Nr. 301 «Nchetnt tSgNch außer Sonnlags. Dein Siebener Anzeiger werben tm Wechsel mit dem Äffischen Landwirt die Siebener Kamillen- vlutlei viermal in bei Woche beigelegL Ttotaiionöbrud u. Her- lag bei Brühl 'tchen Univerl.-Buch u.Elein- bruderei (Piettch (i rben) Erstes Blatt. 153. Jahrgang Mittwoch 23. Dezember 1903 VezngSprei-i monatlich 7b Pt^oieNel» jährlich Mk 2.20, durch Abhole. u. yioeigfleUey monallicb 6o Pt-: ^urc^ bie'VoÜ '.Ulf. 2.—viertel* IcibrL ausIdjL BeNellg. Annahme von Anzeigen üi die Tagesriununer jUI Dormtliagfl 10 Uhr. eilen prett total 12 SVU auflrvdrtfl ISO Wg. ■0« ca *i cl M d) lü< den pottl anb ad gern, letl. U ÖHito, tüt ,-Stabl und tianZr unb -GenchlSsaot*. 'liuauft Götz, tüt den Vln- ^etaentetl: £an « Beck. i l Monats=Beilage | rum X<# Gießener Anzeiger r Keneral-Wersammlung des Kreiszuchlvcreins für Wogclskerger Hiieh. (Orig.-Artikel des „Hess. Landwirt") w. Gießen, 21. Dez. Gestern nachmittag hatten sich im Cafe Ebel die Züchter des Vogelsberger Müdes versammelt, Nm vom Direktor des Kreiszuchtvereins Gießen, Kreisamtmann Dr. Kranz buhl er, den Geschäfts- und Rechenschaftsbericht für 1902/03 entgegenzunehmen. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles nahm Oekonomierat L e i t h i g e r-Alsfeld das Wort zu einem Vortrag über das Zucht ziel des Vogelsberger Rindes und über die Mittel und Wege, wie dieses Ziel zu erreichen sei. Es sei zuerst zu fragen, welches Ziel erreicht werden müsse, und um hierauf eine Antwort zu geben, müsse man sich klar vor Augen stellen, worauf es bei uns in der Provinz, deren Ackerbau treibende Bevölkerung vorwiegend aus kleinen und mittleren Grundbesitzern besteht, eigentlich ankommt, und • da sage er, die Zurrt müsse dahin gehen, ein gutes Milmvieh, 'dabei aber auch ein Tier zum Ziehen zu erzeugen, welches gleichzeitig auch als Schlachtvieh etwas einbringt, denn diese Eigenschaften seien es besonders, welche unsere Landwirte schätzen und bei denen sie zufrieden sind. Um diese Eigenschaften beim Vogelsberger Rind heranzuzüchten, sei zu fordern, daß die zur Züchtung bestimmten Rinder gesund sind, daß sie gewisse Körperformen aufweisen und daß sie die Fähigkeit ttt sich tragen, die guten Eigenschaften ihrer Rasse auch zu vererben. Welche Form das rote Höhenvieh haben muß, hat uns die letzte Ausstellung aus dem Trieb gezeigt. Die mit Preisen ausgezeichneten Tiere wogen 8 bis 10 Zentner, jie verfügten über einen breiten, geraden Rücken, über- breites Becken und breite Brust. Man muß verlangen: ein gutes Gangwerk, seine Haut und ebenso Kopf und 5-örner, wie die Preistiere sie hatten. Eine besondere Nutzeigenschaft sei die Milchergiebigkeit der Vogelsberger- Kuh welche pro Jahr, bei normaler Fütterung 2o00 Liter, bei frischmelkenden Kühen 16—18 Liter pro Tag nnt wer Prozent Fettgehalt betrage. Diese Leistung sei nicht nur ru fordern, sondern sie sei überall zu erzielen, wie die Resultate auf den Zuchthösen und auch bei Tieren. im Privatbesitz, welche wegen der Milchergiebigkeit kontrolliert werden, ergeben haben. Man dürfe die Tiere, um ein gutes Gangwerk bei ihnen zu erzielen, nicht zu früh überlasten Die Resultate, welche wir mit der Nachzucht der reinrassigen Vogelsberger Rinder erzielt haben, bestätigen, daß auf deren Vererbungssähigkeit ihrer guten Eigenschaften uiibedingter Verlaß sei. Ter Redner kommt nun auf die Bewegung im benachbarten Kreise Wetzlar, welche auch teilweise in unserer Provinz, ja sogar wt tyoljen Vogelsberge sich bemerkbar mache, und welche dahm sich richtet, die Vogelsberger Rasse abzuschaffen und statt der Reinzucht Kreuzung mit Simmentaler Vieh zu züchten. Es> wäre, so erklärt der Redner, unvernünftig für den Landwirt, dieser Strömung nachzugeben. Zwar gebe die erste. Kreuzung ein brauchbares Viehmaterial, welches augenfällig die Vogelsberger an Körpergröße usw. übertreffe. Aus diesem Kreuzungsprodukt aber brauchbares Material in der Folye herauszuzüchten, sei unmöglich; es sei dies trotz der vielen Mühe, welcke inan sich nach dieser Richtung gegeben habe, ein Kunststück, das sogar der Großgrundbesitz noch nicht fertig gebracht habe. Viel weniger noch würden dies unsere Kleinbesitzer in der Provinz fertig bringen. Bei der Nachzucht mit Kreuzung seien die Rückschläge bisher nicht ausgeblieben. Das Produkt seien Tiere mit allen möglichen Eigenschaften; ihre Nutz? leistung sei außerordenttim verschieden. In der Folge, degeneriere das Vieh aus solcher Kreuzung, und man müsse dann schließlich, nachdem die Viehhalter den Schaden! gehabt hätten, wieder zur Vogelsberger Rasse zurückkommen. Wenn man die Klagen mit anhört, daß unsere Vogelsberger zu klein seien, so vergißt man, daß die Viehzüchter! daran meist selber die Schuld tragen, weil sie das Tier falsch und schlecht ernähren, wodurch nicht nur beim! Vogelsberger, sondern mich beim Simmentaler Vieh die Rasse herunter gedrückt wird. Bei unserem kalkarmen Boden sei es ganz ausgeschlossen, daß sich das Knochengerüst unseres Rindviehs so entwickeln könne, wie dies der Fall sei in der Schweiz, wo der Pflanzenwuchs eine Fülle von Kalkstoffen in sicb aufnehmcn könne. Es sei unbedingt nötig, daß das Kalb nicht, wie es jetzt geschieht, schon nach 14 Tagen bis 3 Wochen von der Mutter abgesetzt werde, sondern mindestens 5—6 Wochen mit Vollmilch ernährt wurde. Nur wenn auf diesem Gebiet ein Wandel zum Besseren eintritt, werden die Klagen über die kleinen Kälber bei den Vogelsbergern verstummen. Vollkommen unverständig aber 'sei es, wenn Die jungen Tiere nach dem Absetzen gleich mit Heu- und Kleinfutter abgespeist würden, und gerade diese falsche Methode sei schuld daran, daß Tiere verkümmern und vielfach sich schlecht entwickeln oder gar zu Grunde gehen. Hart verurteilt Oekonomierat Leithiger die Art, wie man noch viel zu junge Rinder zur Nachzucht benutzt und dadurch verschuldet, daß nur kleine, schwächliche Kälber das Resultat bilden, wodurch selbstverständlich die Vogelsberger Rindviehzucht diskredi- ditiert wird. Es muß streng darauf gehalten werden, daß kein Rind vor dem 18. Monat zum Bullen kommt. Nur dann könne man, bei geeigneter Behandlung des Kalbes in der Fütterung gutes und zufriedenstellendes erreichen. Ter Redner kommt dann auf die Zuchthöfe und deren Notwendigkeit zu sprechen und erklärt, daß, wenn die Zuchthöfe nicht gewesen wären, wir heute überhaupt keine Vogelsberger Rinder mehr haben würden. Als man notgedrungen diese Einrichtung schuf, da war es überhaupt schwer, Vogelsberger Zuchtvieh zu finden. Mit den damals! vorhandenen Resten dieser Rasse haben uns die Zuchthös? e r e i t zu halten. Wie die „Neue > die W.ener diplomatischen Kreise '.sch-japanischen Differenzen ohne verden. en Bureau aus Petersburg vom Zrivatsorrespondenten zugegangene Krhäü.^s zwischen Rußland und Tas ruf f i f che Auswärtige Amt -and vorherrschende p e s si inisti- : englischen Meldungen seien von wesen, aber das Petersburger ehe keinen Grund, weshalb! f friedliche Regelung dev a verlieren sollte. lchtweise gemeloe,., der französische e l c a s s s bot sich als S ch i e d s - und Rußland an. kreisen wird davon gesprochen, daß gegenwärtig in Berlin Sondier* m auf dem deutschen Markte - h e n unterzubringen. Angeblich Millionen Mark. lirrd £anb. ßen, den 23. Dezember 1903. S. K. H. der Großherzog haben er Hess.-Preuß. Eisenbahngemein- s e r zu Dieburg aus Anlaß seiner land das Lcklgemeine Ehren-eichen treue Dienste" verliehen. tliche AusstellungGießen .rende Ausschuß der verflossenen ülung hier war vor einigen Tagen Rechnung über das Unternehmen : versammelt. Oekonomierat Lei- wtz der Ungunst des Wetters die em Fehlbeträge von rund 9500 ein Betrag, den der landwirtscb. sparnisse wieder gut machen wird, l. daß, wenn die Witterung wäh- einigermaßen erträglich gewesen nicht nur mit keinem Fehlbetrag, eblichen Ueberschuß abgeschlossen ma. Eine hochinteressante Reif^ rpanorama ausgestellt. Nachdem Tagen so verdienten Beifall gelte die Fortsetzung der „Reise in i für das verwöhnteste Auge sind her Genuß, weil durch die „natür- ch uns eine Welt erschließt, die st. Biele Bewohner wissen noch n Sehenswürdigkeiten hier all- wden. Viele Vereine entnehmen llets, aus die hiermit nochmals ndeswaisenkasse zu Darnt- 3t$." im Jahre 1902/03 eine 379,60 Mk. Unter den 201458,39 .wen Einnahmen befindet sich ein ckstasse von 168 496,92 Mk., ferner ile, Jllate der Kinder, 11396,24 Unter den Ausgaben sind ver- ldungen und andere persönliche Verpflegung der Waisen (Pslege- terstützungen 35 310,59 Mk. und d Arzneimittel 4746,51 Mk.) und vendungen; zusammen betragen Mk. — Ende März 1902 waren egung, zugegangen sind 468 (162 anderer, über Volkswirtschasts- jrsverhlütnisse, Geld-, Bank- und ßmethoden 2C. son Sonatinen hat der Kla- n g a r t bei P. I. Tanger in llt 20 Sonatinen von Beethoven, Vt, Haslinger, Hünten, Kuhlau, )el zusammen, ordnete sie nach ah sie mit Fingersatz, Vortrags- Tiese sorgfältige Bearbeitung ;en, der neuen Sammlung all- sen, dazu kommt aber noch: die rlos. Wie ein Glied der Kette utaT hervorgehoben. Außerdem sind noch ein Schnittbogen, eine Tafel mit Maßtabellen und eine Tafel' mit modischen Neuheiten beigefügt. Jedenfalls ist dieses Buch das Beste, das augenblicklich aus diesem Gebiet existiert. Zum Preise von 1 Mark erschien soeben ein „Praktisches Wirlschastsbuch für sparsame Hausfrauen". (Verlag des Deutschen Druck- und Verlags- Hauses in Berlin S.W., Lindenstvaße 26.) Die emfatf/e, übersichtliche Anordnung ermöglicht mit geringer Muhe eine-genaue Übersicht über die H.aushaltungskosien in den verschiedenen Zweigen. Sie ist zugleich eine Chronik der gezahlten Preise und eine Quelle interessanter Raum für Notizen und Adressen, hauswtrtschastltcye Be- lehrungen, ein Verzeichnis der Geburtstage usw. vervollständigen das daueryast gebundene Buch. . Wandkalender 1904. Wit Jagdbildern aus der tteit Kaiser Maximilians. Von Wilhelm Stumpf Verlag von Karl Ernst Poejchel, Leipzig. Preis 1.80 Mk. — Tie ^chderne Kunst hat unter anderem Guten das große Ver- ; im noroecgrunoe ein rapiraier iÄchhir;cy, Der den einen Hatzrüden auf seine gewaltigen Schaufeln genommen hat, schickt sich eben an, den zweiten, der sich in seinem Vorderlauf verengen hat, übers Kreuz zu fassen. Tie beiden Jäger sind auf Skis der Hatz gefolgt und greisen mit Speer und Bogen den Urelch an. — Der Kaufmann. Kalender 1904. Verlag von Karl Ernst Poeschel, Leipzig. Preis 40 Pfg. Dieser Kalender, der für Kaufleute bestimmt ist, gewannt auf den ersten Blick durch sein künstlerisches Teureres und und seine geschmackvolle Ausstattung. Blättern wir in dem handlichen Bändchen, so sehen wir neben dem Kalendarium interessante Bilder aus der Vergangenheit des deutschen Kaufmanns eingeschalten. Wir finden da unter anderen den Titel zu Adam Rieses Rechenvuch aus dem Jahr 1574, einen Frackst- brief von 1756, einen Berliner Kurszettel von 175u und Darstellungen aus dem Leben der Kaufleute des 16. bis 18. Jahrhunderts. Nicht minder wertvoll ist der textliche Inhalt des Kalenders. Er enthält Abhandlungen namhafter Autoren, Tr. Georg Obst, Pros. W Wick, Dr. Einil Deaert, ;iey an Das anoere reiht, so reicht eine Sonatine der anderen die Hand und nirgends tlafst ein Riß. Dieses lückenlose Vorgehen ist ettvas, was das Bungartjche Sona- tinen-Album zu einer wertvollen Bereicherung des Kla- vierunterrichissbosfes macht. Ter stattliche Band (72 Seiten stark) kostet nur 1 Mk. — Karl Stelter, ein von weiteren Kreisen leider nicht nach Gebühr geschätzter Lyriker, ein Schüler Geibels, DoUenbet am 25. Dejemder sein 80. Lebensjahr. Von seiner geistigen Frische leqt sein soeben bei Baedeker in Elberfeld erschienenes Buch: „Erlebnisse eines Achtzigjährigen" ein beredtes Zeugnis ab. Stelter ist aus seinem langen Lebenswege einer Reihe bedeutender Rlänner begegnet und erzählt davon m seiner gemütlichen An tn diesem Buche recht Interessantes. Wir nennen von denen, die mit ihm umgingen und mit denen er umging, nur (Sufi. Freytag, Fr. v. Bodenstedt, Wilhelm Jordan, Jul. Rtuershaus und Ernst Schereubera. Seit -0 Jahren lebt Stelter, em geborener Elberfelder, in Wiesbaden. Newyork, 22. Dez. Vor einem hundertkövfigen geladenen Publüum taub gestern in der Metropoulan-Opera die einen großen Eriolg versprechende Generalprobe zu Wagners -Parst s a l" statt. f FREIS- MKDAILLE \ 187D . - T k Vor den Feiertagen gewähren wir diesen außerordentlich hohen Rabatt (50 Mr. Bons 2.50 Mk. in Bar od. in Waren) auch aus unsere an und für sich sehr billigen Znckerpreise. Gebrüder Berdux Bahnhofstraße 27. Lindenplatz 12. hau'e- über^i «j KSahl Jiäuln itältbig Zelt Sl 5®" »ui fcobem ierat Leithiger schloß seinen Vortrag mit dem Wunsche, lß sich daran eine Aussprache knüpfen möge, welche gewiß mter gegen aber imIahre l(J05 bei derg aaren das Gegenteil der Fall liclen, b'«= ichenVer- daß sich . . in mancher Beziehung von Wert sein würde. war. Es sei bedauerlich- daß oben im Vogelsberg entgegen den Bestimmungen des K'örgesetzes in einzelnen Gemein- ben außer dein Vogelsberger auch ein Simmentaler Bulle gehalten werde. Dieser Fehler rächt sich zwar nicht von heute aus morgen, aber in Jahren wird man es erleben, vaß die Rljider schlechter und schlechter werden und dan a n sta l tun a in M ün ch e n 22 St ü ck Vogelsberger aus zu st eilen. H«err Klein erklärt weiter, daß ihm bei bia'ec Gelegenheit in Marburg auch besriebigenbe klärungen betreffs der Prämiierung auf der Gießener Ausstellung gegeben worden seien. Oekonomierat Schlenke kommt auf die Bewegung im Kreise Wetzlar zurück, welche auch in unserer Provinz teilweise Anhänger hat und die baljin geht, mit Simmentaler Vieh Kreuzungszucht zu treiben. Diese Art der Viehzucht sei entschiedeii verwerflich, da sie einen Mischmasch zeitigen werde, der den Viehzüchtern in der Folge zuin Unsegen gereichen muß. Er schildert, wie er Gelegenheit gehabt habe, kürzlich am Fuße des Hoherodskopses zu beobachten, daß die Kreuzuiigstiere, welche er neben den Vogelsbergern auf dem Felde bei der Arbeit beobachten konnte, nicht nur aucb iiicht größer uud schwerer wareu als die roten Tiere, sondern daß bei einzelnen P war. Es sei bedauerlich- daß des Vogelsberger Rindes erst wieder herausgezüchtet, tbib die Zuchthöse sind es heute noch, welche für eine gute Nachzucht besorgt sind; noch kann man sie nicht entbehren, dies kann erst der Fall sein, wenn die Masse der Züchter eine größere ist, wenn die Zucht eine noch ausgedehntere inib dadurcu Ersatz geschaffen wird für das gute Zucytrnaterial, das wir brauchen und das tatsächlich heute nocy von den Zuchthöfen geliefert wird. Man begegnet vielfach auch der Meinung, daß das Ankören der Tiere unnötige Arbeit sei. Hiergegen muß aber ganz entschieden protestiert werden. Durch das Ankören des Zuchtmaterials wird dieses in den Augen des Käufers bedeutend wertvoller, als wenn dies nicht geschehe. Oekouo- zu haben. Pächter Klein teilt in der Versammlung noch mit, daß der Vorstand der Herdbuch-Gesellschaften für das Vogelsberger Rind vor ea. 14 Tagen in Marburg versammelt war und beschlossen hat, Die i m kommenden Jahre in Danzig abzuhaltende Ausstellung der d e u t s ch e n L a n d w i r t s ch a f t s g e s e l l s ch a s t mit Vogelsberger Vieh nicht zu" unter die Vogelsberger Rasse in jeder Weile heruntersinken. Oekonomierat Schlenke bittet, die praktischen Viehzüchter möchten sich doch einmal äußern, wie ihre Meinung in der Frage sei. Seiner Meinung nach sei eben derjenige, der nicht so viel füttern könne, am besten daran, wenn er Vogelsberger Vieh hielte; würde er mit dem gleichen Quantum Futter Simmeutaler Zucht treibeu wollen, so würde er bald einsehen, daß er dabei nicht voran lamme. Diese Tiere, welche an ganz andere Nahrung gewöhnt sind, werden verkümmern. Es scheine ihm, als wenn die Bewegung gegen die Bestrebungen zur Hebung der Vogelsberger Rindviehzucht ausgiugen von wenigen Mißvergnügten, tvelche sich durch ihr Geschrei populär zu machen gedächten. Kreistierarzt Schmidt bemerkt darauf, ba^ nach seiner Erfahrung, welche er durch seine frühere Tätigkeit im Vogelsberg gesammelt habe, das Abgehen von der Vogelsberger Zucht dariu seinen Grund hat, weil die Viehzüchter in Schotten aus dein Markt das junge Vogelsberger Vieh nicht unterbriilgen können. Auf deni Schotteuer großen Sommermarkt kommen nämlich alljährlich die Händler aus ganz Deutschland zusammen, um Jungvieh zu kaufen. Diese Leute suchen das scheckige Vieh, welches selbstverständlich in Schotten im Handumdrehen verkauft wird, während es vorgekommen ist, daß Vogelsberger Kälber dort überhaupt nicht anzubringen gewesen sind. Die amtlichen Stellen habeii, den Verhältnissen Rechnung tragend, dem Andringen der Gemeinden um Zulassung auch Simmeiitaler Bullen stattgegeben. Tie Gemeinde Herchen- hain hat sogar beit Antrag gestellt, den Vogelsberger Bullen überhaupt abzuschasfeu, welcher Antrag vom" Kreisamt seinerzeit abgelehnt wurde, doch soll der Bürgermeister Weidner den Antrag erneut gestellt haben. Der Landwirt, so meint Dr. Schmidt, würoe ebenso gern Vogelsberger Rinder züchten wie Simmentaler, wenn er die Vogelsberger so gut los würde wie den größeren Viehschlag. Oekonomierat Le i t hi g e r bemerkt demgegenüber, daß in Schotten aus dem Sommermarkt 3—4000 Stück, meistens Jungvieh, zum Verkauf ständen. Wer was will dies Quantum sagen gegenüber den 150 000 Stück Vieh, welche in der Provinz Oberhessen vorhanden sind und einen Ertrag von mindestens 36 Millionen Mark jährlich abwerfen, von dem mindestens die Hälfte auf die Milchproduktion kommt. Darin liege eben der Schwerpunkt unserer Viehzucht, daß der Landwirt nicht Kälber über Kälber verkaufen, sondern daraus gute Milchkühe ziehen soll, welche stets gesucht sind und guten Erlös bringen. Daran fehle es und aus diesen Punkt müßten die Landwirte ihre Tätigkeit richten. Z i m in er- Bingmühle glaubt konstatieren zu können, daß zwar früher, vor etwa 2—3 Jahren, aus bent Schottener Sommermarkt in Vogelsberger Rindern eine arge Flaue war. Aus den letzten Schottener großen Märkten ging aber das rote Vieh so gut ab, als die gescheckten Tiere. EH habe sich dies erfreulicherweise gebessert,. > Kreistierarzt Schmidt verwahrt sich dagegen, als ob er den Bestrebungen, die Vogelsberger Reinzucht in unserer Provinz einzubürgern, etwa feindlich gegenüber stehe. Im Gegenteil feien ihm diese Bestrebungen inchit nur chmpatisch, sondern er trete da, wo er dazu Gelegenheit habe, für diese Zuchtrichtung ein. Es habe sich bet seinen Ausführungen über die Verhältnisse im hohen Vogelsberg nur darum gehandelt, darzutun, warum die Verwaltungsbehörde in jenem Bezirk der anderen Strömung fyabe nachgeben müssen. Auf Anregung des Kreisamtmanus Kranzbühler teilt Oekonomierat Leit Higer mit, daß die Nachfrage nach Vogelsberger Zuchtmaterial fortwährend im Steigen begriffen sei, daß aber die Tiere überaus knapp seien und das Angebot den Bedarf nicht A decken im stände sei. Es sei dies ja insofern erklärliche als unsere heimische Zucht kaum 12 Jahre alt sei; um aus dem Gebiet auf die Höhe zu kommen, dazu gehöre doch ein Menschenalter züchterischer Tätigkeit. Trotzdem wolle mau versuchen, im Herbst kommenden Jahres dadurch einen Vogelsberger Zuchtviehmarkt anzubahnen, daß man in Gießen alles verkäufliche Vogelsberger Vieh zum Zwecke einer ösfentlichen Versteigerung zusammenbringe. Es stehe wohl zu hoffen, daß aus diesen Auktionen, welche, wenn angängig, wiederholt werden könnten^ sich mit der Zeit ein Zuchtviehmarkt enttvickeln könne. Kc^is.ierarzt Schmid t tadelt eben,o, wie der die ereut, die Art und Weise, wie die jungen Kälber unvollkommen ernährt werden. Er verweist daraus, daß durch die Molkereiwirtschaft beit jungen Tieren statt ber Vollmilch in vielen Fällen Magermilch als Nahrung gereicht wird, die allerdings auch weiß aussehe, der aber das für das Jungvieh wichtige Fett fehle. Tie Magermilch als solche genüge nicht zur kräftigen Entwickelung des Kalbes; sie sei im Gegenteil häufig die Veranlassung, welche am Eingehen eines Tieres die Schuld trage. Ein verständiger Lanowirt müsse hier mit Pflanzenfett und Haferschrot nachhelsen. Ebenso tadelt der Redner, daß man mit zu jungen Rindern Kälber machen lvill, es gehe dies keinesfalls. Zwar so grioß wie die Simmentaler könne man oie Vogelsberger nicht machen, aber einer verständigen und rationellen Zucht sei es möglich, diese Viehrasse größer zu gestalten, als sie jetzt ist. Pachter Klein vom Albacher Hof bemerkt: Das frühe Zulassen der Rinder sei zweifellos oer Punkt, womit der Landwirt heute noch sündige. Er wies daraus hin, daß unsere Vogelsberger Jahrochsen saft verschwunden seien, uno wo man sie noch antreffe, seien es Heine Tiere, während früher doch dieses Fahrvieh häusig war und sich auch in ansehnlicher G<öße zeigte. Es müsse streng darauf hingewirkt werden, daß das Bullenmaterial, welches schlechte Vererbungsfähigkeit zeige, in der Gemeinde abgeschafft, und gegen besseres ersetzt werde. Bedauerlich sei, daß man mit der Abschlachtung vorzüglicher Bullen in den Gemeinden häufig zu schnell vorgehe. Man behauptet gewöhnlich in solchen Fällen, das Tier sei zu schwer ge- luorben für die jüngeren Rinder, dieser Grund sei aber hinfällig. Man sollte neben dem schweren Bullen einen leichteren halten, um für die kräftigeren Kühe in der Gemeinde auch ben kräftigen Bullen zur Zucht zur Hand 8 Ederstrasse 8. M- inl Mrmrmck,' Aug. Gabriel jr., Massen-Fabritatiou. Bahnanschlüsse. Abgepasste | und ■Voria I in diversen Grössen und Pre Ernst: Bioes Spezial-Teppich-GescI Ecke Seltersweg und Blockstrasse 2. Weizenmehl feines Blütenmehl (zur Kuchenb per Pfd. 17 Pfg. la. gar. reines Schmalz la. la. Oetker'S Backpulver . pe Corinthe« Rosinen . per 5 5 < 10 5 25 . 35, . 40, . 50, . Pt hochfeines Diamantmehl 10 Pfd. ä 17V, Pfg., la. frische Lier 5 Pfd. ä 75 Pfg., 10 größte, haudgcwählte Bari-Ak per Pfd. 1 Mk., 5 neue Haseluuhkerne . per 5 Pfd. A 65 Pfg., 10 la. Sützrahm-Marc „Vitelllo* (unbestritten bester Butter per Pfd. 80 Pfg., 6 Pfd. 10 Pfd. ä 75 Pfg. werhuachts-lk« per Packet, 15, 20, 30 Stück 35 Pfg. 5% Rabatt bei Barzahlung. Sultanine« neue Mandel». 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