurde, daim wurden medizinische Sachverständige vernommen, die mit Ausnahme des Dresdener Arztes Kaesfinger ihr Gutachten gegen die Angeklagte abgaben. Auch von den jonsligen Zeugen traten mehrere Spiritisten für die Angeklagte em. Landei und Verkehr. Volkswirtschaft. ~ Die Cigarrcufabrik Wcrver n. «lei«, Inhaber Friedrich Scherer, hat am Samstag ihre Gläubiger jufanunenberuien, um sie über den Stand ihres Vermögens zu unterrichten, Es wird eine außergerichtliche Liquidation angeflrcbl. Ein Vertrauensmann der Gläubiger soll als Liquidator ausgestellt werden, und em Gläubigerausschuß wurde am Samstag bereits gewählt. Ter letztere besteht aus Tabakhändler Hausmann, Kaufmann Felix Traub und Rechtsanwalt Tr. Weingart. Die Passiva betragen dem Vernehmen nach 270-280 000 Alk. und an Aktiva dürften 80 000 bis 90 000 Mk. gegenüberslehen. Von Fnianzinslitulen sind die Pfälzische Bank und die Rheinische Kreditbank beledigt, letztere angeblich mit etwas über 100 000 Alt. Beide Bankgesellschaflen haben zwar Sicherstellung erhallen, doch sollen ihre Engagements etwas über dieselben hlnausrelchen. Ten Gläubigern wurde bts Donnerstag Zeit gegeben, ihre Zustimmung zur Einleitung der für er Liquldationsoerfahren notwendigen Vorarbeiten schriftlich zu erteilen. Ta der Antrag auf Liquidation der früher beöeuieitben Firma schon längst erwartet wurde, so dürsten die beledigten Banken den größten Teil des zu erwartenden Verlustes wohl bereits seit langem abgeschrieben haben. ■I' '! ' -■ ______ . Arbeiterbewegung. Bremerhaven, 23. März. Nachoem am Freitag 47 Kohlenladungsarbeiter, welche den Vorständen des Hafenarbeiter-Verbandes angehören oder agitatorisch tätig gewesen waren, auf Anordnung des 9iorddeutschen Lloyd von weiterer Beschäftigung auf den Schiffen des 9torddeutschen Lloyd dauernd ausgeschlossen worden waren, sind bis heute mittag 1100 Kvhlen-Ladungs- arbeiter aus dem Hafenarbeiter-Verbande ausgetreten, um sich den nach Anordnung des 9torddeutschen Lloyd neu gebildeten, aus Nichtmitgliedern des Hafenarbeiter-Verban- oes bestehenden Gängen anzuschließen und der zu errichtenden Pensionskasse beizutreten. Sämtliche übergetretene Arbeiter mußten sich durch ihre Unterschrift verpflichten, dem Hafenarbeiterverband nicht mehr anzugehören und die Quittungsbücher des Hafenarbeiterverbandes abzulie- sern. Der Hafenarbeiterverband Bremerhaven ist damit, so weit er die Kohlenladuntzsarbeitergänge des Norddeutschen Lloyd mit umfaßte, vollständig aufgelöst worden. AvSjllg ans orn ßirchklldiilhrrii her Statt tzikßkn. Evangelische Gemeinde. Getraute. LukaSgerneinde. Ten 14. März. Franz Friedrich Theodor Pilz, Ingenieur zu Darmstadt, und Anna Johannette Luise Wilhelmine Bötticher, Tochter des verstorbenen Oberlandesgerichtsrats August Bötticher zu Gießen. Getaufte. Lukasgemeinbe. Ten 15. März. Dem Rangierer Heinrich Launspach eine Tochter, Ennlie Katharine Elisabeth Minna, geboren den 16. Februar. Denselben. Dem Sattler Georg Giesecke eine Tochter, Else Emma Luise Elisabeth, geboren den ^8. Januar. Denselben. Dem Kaufmann AloyS Spengler em Sohn, Adolt Aloys, geboren den 15. Dezember 1902. Miete0t0logijcve rkeovuchrungen der Station Gießen. Detter 19,80 c. 1,0 C. Marz 1903 Höchste Temperatur am 22.-23. März Niedrigste , , 22.-23. , «um innerer auf 0° reduziert Temperatur der Luit Absolute Feuchttgkeit Relative Feuchtigkeit Wiiidnchtung Windstärke 23. 2" 749,2 +18,0 5,3 34 8. 2 Sonnenschein 23. 9“ 747,0 4- 7,5 6,0 64 Still Heller pimm. 24. 7" 744,8 + 9,6 4,6 52 8W. 8 Bew. Himmel ilriultr iticluuiiijiiL Originaldrahimeldilngen des Gießener Anzeiger». Berlin, 24. März. Tie B e g r ä b n i s f e i e r für den Frhrn. v. H e e r e m a n findet am Donnerstag in der Hed- wigskirche statt. Bon dort wird die Leiche nach dem ter B-hnhof gcbcaujt. Tie Beisetzung fuibct am Samstag im Erboegcäbiiis zu Suri.iöurg in Westfalen statt. Berlin, 24. März. Ter Impresario des Blumen medium s Rothe, Jcntfch, befindet sich auf der Reise von Amerika nach Te^rfchland. ^s ist nicht unmöglich, daß Jentsch twa) vor dem Gericht erscheint. H a l be r st a o t, -4. Marz. Ter Kurpfuscher N e - ander wurde zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt. Lissa in Posen, -1. März. Bei der Besichtigung des Neubaues einer ^.ch