153. Jahrg fSaRA mit Wutnflfrne bei GanntagK V Stute; Mh bee •ntogcruni BeC UntDcrfu irWnxxf ne (B*Nt trtxxx •wfrefe General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Elchen. Hm ätitut Boltz, M/i kr. 1 uell.BlcB.Vorixr i.£Mr,flhni | 'r।nt-Examm Fr»| lr- _L. ■ daß ein anhereSaeei —------ . . v allen möglichen Äantelen ubemepmen wlro. BeifalL) tt-fchiedrucs Pariamrntarijchc rrcrhanvinngen. Nachdruck ohne veretnbarun, nicht g ' ft a t I : t -nd Mckstoß :ben zur Ausbelvahruv, er (Garantie gegen Moua i Fcuerjchavtlr angenoinr. ScMteM® Marttstratze 3. T .Otetzr FomiIiendlüNer- werden dem 9Id#eiget c erma wöchentlich detgele-t. Der „hesßsch« teetehr erldjetnt niOnatlich etxmaL deutscher Reichstag. 968. Styung vom 92. April. hr. Las Haus ist mäfcig besetzt. ___BundeSrathSnsch: Graf P osadowSkh x. T. Einige Rechnungssachev werden ohne Debatte erledigt. Bei der Berathung der Uebersichr der Einnahmen und AuS. gaben des o st afrikanischen Schutzgebiete» für 1900 macht Abg Taodach (tentr.) auf die Schwierigkeiten aufmerksam, die sich dem Bau der Usambarabahn entgegen gestellt hätten. Man könnte beim Bau hon afrikanischen Bahnen nicht vorsichtig genug sein. Abg. Dr. Haffe (natl.) bedauert e«, daß da» Projekt betreffend die Zinogalantie de» Reiche- für die afrikanische Lentralbahn in dieser Session nicht zu Stande komme. Die Bemerkungen deS Vorredners seien ganz zwecklos gewesen. Der Bericht geht an die Rechnungskommiffion, ES folgt die zwcue Berachuna deS Gesetze» betreffend Pho » - phorzundwaaren. TaS Gesetz verbietet die Verwendung von weißem und gelbem Phosphor, ausgenommen sind nur Zünü- bänder von Gruben «Sicher Heils lampen. sogar zu diesem Zweck ein Patent zur Verfügung. 3RU Die lein Gesetz. Entwurf thun wir nur daS, was andere Staaten längs» gethan haben. Eine PhoSphorzündholzfabrik war die erste Fabrik. die ich als Knabe gesehen habe: LS war dies für mich ein unauslöschlicher Eindruck: diese elenden Menschen mit chrem verfalle,(eil und verunstalteten Aussehen. Wenn jetzt noch jemand auf die Trttüne des Reichstags treten und bestreiten tonn, daß die Dämpfe deS Phosphors ine schrecklichsten Folgen für den menschlichen Organismus bringen, so heißt daS: die Sonne am Hellen Tage nicht sehen. (Lebh. trotz größter Mühe nicht gelungen, eine Explosion herbeizufuhren. Man hat selbst die trockene Dtosse in Walzmühlen gemahlen und rat eisernen Stangen bearbeitet, ohne daßeine Explosion erfolgt ist. Wo eine Entzündung eintrat, ist die Masse ruhig abgebrannt, ohne Erplosion. Natürlich ist bei diesen Versuchen weder uns noch den Fabrikanten wohl gewesen. (fceiterfeitJ Wir haben aber diellebtt- zeugung gewonnen, daß eine unbeabsichttgte Entzündung nicht süttt- finden kann. Ls ist auch ein großer Vortheil. daß in Zukunft Kinde, Zunthölzchen beim Spiel nicht mehr werden entzünden können. Davon, daß der Schwieningsche Stpfs zu theuer konnne, tonn lernt Rede sein. 650 000 Schwieningsche Hölzchen kosten 51—53 MT. 650 000 Schweden 60—68 Mk. Die Kommission hat den Entwurf ohne die mindeste Aenderung angenommen, weil daran nichts zu ändern war. Namemlich tonn von einer Entschädigung der Zünd- bolzfabritonten keine Rede sein. Die Schwieningsche Maste tonn man als die Maste deS kleinen ManneS bezeichnen. Man tonn ja den Fabrikanten durch die AusfuhrungSbestimmungen den Ucbergang erleichtern. Mit der großen Mehrzahl meiner politischen Freunde bitte ich um unveränderte Annahme deS Gesetzentwurfs. (Beifall.) Abg. Trimborn (Lentt.) erklärt, daß seine Freunde keineswegs sämmtlich auf dem Standpunkt der Herren Pichler imb ^chaettg« ständen. Ein Theil seiner Freunde wurde gegen den Antrag Pichler und für die Regierungsvorlage stimmen. (Im Saale beschäftigt« sich etne ganze Reihe von Abgeordneten mit dem Abbrennen schnne- ningscher Zündhölzer. Dem Abg. Dr Paasche gelmto cS sog«, ttotzdem diese Möglichkett bestritten worden war, eines dieser Zur^ Hölzer an seiner Hose zu entzünde», worüber er allerdings selbst nicht wenig erschrickt.) Abg. Schrader (freif. vgg.) tritt für den Entwurf etn; de Sgl. Abg. ReitzhanS (Soz.). bet die Arbeiterfreundlichkeit de» Len, rrums bestreitet. Der Antrag Pichler wolle nur die Vorlage durch Verschleppung zum Scheuern bringen. . Abg. Hauhmann-Dalingen (fubb. Dp.j wendet der Tribüne den Rücken, bleibt daher unverständlich. der Nekrose gewähren. u Abg Pauli-Eberswalde (RcicbSp.) tritt für die Vorlage ein und spricht sich gegen die Entschädigung auS. _ . Abg. Dr. Derlei ikons.j nimmt als früherer Vorsitzender bet Ztommission die Kommission in Schutz gegen den Borwurf, daß sie nicht gründlich gearbeitet hätte. Die Kommission habe sich sogar in die Fabriken begeben und sich den Dämpfen und der ExploswnS- gefahr auSgcsctzt und sich davon überzeugt, daß die neue Zünd mass« vorzüglich sc>. Lr selbst sei zuerst ein Gegner deS Gesetzes gewesen, sei aber durch die KommisstonLbcrathungen aus einem Saulus eie Paulus geworden. Staatssekretär Graf Posadowsk» bemerkt, die Gegner hätte» gesagt, eS sei nicht genügend Material vorgebracht. Das sei em ^rrthum. Die Getverbe-AufiichtSbeamten hätten seit Jahren auf die schrecklichen Wirkungen der Nekrose hingewiesen und dringend daS Verbot des Phosphors befürwortet. Abg. Dr. »ferner streif. Bp.) erklärt, daß seine Freunde für da» Gesetz sttmmen würden, und tritt für eine Entschädigung ein, wie er ausführt: aus Billigkeitsgründen. Abg. Münch-Ferber (nat.-Iib.): Die Behauptung, daß btt ücningsche Stoff der Lrplosionsgcfahr leicht auSgesctzr ,st. ist sekretärs hätten ihn erst recht überzeugt, wie nothwendig sein An« ttag sei. lieber die ganze l'toterie herrsche noch viel zu wenig Klarheu. Man habe um so weniger Anlaß, die Sache zu übereilen, als in den letzten Jahren nur eine sehr geringe Zahl von Pholphor- erkrankungen vorgekommen sei, die meist durch eine leicküe Operation hätten geheilt werden können. DaS hätten auch die Regicrungs- vertteter in der Kommission zugegeben. Die Schwienüigschen Hölzer entzündeten sich schwer und bclajngten sehr durch deu ^iuuch, den sie entnndeln. Die Fabrikanten der jetzigen Phosphorzundhölzer befürchteten also mit Recht, daß man nach Einführung der Schwtt- „ingschen Methode allgemein die schwedischen Zündhölzer beoorzuae« werde. Was die Entschädigungöfrage anlange, so bezwecke der Amrag seiner Partei keineswegs schon definittv eine allgemeine Lnt- schädigung im Falle der Annahme deS Gesetzes den 5aüntonten zu gewähren, sondern doch nur Erhebungen darüber anzustellen. ob und inwieweit die Gewährung von Entschädigungen gerechtfertigt ist Die Sozialdemokraten stellten sich hier al» die alleinigen Jtbet» terfreunbe hin. Wie es damit in Wahrheit stehe, haben wir bd den Bersicherungsgesetzen gesehen. Alle großen sozialpoluischeu Fortschritte seien gegen den Willen der Sozialdemokraten ins Wer. gesetzt worden. Geheimrath Sprenger weist auf die Schwierigkeiten hin, die eine Nettosen-Stoüslil biete, die Nekrosen seien meistens nur da» Endcrgebniß einer langjährigen Erkrankung. Abg. Cramer (Soz.) schildert aus eigener Anschauung die sch^- lichen Wirkungen, die b\t PhoSphor-Nettose unter den Arbeiter» anrichtet. Wenn eine Entschädigung gezahlt werden solltt, so müßte man sie nidjt den Fabrikmueii. sondern den arg geschädigten Opfer» des Gesetzes ihren Fortgang nehmen. Präsident Graf BaUeftrtm ist damit einverstanden und bt* fördert den Antrag zum Druck. Staatssekretär Gras PosadowSkh: Ich hätte dringend gewünscht, daß dieser GesetzeiUwurf noch fiüher zu Stande gekommen wäre. Jetzt noch daS Zustandekommen zu verzögein durch Veranstaltung von Erheb urigen, daS würde nur heißen, diese so überaus gefährlichen Zustände noch länger bestehen zu lassen. Diese Lrheoungen sind auch völlig zwecklos. Statistisch lasten sich die Fälle der PhoS- phor-Erkrankung gar nicht feftiicUen, weil fine ganze Maste von diesen Arbeitern später in andere Berufe übergehen und cdt nach 3—4 Jahren, wenn sie längst in anderen Berufen rhättg sind, die Knochen-Erkrankungen in Folge chrer früheren Beschäftigung sich einstellen. Ich habe hier zwei Schreiben von Aerzten, die beide nachweisen, daß nicht nur die erkranken, die m den Betrieben beschäftigt sind, sondern auch die, die niemals da beschäftigt gewesen waren und nur von andern, dort beschäffigtcn Arbeitern abstammten. Diese Beschäftigung wirtt so begcncrircnb auf das ganze Gefchlecht, die Perfoncn erleiden Knochenbrüche, ohne daß sie cs überhaupt merken. La meldet der eine Arzt folgenden Fall: Em Mann steigt langsam von einem Letterwagen. Plötzlich tonn er nicht weiter Und an seinem schlaffer, Beinkleid erst mertt er, daß er ,stl> daö Bein gebrochen. (Hört! hört!) Der andere Arzt meldet, daß die Schöffengerichte in chren Urthetten es besonders berücksichtigen, daß die Leute, die mit Phosphor zu thun haben, schon bei der geringsten S*'* ä b dj q «t Abg. Wurm (Soz.) erinnert daran, daß das Tentrum seiner Zett auch eine Verschleppung der Zinkhüttcnverordnung herbeige- führt habe. Dastelbe Manöver versuche es auch jetzt. Das ist eine sonderbare »Arbeiterfreundlichkett" beS Tenttums l Was soll in der That jetzt noch eine „Statistik" Angesichts der übcrwältiaenden Fülle von Thalsachen und Erscheinungen, denen sich Niemand verschließen kann! Es ist unverständlich, tote die Herren vom Lentrum eS mit ihrem Gewissen vereinbaren können, diese Armen noch länger in jener Hölle zu lasten, in die sie durch die Noch deS Lebens getrieben werdenl Die neue Zündmaste bildet nun freilich insofern Urnen vollkommenen Ersatz für den Phosphor, als eS eines stärkeren StteichcnS bedarf, um daS Zündholz zur Entzündung zu bringen. Aber ich glaube, diese Anstrengung ist nicht so schlimm, wie wenn auch nur ein Arbeiter an Nekrose erkrankt. Daß hier die Vertreter deS bairischen WaldeS gegen das Gesetz sprechen, ist natürlich km Zufall. DaS Holz wird dort eben zur Zundholzfabrikatton verwandt. Die Herren vcrtteten also Kirchchurminteresten, sie vtt- treten Wahltttteressen. Den Fabrikanten ist cm sich an der Weiß- phosphorverwendung nichts gelegen, denn sie können die Zundholz- fabritorion nach der neuen Methode ohne Weiteres forfetzen; aber fit wollen mit allen Mttteln eine Entschädigung heraus schlagen, und darum «rauben sie sich gegen daS Gesetz. Der Antrag Pichler will eure Verschleppung deS Ge,ctzeS. Eine solche Verschlepvung aber schlägt den Interessen der Arbeiter ins Glicht, und darum bitten mir, diesen Anttag unter allen Umständen abzulehnen. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Bevollmächtigter für Sachsen-Meiningen ©taaisratb Schaffer bemertt, eS seien gegen die mcniingensche Negierung Vorwürfe erhoben worden, daß sie die Ausführung der gesetzlichen Sckmtzbeirun- rmmgen von 1884 und 1893 Pernad'Larigt habe. Tie,e Vorwurfe entbehren jeder Begründung. Die metningen,che Regierung habe zur Milderung der Gefahren der Phospboroerwendung Alles gcthan, was im Rahmen jener Gesetze möglich war. Abg. Dr. Pichler (Str.) bemerkt, die Ausführungen des StaaiS- Beim § 1' der daS Verbot festsetzt, berichtet Abg. Zehnter (dentr.) über die Verhandlungen der Kommistion und theitt mit, daß eine Entschädigung für Arbeiter und Fabrikanten nicht vorgesehen sei. Dagegen habe die Kommission eine Resolution angenommen, durch die der Reichskanzler ersucht wird, „auf die Landesregierungen einzuwirken, daß fie geeignete Maßregeln treffen, um in den durch da» Verbot der Verwendung de« weißen PhoSphorS zur Herstellung von Stteichhölzern besonders betroffenen Gegenden, soweit nöthig, anderweinge geeignete Arbeitsgelegenheit zu beschaffen." Den Fabrikanten solle betonntlid) ein neue» patennrtcß Verfahren zur Herstellung von Zündhölzern ohne Phosphor gratts vom Reickzc zur Verfügung gestellt werden, wenn dao Gesetz vor dem 1. Juli zu Stande komme. Abg Schaettg« (Lentt.): So sehr ich für das Wohl der Arbeiter bin, so tonn ich doch diesem Gesetz nicht zusttmmen. Es macht viele Arbetter brodloS und schädigt den Nationalwohlstand. Man hat eben baß Kind mit dem Bade auSgeschüttet. Die Gefahr der »etrofe ist jetzt nicht so groß mehr, toenn nur sofort geeignete Maßnahmen getroffen werden, ist sic leicht zu betompfen. In verschiedenen Fabriken sind in den letzten Ztohren Nckrosc- Erkrankungen überhaupt nicht vorgekommen. Jedenfalls must en die Einzclstaaten dafür sorgen, daß der lokalen Klettnndustrie neue arbeiten zugcführt werden. Die .Iwmmistion hat ja die Fabrikation der neuen Zundmaste in der Fabrik in Kassel selbst besichtigt, aber diese Besichttgung ist so oberflächlich erfolgt, daß sie zum Mindesten noch mal erfolgen müßte. Ter betreffende yabruani. Herr Schwiening, war von dem hohen Besuch vorher benachrichtig und hat natürlich seine Fabrik und sein gabritot m das beste Licht gesetzt. Ich nehme ihm dies nicht im Mindesten übel, Jeder lobt seine Waaren und sucht sie so theuer al- möglich zu verfem Die Schwieningsche Maste ist in Frankreich nicht nur ^rftochlich «prüft, sondern genau auSgcprodt worden, aber die franzofijcyc Reglerung hat sich von diesem Verfahren loSgesagt, ebenso hat eS Belgien gemacht. Aus die Schweü kann man sich nicht berufen. eß herrscht dort große Unzufiiedenhett mit den Zündhölzern, aber andere dürfen nicht eingefuhrt werden, und daS Publikum muß damit zufrieden sein. Auch die Fabrikatton der ^chwieninmchen Maste ist nicht gefahrlos, cs wird Sali verwandt, und Exptofwnen sir^häufig^dei eurer Fabrik in Pfungstadt wurde sogrn ein Ar- beiter in Stücke gerissen. Die Arbeiter werden sich bebautet, m Fabriken zu arbeiten, die noch gefährlicher sind, als Pulver-, und Tvnamttfabrtte». Um die Schwien.ngiche Maste gründlich zu stuto- ren, dazu sind jahrelange versuche nuthig. m den paar Mmitten. die die Koninnstion zur Prüfung gebraucht hat, war daS gar nicht mog- lieb. Die ^xdwiening-Hölzer können keinen stoß und keinen E-chlag vertragen, ohne zu crplotnrcn, der Transport wird daher uner- schwinglicb theuer werden, da die Bahn die Versendung^nur unter Sen möglichen Äautelen übernehmen wttd. Das Phosphorv^>ot wird den Nationalwohlstand schwer schÄugcn, da zu den Schweden- hölzern nur Aspenholz verwendet werden tonn, das au* Stufe,tonb kommt und durch den Transport so theuer wird, daß m Suddeufich- land diese Fabrikation unmöglich ist. Ich bttte Sie d-Shall-, ttetn Sie unserer Industrie nicht in den Weg, es i,t endlich mal Zeich zu sagen: Deutscher Michel, wache auf. Will num «ber doch das Gesetz, so muß man auch Entschädigungen gewahren. Ehe warn eine Industrie ruinüen will, sollte man wenigstens ordentliche Informationen einholen, btc Regierung muhte uw» also emgehntde Auskunft erchetten, so lange mußte man dcnx. _ , . nxscntlich zu verändern, ohne daß von irgend einer Entschädigung Schwieningsche Stoff der Explosionsgefahr leicht aiiSgesetzt Die Rede war Wenn ton auf dem Standpunkt stehen, daß dem eine entschieden zuruckzuweisett. Den Mitgliedttn der Zrommlsfwn^ ist tl Entschädigung gewährt werden muß. der durch eine sozialpolitische Anordnung belastet wttd, dann ist unsere ganze soziaipolitifche Thätigkett lahm gelegt, und dann müßte man jeden softalpoktttschen Fortschritt mit ungeheuren Summen erlaufen. Die Zustimmung der verbündeten Regierungen zu diesem Gesetz ist nicht zu erwarten, wenn es mit einer Enischädigungs-Forderung verkoppelt wttd. Erkennen ttrir die Berechtigung einer Entschädigung an, bann hätten mir auch die Kinderfttutz-GeseLgebung nicht erlassen dürfen, well bie Eltern unzweifelhaft burch baß Verbot der Kinderarbett finan- zttllen Schaden haben. Ebenso wenig hätten tott btt Gajiwttths- Berordnung und die SeemannS-Ordnung beschließen dürfen. Wtt verbieten ja dtt Zünbhölzer-Fabrttation nicht, wir verlangen nur, anderes geeignetere- Verfahren angewendet wird. Wtt stellen diesem Zweck ein Patent zur Verfügung. Mu dtt,em Gesetz- hohenN •a\ 3llu|tr,md)l). Haiaiog ab. lÄNtliinlMu.pat. ub(.t(n,imub.miere|ianie^ „ ,ra|[# u. franlo f. M'V Acker eilen Feld, 1400 1° 7 Tapexier- und Arbeite" den übernommen. TSSreSuin1’06" S ÜttMÄA fortan bchiin^>^76l/,c,; -crtlWj, »Kit.** «rWM v. & Oe- * Tour'/' L,gD>uIen Majchmist, b Ofi- u. 019G8 a, b, (h-p. erb. timig. et|.u. and), iiinn chv.ausw.s.p.l.Mz,ll°' ■ bei L. Hofmann, $ammiir 22. 956] Mäbchcu jucht Mut, lieüe. 91äh.l'oineiifl(ifjf 181. Präsident Graf BaDeftran will zuerst über diesen Antrag be» I ratben und abstunmen lassen, da er ein präjudizieller sei. Abg. Singer (SozJ brantragt, den Antrag vorher dem Hause «druckt vorzulegen. Während des Druckes tonne dtt Beratung Im preutzischeu Abgeordaetenhause ftonb am Mittwoch die Sekundärba Hn-Vorlage zur zweiten Beratung. Dieselbe wurde ohne wesentliche Debatte überall unverändert nach der Regierungsvorlage angenommen. Tie dazu vorliegenden Denkschriften und Berichte wurden durch Kenntnisnahme erledigt. Es folgte dann die zweite Lesung des Gesetzentwurfes bett, die Bebauung uno Benutzung ehemaliger Wall-Grundstücke in Frankfur t a. M. Die Vorlage wurde in erster und zwetter Beratung genehmigt. Ohne Debatte erledigte das Haus hierauf den Gesetzentwurf betreffend die Außerkraftsetzung bau- und feuerpolizeilicher Besttmmungen in Hessen-Nassau in erster und zweiter Lesung. Im weiteren Verlauf wurde der Antrag Langerhans aus Annahme einer Novelle zum Gesetz betteffend die ärztlichen Ehrengerichte vom Anttagsteller zurückgezogen, nachdem von feiten der Regierung erklärt worden war, daß im Kultusministerium eine gesetzliche Neuregelung dieser Angelegen- hett vorbereitet und die bettesfenoe Borlage dem Hause ur nächster Session zugehen dürfte. Parlamentär ijcheS. Berlin, 22. April. Der dem Reichstage zugegangene Nachtragsetat fordert 1100000 Diack zum Grunderurerb für ein Dienstgebäude des Reichsmarineamts, nachdem die Hoch- und Untergrundbahn das Kaufangebot auf das bish«nge Grundstück des Marineamts erhöht hat und die Besitzer von in der Bellevuesttaße zu erwerbenden Grundstücken ihre Forderungen ermäßigt haben, beides für den Fall, daß die bezüglichen Verträge bis zum 15. Mai bestätigt werden. — Im preuß. Abgeordnetenhause brachten Letocha und Genossen eine Interpellation ein, durch die die Regierung im Hinblick aus die durch das am 2. April aus der Kohlengrube „Königin Luise" statt- gefundene Unglück unter der Arbeiterbevolkerung hervor- gerusene Beunruhigung befragt wird, was die bisherige Untersuchung über die Ursache des Grubenunglücks ergeben habe und welche Maßnahmen zur Verhütung der Wiederkehr so beklagenswerter Unfälle getroffen oder geplant seien. Kus Stadt uni Kani. Gießen, 23. April 1903. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben -em Major von Trvtta gen. Trey den, Bataillons- Kommandeur im Königs-Jnsanterie-Regiment (6. Lolhring.) Nr. 145, seicher Adjutant der Großh. (25.) Division, das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Grvßmüügen verliehen. — Die (ttnennung des Oberlehrers an der Realschnle zu Alsfeld, Ludwig Schmitt zum Oberlehrer an der Oberrealschule zu Offenbach wurde zurückgenommen und derselbe in seiner seitherigen Stelle belassen. R.B. Darmstadt, 22. April. Der Grvßherzog und die Frau PrinzessiuHeinrich beabsichttgten einer offiziellen Mittellung zufolge, sich heute nachmittag 4 Uhr 23 Min. zum Besuch des Prinzen und der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, deren Geburtstag heute ist, nach Frankfurt zu begeben, von wo dann Frau Prinzessin Heinrich mit den kleinen Prinzen Siegismund und Heinrich sich direkt nach Kiel zurückzubegeben gedachte. Statt dessen fuhren der Großherzvg und Prinzessin Heinrich bereits um 3 Uhr 43 Min. nach Frankfurt und kehrten um 6 Uhr 40 Min. wieder hierher zurück. Mtt dem Schnellzug 8 Uhr 4 Min., in welchem ein Salonwagen eingestelll war, reisten alsdann Prinzessin Heinrich und die beiden Prinzen über Frankfurt nach Kiel ab. Der Gvoßherzog hatte hochstseine Schwester zum Bahnhof geleitet und sich herzlich verabschiedet. Die kleinen Prinzen waren in Begleitung der Hofdame Frl. v. Plänkner bereits früher dorthin gebracht worden uni) schliefen im Salonwagen bei der Abfahrt bereit» den Schlaf der Gerechtem R. B. Darmstadt, 22. April. Der Finanzausschuß der 2. Kammer hielt heute nur eine kurze Sitzung ab. stellte sich nämlich bei Beratung der Regierungsvorlage Über den Umbau des Hofteaters heraus, daß noch über verschiedene dabei in Betracht kommende Punkte nähere Informationen erforderlich seien, um sich ein klares Bild über die Notwendiakett der Aorderunq zu verschaffen. Auch soll die Frage, inwiewett die Stadt Darmstadt, die ja in erster Linie an der Sache interessiert ist, zur Bestteitung der Unkosten noch Wetter herangezogen werden konnte, eine eingehende Erörterung erfahren. Der Ausschuß beschloß deshalb, die Beratung bis zum 29. und seine Sitzungen bis dahin überhaupt zu vertagen. An diesem Tage soll alsdann auch für die mtt den hiesigen Theaterverhältnissen noch nicht verttaulen Mttgli^er unter Führung von Regierungsv^rlre^ern eine Okularinspektion vorgenommen werden. — Äkbcr die weiter zur Beratung Bangten Gesuche verschiedener Deamtenkategorien um Ge- tsausbesserung wurde ebenfalls noch kein definitiver chluß gefaßt, vielmehr die Großb. Regierung noch um die Beibringung verschiedener Aufschlüsse ersucht. Vermischtes. • Paris, 22. April. Zu dem gemeldeten Sttettfall zwischen zwei Offizieren in Clermont Ferrand wird jetzt berichtet, daß das gestern zwischen denselben stattgehabte Duell nach dreimaligem Kugelwechsel ergebnislos verlaufen ist. . * Prinzessin Luise. Der „Chemn. Allg. Ztg." wird aus Wien von angeblich zuverlässiger Seite gemeldet: In der hiesigen Hofgesellschaft kursieren seit einigen Tagen Gerüchte über die zukünftige Stellung der ehemaligen Kronprinzessin von Sachsen, nach welchen der Kronprinz der Ansicht zuneige, daß, wenn eine Aussöhnung der Prinzessin mtt dem Vaterbause erfolgt sei, auch eine solche mit ihm nicht unmöglich sein könne. Sein Verharren bei dieser Ansicht im Hinblick auf die Konsequenzen hinsichtlich der Thronfolge soll einen Konflikt zwischen dem König und dem Kronprinzen mit der Einfügung des Passus von der Längst im Stillen tief gefallenen Frau" in das bekannte Manifest des Königs hervorgerufen haben. Während der Anwesenhett des Königs Georg sollen neue wichtige Besprechungen in dieser Angelegenheit geplant und dabei auch verschiedene vom Wiener Hofe unterbreitete Vorschläge in Bezug auf den zukünftigen Wohnort der Prinzessin erwogen werden. * Vom Nachwinter. In Berlin sperrte die Polizei die Tauentzienstraße an der östlichen Seite der Kaiser-Wilh elm-Gedäch tniskirche, weil die Gefahr eines Herab stürzens des beim letzten Sturm schwer beschädigten Turmkreuzes porlag. Wie aus Breslau berichtet wird, sind in Schlesien bisher 15 während der letzten Schneestürme erfrorene Personen aufgefunden worden. Mehrere andere werden noch vermißt. Im übrigen hat dort wie auch in Dänemark der Eisenbahn- sowie Telegraphenverkehr größtenteils wiederhergestellt werden können. Vom Schnelldampfer „Kaiser Wilhelm IL" des Norddeutschen Lloyd ging nachstehender telegrapischer Reisebericht ein: Durchschnittlich 22 Knoten. Wetter nicht günstig, teils hohe See, teils Nebel und Eis, sodaß zeitweilig reduziert werden mußten. Maschinen und Kessel arbeiteten tadellos. Der Schnelldampfer „Deutschland" meldet, daß er größere und kleinere Eisberge zwischen 43,30 Grad nördl. Breite und 47,47 Grad westl. Länge gesehen hat. — Zn Wieg hält das schöne Wetter an. Die Temperatur beträgt dort 16 Grad Celsius über Null. Landwütschaft Saatenstand in Preußen um Mitte April 1903: Winterweizen 3,3, Wintersvelz 2,5 Winterroggen 3,0, Klee 2,5, Luzerne 2,7, Wiesen 2,7. Die entsprechenden Ziffern von Mitte April des Vorjahres waren 2,3, 2,2, 2^J, 2,7, 2,5, 2,8, wenn 1 sehr gut, 2 gut, 3 mittel unb 4 gering bedeutet. Die wegen Auswinterung, Mäuseschaden, Schneckenftaß rc. umgepflügte Fläche beträgt bei Mnter- weizen 17,09 Proz. des Anbaues, Winterroggen 2,16, Klee 1,02, Luzerne 1,02, gegen 0,15, 0,09, 0,78, 0,35 von Mitte April des Vorjahres. — In den Bemerkungen der „Statist. Lorr." heißt es: Nachdem sich infolge ungünstiger Witterung im vorigen Sommer die Räumung der Lecker allgemein verspätet hatte, habe auch mtt der Bestellung des Winterfelds nicht rechtzeitig, teilweise vier Wochen später als in den regelmäßig verlaufenden Zähren, begonnen werden können. Eine demzufolge veranscattete außerordentliche Erhebung, tocld)e soeben abgeschlossen wurde, habe gegen die vorjährigen Anbauflächen nach den ermittellen Ernte- flächen unter Hinzurechnung der Umpflügungen einen Minderanbau im Staate von 3,1 von Hundertteilen beim Winterweizen und 4,7 beim Winterroggen ergeben. Die diesjährigen Umpflügungen werden einen bedeutenden Umfang annehmen, welcher sich erst mit einiger Sicherheit durch die Maiberichte werde ermitteln lassen. Die in der Tabelle angegebenen Umpflügungszifferri seien nicht end- giltig, da manches dem äußeren Eindrücke nach tote Stück einstweilen noch liegen gelassen werde in der Hoffnung, daß bei baldigem Eintritt wärmeren Wetters manche scheinbar abgesrorbene Pflanzen sich wieder erholen dürsten. Teilweise stark mitgewirtt an der Beschädigung der Saaten haben die Mäuse; sie sollen sich seit dem letzten Herbst sehr vermehrt haben. Was den Stand der einzelnen Fruchtarten an lange, so müsse gesagt werden, daß in den Berichten der Vertrauensmänner nur das beurteilt wird, was zu sehen ist, und das sei beim Winterweizen nicht viel. Dabei sei er von dürftiger Beschaffenheit, er fei meist grau, und nur vereinzett fänden sich Meldungen über be- p:iebigenbe Durchwinterung. Ter Winterroggen soll vielfach gelbe Farbe zeigen. Mtt der Bestellung der Lecker zur Sommersaat sei man dank der schönen Wttterung im März in den Regierungsbezirken Danzig, Breslau, Frankfurt, Liegnitz, Oppeln, Lsnabriuc und Aurich bis auf die Hackfrüchte meist fertig, in den übrigen, besonders in den westlichen Landestellen soll die Bestellung erst wenig vorgv- schritten sein. Sport. 18. Kongreß der Allgemeinen Radfahrer- Union Ter Fesiausschuß des 18. Siongtefirt der Allg. Radiahrer- Uniou D. T.-K. m Mannheim-Heidelberg vom 10.—14. Juli d. I. hat beschlossen, zur Erlangung eines literarisch wertvollen RadlerliedeS ein Preisausschreiben zu veranstalten und fordert alle Freunde des Rades von dichterischer Begabung auf, am Preisbewerb teilzunehmen. Tas Lied soll nach einer bekannten Melodie leicht singbar jein, möglichst die Herrlichkeiten des Wander- fahrens Aum Ausdruck bringen und höchstens acht Strophen umfassen. An Preisen sind ausgesetzt ein erster Preis von 100 Mk. und zwei Trostpreise von 80 und 20 Alk. Die preisgekrönten Lieder werden Eigentum des HaupckonsulatS Maiinheim d. A. 9L-U. Tas Preisrichteramt baden übernommen, die Dichter Otto Jul. Bierbai^m, Tr. Karl Busse und Johs. Trojan. Tie Emsendungen müssen bis spätestens 1. Ium an den Vorsitzenden des PreßauS- schusses des 18. Kongresses der Allgem. Radsabrer-Unwn, P. Teickner-Mamiheim, erfolgen und »war ist jedes Lied mit einem Kennwort, Motto oder bergt am Kopie zu versehen und der Sendung, die anonym zu geschehen Hal, ein geschlossenes Kouvert beizu- iügen, das außen das gleiche Alotto oder Kennwort trägt und innen den Namen und Adresse des Einsenders enthält. Tie nicht preisgekrönten Lieder werden auf Wunsch zurückgesandt. TaS Resultat des Preisausschreibens wird spätestens am L Juli bekannt gegeben. __________________________ Arbeiterbewegung. Straßburg i. E., 22. April. Der Baua rbeiterstreik nähert sich seinem Ende. Die Bauunternehmer haben mehrere 100 auswärtige Arbeiter herangezogen. In den letzten Tagen kam es AU größeren Ausschreitungen der Streikenden, welche du fremden Arbeiter zum Abziehen veranlassen wollten, sodaß die Polizei cm- schreiten mußte und mehrere Berhafmngen vornahm. < 11 11 '-'«K Neueste Meldungen. vriginaldrahtmeldungeu be» Gießener Anzeiger». Berit n, 23. April. Das Kreuz der Katser-Wil- he lm-Gedäch tniskirche ist gestern abend durch Ansellen an den Turmglockenbalken wieder befestigt und noch Beseittgung der Gefahr die Straßensperre ausgehoben worden. Die Arbeiten dauern fort. Berlin, 23. April. Der Handelsminister beabsichtigt eine Konferenz der Letter und Leiterinnen der weto- lichen FortbiLungsschulen zur Ausbildung des Fortbllb- ungswesens aus wetteren Kreisen der erwerbstätigen Jugend. Breslau, 23. April. Im Dorfe Gonfawa erschlug der Arbeiter Sinda seine Ehefrau mit einem Stock. Er wurde verhaftet. — Die Ehefrau des Gutsschweizers Bartsch aus dem Gut KunSvorf bei Nimtsch wurde im Schlafzimmer überfallen und durch Messerstiche schwer verletzt Der Einbrecher goß Petroleum ins Bett und zündete es an Die Frau erlag den furchtbaren Brandwunden. Ter Täter ist noch nicht ermtttelt. __ Forma« — vorzügliche» Lchnupfenmtttel! 1258 -Mjefors. Gießen, 23. April. In der Gemäldeausstellung des KunftvereinS hat sich hmte ein Wechsel der Bilder vollzogen. Die Werke des Schweden werden von der seitherigen Kollektion einzig noch noch ein paar Tage bleiben und, uebenettrcmder auf der Waudfläche des 2Mrmhauses vereint, dem Beschauer die vornehmen Elemente der modernen Kunst in ihrer ganzen Solidität vor Augen führen. Die Bilder befremden zmiächst das unvorbereitete Auge. Allein das ist ein Beweis dafür, daß wir noch wie im Fluge die Erscheinungen sehen und von der Malerei eine Welt fordern, die uns kaum etwas anderes zeigt, als die GebiLe des flüchtigen Tages, mtt denen wir auch in Stunden der Mühsal zu tun haben. Einmal müssen wir jedoch zum Stillstand kommen. Tie Verdienste vcraangener Kunstepochen zu verkennen, davon ist nicht die Rebe. Aber sie wollten den Menschen )u c i t c r sichren, heraus aus der Wett, in der er sich jeweils bewegte, und das war chr Vorzug, ihre bedeutsame Berufung. In unseren Tagen begegnen sich in der Verfolgung dieser Forderungen zwei große Auffassungen. Boecklin hat lange als ein Einsamer seine Stimme erhoben, um die Well um das Banner seiner neoidealistisch dekorattven ihm ft zu scharen Allein seine Phantasie war zu groß, als daß er — ttn landläusigen Sinne — hatte Schule machen können. Kein Jüngerer hat es chm annähernd gleich getan. Da kamen die Propheten der neuen Technik, des Impressionismus, und Ungezählte folgten aus diesem Wege. Und das hatte seine Verewigung. Tenn diese Kunstrichtting geht auch nicht auf der breiten Heerstraße der gemeinen und allgemeinen Welk. Niemand kann sagen, daß das Werk eines geistvollen Impressionisten den unkünstlerisck)en Eindruck der nackcen Wirklichkett mache. Unangenehm kann es unter Umständen einmal in der $e- suchthett seines Rbotivs werden, aber niemals unkünstlerisch. Man hat von der Wissenschaftlick'keit dieser Kunst gesprochen, und das ist zum Teil richttg. Wir lernen sehen in dieser Epoche. Eine Fi'llle neuer Erscheinungen, in die cs ein künstlerisches Verseillen gibt, verdanken wir diesen Förderungen der impressionistischen Methode. Und einen solchen Künstler, der sich an die Natur anlehnt und dock) in den ästhetischen Bahnen Boi'cklins sich bewegt, treffen wir, wenn wir unser '.'lugc auf die Werke des SclZiveden LlljeforS werken. Llljefors liebt es, wie Bvecklin, das Wasser zu malen. Und er malt es, wie dieser, aU Masse. Er hat da ein Bild in der Kollektion, das er „Möven" nennt. Wer die nordischen Meereswellen gesehen hat, der kennt sie hier wieder. Die Frische des salzigen Windes, der bas blaue Meerwasser kräuselt, weht uns an, daß wir frösteln möchten. Unten vor uns, auf einer Sandbank, sitzt eine Möve; eine andere, nur halb sichtbar, kommt ans dem Wasser hervor. In der Ferne ersä-eineu die blauen Züge der schwedischen Küste ui der kalten, nassen Seeluft. Well der Künstler so kühn mit flotten Pinsel strichen auf das Gwize hiw- gearbeitet hat, haben wir dem Bild gegenüber den Eindruck der unverwüstlichen NatürlichLett. Wasser, Vögel, ferne Höhen fügen sich durch die einheitliche Technik eng aneinander. Außerordentlich begabt ist Llljefors in der Wiedergabe intimer, einzelner Ausschnitte aus der Natur. Doch wir empftnden die Bilder nid)t als Ausschnitte. In jedem ruht eine Welt, die uns fesselt. Der Maler zeigt uns eine mäaMg sich empor wölbende Welle, dunkel graublau wie sie sttl) uns naht, indessen eine Mcerente aus dem Wasser aufgeraucht ist u.ib sich Nasse von sich schüttelnd, in die Höhe schwüigl. Llljefors kennt auch die Warben- freude Boecklins. Tas lcuchicnde Hellrot der Glieder des Wafservogcls, da? glänzende Braun des mtgeheuren Haffen- den Felsen, der einfache tvei&e Strich der Brandung, geben eine meisterhafte Komposition Auf einem anderen großen Gemälde zeigt uns der nun frier ün Flutental das Waffer grün, wie es sich wiegt und nah vor unserem Auge in die Höhe steig!, sodaß wir mit den beiden jungen Meerenten, die da ruhig sclZvttnmen, in Neptuns Reich von der übrigen Welt ganz abgeschieden sind. Wie diese Dassermassen so schwer und überzeugend sich hinwälzen, ist staunenswert:.' Und die weißgefleckten, mäusegrauen Schwimntcr sind so lebendig und natürlich in ihrem Elemente. Vielleicht könnte man Llljefors mtt Hans von Volkmann zufammenstcllen. Tor malt auch folche idyllische ^laturausfchnitte, ein paar Aeckcr, einen Hang u. a. m., nur haben die Bilder Llljefors mehr iniprefsionistisches Gepräge und find auf wettere Tistanzen berechnet. Auf den übrigen E.ulälden im Turmhaus scheinc ixi Künstler auf den ersten Blick gaiij seltsame Probleme uci folgt zu haben. Aber es siiid für chn nicht eigentlich Probleme geweseii. Sein foeichendes äuge fiel m das tiefste Schilfrohr und sah die duckcnoen, halbverfteckcen Enten auf dem Sande. Do raffte er wundersame Bilder auf. Er sah nicht mehr Himmel und wettere Umgebung, tr verschwand im Schilf und befand sich bei den Enkeu^Die kriechen im Schatten der grünen Halme auf dem ®ooen dahin oder sie baden sich in einer nassen Mulde im ©anbe. Die zahllosen Gruben unb Windungen, die das plätschernde Wasser im Sande hingeschwemmt hat, werden plötzlich zu groteskem Farbenspiel. Ein andermal breitet Morgelidämmerung sich über das Schilf. Eine düstere Wolke hat sich vorgeschoben und lagert neben dem hellen Himmel des nahenden Tages. Eine Ente fliegt aus dem Schilf in die Höhe. Tiefen Voaelflug hat Llljefors beobachtet; er ist der Mittelpunkt deü Bildes. Wie der Vogel erwacheiid dem Tag entgegen schwebt, kommt Leben und eine eigentunlliche Jarbenstimmung in diese- Stück Natur. Rote Glut walzt sich zum Schilf heran. Schwarz stehen noch die Schilsblätter, unbewegt hält fich die sinstere Wolke. In ähnlicher charakteristischer Weife prafenticren sich die übrigen Bilder der Ausstellung. Diese Gruppe der über dem Wasser schwebenden Eidervögel ist cs im Grunde, die die fettsame Färbung der Wellen und des Himmels auf diesem Bilde erklärt. Und der Uhu, der im Dunkel des Waldes seine Beute erfaßt, erfordert dieses Hereinlugen des tiefen, gestirnten Himmels. „Schneehase" ist etti höchst zierliches Meisterstück des Pttrsels, das dem Beschauer sotorr verständlich wird. Nie bietet uns der Künstler Willkürlich- (eiten in seinen Kompositionen: immer entspringen aus der Verborgenheit die er sucht, und der jewelligen Stttiimung, die er dort vorftndet, die c^rrakteristischeu Gebilde, die uns anfänglich überraschen. A. G. Zum Sänger-Wettstreit. Die uns mttgetellt Nnrd, geht der Verkauf der Dauerkarten recht flott; einzelne Sorten sind fast vollständig vergriffen. Der Berkaus der Tauerkarten wird bestimmt am 30. April geschloffen. — Für den Abend des 3. Juni, nach dem Begrüßmigs-Konzert ist eine Illumination in Aussicht geiwmmen. Ter Kaller fährt nach dem Koiizerr den Schamnainkoi hinauf über die Uniermaindrücke, die Neue Mainzer Straße am Schauspiel- tjaufe vorbei und über die äußere Karserstraße nach dem B ihnhof. Aus dem Maine nehmen die Rudergesellfchaften Aufstellung und die Ufer, Brücken, die Kuppel des Schau- spiclhauses, die Türme des Rathauses und der Dom werden bengalisch crieuchai. Zum Besuch des Konzerts selbst fährt der Saifcr vom Bahnhof über die Wllhelmsbrürke.