Montag, 23 Februar 1903 153, Jahrg. •dAehrt kgqNch mit UuSnabme bei GsnntayS. ftt< .Sießer LmnilievblSNer" werden bet« Anzeiger vierma wöchentlich bergelegt. Der „hessische tanöötr“* erscheint monatlich einmal. Gießener Anzeiger P. Sittt»; für den ftryeigenietl. V«U 9istahontorud und 6erlog der f’rO b1 ’M» UntDerfitdtlbtudeiet (PreOch Llvenz, tn> immer mehr vom Ausland unabhängig machen »Denn es können ja auch mal Kriegszeiten kommen. In England und Frankreich hat man sich auch mit dieser Frage beschäftigt, und hat erwogen, ob man nicht staatliche Getreidelager errichten und dem Staate einen Einfluß auf die Preise gewähren soll. Auch unsere Regierung muß diese Frage in ernste Erwägung ziehen. Die Aeußerung deS Staatssekretärs, daß die Zahl der Bewohner des platten Landes immer mehr schwinde und die Land- wirthe sich daher in ihren Wünschen beschränken müssen, hat einen deprnnirenden Eindruck gemacht. Denn das heißt doch nichts Anderes als: Laßt alle Hoffnungen schwinden. An der Entvölkerung des platten Landes ist aber nickst die Landwirthschaft, sondern die verkehrte Handelspolitik der früheren Regierung schuld. Tie Regierung muß daher Alles thun, um die Landwirthschaft wieder auf den richtigen Platz zu stellen. sBeifall rechts.) Abg. Dr. Südekum lSoz.) findet, daß, wenn Graf Äanitz konsequent wäre, er gegen Den Schutzzoll sein müßte, da dieser die Äartellwirthschast erst möglich mache. Was die Vorsorge für Kriegszeiten, die Ansammlung von Getreide betrifft, so will Graf Kanitz ja durch die' Aufhebung der gemischten Transitläger eine solche gerade unmöglich machen. Freilich: von fremdem Getreide: Aber vom heimischen Getreide kann Deutschland nicht leben! Technisch wäre es wohl möglich, in Deutschland so viel Getreide zu pro- duziren, wie nöthig ist, aber volkswirthschafilich ist dies nicht möglich; es würde die wahnwitzigste Verschwendung von nationaler Arbeitskraft bedeuten. Die ländliche Leutenoth braucht man nicht dem Grafen Caprivi in die Schuhe zu schieben; sie ist nur der Reflex unserer allgemeinen jovialen Zustände. Die Verhältnisse auf dem Lande sind eben unleidlich. Weshalb bewilligen Sic den ländlichen Arbeitern nicht das Koalitionsrecht, weshalb beseitigen Sie nicht Die verhaßte Gesindeordnung? Auf den Titel selbst ern- gehend verlangt Redner, daß die Statistik der Landwirthschaft nicht nur nach Betriebs-, sondern auch nach Bcsitzeinheiten vor sich gehe, damit die Rolle der Konzeiitration in der Landwirthschaft wirklich klargeftcllt toerben könnte. Redner geht sodann auf die Organi- saiion des arbeitsstaristischen Beiraths des statistischen Amts ein und verlangt, daß der dort herrschende bureaukcatische Einfluß zu- rückgedrängc werde. Eine der wichtigsten Aufgaben der arbeits- stalistischen Ablhcilung ist natürlich die Verfolgung des ArbeitsmarkteS. Die aber dies in Szene gesetzt wurde, das war nicht in der Ordnung. Seit dem Jahre 1897 haben wir bereits eine private Organisation, die diese Aufgabe erfüllt und eine Zeitschrift herausgiebt, in der die Resultate publizirt werden. Das Statistische Amt hat es versäumt, sich mit dem Herausgeber dieser „Arbeitsmarft-Korrespondenz" ins Einvernehmen zu setzen, sondern ist einfach darüber hinweggeaangen, so daß jetzt dem Herrn Jastrow kein Material mehr zugesandt wird. Dadurch ist eine empfindliche Lücke in der Berichterstattung entstanden, und dies Verhalten ist auch keineswegs korrekt. Es handelt sich hier nicht um das private Interesse des Herausgebers, sondern um das sachliche Interesse an einer lückenlosen Berichterstattung. Ter Herausgeber Dr. Jastrow hat darin ganz recht, daß gerade jetzt beim langsamen Abflauen der Krise eine Unterbrechung besonders fatal ist. Die ganze Art, wie Dr. Jastrow behandelt worden ist, ist nichts weniger als würdig. Tie amtliche Darstellung stellt die Sache geradezu auf den Kopf. Man erkennt großmüthig an, daß Dr. Jastrow sich auch gewisse Verdienste auf diesem Gebiete erworben hat; man scheint nicht sehen zu wollen, daß Alles, worauf die staatliche Organisation jetzt „selbstverständlich" fußt, eben die Frucht seiner Thäiiglcit ist. Allerdings, Dr. Jastrow ist „nur" Privatdozent, nicht Professor! Seiner wissenschaftlichen Qk Deutung wegen hätte er freilich längst Professor sein sollen, aber feine vorgeschrittenen sozialpolitischen Anschauungen haben das verhindert! Es ist sehr bedauerlich, daß eine staatliche Institution, der wir so große Sympathien entgegenbringen, wie die Regelung der Arbeitsmarktberichterstattung, so wenig korrekt ins Leben gerufen ist. Gcheimrath Fischer vertheidigt die Organisation des arbcits- statistischen Beiraths gegenüber den Bemängelungen des Vorredners. DaS bureaukratifchc Element dominire da keineswegs. In Sachen Jastrow behauptet er, daß Dr. Jastrow sich nicht über die Unterbrechung der Berichterstattung, sondern über den Raub an geizigem Eigen.. um beschwert habe. Er könne aber nicht anerkennen, daß ■ hier von einem solchen die Rede sein könne. Abg. ficke-Dessau (frei). Vgg.): Die Rede des Grasen Kanitz hat gezeigt, was mm Alles in den Titel „Statistisches Amt" einbe- ziehcn tannl Sogar den Inhalt der kommenden Handelsverträge! Was würde Wohl geschehen sein, wenn ein Mitglied der Linken den Kreis der Berathungcn derartig erweitert hätte! (Sehr gut!) Seine Behauptungen bezüglich der Statistik können wir ja freilich im Moment nicht nachprüfen. Ich kann mir nicht denken, daß das Sta. tistische Amt eine Derartig falsche Preisstatlstik ausgestellt hat: sonst hätte es nicht deii Ruf sich erworben, den es hat. Graf Kanitz möchte, daß die Ausfubrziffern möglichst herabgesetzt werden, damit die sinkende Handelsbilanz so recht zu Tage tritt. Wir wollen, daß sie so regiftrirt toecden, wie sie in Wahrheit sind. Was die Versorgung Deutschlaiids nit eigenem Getreide betrifft, so ist ja von agrarischer Seite auch längst zugestanden worden, daß diese für absehbare Zeit ein Ding der Unmöglichkeit sei. Wenn Graf Kanitz uns den schwarzen Mann der Kriegszeiten an die Wand malt, so erwidere ich: Werui unser Land ernsthaft von allen Seiten eingeschlosien sein wird, so wird es uns so schlecht gehen, daß die Getrcideversor- flung nicht die erste Rolle spielen wird. Auf den Fall Jastrow eingehend erklärt Redner, daß natürlich die Interessen der Allgemeinheit denen von Privaten vorangehen müßten. Gleichwohl müsse er dem Abg. Dr. Südekum zustimmen: es sei Dr. Jastrow gegenüber in der That nicht korrekt verfahren worden. Wenn jetzt das Statistische Amt von „Selbstverständlichkeit" spricht, so ist das wie mit dem Ei deS Columbus: nachher ist es immer sehr leicht. Gerade der von Dr. Jastrow gemachte Anfang sei die Schwierigkeit gewesen. Würtembergischer Präsident von Schicker (fast unverständlich) vertheidigt das Vorgehen tn der arbeiterstatiftischen Kommission. Das Verfahren, das gegen Dr. Jastrow eingeschlagen sei, wäre durchaus korrekt gewesen. In keiner Weise sei man Dr. Jastrow irgendwie zu nahe getreten. Es sei freilich richtig, daß Dr. Jastrow den Anfang mit den Veröffentlichungen gemacht habe, aber die Arbeitsnachweise selbst seien doch eine ganz neue Einrichtung, die erst einige Jahre beständen. Ohne diese Arbeitsnachweise, von denen die erften in Würlemberg gegründet wären, und deren Material, hätte Dr. Jastrow gar nicht arbeiten können. Man könne also nicht sagen, daß es sich hier allein um das geistige Eigenthum Dr. Jastrows handle. Abg. Frhr. Heyl von Herrnsheim (nctt.-lib.) stimmt dem Abg. Grafen Kanitz Darin zu, daß Die Entvölkerung des platten Landes eine Folge der Caprivischen Handelspolitik sei. Tie Landwirthschaft müsse einen genügenden Zollschutz haben, ohne genügende Zölle müßten die Landlrnrthe am Rhein ausivandern. Gewundert habe er sich darüber, daß der Handelsminister Möller die Kaufleute aufgefordert hätte, sich hier mehr vertreten zu lassen, das fei doch ein Aufruf zu. Interessenvertretung. Die Kaufleute hätten übrigens nicht Zeil, hier immer die langen Reden anzuhören, vertreten lassen könnten sie sich auch nicht, ob Diäten bezahlt würden oder nicht, fcnunc hier gar nicht in Frage. Bedauerlich sei es, daß man Den Präsidenten der arbeiterstatisttschen Kommission angegriffen habe, dazu hätte gar fein Grund Vorgelegen. Staatssekretär Graf Posadowsky: Die Zahlen des statisttschen Amtes vom Dezember 1902 sind nur vorläufige Schätzungen. Die enDgiltigen Zahlen werden erst später veröffentlicht werden. Tie abweichenden Zahlen der russischen und deutschen Statistik sind Gegenstand eingehender Erwägung gewesen. Die Differenz erllärr sich aus rein mechanischen Gründen, ich glaube nicht, daß man eine zuverlässigere Methode einschlagen kann, als ste von unserem stattftischen Amt geschieht. Redner legt die Methode dieses Amtes Dar. Zu Den Sachverständigen, Die Dabei gehört werden, gehören natürlich auch die Vertreter Der Syndikate und Kartelle, aber sehr oft hallen diese Verbände ihre Auslandspreise geheim, sodaß man Dabei nur auf Schätzungen angewiesen ist. Jedenfalls giebt sich das statistische Amt Mühe, die Zahlen so objektiv wie nur möglich darzuslellen. Wie diese Zahlen nachher von der Parteien Haß und Gunst aufgelegt werden, wie alle statisttschen Zahlen, dafür kano man das statistische Amt nicht verantwortlich machen. Was die Vorwürfe gegen Die Organisation Der arbeitsstatistischen Abtheilung betrifft, so kann ich nicht anerkennen, daß DU Minorität in Dieser Kommission nicht genügend berücksichtigt sei. Im Gegerttheil, cs ist für einen ziemlich weitgehenden Schutz der Minorität gesorgt. In Sachen der Arbeirsmarktbcrichteriiattung ist von den Herren Vorrednern Der Vorwurf gegen das statistische Amt erhoben worden, daß dieses gegenüber Herrn Dr. Jastrow sich nicht richtig benommen hätte. Ta mutz ich doch zunächst sagen: Tas, was das statistische Amt jetzt macht, ist erheblich weiter- gehend, als das, was Herr Dr Jastrow leisten konnte. Herr Dr. Jastrow erhält Monatsberichte der Kassen aus 69 Stäoten, das Kaiserliche statistische Amt hat sich an 260 Städte gewandt: inegefammt also die fünffache Zahl! Ich bebaute es ja sehr, wenn das Unternehmen des Herrn Dr. Jastrow geschädigt ist, muß aber darauf l itweisen, daß ich bereits in dec Budgctkommission im vorigen . ahre ganz ausdrücklich auf unsere Absicht hingewiesen habe. Man tonnte also wohl allerseits darauf vorbereüet fein. Ucbngenv darf nicht vergessen werden, daß auch Herr Dr. Jastrow nicht ganz ohne Vorgänger ist; er hat solche in Dr. Freund und Prof Hirschberg gehabt. Tas Verdienst Dr. Jastrows besteht darin, daß er das, ivas bis dahin jahresweise zusammengestellt war, monatsweise zusaminengcstcllt hat, was für den Arbcitsmarkt allerdings besonders werthvoll ist. Ich stelle ferner fest, daß gerade Herr Dr. Jasirow selbst die Nothwendigkeit anerkannt hat, daß die private Arbeit auf diesem Gebiet durch die oollstänbige amtliche Arbeit ersetzt werde. Herr Dr. Jastrow ist trotz seiner sehr verdienfwollen Arbeit überzeugt gewesen, daß diese Aufgabe vollkommener und besser geleistet werden könne und müsse Durch ein amtliches Organ. Wir haben bei der Schaffung desselben nur gc- than, was der ganze Reichstag gewünscht hat, und ich hoffe, daß das Mißverständnitz, Das sich Daran geknüpft zu haben scheint, nunmehr in befriebigcnDer Weise aufgeklärt ist. Zum Verlangen nach einer neuen Berufszählung muß ich bemerken, daß eine solche alle 10—16 Jahre in Aussicht genommen war, ferner, daß Die Kosten derselben sich auf mehrere Millionen belaufen. Bei Dieser Frage spielt also auch Die Finanzlage eine Rolle. Ich komme nun noch auf eine Aeußerung Des Grafen Kcmtt zurück. Ich habe allerDings wiederholt ausgeführt. Daß die mit städttschen Arbeiten sich ernährende Bevölkerung fortgesetzt steigt im Verhältnitz zu her ländlichen, und daraus gefolgert, daß diese Verschiebung auch Einfluß auf Die Zusammensetzung der gesetzgebenden Veriammlung haben werde. Daraus habe ich Dann Wetter gefolgert, Daß, wenn Dem so ist, cs für Die Regierung immer schwieriger toerbe, selbst berechtigte ForDerungen Der Landwirthichast Durchzusetzen. Tas ist Die Feststellung einer Thatsache, kein Urtheil. Der Zweck meiner Ausführungen war doch lediglich Der, Die Vertreter der Landwirthschaft zu veranlassen, zuzugreifen, solange eß noch Zeit ist, und den Zolltarif zur Verabschiedung zu bringen. Wenn ein Barometer unsicheres Wetter anzeigt, unb JemanD sieht auf daS Barometer und sagt, es zeige schönes Wetter an, so versteht er entweder das Barometer nicht zu lesen, ober er will es nicht richttg lesen. Eines von den beiden scheint beim Grafen Kanitz zuzutreffen. Abg Dr. Südekum (Soz.) meint, man hätte wenigstens ein Uebcrgangsstabium wählen sollen, ehe man so gegen Dr. Jastrow vorgegangen wäre. Staatssekretär Graf Posadowsky erwidert, er verkenne Die Verdienste Dr. Jastrows nicht. Der Reichstag sei aber doch wohl nicht Der Ort, um hier die wissenschaftliche Methode eines einzigen Gelehrten bis in alle Details zu erörtern. Dazu liege auch nicht das genügende öffentliche Interesse vor. Nach weiterer kurzer Debatte über den Fall Jastrow bemängelt Abg. Hoch (Soz ) die amtliche Strikestatistik. Diese Statistik sei ganz werthlos. Da 600 von den Gewerkschaften angemeldete Sttikcs fehlten. Abg Werner (Anns.) tritt für eine Aufbesserung der Hilfsarbeiter und Burcaubeamten beim Statistischen Amt ein. Geheimrath Reumann erwidert, daß dies aus finanziellen und anderen Gründen nicht möglich sei. Abg. Singer fSoz.) macht Darauf aufmerksam. Daß Der Reichstag im Vorjahr eine Petition Diesen Beamten zur Berücksichtigung überwiesen habe. Die Regierung möge Daher im nächsten Jahre erhöhte Mittel in den Etat einstellen. Sonst könnte es kommen, daß Der Reichstag mal parlamentarische Kanonen auffahre und Damit auf Die Regierung schösse. Der Titel „Statisttsches Amt" wird hierauf bewilligt, ebenso Der Titel „Normal-Aichungs-Antt". Hierauf vertagt das Haus die wettere Berathung auf Montag 1 Uhr. Schluß 5% Uhr. Parlamentarisches. Berlin, 21. Febr. Ter Präsident des Reichstages, Graf Ballestrem, ist von einer Heiserkeit befallen worden. Infolgedessen bleibt er vorübergehend den Reichs- lagssitznngen fern. — In der Bud getkom Mission des preuß. Abgeordnetenhauses wurde die von der Regierung verlangte neue Unterstaatssekretär- Stelle im Ministerium der öffentlichen Arbeiten abgelehnt. Wie die Nat.-Ztg." hört, trat dabei in den Erörterungen über eine mögliche anderweite Organisation des Bau- und namentlich des Wasserbauwesens deutlich die Absicht der Konservativen und des Zentrums hervor, die Wasserbauverwaltung mit dem Landwirtschaftsministerium zu vereinigen. — Tas Abgeordnetenhaus nahm den Gesetzentwurf beir. die Erweiterung des Stadtkreises Gelsenkirchen in erster Lesung an unb überwies den Gesetzentwurf betreffend die Bildung eines Ausgleichfonds für die Eisenbahn-Verwaltung in erster Lesung nach längerer Debatte an die Budgetkommission. — Im 2. Berliner Reichstagswahlkreise werden die Konservativen den Professor Wenckstern, im 5. Wahlkreise die Antisemiten den Verleger der „Staarsb.-Ztg." Bruhns aufstellen. Preußisches AbgcoiLnerenhaus. 27. Sitzung vom 21. Februar. Erste Lesung des Gesetzentwurfs betr. die Bildung eines Ausgleichfonds für die Eisenbahnverwaltung. Danach soll, wenn sich nach der Jahresrechnung ein Ueberschust des Etats ercjub., derselbe zur Bildung oder Ergänzung eines Ausgleichsvnds bis zur Höhe von 200 Millionen Mark verwendet werden. — Minister von Rheinbaben verteidigt die bisherige Hebung, daß dü Eisenbahneinnahmen zur A^strettu^g der allgemeinen Staatskosten h^rung.z-tzchl warnen, ^hue d.ese ^innahm^ hätten wichtige Kuliucaufgaben nie oroenttich erfüllt werden können. Wolle man aus die Eäsenbahueinnahmen für die allgemeine Staatskasse berzia^en, so wu.de vuie Verdoppelung der Eink^mm.i.st uer nie trägt ein einfaches Trauerkleid genre tailleur, er die serbische Marschalluniform. ®eririjl5|flaL Berlin, 21. Febr. Tic Strafkammer hat den Haftentlassungs-Antrag des Rechtsanwalts Lieb ling, der in der Angelegenheit der gefälschten rumänischen Rentenscheine stark o.lastet ift, abgelehnt. Paris, 22. Febr. Im Prozeß Cattani -Humbert wurden die Angeklagten Humbert im Sinne des An träges des Staatsanwalts von der Anklage, den Bankier Cattani verleumdet zu haben, freigesprochen. Das Publikum nahm das Urteil beifällig auf. Petersburg, 22. Februar. Ter frühere Polizei m c i ft c r von Kronstadt, Oberstleutnant Schaf- r o w, ist nach 24tägiger Verhandlung wegen Bestechlichkeit und Fälschung zum Verlust aller besonderen durch Geburt und Stand ihm zustehenden Rechte und Vorzüge, verurteilt, außerdem auf Verlust seiyes Ranges und seiner Orden, auf Ausschluß aus dem Militärressort und auf Einreihung in eine Militär * Ar restanten-Kompagnie für zwei Jahre erkannt worden. Ferner muß der Verurteilte 2300 Rubel unterschlagene Gelder zurückzahlen. Von einer sofortigen Verhaftung Schasrows nahm das Gericht gegen Hinterlegung einer Kaution von 2000 Rubel Abstand. Kirche und Schule. Rom, 22. Febr. Bischoi Korum von Trier hal gestern die R ü ck r c i i e nach T e n i s ch l a u d angetreten.