Zweites Blatt. Montag 23. Februar 1903 Are heutige Mmmer umfaßt 12 Seiten. tibiefie füt Deoeichenr Anzeiger Gteheu. Krrnipr,chanilhIuhNr 51. 153. Jahrgang Smyrna und Cassaba den Auftrag zum Transport von 25 000 Niann Ntilitär erhallen haben, wird dahrn richtig gestellt, daß dies eine frühere Maßregel ist, von Anfang Februar, als die Li« tuation sich beunruhigend gestaltete. U. A. erhielten auch die drei Redif-Bilgaden des drillen Horpd auS Smyrna und Umgebung Befehl, sich für die sJ)iobili|ierung bereit zu halten. Dieser Befehl ist annulliert worden. Line Deputation christlicher Bewohner des Bezirks Mi- trowitza überreichte dem russischen Sion)ul Stschcrbina eine Bejchlverdejchrift über die Drang,alicrung seitens der Albanesen und türkischen Behörden. Darmstädter Arief. K. B. Darm sta dt, 22. Febr. Nr. 45 »Sgklch aufen Sonntag-. Dem Drehen er Anzeiger werden Im Wechsel mit dem Keffhche» Landwirt dir Girhener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegl. AolalronSdruck u. Verlag der vrüh l'scheu Unioers^Buch- u.Sletn» druckerei (Pietfch Erden) Redaktion, (fcrpebUloe und Drucke retr Unsere -weite Kammer ist glücklicherweise noch nicht o stark von fog. Berussparlamenrariern besetzt, wie z. B. >ie beiden grotzen Parlamente in Berlin. ES ist deshalb ür die Mehrheir ihrer Mitglieder ein Gebot des Seibst- dessen Liebedienerei nach oben und die zwölftausend Märkel- chen" Ministergehalt festnagcltc. Ueber die Sprkiakelszene, die der so Attackierte alsdann nach berühmtem Muster vvll- sührte und die kräftige Abfertigung, die ihm darauf vom Abg. Grafen Oriola zuteil wurde, haben wir unseren Lesern in unserem stenographischen Kammerbericht ein Bild gegeben. Evangelischer Kirchengesaugvereia. Gießen, 23. Februar. Eine große Gemeinde hatte sich am Sonntag abend in der Stadttirche versammelt, um sich an der vom evangelischen Kirchengesangverein angekündigten geistlichen Aufführung zu erbauen und zu erfreuen. Erhebende Klänge ernster, stimmungsvoller Passionsmusik waren es, die von den verschiedenen Mitwirkenoen zu Gehör gebracht wurden und eine andächtige Stimmung in allen Herzen erweckten. Tie weihevollen Klänge eines E-Moll-Präludiums von Joh. Seb. Bach, von Herrn Organist Görlach meisterhaft gespielt, bildeten eine würdige Eröffnung des an Schönheiten überreichen Programms, dessen zweite Nummer in einem vom evangelischen Kirchengejangverein sehr gut vorgetragenen Introitus zur Fastenzeit bestand. Ter von früher her bereits vorteilhaft bekannte Tenorist Herr Carl Zetsche erfreute die Herzen der Zuhörer durch den Vortrag mehrerer geistlicher Gesänge, in denen sein wohlklingendes Organ in schöner Weise zur Geltung kam, so daß ihm ein großer Anteil an dem guten Gelingen des ge|trigcn Abends gebührt. Die Arie: „Tröstet, tröstet Zivn" aus Händels Messias, das Vaterunser von Nicolai und ein stimmungsvolles Lied: „Vergiß mein nicht" von Bach, waren es, die ihm den gestrigen Erfolg einbrachten. Neben Herrn Zetsche war eS Herr Johannes Hegar, der als Cellist seinen erhaltungstriebs dafür zu sorgen, daß auch die Prioat- cesp. Berufsangelegenheiten bei1)eiben nicht allzusehr unter der langen Tagung Not leiden. Aus diesem Grunde ist auch jüngst ein Vorschlag unseres Abg. Dr. Gut fleisch mit großer Mehrheit aceeptiert worden, von jetzt ab nur an vier aufeinanderfolgenden Wochentagen Sitzungen abzuhalten, den ersten und letzten Wochentag aber frei zu lassen. Auf diese Weise stehen den Volksvertretern für die Erledigung ihrer Berufsgeschäfte drei hintereinandersol- gende Tage zur Verfügung; um aber in der Erledigung der parlamenrarischen Arbeiten keine Verzögerung einlreten zu lassen, wurde beschlossen, allwöchentlich am Dienstag noch eine Nachmittagssitzung stattfinden zu lassen. Ter jedenfalls sehr praktische Beschlug wurde auch von der Großh. Negierung wiltkommen geheißen, weil ihre Vertreter auf diese Weise einen Tag mehr für die Erledigung der allgemeinen Regierungsgcschafre zur Verfügung haben. Eins der bemerkenswertesten Momente der G.neral- großen künstlerischen Ruf durch die mit feinem Verständnis vorgetragenen ernsten Solostücke von Gottermann, Tartini, Becker und Schumann aufs Neue gefestigt hat. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß die Orgetbegleitung in den Händen des Herrn Musikdirektor Trautmann lag, der sich damit, was uns nicht bekannt war, als ein tüchtiger Meister in der Behandlung von Pedal, Manual und Registrierung erwies. Zwei von Herrn Görlach vorgetragene, von Brahms komponierte Choralvorspiele legten weiter Zeugnis von dem Können des beliebten Lr gelvirtuosen ab. Ganz Vorzügliches leistete unter Herrn Gittlachs zielbewußter Leitung der dreistimmige Knaberichor der Stadtkirche, der mit den Gefangen „Ter am Kreuz ist meine Liebe" und „Menn mich meine Sünden kränken" den Beweis erbrachte, was Lust und Liebe und eine energische Direktion bei dieser jugendlichen Sänger schar vermögen. Zum Schluß erwähnen wir noch die vom Kirchen- gesangverein vorgelragenen a capetta-Ehore von Herzog und Frank, Passionsgeiang und Christus, unsere Gerechtigkeit, die unter Herrn Trautmauns bewährter Leitung musterhaft gesungen würben und allen Zuhörern einen weiteren schonen Kunstgenuß boten. Dec Chor von Fraul bildete den würr.grn d^s .rrhlgclangcnen Konzerts, bas für jeden, der es mit angeh-^cl ym, eine sachric, erhebende Erinnerung hinterlassen wird. Pr. David wollte die Position 36 000 9)1 ar F für „Aus- wärtige und Bundesverhältnisse" gestrichen wissen, weil — nun weil man in Berlin den Reichstagsabgeordneten feine Diäten bewilligen will. Das klingt fast wie ein billiger Faschingsscherz, und das Haus lehnte es denn auch ab, auf denselben näher einzuaehen. Da aber alle Mitglieder des Landtages die Reichstagsdiäten für notwendig halten und das Thema nun doch einmal angeschnitten war, so nahm man nach der Bewilligung der 36 000 Mark auch einstimmig eine Resolution an, in welcher die Regierung ersucht wird, im Bundesrat für Diäten an die Reichstagsabgeordneten einzutreten. Böse Zungen behaupten, der Antrag David hätte auch noch einen anderen Zweck gehabt, nämlich den, die Partei wieder in den Augen ihrer Wähler zu rehabilitieren. Es war nicht nur im Hause selber, sondern auch „draußen" etwas ausgefallen, daß in der Generaldebatte der sonst nicht gerade sehr sanft gestimmte Reichstagsabg. Ulrich der Großh. Regierung in aller Form ein Lo b über ihre loyale und liberale Haltung gespendet hatte. Das hätte leicht „ba draußen" zu Mißverständnissen führen können und um die Gemüter von der Sache abzulenken, soll dann ganz plötzlich der Gedanke ausgetaucht fein, auch dem Vertreter der hessischen Regierung im Bundesrat die Subsidien so lange zu verweigern, wie die Reichsregierung den Reichstaasabgeordneten die so viel begehrten Diäten vorenthält. „Wär' der Gedank' nicht so verwünscht geschett....." Die interessanteste Sitzung in der jetzigen Kammertagung war zweifellos die Mittwochssitzung, in welcher die Frage der M i e t s e n t s ch ä d i g u n g für Dienstwohnungen der Staatsbeamten die ganze fast fünfstündige Beratung ausfüllte. Auch hier spielte wieder das eigenartige Verhalten des Herrn Ulrich eine große Rolle. Der Butzbacher Abg. I o u tz warf ihm unter großer Heiterkeit des Hauses vor, daß er sich in Bezug auf die Beamten- gehälter „königlicher als der König" zeige, und daß man gar keinen besseren Regierungsvertceter finden könne, als den Sozialdemokraten Ulrich. Noch schärfer ging ihm der Offenbacher Rechtsanwalt v. Brentano zu Leibe, der besonders das selbstgefällige Wesen dieses Herrn geißelte und Berlin, 21. Febr. Tie dramatische Vereinigung ait Steglitz beabsichtigte heute eine Aufführung des Einakters „(Sr , der unzählige Male im Belle-Alliance-Theater gegeben roorbeu ist, zu veranstalten. Ter Steglitzer Amisvorsteher u n t e r f a g l e jedoch die Vorstellung in letzter Stunde wegen Gefährdung der guten Sitten durch das Stück. Tie dramatische Vereinigung hat Beschwerde erhoben — Tie Kunsl-Tepulalioii beschäftigte sich heute unter dem Vorsitz des Lberbürgermeisters Kirlchuer mit dem Projekt des Dl ä r ch e n b r u n n e n S. Tie Entwürfe des Sladt- bauials Hoffmann, die nach der vom Kaiser gegebenen Anregung jetzt eine Gliederung des Werkes m einzelne Gruppen umfassen, fanden die einmütige Zustimmung der Deputation. Straßburg, 22. ?yebr. Bel dem Zahlreich von nah und fern besuchten Sängerwettstreit aus dem Ruhestein erhielten erste Preise für ernste Gesänge Wenzel-Straßbnrg, Wunernitz« Karlsruhe, Gerst-Slraßburg; für heitere Lieder Wenzel und Albrectu-P'oizhcim, Beulter-Slraßburg und Speck-Pforzheim. Rom, 22. tfebr. Tie hiesige geographische Gesellschaft verlieh Sven Hedin die große goldene Diedarlle. etttCtt golveucu Rat für Ehemänner teilt die „Straß- bürget Post" mit. In Gustav § r e y t a g S Briefen an Salomon Hirzel imreibt Freitag einmal feinem Verleger: „Seien Sie lustig im Haufe, lieber Heinrich. Ein heilerer Eheinann ist Soilnenschem für das Leden der Frau, und sie braucht das, denn sie hat’s von beiden am jchwersicil Und bleiben Sie ritterlich wie em Bräutigam und auimerkjam auch in kleinen Dingen, beim das zeigt der Ge° muhlrn immer, wie viel sie Ihnen gut" Man kann mit gutem Gewissen sagen, baß sich unsere neue 32. Lanbtagsfession ganz passabel anläßt. Die zweite Kammer hat seit ihrem Wieberzusammentritt am 12. Frbruar acht Sitzungen abgehallen, in ben en fleißig gearbeitet worben ist. Die Generalbebatte über ben Haus Haltsetat 1903/04 hat allein vier Sitzungen in Anspruch genommen, beren Ausdehnung allerdings mit bem praktischen Ergebnis in einigem Kontra st steht. Tvotzbem bie neue Wirtschaftsrechnung sich etwa zehn Wochen in ben Hänben der Herren Volksvertreter befanb, unb die darin zum Aus- bruck gekommene allgemeine Finanzlage in bet Presse ben verschiebenartigsten Betrachtungen unterzogen worben ist, wirb man nicht behaupten können, baß in der Debatte irgend welche greifbaren Ideen, irgend welche für bie praktische Verwertung nutzbare Gebanken zutage geförbert worben wären. Man hat ja über bie enormen Ansorberungen an den Staatssäckel Klagelieder genug angestimmt, auch hier und da einige kleine Andeutungen über möglicherweise zu erreichende Ersparnisse über die Lippen gebracht, aber der allgemeine Grundbon der Erörterungen war doch der: Ter Etat ist seitens des Herrn Finanzministers mit größter Sparsamkeit unb Vorsicht ausgestellt; was er verlangt, ist billig unb nottoenbig, unb das müssen wir also auch bewilligen. Der Umftanb, daß selbst von oppositioneller Seite nicht einmal der Versuch gemacht worden ist, die Ausgabemittel der Regierung zu beschneiden, ist ein Erfolg, auf den sie in der Tat stolz sein darf. Bei einem einzigen Titel hat die Sozia lbemo- /ratie nicht umhin gekonnt, für Streichung zu plaidieren, aber nicht, um zu sparen, sondern um zu demonstrieren, wie sie es ja auch regelmäßig bei ben Bewilligungen für bas Großherzogliche Haus tut. Der Mainzer Sozialist Dr. Glchener Anzeiger W W General-Anzeiger " ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ___ Ultnteil Han« Vfck Deutsches Deich. Berlin, 21. Febr. Ter Kaiser besuchte gestern ben Reichskanzler Grafen Bülow unb hörte später im königlichen Schloß ben Vortrag bes Staatssekretärs bes Reichs- Marine-AmtS unb bes Chefs bes Marine-Kabinetts. — Der Entwurf eines W o h n u n g s g e s e tz e s ist in ben beteiligten preußischen Ministerium fertig gestellt unb bem Staaisminiperium unterbreitet worben. — Die „Nat.-Ztg." dementiert bie Nachricht, wonach in hollänbischen Regierungskreisen eine in energischer Form gehaltene Note ber beut scheit Regierung an bie yollänbiscye, Aufsehen errege, in welcher bagegen protestiert werbe, baß bleie infolge bes Streiks in Amsterdam bie internationale Vahuveibiubung 24Stunden unterbrechen ließ. Karlsruhe, 22. Febr. Prinz Karl von Baben hat im Laufe ber vergangenen Nacht zetttpeise ruhigen Schlaf geiunben. Die Jiorperiemperatui, welche gestern abend noch eine geringe F.ebersteigunP aufwies, sank gegen Morgen zur Norm herab. Ter Puls ist ruhig, regelmäßig unb kräftig. Tie Besserung bes Allgemeinbefinbens macht stetige Fortschritte. Ausland. Stockholm, 21. Fedr. oertautet, hat ber Finanzminister Sachverstänbige berufen, um über bie Wehrbeste u e r u n g bes Tabaks zu beraten. So n b o n, 22. F-ebr. Aus Kapstabt wirb telegraphiert: Eine Deputation ber sübafrikanischen Partei überreichte gestern Chamberlain eine Abresse, in ber um Einleitung einer Untersuchung über bie Hanbhabung bes Kriegsrechts, bas Kommaiibieren im Kriege unb bie eingeborenen* Arbeit ersucht wirb. Chamberlain ertiärte in feiner Er- roiberung, bie Untersuchung fei unzulässig, ba sie nur alte Wunden auf reiften würbe. Er teile bie Hoffnungen ber Abaesanbten auf eine Foberation und wünsche, er könne cs erleben, in Sübafc.ka eine Reichsbevölkerung unter einem graften Parlament zu sehen. Die Tage seiner Amtstätigkeit für bas Reich seien nanmcnbigermeii'e gezählt unb es würbe bas größte Glück seines Lebens sein, wenn seine letzte staatsmännische Tat etwas zur Herbeiführung ber Einigkeit ber beiben Rassen in Südafrika beitrage. Der Führer ber Deputation bankte Chamberlain unb erklärte beren Ueberein* f'timmung mit ber Mehrzahl ber Ansichten bes Ministers. — Das Reutersche Bureau melbet aus Fez vom 16. Februar: Die Lage ist zurzeit zu frieden st eilen b. Der Prätenbent, welcher bei bem letzten Gefecht Der» rounbet fein soll, befinbet sich zurzeit bei ben Riatta in ber Nähe von Taza, w^hcenb ber Kriegsminister (ber also nicht gefallen ist. D. Reb.- an ber Spitze einer starken Truppenmacht vorgcht, um bie Stämme zum Gehorsam zu zwingen. Der H.auia-Sr.amm bot seine voll staubige Unterwerfung an durch Stellung von Geiseln als Sicherheit für sein zukünftiges, ruhiges Verhalten unb Zahlung einer Entschädigung. Ter britische Instrukteur Sir Harry 9)laclean, ber bie Lage sehr optimistisch betrachtet, hält bie Macht bes Prärenbeuten für vollkommen gebrochen. Paris, 21. Debr. Die sozialistische Parlamentsgrichpe hielt gestern eine große Versammlung ab, in welcher über bie Frage ber Trennung von Kirche und Staat beraten wurde. Nachdem festgestellt war, daß unter den Sozialisten in dieser Angelegenheit vollständiges Cinver- bebatte über ben Haushaltsetat war ber Gegensatz, der sich in Bezug auf bie zukünftige finanzielle Gestattung in unferm Großherzoglum zwischen ber Regierung unb ben Vertretern ber stautserhaltenden Parteien einerseits unb Denen der radikalen Opposition andernseits herausstellte. Während sowohl der Finanzminister, wie ber Vorsitzende des Finanzausschusses Abg. Mö llin g e r, die Abgg. Reinhart, Dr. Heibenreich, Dr. Gutfleisch und auch bie Rebner ber freien Vereinigung unb bes Zentrums ihrem Vertrauen auf eine bessere Gestaltung ber allgemeinen Verhältnisse Ausbruck gaben, malten bie sozial- bemokratischen Redner nach Mögiichteit Grau in Grau, yiun, wir glauben, baß so erprobte Finanziers, wie Exzellenz G n a u t h, ber greife Nestor Mollinger unb andere bie Situation boch wohl besser zu überblicken in ber Lage sein werben, als ber sich zum Finaiizminister bes ersten Zukunftsstaates berufen fühlenbe Herr Ulrich, ber mit höhnischer Miene bie „karge" Besoldung unserer Minister gegen bie Einkünfte mancher Großinbustrietten in Gegensatz zu bringen sich bestrebte. Das Ee r f r e u l i ch st e in ber ganzen (StatSberatung war der ziffernmäßige Nachweis bes Fin an z m ini st e r s, baß auf Grunb ber bis einige Tage vor ber Etatsbebatte feftgcftclitcn Ergebnisse, bie Einkommensteuer auch im neuen Etats- iahr ein erhebliches Plus erzielen wirb, unb ba bürfen wir also mit bem Dichter ausrufeu, „Die Hoffnung nenn' ich meine Göttin noch!" Srucedonien. Der bulgarische Minister des Acußern wurde offiziell von der Uederreichung ber östreichlsch-russischen Reformnote an bie Pforte versiänbigt. Nach einer Wiener Depesche sei eine rasche Erledigung der Reformoorfchläge seilens der Türkei keineswegs zu erwarten. Nian glaubt, baß mindestens 14 Tage bis zu einer Aeußerung des Sultans verstreichen werben. Wie auS Diacebonien gemeldet wirb, organijmen sich in den letzten Tagen auf die Anregung Sarafows ins- gefamt sieben bulgarische Banden zu je 200 bis 300 Mann, welche vollständig ausgerüstet sind. Die Belgrader Blätter bedauern, daß aus der Reformattion Oestreich- Ungarns unb Rußlands die Frage der Enlwaffnnng der Albanesen ausgeschicben sei, Die für bas serbische Element von ernster Wichtigkeit sei. Am 18. unb 19. bs. lam es in Geo- gely im Vilajot Salonichi zu einem refultatlofen Zusammen- toß zwischen Türken und bulgarischen Banden. Ein Mitglied der Banden wurde getötet, mehrere türkische Soldaten verwundet. Die Meldung englischer Blätter, baß bie Beys von ™ba!j * ÄL. |Yh| 1606 Mnnufm * Swnilini 19' w* Ml eib läen. f^enben Mattin Dörr, —___1673 -4,MVtlkfN. enetag (Fastnachtj ar, abends 7,9 Uhr, ötel Schütz ' 16-' 101. ifi: >1 hi* Stag: Konzert lb. 1676 M.W/W Bienst jilts M ergedenst einlabet Spuck. täbel! hier unb Umgegend zm rfe§ (Selbstunterricht un cmationsgelchenk gec'g^ hster Zeit hier 26. Februar zu * ifjl empW1 tiliil MM i yerdfluuno ^re .it «tfS* -j r nehmen herrsche, wurde beschlossen, die sozialistischen Parteien über die einzuschlagende Taktik auf dem Laufenden zu erhalten und über Mittel und Wege zu beraten, um diese Reform zur Durchführung zu bringen. — Der bekannte Maler Du Nioulain hat den Auftrag erhalten, den Präsidenten L o u b e t auf seiner Reise nach Tunis und A l a i e r zu begleiten, um die offiziellen Ereignisse Lu verewigen. Budapest, 21. Febr. Eine große Deputation aus Feelegyhaza, die eine Petitton gegen die Wehrvorlagen überbrachte, zog heute in Begleitung von Hunderten von Studenten und zahlreichem Publikum unter Abzugrufen auf den Minister Fejervary vor das Parlament, wo ein großes Polizeiaufgebot aufgestellt war. Die Ueberreichung der Petition vollzog sich anstandslos. Lokodja, 22. Febr. Die brittschen Mitglieder der englisch-deutschen Gr e n L ko m m i s s io n zur Absteckung der Grenze zwischen Jo la und dem Tschadsee sind am 10. Februar hier eingetroffen und begaben sich am 20. Februar im Automobilboot auf dem Benueflusse nach Jbi. Washington, 22. Febr. Gestern abend fand die Grund steinlegung zu der neuen Heeres- Kriegsschule statt in Gegenwart des Präsidenten Roosevelt, der Minister, der übrigen Behörden und ausländischer Vertreter. Roosevelt hielt eine Rede, in der er ausführte, daß die Errichtung dieses Gebäudes einen großen Schritt bedeute bei der Sicherstellung der Wehrkraft des Heeres und das Gesetz betreffend die Schaffung eines Generalftabes ergänLen werde. Der Lauf der Ereignisse habe die Nation in die Stellung einer Weltmacht getrietien. Die Nation habe Verpftichtungen int Westen und im Osten und könne ihnen nicht gerecht werden, wenn ihre Stimme nicht mächtig eintreten könne für die Sache des Friedens und der Gerechtigkeit. Diese Stimme könne den Schutz für diese Verbindlichkeiten nicht aus sich nehmen, wenn es nicht deutlich verstanden werde, daß die Vereinigten Staaten Frieden wünschen, nicht int Sinne des schwächlichen Feiglings, sondern mit dem sicheren Selb st vertrauen des gut gerüsteten Mannes. Das Volk beginne zu verstehen, daß die Armee ebenso wie die Marine in einem Kriege in dem Maßstabe ihre Schuldigkeit tun würde, wie sie int Frieden dazu vorbereitet sei. Es sei nicht wünschenswert, daß die Armee im Verhältnis zur Bevölkerung nicht klein sei, aber Amerika habe das Recht zu erwarten, daß sie den höchsten Grad von Tüchtigkeit, denirgend eine Armeederzivili- sierten Welt besitze, aufweise. K. K. K. ver Hrotzye.zog in Indien. Seine Königliche Hoheit der Großherzog begaben sich fout der „Türmst. Zig/' aus Indien zugegangenen brieflichen Meldungen am 29. Januar mit Sr. Hoheit dem Maharajah von Bitanier und der Jagdgesellschaft mit Lxtrazug nach Suradghar und von dort zu Wagen nach dem Zeltlager von Sardargasb. Auf dem Wege dahin kamen Antilopen und anderes Wito zum Schuß. Am folgenden Tage (30.) wurde die Jagd auf Sandgrouses und Antilopen fortgesetzt und fuhren Seine Königliche Hoheit am Abend nach Surath zurück, um im dortigen Bungalow zu übernachten. Am 3L Januar brachte ein Extrazug Seine König!. Hoheit mit dem Maharajah und der Jagdgesellschaft nach ttnem mehrere Meilen nördlich gelegenen Jagdgelände. Am Nachmittag wurde das Jagdlager von Morjandh erreicht und die Jagd fortgesetzt. Ebenso am folgenden Tage, wo sich unter der Jagdbeute mehrere gute Anti- lopenböcke befanden. Seine Königliche Hoheit schossen am nächsten Tage Houbaras (eine Trappenart) und begaben Sich nach Suradghar, wo die Jagdgesellschaft int Bungalow speiste. In der Nacht darauf erfolgte die Rückfahrt mit Extrazug nach Bitanier. Ter folgende Tag war einer Lesichtigung der Stadt, der Forts und des Schlosses gewidmet; später wohnten Seine Königliche .Hoheit einigen sportlichen Veranstaltungen auf dem Polo-Platze bei und am Abend einem Feste im Palais des Maharajah. Am 1. Februar sahen Seine Königliche Hoheit einem pigfticking zu, besichtigten dann einige Tempel in der Stadt und reisten am Abend nach Mount Abu ab. Aus Stadt und Land. Gießen, den 23. Februar 1903. " Unser Reichstagsabg. Köhler-Langsdorf sendet uns eine sieben Punkte umfassende „Erklärung" mit Bezug auf die kommenden Reichstagswahlen zu, wie er unS schreibt, „infolge dringlicher Aufforderung und aus Anlaß des Umstandes, daß bereits zürn 26. d. M. der Bund der Landwirte Stellung zu der Reichstagswahl zu nehmen" gesonnen ist, ferner weil die Sozialdemokraten bereits den Stadtv. Krumm als ihren Kandidaten normiert hätten. Dieser „Erklärung" zufolge kandidirt K. wiederholt zum Reichstage in uyserem Wahlkreise. Sein Programnt sei „das alte", d. h. „die Betätigung der Ansicht, daß alles Heil der Völker in seinem tiefsten Grund dem Bauernstand, dieser Urkraft, entstamme, und darum dieser auf alle und jegliche Weise zu erhalten imd vor bcnt Untergänge zu bewahren" sein. Dann kommt Herr K. auf das physiokratische System Quesnays zu reden, dem er neuerdings auf Griind seiner Freundschaft mit Professor Ruhland huldigt, obwohl jeder blutjunge deutsche Studiosus der Volkswirtschaft weiß, daß der gute alte kgl. französische LeibchtrurguS QueSnay ein Dilettant der Nationalökonomie war, dessen im Schreibstüblein ersonnene Ideen selbst für das 18. Jahrhundert praktisch wertlos waren, geschweige denn in unserer heutigen im Zeichen des Weltverkehrs stehenden Zeit irgendwie ernst zu nehmen sind. Herr Kühler verkündet ferner, daß er „im Falle seiner Wiederwahl offiziell der deutsch-sozialen Reformpartei beitreten würde", .nachdem dieselbe bei den Zolltarif-Verhandlungen bewiesen hat, daß sie in Bauernftagen durchaus zuverlässig und rückgratfest ist". Mit den Parteien „Bund der Landwirte" und der v. Liebermannschen Richtung wolle er „gute Freundschaft und Brüderlichkeit halten". Dieses Freundschasts-BündniS hält cu „darum für erforderlich, weil aus den genannten drei Gruppen heraus einmal die einige Partei der Zukunft und des Vaterlandes, die Partei des wahren deutschen Volkstums entspringen muß und wird", eine Ansicht, die in der Stadt Gießen kaum eine Handvoll naiver Leute teilen dürfte, schon weil der Bund der Landwirte bekanntlich gar feine Partei i'"t und sein will, wie mehrfach von seinen eigenen Führen ausdrücklich erklärt morden ist, sondern sich aus Anhängern der verschiedensten parteipotttsscheti Richtungen zusauimensetzt, überhaupt sine anerkanntermaßen nur vorübergehende Interessen- Vertretung ist. Herr Köhler giebt fernerhin das verheißungsvolle Versprechen: Mehr als seither werde ich an den ReichStagsoerhandlungen teilnehmen; insonderheit dann, wenn es für des Bauernstandes Interessen zu streiten gilt. Hierzu bemerke ich, daß es meinem sozialdemokratischen Gegenkandidaten, Herrn Krumm von Gießen, infolge feines weitausgedehnten Geschäftes, kaum möglich sein wird, mehr in Berlin anwesend zu sein, als mir. Herr Köhler betrachtet also nach dem ersten der obigen Sätze seine Wiederwahl bereits als sicher! Daß er, wenn sein Wunsch wieder in Erfüllung gehen sollte, sich auch als Vertreter einer mächtig aufblühenden und aufstrebenden Universitäts- und Industriestadt zu betrachten hätte, kommt ihm gar nicht in den Sinn! Herr K. fügt hier ein paar Ausfälle gegen Sozialisten, den „wohlhabenden Bauunternehmer Cramer" und den „steinreichen Ulrich" an, die er um ihre Parteidiäten beneidet, und „betont" zum Schluß: „daß es einzig und allein den verbündeten Regierungen zum Vorwurf zu machen sei und nicht lhm, wenn »hm durch die immer und immer wieder verweigerte Verleihung von Tagegeldern an die Mitglieder des Reichstages es unmöglich gemacht wurde, so wie im Hessischen Landtag nun auch im deutschen Reichstag für unseres Bauernstandes und damit für unseres deutschen Volkes Wohl und Heil zn wirken, >vas in seinen Kräften steht." Nun ist es wahrlich an der Zeit, daß sich auch die bürgerlichen Parteien in den Städten des Wahlkreises kräftig zu rühren beginnen! ** Nad auaeister trieben in den beiden letzten Nächten ihr Unwesen. Zn einem Geschäftshause der Neustadt wurden größere Fenster eingeworfen. Am Seltersweg, auf der Grünbergersttaße und in der Neustadt gab das Aneinander- geraten mehrerer Personen Anlaß zur Ansammlung von Zuschauern. — Zwei auf Urlaub hier befindliche Soldaten auswärtiger Truppenteile wurden wegen Ruhestörung an die Kasernenwache abgeliefert. () Schlägerei. Ein weithin vernehmbares Geschrei und Getöse erregte in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Aufmerksamkeit der Passanten des Selterswegs. In einem Restaurant war es zwischen Mitgliedern einer Studentenverbindung und eines Geselligkeitsvereins zu Auseinandersetzungen gekommen, die bald in Tätlichkeiten ausarteten. Tie Streitenden drängten einander bald aus dem Lokale hinaus auf den freien Hosplatz, und hier bot sich dem neutralen Zuschauer ein drastisches Bild. Mit Schlägern, Stöcken, Schirmen und degl. bewaffnet, drangen die Streiter aufeinander ein und bald wälzte sich Freund und Feind in oichten Knäueln durcheinander. Es dauerte wohl über eine halbe Stunde, bis sich die erhitzten Köpfe etwas abgekühlt hatten. Im allgemeinen scheint der „Kampf" jedoch noch günstig verlausen zu fein, denn außer einigen Hautabschürfungen und Beulen schienen ernstere 2$erjungen nicht vorgekommen zu fein. ** Feuerlärm veranlaßte gestern abend Auftegung in der Stadt und Störung einer Reihe festlicher Veranstaltungen. In der Lichtenau war das dürre Gras der Bahnböschung in Brand geraten, was einen um so intensiveren Flammenschein verursachte, daß man annehmen Konnte, es seien in der bez. Gegend stehende Scheunen und Schuppen in Brand geraten. Das Feuer konnte bald gelöscht werden. ** Der Gießener Radf ah rer-Verein 1885 feierte gestern in den bis auf den letzten Platz besetzten Räumen von Stein's Garten ein in den Rahmen, der gegenwärtigen Faschingszeit passendes Kostümfest mit Festspiel „Prinz Karneval und Frau Musika". Ein buntes lebensfrohes Treiben ergötzte die Anwesenden und das arrangierte, von Herrn Soskowsky geleitete Festspiel, das bis ins Detail einstudiert und zur Durchführung gebracht wurde, fand ungeteilten Beifall. Eine gleiche Aufführung, mit so zahlreich mitwirkenden Personen dürfte hier in Gießen noch nicht zur Durchführung gebracht worden sein und wir können den Gießener Radfahrerverein hierzu nur beglückwünschen. •* Der Evangelische Arbeiterverein hatte zu Sonntag Nachmittag 21/4 Uhr eine Besichtigung des Museums des Oberhessischen Geschichtsvereins veranstaltet. Die erschienenen ca. 100 Teilnehmer wurden von Hauptmann Kramer begrüßt und in die verschiedenen Abteilungen des Museums geleitet. Der Rundgang, welcher eine Stunde in Anspruch nahm, machte die Teilnehmer mit den interessanten, zum Teil sehr wertvollen Sammlungen bekannt. Derselbe gestaltete sich besonders genußreich und belehrend durch die sachkundigen Erläuterungen des Hauptmanns Kramer, dem nach Schluß der Führung Dr. Heuser im Namen der Teilnehmer seinen Dank aussprach. Die meisten der Er- chienenen sahen die Sammlungen 5um ersten Male und werden wohl nicht versäumen, das Museum wiederholt mit Muße eingehend zu besichtigen. Dasselbe steht bekanntlich jeden Sonntag von 11—1 Uhr für jedermann kostenfrei offen. *' Aus dem Theaterbureau. Die nächste Vorstellung findet am Mittwoch den 25. d. M. statt. Zur Wiederholung gelangt alsdann das beliebte Lustspiel „Krieg im Frieden" als 17. volkstümliche Vorstellung zu kleinen Preisen. Das Benesiz für Fräulein Margarethe Feige, welche, wie bereits mitgeteilt, „Muttersegen" oder „Die Perle von Savoyen" giebt, ist nunmehr auf Donnerstag den 26. d. M. festgesetzt worden, da für diesen Tag die Siegt» mentsmusik ihre Mitwirkung zugesagt hat. "W. Großen-Linden, 21. Febr. Heute fand die vom Großh. Ministerium angeordnete öffentliche Versteigerung unserer Jagd statt. Bekanntlich hatte die Gemeinde die Jagd freihändig verpachtet, wogegen beim Großh. Ministerium Beschwerde geführt wurde. Bei der heutigen Verpachtung wurde zunächst der Wald ausgeboten, zu dem ein Schutzstreifen am Felde gehört. Höchstbietender mit 1110 Mk. blieb RechtSanwald Grünewald-Gteßen. Bezüglich des Bezirks II (Feld) erlangte Herr MengeS von hier das höchste Gebot mit 775 Mk. Die freihändige Verpachtung hätte der Gemeinde nur eine Einnahme von 460 Mk. für den Wald, und 360 Mk. für das Feld gebracht. Als neue Bestimmungen waren im Versteigerungsprotokoll ausgenommen worden, daß die Gemeinde unter den drei Beslbietenden sich die Auswahl behält. Ferner, daß die Fasanen gleich den Eichhörnchen und rabenartigen Vögeln vertilgt werden können, wenn sie überhand nehmen und endlich, daß der Jagdpächter kein Entschädigungsrecht hat, wenn Wild durch Gift zugrunde geht, das die Forstbehörde zur Vertilgung der Mäilse gelegt hat. Auch dos Aussehen von Wild ist dem Jagdpächter verboten. Wem nunmehr die Gemeinde die Jagden Zuschlägen wird, steht noch aus. Für die Waldjagd sind die Herren A. Zobel und Heinttch Schirmer-Gießen zweit- und drittbietende. bezüglich des Feldes aber die Herren Heinrich Schirmer und Rechtsanwald Grünewald. -0- Garbenteich, 23. Febr. Der hiesige Gesangverein „Viktoria" veranstaltete am Samstag Abend eine Abendunterhaltung, die sich wieder eines reichen Besuches zu erfreuen hatte. Die Theaterstücke, welche wie alljährlich in geschicktester Weise zur Aufführung gebracht wurden, sowie die Gesangsoorträge des Vereins unter Leitung des Dirigenten L. Schäfer wurden begeistert ausgenommen. Auch die Konzertstücke der Musikkapelle, ebenfalls unter Leitung des Herrn Schäfer, fanden großen Beifall. Den Schluß bildete ein Tanzkränzchen, das viele der Mitglieder und Gäste bis morgens zur fünften Stunde beisammenhielt. k— Hofgüll, 22. Februar. Am heutigen Tage waren. 50 Jahre verflossen, seit der Schweinemeister Konrad Lechens in den Dienst des Herrn Ludwig .Hoffmann in Hofgüll, Vaters des heutigen Pächters -Lekonomierat E. Hoffmann, getreten ist. Zur Feier dieses Tages hatte sich Regierungsrat Dr. Wagner von Gießen dorthin begeben, um Lechens das ihm von der Regierung verliehene Verdi e n st z e i ch e n für treue Arbeit zu überreichen. Sowohl die Kinder des Jubilars, wie die Angeslellten und Arbeiter des Oekönomierats Hoffmann waren vollzählig erschienen. Regierungsrat Dr. Wagner feierte denselben mit einer Ansprache, wonach -Lekonomierat .Hofsmann ein Hoch auf Se. Kgl. Hoheit den Großherzog ausbrachte. Ein gemütliches Zusammensein der Leute bei Kaffee uirb Kuchen schloß die Feier. .Von Nah und Fern erhielt Lechens Glückwünsche und Geschenke, sein Prinzipal übergab ihm einen Sessel und ein namhaftes Geldgeschenk. Wie wir hören, soll der heutige Tag auch in anderer Beziehung ein für Hofgull bedeutungs voller fein, indem mit diesem sich das Fürstl. Solms- Braunselsische Gut 100 Jahre in der Familie des jetzigen Pächters befindet. )( Lollar, 22. Febr. lieber das Gelände, welches zur Verbreiterung des Bahnkörpers an der Stelle erforderlich ist, wo die Londorfer Bahn in die Main-Weser bahn einmündet, schwebt jetzt das Enteignungsverfahren. — Ter Bau einer Klein t i n d e r b e w a hr a n st a l t ist hier geplant und der Bauplatz erworben. —i— Inheiden, 21. Febr. Gestern wurde unser neu gewählter Bürgermeister Otto Reitz in Anwesenheit des Herrn Provinzialdirektors und des Gemeinderats vereidigt und in fein Amt eingeführt. (:) Lauterbacy, 22. Febr. Gestern morgen wurde durchs den heftigen Sturm auf Station Herbstein ein mit Stückgur beladener 15 Tonnenwagen in Bewegung gesetzt und sauste bei dem großen Gefälle (1:45) mit unheimlicher Schnelligkeit in der Richtung nach Lauterbach zu über Station Rixfeld, um bei Essenbach früh 6.24 Uhr auf den eben glücklicherweise haltenden Personenzug zu stoßen. Die Lokomotive erlitt mehrfachen Schaven, Puffer, Stoßbalken, Laternen usw. sind daran zertrümmert, auch an dem Durchgänger sind die Puffer entzwei. Ob das Stationspersonal in Herbstein schuldig ist, wird die Untersuchung klarstellen. Vermischtes. * Dresden, 21. Febr. Der Genfer Korrespondent bet „Dresd. N. N." interpellierte Lachenal darüber, welcher von den drei Rechtsanwälten der Prinzessin Luise Widerspruch gegen die Veröffentlichung der Urteilsbegründung im kronprinzlichen Ehescheidungsprozeß erhoben habe. Lachenal erklärte sich darüber wie folgt: In dieser Angelegenheit kann ich mich nur auf die Erklärung des Dr. Zehme beziehen. Sie werden wohl verstehen, daß die Veröffentlichung der armen Frau sehr unangenehm wäre. Im vorliegenden Falle handelt es sich um eine Gerichts- affäre nach sächsischem Recht. Damit beschäftigt sich speziell Dr. Zehme, während die Angelegenheiten, die den Aufenthalt der Prinzessin Luise in La Metaltte betreffen, von mir besorgt werden, aber stets handeln wir beide in absolutem Einvernehmen. * Paris, 21. Febr. Heute fand zwischen dem früheren Polizeipräfekten Andrieux und dem Kandidaten für die Senatswahlen Tirriguillot ein Duell statt. Beim zweiten Gang wurde letzterer am Arme verletzt, worauf der Kampf eingestellt wurde. * Venedig, 22. Febr. Der hier lebende armenische Journalist Arpiaran wurde in der letzten Nacht auf dem Nachhauseweg durch drei Nev olverschüsse verwundet. Man glaubt, daß ein politischer Racheakt vorliegt. * Catania, 22. Febr. Das hiesige Macchiaoclli-Theater, eines der schönsten Theater Italiens, ist total niedergebrannt. Die Ursache des Brandes ist noch nicht bekannt. Menschenopfer sind nicht zu beklagen. 6 Parma, 22. Febr. Nach Blättermelbungen wurden im hiesigen Erziehungsinstitut der Josesinerinnen große Unterschleifc entdeckt. Die Verwaltung der Anstalt wurde suspendiert und ein Rcgierungskommissar mit der Leitung betraut. * Preßburg, 22. Febr. Großes Aussehen erregt hier das plötzliche Verschwinden der 26jährigen Baronesse Luise Vay, eines sehr beliebten Mitgliedes der hiesigen Aristokratie. Sie hat ihre Wohnung unter Hinterlassung eines Briefes verlassen, worin sie anzeigt, daß sie den Tod in der Donau suchen wolle. Mwerlitüts-Uachrichten. — Um em neues, für Studierende der Landwirtschaft besonders wichtiges Institut ist seit Kurzem die 11 n t o c r- sjtät Leipzig bereichert ivorben durch die Eröffnung des neuerbauten Veterinär-Institutes, das unter der Leitung des Professors der Veteriiiärwissenschaft, August Eber steht. Eine wesentliche Aufgabe des neuen Instituts ist die Beteiligung an der V i e b s e ii ch e n» F 0 r s ch li n g, sowohl durch eigene wisienschast- liche bakteriologische Untersuchungen, wie auch durch Einführung der Studierenden der Landwirtschaft (beim n u r für die Studierenden der Tierhelllunde ist das Institut bestimmt) in die Verhältnisse der praktischen Seuchenbekämpfung. Die Vorlesungen behandeln noch die Analomle und Physiologie der Haussäugenere, Gesund- heilspftege der landwirtscha'tlichen Haustiere, die wichtigsten inneren und äußeren Krankheiten der Haustiere, Geburtshilfe, und sind sämtlich so gehalten, daß der praktische Landwirt von ihnen Nutzen hat und befähigt wird, sowohl zu einer rationellen Behandlung seines Viehbestandes wie auch zum lieferen Verständnis der tierärztlichen Maßregeln. Welchen Nutzen die praktische Landwirt- chast von der Seuchen-Forschung bisher schon gehabt bat, erhellt daraus, daß es feit dem Jahre 1879 gelungen tu, die Rinder- p c st dauertld vom westlichen Europa fernzuhalten. Ferner ist die Lunge ns euche m einer Reihe europäischer Staaten bauerub getilgt, in anderen stark zurückgedrängt, deSgl. bie Schafpocken und bie Beschäffruckie. Dauernd zurück gehen bte Rotzkrankheit der Pferoe, die Rotlausseuche der Schweine und der Rauschbrand der Rinder. Tas Jnstuut oediigt über ausgedehnte Räume sowohl für die Lebnäligkeit wie für die Forschung und über eine große Rlinif nebst Operationshalle und verschiedenen Nebenraumen. »ar( von Scherzer ist gestorben. Er gehörte zu den vorzüglichsten Forschungsreisenden, Geographen und Statistikern, die das Oestreich der Gegenwart besessen hat Scherzer bereiste von 1807-1859 Diittelamerika, Brasilien, das Kapland, Indien, Ostindien, Ehina, Ausstralien, eme Reise, die bann den Stoss zu einer vielgelesenen geographisch-volkswirtschaftlichen Beschreibung bot, deren Grundlage Lcherzers Aufzeichnungen gebildet haben. Wenige Jahre darauf (1866) wurde Scherzer zum Ministerialrat im östreichischen Handelsministedum ernannt, wobei ihm die Abteilung für Haudelsstalislik und volkswlrrschastliche Publizistik unterstellt wurde. 1869 bereifte er abermals Oslasien und in der Milte der 70er Jahre als Begleiter des Kronprinzen Rudolf Großbritannien, und auch diese Reisen förderten wertvolle Schriften zu Tage. 1872—75 lebte Scherzer als östrelchischer Generalkonsul in emqma, 1878—84 in gleicher Eigenschaft m Leipzig und 18n6—96 m Genua. Dann zog er sich, ein Elnundsiebzigjähilger, nach Görz zurück, wo er nun gestorben ist. Tie Zahl der wissenschaftlichen Publikationen Scherzers, die zum Teil auch m den Berichten der Wiener Akademie erschienen fmb, ist außerordentlich groß. Es seien hier außer den erwähmen iwch genannt: .Aus dem Natur- und Völkerleben im tropischen Amerika", .Weltinduslrien" und „Tas wirtschaftliche Leben der Völker". In Aneckennung dieser Arbeiten ist Scherzer von gelehrten Körperschaften vielfach gechrt und ausgezeichnet worden; so war er unter anderem auch Ehrendoktor der philosophischen Fakultät der Unioerfiiät Gießen. — Die Nachricht, daß Prof. Dr. (Surfer in Jena auch von der dortigen cheologischen Fakultät zum Dr theol. hon. cauba ernannt worden fei, hat sich als irrtümlich erwiesen. Gerichtssaal. th. Gießen, 22. Febr. Gestern vormittag fand in der alten Kaserne ein K r i e g s g e r i ch t statt. Als Richter nahmen teil: Kriegsgerichtsrat Dr. He ß-Darmstadt, Major Clöhn er, Hauptmann Loerbrocks, sowie die Oberleutnants Dau und Stephan. Die Anklage vertrat in den beiden ersten Verhandlungen Kriegsgerichtsrat Link- Darmstadt. Der Musketier Wtlh. Hartmann von der 11. komp. des Jns.-Regts. Nr. 116, ein geborener Elsässer, war beschuldigt der Körperverletzung mittelst hinterlistigen Heber falles. Hartmann ist geständig, er habe vor Eintritt in das Heer in seinem Heimatsdorf einer Frau, welche mit einem Mädchen kurz vorher Streit gehabt hatte, mit der Faust, von hinten kommend, einen Schlag in der Nähe der Schläfe versetzt, sodaß die Getroffene, welche ein kleines Kind auf dem Arme trug und ein zweites Kind an der Hand führte, aus der Stelle ohnmächtig zusammenbrach. Aus Vorhalt erklärte der Angeklagte, daß, wenn er den Schimpf, welchen jene Frau dem Mädchen angetan hatte, so ruhig hingenommen hätte, der Vater des Mädchens ihn fürchterlich geprügelt haben würde. Das Urteil lautete auf drei Monate Gefängnis. Erschwerend wurde in Rücksicht gezogen, daß Hartmann sich an einer Wehrlosen Der» griffen hat. — Der Musketier Heinrich Appel von der 7. Komp, des Jnf.-Regts. Nr. 116, ein geborener Gießener, war angeklagt wegen Körperverletzung mittelst eines gefährlichen Werkzeuges. Appel bestreitet mit aller Ent- schiedenheit, die Tat begangen zu haben; wohl sei er Zeuge des Vorfalles, der sich nachts am Bahnhof abgespielt hat, gewesen, er habe sich auch dem Schutzmann S. als Zeuge angeboten und könne nicht begreifen, wie dieser ihn als Täter habe zur Anzeige bringen können. Die Beweisaufnahme ergab, daß am 24. Mai, abends 11 Uhr, ein Pferdeknecht im Wartesaal 3. und 4. Klasse sich unnütz betragen hat. Er wurde durch den Portier aufgeforbert, den Raum zu verlassen, und da er nicht gutmütig ging, mit Gewalt von mehreren Bahnbeamten entfernt. Auf dem Vorplatz des Bahnhofes beleidigte der Hinausgeworfene die Beamten und wurde von ihnen verprügelt. Hierbei gebrauchte der Knecht zur Abwehr ein Messer, welches ihm schließlich entwunden wurde, wobei sich einer der Beamten eine Verwundung an der Hand zu-og. Fürchterlich zugerichtet lag der stark angetrunkene Pferdeknecht am Boden, als die Leute von ihm abließen, und nun machten sich in der Entrüstung darüber, daß der Knecht mit dem Messer jemand verwundet hatte, etwa 20 Zivilpersonen über den Daliegenden her und schlugen auf ihn mit Schirmen und Stöcken ein. Hotelbedienstete, welche befürchteten, der Mann werde bei der Affäre sein Leben lassen müssen, sprangen aber dem Wehrlosen bei und schafften ihm die Freiheit, sodaß er in die Klinik gehen konnte, wo man ihm, wie er heute als Zeuge bekundet, den Kopf, an dem er acht .Verletzungen hatte, verband. Appel ist dem Schutzmann S. von ihm (S.) allerdings unbekannten Personen als einer von denjenigen bezeichnet worden, die auf den Pferdeknecht eingeschlagen hätten. Die Zeugen des Vorfalls erklären, sie könnten nicht sagen, ob Appel bei denjenigen Personen, die geschlagen haben, dabei gewesen sei. Einer der Zeugen erklärt, er wisse ganz genau, daß Appel nicht unter jenen Personen gewesen sei. Kriegs- gerichtsrat Link beantragt, den Angeklagten freizusprechen. Demgemäß erkannte auch das Kriegsgericht. — Der Musketier Wilh. Boos vom 168. Inf.-Regt. in Butzbach ist an- aeklagt, dem Wirt und Metzger Schneider in Biitzbach ürka 18 Psund frischen Speck gestohlen zu haben. Ter Angeklagte bestreitet die Tat: Er will, als er die Schneidersche Wirtschaft eines Sonntags abends verlassen hat, auf der Straße einem ihm unbekannten Zivilisten begegnet sein, welcher ihm mit den Dorten): „Da hast Du lvas" den Speck in die Hand gegeben hat. Boos erklärt, er habe sich gleich gedacht, daß oer Speck auf nicht redlichem Wege erworben sei. Die sehr umfangreiche Beweisaufnahme ergibt, daß der angebliche Soldatenfreund in Butzbach nicht existiert. Das Kriegsgericht erkennt wegen Diebstahls auf 14 Tage Gefängnis. Strafmildernd kam in Betracht, daß die Tat einem Mundraub ähnlich sieht. Handel uni» JJrrlirljr. yullibwirtfdjaft. Dresden, 22. Febr. Ter Aussichtsrat der Sächsischen Bank segle die Dividende aus 5 pEt. fest. Die Generatversainm- lung findet am 23. März statt. — Sektkellerei Ehr. Avt, Kupferbcrg und Cie., Kommanditgesellschaft am Atlien, Mainz. Tie Geielljchau verteilt 18 pEt. Dividende. Kommerzienrat Franz Kupferderg tritt in die Verwaltung. — Halbzeugpreise. Die Versammlung des Halbzeugverbands bejcUloß einstimmig den Antrag der Vereinigung der Halbzeugverbraucher aui eine Prelsermäuigung für das erste Quartal abzulehnen. Die bisherigen Preije und Vergütungen für Ausfuhr sollen auch sür das zweite Quartal besleheii bleiben. — Auch der Trägerverband beschloß, für das zweite Quartal die bisherigen Preise bestehen zu lasjen. Ter Bejchäftigungsstand der Werke wurde als gut bezeichnet. Märkte. ko. Frankfurt a. M., 23. Febr. (Orig.-Telegr. des „Gießen Anz.") Amtliche 9lotierungen der heutigen Fruchtmarktpre ij e Wetzen Alk. 16.2b—00.00, Kurhessijcher Alk. 16.25—00.00, La Plata Alt. 17.50—18.00, Kansas Alk. 17.50—18.00, Roggen (hiesiger) Mark 14J)0—00.00, Gerste (Wellerauer) Alk. 16.50—16.75, Franken- selber Alk. 00,00—00,00, Hafer Alk. 14.25—15.00, Mais Alk. 1425—14.50, Weizenmehl 0 Alk. 25.50-26.00, 2. Qualität Alk. 23.25 bis Alk. 24.00, 3. Qualität Alk. 21.50—22.00, Roggenmehl 0 Alk. 23.00—25.75, 1. Qualität Alt. 21.75—2225, Weizentleie Alk. 9.00 bis Alk. 9.25, Roggenkleie Alt. 9.50—10.00, Maisleime Alk. 10.00 bis Alk. 14.25, Franken, Pfälzer, Ried Alk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. ic. Frankfurt a. M., 23. Febr. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Anuliche 9lotierungen der heutigen Viehmarkt- preise. Zum Verkaufe standen: 395 Ochsen, 126 aus Oestreich, 37 Bullen, 0 aus Oestreich, 649 Kühe^ Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Qestreich, 324 Kalber, 186 Lchafe und Hämmel, 1243 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 17 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Psund Schlachtgewicht. Ochsen 1.Qualität 69—71 Alt., 2. Qual. 61—67 'Ult, 3. Qual. 60-63Alk.; Bullen l.Qual. 60 bis 62 Alk., 2. Qual. 57—58 Alt.; Kühe 1. Qual. 61—62 Alt., 2. Qual. 56—57 9JIL, 3. Qual. 45—47 Alk, 4. Qual. 40—42 Alk., 5. Qual. 00—00 Alt. Kälber: 1. Qualität 79—81 Pfg., Lebendgewicht 47—49 Pf., 2. Qual. 73—75 Pfg., Lebendgewicht 43—45 Pfg., Schlachtgewicht 62—64 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 68—70 P,g., 2. Qual. 64—66 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 60—00 Pfg., Lebendgew. 48 Pfg., 2. Qual. 58—59 Pfg., Lebendgewicht 47—00 Pfg., 3. Qual. 50—52 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg. — Geschäft: bei Honwieh gut, bei Kleinvieh gut Markt: kein lieber» stand. Arbeiterbewegung. Amsterdam, 22. Febr. Die Truppenbewegungen dauern fort Namentlich in Friesland und auf der Linie Amsterdam—Emmerich, werden Vorkehrungsmaßregeln durch Besetzen von Brücken der Bahillinien usw. getroffen. Nach dein .Telegraaf" rouröen an die Truppen Patronen, die weniger stark als wie Kriegspatronen wirken, verteilt. Es herrscht völlige Uicklarheil über bte Pläne der Regierung. Gewöhnlich gut infonnirte politische Kreise glauben daß die Regierung von einer Beeinträchtigung der Streikjreiheit abstehen werde, dagegen einen Gesetzentwurf zur Regelung der Arbeitskontrakte einbrmgen werde, wozu vielleicht der Entwurf Borgestus von der vorherigen Regieruiig zuni Alufter diene. Hlödjrntlidjt flcderjicht irr Todesfälle in der Lindt Hießen. 6. Woche. Vom L Februar bis 7. Februar 1903. (Einwohnerzahl: angenommen zu 26 400 (intl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 17,40, nach Abzug von 2 Ortsfremden: 13,53 Voo. Kinder Es starben an: Zusammen: Lungentuberkulose 2 (1) Bauchfelltuberkulose 1 Influenza 2 Bronchitis 1 Knochenmark-Ent- zündnna 1 (1) Lebensschwäche 1 Altersschwäche 1 Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr 2(1) - - — — 1 1 — 1 1 — — - "1 2« 1 — — (Summe 9 12) 6 1) 1 3.1) Anni.: Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betrefienöen Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke tommen. gpielplan der Dienstag den Michus". Dienstag den Rößl". vereinigten Frankfurter Ztadttheater. Opernhaus. 24. Februar, abends 7 Uhr: „Die kleinen Schauspielhaus. 24. Februar, abends 7 Uhr: „Im weißen 5amili£iiynd]tid)trn. Gestorben: Karl Heinzerling, Ober-Ingenieur, Berlin. Eingesandt. Für Form und Inhalt akei unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Tas war gestern abend ein schlagender Beweis für die Doi> trefflichkeit unserer Feuer lärm eini ichningen. Wegen so einer Kleinigkeit die ganze Stadt zu erschrecken! Dor Jahren schon wurde die Anlage telesonischer Verblndimgen einer Anzahl seßhafter Feuerwehrleute sowie oon Feuermeldern beschlossen. Warum hört man davon nichts mehr? Muß sich erst ivleder die Schale deS Spottes über die pflichteifrigen Feuerwehrleute ergießen? TaS Kirchenkonzert fand durch den Lärm ein bedauernswertes Ende. CioiS. Neueste jltlrliiiiiujrii. Originaldrahtnieldungen des Gießener Anzeiger». Karlsruhe in Schlesien, 23. Febr. Der Herzog Nikolaus von Württemberg ist heute hier gestorben. Posen, 22. Febr. Bei einem Brande in einer Borstadt kam es gestern zu heftigen Ausschreitungen, die ein starkes Aufgebot von Schutzleuten und Mültärpatrouillen nötig machten. Es wurden mehrere Personen von den Beamten und Soldaten, die ihre Waffen gebrauchen mußten wegen der Angriffe der Menge, verletzt, eine Person schwer. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen und erst nach langem Lärm die Ruhe wieder hergestellt. Mü n chen, 23. Febr. Der neue Kultusminister Wehner gilt als nicht ultramontan; ein Systemwechsel ist also zunächst ausgeschlossen. London, 22. Febr. Dem Parlament ging eine Aufstellung der neu zubildenden Armeekorps vollständig mit Ausnahme von vier Kavallerieregimentern zu, die sich jetzt in Südafrika und anderen Kolonien befinden. Das fünfte und sechste Armeekorps ist noch nicht gebildet, doch find sämmtliche zur Büdung des vierten, fünften und sechsten notwendigen Unterabteilungen verfügbar, außer 17 regulären Batterien, die jetzt noch in Südafrika sind und von denen 14 dort noch gebraucht werden. 15 Hilfsbatterien find noch nicht gebildet. Rom, 23. Febr. Die Äußerungen des Kaisers über Babel und Bibel und die Verurteilung der Richtung Delitzsch, die der Richtung Loisy in der katholischen Kirche entspricht, ruft im Vatikan trotz gewisser Bedenken große Genugtuung hervor. Em Kardinal erklärte, auch auf Gebiete der Bibel seien sich nunmehr der Kaiser und der Pap st begegnet. Budapest, 23. Febr. Der Abg. Graf Eugen Zichy hat dem Abgeordneten Grafen Andrässy wegen eines Rencontre im Abgeordnetenhause eine Duell-Forderung gesandt. Das Duell dürfte erst am Mittwoch slattfinden. New-Por k, 23. Febr. Bowen hatte eine Konferenz mit einer Abordnung venezolanischer Rheder, welche um Intervention baten, daß England die beschlagnahmten Schiffe sofort zurückgeben soll. Die Schiffe gehören meistens unbemittelten Leuten. England möge das Beispiel Deutschlands und Italiens befolgen, welche beide ihre Prisen zurückerstattet haben. Telephonischer Kursbericht. Jfc'ranklurl a. j».. 22. Februar IVoS. 8Ve% Reioheanleihe . . 102.95 3n/0 do. ... 93.15 3'/,°/o Konsole .... 103.00 tfO/o do.....92.90 3*/g°/n Heesen .... 101.25 3-6 Oberheeeen . . . 100 00 4-6 Oesterr. Goldrente . . 103.40 4' ,56 Oeeterr. bilberrente 101.00 4-6 Ungar. Goldrente . . 102.05 4°/ Italien. Rente . . . 103-80 4'.,-6 Portugiesen . . . 51.90 3°/ Portugiesen. .... 32.45 196 C. Türken .... 0000 1'ürkenloBe......131.00 4°/o Urieoh. Monopol.-Anl. 45.20 4* ,-6 äussere Argentiner —.— Sj/q Mexikaner .... 25.80 4,/a /u Chinesen .... 92.95 Electric, bot ackert . . . 98.00 Nordd. Lloyd . . . . 97.60 Kreditaktien . ... 217J0 Diekonto-Kommandit. . . 196.60 Darmstädter Bank . . . 40.80 Dresdener Bank .... 149.80 Ber iner Handelsges. . . 59.80 Oesterr. Staatobahn . . . 48.90 Lombarden ..... 15.50 Oottbarubahn.....181.90 Lauraiiütte ...... 219.50 Bochum ....... 185.60 Harpener......175.— Tendenz: ttill. Thec richtig bereitet (wir empfehlen das bekannte Meßmer 'sche Rezepi), ist das feinste Frühstück und Kindern, Nervösen und Magenjchwachen mehr zu empfehlen als Kaffee. Mcßmer 'S Thee entspricht allen medizinifchen Anforderungen. Prodepacketer 60 und 80 Pfennig, Alk. 1.— und Alk. 1.25. Hof-Möbelfabrik und Kunstsohreinerei von Ludwig Alter in Darmstadt Ranges Grossh Hessischer und Kaiserlich Russischer Hoflieferant. Permanente Ausstellung von 120 Zimmer-Einrichtunge*1 Auf Wunsch kostenlose l'nierbreitnng meiner Banpl-Kollektioa Hochfeine, stilvolle Einrichtungen Etablissement allerersten K HchvechigttULg vom 19. d. M. in der Oberförsterei Schiffenberg ist ge- gehmigt. Die Abfuhrscheme können vom 2. März an bei den zuständigen .Hebestellen bezogen werden. Die lieber» Weisung des Holzes erfolgt Dienstag, den 3. März, morgens 8 Uhr. Gießen, d. 20. Febr. 1903. Gr. Oberförlierei Schlffenberg. Heyer. 1665 Stöbt. Schlachthaus. Freibank. Heute uuo morgen: 1680 ©^tniinlU -jO psg. ZLwMkSeillli 50 i-Üg. Während der Marktzeü findet der Verkauf des Fleifches in der Großschlochttnehhalle statt. Hotzvcrsteigerung Freitag, d. 27. Februar l. Fs., von von 11 Uhr an, soll im Londoner Gemeindewald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 35 Eichenstämme —21,15 kw 66 Nadelstämme — 19,02 „ 594 Nadel - Derbstangen mit 44,26 tm 14 rw Nadel-Rundscheit, 2*/, und 3 m lang. Zusammenkunft vor dem Wald im sog. Sauloch. Londorf, d. 23. Febr. 1903. Gr. Bürgermeisterei Londorf. Aumann. 1677 WeiWMhttiii d. Haufe. [0799| Steinsrr. 38, L 07361 Schneiderin emps. sich m u.auß.o.Hause. Ludwigstr. 12,111. Mittwoch den 25. Februar I. 3., nachmittags 2^Uhr, werden im Biekerh'chen Saale (Neustadt 55) zwangsweise versteigert: 10 WirtStische (runde und viereckige), ca. 60 bessere Wirts- stühle, 4 Faß Weiß- und Rotwein, 4 Faß Branntwein, 15 Flaschen Champagner, Kognak, Rum, Nordhäuser, Pfefferminz, Krumhübeh 31 Flaschen Weißwein, 2 Bilder, 1 Kaiserbüsle u. v. a. Die Versteigerung findet bestimmt statt. 1674 Geißler, Gerichtsvollzieher. Apfelsinen Messina 160, 200, 300, 360 Mk. 7,—, Blni 9)1 f. 8' 2 p. Kiste. Valencia 420 Mk. 11,— ?14 Mk. 15,— vers. geg. Nachnahme. Ku gen Alexander, Süd» frnchi v» vr>v. Hamburg. [1660 0822s Fran enwftehlr nch im Waschen u. Putzeii. öteuiiit- ^0, P- 08101 Eine venetlc Lchneidert» empfiehlt sich. Steinftraßc 78, II. Ileslauranl zum Augustiner. Bes.: J. Brunner. Ludwigsplatz. Fastnacht-Dienstag*: Anstich Echt Münchener Ä ® Pschorrbräu-Animator früher Salvator w mit Harndali$ti$cher Unterhaltung. la Eriiunscbwe ger Cervelatwurst por Pfand 1.30 und Jt 1.40 la. Braaneo weiger Rotwurst per Pfund 05 H la. Wosttälisohe Mettwurst per Pfund 85 H la. Braunbcliweiger Leberwurst per Pfund v* 1.10 la Brauneohweiger Mettwurst pe Pfund Jt 1.20 hochfeine Qualitäten febr.Hiis Bahnhofstrasse 27. Llndeeplatz 12. Gebr. Berdux Bahnbofstr. 27. Lindenplatz 12. Orangen dünnschalige, süsse Frucht, 1698 per Dtzd. 45 Pfg. Todes-Anzeige Wilhelm Weber, Kammerrat. ♦ Giessen, Darmstadt, 21. Februar 1903. Die Beerdigung findet Dienstag den 24. Februar, vormittags 10s/4 Uhr, von den neuen Kliniken aus statt. 1669 nach schwerem, geduldig getragenem Leiden sanft verschieden ist Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Mitteilung, dass unsere liebe Schwester, Schwägerin, Tante und Cousine Lina Weber ’-gTEW; Leihgestern, den 23. Februar 1903. 1668 habe. Rudolf Winter 0815 Ein prachtvoller 1652 ist die Beste! Weichensteller i. P., im Alter von 87 Jahren sanft entschlafen ist. Gießen, den 22. Februar 1903. Mem in bester Lage der Stadt aeleoencs Aoloulaü»aren-Ge- schäft beabsichtige ich zu verkamen eoent. auch zu verpachten. Jährlicher Umschlag nachweisbar 40000 Mark. 1654 E. värthe junior, Wetzlar, am Eisenmarkt. Visitenkarten liefen rascb and billigst Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heppert. Die Beerdigung findet Dienstag den 24. d. Alts., vormittags ' .10 Uhr, vom Slerbehause, LahnslraßeS, aus statt. (Selbst gemahlen, selbst gebacken.) Kornörot von Kinzcnb. Mühle ist zu haben 623 bei Herrn Carl Weibel, Kraukfurterstratze, bei Herrn h iiii. Hol mann, Ederstraßc, im Brotladen am Liudeuplatz sowie an dio. ungen. Stellen. Loves-ittnjeige. Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß heute früh 5 Uhr unser lieber Pflegevater Herr Christoph Becker, Todes - Anzeige. Heute Nacht verschied nach langem, schwerem Leiden unser lieber Gatte, Vater, Schwiegervater und Großvater Christoph Schwalb im Alter von 56 Jahren. Rödgen, den 23. Februar 1903. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Mittwoch den 25. Februar, nachmittags 2 Uhr, zu Rödgen statt. 0827 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme an dem uns betroffenen schweren Verluste, sowie für die Blumenspenden und besonders für die trostreichen Worte des Herrn Dekan Strack sagen herzinnigsten Dank Familie Dern. Familie Waldschmidt. LüW,kSVmk,L°-U gut erhallen, preiswürdig zu vertäuten. LoutS Faber, Wagner- meister, Wollengasje 1L [1578 2 Stockwerke, seither von Herrn I Zigarrenfabrikanl B. Büttner be- ßrflhl'Bcbe Uoiv^bruckcrel ivohnt, per 1. April zu verm. [185 Hierdurch die ergebene Anzeige, daß ich Dierrötag (Fastnacht) den 24. d. 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