153. Jahrg General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen tnif an, Gttd für wisiensckaftlicke und tedmifche Maßnahmen auS> babe eS bebauen, ein» fort» aber doch besondere Se« Es soll und muß das Reich braucht Rotationsdruck und Verlag bet t< c ü b I *kt*e UntDtcfuälibtudciei (Pielfch irbcnk WveV*. Ferantrrcrtftrt Hh ben rflgemHnei l#<4 V. IM ui to. tüt den Ln^eiqenttU v L iiuncben. Ein Medi-inalratb hat die Berieselung mit Kalkmilch vor- gefcklagen, diese würde für eine einaige Gncke 16 000 M*. erfordern: fremdem bat sich die Zeche sofort dazu bereit erklärt. Man ersieht daraus, das; es den Zechen ritfit daraus an kommt, sich vor den finden zu drücken. Die westfälischen Gruben sind im lebten Jahre nrfammen 18 000 mal rehibirt worden. Auf iede Grube kommen 90 bis 100 Revisionen, jede Woche zwei. Da kann man doch im Reichstage in dieser Beziehung ja gewiß reichlich versehen (ficiterfeit), aber auf je 10 von uns kommt doch noch kein Abort. Abg. Singer (So-.s bezeichnet die Mittheilung, daß Anfrick Vorsitzender einer Filiale des K-'an^nwärter-V^rband-'S fei, als für Abhilfe der ichlimmücn Mißstände gesorgt. Redner gebt darauf auf die Angriffe ein, die Dr. Müller-Sagan im Vorjahre gegen das Lichterfelder Krankenhaus und deren Leiter Professor Sckwe- ninger gerichtet hatte Im Auftrage des Dr. Müller, der am Er« scheinen verhindert sei. müfic er sagen, daß Dr. Müller kein Wort seiner vorjährigen Angriffe, die sich bcionders gegen die Diphtherie- bebandliing Dr SckN'eningers richteten, zurücknehmen könne. Bor Allem müßten dort strengere AbsaerrungSmaßregeln herrschen, damit es nicht wieder vorkäme, daß auf Gesunde die Diphtherie übertragen werde. Abg. Antrick meint, daß Graf PosadowSkv fast Alles bestätigt habe, was er im Vorjahre gesagt hätte. Für eine kürzere ArbeitS- zeit und bessere Ausbildung der Wärter sei er natürlich auch; gerade, um dieS zu erreichen, habe er ja seine Beschwerden vorgetragen. Dbg. Sachse fSo.a.) begründet die sozialdemokratische Resolu» ticn betreffend Maßnahmen gegen die Wurmkrankbeit. Er schildert die llnsauberkeit in den Gruben, die das llmsichgrcisen der Krankheit so sehr begünstige. Da finde man Waschzuber, die auSseben wie Sckwcincställe. Die Wurmkrankheit greife immer mehr um sich und nehme den Charakter einer gemeingefährlichen Seuche an. Da sei es doch kein unbilliges Verlangen, wenn man die Negierung auffordere, wissenschaftliche Kräfte mit der Erforschung der Krankheitsursachen und der zu ihrer Ausrottung nothwendigen hygienischen Maßregeln zu betrauen. ?lbg. Hilbck snat.-lib.s: Ick' stimme dem Abg. Sachse darin zu, daß die Wurwkrankheit in den letzten drei Jahren in Westfalen einen bedrohlichen Ilmfang angenommen hat. Woher es gekommen ist, daß die Anfangs vereinzelt aufnetretenc Krankheit zur Evidemie geworden ist, darüber haben die Aerzte noch nichts Definitive- auf« stellen können. Zwei ärztliche Autoriräten meinen, daß die neue Berieselung der Gruben daran schuld sei. Ich schlage vor. daß aus einer der verseuchten Gruben die Berieselung einmal verfuch-weise eingestellt wird, um die Haltbarkeit dieser Ansicht zu erproben. Man muß zunächst doch einmal wißen, wo die Ursache liegt. Die Annahme. daß österreichische oder unaarische Arbiter die Krankheit eingeschlevvi staben, scheint mir durchaus verfehlt. Was die Resolution betrifft, so gebe ich zu, daß nicht aen '"d wißen^chaftliche Kräfte zur Erforschung der Krankheit vorhandm sind. Der Vorschlag. diese aus RrichSmittcln xu stellen, gebt mir oster zu weit. Das können die Grubenverwaltunoen ganz gut selber leisten. U'brigens ist schon Manches für Bekämpfung der Krankbost getstan. So hat man aus manchen Gruben die hölzernen Abortkübel durch eiferne ersetzt, sowie die Zahl derselben vermehrt, fo daß auf je 10 Bergleute ein Kübel kommt DaS ist doch wostl flfnim. Wir sind Pflegepersonal soll in Bezug auf die Leistungen völlig gleichgestellt werden. Tas wird aber erst geschehen, wenn die einzelnen Gemeinden von der Regierung gezwungen werden, eine Reform an Haupt und Gliedern vorzunehmen. An die Spitze auch der technischen Verwaltung muß ein Arzt gestellt werden, meinetwegen auch ein älterer Angestellter aus dem Pflegepersonal, nicht aber ein gewesener Feldwebel, der von Krankenpflege nichts versieht und in erster Linie darauf sieht, daß die Messingknöpfc an den Jacken der Wärter blank geputzt sind! In den königlichen Krankenhäusern steht es nicht bester. Der Kultusminister hat betont, daß die Klagen übertrieben sind. Woher weih er das? Er hat sich offenbar auf seine Revisionsbeamten verlassen; und daß diese oft nicht sehen oder nicht sehen wollen, das werde ich in einem späteren Tsteile meiner Rede noch nachweisen. (Bei dieser Ankündigung, die Redner macht, nacktem er bereits zwei Stunden gesprochen, hört man ein vernehmliches Stöhnen auf denjenigen Bänken, auf denen sich vereinzelte Abgeordnete befinden. Man sieht hierauf mehrere derselben eilig den Ausgängen deS Saales zustreben.] Redner führt aus, es sei ein öffentliches Ge< steimniß, daß in den Irrenanstalten bei unS überall Mißhandlungen Vorkommen und bemerkt, daß, solange nicht daS System selbst geändert und die Ursachen beseitigt werden, ein Herumvfuschen an den Symptomen nichts Wesentliches zu ändern vermöge. Aber natürlich: hier wo es sich um die Arbeiter, wenn auch um die ganz hilflosen Arbeiter handelt, da ist kein Geld da! An Ihnen (nach rechts) liegt es. diese Verhältniste zu ändern. Ich werde, solange ich im Reichstag bin, nicht aufhören, diese Verhältniste immer wieder zur Svrache zu bringen. Staatssekretär Graf Posndowsky: Ich kann die Aeuß^ming nicht unwidersprochen lasten, daß es ein öffentliches Geheimniß sei, daß in den Irrenanstalten Mißhandlungen Vorkommen. Ich kenne diese Verhältniste aus eigener Erfahrung, da unter meiner Verwaltung jahrelang Irrenhäuser bestanden haben. Es sind auch Fälle vorgekommen, wo Kranke mißhandelt wurden. Man darf nicht vergessen, daß es Kranke giebt, die jede Gelegenheit benutzen, um ihre Wärter zu maltraitirrn, ja sogar in lebensgefährlicher Weise gegen diese vergehen. Daß da ein Wärter sich einmal hinreißen läßt au einer Mißhandlung, daS ist — nicht entschuldbar, aber schließlich begreiflich. Die Verwaltung trifft nur dann eine Schuld, wenn sie den betreffenden Wärter nicht sofort entläßt. Unter meiner Verwaltung ist daS gesche^n. Man darf aus solchen AuSnabmefällen aber nicht allgemeine Schlüste ziehen. Im Allgemeinen kann man sagen: unsere Anstalten in Deutschland stehen auf einer hohen Stufe, und ich möchte im Interesse deS ärztlichen Standes nicht, daß eine Aeußerung, die geeignet ist, Beunruhigung hervorzurufen, unwider- Vertrauen zur Beaufstchtigung haben. Da sind amten für die Wurmkrankheit nicht nothwendig. Alles geschehen zu ihrer Bekämpfung. Aber dazu keine Mittel zu bewilligen. Preußischer Handelsminister Möller: Ich werden. Abg. Antrick (Soz.s nimmt Veranlassung, wieder hinzuweisen »uf die Mängel der Krankenhäuser. Es ist Klage geführt worden, daß von Seiten meiner Freunde so viel, so ost und so lange geredet wird. DaS geschieht doch aber nur, weil die Schäden, die wir immer wieder rügen, noch nicht beseitigt sind. Warum bringe ich in jedem Jahre diese Dinge hier zur Sprache? Weil mir kein anderes Mittel zu Gebote steht, um Abhilfe zu schaffen. Daß die Zahl der vorhandenen Krankenhäuser nicht ausreicht, dürfte als notorisch gelten. Wie oft werden nicht in Berlin Schwerkranke abgewiesen, weil kein Platz vorhanden ist! Noch schlimmer steht cs vor den Thoren Berlins! In Rirdorf und Lichtenberg giebt es überhaupt kein Krankenhaus. Für Ripdorf sind allerdings 50 Betten in dem Krankenhaus zu Britz reservirt, aber das ist doch nichts für eine Stadt von über 100 000 Einwohnern. In einem Barackenlager vor den Thoren Berlins findet ein ungehinderter Verkehr zwischen Prostituirien und Zuhältern statt. Besonders bedenklich sind die Zustände in Köln, die Einrichtungen sind so, daß sie bireft eine Gefahr für Leben und Gesundheit bilden. Hier muß die Regierung eingreifen. Im Augusta-Hospital in Köln giebt cs keine Instrumente und keinen Chirurgen, mich keine chirurgische Abtbeilung. Die Kranken, die overirt werden sollen, müsten eine halbe Stunde weit nach dem Bürgerbospital tranSporiiri werden, aber dort giebt es keine innere Abtbeilung. und für 490 Kranke giebt es nur einen Chirurgen da, der schon über 60 Jahre alt ist und eine große Privatpraris hat. Von allen größeren Städten hat keine Stadt einen solchen Mangel an Aerzten wie Köln. Redner verliest einige Besckiwerdebriefc über die Zustände im Kölner Augusta-Hospital. ES hätten dort Kinder mit Scharlachkranken zusammengelegen und sich Ansteckungen geholt. Wenn man den langsamen Gang unserer Burcaukratie sehe, so muß man beinahe fürchten, daß es noch mehrerer Menschenopfer bedürfen wird, ehe Remedur geschaffen ist. Aehnlich liegen die Verhältniste im Elberfelder Krankenhause. Auch dort ist den mangelhaften Einrichtungen ein blühendes Menschenleben zum Opfer gefallen. Auch in Berlin liegen die Sachen viel schlimmer, als nach den Reden der Herren vom Magistrat anzunehmen ist. Der im vorigen Jahre angeführte Fall, daß im Elisabeth-Krankenhause ein kleines Mädchen durch eine Infektion geschlechtskrank geworden ist, ist mittlerweile in der Antwort auf die Beschwerde des Vaters zugegeben worden: es ist festgestellt, daß die mangelhafte Aufsicht im Krankenhause daran schlud war. Geradezu himmelschreiend sind die Zustände in der Lungenheilanstalt Pitschorius im Harz. Es ist mittlerweile von der Regierung eine Untersuchung angestellt worden, die die schlimmsten Befürchtungen bestätigt hat. Personal war dort nickt genügend, so daß die armen Oriskrankenkassenvatienten die Hausmbeit verrichten mußten. Wäsche war auch nicht da, so daß cs auch oft vorkam, daß ein Kranker direkt ein Hemd anziehen mußte, das ein anderer Kranker eben abgelegt hatte. Allerdings hat die Regierung diesem Herrn die Konzession entzogen. Aber der Ehrenmann hat doch vierzehn volle Jahre hindurch sein scheußliches Handwerk treiben können. Ta sieht man, wie es mit der staatlichen Aufsicht bestellt ist! Von dem, was ich im Vorjahre über die königlichen Anstalten in Berlin gesagt habe, nehme ich nichts zurück, ich kann Alles, was ich gesagt habe, unter Beweis stellen, lieber die Ohrenklinik in Kiel ging mir eine anonyme Postkarte zu, ich reiste hin und sah, daß es dort noch viel schlimmer war. als die Karte sagte. So gab es dort gar keine Aborte, es wurden nur Blecheimer hingestellt, die von den minder Kranken herausgerragen werden mußten. Aerzte und Profesioren haben schon oft für Remedur sorgen wollen, haben es aber aus Mangel an Mitteln nicht thun können, denn für Kulturzwecke hat der preußische Staat fein Geld. Grauenhafte Zu stände sollen in der Privat- Jrrenanstalt von Dr. Edel in Charlottenburg herrschen. Dort ist so viel Ungeziefer, daß es kein Mensch aushalten kann. DaS ist auch der Regierung bekannt, denn eine Patientin schickte ihr mal das hinfommen? Bezüglich der Erperimente mit Infektionskrankheiten hat der Kultusminister auf meine Veranlassung eine Revision vornehmen lasten. Es geht au§ derselben hervor, daß im ?lllge- mefnen unter den größten Vorsie>üsmaßre.geln gearbeitet wird, daß nur bei der Fortschasfung der Tbierkadaver, an denen die Versuche vorgenommen wurden, nicht korrekt verfahren ist. Auch da ist bereits Remedur geschaffen. (Abg. A n t r i ck : Nach meiner vorjährigen Rede!) Nein, vorher. Ich kann Herrn Antrick nur versichern, daß cs unmöglich ist, auf alle Details ein-uaehen, und daß ich überzeugt bin, daß der Kultusminister in allen Fällen das thun wird, was sein Amt erfordert und was seine Pflicht ist. Abg. Schrader (freif. Dgg.j bemerkt, wenn auch wohl nicht Alles so wäre, wie es Herr Antrick darstellte, so würde sich dock wohl nicht leugnen lasten, daß noch Vieles in unserem Krankenhauswesen zu bestem sei. Vor Allem müßten die Revisionen häufiger und gründlicher vorgenommen werden. Nachdem das Reichsseuckengeseh erlösten sei, habe auch das Reich Veranlall'iig, hier cinzugreifen. Tas Hauptgewicht aber müsse auf eine bessere berufliche Ausbildung der Krankenpfleger gelegt werden, denn eine gute Pflege sei mindestens ebensoviel Werth wie eine gute ärztliche Behandlung. Es müßten deshalb Prüfungen für Krankenpfleger eingerichtet werden. Abg. Hoffmann-Hall ssüdd. Dv.s tritt auch für eine bestere Ausbildung und eine Prüfung der Wörter ein. Tie Aerzte in den Krankenhäusern müßten auch bester bezahlt werden, jetzt würden die Aerzte fast immer auf PrivatvrariS angewiesen. Ueberhaupt sei jetzt der ärztliche Beruf durch die Krankenkasten-Gesetzgebung zu einem der unrentabelsten geworden, die es nur gäbe. DaS Krankenkasten-Gesetz sei ein Fluch für die Aerzte geworden und habe nur eine Proletarisirung deS Aerztestandes herbeigesührt. Abg. Dr. Langerhans (freif. Vv.j meint, jeder Arzt werde schon von selbst dafür sorgen, daß fein Krankenwärterpersonal gut auSge- bildet sei. Die Berliner Anstalten seien durchweg nunteraittig. dies werde sogar vorn Ausland anerkannt. Für die Ausbildung der Schwestern bestehe jetzt schon ein Schwesternhaus, eine Prüfung werde nicht gefordert, dock würden nur die angestellt, die sich bewährt hätten. Tie Krankenschwestern würden ausreichend bezahlt und erhielten auch Pension. Auf AntrickS Angriffe könne er nicht eingeben. Für ganz unpassend und verfehlt müste er es aber erklären, wenn der Reichstag einen Beschluß darüber fasten wollte, wie viele Kranke von einem Arzt behandelt werden sollten. Daß in Berliner Krankenhäusern zeitweilig ein Mangel an Betten herrsche sei richtig, aber wenn e? sich um wirkliche Schwerkranke handle, würde jede Direktion doch Platz schäften. Schwer sei es, die Frage zu beantworten: Ja, wie viele Krankenhäuser soll man denn bauen? Tenn oft stände ein Drittel der Betten leer. Tie Auswahl der Krankenwärter solle man den Aerzten ' '-riasten. In Berlin bestehe ein Verein der Krankenwärter, denen Vorsitzender Herr Anttick sei, da bauche man sich über feine Informationen nicht zu Wundern, denn in diesem Verein gebe es viele nnrnfri-d-ne Elemente. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag-. Di .Gießer tfamlllenblätter* werden dem Anzeiger v'erma wöchentlich beigelegt. Ter .Hesßsche £irtN erscheint monatlich einmal. behandeln könne. Abg. Lenzmann (freif. Vv 1 bebau'"ri -*§, baß bmife wieder die Reaierun'gsvcrtteter, bie am besten AuSluu't .rb-n kannten, fehlten. Mißstände im Kölner Krankenhaus seien V • auch bekannt gefror» i den, doch habe die Regierung schon einen Bericht gefordert und! 265. Sitzung vom 23. Februar. 1 Uhr. Das Haus ist sehr schwach besetzt. Am BundesrathSttsch: Gras Posadowsky u. A. Die zweite Berathung des Etats des R e i ch s a m t s Innern wird fortgesetzt beim Kapitel „Reichsgesundheitsamt". Hierzu liegt eine Resolution der Sozialdemokraten Albrecht »nd Genosten vor, in der energische Maßnahmen gegen die W u r m- krankheit der Bergleute gefordert werden. Die Abgg. Baumann (Str.) und Dr. Blankenborn (nat.-lib.) haben eine Resolution eingebracht, in der entsprechend einer früher angenommenen Reichstagsresolutton die Ueberwachung des Verkehrs mit NahrungS- und Genußmitteln nach einheitlichen Grundsätzen, sowie die Bestellung von besonderen Beamten hierfür gefordert (Ergebnis einer Wanzenjagd in einer Nackt in einem Couvert zu. Dafür wurde die Frau vier Wochen in Jsolirhaft geschickt. Ter Raum ist dort so beschränkt, daß die Wärter auf den Korridoren schlafen müsten. Auch ortsarme Pattenten haben oft kein Bett. Wenn die Revisionen pftichtgemäß vorgenommen würden, könnte so etwas nickt pastiren. Aehnlich sollen die Verhältniste auch in der Maison de sante sein. Tie Hauptschuld trägt der Mangel an Personal und die schlechte Bezahlung der Wärter. Die Behandlung des Personals ist auch oft sehr schleckt, oft müsten sie im Keller schlafen und auf den Korridoren ihr Esten "~ nehmen. In Folge besten herrscht auch ein währender Wechsel in dem Personal. ES wird ftteng daraus gesehen, daß diese Mißstände nicht ans Tageslicht kommen. So ist den Angestellten gedroht worden: Wenn einer von föhnen in eine Versammlung geht, in der der Antrick spricht, so fliegt er Hort auf die Straße! (Hört! hört!) Es scheint, als ob der ernste Wille zur Abstellung der Mißstänoe nickt vorhanden ist. ES ist eine ganze Literatur entstanden, gerade aus den Kreisen der Schwestern heraus, die die gleickcn Forderungen verttirt, wie ich. Frau von Scklichting ist in einem Arttkel energisch für Aufbesserung der Gehälter und Verminderung der Arbeitszeit einqetreten, im Unterere der Krankenpftegc. In gleichem Sinne äußert sich Dr. Unger, der in der Zeits^rift für Krankenpflege Angaben über die Sage des P-rsonals in i n Krankenhäusern Friedrickshain und Urban macht, die bic meinigen durcha'ts bestätigen. Das männliche Parlamentarische Perhaiivlnnqen. Nachdruck ohne Vereinbarung nicht gestattet. Dnttsckier Reichstag. zu wollen. Auf eine weitere Bemerkung deS Abg. Sachse betont M-nister Möller, daß zur Untersuckung der vorhandenen Fälle wm.-chtc«. .......- ........ ....... - ----- — von Wnrrnkrankh-it pcnügmbeS Ma-rial vorhanden sei. ein Märchen. Keiner würbe im Reichstag einen Antrag Zellen, ein Nach kurzen B—'"V 'm der ?(r Hilbck (nat.-lib.s und Arzt darf nur so und so viele Kranke behandeln, aber ein Laie Täckse (Soz.) wird die W c i t e r b c r a t1 i; r. c auf Dienstag könne dock schon einsehen, daß ein Arzt unmöglich 600 Kranke i injr vertagt. ....... Schluß 6V» Uhr. daß ich durch die Etatsberathuvg im Abgeordnetenhause verhindert gewesen bin, den letzten Verhandlungen in diesem Hause beizu- wohnen. Ich will daher jetzt nur mit einigen Worien auf die Anklagen des Abg. Sackse eingehen. Niemand kann tiefer bedauern als ick, daß die Krankheit einen solchen Umfang angenommen Hat. Glüöllicher Weise ist sie bisher auf daS westfälische Revier beschränkt geblieben. Ick bin mit dem Abg. Sackse der Meinung, baß in erster Linie die Arbeiter selbst dafür zu sorgen haben, daß die Krankhett bekämpft wird. Heber die Art der Bekämpfung sind die Aerzte freilich nickt einer Meinung. E§ stellen darüber die vorhandenen medizinischen Autoritäten eingehende Forschungen an. Im gegenwärtigen Augenblick halte ich daS Hinzutreten weiterer Autoritäten nickt für eine bringende^ Nothwendigkeit. Ich habe aber bereits angeordnet, daß in allernächster Zeit eine Kommission aus den betheifigten Restarts das Revier besuchen soll, um alle Vorsichtsmaßregeln zu fontrotiren. Ich muß bestreiten, daß die Verwalttmg nickt in genügendem Maße ihre Pflickt thut. Dieser Vorwurf ist gegenstandslos. Herr Sachse hat eben des besseren Effekts wegen bei feinen Vorwürfen manches fortgelafsen, waS die Sache in ein anderes Licht stellt. Gegen den Vorschlag, die Berieselung einzustellen, haben wir bisher uns durchaus ablehnend gestellt. Wer jemals die Wirkung einer Kohlenstoffexplosion gesehen Hat, her wird daS nur billigem Gleichwohl werden wir jetzt einen Versuch nach der angegebenen Richtung machen. An den emstlichsten Bemühungen meinerseits wird es nicht fehlen. Ter Antrag Sachse ist aber überflüssig. Mittel sind reichlich vorhanden. Ein»r der Zeckendirektoren hat ausdrücklich betont, es käme auf das Geld gar nicht an: jede Zecke fei bereit, 100 000 Mark dazu zur Periügimg zu stellen. Ick möchte Hemm Sackse bitten, in der ihm nahestehenden Vreste daraus zu bringen, daß die Bergarbeiter die Gelegenheit, die Ercremente in den Aborten abzulagern, auch hemmen: es ist ein unerhörter Zu- stand, daß eine ganze Anzahl von Arbeitern in leichtfertiger Wette immer wieder die Aborte nickt benutzt und dadurck alle ihre Mitarbeiter in schwere Lebensgefahr g-bra^t habe. Zugleich bitte ich Sie, diele traurige Angelegenheit nicht für Wahlzwecke fruktifiziren Dienstag, 24. Februar 1903 Eichener Anzeiger sprocken ins Land binauSaeht. SB» He fünfÜften Sttanen betrifft fo ton M im | U'mtU abHut'nidtttat. wich auf diese Einzelheiten nicht mnlasten. Wo wurden wir dann I,.„s 4, m.a, d e 5 Ruder des Gemeinwesens von Vermischtem Die Ursache der Die Prinzessin hat bereits Nur etwas über vier 3 mit kundiger Hand da starb gestern der Jakob Nover, es ihm vergönnt. nommen und kann möglicher Weise schon Ostern d. I. vollzogen werden. Auch steht die Erbauung eines neuen Schulhauses mit zwei Klassensälen bevor. Im preußischen Abgeord betenhause begann am Montag die zweite Lesung des Eisenbahn- Etats. Minister Budde teilte mit, daß er bestimmt hoffe, dem Hause in allerkürzester Frist eine Nebenbahn-Vorlage machen zu können. Es fehle noch die königliche Ermächtigung zur Einbringung der Vorlage. Alsdann entwickelte der Minister sein Programm, dabei betonend, daß er nach den altbewährten Grundsätzen verfahren werde, die bisher für die Verwaltung der Eisenbahn maßgebend gewesen seien. Er werde Tag und Nacht bereit sein, so führte der Minister weiter aus, für die Wohlfahrt der Eisenbahn zu sorgen. Dagegen werde er aber auch aufs Strenste bedacht sein, jeden Angestellten oder Beamten zu beseitigen, der sich an umstürzlerischen Bestrebungen beteiligt. Schließlich stellte der Minister noch einen eventuellen Nachtragsetat in Aussicht, falls die geforderten Mittel für die Ergänzung des Wagenparks nicht ausreichen sollten. Hierauf nahmen die Abgeordneten der verschiedensten Parteien das Wort. Die Vertreter der Rechten erklärten sich hauptsächlich mit dem Vorgehen des Ministers gegen die Sozialdemokratie einverstanden. Kirche und Schule. Saarbrücken, 23. Febr. Die katholischen Pfarrer des Dekanats Saarbrücken haben in Angelegenheit des Trierer Schulstreites ein E r g e b e n h e i t s s ch r e i b e n an den Bischof Ko rum gerichtet. In demselben Hechtes, daß die Pfarrer von Saarbrücken mit Entrüstung und tiefem Bedauern Kenntniß genommen hätten von den schmä- lichen Verdächtigungen und Verunglimpfungen, mit denen Dr. Ko rum in den letzten Tagen überhäuft worden sei. Zum Schluß wird gesagt, für uns im Saarrevier war der Erlaß des Bischofs Korum ein frisches Wort zur rechten Zeit, weil man „leider" auch hier jene Verhältnisse wie in Trier durch Gründung eines paritätischen Lehrerinnen- Seminars herbeiführen wolle. Makedonien. Eine Meldung aus Ueskueb besagt, daß am 19. ds. ini Bezirke Resvoischte ein Zusammen stoß mit einer gegen Setrumica marschierenden bulgarischen Bande stattgefunden hat. Die Bande verlor sieben Tote. Beiden Leichnamen wurde Dynamit gefunden, welches wahrscheinlich zur Zerstörung der Eisenbahnen bestimmt war. Tie Pforte ließ das Memorandum Oesterreich-Ungarn und Rußland sofort übersetzen und legte es im Yildizpalaste vor. Eine Antwort wird für die nächsten Tage erwartet. Das Blatt „Giornale d'Jtalia" giebl der italienischen Regierung den Rat, die Aktion Oesterreichs und Rußlands bei Seite zu lassen, und lieber der Türkei beizustchen, um von dieser besondere wirtschaftliche Zugeständnisse in Albanien und Tripolis zu erlangen. Parlamentarisches. Berlin, 23. Febr. Dem Ab geordnet en Hause ging eine von den Nationalliberalen unterstützte 3 n t e r p e l l a t i o n der Abgg. Beumer, v. Eyuern, Schmieding und Wallbrecht zu, welche lautet: Sind die Vorarbeiten für den Bau eines Schiffahrtskanals vom Rhein zum Dortmund-Ems-Kanal durch das Emschcrtal (als Teilstrecke des Rhein-Weser-Elbe-Kanals) soweit abgeschlossen, daß die zu wählende Linienführung endgiltig fest- fteht? Ist die Staatsregierung für diesen Fall bereit, uni die abermalige, die wirtschaftlichen Interessen des dortigen Industriegebietes schädigende Verschiebung dieser Linie "zu vermeiden, alsbald, und wenn möglich noch in dieser Tagung, mit einer Kreditforderung an den Landtag hcranzutrefen, um den Grunderwerb für die projektierte Linie zu sichern? — Der Abg. am Zehnhoff lZtr.), welcher in der heutigen Landtagssitzung während einer Rede von einem Unwohlsein befallen wurde, ist, wie gemeldet wird, nur leicht erkrankt. Er reiste heute nach Köln zurück. Berlin, 23. Febr. Wie die „Nordd. Allgem. Zig." hort, ist der Termin für die bevorstehenden Reichstagswahlen noch nicht festgesetzt worden, da sich das Ende der Arbeiten des Reichstages noch nicht mit Bestimmtheit absehen läßt. hre lang war Bad-Nauheim, 23. Febr. Hier Seligen st ädter Bü.germeister suchte sich zu vergifte n. . ______ Nacht gebracht und ist bereits abgereist. Tat soll Eifersucht sein. T" " ‘ hätten die Bücher keine Uebersicht über den Vermögensstand der Bank gewährt. Rechtsanwalt Gordon fragt, ob die Buchung für weitere Zeit die Uebersicht über den Vermögensstand der Bank vereitelte. Plaut antwortet: Nein. Bei dem Verkauf von 339 000 Mk. Obligationen ging die Zahlung am 6. Juni ein. Dieselbe wurde im Kassabuch unterm 6. Juni, im Kontokorrentbuch unterm 31. März gebucht. Tie Sachverständigen bezeichnen auch diese Buchung für unzulässig. Auf Befragen Gordons erklärt Plaut auch diese Buchung sei nicht geeignet gewesen, die Ucber- sicht über den Vermögens stand der Gesellschaft zu vereiteln. Ferner kam der Verkauf ungarischer Obligationen zur Sprache, die in derselben Weise, wie bei den anderen Effekten vorgenommen war. Plaut bemerkt, diese Geschäfte seien von vornherein sämtlich korrekt und für die Leipziger Bank von Vorteil gewesen, denn diese erhielt dadurch Bargeld. Somit wurde die Sicherheit erhöht. Schlimmer sei es gewesen, daß sie immer mehr Gelder lieh. Exner erklärt, Schmidt erhielt nur so viel Geld, als Kredit eingeräumt war, und zwar immer nur in der Höhe der geleisteten Sicherheit. Die Erweiterung des Kredite hätte im Aufsichtsrat ausdrücklich beschlossen werden müssen. Aus die Ausführungen des Vorsitzenden, daß es Exners Pflicht war, sich mit allen Mitteln gegen diese Erhöhung des Kredits zu verwahren, erwidert Exner, sobald Schmidt nachwies, daß er zur Wetterführung seiner Unternehmungen mehr Geld gebrauche, und außerdem die Sicherheit erhöhte, hätte die Erweiterung des Kredits nicht versagt werden können. In der Nachmittagssitzung kam das Geschäft der So- ciete anonyme Ehimique Hemixem in Brüste! zur Sprache. Diese Gesellschaft verpflichtete sich, 5 Millionen Tochteraktien der Trebergesellschaft zu 4 Millionen Francs käuflich zu erwerben und der Brüsseler Bank zu zahlen. Dafür garantierte die Trebergesellschaft der Brüsseler Gesellschaft 10 Prozent Dividende. Die Leipziger Bank entlastete aua) die Trebergesellschaft um 4 Millionen Francs, obwohl sie noch keine Valuta erhalten hatte. Tie Hemixem-G^sell- schaft zog sich -aber sofort 2 Millionen Francs Treuhandgelder ab und zahlte 2 Millionen an die Leipziger Bank. Letztere wurde aber dadurch Schuldnerin der Hemixem- Gesellschaft. Als der Konkurs der Leipziger Bank ausbrach, machte die Hemixem-Gesellschast auch ihre Ansprüche geltend. Sie handelte dabei, wie der Sachver- pändige Plaut bemerkte, nach den belgischen Gesetzen vollständig loyal. Schließlich gelangt ein Brief Schmidts an Exner zur Verlesung, in dem Schmidt mitteilt, er werde wieder 21/2 Millionen Mark zur Dividendenverteilung brauchen. Die Trebergesellschaft habe bei verschiedenen Banken Guthaben von annähernd sechs Millionen und außer bei der Leipziger Bank keinerlei Verbindlichkeiten. Es sei begründete Aussicht vorhanden, daß die Tochtergesellschaften nächstens in volle Tätigkeit treten. Alsdann werde die Trebergesellschaft die Leipziger Bank nicht mehr in Anspruch nehmen, sondern ihr sehr bald beträchtliche Zahlungen machen. Darauf wird die Verhandlung aus morgen vertagt. die Eh e sch eidungsklag e eingeleitet und soll beabsichtigen, sich mit einem österreichischen Grafen zu verheiraten. Ucurfte Meldungen. Origiiialdrahtmeldimgen des Gießener Anzeigers. Berlin, 23. Febr. Im Hauptpostamt der Heiligegeist- straße explodierte heute nachmittag ein Brief, der, wie festgestellt wurde, Kindcrpiftolenplättchen enthielt. Der die Stempelmaschine bedienende Ilnterbeamte wurde erheblich verletzt. London, 23. Febr. Hier ivurde heute ein Blaubuch über die südosteuropäischen Angelegenheiten ausgegeben. Caracas, 23. Febr. (Reuter.) Die Ausständigen erlitten bei Rio Schicko eine Niederlage. eonniW to" •SSXj ** * Ä« ■nitlgtr «W -^rnlprtd^^L ÄU ^ranzrebt d°r 6tM te® & X Ichon von J Wfcm bÄ «"iÄ üteyjjp vcn llll unö bnrfhen? u; net still?^ dern St nUnb ft * Genf, 23. Febr. Lach en al hat eine Abschrift des Urteils im Ehescheidungs-Prozeß der P r i n z e s s i n erhalten, welche eine lange Begründung ent - hält. Er teilte dasselbe der Prinzessin mit Es ist nun ganz sicher, daß die Groß Herzogin von Toskana n i ch t n a ch L a M e t a i r i e kommt, dagegen ist möglich, daß eine Z u s a m inenf u 11 f t statt Und en wird, wenn die Prinzessin einen neuen Aufenthaltsort gefunden hat. Gerichtssaal. Steinamanger, 23. Febr. Der Gerichtshof verurteilte den Privatier Georg S lieber, welcher den Advokaten Geza Ermuszl 1 m Duell tötete, zu zw eiern h alb Jahren Ge sän gnis. Das Duell ist daraus entstanden, daß Stieb , r den Advokaten, der in einer Prozeßsache die Gegenpartei des Grafen Emerich Festetich vertrat, tätlich beleidigte. Aus Stadt uni) Land. ^Tagesordnung fürdieSitzung der Stadt - verordneten-Versammlung, Donnerstag, den 26. Februar, nachmittags 4 Uhr. 1. Mitteilungen. 2. Baugesuch des Karl Dorfeld zu Wiesech für die Marburgerstraße. 3. Herstellungen im Bürgermeisterei-Gebäude. 4. Anlage von Fußsteigen in der Landgrafenstraße. 5. Ausbau der Roonstraße; hier: Straßenauffüllung durch Weißbiüder- melfter Johannes Schäfer. 6. Gesuch der Adolf Deutscher Ehefrau wegen Errichtung eines Selterswasserhäuschens in der Frankfurterstraße. 7. Beitritt der Stadt zur Hessischen Vereinigung für Volkskunde. 8. Desgl. zur Mathil- denftiftung für Oberhessen. 9. Gesuch hiesiger Handels- gärtner, Gemüsehändler pp., die Zulassung auswärtiger Verkäufer auf dem Wochenmarkt betr. 11. Kokslieferung für die Provinzialsiechenanstalt. 12. Kündigung des Rohr- meisters Rettweiler. 13. Er w eitern n g der Straßenbeleuchtung. 14. Beschaffung von 2 Wandwinden für das Reinigerhaus im Gaswerk. 15. Herstellung eines Kleiderraumes und eines Arbeiterbades im Gaswerk. 16. Verschiedene Anschaffungen für das Elektrizitätswerk. 17. Anschluß des Elektrizitätswerkes an das Gasrohrnetz. 18. Kabelverlegung in der Schott- und Stein- straße. 19. Rechnung der Armenkasse für 1901/02. 20. Voranschlag der Armenkasse für 1903/04. 21. Gesuch des Wilhelm Petry um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Bahnhofstraße 31 (Solmser Hof). 22. Gesuch des Ludwig Flamme um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Neuenweg 5 (Deutsches Haus). Konzert-Verein. 'Sonntag, den 1. März (Hauptprobe Samstag, 28. Febr.) Mit dem vorliegenden Sonntag schließt der Verein durch das 6. Konzert seine diesjährige Tätigkeit. Hatten sich die ersten fünf Konzerte namentlich durch hervorragende, teilweise sogar hochberühmte Solisten ausgezeichnet, so liegt beim 6. Konzert der Schwerpunkt in den orchestralen und choristischen Darbietungen, ohne die Bedeutung der vier Solisten hierdurch auch nur im geringsten unterschätzen zu wollen. Beethoven's Neunte Symphonie stellt an das Orchester ganz gewaltige Ausgaben und zwar nicht blos in technischen Schwierigkeiten, sondern auch in der Klangfülle. Deshalb hat auch der Vorstand sich entschließen müssen, unsere tüchtige, einheimische Kapelle ganz umfassend zu verstärken, so daß diesmal Univers.-Musikdirektor Trautmann eine Schar zu befehligen hat, die ihm in Gießen noch nicht zur Verfügung gestellt war. Der oben angeführte Umstand ist wohl auch der Grund, weshalb Beethovens gewaltige Tonschöpfung seit 21 Jahren, die letzte Aufführung war unseres Wissens am 21. Febr. 1882, nicht wieder zu Gehör gebracht worden ist. Ein echtes Jubiläum feiert aber das zweite Werk, die „ Wa lpurgis- nacht" von Mendelssohn. 1853 am 15. Januar, also vor 50 Jahren, ist dieses Werk zum erstenmale in Gießen auf- geführt worden. In der „Walpurgisnacht" tritt, bei aüer Wichtigkeit des Orchesters, der Chor und die Solisten in den Vordergrund. Freudig muß es anerkannt werden, daß auch bei letzteren, wie beim Orchester, keine falsche Sparsamkeit geübt wurde, sondern hervorragende Vertreter verpflichtet wurden. So können wir denn zweifellos auf einen würdigen Schluß der Konzertsaison mit Sicherheit rechnen, und der Konzertverein wird sein 111. Jahr, ebenso mte er cs begann, mit Jugendfrische schließen. ä. Annerod, 23. Febr. Die Schülerzahl an un- fercr cmllässigen Schule hat in den letzten Jahren stetig zugenommen, sodaß sie jetzt auf über 90 gestiegen ist. Die Errichtung einer weiteren Klaffe ist deshalb in Aussicht ge- Zlnisli den Bcrei unb tn< tob der W- “V bchenM weite |ie velÄMinen, wenden, die in 11 spannten alneritc U Tie titel eines eng demzufolge aus indisu)e Geschvl Jamaica, der f fünft eines JW schiffe erwarte! ei dies ein Be mr alle Event Mahregeln eir Ter unmi ltsch-westindifch stehende Annal amerikaniscken hat England i §db überlasse Monopol im v rechts an. Ll Union den en; derer Nationen können. Znde! von England läge also trc und Reast wü Erfolg behal hinaus, und schaffen, ist indischen Gcsl In Jaina stigen LiiiW allen Diidjinng ti]>y onburad, - sie bilden t Zentrale Jamai vasis für ein Drescht der ist es dmgege Projekt des t Union hm fi wohl fehl, wo zende kommey an der Sonne sind teils rät po.litisclM un also das im; strategischer W im Ernstfälle dessen löeüölfe: )vnipaii)i|ieri. -ur Ännexion Republiken ha englischen Pech ni£W hinaus. 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Das mit der Trebergesellschaft abgeschlossene Geschäft wurde perfekt, sobald die Bank die Genehmigung erteilt, und sich zum Rückkauf verpflichtet hatte. Bankier Plaut erklärt, das Geschäft wäre korrekt gewesen, wenn die Bank am 28. März Münchmaier belastet ™. lun 31. März die Trebergesellschaft erkannt hätte. Allem aus einem Briefe von Gentzsch an die Trebergesellschaft gehe hervor, baß die Trebergesellschaft am 8. Avril erkannt sei. Daraus entnehme er, daß das Geschäft er ft am 1. April gemacht sei. Dies sei eine Vordatierung, die ltlIDrEc^. HE?- Die Frage des Verteidigers Gordon, ob Die Bordatierung bewirken konnte, daß die Bücher der ^.ank keine Uebersicht über den Stand der Bank gewahrten, wird von Plaut verneint. Sachverständiger Süß- lmd vezeichner es als durchaus unzulässig, wenn bei einem abgeschlossenen Mouai noch Blätter freigelassen werden. Zeuge Buachaltcr Preßler bezeichnet die Rückdatierung, die m _ allen Bankgeschäften vorkomme, als zulässig. Auf des Vorsitzenden giebt Zeuge zu, daß auf Anordnung Exners ofrmals mehrere Monate hindurch Konten vffen gelassen seien. Plaut hält eine Rückdatierung nur für unzulässig, wenn der Abschluß bereits gemacht sei. ^m weiteren Zerlaufe der Verhandlung kam der von der ~Lreb€rge|eil| u;aft an Rudolf Lracl: Hamburg bewirkte Verkauf von 400000 Lire italienischer Obligationen zur Sprache, wobei dieselbe Rückdatierung stattsand Sach verständiger Plaut erklärt, wenn am" 31 März oder 1 'Ilpril der Konkurs der Leipziger Baut ausgebrochen roäre’ Paris, 23. Febr. Der „Aiatin" berichtet aus Kairo. Die Prinzessin Tussun, Schwester des Khediven, Verne wurde an Bord einer Seligenstadt zu führen. Seit einiger Zeit herzleidend, suchte Nover hier Liederherftelluna. — Zum Direktor des Großh. Kurorchesters wurde Musikdirektor Wilhelm Bruch, Leiter des Philharmonischen Orchesters in Nürnberg, ernannt. —f— Mainz, 23. Febr. Ter Hauptteil der öffent lichen karnevalistisch u I rmlstaltungen, der fogenannte R 0 s e n m 0 ii t a g e < u g, hatte infolge außerordentlich . günstiger Witterung : . ;in w . oer einen kolossalen Fremden- zuzug hierher geführt. Schon die ersten Morgenzüge brachten aus aiLu Windrichtungen der Zuschauer in Masse, die sich gegen die Mittagsstunden so gemehrt hatten, daß stellenweise sich der Verehr in den Straßen staute. Frank- surr, Wiesoaoen, Darmstadt und das Rheingau bildete wie immer das Hauptlontingent der Fremden. Ter Zug, der sich, wie üblich, fast eine Stunde später als auf dem Programm vorgesehen, in äNnwgung setzte, umsaßte nicht weniger als 50 Gruppen, unter denen sehr zah^eiche Musik- iorps vertreten waren, die neben den bunten Falben der verschiedenen Kostüme dem Umzug reiches L^ben verschafften. Ms besonders humoristisch seien von den Gruppen hervorgehoben: „Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser", das „Narrenschiff", „Mainzer Trambahn", „Hinterbliebene der Pferdebahu", „Närrischer Reichstag", „Empfang der 63er in Frauimot a. M.", „Hebung des FremdenverkebrL", „Aushebung des Brückengeldes nach Darnistädter Begriffen", „Ball m Erefeld" uuo das „Schulhaus in Trakehuen". Letzteres war in Zorm eines Schweine- stalles dargestellt, der mck Stroh bedeckt war. Ter Empfang der 63er in Frankfurt zeigte den Eschenheimer Turm mit der Ariadne davor, mit dem Storch auf dem Turme. Die Aufhebung dcs Brückengeldes nach Darmstädter Begriffen war durch einen großen Kafsenschrank dargestellt, in welchem das Brückengeld, welches die Rheinhessen zahlen müssen, für Darmstädter Zwecke sorgfältig aufbewahrt wird. In dem närrischen Reichstag waren die bekannten Auftritte im Reichstag, in welchen der Abg. Ulrich eine große Nolle spielte, gelungen skizziert. Der Ball in Erefeld zeigt in dezenter Weise gewisse Vorgänge, welche sich vor kurzem in Erefeld zugetragen haben. Die Gruppe zur Hebung des Fremdenverkehrs charakterisierte gelungen die Bestrebungen eines Vereines hier, der schon'allerlei zur Hebung des Fremdenverkehrs versucht, aber bis jetzt noch nichts als die Vermehrung der Bedürfnishäuschen, der Schutzmannschaft, der OrgUmänner u. bergt erreicht hat. Der Zug, der auch sehr flotte Reitergruppen aufwies, brauchte zu dem Umzug nahezu zwei Stunden. Nach Beendigung des Zuges fand ein Ansturm auf die Hotels und Wirtschaften statt, und obwohl hier an solchen durchaus kein Ni angel her rschr, mußte gar mancher lange suchen, bis er Unterkunft fand. Frankfurt a. M., 23. Febr. Der Schriftgießer- streik von Frankfurt und Offenbach, welcher zehn Tage dauerte, ist nunmehr beendet, nachdem die Forderungen der Gehilfen bewilligt worden sind. Die Arbeit wird am nächsten Mittwoch wieder aufgenommen.— Gestern erschoß sich der Kohlenhändler Peogolin. — In Oberrad erhängte sich der Schlächter Jean Drechsler. — Heute früh erschoß sich die 2(rbeiterin Emilie Bender im Hause Fahrgasse 30. — Der Buchdruckereibesitzer Hauser ist mit der Einlegerin Marie Fuchs verschwunden und hat seine zahlreiche Familie im Stich gelassen. — Der Schneidergehilfe Ehmann, der nach dem Besuch eines Maskenballes am Main spazieren ging, stürzte in den Fluß und ertrank. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In letzter Nacht brach in dem königlichen Kohlenbergwerk Will)elmshöhe. bei Kassel ein kolossaler Brand aus, welchem 50000 Zentner Braunkohlen zum Opfer fielen. Fast sämtliche Gebäulichkeiten dieses Werkes über der Erde wurden eingeäschert.