Zweites Blatt. Dienstag 24. Februar 1903 N Miu erbeten. Die heutige Yummer umfaßt 10 Seiten. Auddes ^rogrammrede. gesucht. i g gegenüber dem Voranschläge. Genaue ch nicht geben, da erst das Ergebnis von De- Deutsches Reich Sbirfle füt Develchen» Anzeiger Wiefern. frrnlprcdianlditufeWr 6L 153. Jahrgang Berlin^ 23. Febr. Zur Teilnahme an den dies- ahrigen Karsermanövecn werden Einladungen an des Zivil lab inetts. — Tie Exmatrikulation des Kronprinzen ist auf nächsten Donnerstag angesetzt worden. Politische Tagesschml. Verstimmungen zwischen Karlsruhe und Berlin? MtzS Ätfl1682 itin tindei liebend, zu iosonigem L und späterem Auie.nha t Rhein bei gutem Lohn geiuA JV7. ... Vo lüt. *%ss "■** °h(»» ter rLelt tiichtiger Wir haben in unserer heutigen Parlamentsausgabe kurz die Prvgrammrede erwähnt, die der Eisenbahnminister Dudde am Montag im preuß. Abgeordnetenhause gehalten hat. Sie ist wichtig genug, um ihr einen größeren Raum zu gewähren. Er führte u. a. aus: Was den vorliegenden Eisenbahnetat anlange, so zeige das Jahr 1902 eine gewisse Besserung gegenüber dem Voranschläge. Genaue Zahlen könne er noch nicht geben, da erst das Ergebnis von Nr. 46 Mrlcheint täglich außer Bonntag*. lern «Lietzener Anzeiger Derben im Wechsel mit •em hessischen Landwirt Ne Siefeener Kamillen. littet viermal tn bex Woche beigelegt. lotationibrud u. Der» vg bex Di ü hl'schea tnivers.-Buch- u.6tein« ruderet (tlielld)er manöverierenden Truppen sind, u. a. an die Groß- ürften Nicolaus Nicolajewttsch und Wladimir von Ruß- and, den Kronprinzen von Dänemark, den Herzog Karl hat uns in seinem „Stilpe" wohl zuerst ein umfangreiches Bild von diesen seinen Zutunftsplänen entworfen. Ernst von Wolzogen, der Vater des Ueberbrettets, hat der Idee die Tat folgen lassen, am Alexanderplatz in Berlin entstand das erste „bunte Theater". Etwas Neues zieht immer, besonders in der Großstadt, der singende und klingende Erfolg schien die Existenzberechtigung dieses jüngsten Musenkinoes zur Genüge bewiesen zu haben. Gold ist ein gefährlicher Magnet, Nachahmung und Nacheiferung schleppte er dämonisch hinter sich her. Wie die Pilze schossen sie aus der Erde, tue Bretteis, Künstler- Eabarers, Charivaris, und wie sie alle heißen, Literaturbarone trieben Ueber raubwirtschaft aus den fruchtbaren Gefilden der Lyrik. Daß sie selbst dem Boden die Kraft entzogen, das freilich bemerkten sie zu spät. Kopfschüttelnd wies das Publikum die scl/alen und schmächtigen Er- Snisse zurück, die diesen abgewirtschafteten Kunst-Bc- en ihre Entstehung verdankten. Man hatte sich über- rumpeln lassen, und sich dabei den Magen übe rladen. Allmählig kehrte die nüchterne Heber legung wieder zurück, und auf die Zeit eines kurzen Rausches folgte nur allzubald die traurigste Katerstimmung. Aus den einleitenden Worten, die uns Ernst von Wolzogen vor Beginn seines „bunten Abends" gab, klang das resigniert aber deutlich genug hindurch. Freilich beiFünbcti er den Tod des alten Ueberbrettets, dic,es stincs Summer» zenskindes, aus dessen Asche nunmehr eine ganz neue Kunstschöpsung hervorgegangen sei. Der Unters^ied scheint mir etwas äußerlich, allerdings, b.e hechtgrauen Hosen und der blaue Frack mit goldenen Knöpfen ist verschwunden, am Prinzüi ist wenig geändert. Tas rein musikalische Moment ist in den Vorder gründ geruckt, der eigcntlicyeii Bretteitypus mrhr ober weucher überschminkt, ^er Beifall di.» Publituurs schien sich gerade au[ diesen letzten Punkt, die Ucbcrrefie cmei leiiyt verdaulichen ^han,on- und Rezitationogenreö konzentrieren zu wollen. A n n y Qirofe erntete mit ihren Rezitationen in steynscher und dringender Notstände im Gebiete der unteren Oder, Spree, Havel und Elbe unterhalten könne. Die längere Tätigkeit in der Privatindustrie ist dem Minister bestens zu statten gekommen. Er sieht das Eisenbahnwesen mit dem scharfen und nüchternen Blick des Mannes an, der weiß, daß Zeit Geld i|L Den Wünschen und Anregungen aus der Oefientlichkeit stellt sich also der neue Herr nicht abweisend gegenüber. Aber in dem einen Punkt denkt er wie sein Amtsvorgänger Thielen: Wer sich agitatorisch an sozialdemokratischen Bestrebungen beteiligt, wird entlassen. Diese entschiedene Stellungnahme bewirkte wohl hauptsächlich, daß aus den Reiben der Linken der Beifall am Schluß der Rede durch Zischen bestritten wurde. grnft von Wolzogens bunter Abend. Ein eigenartig Ting ist die Kunst. Bald schreitet sie einher auf dem hohen Kothurn des klassischen Schauspiels, bald ist sie behängt mit schimmerndem Flitter der leichtgeschürzten Muse. Andere Zeiten — andere Sitten, auch die Kunst muß sich dazu bequemen, ein neumodisch Gewand anzulegen. Ter Mensch ist sich wohl in seinem Innern gleichgeblicben, Jahrtausende lang. Die Sucht nach Gewinn, haß, Liebe, Leidenschaft, wer hätte sie wohl bis heute aus dem Menschenherzen verbannen können? Dcm Haften nach Erwerb gegenüber steht der Genuß, sei er sinnlich materieller, sei er höherer geistiger Natur, abhängig ist er weniger von dem Menschen selbst, als vielmehr von den Verhältnissen, unter denen dieser lebt. Tie Zeit der Romantik ist vorbei. Die Verschärfung der sozialen Gegensätze in unserem modernen Leben brachte uns wohl nicht durch Zufall den Realismus. Ter realisttsche Poet erblickt seine Hauptaufgabe nicht darin, überall dort Rosen zu sehen, wo auch Dornen sind, uns nur eine ideale Welt vorzuführen, sondern fein Ziel ist es vielmehr so zu schildern, wie es tfL Tas Gefühl weicht dem Verstand. Aber die Schattenseiten können nicht ausbleiben. Ter Kampf ums Dasein ist schwerer geworden, rascher und ungestümer präsentiert sich uns Die Hetzjagd des Levens. Dir Anforderungen, die an die Arbeitskraft des Einzelnen gestellt werden, nehmen üjm nur al.zuleichr das Interesse an diesen „Armeleutstücken". Dem Sinn für die große Kunst droht ernstlich Gefahr. — Tem Theater ist eine zweite Konkurrenz erwachsen, das Variete. Hier glaubt man das zu finden, was man brauch nach des Tages Mühen unö Plagen, Zerstreuung, geringen Konsum gei|riger Kräfte, neuen prickelnden Nervenreiz. Cs war ein gewagtes Beginnen, diese Afterkunst Tha- ticnS — und so ist sie wohl häufig mit Recht genannt worden — auf ein geistig höheres Niveau bringen, sie lite- rarisch reorganisieren zu wollen! Otto Julius Bierbaum — Tie Beisetzung des gestern verstorbenen Herzogs Nicolaus von Württemberg findet auf seinem Schloß KarlSrnh in Schlesien statt, wohin der König von Württemberg und Herzog Albrecht am Donnerstag abreifen. Alle Hoffesilichkeiten zum bevorstehenden Geburtslage des Königs sind nach einer Meldung aus Stuttgart abgesagt und eine mehrwöchige Hoftrauer angeordnet worden. — Ter Reichstagspräsident Graf Dalle st rem leidet noch immer an den Folgen einer Erkältung, die er sich vor einigen Tagen zugezogen hat. Er wird noch einige Zeit den Präsidialgeschäften fernbleiben. — Zu der Meldung der „Köln. Ztg.", daß der Regierungspräsident von Magdeburg, v. A r m st e d t, krankheitshalber sein Abschiedsgesuch eingereicht habe, meldet ein parlamentarischer Berichterstatter, derselbe gehe nickt freiwillig, sondern sei direkt von der Zentralstelle zur Einreichung seines Abschiedsgesuches aufgefordert worden. Hierzu bemerkt die „Nat.-Ztg.", dies dürfte seine Richtigkeit'haben. Tie Regierungspräsidentschaften in Arnsberg und Düsseldorf sind das erstere durch die Wahl des bisherigen Präsidenten zum Landesdirektor der Rhein-Provinz, das andere durch Todesfall bereits erledigt. Es scheine aber, daß noch weitere Veränderungen vevor- stehen. — Wie die „Nordd. Allg. Ztg." berichtet, wird die Nachricht von der Rückgabe des „R e st a u r a d o r s" an Venezuela durch eine Mitteilung des Reichsmarineamtes bestätigt, wonach der Tampser „Sibiria" mit der Besatzung des venezolanischen Kreuzers „Reftauradors" heute von Puerto Cabello aus die Heimreise angetreten hat. — Im preuß. Ministerium des Innern wird zur Zeit die Frage einer gesetzlichen Regelung der Un fallsür- sorge für Kommunalbeamte in Erwägung gezogen. — Ter deutsche V er e in für Frauenstimmrecht hat an den Bundesrat folgende Eingaben gerichtet: 1) in Der Novelle zum Krankenversicherungsgesetz den § 12 des zur Beratung vorliegenden Entwurfs dahin abzuändern, Personen, welche unfähig zum Amt eines Vormunds sind, dürfen weder als Vorstand noch als Nech- nungs- oder Kassenführer berufen werden und 2) im Gesetz betr Kaufmannsgerichte den § 10 dahin abzuändern: Personen, toelaje die zum Amt eines Schöffen nötigen Eigenschaften besitzen, sind ohne Unterschied des Geschlechts wahlberechtigt. In beiden Fällen handelt es sich Darum, dem Gesetz eine Fassung zu geben, welche eine Teulnng zu Ungunsten der Frau ausschließt. Hamburg, 23. Febr. Wie der „Hamb. Korresp." aus Hadersieben meidet, ist der Hofbesitzer Christian Finne m a n n in Taarning wiederum ausgewiesen worden. Posen, 23. Febr. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung wurde Beigeordneter Wilms-Tüsseldorf mit 42 gegen 18 Stimmen, die aus den hiesigen Bürgermeister Künzer fielen, zum Ersten Bürgermeister gewählt. Breslau, 23. Febr. Berliner Bankkreise beabsichtigen, behufs Herbeiführung einer besseren Vertretung des Handels st andes in den Parlamenten den Geh. Zuslizrat Rieszer, Direktor der Bank für Handel und Jndugrie, und Den Geh. Oberfinanzrat Müller, Direktor Der Dresdener Bank, als Kandidaten für die kommenden Reichstagswahlen aufzustellen. Ersterer wird bei den Nationalliberalen, letzterer bei den Freikonfervativen kandidieren. Trier, 23. Febr. Bischof Komm kehrt am Freitag von seiner Rornreise zurück, hält am Sonntag das Pontt- Theodor in Bayern und den Großherzog von Sachsen- Weimar. Ter Slvnig von Sachsen nimmt als oberster Kriegsherr des 12. und 19. Armeekorps an dem Manöver teil, ebenso Gras Malderfee und Prinz Leopold von Bayern als Gcneral- inspekteure oer 3. und 4. Armeeinspektion. — Ter Kaiser sprach heute beim Reichskanzler und bei dem russischen Botschafter vor und hörte später im königlichen Schloß den Vortrag des stellvertretenden Chefs schen Karlsruhe und Berlin, sowie über "Neubesetzung der badischen Gesandtschaft am königlich preußischen Hofe haben einige halbofsiziöse Ableugnungen in der „Allg. Ztg." usw. erfahren. Die Sache gänzlich in Abrede zu stellen, hat kein Offi-iosus gewagt. Im Buiidesrat scheint auch nicht alles geklappt zu haben. Dort gab der § lü des Zollgesetzes den Anlaß zu Disferenz-en. Nach der Bestimmung dieses Paragraphen soll ein normierter Ueoerschuß v-on Dem Ertrage gewisser Zölle für die Witwen- unö Waisenveriorgüng verwendet werden. Alanchen Regierungen gefiel eine derartige Festlegung nicht, unö man versuchte durch persönliche Einwirkung auf Reichstaasabgeordnete den § lö zu Fall zu bringen. Dadurch kam eS an den Tag, daß der Versucher umgehe und Zwietrackt säe. Das war aber nicht nach dem Sinn des Reichskanzlers, der die Ansicht vertrat, daß an der Bestimmung wegen der Witwen und Waisen das große Werk des Zolltarifs nicht scheitern dürfe. Offenbar ist es dann zwischen dem Kanzler und den Vertretern von Bundesstaaten zu Auseinandersetzungen gekommen. Auf diese Art läßt sich auch das Gerücht eifläreu, der Großherzog von Baden habe in einem bestimmten Augenblicke dem Kaiser nahegelegt, die Zolltarifvorlage zurückzuziehen. Selbstverständlich fiel es weder dem Großherzog »wch seiner Regierung ein, Derartige Vorschläge zu machen. Wohl aber dürfte von Karlsruhe aus versucht worden sein, dem § 15 des genannten Gesetzes ein Bein zu stellen. Der „Pfälzer Botet' schreibt: Die neuerlichen merkungen des „Pfälzer Bolen" über Verstimmungen zwo 9 9 GiehenerAnzelgeiM General-Anzeiger " “;=ä v * füx den poltl A. aUgtm Amlz- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen KWZ “ tfiitfiilfil C>an I fcht" und Mehlhandluug, 8| Fiir unser tausinamiijcheS ciu suchen mir baldmöglichst ® Lehrliua x mit : Äckulbildnng. jtau Lern o., öaumaievialiätqanulmifl iemtnUDattniabuL ür mein Tapeten-, Teppich- Mödelstoss-Geschciit suche ich L" Lehrling. l Ernst Blocducr. Glaserlehrliug gesucht. Nolhermel, Äahnhoisir. 88. inen Lchrlmg fonjsßteitD.'Seugnit au* Fainilie sucht 664 Lehrling ist, jür Llannsalturivarcu- sandtgeschäil zu Ostern beer Station lby gesucht. fifal/flmt im Trierer Dom und fährt nachmittags nach Eolbenz zur Papstfeier. Nürnberg, 23. Febr. Der geschäftssührende Ausschuß der nationalliberalen Landespartei r. d. Rh. hat beschlossen, auf den 14. und 15. März in Nürnberg einen Parteitag einzuberufen. Am 15. Mär^ findet die allgemeine Landesausschußsitzung statt, wozu die Delegierten, Vereine und Abgeordneten brieflich eingeladen werden. Am 14. März wird der geschäftssührende Ausschuß zu eingehenden Beratungen zusammentreten und abends findet eine große Versammlung im Industrie- und Kulturverein statt, in der hervorragende Parteiführer Referate erstatten. Heer und Flotte. Der „Graphic" zu demDiagramm des Kaisers. Der »Daily Graphic", der das Diagramm des Kaisers über die Fiottenslärke Englands und Deutschlands bringt, bemerkt dazu in einem einleitenden Artikel: »Es ist unmöglich, der Hartnäcklgkeit die Bewunderung zu versagen, mit der der deutsche Kaiser bemüht ist, sein Volk in der Doktrin der Seemacht zu erziehen, wenn wir auch noch so sehr bedauern müssen, daß der Wettbewerb in der Rüstung dadurch angespornt wird. . . . Im Vergleich zu der klaren Darlegung des Kaisers ist der Bericht unserer eigenen Admiralität über die Flotten der Mächte im Jahre 1902 ein verächtliches Machwerk. . . . Wenn das Haus der Commons so mangelhaft informiert wird, kann es unmöglich bie wichtige Frage der Seeherrschaft in geeigneter Weise besprechen. Wir fönnen dem Kaiser nur gratulieren zu seiner doppelten Leistung als Marinestatistiker und als Zeichner. Sein Werk verdient den Platz im Reichstag einzunehmen, wo Mitglieder der Volksvertretung die Tabellen sehen und besprechen können." Kirche und Schule. Rom, 23. Febr. Der Papst erhielt anläßlich seines Jubiläums bisher über eine Million Bargeld an Pilgerfpenden. Neichstagswahlen. DieKonseroativen des Wahlkreises Hanau-Geln- yausen-Orb beschlossen, diesmal von einer eigenen Reichstagskandidatur abzusehen und die von den Rationalliberalen vorgeschlagene Kandidatur des Amtsrichters Lucas zu unterstützen. Limburg, 23. Febr. Die Vertrauensmänner-Ver- sammlung des Bundes der Landwirte stellte gestern den Landwirt Hatzmann aus Niederneisen als Kandidaten für die bevorstehende Reichstagswahl im 4. nassauischen Wahlkreise (Lnnburg-Dietz-Weilburg) auf. Ausland. London, 23. Febr. Tas Blaubuch über die süd- o st europäischen Angelegenheiten (vgl. Parlamentsblatt) enthält 359 Schriftstücke aus der Zeit vom 31. Dezember 1900 bis 9. Januar 1903. Darunter befindet sich ein Schreiben Landsdownes an den britischen Botschafter in Konstantinopel, Obnor, vom 9. Januar 1903, in dem der Minister die Notwendigkeit von Reforlnen betont, und sagt, die Regierung sei bereit, alle praktischen Vorschläge zu unterstützen, welche die Kabinette in Wien und Petersburg der Pforte zu dem Zivecke, Abhilfe für die gegenwärtigen Uebel- stände zu schaffen, in dringender Weise nahezulegen wünschen könnten. Haag, 23. Febr. Die Regierung ließ den Kammern kn Ausführung der Brüsseler Konvention den Gesetzentwurf über die Zuckersteuer zugehen. In deiiiselbcn wird für jetzt von einer bedeutenden Herabsetztmg der Steuer abgesehen und die Herabsetziing der Steuer um 3 Gulden für 100 Kgr. festgesetzt. Der Gesetzentwurf enthält ferner Bestimmungen, nach denen die Erhebung der Zuschlagstaxe so lange in das Belieben der Regierung gestellt wird, als ausländischer Zucker nicht in beträchtlichen Mengen eingcführt wird, da die Zuschlagstaxe für das Interesse der niederländischen Industrie nicht erforderlich ist. Washington, 23. Febr. Die Vertreter Frankreichs, Spaniens und Belgiens besuchten am 22. Februar Bowen, u>n über die Protokolle zur Regelung der Ansprüche dieser Mächte Rücksprache zu nehmen. Die Entwürfe sind ^bereits mit der Post an die beteiligten Regierungen abgesandt worden, aber es sind noch einzelne Bestmimungen vorhanden, über welche die Vertreter sich mit Bowen zu besprechen wünschten. Es wird erwartet, daß die Protokolle im zweiten Teil der Woche ihre Bestimmung erreichen. Unterdessen können end- giltige Schritte für die gcmeinsaine Unterzeichnung der Protokolle nicht getan werden. Der Vorstand der b utschen freien Studentenschaft sandte uns ein Flugblatt, dem wir folgendes entnehmen: Ausgehend von der Beobachtung, daß die Studenten die gegebene Möglichkeit umfassender Bildung wegen der gesteigerten Anforderungen ihres Berufsstudiums nicht mehr genügend ausnützen — baß das Niveau der allgemeinen und ästhetischen Bildung der akademischen Berufsstande eben dadurch gelitten hat — daß der Richter, der Geistliche, der Ingenieur, der Arzt, der Lehrer, der Fachgelehrte den Einblick in das Gesamtleben der Nation, das Verständnis .für deutsche Kunst, für deutsct)es Geistesleben und für die wirtschaftlichen Lebensinteressen des Volkes nicht mehr in dem Umfange besitzt, wie es z. D. um die Mitte des 19. Jahrhunderts der Fall gewesen uni) wie eS zur Erhaltung der seit jener Zeit errungenen Weltmachtsteklung des deutschen Volkes nötig ist — davon ausgehend hat die Deutsche Freie Studentenschaft in ihrem Wittenberger Programm Forderungen und Ziele ausgestellt, die ein Weckruf an die Studentenschaft geworden sind und sich kurz an die drei Worte anknüpsen lassen: Der deutsche Student ist nicht gesund genug, nicht gebildet genug, und nicht genug in sich ruhende Persönlichkeit. Ter deutsche Student ist nicht gesund genug, sonst würde nicht blos ein Viertel der Studentenschaft — 27 Prozent aller Abiturienten — militärdiensttauglich befunden werden; sonst würden nicht soviel schiefe und gebückte Jünglinge, Brillen- und Glatzenträger, soviel blasierte junge Greise auf unseren Hochschulen herumlaufeu, sonst würden die „studierten Leute" nicht soviel Hypochonder und Para- tytiker für die Heilanstalten liefe; - Der deutsche Student muß - iem mein nocu, lübcr! — ein Gegen - gewicht zu seiner einseitig geistigen Arbeit haben. Er soll darum turnen, rudern und fechten, Fußball und Tennis spielen oder auf Fußwanderungen Brust und Auge baden. Dabei soll er keinem unnützen Zwange sich unterwerfen, und es soll chm nicht durch zeitraubende Vereinsmeierei auf der einen Seite genommen werden, was er auf der anderen Seite gewonnen hat. Trinkzwang, Kneipenluft und der Alkohol sollen nicht verderben, was Muskelübung, Sonnenschein und frische Lust gut gemacht haben. Aber der deutsche Student ist auch nicht gebildet genug. Das Leben der Gegenwart fordert vom Akademiker neben rascher Entschließungsfähigkeit ein viel größeres Maß von Allgemeinbildung, als der Student von der Schule mitbringt. Volkswirtschaftliche, geographische, statistische Elementar kenntnisse, Vertrautheit mit der neueren Geschichte und mit den wichtigsten Fortschritten der Verkehrstechnik, Bürgerkunde, Fühlung mit oen geistigen Strömungen unserer Zeit sowie mit den grundlegenden Errungenschaften auf anderen Wissensgebieten, kurz eine Fülle von Kenntnissen, zu deren Aneignung gerade die Studentenzeit Anregung und Gelegenheit in Menge bietet. Darum soll er Redegewandt- yeit zu erlangen sich bemühen. Die Fühlung mit dem Pulsschlag des Wirtschaftslebens wird durch Besuche in Fabriken und Anstalten, Krankenhäusern und Verkehrsanlagen gewonnen. Die schwierige Kunst der Zeiteinteilung und der Zeitverteilung will gelernt sein. Aeltere Kommilitonen sollten den jüngeren durch Rat und Tat behilflich sein, sich Studienpläne zu entwerfen. Hier und da, z. B. in der Charlottenburger Freien Studentenschaft, existieren auch bereits Anfänge zu wissenschaftlich und pädagogisch durchdachten Musterstudien- plän en. Der deutscheStudent ist nichtgenugin sich ruhendePersonlichkeit. Persönlichkeiten, Charaktere bildet das Leben, nicht die Schule; allein die Anfänge zu einer Persönlichkeit müssen in der Studentenzeit bemerkbar werden, umsomehr da hier das Leben doch schon ganz anders einwirkt als früher. Freiheit der Betätigung, Mannbarkeit, selbständige Lebensführung, freie Meinungsäußerung und vielseitiger Verkehr, Freud und Leid der Studentenzeit — das sind doch alles gewaltige Faktoren, um die Persönlichkeit zu formen. Ausardeiten und ausleben soll sich der freie Student nach eigenem Geschmack. Er soll die Kunst, diese vollendetste Aeußerung der Persönlichkeit — sei es Bildwerk, Drama oder Tonschöpfung — genießen und verstehen lernen. Sehen, hören, mit- erleben — wenn nicht mitspielen — soll er sie, so oft sich dazu Gelegenheit bietet Sie schafft ihm eine innere Welt eigener Prägung, sie macht ihn frei und lehrt ihn die gemeinterjiänoliaje Sprache aller Zeiten und Zonen, die Sprache der Menschlichkeit. Und daS tut not Man sehe sich unsere „studierten Leute" im praktischen Leben auf ihr Verhältnis zur Kunst hin einmal an! Meist genügt em Blick in ihre Wohnungen und Kanzleien, um sich von ihrer völligen Bedürfnislosigkeit der Kun st gegenüber zu überzeugen. Da liegt also ein reicyes Feld noch brach. Wer soll denn sonst die Kunst genießen und schätzen, wenn nicht die akademisch Gebildeten! Wenn das vornehmste Ziel aller akademischen Studien die Erziehung zu selbsiänoigem Denken ist, dann muß auch die durch selbständiges Denken gewonnene Ueber- zeugung neben einer anderen im akademischen Leben Platz haben. So lebt ein Teil der Studenten z. B. der Ueber- zeugung, daß in Ehrenhändeln die Genugtuung mit der Waffe keine Genugtuung oder aus religiösen Gründen ver- werslich sei. Dürfen ihnen um dieser Ueberzeugung willen Ehrengericht und Genugtuung verweigert oder sie selbst gar mit „Verruf" belegt werden? Gegenüber all diesen Vorurteilen und Ausschließlichkeiten, die sich in der Studentenschaft eingenistet Haden, stellen wir als gegenseitiges Verkehrsprinzip die Forderung auf: Achtung vor der gegenseitigen Ueberzeugung, vor der freien M e i n u n g! Da ist der Kantönligeist, der nirgends in der Welt solche Blüten treibt, wie auf unfern Hochschulen, diese klassische Uneinigkeit der Studenten,chaft bei gemeinsamen Angelegenheiten! Dann die Ehrengerichts- und S a - tisfattionsfrage und nicht zuletzt die Fragen der Ausgestaltung des Studien- uno Examenwesens sowie die akademische Freizügigkeit. Die freien Studentenschaften der Universitäten uno technischen Hochschulen haben sich als „Deutsche Freie Studentenschaft" vervunden, und alljährlich zu Pfingsten strömen ihre Vertreter und Anhänger nach Weimar zum Freien Studenten-Tag zusammen, um dort die großen Fragen des akademischen Levens gemeinsam zu beraten und öffentlich zu oeryandeln. Ans Hindi uni) Land. Gießen, 24. Februar 1903. ** Der übliche Aufzug des Gießener S. C. fand heule Mittag m faslnachtsmäßigem Aufputz statt. Auf dem Kirchenplatz wurde in Gegenwart einer großen Menschenmenge ein Salamander gerieben und die Gläser auf dem Pflaster zerschellt. ** Die Freiw. Gail'fche Feuerwehr veranstaltet am nächsten Samstag iiu Hotel Einhorn einen Familienabend, der nach dem uns oorgelegten Programm ein recht genußreicher zu werden verspricht. § Butzbach, 23. Febr. Anläßlich des Silbernen P a p st j u b i l ä u m s fand gestern abend im „ Goldenen Löwen" hier eine Katholiken-Fe st Versammlung statt, welche in bescheidener, aber würdiger Weise das einzig in der Geschichte des römischen Pontiflkats dastehende Ereignis feierte. Unter den Festrednern, deren Ausführungen in entsprechenden Toasten auf Papst, Kaiser und Großherzog endigten, waren auch zwei auswärtige Geistliche. — Die von unserem Turnverein gestern abend im „Hessischen Hof" veranstaltete karnevalistische Feier war stark besucht und nahm einen sehr schönen Verlauf. Außer originellen lebenden Bildern und komischen turnerischen Leistungen erregten die vorgetragenen Parodieen auf örtliche Ereignisse — Neubahnbau, Wassergeldabgaben u. a. — große Heiterkeit. p. Friedberg, 23. Febr. Nachdem seit 5 Jahren kein größerer Umzug zu Ehren des Prinzen Karneval stattgefunden hatte, bewegte sich gestern zum ersten mal wieder ein solcher durch die Stadt. Gegen 3 Uhr wurde der Zug der Narren am Mainzertor aufgestellt. Er enthielt ungefähr 30 Gruppen; voran bewegte sich ein mit 6 Pferden bespannter Wagen, auf dem Prinz Karneval thronte. Außerdem enthielt der Zug 'wei Zigeunerwagen, je eine Backer-, Metzger- und in - • > '...ppe, ferner bie Sonnlagsschmiede von Kiou- tschou, .' »" SILbfn w»" .^di- {W $«l"1" MJ. tzM FÄ®T * ÄÄ *btt •Sjö ihre ärgerm^ ? "über ben Sl,tei »g auch hipJ^ten orslanbes L„^lle^i ^'dlunaen hunger in ÄS?* mit e^Ä^men, die gerneL^uoch ä Ääs? SLLA tnRemhSaun3 Der- Äfe 5 emzclne CrK’ ^?>iüuuugsrvohnu^^"' jjWwSä «w S rs llr rgüssveburftige enl £;U^ro^n^ haben ^°ha>ch besitzen. Tie und den Neubau Men Kreisbahn. ö?-^m Gelegenheit, .foerä, tüie für öie öe- egen. Außer ben Maß. e/tung ansteckenber saubere bie Natwenbig- welche eingchnb be- l Wunsche ÄuÄruck ge-- uiben, welche bis jetzt r hätten, möglichst rasä> reinigten Gemarkungen velche sZetbbereinigung mg unb Anlegung des nißnng gewartet w.rben gen leitete em ausfuhr- mtmann Tr. üranz- ttzgesetz ein. 2ie W- lche mit Beifall ausge- längere D.sprcchung, an :» Tenkmatlares jur das usterialrat Freiherr van nstabt zu bei Versamm- lseitig würben die idealen :r Bedeutung gewürdigt, Be/timinungeii bie tixV lörben zuge/'agt. Zn^- ber gidjeruiiij ber icglichen Drntiuullr im Die Stijiihmg aller ichMMN. 2er Antrag, dürtzermeifter des Meises )iung des gesetzmäßigen ichung einer wisienichajt- raterials für eisorderlnh, is zum Beginn des 19. Platze zu sammeln unter len Eigentumsrechts ber nähme. Mit ber hierau, mteressMten Schloss »u je unb anderer noch wr- bie Lerhanblungen ubtr i Abschluß- bt Stirn H-h!»"-» "' „aibad) »o« ei®"'"*.' Stifte ;u S-»da-h eloperation MÜ** bleibt abjurontten. »m Ä***"1S* 55 i Was el*tL m * -rsL- ab-»» -» : S. m,t -2 -st*-** 1 00—1 70 TH„ Hähne pr. Stück 0,85—2,00 Tll, Enten pr. Stück Tagen des August in Mudug sestsetzen. Sobald die G ffi t'.t. CP CS X i CA Q.'C . «r S .. . CM ro _ t, iw Q? o r i n Strnrt mit Ml? 11 hi t n Ih’Ot. tD LEO Trauben 00—00 Pig. Telephonischer Kursbericht i? ra» k 1 urt m. 24. Februar Tendenz: besser Kirchliche Kuchrichtcn. Evangelische Gemeinde. Ja der Stadtkirche. Mittwoch den 25. Februar, abends 6 Uhr: 1. PassionSandacht. Pfarrer Schlaffer. nison von Bohocle in Verbindung mit Mudug steht, toiift Obbia als Operationsbasis b.-nutzt werden. London, 23. Febr. Unterhaus, ©ren bement, et liege fein Beweis dafür vor, daß die Regierung die Pläne zur Verteidigung des Re-ches geprüft habe. Ter Plan Brod- rick's fei zu stände gekommen, bevor er durch den Ausschuß für die nationale Verteidigung geprüft sei. Man mäste einen bestimmten Unterschied machen zwischen Truppen, die tm Auslande zu operieren hätten, und denjenigen, die zur Verteidigung Englands bestimmt seien. Er stimme mit Beckett in der Anschauung überein, daß die Frage deS Schutzes der Nordwest-Grenze Indiens ein Phantom sei. ES werde für Rußland schwerer sein, 200000 Mann an diese Grenze zu werfen, als es für England gewesen sei, 200000 Mann nach Südafrika zu schaffen. Wenn Rußland diese 200 000 Mann . 102.90 . 93.25 . 103.00 . 93.10 . 101.25 . 100 00 . 103.35 101.05 . 102.10 . 103.70 . 51.80 . 82.40 . 80.10 . 180.60 . 45.30 5u/0 Mexikaner 4*/t /, Chinesen Electric, bei ackert Nordd. Lloyd . . hreditaktien . DisKonto-Kommandli DarinntMter Bank Dresdener Bank . Ber iner Handelsges OcBterr. Btaatobahn Lombarden . . Uotthar ibahn . . Laura..ütte . . . Bochum .... Harpener . . . i»i3 . 25.85 . 93.10 . 99.00 . 97.10 . 217.00 . 196.50 . 140.40 . 149.30 . 160.10 . 148.90 . 15.40 181.60 . 219.00 . 186 50 . 175.— Reichsanleihe do. Konsole . do . . Hessen Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung. stilrein und preiswert die Brühl’sche Universitäts - Druckerei, Schulstr. 7 .Einen scliönenTeint erzielt man nicht durch ichar'wirkende sog. SchörcheitS- mittel, sondern durch vernüninge Hautpflege; hierzu eignet sich in ganz hervorragender ’lbeiic nach ärztlichen Aussprachen die „Paient-Myrrholin-Seffe". So schreibt em bekannter Arzt über dieselbe: In einem Falle von unreinem Teint, der bisher altlen Seifen trotzte, einen glänzenden Eriolg erzielt. Man nehme zum täglichen Gebrauch nur die „Paieut-DlyrrhoUn-Leite". Uederall, aucbThii Apotheken, eroälilicb, rooielbit auch die 400 hochinteressanten Myrrholin-Bitder gratis zu haben sind. fit durch Wehen mit den Taschentüchern oder durch Werfen von Blumensträußen die Pferde beunruhigen oder sonst m einer Weise ihren Gefühlen Ausdruck geben, die zwar begreistich Ul unb der Absicht nach auch als berechtigt anerkannt werden soll, die aber den den allerhöchsten Herrschaften schuldigen Respekt außer acht läßt und zu einer Belästigung derselben ausartet. Bekanntlich sieht es der Kaiser nicht gern, baß bei seinen Bewegungen im Freien bie Polizei allzu ängstlich bemüht ist, Neugierige von ihm fern zu halten, daraus aber sollten alle einsichtigen Personen Anlaß nehmen, nicht nur selbst derartige Belästigungen zu unterlaßen, sondern auch an ihrem Teile dahin mitwirken, baß ben Majestäten ber Genuß ber frischen Luft in Berlin nicht durch Zudringlichkeiten Einzelner verkümmert werbe, was sich leiber in letzter Reit roiebcr öfter bemerkbar macht. Bei dieser Gelegenheit sei auch darauf hingewiesen, baß e§ ebenfalls eine unnütze Belästigung ist, wenn immer noch einzelne Personen versuchen, dem Kaiser Bittschriften unb ähnliches auf besten Spaziergängen persönlich zu überreichen. Derartige Schreiben kommen ebenso sicher an ihre Adresse, wenn sie der Post zur Beförderung übergeben ober im Schloß, beim königlichen Hof- marschallarnt, abgegeben werben. • Eine neue Skanbalgeschichte. Aus Schwerin oird berichtet: Auch unser kleines Lanb hat seine großen Affairen. Die das höchste Aergernis erregenben Vorgänge am Hofe, mit denen bie Mutter bes regierenben Herrn in enget Verbindung steht, sinb öffentliches Geheimnis. Die Skanbalgeschichten, bie man öffenlich in Bierhäusern von ihr erzählt, übertreffen noch bie sächsischen Hofereigmste. Es soll sich nämlich um eine Entbinbung ber Witwe handeln. • (£rbbeben. Wie bie /Lost. Ztg." aus Prag meldet, würbe ein schwaches Erbbeben in Asch (Böhmen) unb anberen Orten bes Erzgebirges wahrgenommen. • Stavanger, 23. Febr. Mit bem hier beheimateten Dampfer , jacheren' kamen heute vier 3)lann von bem deutschen in Geestemünde beheimateten Fischbampfer »Fried- tich 'Ulbert*, Kapitän Buschen, an. Der Flschbainpfet strandete am 19. Januar an ber isländischen Küste. Die Besatzung, 11 Mann stark, rettete sich auf eine kleine Sandbank, wo der erste Maschinist unb ein anberer Mann starben. Der Steuermann versuchte eine größere Sand- bank schwimmenb zu erreichen, verschwanb aber spurlos. Die Schiffbrüchigen erreichten bas Lanb in einem selbst- gebauten Boot unb kamen sehr ermattet elf Tage nach ber Strandung in Reikjaock auf Island an, wo sich z. Z. noch fünf Mann befinden. * Ischl, 23. Febr. Nach zweitägigem Sirocco mit angewöhnlich hoher Temperatur ist ein heftiger sogenannter Schlamm regen niedergegangen. • Sebastopol, 23. Febr. Zehn Matrosen, die sich oon dem Panzerschiff „Tschesma* ans Ufer begeben wollten, stürzten ins Wasser und nur einer von ihnen konnte gerettet werden. an bie Grenze geworfen hätte, bann stehe cS noch vor ber Aufgabe, bie Grenze zu überschreiten. Im Falle von Verwickelungen in Europa sei es aber allein bie Marine, auf die Englanb zu zählen habe. T,e Weiterberatung würbe hierauf auf morgen vertagt. Rotterdam, 24. Febr. Ein Sozialistenblatt publi- zierte gestern abend geheime Weisungen, welche angeblich die Eisenbahndirektion an bie Bahnvorsteher richtete für den Fall eines etwa ausbrechenden Streikes. Sobald ein Telegramm mit dem Wort: „Autorität" eintrifst, sollen Ausnahme-Maßregeln in Straft treten zur Sicherung des Verkehrs. Tie Telegraphenämler erhielten angeblich Skb jung, die Depeschen der Streiksührung zur Proklamation des Generalstreiks nicht zu befördern. Madrid, 24. Febr. Der Heralbo bezeichnet die Eir- kularnote des Ministers des Innern betreffend bie nächsten Wahlen als Staatsstreich unb fordert bie Opposition auf, sich zu einigen, um bie Wahlenthaltung burchzusetzen und nur ein einziges Mitglieb ber Opposition m bie Kammer zu ent- fenben, um gegen bie Gesetzwibrigkeiten zu protestieren. Die Ministeriellen bekämpfen bie Anschauung bes Blattes unb erklären, ber Minister habe durch bie Rote beabsichtigt, Wahl, fälschungen zu verhinbern. Mabnb, 24. Febr. Der „Heralbo" melbet aus Ceuta, baß ber Prätenbent Buhamora zu ben Kabylen- stämmen flüchtete. Zwei Stämme bleiben ihm treu. Barcelona, 24. Febr. Die Kunsttischler traten in ben Ausslanb. Da sie Ausschreitungen begingen, würben mehrere Verhaftungen vorgenommen. Locarno, 24. Febr. Im Lago Maggiore wurde ein altes römisches Schiff aufgcfunden. Die italienische Regierung beabsichtigt, sorgfältige Untersuchung und Hebungsversuche anzustellen. Wien, 24. Febr. Prinz Philipp von Sachsen» Eoburg-Gotha läßt im Fremdenblatt durch seinen Rechtsanwalt Dr. Backrach alle vom Abg. Dascynski im Abgeord- netenhause in der Angelegenheit der Affäre Mattachich gegen ihn eingebrachten Behauptungen und Beschuldigungen als böswillige Erfindung bezeichnen. Wien, 24. Febr. Hier verlautet, daß zu Ostern zwischen der ersten und zweiten Lesung der Ausgleichs- Vorlage eine nationale Veränderung im Ministerium Körber eintreten werde. Dr. von Rezek, der die Tscheck)en durch seinen nationalen Gleichmut beleidigt habe, werde ausso-eiben und an feine Stelle der frühere Vizepräsident des Abgeordnetenhauses, Kramarz als Landmannminister einireten. Gleichzeitig soll ein Deutscher zum Minister ernannt werden, und hierfür ist Defchatta von der deutschen Volkspartei ausersehen. Die Liberalen protestieren dagegen, daß das Deutschtum im österreichischen Ministerium durch einen LanoSmannminifter ver- treten [ein muß, und sehen in dem Tschechen Kramarz einen Feind. Salzburg, 24. Febr. Leopold Wölfling hol infolge finanzieller Schwierigkeiten den (Ente schlug gefaßt, Gens zu verwaisen uno nach Amerika zu reifen, um dort als See-Offizier in die amerikanische Marine einzutreten. Ter Großherzog von Toskana bezahlte alle Schulden, die von Wölfling vor seiner Flucht gemacht worden sind. Seine Bitten um weitere materielle Unterstützung blieben unberücksichtigt. So s ia, 24. Febr. An hiesiger zuständiger Stelle will man noch immer in Unkenntnis sein über den Text der rnacedonischen Reformnote, und man erklärt, lediglich zu wissen, daß sich die Reformen auf die bekannten drei Punkte bcschränien: Ernennung eines Reform4sbom^ missars durch den Sultan mit dreijähriger Amtsdauer, Steuererhebung durch die Ottoman-Bank und Einstellung europäischer Offiziere und einheimischer Christen in bie Gendarmerie. Die hiesigen Regierungsireise zeigen sich von diesem Programm nicht entzückt, scheinen aber einigen Trost in der von mehreren Mähten eihaldenen Zusicherung zu finden, daß sämtliche Mächce auf oer Durch,ührung dieser Punkte unbedingt bestehen werden. Fez, 24. Febr. Der Kriegsminister machte auf seinem Vormarsch gegen Tazza einen größeren Umweg, um bie aufrührerischen Kabylen des Hainaz-Ltammes zu befirafen. Die regulären Truppen sollen aber eher geneigt sein, bie Rebellen zu unterstützen, als sich gegen sie zu wenden. ^rif|ha|lrn der UrdalNion. (Auouyme rlufragcu bleibcu unberücksichtigt.) 31. P. Dr. Saame, ein früherer Schüler des ProfefforS (Sunbermann. 2,00—2,40 Alk., Gause pr. Psd. 54—60 Pig., Ochsenfleisch pr. Pfund 61—76 Pfg., Ruh- unb Riudsteisch pr. Pfund 60—66 Psg^ Schweinefleisch pr. Pfund 66—76 Psg., Cchweinesleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 66—72 Pig^ paminelfleisch pr. Pfund 52—72 Psg., Kariofseln pr. 100 Rar. 6,00—7.00 Ml., Weißkraut per Stück 00—00 Psg., Zwiebeln pr. Zentner 6,00—7,00 Alk., Milch per Liter 18 Psg. Aepsel per Psd. 0—00 Psg, in Körben 00—00 Pig. Wiverlilüls Nachrichten. — Im Leutschen Reiche kam im Jahre 1902 1 Arzt aus £000 Einwohner, in den größeren Städten 1 Arzt auf 1868 bis 621 Elnivohner, und auf dem Manbe war alles reichlich mit Aerzlen ver-sorgt. In Berlin war jeder vierter Arzt Spezialist, in ben übrigen Städten jeder dritte, und es gtebt kaum drei Städte über 20 000 Einwohner, in denen nicht wenigstens Augen- und Ohrenärzte Praxis betreiben. Tie Zahl der Zahnärzte hat sich feit 1876 vervieriaeyt (1902: 1800). Tiefer trüben Aussicht gegenüber herrscht tm ganzen Lande Mangel an Philologen unb '1)1 a 11) e-^ ma tifern, so daß zurzeit allein in Preußen 6uO Lehrerstellen an höheren Schulen rinbesetzt sind. Es ist em Fall bekannt, in bem sich, wie vor etwa 25 Jahren in einer Gymualialstadt Ostpreußens, zwei Städte Sachsens und eines thürlngifchen Staates um einen Studenten der Mathematik, den sie mit 150 Mk. monatlich besolden wollten, bemühten, da es ihnen unmöglich war, einen examinirleu Fachmann zu bekommen. Tie Zahl der Theologie Studierenden verininderte sit ch seit Sommersenrester 1890 bis Sommersemesler 1901 um die Hälfte (4536 : 2286/ und sank auc den verschiedenen Landesimiverstlälen ständig, so in Berlin von 686 auf 274, Erlangen von 290 auf 175, Jena von 113 auf 45, Tübingen oon 432 auf 271, Heidelberg von 91 auf 57, Gießen ion 106 auf 67 u. s. f. Die Heidelberger Studentenschaft brachte dieser Tage dem zum Proretlor für das kommende Sludieiljahr geivähllen Geh.^Rat E z e r n y einen Fackelzua. 9iach der Begrüßung durch den Stu- denteliausschub hielt der Prorektor eine Ansprache an bie Kommilitonen, in der er u. a. folgendes sagte: „Ende des kommenden Semesters freuen wir uns nun, die Safulaiieiev ihrer (der Universität Wiedergeburt aus jesuitischer Versumpfung feiern zu dürfen. Ter glorreiche Großherzog Karl Friedrich hai durch seine liberalen Institutionen Freiheit der Forschung und Lehre auf unsere Fahnen geschrieben, unb unter diesem Zeichen hat die Universität Heidelberg im vergangenen Jahrhundert glänzende Siege des Geistes errungen, und wird, so Gott will, auch fernerhin ihre weithin strahlende Macht als unbezwingliche Feste des freien Gedankens unb besonnenen Fortschritts für lange Jahrhunderte bewahren." Paris, 23. Febr. Tie Akademie der Wisienschaften wählte den Bakteriologen Profesior Robert Koch zum auswärtigen Dlitglied. Bern, 23. Febr. Infolge des anormalen Zudranges russischer Studentinnen und Studeiiteii sind an der medizinischen Fakultät ber Universität Bern zum Nachteil ber Berner unb anderer Schweizer Studierenden unhaltbare Lerhälinisfe entstanden Auf eine Interpellation des Großratsmitgliedes Bühlmann erklärte der Erziehnngsdirektor Gobat, verschiedene 'Maßnahmeli würden getroffen werden, um die bestehenden Uebelfmnbe zu beseitigen. MoSlau, 23. Febr. Tie hiesige Universität wählte Profesior äbnard Ze Iler- Stuttgart, den Slavisten Professor I a g i c - Wien und den amerikanischen Historiker L e e zu Ehrenmitgliedern. Herr Med.-Rat Proi. Dr. R. in' Für H 60 RUI ID 611 ■ A., ding.Arzt desKinderkranten" __‘__________—------- hauieS icyreibt: Atu „LbermeyerS Herba-Lene" habe ich ut mehreren fallen von chronischen Ausschlägen u. Wundiem bei Kindern gute 2He|uliate erzielt. Z. h. o. Llck. 75 Pig. u. AL 1^5 u all. Apotheken u. erogenen, yabr. I. Stoib, Hanaii. Best.: 9O°/o eene, 3% Arnika, 2% Salbei, Da«k hat befchloffen, der Generalverfammlung für das Eefchä'lsjahr 1902 die Verteilung einer Twidende von 6 vEt. vorzufchlagen. Märkte. Gieß'eu, 24. Febr. Mark tbe richt. Auf dembentigenWochenmarkt kosteten: Butterpr.Pid. 0,80—1/X) Akk., Hühnereier 1 St. 6—7 Pfg., 2 Sick. 00—00 Pfg., Gänfeeier 00—00 Pfg., E-Ueueier 0—OPig., aafe Dr. Stck. 5—8 Pf., Käfemaite 2 Stck. 5—6Pfg., Erbjen pr.Liter 21Pig^ 3infen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar OM—1,20 All., Hühner pr. Su M 0833 1681 Dießen, den 24. Februar 1903. 1683 reichen. 169f fProbirenSiel 1690 Mk. 2 1 Uer^iedenW n ucrlinttfctt SO 102 43 26 122 319 62 6 8 2 1 2 155 65 45 48 120 115 120 75 55 15 1 8 Ein heller Ascher-Nachen zu verknus««. ?fnfraflen unter Nr. 0886 an die (xtpeb. b. SL a , a r * lO°/o * gebrauchtes Fahrrad (sehr schön) » gebrauchtes Fahrrad • Waschmaschine (das beste System) Schüler-Pension zu Ostern bei mäßigem Preis zu haben. Adr, bei der Exp. 1661 MmMl ußifEnpulyerj neue Ringschiff-Nähmaschine (zum Sticken und Stopsen) hocharm. Familien-Nähmaschinen hocharm. Familien-Nähmaschinen gebrauchte Nähmaschinen . . Uorps Teutoma. Sämtliche Forderungen an das Corps Teutonia sind, soweit noch nicht eingereicht, innerhalb 8 Tagen bei Meldung vorersligerNichtberücksichtigung an den Unterfertigten einzu. Allertshausen, den 23. Februar 1903. Großh. Bürgermeisterei Allertshausen. H l l l g ä r t n e r. v!s Beerdigung findet Donnerstag den 26. Februar, nachmittags 1% Uhr, von der Neumüble aus statt. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsern guten Gatten, Vater, Schwiegervater und Grossvater Ernestine Höptner _____vrüadergerstrade 17 SMiwslritM Im Stricken u.Anstricken von Ltrümpsn empfehle Ich miet anae eq n luvst KtriLgarnetdkükTosfitärkll' Hüde td) fiel« vorräng Carl Graf Kirchenplah 11. Gießen. Ladeneing. Schloßgaffe. kür Fahrrad-Reparaturen »H jetzt bi« b«fu Zeit. 1324 Zusammenkunft vormittags 9 Uhr auf der Schießbahn beim Pflanzgatten. Das Holz von Antreffckopf, Hofstätte und Burghain wird nicht vorgezeigt und koinmt zuletzt zum AuSgebot. Diverse andere Maschinen mit . 1 St. neues Fahrrad (4 mal gefahren, Wert Alk. 230) | probiere bte hustenstillenden f | und wohlschmeckenden f ► ^.aiser’s ♦ Brust-Caras eilen Im Namen der Hinterbliebenen: Dorothea Bingel geb. Lenz. Neumühle bei Grossenbuseck, Giessen, Biskirchen, den 23. Februar 1^03. Stück Eichen-Stämme mit 37,38 Fstm., , Nadel-Stämme mit 47,01 Fstm., . Eichen- und Nadel-Derbstangen mit 3,77 Fstm Rm. Buchen- und Eichen-Scheiter, » Buchen-, Elchen-, Nadel- und Aöpen-Knüppel, • Buchen-, Lichen-, Nadel- und Aspen-Reisig, , Buchen- und Nadel-Stäcke. oder: Die Perle von Savoyen. S Gietzcner tndtthecrtev. Mittwoch, den 2.5. Kcbr. 1903 U.vMiWichtLörMiiiig Krieg tm ^rreden. Lustspiel in 5 Akten von Moser und Schönthau. Einirlttspreise: ^oge Mk. 1,20, Saal 50 Pf., Gallene 30 Pf. DouuerStag, b.26. Febr. 1903 Zum Benefiz für Margarethe Feige. SdiepelersKaffee in jedem Haushalt. Holzversteigerung. Samstag den 28. Februar, vormittags 9 Uhr beginnend, sollen in dem Gemeindewald Allettshausen, in den Distttkten Antreffekopf, Hofstätte, Burghain, Buchkopf und Langebruch, versteigett werden: Wegen der begitipenden Ziai-rrad-Saison gebe ich (Raummangel halber) billigst ab: Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, welche un§ beim Be- gröbrnS unseres lieben, unvergeßlichen Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Schwagers und Onkels Sm» Löser Kasm in so reichem Maße zu Teil geworden sind, sagen innigen Dank Die trauernden Hinterbliebenen Wringmaschinen von Mt. 13 bis Mk. 18 Seit W Numneyr gelegenl-eil isl i scholl muiugey aber der «ich Meresse ciug' ,'olches um ihr« demenhe Äeuu bettesss deS P I'olleu, als fluc Grunöstüae zu Was zuersl der stMWn: Profefforen der roie man sagt, sowie des sruyei in Änsprucy gen - von bei M bis hinüber liej Mserschen LKs hinein, unb hin die vom Äbos Höhe nach der Dagegen v. Grundsiüae un sachkundige Bei leiten der Uni der Äinikstraßc zieht zur je&ige hinaus, unb bas Breite nafy Sude bis^M Gebieti 'M ist to 1 TM MM a aus die ^nivevsi auf ihre groste' könnte, daß der wirtlich notw gemäßestes! weniger gut, ui ohne weiteres Nachteile für E Zusammenhänge Allein man uns ein of den empfohlene 1- Der Pl undBahnhc 3 Minuten in W als berai ^ngelegenheite, »*erbefletl LK aus dem vebauen geöffr .^ben, mm Aher Stadt liege Pferdes 2- Der We & ma^e de- A^rn, die d &1£ k«z 5®e0 »out & lnb gegen Ame^r °bere^^egen Klaren febr h?°-Xl daß für»' reinifienh?te 'M der Augen^ur M 4 N ''chätzu.und' ^e verk '' °uc sale j, ^lirniEr °5?Ur faft der w/"Nik MV ein Flugblatt bett, den .Neubau einer chirurgischen und einer Augenklinik in Gießen" bei. 1698 Holz-Versteigerungen. 1) Am 27. Februar er., vorm. von 9 Uhr ab, werden bei Gastwitt Klmkel in Odenhausen verkauft: Buchen: 129 rm Scheit und Knüppel, 6 rm Stöcke, 501 rm Reiser. Nadelholz: 23 rm Knüppel, 205 rm Reiser. Das Holz liegt m den Distr. Hoherwald 4b und Stoß- köpf des Gemeindewaldes Odenhausen. 2) Am 27. Februar er., nachm. von 1 Uhr ab. bei Gastwirtin Witwe Weißbrod in Salzböden: Eichen: 85 rm Scheit und Knüppel. Buchen: 223 rm Scheit und Knüppel, 33 rm Stöcke, 1603 rm Elchen- u. Buchen- Reiser. Nadelholz: 5 rm Knüppel. Das Holz liegt in den Dlslr. Fabcrstück, Schottenholz, Austück, Gehren und Häuserberg des Gemcindcwaldes Salzböden. Krofdorf, den 21. Februar 1903. 1688 Der Bürgermeister: Lichtenthaeler. viereckige), ca. 60 bessere Wirts- stützte, 4 Faß Weiß» und Rotwein, 4 Faß Branntwein, lo Flaseben Champagner, Kognak, Rum, Nordhäuser, Pfefferminz, Krumhübel, 31 Flaschen Weißwein, 2 Bilder, 1 Kafferbüste u. v. a. Die Versteigerung findet bestimmt statt. 1674 «eißler, Gerichtsvollzieher. Stöbt. Schlachthaus. Freibank. Heute uuo morgen: 1680 SchleBkilch öO Kfz. Hmfisrfififil SO Pfg. verwendet stet» Dr. [Backpulver {Vanillin-Zucker VrelKer S [Pudding-Pulver 4 10 Pf. Millionenfach bewährte Re- zepte gratis von den besten Geschäften. Bekanntmachung. Frettag den 27. Februar 1903, nachmittags SV. Uhr. vtrd an Ort und Stelle das Abfallholz und mehrere schöne Liudeu-, Biru- und Weidenstämme au5 den städtischen Anlagen rn der NodHeimerstraße, aus dem früher Dr. Ploch'schen Garten tms den Friedhofs-Anlagen und vom Lutberberg öffentlich meist- bieterrü versteigert. — Die Zusammenkunft ist am Schlachthaus. Gießen, den 24. Februar 1903. 1597 Der Oberbürgermeister: Mecum. ß «!. Rnap. | ‘"4| Für eme ältere, zcitiveije leid. Dame wird Pension mit Verpflegung gesucht. Eigene Dlödel sind vorhanden. — Öffcrlen mit PreiLangade unter Pension 16p; an die Expedition d. Bl. MtLiiMric Karl Krombach, KavlanSgasie lL St. neue Schuhmacher-Nähmaschine „ neue Ringjchiff-Schneider-Näh- ma>chmen . . . z Schöne Acpskl- nni) ZwetscheibsMe Lum vcrpflauzeu, große Auswahl bei 1548 9akob Ranstadt, Germania. t|um Wascheu und Bügeln in V u. außer dem Hause empfiehlt sich ^r. Matter, Scholtslr. 11. (0787 /^> AürPogxp. *2740 noL begl. Heugn.' eroeif. «•TV rüie betoahrt und von I ücherem Erfolg solche bet Husten, Heiserkeit, Katarrh und Verschleimung sind. Dafür Ange- dotenes weise zurück I Packet 25 Pf. Niederlage bei: A. & ®. Wallen- fel» in Gießen: Christian LSallensclS, Inh. Alb. Wallenfels in Gießen, Marktplatz 17. «g. kein in Hungen: Alb. Seibert in Wies eck. Wlljserioerk ta Aa-t Amöneburg. Nachstehende Arbeiten und Lieferungen sollen zusammen oder getrennt öffentlich vergeben werden. 1) Der Ausbau des Burgkellers zu einem Hochbehälter von 268 cbm Inhalt. 2) Dre Lieferung von 41 Absperrschiebern, 26 Hydranten . 2 Venlilbrunnen rc. StaMMÜ0l^- 3) Das Verlegen von ca. 2935 m gußeisernen Muffen- ° röhren, ca. 1250 m wlannesmann Flanschenröhren und flCtQCflinß Formslücken, baä Versetzen von 41 Schiebern und am Dienstag, den S. Marz 26 Hydranten einschließlich Erdarbeiten, die Herstellung l. Fs., morgens 10 Uhr an- ber Hausanschlüffe einschließlich Lieferung der Bleirühren fangend im hiesigen Gemeinde- und Artnaturen. mald. Anfang tm Wehrholz, Bedingungen und Angebotsformulare sind gegen potto- ferner Hohard 24 u. 25. 205 stete Etnsendung von 3 Nlark für jedes Los von Eivil- Eichenstätnme (Wettholz) mit Sngemeuc H. Leithäuser, Caffel, zu beziehen, woselbst nähere 173,87 fm, ferner Distrikt etwa gewünschte Erläuterungen gerne erteilt werden. Stakerberg, Schmalbach, Pfarr- Angebote sind unter Verwendung der vorschriftsmäßigen heck und Gehenstoß 52 Eichen- Angebotsfocmulare unter Beifügung der anerkannten Be- flämme mit 8,45 im, 48 Dladel- dmgungen bis zum 5. Marz d. IS. vormittags 12 Uhr holzflämme mit 9,95 fw, 379 tmtcc der Aufschrift: Stangen 1.—3. Klaffe, 4414 „Wasserwerk der Stadt Amöneburg. Stangen 4.—6. Klaffe. Angebot auf LoS ... ." Das Holz in letztgenannten oerstegelt und portofrei an den Magistrat der Stadt Amöne- Distttkten Schutzbezitt Haffel- bürg einzusenden, woselbst die eingegangenen Angebote zu born wird in der Hohard mit- oben angegebener Zeit in Gegenwatt etwa erjchrenener versteigett und kann eingesehen Submittenten geöffnet werden. werden. 1686 Die Zuschlagsfrist beträgt 4 Wochen. Brandoberndorf, Amöneburg, den 23. Februar 1903. den 22. Februar 1903. Der Magistrat: I Sorg, Bürgermeister. Weber. 1690 ---------- — ------------------A u Mittwoch De« 25. Februar l. I., ttachmUtagö 2 Uhr, roer- I den un Biekettschen Saale (9leu- ■■g—Hi üitfi üwli'i Ih stadt 55) zwanaSwelse oerfteigert: 10 WirlSttfche (runde und Grammophone mit und ohne Automat hHoplioii-Mi bester Qualitäten Grsffliiidpbon-riatteii größte Auswahl empfiehlt zu vorgeschttebenen Fabtttpreisen 1643 D. 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Verwendet rteU Ut» (Backpulver Oetker’« üanillln’ZDCker ■ •" ™ Millionen ich bc*itr» r, «pte gntäron den besten n Corps Teutonia. ^>ämtlid)c Forderungen an das Corps Teutonia sind, so« weit noch nicht eingereicht, innerhalb 8 Tagen bei Lieidung vorersligerNichlberüäsichligung an den Unterfertigten einzu- reichen. M \ Stammtet, XXX Cocpshaus Teutonia. \ hm W brutto hwaimittagstiscii. Cfi. m. Pmsaiig. u. WWW'! > lll sgs AtMl ,UlfMltn Ä'M'“ "-«Srt Jm Strirftn BtmStrilwPf® trnnfeH« <* ""4 I habe i» «ei# ooirdiifl gg" f teilt HUUfr Ernestine Böptner tzrüvbergnstradr^__ SWs ?ame ^qene W - Pflegling OTJJ __ Lsscricn / , sind Pension 1«*' Mgblatt. Der Neubau einer chirurgischen und einer Augenklinik in Gießen. 1. Seit Jahren wird über Diese Neubauten verstanden. Nunmehr i|t Die Entscheioung nahe, utuet uie ganze An- gelegenhett ist ün „Gieß. Anz.' uno überhaupt im ißuülifam schon manches loiort gcsagi woroen. Un,eres Eraihrens isr aber der esacye noch uiet zu wenig öfieiulKyes, allgemeines Interesse enrgegengebracht. uwrDen; uno )ie verdient doch solches um ihrer Lvrchtrgieit willen im höchsten sjjui^e. ioe> deutende Memungsoerscheeoenheiten bestehen nämlich fowohl betreffs des Platzes, auf den Die Stiuuteii gevanr werden sollen, als auch betreffs Der Höhe der den Befitzern der GruuDstüae zu leisienoen Entschädigung. Was zuerst den Platz betrifft, so fall nach dem Plan der staatlichen Laubehörde, nach dem xvunsch der Herren Professoren der Augenheilkunde und der Chirurgie unD, wie man sagt, auch nach Den B^chlüssen des Sradtrats, sowie des früheren Ooerbürgermei,iers oaS gaiize Gelände in Anspruch genommen weroen, das links der Klinikstraße — von der Frankfurterftraße aus gesehen — sich ausoehnt bis hinüber tief in die Beiitzungen des Herrn Plank, der Bcrlserschen Stiftung und des Herrn Major von Röder hinein, und hinauf über die Wohnung des yerrn Gabriel, die vom Erdboden verschwinden soll, hinaus bis auf bie Höhe nach der Schönen Aussicht zu. Dagegen empfehlen famuitge Besitzer der beanspruchten GrunDsiüae und Hofraiten und mit ihnen zahlreiche aridere sachkundige Bewohner Gießens, auch bedeutende Persönlichkeiten der Universität selbst, das Gelände, das sich rechts der Klinikstraße von der Medizinischen Klinik an hinaufzieht zur jetzigen Cholerabaracke uiw noch etwas über sie hinaus, und das sich Dann, sanft absteigend, in unbeschränkter Breite nach Süden ausdehnt an der genannten Klinik vorbei bis^um Gebiet der Psychiatrischen Klinik. Nun ist es von vornherein felbfiverständlich, daß die Stadt Gießen alle möglichen Rücksichten zu nehmen hat auf die Universität, zumal als verhältnismäßig kleine Stadt auf ihre große Universität. Und wenn nachgewiesen werden könnte, daß der erste, geforderte Platz zu dem erstrebten Zweck wirtlich notwendig, oder auch nur der b e st e und sach - gemäße ste fei, daß dagegen der andere, empfohlene Platz weniger gut, ungeeignet, oder unbrauchbar fei, bann müßte ohne weiteres das erstere Gelände trotz aller Opfer und Nachteile für Einzelne und für die ganze Stadt, die damit zusammenhängen, hergegeben werden. Allein beides ist durchaus nicht der Fall. Hierzu erlaube man uns ein offenes Wort. Was toenbetmanein gegen ben empfohlenen oberen Platz, rechts ber Klinikstraße? 1. Der Platz fei zu weit entfernt von Stabt unb Bahnhof. Aber was machenbenn die iy2 bis höchstens 3 Minuten in Wirklichkeit aus, bie bi.es er Platz entfernter liegt als der andere? In anderen Städten wird bei gleichen Angelegenheiten mit ganz anderen En^fernung.n ohne alte Beschwerde gerechnet. YLoch ehe bie Kliniken dort fertig sind, wird auf dem jetzt geforderten Gelände, sobald es zum Bebauen geöffnet ist, eine Billa nach Der anderen sich erheben, uiu) bald werden bie Kliniken in schönster iUähe Der Stabt liegen. Auch bleiben nach Errichtung der Kliniken dort Pferde-, bezw. elektrische Bahnen sicherlich nicht aus. 2. Der Weg zu dem Platze führe zu steil hinauf, mache deshalb ben Kranken uiid besonders auch den Wärtern, die den Krankemvagen drücken, zu viel Mühe. Aber diese kurze Strecke ist gar nicht nennenswert steil; der Weg vom Balfnhof zur Klnittstraße ist bedeutend steiler; und dort sorgt sich niemand um die Mühe der Wärter. 3. Der Platz seizugigund zu sehrdem No r d- unb Ostwinb ausgesetzt. Aber das ist nicht minber, sogar noch mehr bei Dem ersten Platz Der Fall, Der weder gegen 9uotben durch die Häuser ber Wilhelmftraße, noch überhaupt gegen Osten geschützt ist. Zubern senkt sich, ber obere Platz nach Süben hin so schön ab, baß er wenigstens gegen Den 'Ilorbwind gute Verwahrung bietet. Auch erklären sehr verständige Aerzte, auch Professoren ber Medizin, baß für Kliniken solcher Zug unb Wind nur günstig, luft- reinigenb wirke: lieber bie zugigste Höhe als eine dumpfe Niederung'. Tann tobt ja dort auch nicht jederzeit ein solches Schneegestöber, wie es neulich die Herren vom Provinzialaussmuß neben ber Chvlerabaracke erlebt haben sollen. Aber frische, gesunde Lust das ganze Jahr hindurch würde dort ber schönste Gewinn sein. 4. Der obere Platz fön ne nur von berKlinik- straße aus erreicht werben, beshalb müßten auch alle zur Chirurgischen Klinik Strebenden durch das Gebiet ber Augenklinik gehen unb fahren, unb dort hinauf bewege sich auch ber ganze öffentliche Verkehr, badurch entstehe viel Staub unb Schmutz, ber den Augenleidenben besonbers schäblich sei; auch hätte bann bie teure Chirurgische Klinik eine verkehrte Front, unb es ließen sich in ihr Operationssäle nicht orbnungsmäßig einrichten. Das alles klingt viel schlimmer, als es ist. Freilich ist es klar, baß — wie bei bem angeforberten Platz bie vor dem Haus des Herrn Professor Boström aus anzulegenbe Sttaße nach ber Augenklinik zur Rechten unb, wie bie Klinikstraße nach ber Chirurgischen Klinik zur Linken führen soll, — ebenso auch bei ber Bebauung bes oberen Platzes bie Augenklinik von bp.r Klinikstraße aus erreicht wird, bie Wohnung des Professors der Augenklinik könnte wohl, wie die des Herrn Professors Ri^g.l links bc-fciben gebaut werben, unb baß bie Chirurgische burch eine weiter unten, von ber Frankfurtet-straße aus einführende Straße, am einfachsten durch Verlängerung ber an ber Psychiatrischen Klinik vorbeiziehenden Straße erreicht wird. Freilich heißt es, das sei unmöglich, weil diese Klinik kein Gelände hergeben unb feine Unruhe dulden könne. Allein wenn man neben sich ein so ausgedehntes, billig zu erwerbendes Gelände hat, wie an ber bärtigen Stelle, bann gibt es noch weniger solche Unmöglichkeiten, als in großen Stäbten, wo sich oft noch ganz anbers, ohne allen Schaden geholfen werden muß. Die Psychiatrische Klinik bringt dem Ganzen auch ein Opfer, erhält dafür so viel neues Gebiet, als sie braucht, unb, wenn nötig, beschafft sie sich da und dort durch eine hohe Mauer Abschluß und Ruhe. Dann hat auch die Chirurgische Klinik ihre Front nach vorne. Ferner bleibt es nicht aus, daß demnächst die Ludwigstraße weitergebaut, und daß auch von dort aus schöner, passender Zugang zu den neuesten Kliniken aus der sich nähernden Stadt geboten wird. Was aber den Staub unb Schmutz cmlangt, so wird nach dem Muster anderer Städte auch Gießen seine Straßen so einrichten und reinigen können, daß von beidem keine Rede fein kann. 5. Ter vorgeschlagene obere Platz sei bereits für andere medizinische Zwecke in Aussicht genommen. Aber das ist doch fein Grund gegen diesen Platz. Tenn für diese Zwecke kann dock wieder weiter fort leicht und billig zu erlangendes G.lände erworben werden. Tie Baubehörde selbst hat erklärt, daß es für diese mehr theoretischen Zwecken dienenden, von Gesunden, nicht von Kranken zu beiuchenden Institute auf kürzere oder weitere Entfernung nicht ankomme. Wir denken, mit Besprechung dieser fünf Punkte klar gemacht zu buben, daß jener vorgeschlagene obere Bauplatz keinen ber ihm nachgesagten Nachteile hat, baß er vielmehr sehr gut unb zweckmäßig, sachgemäß ist, und mit jedem anderen Platz den Vergleich aufs beste aushält. Und wenn nun gar bie Lokal-Kommission selbst die örtliche Zusammenlegung sämtlicher medizinischen Institute ber Laubes-Urttmrs.tctt, bie nach einheitlichem P.an ausgeführt werben muß, hervorhebt: wie unübertrefflich schon wird biefe Zusammenlegung erreicht, wenn dort neben die Frauenklinik, bie Mebizinische unb Psychiatrische Klinik nun auch bie Augen- unb Chirurgische Klinik, und später auch bie Ohren- unb Hautkranlen-Klinik unb noch andere mebizinische Institute wie ein Ganzes gebaut werben nach einem einheitlichen Plan! Wahrlich, wenn dort in ben neu errichteten Kliniken bie Professoren nur ein, zwei Jahre würben gewohnt unb gewirkt haben, unb sie bie Stabt sich ihnen nähern sähen, bann würben sie nicht mehr begreifen, wie man überhaupt einen anderen Platz hätte wählen können. Tazu kommt doch enblich auch ber, zumal bei unseren hessischen Finanzverhältnissen bebeutfame Umftanb, baß jenes obere Gelanbe, an dessen städtische Bebauung in absehbarer Zett nicht zu denken ist, bedeutend billiger und leichter erworben werden kann, als die Grundstücke auf bem geforberten Platz. Es wirb auch kaum burch biefe anbere Wahl eine Verzögerung in ben Bauarbeiten eintreten, weil bort bie Besitzer gern unb willig verkaufen, unb weil bie zwei neuen Kliniken mit ihren Plänen ohne wesentliche Aenderung auf bem oberen Pt atz errichtet werden können. Tie vom Staat bereits freihänbig erworbenen Grunbstücke auf bem ersten Platz können jeberzett, sogar mit Gewinn, roieber verkauft werben, sobald nur dort Der Klinikenbau nicht mehr droht, und jenes ganze Gelände zur allgemeinen Bebauung eröffnet wird. n. Im ersten Teil Haden wir betreffs des Bauplatzes für die genannten beiden Kliniken alle die Gründe bekämpft und, wie wir benfen, auch wiberlegt, bie gegen das obere, empfohlene Gelänbe rechts ber fortgesetzten Klinikstraße vorgebracht worben finb. Nun sei uns noch ein Wort gestattet über ben unteren, angeforberten, links ber jetzigen Klinikstraße gelegenen Bauplatz unb über bie verhäiigmsoolle Tragweite bie)er Forderung. Welche Grünbe find für biefen Platz ausgesprochen worden, welche Gründe, Cimvendungen müssen gegen denselben erhoben werden? Zum voraus sei bemerkt, daß in der Befürwortung dieses Platzes bie staatliche Baubehörde unb bie Lokalkommission völlig eines Sinnes sind; was bie eine barlegt, finbet sich auch im Gutachten ber andern. Ta wird benn 1. behauptet, es sei nicht besttitten, baß bie beantragte Entziehung des in Anspruch genommenen Ge- länbes im öffentlichen Jntereffe liege, unb baß die Ent- Ziehung bes Eigentums an den geeigneten Grundstücken für ein nun öffentlichen Nutzen bestimmtes Unternehmen erfordert weroe. Leides ist nicht richtig. Denn unoestritten ist nur daß an Stelle ber alten unü veralteten Kliniken in ber Licbigstraße zwei neue geoaur werben müssen; aber bestritten wird mit gewichtigen Gcünben, baß bie Be- nuhuna nerabc bieses beanspruchten Gelänbes im ofsent- firfipn Interesse liege; unb bann wird das fragliche Geiänbe yoar geforbä-t non ber staatlichen Baubehörde, aber erfordert, wie das Gesetz sagt, wird es nicht. Die? ist ein großer Unterschied; denn fordern kann jemand zu Recht ober Unrecht alles Beliebige; ob aber bas Ge sorberte auch erforderlich, b. i. notwendig, sachgemäß unb gut ist, das ist eine andere Frage. Tas ge jorberte Gelände ist für bas, allerbings zum öffentlichen 'XuBen bienende Unter* nehmen durchaus nicht erforderlich, Da ein anderes mindestens ebenso geeignetes, ohne die nachzuweisenden Nachteile des ersteren, vorhandeii ist. Es wird 2. hervorg. hoben, der frühere Oberbürgermeister und ber Stadtrat hatten ber Wahl dieses unteren Bauplatzes unb dem für ihn enttoorseneii Bauplan bei* gestimmt, sogar dafür einen fiäDtifajen Beitrag bewilligt, unb Staatsregierung und Siänoekammern hätten für diesen Platz und die auf ihm zu errichtenden Gebäude die nötigen Mittel zur Verfügung geeilt. Diese Be,ürwortung hat gar keine Bebeutung. Denn das zuerst vorgelegte Bauprojekt, das die genannten Bewilligungen veranlaßte, hat hernach bedeutsame Aenderungen erfahren; erst wurden tocit nach Osten hin viele Gru.^,iücke amu44 gefordert, aus die man hernach wieder verzichtete; es routuen Aecker frechändig angekauft, deren 3iüutäuf man hernach anbot; es wurde von oer Balserschen Stiftung uno von Herrn v. Röder Gelände beansprucht, das man anfangs nicht begehrt hatte; es wurden sogar Grundstücke verlangt für bie Wohnung des Direktors oer Augenklinik, bie bis heute von ben Ständekammern noch nicht, genehmigt ist. So gut biefe Aenderungen ohne weiteres vorgenommen würben, ebenso leicht unb noch besser kann das ganze jetzige Joauptpj,eit auf oen oberen Platz rechts ber Kittukstraße überragen werden. Wenn den Kammern bie badurch errette sehr beoeutenoe Ersparnis beim GelLnoeantaui vorgickegk wird, so werden sie mit Freuden zustimmen; um) auu) Die Stadt wird ihren Zuschuß für diesen Piatz eden,o gern bewttttgen. Da§u kommt aber noch, daß von dem Augenblick der Einlegung des Enteigiiuiigsoerfährens an Staat um) Staat m.. Dem, was sie tuten und tun, überhaupt nicht Mi.hr zur Geltung tommen; denn nach dem Gesetz ist uann jeglmje Entscheidung zunächst der Lokaikommi)sion uno Dein Provinzial* ausjchuß gegeben. Als 3. Gruno für den geforderten Bauplatz wiro oer Wunsch ber Professoren genannt Dieser yat selb)iver)iundiich jem großes u>eiüia)t. xoenn aber alles roeg^rie ebenso güt auf bem anderen Platz geboten werben kann, unb wenn so bedeut,ame öffentliche ^mereffen bei dem ersten Platze gefaüungt werden, wie wir es zeigen werden, bann Darf .wohl auu) zum besten des Ganzen oas ^pfer emes Liebitngswuiifches erwartet werden. Alles weitere, was für Den geiot-uetrcn am) zugleich gegen oen emp,oyienen Prap — bautechnische uno anoere Ange- legenyeu-en — vorgeoracht wurde, ijaben wir oben ge- nugiain erörtert; nur einzelnes me*.uen wir zum Schluß noch erroäyiien. Je^t muffen mir, als oas Wichtigste, oar- legvii, ivus gegen uie Bebauung oes geforderten Drapes mit Kliniken spricht. Tatsache i|t, vag vor meyreveu Zähren niemand daran gedacht i/üt, vag auf ienes Getunve yinter der Lvnyeim- trage Nuch oer Kiitniftrage za, und yitirer oer