Montag, 23. März 1903 153. Fahrg. teü' iu efundbeitSge'a.ttiichkett der :nb ge- schatzamt ES wird hier gerade bezüglich unserer Kolonien vielfach lagt wurde, kann her nicht in -crtack> kommen, ttlle Ichatzamt. L5 rotro gi« u £jIajx ^s sind in den Niederungen megr oder weniger ur .iunb. Damtt haben Wit zu rechnen Die Höhen sind gesund, dort sollen daher die Europäer wohnen, während die Niederungen mehr für die Eingeborenen bleiben. Cb in Korogwe Malaria herrscht oder nicht, darauf kommt eS doch nicht an. (Äanu! linkS.j Die Malaria wird ja von der fortfd)rcucnbcn Kultur zurückgetrieben. In bet Umgegend von Potsdam haben wir noch heute Malaria, in der Umgegend von Korogwe werden wir sie noch lange haben. Auch sind noch manche Sttecken durch die Tsetse-Fliege verseucht. Da» darf uns inbcsien nicht abhatten, daS zu thun, waS wirthschaftlich noch- wendig ist. Nun noch wenige Do«c über die Bauausführung. Die Strecke Korogwe-Mouivo wirb nicht etwa eine Gebirgsbahnstrecke. Stt führt im Gegentbeil durch ebenes Land. Die Ausführung wird eine recht einfache fein, unb waS bie Ueberichreitung der Kosten angeht, fo Haven auch wir geleint. Wir müssen in Ostafrika Alle lernen. Im Uebrigrn gd daß ich Alles thu» werde, um sparsam zu bauen und zu wirihschaftcn unb möglichst Hove Erträge zu erzielen. Ich erkläre, daß ich diese Dahnbauten in Qstaftika für eine Lebensfrage unserer Schutzgebiete halte, baß ohne diese Bahnen unsere Schutzgebiete nicht gedeihen können. Ich möchte balicr die bringende Bitte an Sie richten, solchen Projekten Ihre Zustimmung nicht zu versagen. Wit haben ja für bic Zukunft auch noch andere Bahnprojekte vor, vor Allem bic Bahn von Dar-eS- Salaani nach Dttogoro. Ohne diese Derbinbung des wichtigsten Thciles unseres Schutzgebietes nut dem Hinterlanbe werben wtt nicht weiter kommen. Wenn man nun bei all diesen Plänen uns entgegenhätt: et solle erst HeimaihSpoliiik getrieben werden; die Kolonien kämen erst in zweiter Linie, so glaube ich, daß daü Vcrhältniß von Mutterland und Kolonien dos von Mutter und Kind ift: unb je jünger baS Kind ist, desto mehr bedarf es der Fürsorge der Mutter. sHeiterkett.) Sollten Sie aber dadurch nicht bestimmt werden, so denken Sie an die geschäftliche Seite! Die Kolonttn sollen ein Geschäft für un» fein! sZuruf linkS: Aber erst können! Heiterkett.) Dtt Grund- läge ist gegeben. Wir haben aber überall Gebiete, auf denen em Anbau zwar an sich möglich, heute aber unmöglich ist, weil bic Ansiedler nicht in der Lage sind, ihre Produkte fortzuschaffen. Ich sann eS Niemand verdenken, wenn er in solche Gebiete nicht hingeht. Ein Land ohne Weg und Steg, wie Ostaftika, kann ohne Eisenbahn sich nicht cniroictcln. Wir müssen ben Sprung vom Trägerverkehr •um Eisenbahnverkehr machen, ohne bic Zwischenstufe eines an beten Verkehrsmittels. Ich bitte Stt bringenb: Helfen Stt un» diesen Sprung machen! (Scifall.) Äolonialdirektor Dr. Stuebel: Vom Standpunkte der Aolonial- verwaltung habe ich allen Grund für Bahnbauten in den Kolonien einzutreten, insbesondere auch für die Fortsetzung der Ufambara» bahn nach Mombo. Wir haben nun einmal die Kolonien, nun muffen wir sie auch entwickeln; sonst verfallen wtt in denselben Fehler wie Großgrundbesi^r, welche in ihre Güter nicht daS zur Bewirthschaftung nöthige Kapital hineinstecken. Wir müsien mtt praktischem Geschäftssinn an dtt Entwicklung unserer Kolonien her an treten. Natürlich muffen wtt sparen soviel wtt nur können, namentlich so lange wir vom Reich abhängen, aber nicht an solchen Stellen, von denen ein wirthschaftlicher Nutzen zu erwarten ist. Ebenso nothwendig, wie dtt Verlängerung der Usambarabahn ist der Dau der Bahn von Dar-es-Salaam nach Morogoro. Wir bedauern eö lebhaft, daß es nicht mehr gelingt, in dieser Session auch dttse Bahn zur Verabschiedung $u bringen, aber wir werden nicht darauf verzichten können, dem nächsten Reichstage dtt Forderung vorzulegen. Abg. Frhr. v. .Hettling (dtr.): Meine Freunde haben bisher der Kolonialpolitik und ganz besonders den Bahnbauten in den Kolonien mit großer Reserve gegenübergeftanben und wtt sind auch nicht bereit, auß dieser Reserve herauSzutteten. Auch ich selbst bin kein Kolonialschwärrner. Trotzdem werden die Mehrhett meiner Freunde und ich für die jetzt vorliegende Position stimmen, da wtt glauben, daß wir, nachdem wir die Kolonttn nun einmal bekommen haben, auch das Nothwendigc für stt thun müßen. Ich kcnm nicht finden, daß die heutige Kritik deS Abg. Richter berechtigt ist. ES handelt sich hier ja nicht um eine neue Bahn, sondern um bew Schlußstein einer bereits bestehenden. Es ist ganz richtig: wenn man ein Haus gebaut bat, muß man auch daö Dach bauen. Wtt stimmen also aus wirthschaftlichen Gründen dem Bau biefer Schluß strecke zu. Wenn die Regierung im nächsten Jahre das Projät Dar-es-Salaam—Morogoro wieder vorlegen sollte, so bitte ich sie zu erir "gen, ob sich durch den Bau der Bahn dtt VerwaltungSkoste» bet Kolonien nicht um ben Betrag bet Zinsgarcmttt de» Reiche» verringern lasten. Abg. TaSbach: Ich kann der Fortführung der llsambarababn nicht zustimmen. Wir haben im Reiche und ben Einzelstaaten fege viele ftulturaufgaben zurückstellen müssen auS Mangel au Geld. Es herrscht bei unS eine allgemeine finanzielle Kalamität. Angesichts dieser Lage muß ich dem widersprechen, daß man auf Luftschlösser hier Eisenbahnen baut. sHeittrkett.j Abg. Dr. varth (freif. Dgg.): Meine Freunde sind immer noch der Ansicht, daß es viel bester wäre, wir hätten dtt Kolonttn, dtt wtt haben, nie besessen. Da wir aber nun einmal mit ihrem Besitz rechnen müsten, so müffen wtt auch bad Nothwendige thun, um wenigstens noch etwas Brauchbares auS ihnen zu machen. Nun sehen wtt ein, daß wtt dtt Kolonie, wenn wir dtt Bahn nicht bauen, wirthschaftlich preisgeben, unb daß, wenn die Bahn nicht weiter fortgeführt wttd, auch das bisher gebaute Stück keinen Zweck hat. Deshalb werden meine Freunde die Mittel für dieses Eftieriment bewilligen. Abg. Richter (freif. Vp.): Die Ausführungen bei Abg. Dr. Barth waren mehr dialektifw, als überzeugend Man würde in Teutfchland keine Kleinbahn bauen, bie fo wenig verspricht wtt dttse hier. Wtt sind wir denn überhaupt zu der Kolontt gekommen? Dr. PeterS ist mit ein paar rotben Husarenjacken herum- gezogen und schloß dann mit den Häuptlingen Verträge ab, btt das Gebiet uruer den Schutz bei beutfu a '• riferi stellten, und dann wurden auf den Sultanspalast in Sanv ar dtt Kanonen gerichtet. Die Position bett, dtt Usambarabahn wird bewilligt, ebenso der Rest der einmaligen Au»gaben. — Der Gouverneur Graf Goetzen wird von verschiedenen Mitgliedern bei BundeS- rathS beglückwünscht. Beim Erat für Kamerun bittet Abg. CobenSly (Eentr.j, den von Eingeborenen geschädigten Mfffttnaren eine Entschädigungssumme von 10 000 Mk. zu gewähren. Kolonialdirettor Dr. Stuebel sag: zu, daß eine Entschädigung statrftnden solle. Ter Etat wttd bewilligt, ebenso ohne Debatte der Etat für Togo. Beim Etat für Südwestafrika fragt Abg. Dr. Arendt (Rp.j, ob die in C.iafrifa mit Selbi'tverwal- rungsorganen gemachten Versuche auch schon auf Südwestafrika ausgedehnt seien und ferner, wie cs mit dem E«ragc der Erzgruben steht. ssä u. s. w. des 9ttichS> niuö iiiuii vit. m. Mit-, *- ----- . „ o * XTlc i&riiu’Luny cutt*. **• “uu***-*•# stützen, daß sic vermöglich werden können. S8t£ ©te e^ Natwnal- banf für Deutschland, Harty (Hamburg) G. m. b. ttttdinand Lander und Eduard (Oerft u,275 Prozent und 99^60 Prozent. 41 Fstiale der Dresdener Bank in Dlannycim, -.eutsche Effekten- und Wechselbank und L. und E. Wertheimbrr-Frankiuri a. 31. 0,25 Prozent und 5000 Mk. bezw. 1000 Prozent. °, TiSkonto^e- sellschast, S. Bleichröder, und Rauhenn u. Eie. 0,37o Prozent und u9,60 Prozent.