Nr. Z75 »rfOciet tHgttch «über Sonma^S. Dem Giegenrr Anzeiger werden tm Wechsel mit dem KeMschen tandwirt die Gießener Kamllien» blätter viermal tn der Woche bctflclegL ^tütotuwtorud tu Ver> lag de, BrÜhl'fchen Untverl^Buch- u. Stein» dructeret «Pzeckch E rlxn> Btebaflton. ExvedMoa und Drucke rrl: Schalsteatze 7. Adresse füt Depeschen» Anzeiger Vietze«. ^rmtprrd)an1d)lu6 Nr 6L mssfiffiEawffiffijEwasa® Zweites Blatt. ISS. Jahrgang Montag 33. November l$03 ve-«g«pre»»t GiehenerAnzeiger w General-Anzeiger ö Amts- und Anzeigeblati für den Kreis Gießen monalttchrb Pl^ sie rieb jährlich ®IL 8.20; durch Abhole- tu Zwelgstellep monatlich 6v P!.; durch die Post Mk.2.— viert el- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» ür tue DageSnumnier otfl vormittags 10 LUjt. Z elten preis total l L Pt^ auSSuxlctl 80 Pig. Dell V Öttttoj tüt , Stadt und Land und Jßertd)t8taalei August DStz, tüi de» An- -eigenteil. $>an< Beck. Ake yevttge Kummer umfaßt 10 Selim. Uolitische Tagesschau. Zur Wahlrechtsreform in Sachsen. Aus Dresden wird geschrieben: Neber das voraussichtliche Schicksal der Wahlrechts reform in Sachsen können wir auf Grund von Nachrichten aus zuverlässiger Quelle Mitteilen: Die Thronrede spricht am Schlüsse davor:, daß dem Landtage das Resultat der eingehenden Erwägungen, welche über die Frage der Um- gestaltung des Wahlrechts gepflogen worden sind, in Form einer D en kschri f t zugehen wird. Der Umstand, daß hier nur von einer Denkschrift, nicht aber von einer Vorlage oder einem Gesetzentwurf die Rede ist, soll keinesfalls bedeuten, daß die Refsierung die Absicht aufgegeben hat, schon in der gegenwärtigen Session mit einer Vorlage an den Landtag heranzutreten, oder etwa gar, daß sie eine solche aus der Mitte des Landtags erwartet. Im Gegenteil. Die Denkschrift, zu deren endgiltiger Fertigstellung es noch einiger Zeit bedarf, da umfangreiche und zeitraubende Vorarbeiten zu erledigen sind, wird bereits ganz bestimmte, positive Vorschläge enthalten und in erster Linie die Prinzipien, welche die Regierung einer Reform zu Grunde zu legen wünscht, llarlegen. In diesen grundlegenden Fragen soll der Landtag seinerseits erst Stellung nehmen, ehe zur Ausarbeitung eines Gesetzentwurfs durch die Regierung geschritten wird. Dieses Vorgehen mag zunächst etrvas befremden, es empfiehlt sich aber aus rein praktischen Gründen. Denn wenn eine endgiltig sestgestellte Gesetzes Vorlage von den Ständen abgelehnt wird — und es wäre nicht ausgeschlossen, daß verhältnismäßig unwichtige und nebensächliche Punkte zur Ablehnung Anlaß geben könnten, selbst wenn über die grundlegenden Prinzipien völlige Einigkeit herrschte — so ist ein Uebcreinkommen sehr schwer möglich, auf jeden Fall ist dann zum mindesten eine Vertagung der Angelegenheit aus längere Zeit zu erwarten. Wie sich nach dein Erscheinen der Denkschrift das Schicksal der Reform gestaltet, das hängt in allererster Linie davon ab, welche Stellung der Landtag zu den Vorschlägen der Regierung einnimmt. Erklärt er sich mit ihnen einverstanden, oder sind die von ihm gewünschten Aenderungen wesentlicher Natur, so ist ein Gesetzentwurf sehr bald, mit Sick>erheit sck>on in dieser Session zu erwarten. Denn man darf bei der entschiedenen Bereitwilligkeit der Regierung, das geltende Wahlrecht zu reformieren, hoffen, daß sie seine Ausarbeitung tunlickm beschleunigt und ihn voraussichtlich schon, wenige Wachen nach Erledigung der Denk- schrist vorlegen kann. Anders wird die Lage allerdings, wenn eine Einigung aus der von der Regierung vorgeschlagenen Basis nicht zu erzielen ist, oder wenn der Landtag die Sache dilatorisch behandelt. Das ist ebenfalls nicht ausgeschlossen, vielleicht sogar nicht ganz unwahrscheinlich, kann aber von der Regierung in keiner Weise verhindert werden. Polnische Wirtschaft. In einer Plauderei der „Zukunft" über den Kwi- kecki-Prozeß heißt es u. a.: Ganz vorn, dicht neben dem jüngeren Staatsanwatt, Gräsin Isa Wesierska-Kwilecri, geborene Bninska Hat man draußen vorher den Kleinen gesehen, so ist der erste Trieb, lachend aufzuschreien: Was wollt Ihr denn alle? Das ist die Mutter! Wer zu amtllchen Gutachten berufen ward, mag zaudern und llausulieren: von seinem Spruch hängt ja das Urteil in einer Sache ab, die schon Unsummen verschlungen hat und an deren Ende eine Familiengruft dräut. Ter Unbefangene wird finden, daß er selten noch einer alten Frau ein Kind so ähnlich sah. Einer alten Frau. Isa ist schneeweiß. Und je^t auch schon müde. Der zehnte Haftmonat, die dritte Verhandlungswoche. Sie regt sich kaum noch Am ersten Tag wars anders. Da hatte sie Charme, Leben, die Grazie der Herzoginnen aus Rokoko- büchern; auch, wie diese nie Welkenden, nie Abrüstenden, den Mut und den Humor, sich selbst ironisch yu nehmen. Trot'üem ihr Deutsch mangelhaft ist, war beinahe jedes Wort gut, das sie sprach; gut, weil menschenverständig und aus einer gewissen Distanz gesprochen. Sinn für Akustik. Ein Herr, der behauptet, ftanzösisch zu können und deshalb als Dolmetscher bestallt ist, quält sich mA dem Pariser Detektiv am Zeugentisch ab. Als die Verhandlung begann, war, außer den Gninskis, im Zuschauerraum fast alles überzeugt: eine Verbrecherin. Am Ende der ersten Woche hatte Isa die Mehrheit gewonnen. Ohne viel zu reden. Sie hat Stil. Die Gevatterin nebenan ist für sie Luft. Und wenn sie gegen Abend abgesührt wird, glaubt man, eine verblühte Marie Antoinette in den Kerker schreiten zu sehen. Das ists: ihr Stil ist Rokoko. Ihres und chres Mannes, so verschieden die beiden in Blüte und Kern sind. Wahrscheinlich wurde es chr Verderben. So lebte, so tändelte, zankte, koste man, als der Adel allein Menschenrechte befaß, und Herrenrechte. „Warum soll ich keine Verhältnisse haben?" Warum soll ich rechnen, ein Grafenkind, dem Krämer, der Hausmagd ins Handwerk pfuschen? Nobel Geld aus- aeben, die besten Manieren und geniale Gin fälle haben, die auszusühren Sache der Rvture ist: Musik, Geselligkeit, hübsche Frauen. Rokoko. Und obendrein mit der sarmati- schen Neigung ins wildeste Barock. Vorbei! Vorbei! So läßt sich bei Wronke nicht mehr Landwirtschaft treiben. Der jähe Klimawechsel verscheucht auch empfindliche Freunde leicht. Nur soll man nicht glauben, das sei Polen. „Polnische Wirtschaft" ist ein billiges Schlagwort: paßt aber längst nicht mehr, blendet nur uno drängt zur Ueber.hebu.ng, mit der die ,Hebung des Ostens" nutzt zu leisten ist. So war die Schlacht«, als Mickiwic) iHv saug. Heute baut sie Fabriken, melioriert, kultiviert, spekuliert, folgt dem Beispiel des englischen Adels, hält Ord- nung, schickt sich in Die Zett, — und ist deshalb gefährlich; nur deshalb. In Warschau und Lodz, in Lemberg und Krakau sollten die Germanisatoren polnische Wirtschaft stu- dieren. Kwileckis sind Rokoko. Deutsches Keich. Berlin, 22. Nov. Ter Kaiser nahm gestern eine Meldung des Prinzen Albert von Schleswig-Holstein entgegen und hörte die Vorträge des Staatssekretärs des Reichsmarineamtes und dcS Chefs des Marinekabinetts. — Die Vereidigung der Rekruten der Garnisonen Berlin, Spandau, Groß-Lichterfelde und Charlotten- burg har gestern in Vertretung des Kaisers durchs den Generalobersten v. Hahnke in den üblichen Formen stattgefunden. — Die „Stert Reuest Nachr." schreiben: Die Aerzte sind mtt dem Fortschreiten des Heilungsprozessesi beim Kaiser nach wie vor zufrieden. Es wird als wahrscheinlich, angenommen, daß der Kaiser noch im Dezember einige kleinere Reisen wird unternehmen können. Es besteht ferner, wie wtt aus guter Quelle be- ]tätigt hören, die Möglichkeit, daß nach Weihnachten eine Erholungsreise nach dem Süden stattfindet, wie sie auch sonst nach Erkrankungen von Atmungsorganen üblich sind. Daß infolge der Erkrankung des Kaisers die Eröffnung des Reichstages verschoben worden sei, ist nicht amunehmen, da die Verlesung der Thronrede schon wiederholt durch den Reichskanzler erfolgte. Auch die Behauptung, daß die Eröffnung des Reichstages in der Erwartung erfolgte, man werde daun alsbald den Entwurf eines russisch-deutschen Handelsvertrages vorlegen können, sei unbearündet. — Wie noch der „Bert Börs.-Kur." mitteilt, sind bisher an maßgebender Stelle noch keinerlei Reisedispositionen getroffen worden. Sollte sich aber der Kaiser in absehbarer Zeit doch zu einer Reise entschließen, so dürfte sich eine solche Erholungsreise kaum über die Grenzen des Deutschen Reiches hi n- ans erstrecken. — Die Einberufung des Reichstages wird, dem „SßerL Börs.-Kur." zufolge, trotzdem heute noch kein beft türmt et Termin festgesetzt ist, für einen der ersten Tage deS Dezember zu erwarten sein. — In einer Versammlung der Berliner Handelskammer wurde zu der Frage, ob eine Abgaben-Et- Hebung für bie Schiffahrt auf den natürlichen Wasserstraßen gerechtfertigt sei, mitgelellt, daß die preußische Regierung nicht beabsichtige, eine Vorlage in der gedachten Richtung einzuvringen. Da gleichwohl nicht ausgeschlossen ist, daß die Angelegenheit in den Parlamenten zur Verhandlung gelange, beschloß die Kammer, die Frage speziell • hinsichtlich der Berliner Interessen Wetter zu prüfen. — Die ,Moss. Ztg." hört, der Marineetat werde eine Forderung kur Erhöhung der Gehälter der Fregattenkapitäne nickft bringen, die eintreten müßte, wenn der Reichstag eine Erhöhung der Oberleutnants gehälter be- wllligt. — Ter ,^Lokalanz." will wissen, die Börsen Novelle werde dem Reichstage alsbald zu Beginn der Session zu- gehen. Sie seke fest daß ein ausdrückliches Schuldanerkennt- nis auch bei Börsentermingeschäften sowie bestellten Sicher- hetten rechtswirkfam fei. Tas aus den §§ 50 und 66 des Börsengesetzes uni> § 764 des Bürgerl. Gesetzbuches her- geleitete Reckst die Erfüllung einer Verbindlichkeit zu verweigern, welche auf sechs Monate begrenzt. Bürsentermiw- geschäfte können jene, nicht in das Börsenregister eingetragene Personen reckftswirksam abschließen, die berufsmäßig Börsen- oder Bankiergeschäste betreiben oder zum Börsenbesuche zu gelassen oder als Kaufleute in das Handelsregister eingetragen sind, dock sollte diesen Personen nur den Einwand der mangelnden Eintragung in das Börsenregister genommen, il)uen aber bei Nichteilittaguug das Klagerecht nicht gegeben werden. Als börsenmäßige Termingeschäfte sollen nicht gelten Zeit- oder Lieferungsgeschäste, welche zwischen Erzeugern oder Verarbeitern von Waren oder in das Handelsregister eingetragenen gewerbsmäßigen H^ändlern mit solchen Waren aus Grund bestimmter gesetzmäßiger Bedingungen abgesckstossen werden. Kolonialpost. Gegenüber der Meldung der Londoner „St. James- Gazette", weder die Kap-Regierung noch die englische Die- gierung seien geneigt, die Erlaubnis zur Landung deutscher Truppen zu erteilen, behufs Vorgehens gegen die Bondelzwarts, stellt die „Nat.-Ztg." auf Grund zuverlässiger Mitteilungen fest, daß ein d e u t s ch e r Antrag auf Genehmigung einer Landung ober des Durchzuges beutscker Truppen in Bezug aus das englische Gebiet bisher weder gestellt worden ist noch im Hinblick aus die günstige Gestaltung der Verhältnisse in Deutsch - Südwest - Afrika in Zukunft gestellt zu werden brauche. Auslanö. Marseille, 22. Nov. Das italienische Königspaar traf heule nachmittag hier ein und reifte nach kurzem Aufenthalt weiter. Budapest, 21. Nov. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses gab Graf TiSza in Bezug auf die gestrige Rede Körbers eine längere Erklärung ab, worin er u. a. sagte, daß er sich mit dem östreichischen Ministerpräsidenten in keinerlei Polemik ein lassen werde, sondern sich auf den einzig richtigen Standpunkt stelle, daß die ungarische Regierung in Bezug auf das ungarische Staatsrecht sich ausschließlich das Recht vindiziere, baß dieselbe das ungarische Stagtsrecht im Sinne der Gesetze ausübe. Weiter erklärte Graf Tisza, er könne bie Versicherung geben, baß er nur so lange auf feinem Platze verbleiben werde, als die praktische Geltendmachung dieses Standpunttes keinem Hindernis begegne. Belgrad, 22. Nov. Zwölf Personen, welche aus poli- ttschen Gründen den früheren Abg^ Dkarina Velkowitsch ermordeten, wurden verhaftet. Dieselben haben bereite ein Geständnis abgelegt. Petersburg, 22. yiov. Das heutige Bulletin lautet: Die Kaiserin schlief nachts mit Unterbrechungen. Gestern abend Temperatur 37,6, Puls 72. Heute morgen Temperatur 37,6, Puls 72. Die Lokalentzündung entwiaett sich langsam. — Ein heute veröffentlichter Tagesbefehl des Kommandanten der Truppen des Wilnaschen Militärbezirks teilt folgendes Ereigllls mit: In Orjcha wurden am 10. 9Lovember elf Arrestanten unter Bedeckung von sechs Untermilitärs uno einem Gefreiten aus dem Gefängnis abgefertigt. Unterwegs wurde die Bedeckung von einer großen Schar von Juden umringt, welche oie Arr estanten zu befreien versuchten und mit Knütteln und Steinen warfen. Die Mengie mtt den Gewehrkolben abwehrenb, setzte das Llommando seinen Weg fort und erreichte )einen Bestimmungsort. Der Tagesbefehl lobt das Verhalten der Soldaten. New York, 22. Nov. Auf eine Anfrage des Marinedepartements, ob die Meldung^ daß ameritanische Kriegs- schftse bei Colon die d e u t s ch e n Schi f f e „Mactornannia" und „Scotia" an gehalten hätten, wahr sei, hat der Befehlshaber der dortigen Kriegsschiffe, Admiral Eoghlan, geantwortet: 1) daß die „Marlomannia" aus der Höhe von Colon angehalten hätte, um Passagiere zu landen. Man habe das Schiff jedoch nicht behelligt. Du „Scotia" sei, drei Tage überfällig, gegen Sonnenuntergang vor Colon angekommeu und benachrichtigt worden, daß es nickt gestattet sei. Bewaffnete zu tauben, sei aber sonst nicht belästigt worden. Lediglich die Dunkelhett hätte sie verhindert, sofort ins Dock zu gehen. Der kolumbis che Geueralissttnus Rehes kündigte an, die Union werde einen zweiten Bur enkr te g erleben, falls sie die Ereignisse der letzten drei Wochen nicht rück- gatigig mache. Die Schtachtjchi,se ^learsarge" und „Mafsa- chusets" erhielten Befehl, schleunigst nach Westttidien ab- zugehen. Rio de Janeiro, 20. Nov. Der Vertrag bett, das Acregebiet wurde heute abend von Brasilien und Bolivien unterzeichnet. Brasllien bleibt im Besitz des Acregebiets bis zum 1L Brettegcad gegen eine ratenweise zu leistende Zahlung von 2 ^Millionen Pfund Sterb Außerdetn verpflichret sich Brasllwn zum Bau einer Eisenbahn nach Bolivien und zur Abttetung eines Gebiets von 3 Quadratkilometern an Bolivien. Aus Stadt ulld Saud. Gl eßen, 23. Vtovember 1908. ** S. K. H. der Großherzog richtete, wie unS ein Drahtbericht aus Darmstadt meldet, an Staats- minister Dr. Rothe folgenden Erlaß: Aus Anlaß des HinscheidenS der Prinzessin Elisabeths meines innigstgeliebten Kindes, sind mir aus allen Tellen des Landes und aus allen Kreisen der Bevölkerung zahllose Zeichen aufrichtiger Mittrauer, warmer und treuer Anteilnahme zugegangen. Wenn nächst dem festen Glauben an Gottes Güte und Weisheit mir in meinem großen Schmerz etwas Trost und Stärkung verleihen kann, so ist es der Blick auf mein treues Volk, das an der Bahre meines Lieblings mit mir trauert. Tiefbewegt sage ich allen, die in diesen Tagen schwersten Leldes teilnehmend meiner gedacht haben, von Herzen Dank. Ich ersuche Sie, diesen Erlaß zu veröffentlichen. Darmstadt, 22. Nov. 1903. Ernst Ludwig. — Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Direktor Hermann Hochgesandt zu WormS das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Die Lehr er konf erenz des Bezirks Gießen tagte am Samstag im Saale des „Cafs Ebel" unter dem Vorsitze des Kreisschulmspettors Kleinschmidt. An der Konferenz nahmen Medizinalrat Kreisarzt Dr. Haberkorn und ea. 60 Lehrer teil. Kreisschulmspektor Kleinschmidt begrüßte die Anwesenden und gedachte in warmen Worten des Unglücks, das über unfern roten Lanbesfürsten so plötzlich hereingebvochen ist und der Anteilnahme des Hessenvolkes an diesem herben Geschick. Ihren Gefühlen gaben die Konferenzteilnehmer durch Erheben von den Sitzen Ausdruck. — Kreisarzt Medizinalcat Dr. Haber- kor n hielt hiernach einen schulgtzygrenischen Vortrag über das Thema: „Einrichtungen des Schiilsaals mit besonderer Berücksichtigung der Schiitbankfrage." In sehr lehrreichem anschaulichem Vortrags an der Hand von Jlllistratiouen uno Zeichnungen legte er bar, wie eine Schulvauk beschaffen sein muß, um den schulhygienischen Anforderungen zu genügen. Das Kipd soll bequem mit ausgestellten Füßen sitzen, und der Körper muß durch eine Rückenlehne gestutzt, sodaß die Muslulatur nicht angestrengt wirb. Tiefer Sitz, ist beim Lesen und Auhören einzuhalten. Der Schreibsitz» bei welchem der Körper txor geneigt wird, ist der weniger günstige und verdient deshalb die meiste Beachtung Nach dieser Einsicht sind cm eine Schulbank folgende Forderungen zu stellen: 1. Sitze und Tische müffen unverrückbar mit einander verbunden fein; 2. die Höhe des Sitzes beträgt ca. zwei Siebentel der Körperlänge; 3L die Breite des öitzos ein Fünftel der Körperlänge; 4. der Sitz ist wagrecht, oder am besten etwas nach rücklvärts geneigt; 5. als Distanz (Verhältnis der Tischplatte zum Sitz) ist die Minusdistanz zu fordern; 6. die zum Stehen erforderliche Plusdistanz wird durch die beweglichen Klapp- oder Pendelsitze hergestellt; 7. die Neigung des Tisches beträgt 3—ö Zentimeter; 8. die Mckcnlehne ist gewölbt; 9. die Tischplatte umlegbar; 10 als Niaterial ist gußeisernes Gestell zu fordern. In einem zweiten Thema beschäftigte sich Medizinalrat Tr. Haberkorn mit dem „Nutzen des Turnunterrichts". F-alsch ist die Ansicht der Landben-ohuer, daß ihre Kinder genug Bewegung hätten und deshalb hier der Turnunterricht überflüssig Jet Die Arbeiten des Landwirts und des Handwerkers sind langifam und setzen meistens nur einzelne Muskelpartien in Bewegung, und die Erfahrung lehrt, daß diese Arbeiten den Körper eher steif als gewandt machen. Dagegen wird Deim Turnen die gesamte Muskulatur des Körpers in Tätigkeit gesetzt und das Kind daran gewöhnt, auf bestimmte Befehle rasch und exakt die betreffenden Bewegungen auszuführen. Das Turnen uracht den Körper kräftig und geivandt, stärkt den Willen und erzieht *ur Aufmerksamkeit. Bon gesundheitlichem und erzieherischem Standpunkt ist deshalb das Turnen auf dem Lande nicht genug zu empfehlen. Welche Vortelle das Schulturnen für die Ausbildung unserer Rekruten bedeutet, kann nur der ermessen, der selbst solche ausgebildet hat. DaS iu ganz Deutschland eingefuhrte Schulturnen war ein Hauptgrund der Einführung der zweijährigen Dienstzeit. Redner schließt mll der Aufforderung, die Lehrer möchten aUe^eü dem Turnunterricht die nötige Sorgfalt widmen. Ein drittes Thema „Die Krankhell des Kindes" wurde der vorgerückten Zell wegen bis zu einer späteren Konferenz verschoben. Der Vorsitzende dankt namens der Konferenz für die anregenden Winke und interessanten Ausführungen. Die nun folgenden Verhandlungen beschäftigten sich ausschließlich mit amtlichen Dälltellungen und Besprechungen über Schule und Unterricht. Lehrer S^agner» Großen-Buseck spricht dafür, daß möglichst einmal im Jahr die Schulboden geöll werden sollten, um die Schule gegen Staub und die Fußböden selbst gegen zu rasche Abnützung zu schützen. Der Vorsitzende stimmt dieser Anregung zu. Au die Konferenz schloß sich ein gemeinsames Mittagessen. Kreis schul infpektor Kleinschmidt gedachte nochmals in einer Ansprache unseres so schwer heimgesuchten Landesherrn und forderte die Sehr er aus, gerade in den Tagen der Trauer in Liebe und Treue zu unserem edlen Herrscher zu stehen. **ZumTvde d er Prinzes si n Elisab eth wird «ns von einem praktischen Arzte noch folgendes geschrieben: „Ter Typhus abdominalis (Unterleibstyphus) ist eine akute Infektionskrankheit, bei welcher sich ore hauptsächlich charalleristischen krankhaften Veränderungen im Dünndarm finden. Hier bilden sich in der ersten der vier Krankheitswochen entzündliche Erhabenhellen, welche rn der -wellen oberflächlich verschorfen. In der drllten Woche stoßen sich die Schorfe ab, sodaß sich Geschwüre bll- den, welche bei günstigen Fällen aushellen, bei ungünstigem Verlaus aber durch Eröffnung von Blutgefäßen Darmblutungen oder infolge Durchbruchs in bte Bauchhöhle Bauchfellentzündung Hervorrufen. Süm kommt es erfahrungsgemäß nicht jo sellen vor, daß ein Typhus krau ter, also ein Individuum, welches diese pathologischen Veränderungen in seinem Darme zeigt, eine kürzere oder längere Zell dieser vierwöchigen Krankhell ohne Beschwerden, ohne Symptome, also scheinbar gesund bleibt. Man bezeichnet solche Formen, frei welchen die Patienten, ebne sich krank zu fühlen, herumlausen, als Typyus >cunbulalorius. Daraus, daß die Diagnose ärztlicher- sells zuerst auf Cholera gestellt war, kann man erstens ersehen, daß es infolge der mannigfachen Arten des Auftretens von Typhus, der vielerlei Symptome, (unter denen der Durchfall keineswegs so häufig ist, wie man gewöhnlich glaubt), und der verschiedenen Zeitpunkte, zu welchen die Ertrantung jeweils Symptome macht und in Behandlung kommt, kaum möglich ist, die Krankhell aus den ersten Blick richtig zu erkennen. Hierzu gebärt vielmehr meist mehrtägige Beobachtung des Fieberverlaufs und bie Untersuchung von Stuhl, Darm und Blut, welche bie Krankheitserreger resp. bestimmte chemische Reaktionen auf- weisen. Zweitens folgt aus der fehlenden Ueberellistimm- ung zwischen ben Krankheitserscheinungen, welche als schwerer Brechdurchfall bei Typhus nur sehr selten in die Erscheinung treten, und dem Ergebnis der Sektion, wie wichtig es ist, in zweifelhaften Fällen bie Leichenöffnung vornehmen zu lassen. Nützt sie freilich auch dem Toten nicht mehr, so nützt sie doch ben Lebenden insofern, als der Arzt an dem durch bie Sektion gewonnenen Ergebnis erkennen fann, inwieweit bie Krankheitsjymplome mit dem Krankhellspvozeß üb er einftimmten — Erfahrungen, bie bann notwenbig ben UebeHebenben zu gute kommen müssen. Leider Haven die meisten Äienjchen aber eine geraoezu abergläubische Furcht vor dem „Seziertwerben" und vermögen sich nur schwer auf biesen höheren Stand- punll zu erheben." ** Aus dem Bureau des StadttheaterS. Als /jever de rideau in der morgigen DienstagabonnementL- vorftellung kommt vor Paul Jacobys drastischer „Pension Schöller* em einaktiger Schwank „Flitterwochen" von Hermann Steingoetler zur Aufführung. Der harmlose Einakter macht feinen Anspruch auf literarischen Wert, hat aber bei zahlreichen Aufführungen an größeren Bühnen bisher überall angesprochen, da ihm liebenswürdiger Humor nachgerühmt wurde. Am Mittwoch findet außer Abonnement eine Wiederholung der jüngsten Theaterverems-Vorslellung ,Maria von Magdala" statt. — „Maria von Magdala* von Paul Heyse soll an diesem Mittwoch den 25. November noch einmal zur Aufführung gelangen. Die Vorstellung ist außer Abonnement; es haben weder die Theatervereinskarten, noch die Passepartouts des Stadttheaters Gütigkeit Die Eintrittspreise sind trotz der enormen Kosten der Dekorationen uud Kostümen und trotz des hohen Aufsührungshonorars auf nur Mk. 3,50 — 3,00 — 2,50 — 1,50 im Vorverkauf (für Theateroereinsmitglieder mit 50 Pfg. Ermäßigung) festgesetzt; an der Abendkasse ist jedes Billet 50 Pfg. teurer; die Gallene kostet 60 Pfg. Durch diese Prelsabüufung giebt also der Theaterverem jedermann Gelegenheit, das interessante Drama zu sehen und bie Pracht der Dekorationen und Kostüme zu bewundern. •• Der Sanitäts-Kolonne, die vom Deutschen Verein vom Roten Kreuz hier ins Leben gerufen wurde, sind 52 Mitglieder aller Berufs- und Altersklassen beigetreten. Die erste Unterrichtsstunde fand am Sonntag nachmittag in der Turnhalle der Stadtmädchenschule an der Westanlage statt. Der Unterricht wird erteilt von Stabsarzt Dr. Ehrlich. *• Musikinstrument. Im Eafö-Restaurant Royal hier ist seit einigen Tagen ein italienisches Instrument zu hören, bas selbst große Tonwerke hübsch und exakt roieber* giebt. Die Besucher des Lokals, aber auch die Passanten des SelterSwegS profitieren etwas davon. L. Lich, 22. Rov. Heute nachmittag sand hier im Heiland'schen Saale eine von den Ziegenzuchtvereinen Gießen, Lich, Wieseck und Langsdorf beschickte Versammlung statt zur Gründung eines Ziegenzuchtvereins für den Kreis Gießen. Den Vorsitz in der Versammlung führten die sDlitglieber des einberujenben Vereins Gießen, Kaufmann Jean Weisel und Lokomotivführer a. D. Röding. An der Diskussion beteiligten sich Bürgermeister He Iler-Lich, Land- tagsabgeordneter Bürgermeister K ö h l e r-LangSdors, Schäfer- Gießen, Weller-Wieseck, Lehrer Hardt-Langsdorf u. a. Besonderes Erstaunen riefen bie Ausführungen der Gießener Vertreter hervor, bie ausführten, baß die Stadt Gießen für Unterhaltung und Wartung der drei (!) Zuchtböcke des Ver- eins, der der Stadt die Bockhaltung im Auftrag der Gemeinde besorgt, im Ganzen nur 120 Mk. jährlich aufwende, wahrend die kleine Gemeinde Langsdorf nicht allein für Wartung der Gememde-GaiSböcke fast dieselbe Summe ausgebe, sondern auch noch die hohen Anschafiungskosten bcS wertvollen Schweizer Zuchtmaterials aus eigenem Säckel bestreite. Man war der allgemeinen Ansicht, daß die über zwanzigfach größere und um hundertfach reichere Gemeinde Gießen doch wirklich einen größeren und nicht einen niederen Beitrag für Bock- Haltung aufwenden sollte, als bas kleine Langsdorf. — Die wetteren Verhandlungen der Versammlung führten zu einem recht erfreulichen Ergebnis, indem endgiltig bie Gründung eines Ziegenzuchtvereins für den Kreis Gießen beschlossen und auf Antrag deS Abg. Köhler-Langsdorf die folgenden Herren in ben GrünbungSausschuß gewählt würben: Kaufmann Jean Weisel als Vorsitzender und Lokomotivführer a. D. Röding, beide von Gießen, August Weller von Wieseck, Karl Schwenck von Lich und Lehrer Hardt von LangSdorf. Zu den Beratungen dieses Ausschußes sollen eingeladen werden bie Präsidenten des landwirtschaftlichen ProomzialvereinS und deS landwirtschaftlichen BezirkSvereinS, Defonomierat Schiente und Provinzialdirektor Dr. Breidert. (!) Ettingshausen, 22. Rov. Unter großer Beteiligung der Gemeinde und auswärtiger Freunde fand gestern nachmittag bie Beerbigung des Landwirtes KaSpar Keil IV. statt. Der Verstorbene hatte den Feldzug 1870/71 als Unteroffizier im 1. Hessischen Dragoner-Regiment Nr. 23 mitgemacht, hals den Rriegerverein gründen und war lange Jahre dessen Vorsitzender. Den Dienst emeS Polizeidieners versah er etwa 20 Jahre. Keil, der in der ganzen Umgegend bekannt und beliebt war, erreichte ein Atter von 58 Jahren. Der Kriegerverein gab am Grabe drei Ehrensalven ab. )( Grünberg, 22. Rov. Der Vogelsberger Geflügel - und Vogelzuchtoerein hiett heute hier im „Wilden Mann" seine Generaloersammluug ab, wozu besonders zahlreich die auswärtigen Mitglieder erschienen waren. Herr S ö d l e r - ^lieber - Gemünden erläuterte in längeren Ausführungen bie Ziele und den Stand der Geflügelzucht im Verein, wobei er wiederholt darauf hinwieS, daß bte Bestrebungen ber einzelnen Sektionen, ben Bedarf an Zuchtgeflügel auf dem Lande aus den Vereinszuchtstationen zu beziehen, noch immer zu wenig beachtet würden. Die nächst- jähnge allgemeine Ausstellung findet in Ulrichstein statt. Zum Schluß der Versammlung gedachte Herr Seid- Beltershain des schweren Verlustes, der unfern Großherzog betroffen, und die Anwesenden gaben ihrem Beileid in üblicher Weise Ausdruck. H. Reichelsheim t. b. TV., 21. Rov. Bei ber am 21. bs. stattgehabten Beigeorbnetenwahl würbe ber seitherige Beigeordnete Hermann August Vogt mit 85 gegen 68 Stimmen wiedergewähtt. w. Rob heim a. b. Bieber, 21. Rov. In ber von hiesigen Handwerkern vom Baufach für den vergangenen Sonntag bei Gastwirt K. Schlierbach einberufenen Hand - werkeroersammlung wurde in erster Linie die Gründung eines Handwerkervereins beschlosien. Trotz der ungünftigen Witterung hatten sich aus den Gemeinden des Biebertales und vom Dünsberg zahlreiche Freunde vom Baufach eingefunden. Es war auf besondere Einladung ein technisch vorgebildeter Fachmann aus Gießen erschienen, welcher in be- reitroiUiger Weise bie erforderlichen Anleitungen zur Gründung einer gewerblichen Zeichenschule gab. Aus ber Mitte ber Versammlung erklärten sofort 22 der Anwesenden ihren Beitritt. Der Zeichenunterricht wird allsonntäglich von einem geübten Fachmann erteilt und der jährliche Beitrag für bie Söhne von Mttgliebern des Handwerkervereins ist auf 15 Mark und für alle anderen Besucher der Zeichenschule auf jährlich 18 Mark festgesetzt. Worms, 21. Roo. Gegen eine 16 Jahre alte Ladnerin von hier wurde Untersuchung eingeleitet, weil sie seit längerer Zeit aus dem Geschäfte, in welchem sie tätig ist, fortgesetzt Warenentwendet hat. Eine größere Partie solcher Waren — für etwa 60 Mark — wurde im Besitze eines Tünchergesellen, bei welchem bie Täterin wohnt, vorgefunden. Tiefem wird zur Last gelegt, das Mädchen zum Stehlen verleitet zu haben. — Gestern abend gegen 9 Uhr wurde im hiesigen Bahnhof der im Stadteil Worms - Neuhausen wohnende verheiratete 30 Jahre alte Rangierer Wilhelm Diehm aus Bensheim überfahren und sofort gelötet: Diehm hatte den Zug auf dem Trittbrett des Tenders stehend begleitet Beim Passieren einer Weiche entgleiste die Maschine, sowie Wagen und stürzte Diehm wahrlich infolge beS badurch entstandenen heftigen Ruckes ab auf bas Gelelfe, worauf bte Maschine über ihn hinwegfuhr. ** Frankfun a. M., 21. Nov. In einem Hotel am Haupt bahn Hof schoß s i ch nach bem „Frkf. Gen.-Anz." ber Reisende Hugo Reiß aus Gießen mit einem Revolver eine Kugel in die rechte Schläfe. Die Kugel drang inS Gehirn und der Verletzte starb eine halbe Stunde nach seiner Einlieferung in das städtische Krankenhaus. Reiß wohnte seit sechs Tagen in dem betreffenden Hotel. Das Motiv der Tat ist unbekannt. Wiesbaden, 21. Nov. Im Beisein der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen als Chef des Füsilierregiments von Gersdorff (kurhessisches Nr. 80) fand heute, am Geburtstage des früheren Chefs des Regiments, der Kaiserin Friedrich, die feierliche Vereidigung der Rekruten ber hiesigen Garnison statt. Gegen 11 Uhr fuhr die Prinzessin über Frankfurt nach Homburg, um dort der Vereidigung der Rekruten des 3. Bataillons ebenfalls beizuwohnen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der frühere Bürgermeister von Fauerbach, Helfrich, wurde am Samstag 90 Jahre alt. — In Bad Ems wurden bei Neufassungen der früheren König- Wilhelm-Felsenquelle durch einen Bergrutsch zwei Arbeiter verschüttet. Die Rettungsarbeiten mußten wegen ber Gefahr weiterer Abstürze vorläufig unterbleiben. — In Fulda wurde das mit Staatshilfe errichtete Kornhaus, das sechste in Kurhessen, eingeweiht.____________________________________ Unwetter. ** Gießen, 23. Nov. Ter Mnter hat sich, bei uns angemeldet. In der Nachr vom Samstag herrschte hier ein Sturmwind mit Regenschauern, der an Obstbäumen und Dächern und auf dem Bahnhof an den elektrischen Lampen Schaden anrichtete. Die Höhen des VogelsbergcS, Westerwalds und der Lahnberge -eigen schon seit einigen Tagen ein weißes Kleid. Von mehreren hessischen Städten, Mainz, Offenbach, Darmstadt il a. wird der erste Schnee gemeldet, der indessen nidft liegen blieb. Im oberen Vogelsberg herrschte, wie man uns schreibt, ein ganz greuliches Wetter; graue, schiwere Regenwolken wechselten säst beständig mit kaltem, nassem Regen ab, wodurch das Fortkommen auf den Wegen furchibar erschwert wurde. Dcwei blies ein sturmartiger Wind, der verschiedene Dächer abdeckte, in Ulrichstein die Jahrhunderte alte Buche unter dem Friedhöfe entwur- zette und acht der stattlichsten Rottannen an der Ohmstraße, wie schwache Stäbe brach In der Umgegend von Mrichstein soll der Sturm ähnlich gehaust haben. — In Frankfurt a. M. tobte am Samstag abend ein furchibares Unwetter. Unter Blitz und Donner heulte ein wahrer Orkan, der in der Stadt an Dächern und Fenstern, Telephon und Telegraph große Verwüstungen anrichtete. So wurde eine mächtige Platane entwurzelt, am Roßmarkt im Hause „Goldene Kette" wurde eine fünf Döeter breite Erker scheibe eingedrückt. Im Hintergarten des Hauses Hermannstraße 18 fiel eine neue, 16 Meter lange und 1,80 Meter hohe Gartenmauer unter der Wuchst des Sturmes glatt um. Eine geräumige Halle auf der Eckenheimer Landstraße, dem Steinmetz Wagner gehörig, wurde umgeb la) en wie ein Kartenhaus. Im ganzen Reiche hat der Sturm geherrscht, besonders in Norddeutschand und Westdeutschland. Der Lelegraphen- oerkehr wurde größtentetts unterbrochen. Insbesondere konnten die Verbindungen von Berlin nach England, Holland, Belgien, Frankreich der Schwei- und Italien nur auf Umwegen hergestellt werden. — Infolge des bei Emden herrschenden heftigen Sturmes ist bei Oldersum der Schleppdampfer „Sophie Wessel" gekentert. Der Heizer Pillnay ist ertrunken. Die übrige Besatzung wurde gerettet Gestern abend kenterten auf der Ems mehrere Leichter. Ob ein Verlust an Menschenleben zu beklagen ist, ist noch imbekannt — Infolge des Orkans ist der englische Dampfer „Twizell" bei Cuxhaven gestrandet .Die Mannschaft konnte sich retten, doch ist der Dampfer verloren. — In Chemnitz wurde das vierstöckige Baugerüst eines Neubaues von einem orkanartigen Sturm umgerissen. Eine im selben Augenblick jene Stelle passierende Frau wurde durch herabfallende Balken schwer verletzt — In Kassel schlug der Blitz in die Kontrollstation der Feuerwehr und zerstörte die Isolatoren. Ein anderer Blitzstrahl schilug in die Leitung der Straßenbahn und zertrümmerte einen Wagen. Ein dritter zündete ein Haus an. — In Köln sind neun Schornsteine der städtischen Gasanstatt umgestürzt Die Feuer mußt em gelöscht werden. Ein Mann wurde verletzt Vermischtes. * Dortmund, 22. Nov. Durch den Einsturz einer Decke im Neubau eines Varißt^thectterS wurde ein Arbeiter getötet, ein anderer verletzt • P a l ö z i e u x, 21. Nov. Der Expreßzug Bern- Genf ist heute abend um 6 Uhr zwischen Freiburg und Lausanne bei der Station Palözieux auf eine aus unbekannter Ursache auf dem Gleis stehende Lokomotive gestoßen. Zwei Wagen wurden zertrümmert, eine Lokomotive ist entgleist Sechs Personen wurden getötet, zahlreiche verwundet. Umgekommen sind zwei Kinder einer russischen Familie mit ihrer Gouvernante, drei aus der Schweiz gebürtige Personen. Unter den Verletzten befinden sich der Großvater der umgekommenen Kinder, ferner 2 schweizerische Offiziere und ein Lic. jur. du Eommun aus Freiburg (Schweiz). Ein Heizer erlitt Quetschungen. Ein deutscher Reisender, sowie ein schweizerischer Offizier, die sich in dem zertrümmerten Wagen befanden, retteten sich durchs Fenster. • Wien, 21. Nov. Auf den hiesigen Militärschießständen wurde heute der Jnfanterieleutnant Koermandy beim Prüfen der Gewehre durch eine in einem Gewehr zurückgebliebene Patrone, welche losging, am rechten Handgelenk schwer verletzt. * New-Pork, 21. Nov. Letzte Nacht kamen bei einem Brande eines großen Arbeiterschuppens der Pennsylvaniabahn in Lilly 3 5 bei den Gleisbauten beschäftigte italienischeArbeiterumsLeben. Der Schuppen, in dem 125 Arbeiter Unterkunft hatten, besaß nur einen einzigen Ausgang. Er war in wenig Minuten ein Raub der Flammen. 32 Arbeiter erlitten mehr ober minder schwere Brandwunden. — In der Steinkohlengrube in Connelwille (Pennsylvania) ereignete sich eine Explosion, wobei es 15 Tote und 4 Verletzte gab. * Der 17jährige Scklas der Ges in e Meyet in Grambke bei Bremen hat, wie jetzt aufs neue konstatiert wird, der Schläferin nicht die mindesten Nachteile gebracht. Gesine Meyer ist, seitdem sie bei dem Feuer- lärrn und dem Geläute der Glocken erwachte, bei völlig klarem Bewußtsein, als ob sie wie andere Menschen am cnißttkfmet, Gelegenheit bietet, andere vornehme Gimpel Vorteile mit den Nachteilen zu balancieren. .Sonst^wür^d^ , und in ihrer Wohnung durch Falschspielen zu ruinieren. llebergewicht der letzter«, nicht unbem Seblie s „»^öa- eimhalten hier >n Gießen unmbg . < < 1. - k MM Am S\ AV'AM (7 (iMni fh TT 11VI ist z. B. ein w^sie str. Jahren vertehrttn. der Novelle alS Lonnie Wmter emgesuhrt, erkannte sicy aoer ^eu uouj m vlc m H ,' ' Vorteil auf diese Weise 1890 mü dem Diajor und Verfasser, als sie von Indien ohne ihren z. B. annimmt, daß auch heute eine fr cite 8 | Mann zu^ehrt^ in der so genau geschilderten Wohnung emelallen Vereinen angestrebt wird. Man bedenke noch, daß öeit lang als Mann und Frau gelebt. Ihrem Zusammenleben mcht um em größeres . Lßt es sich mit L eu? Zank ein M Gottesdienste gedacht werden. Telephonischer Kursbericht* -Aul. 41/, % äussere Argentiner IIAIZIAA Konsole « do. . . Hessen Oberhessen 102.10 91.10 101.90 91.00 100.55 100.00 100.10 103.70 64.25 32.00 37.20 145 40 44.45 42.55 4-6 Ungar. Goldrente 4°/0 Italien. Rente , 4*/2 % Portugieser , b°/ Portugiesen, . . 1-6 O. Türken . ♦ Türkenlose .... 4% Grieoh. Monopol.- wütete über ganz England. Die Heftigkeit des Sturmes verursachte viele Unfälle. Der Verkehr in den Straßen . SHtenstand in Preußen von Mitte November.I Londons war lebensgefährlich. Viele Personen wurden durch svielender Wenn 1 sehr grll, 2 gut, 3 mittel: Winterweizen 2,5, Winterspelz herabfallende Gegenstände verletzt. Auch aus der Provmz 12,2, Winterroagen 2,4. junaer Klee 2,4, Luzerne 2,7. Die ent» | werben durch den Sturm hervorgerusene Unfälle gemeldet. Ueuclle Mewuugeli. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Breslau, 23. Nov. Im Walde bei Gleiwitz wurden der Steüenbesitzer Koch und seine Tochter von dem geschiedenen Ehemanne der Letzteren überfallen und durch Reoolverschüsse verletzt. Gar ding, 23. Nov. In der Nacht vom Sonntag wurde das Weinertsche Möbelmagazin und das Manufakturwarenlager von Ulrich u. Eo. durch Brand total eingeäjchert. Frau Weinert und 2 Kinder sanden den Tod in den Flammen. Stuttgart, 23. Nov. Das Ministerium de§ Innern hat zur Dienstleistung bei der Gewerbeinspektion zum ersten male drei Gehilfen auS dem Arbeiterstande I berufen. London, 23, Nov. Ein furchtbarer Sturm Deft Kredit . 211.50 Deutsche Bank . . ♦ 220.30 Darmstädter Bank , . 147.— Bochumer Guß . . . 188J.0 Harpener Bergbau . . 203.— Tendenz: Matter. Unwersttüts-Nalynchte». — D r. Erich Opitz, Privatdozent der Frauenheilkunde an der Berliner Universität, ist zum außerordentlichen Professor an der Universität Marburg ernannt worden. In der letzten Zeit beteiligte sich Opitz an den ärztlichen Standesbestrebungen im Sinne des Leipziger Verbandes zur Wahrung der wirtschaftlichen Ädend vorher zu Bett gegangen und nichts Außergewöhnliches passiert wäre. Nur von der Zeit, in der sie geschlafen, hat sie keine Vorstellung. Ihre Erinnerungen brechen da ab, wo sie vor siebzehn Jahren eingcsä>lafen ist, sind aber so frisch, als wäre alles gestern gewesen. Tre Aufgeivachte wunderte sich zunächst darüber, daß ihr Bruder keine Uniform trage; — er stand 1886 beim Militär. TaS Gedächtnis ist damals also einfach stehen ae* blieben. Gesine Meyer hat kein Gefühit- davon, daß sie so lange geschlafen. Tie Ereignisse der Zwischenzeit mußte sie sich alle erzählen lassen. Ihre Mutter und | verschiedene Verwandle waren gestorben. Sie ist jetzt 431 Fahre alt und macht den Eindruck einer gänzlich normalen | Person Wie der überraschende Vorgang zu erklären ist,! läßt sich vorläuftg auch nicht mit einiger Gewißheit sagen. Jedenfalls hing der Schlaf, den auch ärztliche Kunst nicht zu heben vermochte, mit den Funktionen des Mrvensyllems zusammen, und der unaewöhnliche Lärm mag es heftig erschüttert haben. Aus den Lärm allein wird aber das überraschende Erwachen auch nicht zurückzuführen sein; denn die Glocken haben schon oft geläutet, und im Hause ist Hochzeit gefeiert worden, ohne daß das auf bte Schlafende Eindruck gemacht hätte. Der Schlaf wird also wohl allmählich leichter geworden sein, und der Lärm Lt. ihn dann endlich ganz verscheucht. Kunst und Wissenschaft. Lübeck, 22.9loo. Ter Kunsthistoriker Dr. Theodor Gaedertz ist gestorben. (Th. Gaedertz, geb. 1815, hat sich namentlich durch Werke über niederländische Meister bekannt gemacht. D. Red. t und mithin f,nd d^ F°lg°n bei bet; anbeten «unbWaft wurde m berechenbar. Zweitens gehen die °ng-bl.ch°n, 400 MUgl^er 3um haben. Rom, 2L Nov. Im Prozeß des Exministers der Marine, Bettolo, gegen den Abg. Ferri, platzten heute nachmittag biejemb- lichen Advokaten aufeinander. Stach den sonst üblichen Schimpf- Worten kam eS zu einem Kampf mit hinten? äff ern und Stühlen. Der Verteidiger Ferris, Eomanduu, büßte einen Zahn ein. und Baron ?-• u » , einzufangen und in chrer Wohnuna durch Falschspielen zu Sie muß nüchtern bleiben, um die eingefangenen Ginipel durch ihre Unterhaltung und durch Veranlassung zum Trinen ' machen. — Mrs. Wallis — so hieß die Klägerin — der Novelle als Lonnie Winter eingefuhrt, erkannte sich aber an der Beschreibung chrer Wohnung und an v- Gerichtssaal. Berlin 22. Nov. Im Prozeß Kwilecki werden am Dienstag die Plaidoyers beginnen; das Urteil dürfte am Mittwoch abend zu ^warten ^v. Vom KrieaSgericht der 8. Division mürbe ber 39 i ä h r i g e F ü s il ie r vom Magdeburgischen Füsilier- Reaünent N. 36, Julius Diiller, wegen I a h n en s l u ch t zu 1 Jahr 1 Neonat Gefängnis und Versetzung m die zweite Klasse des Soldatenstandä verurteilt. Müller ist verheiratet und Vater von 4 Kind er m Er hatte sich im Oktober d. I. nach Deutschland zurück begeben in der Annahme, daß sein Vergehen bereits verjährt seü. 22. Nov. Schutzmann Andreas Noll aus siaud heute vor den Geschworenen, weil er am 20. Juni zu Äobe leine ®hesrau durch R°°°.°°rschüff° i« ermorben »et lucht Halle. Noll, bet tn Berlm 8 Jahre Schutzmann ge- melen oder wegen Nervosität v^m Dienst suspendiert würbe, ist “ L dem Gutachlen bes Pros. Giamev |o hochgradig nervös, baß er mit einem anbern Äiatz g-meffen zu werben verdien-, wie ein oelunder Mensch. Dus Urteil lautete auf 1 Jahr Gefängnis. U q o n b o n 22. Nov. Vor einigen Tagen wurde vor einem Hefigen Gericht'ein Fall verhandelt, der an den Fall Bi Ise er- innert MajorWoodgate hatte eine Novelle: „Das ungeschriebene Gebot" geschrieben und bann bie vornehme eng- H ehe Gesellschaft ähnlich gegeißelt, rote Bilse das nftiAierforpd der kleinen Grenzgarnison. Zu dieser Arbeit £atte der Diajor merkwürdiger Weise Zeit gesunden, während er m Südafrika im Felde stand. Das „ungefchriebene Gebot" heißt so viel wie Laß' Dich nicht erwischen I" „(Sonnte Wmter, die von ihrem der Gesellschaft angehörigen Manne getrennt lebt, bezieht in dem vornehmen Teil Londons eine Etage, deren Möblement mit photo- aravischer Treue in der Novelle beschrieben wird. Sie ist strenge Tentperenzlerm, aber nicht ans Ueberzeugung, sondern „atis Profession". Ihr Lebenserwerb besteht nämlich darin, daß sie einer Sippe vornehmer Herren, unter denen sich ein junger Trunkenbold de§ Gieß. Anz.) — Dem „Eorriere della ©era* zufolge bestehen die von | Professor Schulze im vatikanischen Archiv gefundenen Dokumettte, betreffend den Ablaßhandel, aus einem B r i e f- i wechsel zwischen dem Vatikan und dem Bankhaus Fugger, daS bie Einkassierung ber Ablaßgelder übernommen batte. Goethes Gartenmauer. Seit einiger Zeit wird m Weimar die Frage diskutiert, ob nicht die Mauer an Goethes Hausgarten, wenigstens em Tell derselben, mitsamt dem alten Tor- hauS an der Ecke des Wielandplatzes und der »Ackerwand^ fallen und durch ein Gitter mit Sockel ersetzt werden solle. Die Freunde dieses Planes führen dafür ins Feld, daß durch diese Aenderung der ©arten, der jetzt verkümmere, mehr Licht und Luft erhalten würde, daß sich an seinem Anblick dann auch diejenigen erfreuen könnten, die nicht in der Lage wären, für fein Betreten eine Mark zu opfern, und daß besonders durch die Niederlegung des Torhauses ein Verkehrshemmnis beseitigt würde, das sich bei der Engigkeit 8% Mexikaner .... 26.60 4i/2°/o Chinesen .... 91.45 Electric, ßchuckert ... 113.00 Nordd. Lloyd . . . . 105.00 Kreditaktien . . . . . 212.40 Diskonto-Kommandit, « . 198.00 Darmstädter Bank . . . 147.10 Dresdener Bank .... 159.80 Berliner Handelsges, . . 164.50 Oesterr. Staatsbahn . , • 143.40 Lombarden . . . . . 17.50 Gottbardbahn • • • • « 190.50 Laura hätte . , . . 238.00 Bochum ..... 189.40 Harpener 203.10 Tendenz: fest - Die Deutsch-AmerUauische Petroleumgesellschaft hat mit dem Bau einer Tankanlage in Grünberg bereits begonnen.. Die Erbauung einer weiteren Anlage in Lich ist der Gesellschaft /° Reichsanieihe bereits genehmigt worden. — Die Geueralversammluug der Bereinigte« deutschen Petrolrumwerle hat bte Herabsetzung bes Grunbkapitals von 27, ; Allll. Alk. auf 1.006,000 DU. beschlossen. ^/a/o SWärtte. I 4% Oesterr. Goldrente , . 102.95 io. Frankfurt a. M., 23. Nov. (Orig.-Telegr. des „Gießen. 4l/ % Oesterr. Silberrento 101.10 Anz.") Amtliche Notterungen der heuttgen Fruchtmarktpreise:' - - - Weizen ML 16.25—00.00, Kurhessischer DU. 16.50—00.00, La Plata Mk. 17.00—18.00, Kansas DU. 17.00—18.00, Roggen (hiesiaer) Mark 13^5—00.00, Gerste (Wetterauer) DU. 15.25—15.50, Franken- felber DU. 16,00—16^5, Hafer DU. 13.00—18.75, Dlais DU. 12.50—12.75, Weizenrnehl 0 Dlk. 25.75—26.25, 2. Qualität DU. 23.75 bis Dik. 24L5, 3. Qualität DU. 2L75—22.26, Roggenmchl 0 DU. 22.00—22.50,1. Qualität DU. 19L5—20L5, Weizenkleie Mk. 8.75 bis Dtk. 9.00, Roggenkleie DU. 9.75—10.25, Maiskeime Mk. 10.25 bis DU. 9,00, Franken, Pfälzer, Ried DU. 00.00—000.0. Alles per 100 Kg. ab hier. fo. Frankfurt a. DU, 23. Nov. (Telegr. Orig.°Bericht des .Gieß. Anz.-). AEiche Stoti-ramg°n der heutigen Vt-Hmarkt., ^uomngs, Lor.en und andere Ätehtzpe^u wt, foll-e gßum Deftaicfa 724 fiüb "icht verfehlen „Maizena' zu verfuchen. Ein Unwerfalmittel V reic^ 40 Bullen^ 1 aiiS Defteei^ 724 ^ul^ derfe^ teuere unö Ausgiebig, sehr nahrhaft, außerordentlich leicht verdaulich und Ä t8“Ä«tetnl '2lCrit^ CmPt01,lem 6Eit 50 ^r-be- I wurde für 100 ^Zfunb Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 73—75 DU., fannt unb beltcbt --------——--- tt-t- 2. Qual. 68-70 DU., 3. Qual. 63-66 Mk.; Bullen 1.Quall 65 bis ripoMpn cjchPFP HllfP W 67 DU., 2. Qual. 62-64 DU.; Kühe 1. Qual. 64-66 Dill, 2.D,uaL IlvUUlLüIl, ü nUW. P. schreibt: Bet einem 60—61 Mk. 3. Qual. 50—52 Mk, 4. Qual. 47—49 DU., 5. Qual, langandauernden Ekzem (Flechte) habe ich mit Ob ermeyer's 00—00 Mk. Kälber:!. Qualität 83—85 Psg., Lebendgewicht 49-51 Pf., Herba-Seife vollständig Heilung erzielt. Z. h. Apoth., Drogr 2. Qiial. 73—75 Psg., Lebendgewicht 43—45 Psg., Schlacht-1 und Pars' ^956 gewicht 58—60 Pfg., Schafe: 1. Quall Schlachtgewicht 66—68 Pfg., Eine häufige Klage, bie man hört, ist bie Klage über die 2. Qual. 52—56 Pfg., 3. Quall 00—00 Pfg.; Schweine 1. Quall Qualität des Kastees. Selbst dort, wo nur bessere Kaffee-Sorten 56—00 Pfg., Ledendgew. 44 Pfg., 2. Quall 54— 55 Pfg., Lebendgewich Verwendung finden, und wo man auch mit den Bohnen nicht zu I 34—00 Pfg., 3. Qual. 46—48 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — sparen pflegt, bekommt man vielfach ein unschmackhaftes Getränk Hornvieh mittelm. Ueberstcmd unved. Kleinvieh gut, fein Ueberstcmd. vorgesetzt. Geht man der Sache auf den Grund, so findet man, I ■ " — I daß in 99 von 100 Fällen ber Gebrauch minderwertiger und AP itt (IP Gilt fit I schlechter Zusatzmittel der Grund der Kaffee-Misäre ist. Ein schlech- . tes Zusatzmittel verdirbt selbst den feinsten und teuersten Kassee, (Für Form und Inhalt üul.. unur uieser Rubrrr stehenden I während ein wirklich guter und reiner Kaffee-Zusatz sogar dem Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber I biüigen Kaffee einen angenehmen und feinen Geschmack zu verleihen keinerlei Verantwortung.) vermag. Deshalb handelt man in seinem eigenen Interesse, wenn Gießen, den 20. November 1903. man gerade hier, wo fo viel daraus ankommt, vorsichtig und wäh- Die Konsumverein-Frage erlaubt sich Einsender noch- lerisch ist und nur ein solches Zusatzmütsl verwendet, wie z. B. rnals näher zu beleuchten. Derselbe glaubt sich nicht in der An- Linde's Kaffee-Essenz, welches alles bietet, was von emem guten nähme zu irren, daß der Beamte resp. das Vorstandsmitglied des Kaffee-Zusatz verlangt werben kann. Linbe's Essenz gibt dem Kaffee Konsumvereins, welcher die hiesigen Kaufleute zur Unterschrift zu emen delikaten Geschmack und eine wunderschöne Farbe. Dian bewegen wußte, über ein ausgezeichnetes Redetalent verfügt, aber kann nämlich getrost weniger Kaffeebohnen nehmen unb braucht Ibap auch bie Geschäftsleute sich nicht bie nötige Zeit nahmen, die I trotzdem nur ein Messerspitze voll Essenz zuzusetzen. Interessen der Aerzte. e , Göttingen, 22. Nov. Zahlreiche Professoren konstittnerten einen Zweigverein des akademischen Schutzvereins zur Stellungnahme gegen den Buchhändler-Börsenverein in Leipzig unb die Verteuerung bet wissenschaftlichen Literatur. Meiyuachls-^itteratur. Illustrierte Geschichte der deutschen! Literatur von Prof. Dr. A. Salzer. Mit 110 ein- und mehrfarbigen Beilagen und über 300 Textabbildungen. Vollständig in 20 Lieferungen zu je 1 M. München, Allgemeine Verlagsgejellschast m. b. H. — Was Verfasser und Verlag im 1. Hefte dieses Unternehmens versprochen haben, eine deutsche Llleraturgeschichte im großen Stile zu bieten, die den höchsten Anforderungen nicht nur nach^ der textlichen Seite gerecht wird, sondern insbesondere auch nach der biwlichen — das haben beide, someit sich dies nach den bis heute vorliegenden Lieferungen beurtellen läßt, im vollen Umfang gehalleu. Salzers glänzende Darstellung der einzelnen Literaturperioden steht nicht minder auf höchster wissenschaftlicher Stufe wie die zahlreichen Farbentafeln und Textabbildungen auf voller Höhe kunst-technischer Vollendung. Wge das treffliche Werk fortwachsen und insbesondere bewirken, daß man dort, wo man bisher die Ge- oan oer jungt i inne emes „«uw... - OMÜn"ber"'in ^'ihr7r Ehre gekränkten Darnl eine'Entschädigung reellen Geschästs-Prinzipien vereinbaren, daß möglichst ein alttg .abler7mußte um sie von einer Beleibigungsklage abzichallen. Die Neuer imb guter Kunbe daneben steh , wenn ^'nem Kousum-Verei^ Racke dafür war nach Ansicht der Klägerin bas Buch des Majors. Mitglied 5 oder 10 Prozent vergütet werden, wahrend ersterer mit Dieser erschien selbst vor Gericht unb behauptete, die Tarne nicht null ausgehen^muß. Kommenlarch^xz^^^lussL^^^^^^^ gemeint, sondern seine Erfahrungen aus dem täglichen Leben ge- schildert zu haben. Der Richter hatte die Klage gern ßllu)lluj£ (lujllujlflL abgerotef en und fand es erstaunlich, daß sich eine D a m e da- Evarraeliicke Gemeinde. durch eine Blöße gebe, bafe f« bi^^ilbe^eine, derartver-I aSu£: Bibelstunde Abfalles Zureden hA dem Rechter nichis, denn L imK°nstrm°nd°n!°°l der Joh°nne4krrch°.^G-lErbn°^.^, I-w. ohn?Rück^ch-°dar7u^"da^st°"s>ch"dab^I^bst^mpronüMerte.' Tas Nächsten Sonn"^Advent Patten 1sir din AnMag.en entschieden. Rasch'jedoch machte der Johannesgememde nn EormtttagsgEsd.enstt ,W dichte undh-Mg^eLuhNür^-u.a-genr-inde; Woodgatt wurde zu -mer L -1 d st^r ° ^°n°"ur^ u, don sand Beichte und heiliges Abendmahl sür die Johannes- ***** wu-dl! Mml.dung-» ^id°n°ö°ch-r^j-d« ill Dr Bavlik. Professor an der Londoner Universität. Ihn! erbeten. . n , batte Eoleribae dadurch gekränkt, daß er in seiner Eigenschaft als I Am nächsten Sonntag, dem 1. Advertt, werden ^ehn Jahre yaue ^oierioge oavu^i , v i » vergangen sein, seu die I o h a n n e s k i r ch e emgeweiht und in einer öffentlichen Versammlung in der St. James-Halle erkärte, A^b^uch genommen wurde. Dieser Kirchweihe wird auch un Dr. Bayliß hätte an einem Hunde h e r u m o p e r i e r t,' ^sb.enste aebackt rverben. ohne das Tier genügend gefühllos gemacht zu ...... n ... d £fliii)iuirtfdiafL SÄ SÄ .Sw ä L iS. s Ä rot — DerBioloncellistHeinrichKrufe inAttona, der uns Gießenern Doppelzentner; die höchsten Preise: für Obergul: auf DU. 58, für als Sohn des Herrn E.Kruse in Heuchelheim wohl bekannt ist, hat Sandbla" ^«UNPM cmf Mll35 für ^Dop^lzenMn. tüchtiger Künstler. Sein Konzert verlangt das Aufgebot einer Grundstücke 672 472 Ar. zündenden, man konnte sagen raffinierten Technll im modernen 1 faaatenitanD L-khÜgkett^g^chtt Mil rÄ?risth-n D-mi^7chmÜtttt ^di-^ill ^7 Wntter^g^ hunger Äee I werden durch den Sturm hervorgerusene Unfälle gemeldet, zücktndm Nokol^Variationen von P. Lfchalkowdky, die er fich als Ipredjenbcn ßiffem bcS waren LZ L,s 2,4 Paris, 23. Nov. EmllDaurlgnac rst IM Gesang, erste Vortra«snummer aewählt hatte. R-tcher Bestall und die entsprechenden Ziffern d-4 Bormonates L,S, 2,4, 2,5, 2,3, 2,5. . krankt. Die Behörden verweigern die Ent- malige Hervorrufe, die ihn zu einer Zugabe veranlaßten, wurden rhptfprltPmPrtHniT tafiung, obwohl die Aerzte für fein Leben fürchten. — Der dem Künstler »um Lohne. I Aroelurvewegung. Marineminister beabsichtigt die Abschasfung der Vize, monsttattönen^ten1°der^a^a^°L? ?nttr admtrale und die Ersetzung der Marin-.Prchetten durch Uscher Lieder statt. Ein Polizeitommrssar wurde von den Dernon- andere Beamte. — lieber Sll Quentm wurde der Belagerungs- ftranten mißhandelt. zustand verhängt. In der Stadt herrscht große Aufregung, Wien, 22. Nov. Zwffchen dm W^^^rb^ew und der onders unter der Arbeüerwelt. Es werden Unruhen be- Direktton der StaatSeismbahngesellschast ist em ernster Konflikt aus- 1 gebrochen, well die Direktion die Arbeiter zwingen will, aus frühe- surcylel. c r ± < ren Akkordarbeiten entstandenes Manko zu ersetzen. | Parts, 23. Nov. Eme Diebesbande hat M der - '. . r. Nacht zum Sonntag in der St. Josesskirche in Belleville Kandel und Verneyr. Volkswlrljlyaji. einen Einbruch verübt. Die Diebe entwendeten nicht nur Berliner Börse vom 21. November 1903. alles Wertvolle, sondern zertrümmerten alle sonstigen in der (Mitaeteitt von der Vank für Handel und Industrie, Gießen.) Kirche befindlichen Gegenstände. Es besteht kein Zweifel, daß Prinat-Diskont 3% Prozent. bie Einbrecher Anarchisten sind. Ansangs- u. SchluUurse. Wien. 23. Nov. Der .Sonn, und Montagsztg.' zu. 220.62 folge wurde ein gewisser Loewenbach aus Wien bei einer 146.90 Skipartie auf die Raxalpe von einer Lawine erfaßt und verschüttet. Es besteht wenig Hoffnung, die Leiche zu bergen. , Gießen (Neustadt 35), den 31. November 1903, 8722 Beh im Anschnitt empfiehlt billig 05831 Wir haben gestern Abend unseren Bruder und Schwager Giessen, den 22. November 1903. 8715 44 Pfg^ empfiehlt steigert werden. 8612 8711 Bäckerei Frey. Diskussion. 06801 i \ V S- P. Sorger. 8709 3 Damen. na Hafer-Mehl MH "deinegchühe Einriß Schmidt, geb. Benecke. Professor Dr. Arthur Schmidt Kerstrigemng. Dienstag den 1. Dezember sollen dahier 68 der Schäferei gehörige Schafe, darunter 48 zweijährige, von vormittags 10 Uhr ab ver- Dors-Gill, den 21. Nov.1903. Adam Gorr UL Kräftiges, duukeles Landbrot 05824] Line gut erh. Waschmaschine u. Kinderwagen um- zugshalb. bill. adzug. Bahnhof?, I. Meyers Konyemtions-Lexiton Hess. Regierungsblatt 1867—1900 8720 ra kaufen gesucht. J. Ricker’sche Univ.- Buchhandlung, Die Beerdigung fmdet Dienstag den 24. d. MtS., nachmittags 2 llhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Die tieftrauernde« Hinterbliebenen: Familie Malkomesins. ans Elberfeld. (05829) 3 Herren. Lony's BierkeUer (L. Schäfer) Heute Montag, 28. November 1903, ab endS 8 Uhr: © Komiker-Gnsembte Zäergyaus © Zagischlößche« Sutculjofen. Dienstag de« 24. November Metzelsuppe. Kunft-AussteUuug. Die Gemälde-Ausstellung im Turnrhaus am Brand ist täg-- nch mit Ausnahme SamStagS osn 11 bis 1 Uhr geöffnet, Mittwochs auch noch von 8 bis b Uhr nachmittags. An Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Nicht- mttglleder des Kunstvereins an Wochentagen 50 Pfg., an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg. 8348! Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß e§ Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren innigst geliebten Gatten, Vater, Bruder, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Hmi Balthasar Rflalkomesius heute mittag 12 Uhr im Mer von 70 Jahren nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden zu ftch abzurufen. BuchmizciiWI empfiehlt 8616 J. 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