Nr. LLS tLgNch außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Zamilien» blätter viermal in der Woche btt gelegt LltotattonSdruck tu Ber- Lag der v r Ü h Ptee* Nntverl^duch- u.Stem- d«cterei(Pietich Erden» Ochslftratze i. Mbrtfie tüt Depeschenr Vnzei-er ©tefeou Kerniprrchimschluß Nr 51. Erstes Matt. 158. Jahrgang Mittwoch 33. SePtemLev lNvs monal?rch7bPs^oterteL- /BaEEHr ▼ nr EA M ▼ \ täbdtd) Mk. 2JO; durch Eichener Anzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt flr den Kreis Gießen MM Bekanntmachung. Seit.: Die Abgabe der 6mlmmncn-, Vervujgen»- und Kapital. rentrustcüerrrllaruugmfür das Struerjahr 1904/05. Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachungen in obigem Betretz vom 30. Juli L Js. (Kreisblatt Nr. 86, 88 und 89) werden die Pflichtigen der Stadt Gießen darauf aufmerksam gemacht, daß die Einreichung der Steuererklärungen für das Struerjahr 1904/05 bis 3 0. September l. Js. zu erfolgen hat. Gießen, den 22. September 1903. Großh. Steuerkommiffariat Gießen. Dr. Metzler. Sozialresorm in Kollaud. Das Land der patriarchalischen Einrichtungen, Holland, geht nunmehr gleichfalls an das Werk der Sozialresorm. Die soeben eröffneten Generalstaaten werden sich mit mehreren Vorlagen über den Arbeiterschutzzu beschäftigen haben. Es ist ein Alters-, ein Kranken- und ein Unfall- versicherungsgesetz von der Negierung in Aussicht gestellt, ferner ein Entwurf, der eine Verschärfung der Bestimmungen über die Sonntagsruhe bezweckt. Man wird kaum fehtgehen m der Annahme, daß der große Aus stand der holländischen Eisenbahnbedieusteten im Frühling d. I. für die Ausarbeitung dieser Gesetze mitbeftimmend gewesen ist, wenn auch die Thronrede diesen Ausstand als Verbrecher ische Unruhen" bezeichnete. Dieser schroffe Ausdruck hat natürlich die Sobalderno- traten sehr geschmerzt, und gestern, am Dienstag, hat einer der „Genossen", Lrdlstra, seine Mißbilligung darüber in der 2. Kammer ausgesprochen. Die Sozialdemokratie lverde durch diese Haltung gestärkt. Dies könne nicht nach der persönlichen Meinung der Königin sein, welche in erster Linie eine Frau sei, die mit den Opfern des Ausstandes Mitleid habe. Herr Trölstra hat dann auch auf die deutschen So - -ialdemokraten hingewiesen, deren Rechen durch die Rede des Kaisers u Essen eine Verstärkung erfcchreu hätten. Die DanHiger Rede scheint gestern in Holland rwch nicht bekannt gewesen zu sein. Herr Trblstra fuhr fort, daß ebenso auch die Zahl der holläudrschen Sotzral- demokraten durch die königlichen Reden vermehrt werde. Ter Premierminister erklärte in seiner Erwiderung, er werde aus ine Worte, die den Souverän eines befreundeten Staates'betroffen, nicht antworten, weil die internationale Kourtoisie das verbiete. Der Ausdruck „verbrecherische Unruhen" in der Thronrede entspreche dem moralischen Urteil, das die Behörde über die Ausstände habe, und da der Staat durch die Ausstände im vergangenen Frühjahr in Gefahr gewesen, sei es notwendig gewesen, daß das Staatsoberhaupt seine Mißbilligung über die Agitation aussprach, um den moralischen öio des Volkes wieder zu festigen. Das gesamte Kabinett übernehme die Verantwortung für diese Wotte. Die Antwort auf die Thronrede wurde hierauf rmt 78 gegen 8 Stimmen der Sozialdemo traten angenommen. Es ist noch weiter zu berichten, daß die denr holländischen Staate durch die Sozialresorm erwachsenden Kosten durch die Erhöhung von Einfuhrzöllen aufgebracht werden sollen. Das Ministerium Kuh per setzt ftch dadurch in die Lage, seinen schutzsöllnerischen Neigungen Genüge zu tun. Immerhin wird derart mit der Sozial resorm ein Anfang gemacht, während z. B die Regierung des Nachbarlandes Belgien, obgleich sie weit mehr Anlaß zu sozialpolitischer Betätigung hätte, in Untätigkeit der- harrt. Ausland. Rouen, 22. Sept. Hier wurde heute der 1'2. Wekt- friedenskongr eß durch Begrüßungsansprachen des Präfekten des Departement Seine Jnfärieure und des Bürgermeisters von Rouen eröffnet. 14 europäische Nationen, die Vereinigten Staaten mrd Argentinien sind vertreten; fast alle bekannten Führer der internationalen Friedensbewegung sind anwesend, darunter die Baronin v. Suttner, Passy, Prall, Frau Severine, aus Teutschlmrd A Richter, Sporrheim, Feldhaus u a. An den Beratungen nimmt auch der Fürst von Monaco teil. Der Russe Deutsches Keich. Berlin, 22. Sept. Ter Kaise r traf heute früh mittels Sonderzuges auf dem festlich geschmückten Bahnhof Großrominten in Ostpr. ein, w-o der Fürst zu Dohncr-Schlobitten und der Landrat von Berg-Goldap zum Empfang anwesend waren. Vom Bahnhof aus begab sich der Kaiser mit dem Fürsten zu Dohna zn Wagen nach Schloß Rominten — Die Königin von Rumänien stürzte in Neuwied beim Aussteigen ans einem Hofwagen und zog sich eine schwere Fußverrenkung zu — Ter Reichskanzler Graf Bülow ist aus Danzig hier eingetroffen. — Zu der vom „Neuen Wiener Tagebl." veroftentllchten Unterredung des Reichskanzlers Grafen Bülow bemertt die „Nordd. Allg. Ztg.": Diese von maßgebender Stelle abgegebene Erkläriurg werde vielleicht bewirken, daß die in ausländischen, namentlich französischen Blättern immer wieder austauchenden Ausstreuungen, wonach Deutschland die Wirren im Orient schüre, selbst für weniger unterrichtete Kreise als Unsinn erkennbar wären. — Wie man den „Münch. Reuest. Nachr." schreibt, tischt die „Pellte Republique Francaise", das Blatt des sozia- lisllschen Abg. Jaures, ihren Lesern folgende Märcheuerzähl- ung aus Deutschland auf: , Tie kaiserliche Regierung wlld- durch die Fortschritte des Sozialismus sehr beunruhigt. Um diesen Sttom einzudämmen, beabsichtige man, eine neue Kategorie von Beamten e'iuzuführen, die den pompösen und absonderlichen Tllel „königlich preußische Sozralismns- Inspektoren" führen sollen. Sie erhiellen das Recht, in jede Versammlung einzudringen, dem Redner Schweigen aufgiterlegen und selbst das Wort zu einer kaisertreuen Rede zu ergreifen. Es wäre verboten, diese Beamten in ihren Ansprachen zu unterbrechen. Jeder Unterbrecher toürbe auf der Stelle arretiert. Wir waren bisher der Ansicht, daß wir über die Hnnds- tagszell jetzt hinaus seien. Sollten wir uns darin ge>- täuscht haben? ' Danzig. 22. Sept. Heute mittag hat auf der Karser- werft im Beisein des Staatssekrllars v. Tirpitz, des Berliner Oberbürgermeisters Kirschner, der Spitzen der Behörden und zahlreicher Offiziere der Stapellauf des kleinen Kreuzers Ersatz Ziethen stattgesunden. Oberbürgermeister Kirschner taufte das Schiff im Namen des Kaisers auf den Namen „Berlin". Novicow richtet einen Appell an Frankreich, sich zu einer Attion aufauraff en für die Befreiung des russischen Volkes. Der Schweizer Ducommun feiert unter Exemplifizierung auf seine Heimat das Verschwinden aller Rassen-und Nationsunterschiede, lleber den Vorschlag, gegenüber den macedon ischen Greueln und der Haltung der Mächte gegen die Türkei ein Manifest zu erlassen, konnte feine Einigkeit erzielt Werdern Ein Vorschlag des Franzosen Gaston Moch auf Einführung des Grundsatzes derberechtigtenNotwehrindas Völkerrecht fand leb^rfien Widerspruch bei den Amerikanern und Engländern. Rom, 22. Sept. Der Papst setzte heute wegen leichten Gichtleidens im rechten Fuße seine Spaziergänge int Garten des Vatikans ans, erteilte indessen Audienzen. Antonie Sarto, eine Schwester des Papstes, liegt im Sterben. Die anderen Schwestern des Papstes werden in dem Schlosse Gandolso einlvgiert werden. Die Ernennung des Kardinals Satoli zum Staatssekretär des päpstlichen Stuhles gilt als ausgemachte Sache und dürste in den nächsten Tagen publiziert werden. Wien, 22. Sept. Der niederösterreichische Landtag nahm debattelos einen von den Ehristlich- Sozialen, dem verfassungstreuen Großgrundbesitz, sowie von den Deutsch-Fortschrittlichen eingebrachten Dringlich- keitsanttag an, in welchem der Landtag anläßlich der Erlassung des Armeebefehls zum Ausdruck bringt, daß die Bevölkerung Niederösterreichs in ihren begeisterten Wünschen sich eins fühlt mit dem Willen des Monarchen und bereit ist, in unverbrüchlicher Treue zum Er^- hause und zu dem Vaterlande für die Macht und die Einheit des Heeres jederzell einzulleten. — Graf Khuen wird sich morgen dem Klub der liberalen Partei in Budapest als wiederernannter Ministerpräsident vorstellen und die Mittellnng machen, es werde ihm ein Handschreiben des Königs zugehen, das die von Szell und Khuen gemachten Zugeständnisse austecht erhält, im übrigen aber erklärt, daß über die Bestimmungen des 1867er Ausgleichs nicht hinausgegangen werden könne. Keue Meldungen vom Kalkan. Die ofsihiellen Meldungen über die Balkankrisis lauten auch heute tn beruhigendem Sinne. Sowohl von Konstantinopel wie von Sofia, aus versendet man Richtigstellungen" in die Welt, daß von einer Mobilmachung keine Rede sei. Ganz anders berichten Mittellungen von privater Seite. Nicht weniger wie 30 bulgarische Reservebataillone sollen bereits mobil gemacht fein, ferner sollen die Reserveoffiziere in geheimen Zirkularen den Befehl empfangen haben, sich bereitzuhalten. Die Türkei hat 300 000 Mann und 400 Kanonen in Makedonien aufgestellt. In den letzten Tagen sind ferner zur Einreihung tn das zweite und drllte türllsche Armeekorps weitere 300, somit im Ganzen 1500 junge Offiziere, welche die Kriegsschule absolviert haben, nach Adrianopel und Saloniki ab gegangen. Es wäre also lediglich ein Spiel mit Worten, wenn die bulgarische Regierung in einer Zuschrift an die allerweltsoffiziöse „Wien Pol. Korr." „hervorh^ben" läßt, daß an die Reserveoffiziere keine Einberufungsordre ergangen sei. Nicht anders steht es mit den türkischen Wstrellungen Die Pforte macht zweifellos in großem Maßstabe mobil. W bleibt auch kein anoeres Mittel mehr übrig zur Niederwerfung der macedonischen Bewegung, als der den Sammlungen ein würdiger Raum gegeben werden müsse, er dürfe sich allerdings nicht vordrängen, müsse aber dem Werk dre rechte Wirkung geben Ueber die „Einrichtung von naturhistorischen Museen" referierte Direktor Dr Lehmann-Altona. In der Debatte betonte Geheimrat Prof. Dr. Möbtus-Berlin, daß bei der Neu-Einrichtung von Museen der größte Wert auf die Auswahl des Platzes gelegt werden mixnc. Prof. Dr. Schreiber-Leipzig vertrat die Llnsicht, daß bei MuseumÄbauten die Fassade denn doch nicht vernachlässigt werden dürfe. F. A. Bather, der Präsident der Bmtifchen Museums-Assoziation, sprach über Die musterhaften skandinavischen Museen, nanrentlich des Freilicht-Museums in Stockholm". Nach der Frühstückspause referierte; über „Die Bildungsmittel der Museen, d h. schriflliche Belehrung und mündliche Belehrung, und zwar zunächst /Mr Kunstmuseen" Prof. Dr. Cantzsch-Halle a. d Saale, über „Die schriflliche und mündliche Belehrung in naturhifftorischen Museen Prof. Dr. Fraas-Stutt- aart Den letzten Punkt der Tagesordmmg bildete der Vortag des Direktors Dr. Denecen-Krefeld über „Wechselnde Ausstellungen im Museen". An die Spitze seiner Ausführungen stellte er die Behauptung des Vorhandensems einer gewissen Ausstellungsmüdigkeit. Nach einer kurzen Debatte schloß der Vorsitzende Minister Schenkel die Konferenz. B e r l i n, 22. Sept. Im weiteren Verlaufe der Tagung des In ter nationalen statistischen Instituts begrüßte Exzellenz Inama-Sternegg dre Anwesenden. Dre Reihe wijsensckMlicher Vorträge eröffnete Prof. Levasseur- Paris durch, erneu Vortrag über dreFlächeuwd Bev öl - kerung der. Erde. Arljchließend an den Vortrag Levasseur wurde eine Resolution angenomnrOl, ivouach erstens die Berechnuwz der Erdoberfläche auf Grund der physr- scherr und potttisckwrl Geographie als gleich brauchbar emp- soblen wird, zweitens das Areal der Staaten stets ein- chließirch der Straßen, Flüsse, Seen, der sonstigen Bmneil- und Küsten gew ass er und der Dünen ausgewresen werben foil drittens eine tabellarische larthographrsche Tarstell- uua der Vollsdichtigleit in Europa ausgearbeitet werden soll wozu die statistischen Bureaus jedes Staates das Material liefern. Pörvesy-Budapest sprach über die Sta- FmiUrlon. Mannheim, 22. Sept. Die von der Zentralstelle für Arbeiter-Wohlfahrtseinrichtungen veranstclltete 12. Konferenz, welche die Frage der Museen als Volksbrld- ungsstätte auf der Tagesordnung hatte, wurde geftern von dem badischen Minister des Innern, Dr. Schenkel, eröffnet. Erschienen waren u. a. Prof. Dr. Berlrng für das sächsische Ministerium des Innern, Dr. von Dzrembowsky, Landeshauptmann der Provinz Posen, Geh. Regrerungsrat Frick vom preußischen Ministerium für Handel unöJ§fen>er&c, Ministerialrat Köhler vom Ministerium für Elsaß-Loth- ringen, Ministerialdirektor v. Mosthaf sür öas wurttem- bergische Miursterium des Innern. Der Vorsitzende gedachte zweier verdienstvoller Männer, deren Verluste dre Zentralstelle im Laufe des letzten Jähres zu beklagten hatte: des Staatssekretärs a. D. Dr. von Fvoobl und des Kommerzienrates 3wsicke. Der Direktor der Hamburgischen Kunsthalle, Professor Dr. Licht w a r k, hrelt etnerlBortrag über die Museen als Bildungsstätte. Ueberdw der Museen im neunzehnten Jahrhundert sprach als erster Referent der Direttor des Berliner Km^^werchemuseums, Dr. Jessen, welchen der Mitberichterstatter Ob^srudwn- rat Professor Dr. L a m p e r t - Stuttgart für Gebret der nakurhistorischen Museen ergänzte und der besoaders für diese die Forderung einer Trennung ^^r ^vlssenlchast- licheu Sammlungen von den Schau»ammlimgenaufitel . Die folgenden Vorträge gaben eine Darstellung bisher gemachten Versuche, die Schatze der Museen wett r Schichten des Volles zugänglich zu TttCL(^e'nn, trage schloß sich eine Diskussion an; nach Beendigung derselben hielt der Kurator Lichtbildern begleiteten Vortrag über das Ruvrimnusemu in Sheffield, das erste nach populären Grundsätzen mn- aerichtete Museum. — Heute berichtete Professor ^r. ^rcht- w ar k-Hamburg über „Die Einrichtung der Museen, und 'ivar speziell über den Museuinsbau" (Erundrch und 0'assadei Die „Aufstellung und die Bezeichnung^ der Au^ ste//ungsgegenstäliüe zunächst in Kunstmuseen bciprach Professor Dr. Gross e-Fretturg t. B. Er betonte, oag tistik der Aktiengesellschaften. Nevmarck-Parrs betonte die Nvtwendigkett einer einheitlichen Bilanzmethode für alle Miengesellschaften und trat für die Ausstellung von Bttanz-Schemata durch die staatlichen Organe ein. Lexis-Göttingertt sprach über Fortpflanzung und Sterblichkeit. — Die erste Sektion be- kMidelte das Thema ~i)er Repräsentationsmechode, die zweite die Ueberwälzung derZölle ans Ko n s um ent en und Industrie; in der dritten sprach der Präsident des stattftischen Instituts Menck über die internationale B r a n d st a t i st i L. Kaiser Wilhelm chber das deutsche Lied. Bei der Vorstellung im Schönbrunner Schloßtheater zog Kaiser Wilhelm, wie ans Wien gemeldet wird, den Komponisten Koschat nach den musttalischen Vorttägen in ein Gespräch, in dem er nenevdings interessante Bemerkungen über die Aufgabe der Männergesangvereine und über die Pflege des deutschen Liedes machte. Der Kaiser lobte zunächst Koschats Kompositionen. „Diese einfachen Lieder", sagte er, „aus dem Gemitt und aus der Seele hervorgeholt, mit ihren schönen Melodien verfehlen nie chre Wirkung. Herz und Gemitt müssen ans einem Liede erklingen, wenn das Volk es singen und wenn es wirken soll. Notwendig ist es, die Kompositionen so zu gestalten, daß die menschliche Stimme durch, ihre Wiedergabe nicht zu stark angestrengt wird. Manche Konrponisten behandeln die menschliche Stimme rein wie ein Instrument. Ob das ein Kunstgenuß ist, wenn man sieht, wie sich die Sänger bemühen, sich in Akkordfolgen und theoretischem Aufbau zu überbieten, überlasse ich dem Urteile jedes Kunstverständigen. Das volkstümliche Lied kann auch zur Veredelung des Patriotismus dienen, aber nur, wenn es leicht faßlich ist." Auf den Frankfurte r Sängertoetiftreit kommend, sagte der Kaiser noch, es habe ihm- ein großes Vergnügen gemacht, Kienzls Volkslied zu hören, in dem die Kraft und die Jnnigieit des echten Volksliedes liege. Von Hegar sagte der Kaiser, dieser sei gewiß ein ausgezeichneter Künstler, aber für die Mehrheit der Gesangvereine schreibe er zu schwer. Gelvuudert habe es ihn, daß in Frankfurt gar nichts von Silcher gesungen wurde. JJtiea gegen Bulgarien. In Bulgarien ist der Brandherd, und der muß au^gelo,chl werden: sonst tarnt die Pforte noch einen jahrelangen und sruchth>sen Feldzug gegen die Banden fuhren. Wir glauben nicht fehlzugehen w bet Artnahme, daß Rußland und Oesterretch'Ungaru nut einem erenwUirischeu Borgeyen gegen »nlgarum sich ab- gefuudeu l^ben, das; sie eine EntsclMdung dem Schrecken ohne Ende verziehen. Einer Meuer Depesche zufolge meldet tne „N. Fr^Pr. aus Saloniki: In Mitrowitzcr begannen Albanesen Streit mit christlichen türkischen Gendarmen, woraus mohammedanische Gendarmen für die Albanesen Partei ergriffen. Es entstand ein Kamps. Die christlichen Gendarmen muhten auf das russische Konsulat flüchten. Angeblich gab es auf beiden Seiteii diele T o t e. Gin offizieller Bericht des Präfekten von Burgas bestätigt die bereits gemeldeten Greuel im Adrianopeler Wilajet. Es sind geplündert und durch Artillerie oder Feuer zerstört tv-orderi in der Kasa allein Tirltowo 13, in Kirkilisse 17, in der Kasa Wasilito 4 und in der Wisa 3 fDvrser. In den letzten drei Tagen haben .11000 Flüchtlinge die Grenze überschritten. TaS bulgarische Kriegsmini per iuni erhält Dienstaugebote fremder Offiziere fast aus allen Ländern, and) aus Deutschland und Amerika. Eine Mitteilung der Psorte an die östreickfisch-uilgarische und russische Botsd)aft berichtet über die gemeldeten Banden- känipse im Perimgebirge im ^andsd)at SereS und über den in Hadjta im Sandjd).cck Kirkilisse slattgesundenen Minpf mit einer Kvmiteebanbe, welck>e infolge der unzugänglichen Position entsliehen Lonilte. Die Bande ließ im Pfarrhauje Dynamit zurück, das explodierte, wodurch das Darf eingeäschert wurde. Im Kampfe mit einer Bande aus beit Lenilhöhen im Kreise Kastorm wurden sechs Komitadschis getötet. Aus Slaöt und Land. Gießen, 23. Sept. 1903. - Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 24, enthält: 1. Bekanntmachung, den Steuerausschlag zur Bestreitung der Bedürfnisse der Laudjudenschaftskasse für das Rabbinat Darmstadt II pro 1903/04 betreffend. 2. Ordensverleihungen. 3. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen fremder Orden. 4. Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. 5. Dienstnachrichten. 6. Nachweis der Befähigung zur Ueber- nahmc eines Kirchenamts. 7. Erteilung des Grades eines Diplom-Ingenieurs an der Großh. Techn. Hochschule zu Darmstadt. 8. Charaktererteüungen. 9. Ruhestandsoersetzuugen. 10. Konkurrenzeröffnungen. ** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bet per heute fortgesetzten Ziehung der 6. Masse fielen zwei Gewinne von 10 000 Mk. auf Nr. 87857 (zur Hälfte nach S.-Altenburg und nach Ruhla) und 95266 (nach S.-Alten- burg und S.-Jeßnitz), Gewinne von 5000 M. aus Nr. 24316 (nach Mainz) 70212 (nach Oldenburg) 84944 (nach Darmstadt) 87586 (nach Eisenberg), Gewinne von 3000 Mk. aus Nr. 6000 (nach Friedberg) 7018 10694 15225 26416 40711 44718 47720 49174 57763 59288 63673 89625 91021 97523, Gewinne von 2000 Mk. auf Nr. 12203 12997 30255 32334 38059 44920 45556 45715 51012 52793 56871 61524 63456 66040 67409 94342. (Ohne Gewähr.) ** Der Hessische Landwirt. Wir machen darauf aufmerksam, daß in der heutigen Nummer der landwirt- schastlichen Beilage eine Gesamtwürdigung der landw. Ausstellung von sachkundiger Feder und der in unserem Blatt schon erwälMe Vortrag von Lehrer Ho tz- Nidda über Bienenzucht enthalten ist. Der Hessische Landwirt wird fortan erhol)te Beachtung verdienen, da für ihn neuerdings Mitarbeiter gewonnen worden sind, die in aktuellen, belehrenden Aussätzen mancherlei Interessantes bringen werden. **Der Kaufmännische Verein sendet uns heute das Programm seiner Veranstaltungen in diesem Winterhalbjahr. Am 26. September begeht er im Vereinshaus die Feier des 30. Stiftungsfestes mit einem «Kommers. Am 3. Oktober ist aus demselben Anlaß in Steins Saalbau Konzert, Theater und Ball und am 4. Ott. auf dem Windhof eine Nachfeier. — Es folgen dann: 21. Oktober im Eafs Leib Humoristischer Dialekt-Abend; Vortragender: Herr Max Oppmar, Kgl. Schauspieler, Hanau. — 16. November im Vereinshaus Vortrag des Herrn Dr. V. Pohlmeyer, Berlin: „Stellung und Bedeutung Rußlands in der Gegenwart". — 25. Noveurber int Cafe Leib Vortrag des Herrn Dr. Kurt Boeck, Dresden: „Sibirien einst urtd jetzt". Eindrücke beim Bereisen der 'sibirischen Bahn. — 19. Dezember im Vereinshaus We-ih- nachtsfeier (Herrenabend). — Im Jahre 1901: 26. Januar in Steins Saalbau Vortrag des Herrn Rudolf Gronau, Rewyork: „Die Vereinigten Staaten von dtordamerita und ihre Bewohnet". — 4. Februar in Steins Saalbau Vortrag des Herrn Professor Gust. Amberg, Berlin: Physikalischastronomischer Experimental- imb Demonstrations-Vortrag: Himmelsmechanik, das Sonnensystem, Kometen". — 24. Februar im Gase Leib Vortrag des Herrn Jetts Lützen, Dozent art der Humboldt-Akademie, Berlin: ,Lm Herzert Asiens, Sven von tzedins zweite Reise nach Jurter-Asien". — 5. März im Gase Leib Abendunterhaltung». — Die Vorträge werden in Gemeinschaft mit deut Ortsgewerbeverem veranstaltet. \ * * Vom Manöver des 18. Armeekorps. Wetz^ • lar hat seit Jahren nickst soviel Militär in seinen Mauern gesehen als am Samstag und Sonntag, wo sich eine ganze Division in und um Weilar konzentrierte, nnt von hier aus gegen die seiudliche 21. Division oorzugehen, die int -südöstlicl-en Westerrvald ebenfalls eng vereinigt war und besonders Rennerod, Westerburg und Hadamar mit großerr Einquartiermrgen beglückte. lleberall wurden die Truppen gut aufgenommen, unb allgenteines Lob herrscht unter denselben über die guten -Quartiere. Anr Montag in aller Frühe rückten die Regimenter, die 21. Division ostwärts, die 25. Division in westlicher Richtung, nach der Gegend Weilburg, der linke FUrgel über Leun, Braunsels, Löl>nberg, der rechte benutzte zum Teil das Dilltal und rütcke gegen 'Mengerskirchen, während das Zen- trmn gegen Dillhausen, Michenboru und Mohrenberg rückte. Kavallerie-Patrouillen suchten den Feind auf den Höhen aus, und bald entwickelten sich lebhaste Vorposlengesechte. Das Gefecht wurde abgebrochen und die Truppen bezogen aus dem eingenommenen Gelände Biwak. Tas Biwak der 25. l)esjijchen Divifiott erstreckte sich ttordwürts von Weilburg. Das prächtige Wetter hatte eine Menge Schlachtenbummler herangelockt, die den Truppenbewegungen mit Interesse folgten. Den Hauptanziehungspunkt biloete die alte sck)öne Sitte des „Lüsselbegrabens'' der jetzt abgehenden Reserve. Die Regimenter der 21. Division lagerten weiter westlich in der Gegend Hausen, Gllar und Steinbach. Dienstag ftüh wurde das Gefecht wieder aufgenoutmen; das Kommando über die 21. Division übernahm Generalleutnant von Hagen, über die 25. Division Generalleutnant Freiherr von Gall unter Oberleitung des kommandierenden Generals Exc. v. Lindequist. Tas Gefecht zog sich in westlicher Linie weiter und lvar gegen mittag beendet, woraus die Truppen des Armeekorps nachmittags Quartier bezogen und zwar: die 115er in Ellar, die 116er in Hadamar und Nieder-Hadamar, die 117er in Hausen, die 118er in Mehrenberg, die 168er in Lahr und Untgegend. Mittwoch ftül), am letzten Manövertage, findet unter per- önlicher Leitung des kommandierenden Generals ein Manöver des gesamten Armeekorps gegen einen von einem Insanterieregimcrll markierten Feind statt. Dieser Feind wird in der Gegend zwischen Runkel, Limburg und Nteder- Tiesenbach nördlich der Lahn ausgestellt. Nach mittag beginnt bereits das Einladen der Regimenter; die 116er betet gen gegen 1 Uhr in Runkel die Bahn, die Darmstädter, Mainzer, Wormser, Wiesbadener, Shamburger, Offenbacher Truppen der Jtisatiterie und Pioniere werden mit den TannuSbalstien in die Garnisonen befördert utid treffen jät abends ein. Die Kavallerie utid Artillerie tritt den Rückweg über den Taunus und die südliche Wetterau au. Am 26. September werden diese Regimenter südlich der Bahn einquartiert, am 24. September ist Ruhetag, daraus Weitermarsch in die Garnisonen. Die Darmstädter Dragoner werden in und um Frattksurt am letzten Marschtage einquartiert. Arn 27. Septeniber werden auch diese Regimenter in deti Garnisonen sein. ** Dem heimkehrenden Regiment lacht der schönste blaue Himmel und das herrlichste Herbsttvetter. Tas wird bei der Rückkehr die Herzen besonders froh stimmen. Für viele hat nun das Soldakettleben überhaupt ein Ende getwnmen: Reserve hat Ruh. Tie Achselklappeti werden ausgerollt und Der Weg nach Hause angetreten. So war es jedes Jahr und so sckstiebens allemal die Zeitungen. Mit diesem Abschied von der Garnisoti ist, wie vielleicht ztt wenig konstatiert wurde, auch manch ein Wechsel in bräutlichen Verhältnissen verbunden. •* Handelsverkehr mit Argentinien. Der neuernannte Handelssachverständige beim Kaiserlichen Generalkonsulat in Argentinien, Herr Dr. K. Ph. Stöpel, will vor semer Ausreise den Interessenten am Handelsverkehr mit Argentinien Gelegenheit zu einer Rücksprache mit ihm geben. Für die hiesigen Interessenten wird er am Donnerstag, den 1. Oktober in Frankfurt a. 2)1. in den Geschäftsräumen der dortigen Handelskammer (Börsengebäude) während der üblichen Geschästsstunden zu sprechen sein. Es ist Vorsorge getroffen, daß die Jntereffenten einzeln unter völliger Wahrttng der geschäftlichen Diskretion mit dem Handelssachverständigen konferieren können. Die Ausreise des Herrn Dr. Stöpel ist für Dritte Oktober in Aussicht genommen. § Bu tzb a ch, 22. Sept. Hier wird fett heute der Zentner Z w e t s ch e n (gebrochen) durchschnittlich mit 5 Mark von den Obsthändlern bezahlt. — llnser Bataillon kehrt morgen wieder vom Manöver zurück. — Der Maurer- treik ist wieder beigelegt. Hungen, 21. Sept. Seit einiger Zeit macht sich in unserer Stadt der Wv y nun gsma n g e l recht sühlbar. So hatten binnen kurzem verschiedene Privatleute die Ab- sickst, hier ihreii Ausenrhalt zu iiehmen, mußten aber ihren Plan wieder fallen lassen, da es ganz uninögllch lvar, passende Wohnungen zu bekommen. Auch anläßlich der bevorstehenden Eröffnung der Bahn Hungen-Allicke sollten verschiedene Beamte hier ihren Wohnsitz nehmen; wie mau hört, louräeu dieselben aber zum Teil an anderen geeigneten Orten stationiert. Iii Anbetracht der vorhan- deneli, jetzt noch billigen Bauplätze ist es deshalb recht unverstäiidlich, weshalb das hier verfügbare Kapital sich so zurückchallend verhält; ein Risiko ist tatsächlich voll- tändia ausgeschlossen. Für die betretenden Unternehmer und die in Betracht kommenden Privatleute wäre hier nicht nur eine gediegene, sichere Kapitalanlage geboten, sie würden auch zur Hebung ihrer Vaterstadt beitragen, was allgemeine Anerkennung finden würde. — Hier wurde dieser Tage ein geriebener Junge, der Sohn des ehemaligen Päcksters des Hungener Hofes, G. Hill, verhaftet. Unter allerhand Vorspiegelungen wußte er sich hier Eingang zu verschasjen; er gab sich als Pfarramtskandidat, Kaufmann ustv. aus und soll auch die Absicht geäußert hoben, als „Attsfionar" nach Ostafntä zu gehen. Vorläufig wanderte er jedoch in Haft, da er von der Staatsanwaltschaft Mainz steckbrieslich verfolgt wird; unter anderem soll er auch einen Fahrraddiebstayl ausgeführt haben. (H. Ludztg.) 0 Lauterbach, 22. Sept. Heute, Dienstag, kurz nach 12 Uhr, erschreckte das Feuer signal die hiesigen Bewolstter. Es brannte im Viertel „Wiegyaus". Das Feuer war in der Scheune des Fuhrmanns Schäfer ausgebrochen und ergriff im Augenblick dessen Stall und Wohnhaus, die Scheune der Witlve Bäcker Guutrum und diejenige des Schuhmachers Lippert. Die hiesige Feuerwehr war jofart zur Stelle und außerdem lvurde noch eine Spritze und die dazu gehörige Mannschast von Angersbach herbet- geruseu. Beide Wehren kampsten nun jcl)on den ganzen Nachmittag gegen das wütende Element, und es ist zu Hofs en, daß es aus diesem Herde beschränkt bleibt. Die Gesahr für die bedrohten eng angrenzenden Mchbar- häuser ist zur Stunde noch nicht ganz vorüber. Die Be- telligten haben versichert. R. B. Darmstadt, 22. Sept. Die Stadtverordnet e n - Ve r s a mm lung hat heut nachmittag in geheimer Sitzung den sür die Ausschmückung der Stadt erforderlichen Kredit bewilligt. Die Kosten für die Straßen- Ichmüctulig dürsten sich auf 8000—9000 Riark belaufen. Tie Gesamtdekorationen sollen bereits beim Empsang des russischen Kaiserpaares, am 25. d. Mts., fertiggestellt sein. Offenbach, 22. Sept. Ein junges Menschenleben ist in der letzten Wacht dem Mes s er zum OPser g esallen. Ter 18jährige Fabrikarbeller Kart Rröhler ging nach Mtter- nacht in Begleitung eines Bekannten durch Me Se ne selber- [trage, als ihm in Der Nähe der Sebanftraße der 26jäl)rige Taglvhuer Lorenz Bauer in Begleitung eines Mannes und einer Frau entgegentam. Bei der Begegnung kam es zunächst zu hamrlojen Stick)eleien, die aber bald zu Tätliche leiten aus arteten. Bauer zog dabei sein Äiesser und versetzte dem Möhler einen Stick in den rechten Oberschenkel, sodaß die Schlagader getroffen wurde und ein furchtbarer Blutstrom fick) aus der Wunde ergoß. Mohler wurde ins Krantenhaus gebrad)t, starb aber nach kurzer Zeit. Es gelang der Polizei, den NiesserHelden nod) ui Der Nacht zu ermitteln und zu verhaften Morgen früh findet im Leichenhause aus dein Friedhof Die gerichtliche Sczierung der Leick)e des Getöteten statt. (Ossenb. Ztg.) Riainz, 22. Sept. Der Vorstand Der Mainzer Bäckerinnung hat beschlossen, angesichts der günstigen Viehl- preise und der guten diesjährigen Ernte denPreis des Brotes bis um fünf Pfennige herabzusetzen; biefer Beschluß soll einer in den nächsten Tagen zu berufenden Generalversammlung der Innung zur Genebmigung unterbreitet werden. Vermischtes. • Stolberg (Reg.-Bez. Anklam), 22. Sept. In der hiesigen Glashütte war zwecks Ausführung von Reparaturarbeiten ein hohes Stangengerüst errichtet. Dasselbe stürzte infolge mangelhafter Konstruktion ein, zwei auf ihm be- chästigte Arbeiter stürzten aus der Höhe herab und blieben ofort tot. * Breslau, 22. Sept. Unweit ©tegerborf legten Um bekannte große Feldsteine aus das Bahngeleise, um den Äuswandererzug zur Entgleisung zu bringen. Die Maschine zertrümmerte das Hindernis, ein Unheil geschah nicht. * München, 22. Sept. Am Sonntag abend ent* gleiste auf der Strecke München-Eichstädt ein Lokalbahnzug. > Reisende wurden leicht verletzt. Die Ursache der Entgleisung ist unbekannt. . . * Monaco, 22. Sept. Der Kanzler des italienischen Vizekonsuls Stella, der Die Vertretung des Vizekönsuls und die Geschäfte führte, wurde heute mit Dolchstichen tot in seiner Wohnung ausgesunden. Man ücrmutet, daß es sich um ein Verbrechen handelt. * Wien, 22. Sept. Graf Alfons Paar in Lai» bach ist auf der Jagd verunglückt und gestorben. * Ein Deutscher in den Berner Alpen ocr> schollen. Seit voriger Woche wird ein etwa 18jähriger junger Mann aus Ludwigshasen vermißt, der ohne Führer eine Besteigung der Jungfrau unternommen hatte. * Erne ganze Familie getötet. In Der vorletzten Nacht wurde auf dem Bahnübergänge Der Cleve-Calcarer LanDstraße Das Gefährt Des Weinhändlers Obhaus von Dem um 12 Uhr 11 Min. hier eintreffenden Personen- zuge überfahren. Frau Obhaus und zwei Töchter wurden sofort getötet, Obhaus wurde tätlich verletzt und starb bald darauf im städtischen Krankenhause. Die Untersuchung ist eingeleitet. Das Unglück soll dadurch entstanden sein, daß der Bahnwärter vergessen hatte, die Bahnbarriere zu schließen; er wurde verhaftet. Gerichts laal. f. Gießen, 22. Sept. S t r a f k a m m e rs i tz u n g v o nv 22. S e p l e m b e v. Der Haltestellenausseher Der «Station Mittel Gründau, Th. S. M., hat der Stationskasse im Laufe des Monats Juli und August D. Js. nach und nach Betrage bis zur Hohe von 650 Mk. entwendet und veruntreut. Das Motiv seiner Handlungsweise wurde auch genau aufgeklärt. Urteil: 1 Jahr Gefängnis; 1 Monat Untersuchungshaft wird aufgerechnet. — Der Bergmann Fr. D. von Willofs hat am 15. August in Meßen den Spengler O. K. nach vorauSgegangenem Disput in einer Wirtschaft mit einem Messerstich erheblich verletzt. Urteil: 8 Monate Gefängnis ; 1 Monat Untersuchungshaft ausgerechnet. — Dre Verhandlung gegen Die Angeklagten I. K. von Alten-Buieck, B. K. von Geistlitz, und H. H. von Steinbach, Die alle der Vornahme unzüchtiger Handlungen mit Versonen unter 14 Jahren beschuldigt inb, sand bei verschlossenen Türen statt. Das Urteil lautete gegen Den ersten Angeklagten auf 6 Monate Gefängnis unter Ausrechnung von 2 Monaten Untersuchungshaft, gegen den zweiten Angeklagten auf 2 Jahre Zuchthaus und Aberkemmng der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre. Bezüglich des Angeklagten H. wird Einholung eines Gutachtens über dessen Geisteszustand angeordnet. — Der Wirt L. L. in Rieder-Ohmen erhält, da er ohne obrigkeitliche Erlaubnis öffentlidje Ausspielungen beweglicher Sachen mittels Auto- mats in (einer Wirtschaft veranstaltete, eine Geldstrafe von 5 Mk. 1. Friedberg, 22. Sept. In 10 stündiger Gerichtsverhandlung wurde heute vor dem hiesigen Schöffengerid)t der Wahlexzeß zu Burggräfe n rode vom 16. Juni d. IS. verhmidelt. Dieser Vorfall war damals von sozialdeiiiokratischer Seite als „Aufruhr", qualifizierter LandfriedeiiSbruch", „vorher- geplanter und organifierter Ueberfall" der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht und in ihrer Presse als solcher geschildert worden. Dieser Vergehen sollten sich Wiitglieder der nationalliberalen Partei schuldia gemacht haben. Der Sachverhalt mar kurz folgender: Um ihrer Freude über den errungenen Wahlsieg in Burggräfeiirode Ausdruck zu verleihen, saßen die Anhänger der nationalliberalen Partei in Der Wirtschaft Dörr. Plötzlich mürbe von außen her gegen die FensterläDen gesck)lagen uuD gleichzeitig rourDen L>chmäh- rufe hörbar. Ein Insasse wollte nach Den Tätern sehen, wurde aber, als er auf Die Straße kam, in der Dunkelheit geschlageti, sodaß er blutete. Auf Die Hülferufe des Ucberfallenen kamen saft sämtliche Insassen aus Der Wirtschaft, um Die Täter zu suchen, bet welcher Gelegenheit Die Umgegend des Lokals abgesucht wurde. Dabei gelangten Die Gereizten vor Die Wirtschaft K o h l, in Der sich Die Anhänger Der sozialDemokratischen Partei befauDeu, von welchen vermutet wurde, Daß Diese die Provokation in Szene gesetzt hatten. Run gab es em AufeinanDerplatzen Der Gemüter, wobei es einen förmlichen Steinhagel regnete. Die Fenster imD LäDen der Kohl 'scheti Wirtsck)aft mürben bei bet allgemeinen Keilerei bemolicrt. Mit Holzknüppeln u. s. m. mürbe aufeinanber geschlagen, tosender Lärm, sowie Sck),näh- imb Droh rufe durch- hallten Die Nacht unb Körperverletzungen gab es in Fülle. Dem Bürgermeister unb Polizeidiener gelang es nicht, Ruhe zu stiften, unb beinahe 1 7» Stunbe bauerte ber erbitterte Kampf. — Heute saßen 16An geklagte beöwegen vor ben Richtern, und 4 Rechtsanwälte führten bie Verteibigung. Von früh morgens bis zum Schluffe ber Verhanblung war ber Zuschaucrraum übcrfi..::, unb bie Vernehinung ber 25 geladenen Zeugen dauerte m.em bis nachniittags 5 7, Uhr. Der Vertreter der Staatsanwalt,cyait begann alsbald seine Platdoher und tarn ^u dem Schluffe, dag fast alle 16 Aiigeklagte teils mit Gefängnis-, Haft- und Geldstrafen zu bestrafen seien, um für bie Zukunft ähnlichen Wahlexzeßen wirksant entgegenzutreten. Die Verteibiger, bie teilweise auch als sJteben* fläger auftraten, verlangten jebod) im Interesse ihrer Klienten, bie meistens nod) mibescholtene Leute ivären, von Freiheitsstrafen abzusehen. Rechtsamvalt Winbecker gelang es in seiner glänzenden Verteibigungsrede, bie gesamten Anschuldigungen von sozialdenro- kratisck)er Seite nieberzuschmettern unb Die Beweise dafür zu erbringen, daß gerade diese Partei Die Gegenpartei reizte und so die Urheberin des Skandals geivesen sei. 9tad) fast einstündiger Beratung verkündete um 8 */4 Uhr abends Der Gerichtshof sein Urteil. Von Den 16 Angeklagten erhielten wegen Körperverletzutig oDer SachbeschäDignng Der Landwirt Jakob FrieDrich Kost 23Ö Mk., Der LanDivirt Richard Moscherosck) 150 Aik., der Landivirt Richard Volz 150 Mk., der Schweizer Wilhelm Bender 100 Mk., der Dielist- kiiecht Konrad Aleinhard 50 Mk., Der LanDwirt FrieDrich Dörr 100 Mk., der Bahnarbeiter Aioritz Traband 100 Alk. und der Knecht Konrad Blum 30 Bit. Geldstrafe. Sämtliche Verurteilte sind in Burggräfenrode wohnhaft,^ Der übrige Teil Der Angeklagten wurDe f r e i g e s p ro ch e n. Seit NiinDestens 10 Jahren aber ist in Den Aniialen unserer StaDt eine so große GerichtsverhanDlung nicht zu verzeichneti gewesen. In der A s für e des P r i n z e n P r o s p c r A rett* berg verhandelte, wie aus Hannover gemeldet wird, bie dortige Tisziplinarkauuner gegen drei G es an genau fse her. Zwei von ihnen kamen mit einem Verweise Davon, der dritte wurd,? zu 30 Mk. Geldstrafe verurteilt. Wie weiter gemeldet wird, dürfte Prinz Prosper Arenberg in den nächsten Tagen aus dem Tegeler Strasgefängnis wach gyjch. G'offlMSvaTdfy ^>7a6 Magdeburg. u. Vergebung. Für das Großh. Provmzial- Arresthaus dahier soll die Lieferung von ca. 12 000 Kilo abgetrockneter guter Speisekartoffelu im Verdingungswege vergeben werden. Versiegelte Angebote und Proben sind kostenfrei bis zum Eröffnungstermin vormittags 10 Uhr, auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft dahier — Justizgebäude, Zimmer Nr. 43 — niederzulegen. Die Vergebung erfolgt unter den in Anlage A zu dem Mini» sterialerlaß vom 16. Juni 1893, das Verdingungswesen betreffend; enthaltenen allgemeinen und von dem Unterzeichneten aufgestellten besonderen Bedingungen, welche auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft eingesehen und gegen Erstattung der Schreibgebühren bezogen werden können. Der Zuschlag bleibt drei Tage vorbehalten. Gießen, 21. September 1903. Der Großh. Oberstaatsanwalt. Theobald. 7158 Verdingung. 5000 cbm altes Bettungsmaterial pp. auf der Bahnstrecke Wetzlar- Gießen auf Arbeitsrvagen auf- ruladen, bei Dutenhofen abzuladen und einzuplaniereu, soll vergeben werden. Die Verdingungs - Unterlagen sind gegen postfreie Einsendung von 0,20 Alk. bei der unlerzeich- neten Inspektion erhältlich. Ver- diugungstermin am Mittwoch, dem 30. September 1003, nachmittags 4 Uhr. 7168 Wetzlar, den 22. Septbr. 1903. König!. Eisenbnhn-ßu'lriebs'Illspcktioll. Hasen, stets irisch geschossen, zu haben bei Frau Ebel, Rittergaffe 11. evn Telephonischer Kursbericht* a. W., 22. September 1903. Frankfurt Schlußkurse. 7169 5855 199.60 211.10 136.00 181.40 184.37 . 101.50 . 89.75 . 101.60 . 89.30 . 100.16 . 99.20 . 101.60 99.85 . 98.80 . 102.90 . 50.20 . 30.85 . 35 45 . 128.00 . 43.50 372°/o 3°/o 37,% 3°/o 372% 97S% Anfangs- . 200.00 . 211.00 . 135.25 . 181.60 Reichsanleihe do. Konsols . do. . . Hessen Oberhessen Oest. Kredit . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . die Bildung einer Expeditio ns ab teilung gegen diese englische Invasion an, doch wird die Absendung derselben wahrscheinlich unterbleiben müssen, weil die nötigen Geldmittel zur Ausführung derselben nicht vorhanden sind. Belgrad, 23. Sept. Die Wahlen zur Skup- tschina sind nicht wie erwartet wurde, ausgefallen, da die von Paschitsch und Wuitsch geführten Gemäßigt-Radi- taten die absolute Mehrheit in der neuen Kammer nicht erhalten haben. Die extremen Radikalen bilden mit den übrigen Oppositions-Fraktionen die Majorität. Die Stellung König Peters, der erwartete, die neue Skuptschina werde ihm seine Negierung bequemer gestalten, ist dadurch noch schwieriger und gefährlicher geworden. — Tie Regierung wird nach Unterzeichnung des Ukases zur Eröffnung der Skuptschina zurücktreten, jedoch bis zur Neubildung des Kabinetts im Amte verbleiben. Ter Festungs-Kommandant Oberst Marinkowitsch wurde seines Amtes enthoben, weil er den verhafteten Offizieren zu viel Freiheit gelassen hat. Sofia, 23. Sept. Ein neuer, unerwarteter Umschwung steht in der macedonischen Frage bevor. Der Sultan hat eine Reihe von Vorschlägen angenommen, welche die bulgarische Regierung» auf sein Ersuchen wegen der friedlichen Beilegung des macedonischen Konfliktes gemacht hatte. Diese Vorschläge umfassen die Einstellung der Metzeleien, die beiderseitige Zurückziehung der Truppen von der Grenze und die Erteilung einer Gemeinde-Autonomie an die macedonischen Bulgaren auf breiter Grundlage. Die Durchführung des ganzen Projetts soll einer Kommission anvertraut werden, die mindestens zur Hälfte aus Bulgaren bestehen soll. — Inzwischen nehmen die Operationen in Macedonien ihren Fortgang. Bei Newokop soll Oberst, Jankow zwei türkische Bataillone umzingelt haben. General Zontschew soll in ähnlich^: Lage bei Melnik stehen. Versteigerung. Donnerstag den 24. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, sollen dahier Marktplatz 20 (im Adler) 1. eine Partie Schuhwaren, 2. Möbel aller Art, 3. eine Kiste Würfelzucker, ein Faß Rüböl, ein Faß Satatöl u. v. A. gegen bar versteigert werden. Gießen, den 23. Septbr. 1903. 7171] Seipel, Gerichtsvollzieher. vertäust wurde. Die Preise waren deshalb sehr niedrig. 7 bis 8 Wochen alte Ferkel, schwerste Ware, wurden mit 22—24 Mk. das Paar gerne losgeschlagen. Der Preis für fette Schweine ist im Rückgang. pachtet werden. Engelrod, den 18. September 1903. Der evangelische Kirchenvorstand. Gürtler, Pfarrer. 3% Mexikaner . . . 4%% Chinesen . . . Electric. Schuckert . . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatebahn , . Lombarden . . . . Gotthardbahn .... Lanrahütte..... Bochum ... ... Harpener..... Tendenz: fest. Ittgdverpachtnng. Dienstag den 29. September l. I., nachmittags 4 Uhr, soll die Jagd der Kirche Engelrod cü. 330 Morgen umfassend, zumeist Waldbestand, bei Gastwirt Karl Schaaf zu Engelrod auf weitere 6 Jahre ver- Berliuer Börse vom 22. September 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Angesichts des hohen iüdijchen Feiertages verkehrte die heutige Börse in großer Zuruckhaltung bei geringsten Umsätzen. Die Grundtendenz war auf allen Gebieten eine recht feste; von Kohlenwerten wurden namentlich Gelsenkirchen von guter rheinischer Seite aus dem Markt genommen. Eijenwette wiesen ebenfalls bessere Stimmung auf. Unsere Banken lagen fest, aber leblos, russische erhöhten ihr Niveau weiter. Heimische und fremde Renten wiederum besser. Der Kaffamdustriemarkt war durchwegs fest; seit langer Zeit entwickelte sich im freien Verkehr wieder ernmal reges Geschäft in den unberechtigt vernachlässigten Aktien der Neuen Boden-Mtien-Gesell- fchaft, für welche bis 150 Proz. bezahlt wurden. Privat-Diskont 8% Prozent. . 27.20 . 91.90 . 96.30 . 101.80 . 199.80 . 185.00 . 135.95 . 145.00 . 151.30 , 137.50 . 16.50 < 188.90 . 227.00 . 181.80 . 184.30 Heveen Garderoben liefert ein Tuch- und Maßgeschäft (Schneidermeister) in feinster Ausführung zu den billigsten Preisen. Es gelangen nur prima in- und ausländische Stoffe zur arbeitung. Direkte Kasse oder monatliche Ratenzahlung Beding ung. Offerten unt. 04299 an die Exped. d. Bl. erbeten. Lager in zweiteiligen hölzernen Riemenscheiben Alle normalen Größen sofort lieferbar. Billigste Preise. Weitgehendste Garantie, mgenieur Fetisch, Giessen, Gas, Wasser-, Elettro-Anlagerr. Telephon 378. 6187 Settersweg 77. 4% Oesterr. Goldrente . < 4^5% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrento . . 4°/o Italien. Rente . . . 472% Portugiesen . . . 8°/d Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose..... 4% Griech. Monopol.-Anl. 47,% äussere Argentiner Aus dem Geschäftsleben. In der kürzlich in Berlin stattgehabten Ausstellung für Frauenarbeit und Familienbedarf wurde der bekannten Sunlight Seife die sllberne Medaille nebst einem Ehren-Diplom zuerkannt, eine wohl verdiente Anerkennung für die Güte der Seife. St unter. Spazierstöcke | Letzte Neuheiten W l'asselerMiriniabrik T Giessen 9 Seltersweg 9. 3008 Jfar pt. -V, der > be. Kirchliche Nachrichten. Freitag, den 25. September, Spaziergang der neufonfirmierten Mädchen der Lukasgerneinde. Zusammenkunft um 2 7, Uhr: Alicestraße 13. Pfarrer Euler. W-LersttiMq. Freitag den 25. September l. Fs., vormittags um 9 Uhr anfangend, soll das der Gemeinde Saasen gehörige Obst, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen, versteigett werden. Der Anfang ist im Ort. Saasen, am 22. Sept. 1903. Gr. Bürgermeisterei Saasen. Schmitt. 7153 Schon wieder Weuanschaffung (seufzt heutzutage manche Hausmutter), irüher hat unser Leinenzeug doch viel länger gehalten? Ja, früher haben auch noch viele Hausfrauen das Gute, nicht das Billigste gekauft und das Ber- lassen dieses Grundsatzes rächt sich am meisten bei denen, die au- stalt der garantiert guten Gioth's gemahlenen Kernseife mit Salmiak und Terpentin irgend ein billiges schlechtes Waschmittel, welches in sich scharfe Stoffe, Chlor usw., aber dem Preis ltach kaum eine Spur Seife enthalten kann, zu ihrer Wäsche nehmen und sie dadurch frühzeitig ruinieren. Gioth's gemahlene Kernseife, Preis per Packet 15 Pfg. Fabrikant: I. Gioth, Hanau a. M. 3735 Sammte, Velvets, MM. feesaeosme«““ Elten & Keussen, Kiefeld. Btifimg ter Wrnijtaife Lnbch-Mk. Eisenbahndirettions-Bezirk Frankfurt a. M. Am 1. Oktober d. I. wird die normalspurige Bahnstrecke Laubach-Mücke mit den Stationen: Laubacher Wald, Freienseen, Weickartshain und Stockhausen (Oberheffeti) für den Personen-, Güter-, Gepäck- und Privatdepeschenverkehr, sowie für die Ab- fertigung von Leichen und lebenden Tieren eröffnet. Ausgeschlossen ist auf allen Stationen die Annahme und Auslieferung von Sprengstoffen, auf ben Stationen Weickartshain und Stockhcnrsen von Fahrzeugen. Die Haltestelle Laubacher Wald dient außer dem Personenverkehr nur für den Versandt von Holz in Wageilladungen. Bei Eröffnung der Station Stockhausen (Oberheffen) erhält die ältere Station Stockhausen des diesseitigen Bezirks die Bezeichnung ^Stockhausen a. Lahn". Für bte neue Bahnstrecke haben Giltigkeit die Bahnordnung für die Nebenbahnen Deutschlands vom 5. Juli 1892 und die Eisenbahn-Vettehrsordnung vom 26. Oktober 1899. Mit dem Tage der Betriebs-Eröffnung werden die neuen Stationen — mit Ausnahme der Haltestelle „Laubacher Wald", welche nur im Gruppentarif VI behandelt wird — in die Gütertarife der Preußisch-Hessischen Staatsbahnen, sowie in den Olden- burgisch-Hessischen Tarif und Staatsbahn-Viehtarif, ferner in die Tarife für den Rheinisch-Westfälisch-Hessischen und Saarbrücker Kohlenverkehr ausgenommen. _ Für den Verkehr mit den Drrektronsbehrten Cassel, Frankfurt a. M. und Mainz sind die Sätze für bte neuen Stationen bereits durch Nachtrag VII zum Gruppentartf VI bekannt gegeben. Nähere Auskunft erteilt das diesseitige Verkehrsbüreau. Frankfurt a. M., den 18. September 1903. 7170 Hönigttche Eisenbahn-Direktion. Celle transportiert werden, wo vor der Disziplinarkammer der Justi^beamten-d-es Oberlandesgerichts unter Ausschluß der Oeffentlichkeit ‘ine erste Verhandlung in der bekannten Begünstigungssache ebenfalls gegen drei Gefangen aus seher statt findet. G n e s e n, 22. Sept. Heute wurde in dem Vrozeß P ia - seck a und Genossen der Oberstaatsanwalt Guhoe aus Posen darüber als Zeuge vernommen, ob die preußische Regierung eine Auslieferung des Angettagten Piasecka von Oesterreich verlangt habe. Der Oberstaatsanwalt erklärte, daß der erste Staatsanwatt die Auslieferung nicht für zulässig erachtet habe, weil es sich im Wreschener fsttozeß um ein politisches Telitt handle. Der erste Staatsanwalt habe in dieser Angelegenheit direkt an den Justizminister berichtet, tatsächlich sei die Auslieferung nicht verlangt worden, aus welchem Grunde, entziehe sich seiner Kenntnis. Damit war die Beweisaufnahme geschlossen. In seinem Plaidoyer stellte der Staatsanwalt folgenden Antrag: gegen das H err enh aus-Mitgli ed v. Koscielskieinen Monat, gegen Dr. v. Niegolewski und den Rechtsanwalt Woll inski jezwei Wochen Gefängnis, gegen den Abg Prälaten Stychel eine Woche Gefängnis, gegen die übrigen Angettagten Gefängnisstrafen von einem Monat abwärts. Als erster Verteidiger ergriff Justizrat Dr. Lenzmann das Wort. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 23. Sept. Agnes Sorma hat mit dem Direktor Reinhardt einen Vertrag abgeschlossen, durch den sie sich dem Neuen Theater von Mitte Dezember d. I. für mehrere Monate vervflichtet. — Schriftsteller Axel Delmar wurde von Ferdinand Bonn für dessen neue Direktion dem Berliner Theater vom Herbst 1905 ab als Dramaturg und Regisseur verpflichtet. Berlin, 23. Sept. Zu einem Verfahren wegen Verbreitung einer unsittlichen Schrift hat die Novelle „Das Nixchen" von der Schriftstellerin Helene v. Monbart (Pseudonym Hans von Kahlenberg) Veranlassung gegeben. Nachdem das Buch längere Zeit unbeanstandet im Verkehr war, hat eine alte Dame Anstoß daran genommen und die Staatsanwaltschaft ist gegen ihre Verfasserin und ihren Verleger, den Verlagsbuchhändler Karl Reißner-Dres- den auf Grund des § 184 Str.-G.-B. vorgegangen. Die erste Strafkammer des Landgerichts II hatte aus Freisprechung erkannt. Das Reichsgericht aber hob das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht I. In der gestrigen Verhandlung sprach der Gerichtshof beide Angeklagte frei, stellte aber fest, daß objektiv eine unsittliche Schrift vorliege und erkannte deshalb auf Einziehung und Vernichtung der vorhandenen Platten und Formen. Gegen das Urteil soll nochmals das Reichsgericht angerufen werden. Paderborn, 23. Sept. Die Strafkammer veruttrilte den Sparkassen-Rendanten Toennis wegen Unterschlagung von Privatgeldern und Untreue zu 3 Jahren Gefängnis. G n e s e n, 23. Sept. In dem polnischen Fluchtbegünstigungsprozeß wurde heute unter ungeheurem Andrange des Publikums das Urteil verkündet. Kaufmann Zielecki er- hiett eine Woche Gefängnis, die übrigen elf Angettagten wurden freigesprochen. Leipzig, 23. Sept. Unter dem Verdacht, den Gemeindevorstand Bentmann in Zieschewitz ermordet zu haben, wurde ein 28 jähriger Maurer aus Berlin verhaftet. London, 23. Sept. Vier Touristen stürzten von dein Seafell im Cumberlandgebirge ab und waren sofort tot. Paris, 23. Sept. Kaiser Wil Helm soll in Wien in einer Konversation mit der Königin Mutter von Spanien geäußert haben, daß er die Verwirklichung eines von ihm längst gehegten Wunsches, dem Madrider Hofe einen Besuch abzustatten, als nahe gerückt betrachte. Mailand, 23. Sept. Nach Meldungen aus Madrid wurde der italienische An ar ch ist Pic ci in dem Moment verhaftet, als er mittels Dynamtt den Pu l v e r t ur m von Mahon in die Luft spr en gen wollte. Innsbruck, 23. Sept. Auf der Strauserklamm ist der sett acht Tagen verhettatete Bauer Bogner abge- stürzt und mit zerschmettertem Kopfe aufgefunden worden. Warschau, 23. Sevt. Das ZarenPaar wird in Begleitung der tteinen Großfürsttnnen Polen am 24. Sep- tentber verlassen, um sich dttett nach Darmstadt zu begeben. Petersburg, 23. Sept. Aus Teheran ist die Nachricht eingetroften, daß eine ziemlich starke englische Truppenabteilung die persische Grenze von Belutschistan ü b e r s ch r i t t e n und ein n i ch t u n b e d e u- tendes Gebiet besetzt habe. Der Schah ordnete zwar T wn, ■! liVimWW |TL" tzung doik tanon Mittel-, ie des Monats zur Hohe von ner Handlungsahr Gefängnis; 2 et Bergmann i den Spengler Wirtschaft mit Itonate Äefäng- — Die Ber- iuieck, B.K. von Lornahme unsren beschuldigt il lautete gegen ter Ausrechnung en Angeklagten blichen Ehreu- oird Anholung Lotimel — Dm in mittels Auw- slraie von 5 Alk. Gerichlsverhand- engertcht der 16. Zürn d. P. |iali)enwfrahjct)er bruch" „vother- sanwattfchail zur -Schilden morden, all tbetalen Partei n folgender: Um i Äurggräfenrode nationalliberalen l£ von außen her wurden rn /ehen, wurde ti ge/chlagen, jo* -nen kamen W t zu fuchen, bet W\W wurde. z!ohl. m der beianöen, von m in Szene ge- öer Gemüter, Die Fenster und )cr allgemeinen röe aufeinander rrohrufe durch" SL n' 2 hi-3 zum rgens .ow ö üben--. ' X v>İ« CS!h al? 4!edM a'b!‘ ije Sie reute. “"Lt ‘•StW chwh° , M °d« Ä61? SU’1 Jtid)“? •J&n u 3at)lL rhaiiblunl) • Ären' L rvild, ' stellt- \x 'nisllÄ be“ geschah °b-ni> ent d« U .^‘^fonjuls Ren tot bQB es sich lat m Lai. Men. tlPen nttv üa ^jähriger Führer neu hatte. öer vorletzten Ueve-Calcarer ir§ Obhaus 3en Personen- Dl'i Töchter Rötlich ver- ^rankenhauje. soll dadurch 'n hatte, die i. Im Täglich frischer 7137 Aepfelmost. Märkte. Bleichenbach, 21. Sept. Der Schweine markt hier war mit ca. 500 Stuck Ferkeln ttnb Einlegfchweinen befahren. Das Angebot war aber so groß, daß vielleicht nur 7s der Tiere Harpener Bergbau . . 184.30 Schluß-Tendenz: ziemlich fest. UniversiMs-Nachrichten. — Die erste Doktorandin in Gießen. Die „Med.- Thirury. Ztg.^ vom Jahre 1817 enthält unterm 26. März folgenden Bericht aus Gießen: ^Wir hatten heute einen feyerlichen Act der Toctorpromotion, den ersten feiner Att in den Annalen unserer Universität. Fräulein Charlotte Heiland, genannt von Siebold, eine Schülerin Osianders und der Gelehrtenfamilie, deren Namen sie trägt, nachdem sie als Geburtshelferin auf eine ehrenvolle Weise in der Residenz priveligiert worden war, unterwarf sich dem Fakultäts-Examen, und betrat hierauf das Katheder, um ihre Thesen öffentlich zu verteidigen. Sie zeigte dabey einen Umfang von gründlich wissenschaftlichen Kenntnissen, solche Ruhe und Besonnenheit, daß sie sich den allgemeinen Beyfall der Sachverständigen und eines Auditoriums von Tausenden erwarb. Nach Beendigung der Disputation wurde sie von dem dermahligen Decan der medicinischen Fakultät öffentlich und mit den herkömmlichen Formalien zur Doctorinn der Geburtshülfe ernannt und pro- clamiert“ Charlotte Heiland wurde am 10. Dezember 1791 zu Helligenstadt geboren. Unter Leitung ihrer Mutter, die sich in zweiter Ehe mit bem darmstädtrschen Medizinalrat Damian v. Siebold vermähtt hatte, machte sie ihre ersten Studien im Dienst der Lucina und genoß alsdann den Unterricht Osianders und Langenbecks in Göttingen. 1829 heiratete sie den Arzt Dr. Heidenreich in Darmstadt. In Ausübung ihres Berufes gelangte sie zu großer Berühmtheit, wurde an viele Höfe berufen und leistete u. a. der Herzogin von Klent Beistand bei der Geburt der nachmaligen Königin Victoria von England. Kandel und Der Kehr. UolKsloirtschast. rtiflSW- OJr» bt doch der 6 Peru guano * Z*10x2 ; WO-GONT.VWW- ■-»V -3fj rmd 7155 ZirxerMzM A. Kröll Söhne* Seltersweg 12. 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